FORDERUNGSPROGRAMM UMWELTPOLITISCH IST NOCH VIEL ZU TUN. Gabriela Moser. 32 Verkehrsjournal

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1 UMWELTPOLITISCH IST NOCH VIEL ZU TUN Gabriela Moser 32 Verkehrsjournal

2 Dr. Gabriela Moser, Verkehrssprecherin, Die Grünen UMWELTPOLITISCH IST NOCH VIEL ZU TUN Gabriela Moser 32 Verkehrsjournal

3 Verkehrswende: sanft, solar und sozial Steigende Lärm- und Schadstoffbelastungen erfordern genauso wie der Klimaschutz eine Wende in der Verkehrspolitik, das bedeutet: Österreich wird nachhaltig mobil und vermeidet zusätzliches Verkehrsaufkommen - öffentliche Verkehrsmittel als kostengünstigste, sicherste und umweltverträglichste Form von Massenmobilität werden abgesichert und ausgebaut. Neben den AutobesitzerInnen bekommt auch die andere Hälfte der Bevölkerung Österreichs endlich optimale, leicht nutzbare Mobilitätsangebote. Öffentliche Gelder werden vom Straßenbau in Richtung Ausbau der Öffis verlagert. Das schafft leistbare Alternativen zum Autoverkehr, sorgt für saubere Luft und sichert Arbeitsplätze. Ein auch grenzüberschreitend perfekt organisierter Taktverkehr, mehr Gerechtigkeit für PendlerInnen und intelligente Logistik im Güterverkehr sind der richtige Weg für eine zukunftsverträgliche Mobilität. Durch gerechte Kostenstrukturen wird echte Wahlfreiheit zwischen den Verkehrsmitteln hergestellt. Transporte erfolgen verläßlich und sicher durch die Bahn. Eine Verstärkung der LKW-Kontrollen und die Erhöhung des Strafrahmens für Sicherheits- und Arbeitszeitvergehen im Transportgewerbe sorgen für mehr Sicherheit auf Österreichs Straßen. Die Verkehrswende umfasst folgende Punkte: Raus aus dem Stau - Öffi-Takt für ganz Österreich Österreich wird im bundesweiten Takt durch öffentlichen Verkehr vernetzt. Auf Hauptverbindungen wird ein Stundentakt, im Umkreis der Hauptstädte ein Halbstundentakt eingeführt. Anschlüsse werden garantiert, regelmäßige Fahrzeiten durch zusätzliche 70 Millionen Euro pro Jahr sichergestellt. Jeder Ort wird mindestens viermal täglich durch Bus, Bahn oder Sammeltaxi erreichbar. Eine Mobilitätscard (M-Card) für alle Verkehrsmittel macht die Benutzung der Öffis bequem - ganz ohne Verkehrsjournal 33

4 Anstellen, Automaten & Co spart sie Nerven und Geld. Sie funktioniert wie eine Kreditkarte. Abgebucht wird der jeweils günstigste Tarif. Mehr für PendlerInnen und Öffi-BenützerInnen Mobilitätsgeld für alle PendlerInnen: Ein gerechtes, einheitliches, entfernungsabhängiges Mobilitätsgeld stellt sicher, dass Öffi-BenutzerInnen und Menschen mit geringem Einkommen und Fahrgemeinschaften im Gegensatz zum derzeitigen Kilometergeld und zur Pendlerpauschale nicht mehr benachteiligt werden. Kostengünstiges Park and Ride beim nächsten Öffi, lokale Verbünde und Mobilitätsmanagement verringern den Autostau. Keine Preissteigerungen bei öffentlichen Verkehrsmitteln, die über der Inflationsrate liegen. Vorteile für BenutzerInnen sparsamer Autos, stärkere Belastung von Benzinfressern: Durch eine ökologische Differenzierung bisheriger Fixabgaben beim Pkw, statt der Pferdestärke zählt der Schadstoffausstoß. Die ungerechtfertigte steuerliche Begünstigung von Diesel wird aufgehoben. Fair pay statt nix pay: Kerosinbesteuerung. Österreich wird Vorreiter bei den Bemühungen um eine europaweite Besteuerung von Kerosin für mehr Kostenwarheit im Flugverkehr. Sanft mobil für mehr Lebensqualität Masterplan Rad. Gezielte Fördermaßnahmen sorgen dafür, dass Radfahren wie in Deutschland oder den Niederlanden angenehmer und attraktiver wird. Länder und Gemeinden erhalten aus dem Bundesbudget jährlich 10 Millionen Euro. Güter intelligent transportieren LKW-Maut bremst Transitlawine: Ausdehnung der LKW-Maut und Anhebung um 5 Prozent pro Jahr sowie begleitende Maßnahmen wie der Bau von Anschlussbahnen zu den Betrieben und treffsichere öffentliche Förderungen für Kombiverkehr tragen zu einer Verlagerung des Gütertransports auf die Schiene bei. LKW für die Schiene: 200 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr aus Straßeneinnahmen wie der LKW-Maut gezielt für die Verbesserung des Bahnnetzes LKW-Kontrollen pro Monat: Mehr Kontrollstellen und mehr Personal sorgen für eine Verdoppelung der Kontrollen. Mehr Gerechtigkeit: Umweltschonendes Verhalten wird belohnt Radfahren und Zufußgehen werden in der Straßenverkehrsordnung besser gestellt. Radfahrer sollen nicht von Autos verdrängt und ihre Verkehrssicherheit erhöht werden. Generalplan Lärmschutz: Belastungen durch den Flug-, Straßen- und Schienenverkehr werden eingedämmt. Seit 25 Jahren bin ich persönlich jährlich durchschnittlich Kilometer ohne Auto unterwegs und versuche flexibel meine Mobilität zu gestalten. Fast die Hälfte der PKW-Fahrten erfolgt über eine Distanz von unter 5 km. Jede dieser Fahrten zu ersetzen, ergäbe ein Einsparpotenzial von 8,75 Milliarden PKW-Kilometer. Bei Durchschnittsemissionen von derzeit ca. 160 g CO2/km entspricht dies einer CO2-Einsparung von fast 1,5 Mio Tonnen CO2. Gerade Fahrten unter 5 km sollen nach der Devise 5:0 fürs Klima umweltfreundlich gestaltet werden. Übrigens - das 1-Liter-Auto gibt es bereits: nämlich die Öffentlichen Verkehrsmittel Verkehrsjournal

5 Das österreichische Verkehrsjournal erscheint 4 mal pro Jahr

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