Im Bunde mit Credit Suisse

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1 Nr , am 20. November 2007 P Financial Performance F VI-REPORT VI-Report. Vorsorgen und Investieren Jung DMS & Cie. Im Bunde mit Credit Suisse Die Aragon AG in Wiesbaden (Muttergesellschaft des Maklerpools Jung DMS & Cie. in Grünwald bei München) hat mit der Crédit Suisse einen neuen Gesellschafter. Der Finanzkonzern übernahm über eine Dependance in London 8,8 Prozent von Aragon. Die Aktien stammten aus dem Streubesitz und von institutionellen Investoren, teilte Aragon mit. Der Mehrheitsaktionär Angermayer, Brumm & Lange (ABL) hält weiterhin 50,1 Prozent der Aktien. Auch die Fonds-Initiatoren MPC und HCI sind weiterhin unverändert an Aragon beteiligt. Wie viel die Credit Suisse für die Beteiligung an Aragon bezahlt hat, ist nicht bekannt. Einen Hinweis hierzu liefert der aktuelle Börsenwert von Aragon (180 Millionen Euro). Danach belief sich der von Credit Suisse gekaufte Anteil auf 16 Millionen Euro, was einschließlich der zu zahlenden Zuschläge auf 25 bis 30 Millionen Euro taxiert werden kann. Das Interessante des Deals besteht aber weniger in dem Kaufpreis als in den gemeinsamen Perspektiven der beiden nun verbundenen Unternehmen, die sich auf eine operative Kooperation verständigt haben. Diese Kooperation läuft darauf hinaus, dass Credit Suisse bei den Vertriebsunternehmen von Aragon, in erster Linie bei Jung DMS & Cie., als wichtiger Produktlieferant zum Zuge kommen wird ( Premiumpartner ). Bislang hat Credit Suisse in der deutschen Vertriebslandschaft nicht viel, eigentlich erstaunlich wenig zustande gebracht. Eigene Vertriebsaktivitäten scheiterten. Neu aufzulegende Investmentfonds bleiben zu lange in der Pipeline. In der Wertentwicklung klaffen zwischen den Credit Suisse-Fonds und den jeweils Besten der relevanten Vergleichsgruppen vielfach erhebliche Abstände. Gerade diese Schwächen der Credit Suisse werden es allerdings Aragon leicht machen, mit einer weiteren Produktgesellschaft als Gesellschafter zu leben. In diesem Zusammenhang meldet der Bereich Asset Management von der Credit Suisse in Deutschland Verbesserungen für die ersten neun Monate dieses Jahres. Wir haben eine Reihe von Inhalt VORSORGE 1-5 Jung DMS & Cie. Im Bunde mit Credit Suisse 1-2 Betriebsrenten. Weiterhin agbabefrei 3 LV-Rückkaufswerte. Auch Fondspolicen betroffen 3 Dokumentation. Für Kunden indiskutabel 3 Umweltschadenversicherung. Start für neue Policen 4 Riester-Rente. Im Absatz spitze 4 Sozialversicherung. Neue Verjährungsregelung ab Betriebsrenten. Neu und alt 5 INVESTMENT 5-7 Nachhaltigkeitsfonds. Wer blickt da noch durch? 5 Gesetz. Branche will Nachbesserungen 5 Kreditkrise. Marode Kreditkarten und Rettungsfonds 6 Bausparen. HUK-Coburg Bausparkasse 6 Gold. Dramatisch steigende Nachfrage 7 VERTRIEB 7 AWD. Enttäuschende Entwicklung 7 AFFÄREN 7 Aufina. Aufsichtsräte müssen Anleger entschädigen 7 SONDERAUSGABE 8 Sonderausgabe PERFORMANCE 12/2007. VVG-Reform & Abgeltungssteuer 8 1 VI-Report 36/2007 Financial Performance

2 Initiativen implementiert, die zu greifen beginnen und die uns auch 2008 ein überdurchschnittliches Wachstum in Deutschland ermöglichen sollten, kommentiert Axel Großkreutz, für das Asset Management verantwortliches Mitglied des Vorstands der Credit Suisse (Deutschland) AG. Für den Aragon-Aktienkurs kann ein so namhafter Konzern wie Credit Suisse als Aktionär eine Menge Potenzial liefern. Aus dem Umfeld der Credit Suisse war zu hören, man sehe in dem neuen Partner einen Gewinner in spe in der sich verändernden Finanzdienstleistungsbranche. Wir konnten mit der Aragon innerhalb der letzten drei Jahre große Erfolge erzielen und eine der führenden deutschen Vertriebsorganisationen aufbauen. Der Einstieg der Credit Suisse ist eine Bestätigung unserer Leistung. Zudem wird uns die Zusammenarbeit mit der Credit Suisse deutlich in unserem weiteren Wachstum unterstützen, erklärt