Dokumentation zur Vorlesung. "Einführung in Hypermedia" Einführung in Pretty Good Privacy (PGP)

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1 Dokumentation zur Vorlesung "Einführung in Hypermedia" WS 2001 / 2002 Universität Salzburg Einführung in Pretty Good Privacy (PGP) Diese Dokumentation wurde von Christiane Allerstorfer und Paul Haller geschrieben. Frage: Wie sicher ist eine auf dem Weg vom Sender zum Empfänger? Antwort: So sicher wie eine Postkarte auf dem Postweg. Jeder der mit der Postkarte in Berührung kommt kann sie lesen. Nur wird der Berg an Postkarten so groß sein, daß er sicher nicht eine bestimmte Postkarte erwischt. Mehr oder weniger genau so ist es mit dem Verkehr. Sie sind reiner ASCII-Code und von allen Systemen zu lesen. Um dies zu verhindern, sollte man die ASCII Zeichen so umbauen, daß sie für den Mitleser keinen Sinn mehr ergeben. Ein Programm, daß dieses bewerkstelligt, wollen wir hier vorstellen: PGP Über eines sollte man sich trotzdem im klaren sein: Mit dem weltweit arbeitendem System "Echolon" der Amerikaner ist jede Mail knackbar - die Behörden brauchen Stunden oder Tage, ein normaler Rechner Jahre oder Jahrzehnte. Wie kommt man an PGP? PGP ist für Privatanwender frei verfügbar (Freeware) und unter der Adresse: zu beziehen. Unter dem Punkt 'Download' finden sich nun mehrere Punkte, um s zu verschlüsseln, benötigt man 'PGP'. Weiters werden noch angeboten: PGPdisk (für Harddiskverschlüsselung), PGPfone (zum Führen verschlüsselter Gespräche übers Internet) und Tools und plugins (zum Einbinden von PGP in Mailprogramme und Instant Messanger(ICQ)). Für uns interessant ist aber nur PGP, daß auf vielen verschiedenen Betriebssystemplattformen implementiert wurde. Unter anderem findet man Versionen für alle Windows-Betriebssysteme, Unix-Systeme, MacOS und ein paar Exoten. Für jedes Betriebssystem wird PGP in verschiedenen Versionen angeboten, wobei es sinnvoll ist, sich die letzte Version mitsamt Hot Fixes zu holen. Die meisten Dateien sind komprimiert, und man benötigt ein Dekomprimierungsprogramm, für Windows zum Beispiel WinZip. Setup Im Hauptarchiv befindet sich eine ausführbare Datei, dies ist das Setup-Programm von PGP, das direkt aus WinZip gestartet werden kann. Bei der Installation unter Windows NT/2000 ist darauf zu achten, daß man als Administrator angemeldet ist! Nach dem Begrüßungsbildschirm und den Lizenzverträgen, die man mit 'Weiter' bestätigt, folgt die erste Auswahl: Hier wird man gefragt, ob man schon ein Schlüsselpaar hat. Man wählt aus und bestätigt mit 'Weiter'. Falls man noch keines hat, wird nach dem Setup der Schlüsselgenerierungswizard automatisch ausgeführt.

2 Nun wird man nach dem Installationspfad gefragt, den man getrost übernehmen kann. Das Programm wird standargemäß im Programmeordner auf Laufwerk C installiert. Als nächstes bekommt man eine Liste an Komponenten angezeigt. Hier sollte man genau auswählen, was für den betreffenden Computer sinnvoll ist. Der Punkt PGP Key Management ist der Kernteil des Programms, und muß mitinstalliert werden. PGPnet ist nur dann sinvoll, wenn man noch keine Firewall besitzt, oder ein VPN (Virtual Privat Network) aufbauen will. Weiters stehen vier Plugins für populäre Mailprogramme sowie für ICQ zur Verfügung. Weitere Plugins können über die Donwloadseite bezogen werden. Es ist weiters sinnvoll, sich die PGP Dokumentation mitinstalieren zu lassen, da sonst keine Online-Hilfe verfügbar ist. Nach dem Kopieren der Dateien und dem registrieren der Komponenten, wird nach einem Neustart gebeten, den man unbedingt machen sollte. Setup der Hotfixes Ein Hotfix ist eine Fehlerbehebung zu einem schon veröffentlichten Programm. Man sollte auch ohne die Hotfixes leben können, aber es ist sinnvoll sie doch zu installieren, da sie vor allem Sicherheitslücken stopfen. Die PGP Hotfixes sind ebenfalls unter der gleichen Adresse wie das Hauptprogramm selber verfügbar, es sind im Normalfall komprimierte Datein, die vorher entpackt werden müssen. Wichtig ist dabei, daß die Dateien vor dem Starten der ausführbaren Datei alle in einen Ordner entpackt werden, und dann erst die ausführbare Datei aufgerufen wird, die dann den Rest erledigt. Nach der Installation eine Hotfixes sollte ein Neustart folgen. Genaueres zum Installieren eines Hotfixes sollte auf jeden Fall der beiliegenden Readme Datei entnommen werden.

