Bevölkerungsentwicklung der Schweiz

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1 Bevölkerungsentwicklung der Schweiz Verdichtung Evidenz? Jacqueline Kucera, Bundesamt für Statistik Forum Raumwissenschaften 10. November 2012 Universität Zürich

2 Verdichtung? Symbol für den Wandel der Stadt Zürich? Prime Tower, Zürich West 2

3 Inhalt der Präsentation 1. Veränderung der Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung der Kantone 3. Treiber der Bevölkerungsentwicklung der Schweiz? 4. Grenzen und Unsicherheiten der Szenarien? 5. Folgerungen 3

4 1. Veränderung der Bevölkerung Projektionsgrundlagen Methode Hypothesen Bevölkerungsentwicklung 2015 bis

5 Projektionsgrundlagen 1. Beobachtete Tendenzen: Entwicklung oder Stabilisierung der demografischen Indikatoren (Anzahl Kinder pro Frau, Lebenserwartung, Migrationssaldo) 2. Experten Meinung: Anstieg der Geburtenrate durch Massnahmen des Bundes und der Kantone, verlangsamter Anstieg der Lebenserwartung im hohen Alter, erhöhter Bedarf an Experten und Spezialisten 3. Politische Massnahmen: bspw. Freizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und der EU 5

6 Methode Szenarien des BFS: Referenzszenario AR Hohes Szenario BR Tiefes Szenario CR Zukünftige Entwicklung der Fruchtbarkeit Sterblichkeit Ein- und Auswanderungen Erwerb des Schweizer Bürgerrechts Bevölkerung nach Alter, nach Geschlecht, nach Nationalität (Schweiz / Ausland) 6

7 Hypothesen Indikatoren 2015 Referenzszenario Hohes Szenario Tiefes Szenario Zusammengefasste Geburtenziffer (2040) Mittleres Alter bei der Geburt des Kindes (2040) Lebenserwartung bei der Geburt, Männer (2040) Lebenserwartung bei der Geburt, Frauen (2040) Wanderungssaldo (2015) Wanderungssaldo ( ) Wanderungssaldo (2040)

8 Entwicklung der Bevölkerung / 2 Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung gemäss dem Referenzszenario A , in Tausend Bevölkerung am 1. Januar Geburten Todesfälle Geburten Überschuss Einwanderung Auswanderung Wanderungssaldo '785,8 80,3 62,6 17,7 161,8 96,8 64, '238,8 84,9 64,2 20,7 175,0 95,0 80, '676,1 89,2 67,6 21,6 155,0 95,0 60, '080,6 91,2 72,0 19,3 155,0 95,0 60, '467,4 91,2 77,1 14,1 155,0 95,0 60, '804,4 90,8 83,2 7,6 140,0 95,0 45, '014,0 89,9 89,6 0,4 125,0 95,0 30, '152,2 89,8 95,8-6,0 125,0 95,0 30,0 Quelle: BFS, SCENARIO 8

9 Entwicklung der Bevölkerung in der Schweiz 2015 bis / 2 12'000'000 11'000'000 10'000'000 Beobachtungen Referenzszenario A '000'000 8'000'000 7'000'000 6'000'

10 2. Bevölkerungsentwicklung der Kantone Kantonale Szenarien zur Bevölkerungsentwicklung Szenarien zur Bevölkerungsentwicklung der Kantone : Digitale Publikation Zunahme der Bevölkerung der Kantone 2015 bis

11 Kantonale Szenarien - Kantone erstellen eigene Szenarien zur Entwicklung der Bevölkerung - bspw. Zürich, Waadt, Aargau, Genf - Die methodischen Einschränkungen erlauben es nicht, die Wanderungsbewegungen für jeden Kanton abzubilden - Das BFS stellt eine Gesamtsicht der Bevölkerung in der Schweiz dar 11

12 Szenarien zur Bevölkerungsentwicklung der Kantone Digitale Publikation : 6d0-2ddd-5696-aa cf9648ec/Szenarien_zur_Bevoelkerung_DE/Titelseite.htm l 12

13 Szenarien Schweiz und Kanton Zürich Ständige Wohnbevölkerung Schweiz 8'339'505 8'757'648 9'541'471 10'044'330 10'176'12411' ' Zürich 1'467'534 1'553'485 1'707'154 1'809'272 1'839'044 2'002'100 1'681'700 Quelle: BFS, SCENARIO 13

14 Zunahme der Bevölkerung der Kantone 2015 bis Hohes Szenario BR Wachstum in % FR VD TG VS AG ZH ZG GE LU CH SZ SH SO TI SG BE NE OW GL JU BL BS AR GR NW AI UR 14

15 Bevölkerungsszenario ZH demografische Indikatoren Kanton Zürich Referenzszenario 2015 Zusammengefasste Geburtenziffer 1.52 Mittleres Alter bei der Geburt des Kindes 32.3 Männliche Lebenserwartung bei Geburt 81.5 Weibliche Lebenserwartung bei Geburt 84.8 Wanderungssaldo 14' Zusammengefasste Geburtenziffer 1.57 Mittleres Alter bei der Geburt des Kindes 32.9 Männliche Lebenserwartung bei Geburt 85.6 Weibliche Lebenserwartung bei Geburt 88.4 Wanderungssaldo 3' Zusammengefasste Geburtenziffer 1.57 Mittleres Alter bei der Geburt des Kindes 32.9 Männliche Lebenserwartung bei Geburt 86.2 Weibliche Lebenserwartung bei Geburt 88.9 Wanderungssaldo 3'139 15

16 Bilanz des Kanton Zürich Ständige Bevölkerung am 1. Januar Geburten Todesfälle Geburten Wanderun Zuwanderung Abwanderung Überschuss gssaldo B. am 31. Dezember