Dr. Sebastian Grabmaier, CEO der Aragon AG. Es geht uns bei dem Aragon-Einstieg zunächst um den Vertrieb von strukturierten Produkten für Privatanleger, teilt Credit Suisse mit. Damit ist klar, dass in erster Linie an den Produktbereich Zertifikate gedacht ist. Obwohl dieser Produktbereich im freien Vertrieb bislang noch keine Bedeutung hat, hält Aragon ein Vertriebsvolumen von zehn Milliarden Euro p. a. über freie Finanzvertriebe und Maklerpools wie die Unternehmenstochter Jung, DMS & Cie für möglich. Eine entscheidende Rolle wird dabei dem eigenen Haftungsdach von Jung, DMS & Cie. für Vermittler zukommen. Im Zusammenhang mit der EU-Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID), die seit dem 1. November in Deutschland gilt, erwartet Christian Angermayer (Sprecher und Gesellschafter des Aragon-Mehrheitsaktionärs ABL) eine Neuverteilung des Derivatemarkts. Der neu entstehende Derivatemarkt für freie Finanzdienstleister wird in den kommenden 12 bis 24 Monaten verteilt, meint Angermayer. Eine weitere die Dynamik des ABL-Verbunds unterstreichende Nachricht kommt aus Österreich von der Altira AG, Schwesterge- Dr. Sebastian Grabmaier sellschaft von Aragon in dem ABL-Verbund. Die Aktiengesellschaft beteiligt sich mit 20,01 Prozent an dem österreichischen Immobilienentwickler R-Quadrat. Peter Brumm, CEO der Altira AG: R- Quadrat zählt zu den besten europäischen Immobilienentwicklern und verfügt über ein großes Wachstumspotential. Für uns ist die Beteiligung ein Meilenstein und wir freuen uns, mit einem so erfahrenen Partner in neue Projektdimensionen im Immobilienbereich einzutreten. Albert Bruer Ein echter Gewinn: TwoTrust in der bav. Leben Der innovative Rententarif TwoTrust setzt neue Maßstäbe in der betrieblichen Altersversorgung: Er partizipiert bis zu 100 % an steigenden Aktienmärkten und bietet gleichzeitig eine garantierte Mindestverzinsung. Das Ergebnis für Ihre Kunden: die Sicherheit klassischer Produkte, aber wesentlich höhere Erträge plus Garantiebausteine, die mitwachsen. 2 VI-Report 36/2007 Financial Performance

3 Betriebsrenten Weiterhin abgabenfrei Schon im Frühsommer dieses Jahres war klar, dass die Sozialabgabenfreiheit in der betrieblichen Altersvorsorge (bav) über 2008 hinaus verlängert wird. Ohne ein vom Bundestag erlassenes entsprechendes Gesetz hing die Sache freilich in der Luft. Seit dem 8. November 2007 besteht Klarheit, nachdem der Bundestag das Gesetz zur Förderung der betrieblichen Altersvorsorge endlich beschlossen hat. Die Zustimmung des Bundesrates dürfte damit nur noch eine Formsache sein. Die Lohnsteuer- und Sozialabgabenfreiheit, die eigentlich zum 31. Dezember 2008 auslaufen sollte, gilt unbefristet weiter. Arbeitnehmer können weiterhin einen Teil ihres Bruttogehalts bis zu einem Höchstbetrag von jährlich Euro in eine Direktversicherung, einen Pensionsfonds oder eine Pensionskasse einzahlen, ohne dass Abzüge für Steuer und Sozialabgaben fällig werden. Vor allem Arbeitnehmer mit kleinen und mittleren Einkommen dürften davon profitieren, weil sie andernfalls deutliche Renditeeinbußen hätten hinnehmen müssen. Bei einem Wegfall der Abgabenfreiheit wäre der bav ihr wohl wichtigster Vorteil genommen worden. Nachdem diese Befürchtung gegenstandslos ist, hofft die Versicherungsbranche, dass vor allem mittelständische Unternehmen den Aufbau der betrieblichen Altersvorsorge verstärkt weiter vorantreiben. Entsprechende Signale aus der Branche gibt es bereits. Wichtig in diesem Zusammenhang: Nach dem neuen Gesetz sind Betriebsrentenansprüche nunmehr bereits ab dem Alter von 25 Jahren (statt bisher 30 Jahren) sicher. Vor allem die Betriebsrenten junger Frauen, die wegen der Kindererziehung oft schon vor dem 30. Lebensjahr ein Unternehmen verlassen, war nach der bisherigen Regelung verfallen. Matthias Eislöffel LV-Rückkaufswerte Auch Fondspolicen betroffen Das BGH-Urteil vom 12. Oktober 2005 zum Thema