3 Erstellung eines Schlüsselpaares Die Schlüsselerstellung erfolgt über einen sogenannten Assistenten, der nach dem Neustart automatisch startet, oder über das PGPKeys Programm foldendermaßen aufgerufen werden kann: Im Startfensert des Wizards, hat man nun die Möglichkeit, auf den Expertenmodus zu schalten, indem man Parameter, wie zum Beispiel die Schlüssellänge einstellen kann, was aber auch im einfachen Modus sehr gut erledigt wird. Wir fahren mit dem einfachen Modus fort.

4 Nun wird man zur Eingabe des Namens, auf den der Schlüssel registriert werden soll, aufgefordert. Die Adresse ist ein optionales Feld, das zur eindeutigen Identifizierung der Person dient ( Adressen sind weltweit eindeutig!). Man wird aufgefortert, eine Paßphrase mit mindestens 8 Zeichen einzugeben, diese sollte auch Leerzeichen und Zahlen enthalten. Der Balken unter dem Eingabefeld zeigt die Sicherheit des Paßwortes an. Im Normalfall sollte das Kästchen 'Hide Typing' eingeschaltet sein! Zur Bestätigung ist die Paßphrase im unteren Feld nochmals einzugeben.

5 Der Generierungsprozess dauert nun eine Weile. Abschließend wird die Generierung mit 'fertig stellen' abgeschlossen. Kurze Vorstellung der Komponenten Nach dem Neustart findet sich ein neues Symbol in der Taskleiste links neben der Uhr: Ein Click mit der rechten Maustaste öffnet folgendes Menü: Von hier aus sind alle PGP Komponenten erreichbar und es können auch Optionen verändert werden. PGPKeys

6 Von dieser Anwendung werden sämtliche Schlüssel verwaltet, sowohl die eigenen Schlüsselpaare, als auch die Public Keys der anderen. Sie bietet die Möglichkeit, Schlüssel hinzuzufügen, zu löschen, zu exportieren, zu importieren und zu veröffentlichen. Die Veröffentlichung kann dabei über einen Server erfolgen, der eine Datenbank der öffentlichen Schlüssel führt, oder der eigene Public Key wird in einem Format exportiert, daß als verschickt werden kann. Schlüsselveröffentlichung Generell sollte nur der Public Key veröffentlicht werden! Auf den Server: Markieren des Schlüssels, der veröffentlicht werden soll, auswählen des Menüpunktes 'Server/Send to/domain Server'. Daraufhin wird der Schlüssel auf den Server übertragen, und kann von anderen Benutzern abgerufen werden, über den Menüpunkt 'Server/Search' Als Text exportieren: Markieren des Schlüssels, der veröffentlicht werden soll, auswählen des Menüpunktes 'Keys/Export' daraufhin öffnet sich ein Filedialog, indem der Speicherort einer Textdatei angegeben werden kann, in der sich später der Schlüssel im Textformat befindet. In diesem Format ist es möglich, den Schlüssel als zu versenden, oder in eine Webpage einzubinden. PGPtools Dies ist eine Toolbar zum schnellen Erreichen der PGP Funktionen. Im folgenden gehen wir die Symbole in der Reihenfolge von links nach rechts durch: 1. ruft PGPkeys auf 2. öffnet einen Dateidialog zum Verschlüsseln einer Datei oder eines Textes in der Zwischenablage (Clipboard) 3. öffnet einen Dateidialog zum Signieren einer Datei oder eines Textes in der Zwischenablage 4. öffnet einen Dateidialog zum Verschlüsseln UND Signieren einer Datei oder eines Textes in der Zwischenablage 5. öffnet einen Dateidialog zum Entschlüsseln UND/ODER Verifizieren einer Datei oder eines Textes in der Zwischenablage 6. öffnet einen Dateidialog zum sicheren Löschen einer Datei. Normalerweise wird eine Datei gelöscht, indem sie aus dem Inhaltsverzeichnis der Festplatte gelöscht wird, die Daten selber aber weiterhin auf der Platte verbleiben. Die wipe-funktion überschreibt vor dem Löschen die Daten auf der Platte mit sinnlosen Zeichen und entfernt die Datei danach aus dem Inhaltsverzeichnis. So ist es nicht möglich, an den Inhalt der Datei zu kommen, auch nicht mit undelete oder recovery Programmen. 7. öffnet einen Assistenten, der bereits gelöschte Dateien auch physikalisch auf der Festplatte löscht, indem er den freien Platz auf der Platte mit sinnlosen Zeichen überschreibt. Dieser Vorgang kann einige Zeit dauern. Der Optionendialog Im Optionendialog gibt es einige Parameter zum Einstellen, die meisten sind aber schon optimal gesetzt. Der Dialog verfügt über eine sehr gute Onlinehilfe! Hier soll nur kurz die Option des 'Passphrase caching' besprochen werden:

7 'Passphrase caching' heißt nichts anderes, als das der Benutzer die Paßphrase eingibt und sie dann gespeichert wird, sodaß er sie nicht erneut eingeben muß. Es gibt dazu 3 Optionen, die erste sagt: die Phrase wird nur einmal eingegeben, die zweite erlaubt das Cachen für einen gewissen Zeitraum, und die dritte schaltet das Cachen aus. Für optimale Sicherheit ist sicher das abegschaltete Cachen zu verwenden. Dateien verschlüsseln/signieren Diese Funktion dient zum Verschlüsseln ganzer Binärdateien und kann am einfachsten über das Kontextmenü aufgerufen werden:

8 Hier gibt es nun 5 Möglichkeiten zur Auswahl: Encrypt Bei Auswahl dieses Punktes öffnet sich folgender Dialog: Hier kann man nun per Drag and Drop auswählen, für wen die Datei verschlüsselt werden soll. Weiters werden folgenede Optionen angeboten: Text Output: Gibt die verschlüsselte Datei als ASCII-Text aus, zum leichteren verschicken per Mail. Wipe Original: Entfernt die Originaldatei nach dem Verschlüsseln vollständig. Conventional Encrypting: Verwendet die Standardverschlüsselung ohne Anwendung von Public und Private Key. Man wird aufgefordert ein Paßwort einzugeben, das dem Empfänger bekannt sein muß, um die Datei entschlüsseln zu können. Self Decrypting Archive: Erzeugt eine ausführbare Datei, die mit Standardverschlüsselung verschlüsselt wurde. Auf dem Empfängercomupter muß allerdings kein PGP-Programm installiert sein. Nach dem klicken auf OK startet der Verschlüsselungsprozeß und eine neue Verschlüsselungsdatei wird ausgegeben. Sign Zum Signieren einer Datei wird die Paßphrase des Private Keys, mit dem verschlüsselt werden soll, abgefragt. Folgende Optionen sind auswählbar: Detached Signature: Gibt die Signatur in einer eigenen Datei aus. Die Originaldatei wird nicht verändert. Vorteil: der Empfänger braucht kein PGP, um die Datei zu benutzen, kann aber ohne PGP die Echtheit nicht verifizieren.

9 Text Output: Gibt die signierte Datei als ASCII-Text aus, zum leichteren verschicken per Mail. Nach dem klicken auf OK startet der Signierungsprozeß. Encrypt UND Sign Diese Funktion vereint beide oben besprochenen Funktionen. Es öffnet sich nach Auswahl folgender Dialog: Die Optionen haben dieselbe Funktion wie oben, nach einem Klick auf OK wird die Paßphrase abgefragt. Wipe Diese Funktion bietet an, die Datei sauber vom Datenträger zu löschen. SDA Die Abkürzung steht für: Self Decrypting Archive und hat die gleiche Funktion wie die gleichnamige Funktion im Encrypt-Dialog. Dateien entschlüsseln/verifizieren Eine verschlüsselte Datei kennt man an der Dateiendung.pgp.