17 3. Treiber der Bevölkerungsentwicklung? Unsicherheiten der Einflussfaktoren Internationale Migration Interkantonale Migration Fertilität Sterblichkeit Altersstruktur Faktoren, welche die räumliche Verteilung bestimmen 17

18 Unsicherheiten Hoch Internationale MIGRATION Interkantonale MIGRATION Mittel Fertilität Sterblichkeit Tief Altersstruktur 18

19 Internationale Migration => Hohe Unsicherheit Internationale Wanderung ist abhängig von Faktoren, welche schwierig voraussehbar sind, sowohl kurz- als auch langfristig: Konjunktur und wirtschaftliche Lange in den Auswanderungsländern (Arbeitslosigkeit, Einkommen, Verfügbarkeit von gewissen Arbeitsgebieten, etc.) Konjunktur und wirtschaftliche Lage in der Schweiz Anpassung der gesetzlichen Grundlagen bezüglich der Einwanderung Politische Veränderungen und Vorkomnisse in den Herkunftsländern (Konflikte, Verfolgung von Minoritäten, etc.). 19

20 Interkantonale Migration => Hohe bis mittlere Unsicherheit Die interkantonalen Wanderungsbewegungen hängen von Faktoren ab, welche teilweise bekannt sind, jedoch rasch ändern können. Dazu gehören unter anderem: Verfügbarkeit von Wohnmöglichkeiten und deren Kosten Ansiedlung von Unternehmen oder Entwicklung oder Ausbau bestehender Unternehmen Neue Infrastrukturen wie Strassen, Schulen, öffentlicher Verkehr, etc. 20

21 Fertilität => Mittlere Unsicherheit Die Geburtenrate hängt von ziemlich stabilen Faktoren ab. Diese kann jedoch mittelfristig ändern, und ist abhängig von: Teilnahme der Frauen auf dem Arbeitsmarkt Ausbildungsniveau der Frauen Anteil der ausländischen Frauen Massnahmen von Bund und Kantonen zur Vereinbarkeit von Familie und Arbeit Angebote der Arbeitgeber rund um Familie und Arbeit 21

22 Sterblichkeit => Mittlere bis tiefe Unsicherheit Die Sterblichkeit hängt ab von Faktoren, welche langfristig einen Einfluss auf die Sterblichkeit haben. Dazu gehören die folgenden: Gesundheitliches Verhalten der Bevölkerung (Tabakkonsum, erhöhter Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung, etc.) Medizinische Fortschritte Ausbildungsniveau der Bevölkerung 22

23 Altersstruktur => Tiefe Unsicherheit Die Altersstruktur einer Bevölkerung verändert sich langsam. Sie bestimmt langfristig die Bevölkerungsentwicklung. Die Wanderungsbewegungen haben einen marginalen Einfluss auf die Struktur einer Bevölkerung. Sie können die Altersstruktur nur langfristig verändern und nur wenn die Bevölkerung relativ klein ist. Die Fertilität kann die Altersstruktur nur langfristig ändern. Ein Effekt ist erst nach Jahrzehnten sichtbar. Die Sterblichkeit bestimmt grösstenteils die Altersstruktur einer Bevölkerung. 23

24 Faktoren, welche die räumliche Verteilung bestimmen 1/2 Es werden Migrationsbewegungen zwischen den Regionen beobachtet: Wenn die Ankunftsregion (AR) nahe ist Wenn die AR in derselben Sprachregion liegt Wenn die AR nahe einem wirtschaftlichen Zentrum liegt Für die 15 bis 24 Jährigen, wenn die AR nahe an universitären Infrastrukturen liegt Für die 25 bis 44 Jährigen und deren Kinder, wenn die AR Villenquartiere hat (Suburbane und Periurbane Region) 24

25 Faktoren, welche die räumliche Verteilung bestimmen 2/2 Es werden Migrationsbewegungen zwischen den Regionen beobachtet, wenn: Die Schweizer zwischen 45 und 64 Jahre alt sind und deren Ankunftsregion eine Vororts-Region ist, woher die Personen ursprünglich stammen («zurück zum Ursprung») Die Ursprungs-Region der ausländischen Bevölkerung landwirtschaftlich oder touristisch ist, und wenn die Ankunftsregion eine Agglomeration ist oder nahe dazu liegt (Suburbaner oder Periurbaner Ring) 25

26 4. Grenzen und Unsicherheiten der Szenarien? Vergleich zwischen vorgängigen Szenarien und Beobachtungen Vergleich zwischen beobachtetem und projiziertem Wachstum der Bevölkerung der Kantone

27 Vergleich zwischen vorgängigen Szenarien und Beobachtungen 9'000'000 8'500'000 Beobachtungen Mittleres Szenario A Hohes Szenario B Scénario "bas" C '000'000 7'500'000 7'000'

28 Vergleich zwischen beobachtetem und projiziertem Wachstum der Bevölkerung der Kantone Mittleres Szenario AR Hohes Szenario BR Tiefes Szenario CR Beobachtungen Wachstum in % ZH BE LU UR SZ OW NW GL ZG FR SO BS BL SH AR AI SG GR AG TG TI VD VS NE GE JU CH 28

29 5. Folgerungen Szenarien sind so gut wie die Hypothesen, welche aufgrund von Beobachteten Tendenzen Expertenmeinungen Einschätzungen und Auswirkungen politischer Massnahmen etabliert wurden. Herausforderung: Einschätzung der «Unsicherheiten» Migration Fertilität Sterblichkeit Altersstruktur Faktoren, welche die räumliche Verteilung bestimmen 29

30 Haben Sie Fragen? Weitere Informationen: Bundesamt für Statistik, Demografie und Migration 30

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