Rückkaufswerte von Lebensversicherungen hat vielen Versicherungskunden Nachzahlungsansprüche beschert und die Versicherungsbranche einiges gekostet. Die Verbraucherzentrale Hamburg geht von etwa sieben Millionen Verträgen mit einem durchschnittlichen Erstattungsanspruch von 500 Euro aus - geschätzte Gesamtsumme also etwa 3,5 Millionen Euro. Bisher hatten Versicherer häufig den Standpunkt vertreten, dieser Anspruch treffe auf fondsgebundene Policen wegen deren völlig anders strukturierten Deckungsstocks nicht zu. Dem widersprach nun der BGH in seinem Urteil vom 26. September 2007 ausdrücklich (IV ZR 321/05). Er entschied, dass das BGH-Urteil vom Oktober 2005 zum Mindestrückkaufswert von Lebensversicherungen auch auf fondsgebundene Lebensversicherungen anzuwenden ist. Der Hamburger Rechtsanwalt Joachim Bluhm, der im Auftrag des Bundes der Versicherten und der Verbraucherzentrale Hamburg mehrere Musterprozesse gegen die Versicherungsbranche führte, rät daher allen Versicherungskunden, die zwischen Juli 1994 und Mitte 2001 eine Fondspolice abgeschlossen und später bei vorzeitiger Kündigung keine zufrieden stellende Auszahlung erhalten haben: Unter Verweis auf das aktuelle BGH-Urteil nochmals bei der Versicherungsgesellschaft nachhaken. Allzu lange Zeit lassen sollten sich Betroffene dabei aber nicht. Denn die Ansprüche verjähren nach fünf Jahren. Kilian Hofmann Dokumentation Für Kunden indiskutabel Die neuen Dokumentationspflichten für Versicherungsvermittler sorgen in der Branche für Verunsicherung. Dies vor allem deshalb, weil der Gesetzgeber die Art und den Umfang der durchzuführenden Dokumentation nicht näher festgelegt hat. Manche Vermittler wollen daher ganz auf Nummer Sicher gehen. Zu welch seltsamen Folgen dies führt, zeigt folgender konkreter Fall: Eine Kundin teilte ihrer Versicherungsvermittlungsgesellschaft (Tochterunternehmen einer großen deutschen Fluglinie) telefonisch die Änderung ihrer Adresse mit. Wenige Tage später flatterte ihr per Post ein Beratungsprotokoll im Umfang von sage und schreibe sechs Seiten zu, das sie unterschrieben zurückschicken sollte. Die Dauer der telefonischen Beratung wurde darin mit zwei Minuten angegeben. Ferner wurde aufgeführt, dass die Kundin die Weitergabe der Adressänderung durch den Vermittler an die KFZ-Versicherung wünschte. In dem Telefonat hatte die Kundin jedoch bereits mitgeteilt, dass sie den Versicherer über diese Änderung schon selbst bereits informiert hatte, um ihr Auto ummelden zu können. Als Krönung lag dem Ganzen dann noch ein Rückumschlag mit dem Aufdruck Bitte ausreichend frankieren bei, nicht aber eine Kopie des Beratungsprotokolls für die Unterlagen der Kundin. Es stellt sich die Frage, wie viele Kunden dauerhaft bereit sein werden, nach jedem kurzen Telefonat mit ihrem Vermittler ein mehrseitiges Dokument zu unterschreiben und auf eigene Kosten zurückzuschicken. Matthias Eislöffel 3 VI-Report 36/2007 Financial Performance

4 Umweltschadenversicherung Start für neue Policen Am 14. November 2007 ist das Umweltschadengesetz in Kraft getreten, das die Haftung von Unternehmen und Freiberuflern um eine neue Dimension erweitert. Betroffen von der neuen öffentlich-rechtlichen Umwelthaftung einschließlich der Produkthaftung ist jeder, der durch eine berufliche Tätigkeit die Biodiversität (Vielfalt von Ökosystemen), Gewässer oder Boden schädigt oder eine entsprechende Gefahr verursacht. Besonders umweltrelevante, im Gesetz benannte Tätigkeiten unterliegen dabei der Gefährdungshaftung. Für alle anderen beruflichen Tätigkeiten gilt eine Verschuldenshaftung. Beim Eintritt eines Umweltschadens besteht eine Sanierungsverpflichtung bzw. die Pflicht, alle zur Sanierung von Böden und Gewässern erforderlichen Kosten zu tragen; auch z. B. die Kosten für die Wiederansiedlung geschützter Tier- und Pflanzenarten. Die Haftung gilt für alle Emissionen und Vorfälle, die nach dem 30.April 2007 stattgefunden haben oder die auf eine bestimmte Tätigkeit nach diesem Zeitpunkt zurückzuführen sind. Die bisherigen Berufs-, Betriebs- und Umwelt-Haftpflichtschaden- Versicherungen decken diese Risiken nicht ab. Das Umweltschadengesetz führt deshalb in der Gewerbeversicherung zu einem völlig neuen Produkt, der Umweltschadenversicherung (USV). USV-Policen bieten R+V, AXA sowie HDI-Gerling bereits an. Hilfsweise decken einige andere Versicherer die Risiken durch Zusätze zur betrieblichen Umwelt-Haftpflichtversicherung ab, wobei dies nur eine Übergangsreglung sein kann. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft GDV hat unverbindliche Musterbedingungen für die USV veröffentlicht. Der Markt der Umweltschadenversicherungen wird in Deutschland auf rund vier Millionen Policen geschätzt. hapf Riester-Rente Im Absatz spitze Weiter auf Rekordkurs fährt die Riester-Rente. Im vergangenen Quartal wurden 9,7 Millionen Verträge abgesetzt. Im Jahresvergleich zu 2006 wurden damit bislang über Riester-Verträge mehr abgeschlossen, als in dem entsprechenden Zeitraum 2006, dem bisher erfolgreichsten Jahr für Riester-Verträge. Laut Statistisches Bundesamt sind in Deutschland 40,05 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt (Oktober 2007), mehr als noch vor einem Jahr. Bekanntlich erhalten Arbeitnehmer durch die Sozialversicherungspflicht ein Anrecht auf die Zulagen, die einen Riester-Vertrag erst rentabel machen. Die Rentabilität von Riester-Verträgen hat die Stiftung Warentest in der Zeitschrift Finanztest kürzlich untersucht. Ergebnis: Abweichungen von bis zu 20 Prozent zwischen den einzelnen Anbietern für Mindest- und Gesamtrenten, bei identischem Kapitalaufwand. Nach Berechnungen von Finanztest kann ein 40-jähriger Modellkunde über einen Zeitraum von 25 Jahren bei einem sehr guten Angebot mit rund Euro mehr rechnen als bei einem ausreichend bewerteten Produkt. Im Vergleich von 35 gängigen Riester-Angeboten wurden die Versicherungstarife der CosmosDirekt und der HanseMerkur mit sehr gut bewertet. Knapp dahinter lag die Debeka. Schlusslichter mit jeweils ausreichend : Basler, Itzehoer und Victoria. In diesem Zusammenhang warnen Kritiker unverändert vor zuviel ungebremster Riester-Euphorie. Denn ob ein derartiger Vertrag für den Einzelnen letztendlich wirklich wirtschaftlich sinnvoll sein kann, hängt neben der Qualität des Anbieters von der individuellen Lebenssituation und Lebensplanung ab. Themen, die im allgemeinen Riester-Boom häufig leider so gut wie keine Rolle spielen: die spätere Steuerpflicht der Auszahlungen und deren deutlich eingeschränkte Verfügbarkeit. Kilian Hofmann Sozialversicherung Neue Verjährungsregelung ab 2008 Wer seinen sozialversicherungsrechtlichen Status überprüfen lassen will, sollte sich laut einer Mitteilung des Beratungsunternehmens febs-consulting aus Haar bei München beeilen (www. febs-consulting.de). Der Bundestag hat dazu am 8. November 2007 einen Gesetzentwurf verabschiedet, der bereits am 1. Januar 2008 in Kraft treten soll. Die Ansprüche auf Erstattung zu Unrecht bezahlter Sozialversicherungsbeiträge werden dadurch künftig massiv begrenzt. Beispiel: Bisher können zu Unrecht bezahlte Rentenversicherungsbeiträge noch über längere Zeiträume zurückgefordert werden. Ab Januar 2008 gelten sie aber infolge der Neuregelung nach Ablauf der vierjährigen Verjährungsfrist als zu Recht entrichtete Beiträge, und können somit nicht mehr erstattet werden. Die Beiträge bleiben zwar als solche erhalten und erhöhen die Rentenansprüche der Betreffenden (Gesellschafter-Geschäftsführer, mitarbeitende Gesellschafter und sonstige mitarbeitende Familienangehörige), die schon jahrelang Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung entrichtet haben, ohne rechtlich dazu verpflichtet gewesen zu sein. Dass diese Gelder anderweitig besser investiert wären, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Kilian Hofmann 4 VI-Report 36/2007 Financial Performance