10 Zum Entschlüsseln ist es nur notwenig, auf die Datei einen Doppelklick auszuführen, wobei dann folgender Dialog erscheint, indem man zur Eingabe seiner Paßphrase aufgefordert wird. Hat alles funktioniert, erhält man die ursprüngliche Datei wieder. s verschlüsseln/signieren Wir wollen in diesem Punkt nicht speziell auf ein programm eingehen, für das Plugins verfügbar sind, sondern zeigen, daß jede Textbox aus jeder beliebigen Anwendung verschlüsselt werden kann. Als Beispielanwendung dient das Webinterface Blackboard. Zum Verschlüsseln dieser einfachen Nachricht muß der Textcurser im Textfeld sein. Danach folgt ein Klick mit der rechten Maustaste auf das Schlüsselsymbol in der Taskleiste:

11 Nach der Auswahl von 'Current Window' werden vier Punkte angeboten: Decrypt & Verify: dazu später Encrypt & Sign: öffnet folgenden Dialog Die Funktion ist ähnlich wie für Dateien. Einzig die Option 'Secure Viewer' ist beim Entschlüsseln interessant. Näheres dazu beim Punkt Decrypt & Verify. Sign: Hier wird nur die Paßphrase abgefragt, und der Text signiert, aber nicht verschlüsselt. Encrypt: Gleich wie Encrypt & Sign, nur ohne Sign. Nach dieser Prozedur erhält man folgendes Ergebnis, das dann ganz normal als verschickt werden kann:

12 s entschlüsseln/verifizieren Bekommt man ein mit PGP verschlüsseltes oder signiertes Mail, so gibt es nur einen Menüpunkt, den man anwählen muß: 'Decrypt & Verify' Abhängig von der Art der Verschlüsselung verläuft die Entschlüsselung auf verschiedene Arten: Sign Ein signiertes Mail ist im Prinzip im Klartext lesbar, PGP dient nur dazu, zu verifizieren, ob das Mail auch tatsächlich von dem Absender stammt, oder verändert wurde:

13 Zum Verifizieren muß das Fenster, indem der Text enthalten ist, im Vordergrund sein, bevor der Menüpunkt 'Decrypt & Verify' aus der Taskleiste gestartet werden kann. Es ist nicht notwendig ein Paßwort einzugeben. Als Ergebnis erhält man ein neues Fenster, indem der Signaturstatus ausgewiesen wird. Decrypt Ein verschlüsseltes Mail ist natürlich nicht ohne PGP lesbar, zum Entschlüsseln muß wieder das Fenster, indem der Text steht, im Vordergrund sein. Nach dem Auswählen des Punktes 'Decrypt & Verify' muß die Paßphrase eingegeben werden.

14 Als Ergebnis erhält man ein neus Fenster mit der entschlüsselten Nachricht, die ursprüngliche Nachricht bleibt codiert. Die entschlüsselte Nachricht wird zu keinem Zeitpunkt gespeichert, somit wird nur das codierte Mail abgespeichert. Decrypt UND Secure Viewer Der Ablauf bei diesem Punkt ist zu Beginn gleich wie oben. Nach der eingabe des Paßworts erscheint jedoch folgendes Dialogfeld: Dieses Dialogfeld weist darauf hin, daß die Nachricht nun abhörsicher angezeigt wird, und nur für die Augen des Empfängers bestimmt ist.

15 Die besondere Wirkung dieses Feldes liegt in der krontrastarmen Darstellung. Es besteht sogar die Gefahr eine erhaltene Nachricht abzuhören, indem man die Signale die das Monitorsignalkabel abstrahlt, mit einer hochempfindlichen Antenne auffängt, und auf einem anderen Monitor sichtbar macht. Diese Vorgehensweise funktioniert bei Bildern mit hohem Kontrast sehr gut, bei Bildern mit wenig Kontrast wird es aber mit zunehmendem Abstand schwieriger.

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