5 Vorsorge Investment Betriebsrenten Neu und alt Wird ein Betrieb verkauft, so muss nach einem aktuellen Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG, Az: 3 AZR191/06) der neue Arbeitgeber die übernommenen Beschäftigten so stellen, als wäre die bisherige Altersversorgung unverändert fortgeführt worden. Ein Sozialarbeiter der ambulanten Suchtbetreuung in Cottbus hatte geklagt, dem das BAG recht gab. Der Mann war ursprünglich bei der Stadt beschäftigt, die auf Grund tariflicher Vereinbarungen in die Zusatzversorgungskasse eingezahlt hatte. Die Suchtbetreuung in Cottbus wurde 2003 von einem Verein übernommen, der für die Altersversorgung seiner Mitarbeiter gemäß Betriebsvereinbarung eine Gruppenversicherung abgeschlossen hatte. Für den Sozialarbeiter hätte sich daraus zum Rentenbeginn eine Einbuße von monatlich 48 Euro ergeben. Das BAG entschied den Fall dahingehend, dass die Betriebsvereinbarung des neuen Arbeitgebers den Tarifvertrag des alten nicht ablösen könne. Der Verein müsse folglich der Zusatzversorgungskasse beitreten oder zumindest den Sozialarbeiter so stellen, als wären dort weiterhin Beiträge für ihn gezahlt worden. Sven Krüger Gesetz Branche will Nachbesserungen Das am 8. November vom Bundestag verabschiedete Investmentänderungsgesetz wird von der Investmentbranche insgesamt begrüßt. Trotzdem hat der BVI Bundesverband Investment und Asset Management für Altersvorsorgeprodukte Nachbesserungsbedarf angemeldet. Das betrifft die Zillmerung von Abschlussprovisionen von Investmentsparplänen, wie sie von einigen Gesellschaften (unter anderem DWS und Allianz Global Investors) bei Luxemburger Fonds vorgenommen wird. Nach dem neuen Gesetz soll dies nicht mehr zulässig sein. Der BVI sieht darin eine Schlechterstellung der Fondsbranche gegenüber der Assekuranz. Das Zillmerungsverbot für Fonds würde bei freien Vermittlern zur Bevorzugung von Versicherungsprodukten führen, weil die Fonds-Abschlussgebühr weniger attraktiv sei, so BVI-Hauptgeschäftsführer Stefan Seip. Die Hoffnung des BVI auf Nachbesserung des Gesetzes ist insofern begründet, als die Auswirkungen der Kostenregelung ein Jahr nach Inkrafttreten des Investmentänderungsgesetzes überprüft werden sollen. hapf Nachhaltigkeitsfonds Wer blickt da noch durch? Wie halten es die Deutschen mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit? Bekanntlich sind wir da ganz gut, weil in diesem unseren Lande die ökologischen Gewissensbisse recht salonfähig geworden sind. Und in der Geldanlage, wo man uns ständig daran erinnert, dass Ökofonds die Zukunft gehört? Da halten es die Bundesbürger nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Finanzkonzerns Fortis doch mehr mit Enthaltsamkeit, indem sie auf konventionelle Anlageformen setzen. Nur zwei Prozent der Deutschen haben in Nachhaltigkeitsfonds investiert. Nur? Zwei Prozent, das ist eine ganze Menge. Bei der Fondsbranche hat man ohnehin den Eindruck, dass die Vorgaben so ambitioniert sind, damit die hinterher in Umfragen geernteten realistischen Ergebnisse von möglichst vielen zur Darstellung von Sorgen und Klagen eingesetzt werden können. So auch in der Fortis-Umfrage, wo rund zwei Drittel der Befragten erklärten, sie würden nicht in Öko-Fonds investieren und auch nicht vorhätten, dies zu tun. Dagegen steht aber ein Fünftel der Befragten, die vorhaben, einen im Sinne von Nachhaltigkeitsprinzipien gemanagten Fonds zu kaufen. Auch dieses Ergebnis ist nicht schlecht. Wenn es noch besser werden soll, dann müssten die Fondsgesellschaften selbst damit beginnen, für Nachhaltigkeitsfonds eindeutigere Kriterien zu entwickeln. Denn aus der Fortis-Umfrage ergibt sich auch der Befund, dass diese Fondskategorie den meisten Befragten zu riskant und zu wenig überschaubar erscheint. Das Etikett nachhaltig wird von der Fondsindustrie auf unterschiedliche Weise interpretiert. Eigentlich sollte das jeweilige Fondsmanagement darauf zielen, nur in die Unternehmen zu investieren, die zur Verbesserung der Umwelt oder zur Lösung von Umweltproblemen beitragen. Daraus ist aber ein so vielfältiges Kaleidoskop geworden, beispielsweise mit dem Best-in-class-Ansatz, dass da so gut wie keiner mehr durchblickt. Lediglich acht der insgesamt 77 Nachhaltigkeitsfonds konnten in den zurückliegenden zwölf Monaten besser abschneiden als der DAX. Albert Bruer Investment 5 VI-Report 36/2007 Financial Performance

6 Kreditkrise Marode Kreditkarten und Rettungsfonds Der Superfonds soll vor allem die Lage an dem festgefahrenen Markt für so genannte Commercial Papers entspannen. Mit diesen auf Hypothekenkrediten basierenden Wertpapieren handelten die Banken über ausgelagerte Spezial-Gesellschaften ( Structured Investment Vehicles, SIV). Infolge der Kreditkrise sind diese Papiere derzeit unverkäuflich und damit praktisch wertlos. Kilian Hofmann Die Krise des Kreditmarktes sorgt unverändert und zunehmend für Nervosität an den Finanzmärkten. Dabei gerät ein weit größeres Risiko aus dem Blickwinkel, das noch für ungleich größere Turbulenzen sorgen könnte: die immensen Schulden amerikanischer Verbraucher aus den Kreditkarten. Laut aktuellen Schätzungen beläuft sich dieses Soll auf insgesamt rund 915 Milliarden US-Dollar - also gut die gleiche Summe auf die Not leidende Immobilienkredite geschätzt werden. Auf jedem US-Haushalt lastet damit im Schnitt ein Kreditkarten- Debet von etwa US-Dollar. In den meisten Fällen kommt es, wenn überhaupt, nur noch zur Abzahlung der Zinsen. Die Risiken aus den Kreditkarten weisen einen brisanten Punkt auf. Während die Subprime-Kredite wenigstens zum Teil noch mit Immobilieneigentum hinterlegt und damit besichert waren, wird mit Kreditkarten meist lediglich auf Pump kurzfristig konsumiert. Es bleibt also kaum verwertbare Substanz, wenn eine Kreditkarte endgültig platzt. Deshalb stockten Banken ihre Rückstellungen für Kreditausfälle inzwischen nochmals massiv auf. Die Citigroup hatte ihre jüngsten schwachen Zahlen zumindest teilweise mit Schwierigkeiten bei Verbraucherkrediten begründet und 2,24 Milliarden Dollar zurückgestellt. American Express hat seine Rückstellungen um 44 Prozent angehoben und erklärt, man sehe erste Anzeichen von Schwierigkeiten bei überschuldeten Kunden. Weitere Unternehmen wie Capital One, Washington Mutual und Bank of America haben mittlerweile erklärt, man rechne in der nächsten Zeit mit mindestens 20 Prozent mehr Kreditausfällen. Dies erklärt die Tatsache, dass sich die drei größten US-Banken inzwischen nach wochenlangen Verhandlungen auf die Details eines Superfonds zur Stabilisierung der Kreditmärkte einigen konnten. Laut Berichten der New York Times soll der Fonds mindestens 75 Milliarden Dollar schwer sein; Gespräche über eine mögliche Beteiligung anderer Banken weltweit - auch aus Deutschland - laufen bereits. Bausparen HUK-Coburg Bausparkasse Rendite-Bausparverträge erweisen sich mit Zinsen von bis zu fünf Prozent p. a. als lohnende Investments. Für die Kunden jedenfalls, für die Bausparkassen wird es dagegen bei den vor Jahren zugestandenen Konditionen eng. Sie zahlen drauf. Deshalb hat die BHW versucht, aus dieser Belastung herauszukommen, indem sie Tausenden ihrer Bausparer einseitig kündigte. Als nächster versucht es nun die HUK-Coburg Bausparkasse, indem sie ihre Hochzins-Sparer in Alternativen umlenken will, wie Recherchen der Süddeutsche Zeitung ergaben. Insgesamt hat die Bausparkasse etwa Verträge, deren Guthabenzinsen nach eigenen Angaben zum Teil über den aktuellen Kapitalmarktzinsen liegen. Diese Verträge machen rund ein Drittel des in der Sparphase befindlichen Bestandes aus. Professor Heinrich Bockholt vom Institut für Finanzwirtschaft in Koblenz kommentiert dies als Schieflage im Bausparerkollektiv. Dagegen HUK-Coburg: Das ist falsch. Trotzdem schrieb die HUK-Coburg Kunden an, deren Verträge zuteilungsreif sind oder bei denen die gesetzliche Bindungsfrist abgelaufen ist, und bot einen Wechsel in andere Tarife an. Allen Bestandskunden wurde angeboten, in den Tarif Finanzierungsbausparen zu wechseln. Arno Gottschalk, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen, bezweifelt, dass Kunden in solchen Fällen richtig beraten werden. Wenn Kunden von einem Tarif, der 5,0 Prozent Zinsen bringt, in einen mit einem Guthabenzins von 1,0 Prozent umsteigen, dann ist der Nachteil des entgangenen Guthabenzinses so hoch, dass dies auch durch einen niedrigen Darlehenszins bei dem Bauspardarlehen nicht kompensiert wird. Thomas Bieler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: In Hochzinstarifen sollten Kunden so lange wie möglich drin bleiben. Sven Krüger Artikel der aktuellen und vergangenen VI-Report-Ausgaben werden ebenfalls online veröffentlicht unter: 6 VI-Report 36/2007 Financial Performance

7 Gold Dramatisch steigende Nachfrage Im dritten Quartal 2007 ist die Nachfrage nach Gold gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um weitere 19 Prozent gestiegen. Nach Angaben des World Gold Council in London ist die steigende Goldnachfrage im Wesentlichen auf eine siebenfache Zunahme der Investments in börsennotierte Goldfonds zurückzuführen. Die weltweite Nachfrage hat sich auf 947 Tonnen erhöht (Vorjahr: 796 Tonnen). Allein Gold-ETFs und ähnliche Produkten deckten sich mit 138 Tonnen ein. Die Nachfrage nach Gold profitierte von einer Flucht der Anleger in die Qualität. Diese wurde in erster Linie ausgelöst von den Problemen an den Finanzmärkten infolge der Subprime-Krise, erklärte George Milling-Stanley, beim World Gold Council für Investment- und Marktanalysen zuständig. Die Käufe aus Asien, insbesondere aus Indien, haben sich aber abgeschwächt, seit die Preise im August zu steigen begannen. Der Preis des Edelmetalls stieg seit Januar 2007 um 27 Prozent und hatte am 7. November 2007 mit 845,84 Dollar über 27 Jahre ein All-Time-High erreicht. Michael Müller AWD Enttäuschende Entwicklung Gegenüber den früheren Carsten Maschmeyer Glanzzeiten fällt der AWD zurück. Wie Vorstandschef Carsten Maschmeyer erklärte, dessen aktuelle Verfassung Beobachter als zurückhaltend bezeichnen, wird es wohl nicht möglich sein, die für 2007 abgegebenen Prognosen einzuhalten. Diese Prognosen lauteten für 2007 auf ein Umsatzplus von zehn Prozent gegenüber 2006, was dann rund 800 Millionen Euro ausmachen sollte. Nach den ersten neun Monaten 2007 kommt der AWD auf rund 563 Millionen Euro. Damit erscheint ein Umsatzplus von zehn Prozent gegenüber 2006 kaum noch möglich. Bekanntlich haben im dritten Quartal 2007 rund 200 Berater, darunter auch drei der 30 Landesdirektoren, den AWD verlassen, um sich dem neu entstandenen Wettbewerber Formaxx anzuschließen. Auch im Auslandsgeschäft, insbesondere in Großbritannien. läuft es derzeit für den AWD nicht so gut. Den Aktionären stellt Maschmeyer eine Rekorddividende in Aussicht. Albert Bruer Vertrieb Affären Aufina Aufsichtsräte müssen Anleger entschädigen Zwei prominente ehemalige Vorsitzende des Aufsichtsrats der Düsseldorfer Aufina Holding AG müssen bislang neun geschädigten Anlegern Schadensersatz zahlen. Das Landgericht Düsseldorf hat nach Informationen der Münchner Anwaltskanzlei Mattil die Ex-Aufsichtsräte bei der Aufina, Professor Wilhelm Hankel und Professor Klaus Steiger, wegen Beihilfe zum Betrug, vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung und Verstoßes gegen das Aktienrecht verurteilt. Die Aufina Holding soll fast Kleinanleger betrogen haben. Bereits im August hatte das Gericht zwei ehemalige Vorstände der Holding wegen schweren Betrugs und Untreue zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Der Schaden wurde seinerzeit auf 13 Millionen Euro beziffert. Sven Krüger IMPRESSUM Herausgeber PERFORMANCE Verlag GmbH Bajuwarenring 21, Oberhaching Tel.: +49 (0) 89 / Fax: -99 Erscheinung: 1x wöchentlich, jeweils am Dienstag Chefredaktion: Dr. Albert Bruer Autoren und redaktionelle Mitarbeiter: Albert Bruer, Beatrix Boutonnet, Matthias Eislöffel Kilian Hofmann, Sven Krüger, Michael Müller, Hannes Nickl, Hans Pfeifer Abo-Service Bestellung/Abbestellung VI-Report: Anzeigen: Produktion & Design: CALLAS Marketing 7 VI-Report 36/2007 Financial Performance

8 Sonderausgabe PERFOMANCE 12/2007 Sonderausgabe 12/2007 Wesentliche Veränderungen für den Vertrieb Das Inkrafttreten der VersicherungsVermittlungsRichtlinie im Mai 2007 war nur der Auftakt für eine Vielzahl von Änderungen für den Vertrieb. Nach der Umsetzung der MiFID im November 2007 steht zum Jahreswechsel 2007/2008 die Einführung des neuen Versicherungs- VertragsGesetzes (VVG) an, gefolgt von der Abgeltungssteuer ab Januar Alle Änderungen haben erhebliche Auswirkungen auf den Allfinanz- und Versicherungsvertrieb: - Neue Regeln für den Vertrieb von Finanzprodukten und der Anlageberatung - Attraktivierung von Dachfonds im Jahr 2008 für bestehende Anlagen - Attraktivierung von Lebensversicherung für alle Sparpläne und Einmalanlagen ab Massive Veränderungen für den Vertrieb von Lebensversicherungsprodukten schon ab Januar Der Vertrieb ist hier nicht nur ge-, sondern oft auch überfordert! Die schleppende Umsetzung des Altereinkünftegesetzes seit dem Jahr 2005 zeigt, wie schwer sich der Vertrieb auf neue Rahmenbedingungen einstellt. Um dies zu vermeiden, ist jetzt ein entsprechendes Handeln der erforderlich: Der Vertrieb muss schnell und intensiv mit den neuen Regelungen vertraut gemacht werden. Er muss Sicherheit zum Umgang mit den neuen Pflichten und Möglichkeiten erhalten, um überzeugend verkaufen zu können. Sonderheft verschafft Vertrieb Klarheit Mit dem am 15. Dezember 2007 erscheinenden Sonderheft der Fachzeitschrift PERFORMANCE steht ein umfassendes Werk zum Thema VVG- Reform & Abgeltungssteuer im Vertrieb zur Verfügung. In ausführlichen Artikeln beschäftigen sich die PERFOR- MANCE-Autoren mit der Situation des Vertriebes angesichts dieser Veränderungen, Lösungsmöglichkeiten auf Produktebene, innovativen Vertriebsideen und klaren Handlungsempfehlungen. Dieses in hochwertiger Ausstattung produzierte Sonderheft erscheint als Beilage zur Dezember-Ausgabe der PERFORMANCE und kann auch einzeln bezogen werden. Aus dem Themenspektrum VVG & Abgeltungssteuer 1. Steuerliche Aufwertung von Lebens- und Rentenversicherungen. Wie sich die neue Regelung auf dieses Produktspektrum über unterschiedliche Laufzeiten auswirken wird. Welche Gestaltungen und Varianten sinnvoll und auch notwendig sind. 2. Steuerliche Abwertung von Sparplänen. Da bei Umschichtungen im Depot und/oder Auszahlungen stets 25 Prozent auf die Erträge anfallen, werden die Renditechancen auf deutlich spürbare Weise gedämpft. Was trotzdem noch möglich ist. 3. Vergünstigungen für Dachfonds. Umschichtungen in Dachfonds werden bekanntlich steuerneutral behandelt - ein wichtiges neues Argument für Dachfonds. Wie sich die maßgeblichen Anbieter darauf einrichten und wie das in der Kundenberatung eingesetzt werden kann. 4. Umsetzung im Vertrieb. Wie kann der Vertrieb mit den neuen Anforderungen sinnvoll und chancenorientiert umgehen? Vertriebsansätze werden beschrieben und deren Umsetzung dargestellt. Wie sich vor allem Versicherungsunternehmen und Fondsgesellschaften darauf einstellen, präsentieren wir mit Einblicken in das Design neuer Produkte und neuer Vertriebsformen. Gespräche und Interviews mit wichtigen Marktteilnehmern komplettieren das Sonderheft. Die Sonderausgabe vermittelt Hintergrundwissen und bietet Argumentationshilfen zur Stärkung dieses chancenreichen Vertriebsansatzes. Maklerbetreuer und Vertriebspartner erhalten eine neutrale Vertriebsunterstützung dieses Ansatzes mit praxisorientierten Anleitungen und Checklisten. 8 VI-Report 36/2007 Financial Performance

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