FINANZ BERICHT BREMEN Der Senator für Finanzen

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1 FNANZ BERCHT BREMEN Der Senator für Finanzen 2 / 00 Einführung der betriebswirtschaftlichen Standardsoftware SAP R/3 für das Haushalts-, Kassen und Rechnungswesen in der Freien Hansestadt Bremen Die für Bremen bestehende Verpflichtung, nach Auslaufen der Sanierungszahlungen des Bundes im Jahre 2005 verfassungskonforme Haushalte aufzustellen, bedeutet, dass in den bremischen Haushalten innerhalb eines 5-Jahres-Zeitraumes - bei Nutzung von Einnahmezuwächsen - durch gezielte Konsolidierungsmaßnahmen ein konsumtives Defizit von rund 850 Mio. DM abzubauen ist. m Rahmen der hierfür notwendigen aufgabenkritischen Verfahren sind die Optimierung des Ressourceneinsatzes und ein verstärktes betriebswirtschaftliches Controlling der bremischen Verwaltung von zentraler Bedeutung. Die verengten Gestaltungsspielräume im konsumtiven Bereich müssen ein generelles Überdenken bestehender Prozesse und deren Anpassung an zukünftige Anforderungen des Konzerns Bremen auslösen. Diese Prozessoptimierung ist ohne die gleichzeitige Erneuerung der nformationstechnik undenkbar. Eine ganzheitliche Steuerung der Verwaltung erfordert eine ausführliche, strukturierte und weitreichende Bereitstellung von nformationen, insbesondere im Bereich des Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesens. Ein strategischer nformationsvorteil kann nur realisiert werden, wenn eine geeignete Software eingesetzt wird, die den Zugriff auf benötigte Daten jederzeit ermöglicht. Gerade der Bereich des Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesens ist geprägt durch veraltete Verfahren, die seit den 70er Jahren aufgrund zusätzlicher technischer und inhaltlicher Anforderungen ständig modifiziert werden mussten. Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt CHPS- MOBL initiiert, welches die Anforderungen an eine moderne Verwaltung durch eine Erneuerung des Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesens mit Hilfe der betriebswirtschaftlichen Standardsoftware SAP R/3 unterstützt. Parallel zu der Erneuerung des kameralen Rechnungswesens werden neue betriebswirtschaftliche Prozesse (Finanzbuchhaltung, Anlagenbuchhaltung, Kosten- und Leistungsrechnung und Logistik) eingeführt. Mit dem Projekt CHPS- MOBL wird die Umstellung auf die doppelte Buchführung vorbereitet. Das SAP R/3-System wird flächendeckend in der gesamten bremischen Verwaltung eingeführt, so dass eine transparente Darstellung der Geschäftsprozesse erfolgen kann. Mit Abschluss des Projektes CHPSMOBL werden ab Frühjahr 2002 circa Arbeitsplätze der bremischen Verwaltung mit SAP R/3 ausgestattet sein. Die Finanzplanung, die Haushaltsaufstellung, der Haushaltsvollzug, das Haushaltscontrolling, die Zahlungs- und Buchungsverfahren sowie die Kostenund Leistungsrechnung, die Anlagenbuchhaltung und die Logistik werden mit SAP R/3 durchgeführt. Die Software bietet zusätzliche finanzbuchhalterische Auswertungsmöglichkeiten. Warum wird das Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen erneuert? Die Zentralverfahren, mit denen das bremische Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen durchgeführt wurde, werden seit circa 30 Jahren eingesetzt. Dieses führte dazu, dass die Verfahren regelmäßig den steigenden Anforderungen in immer kürzerer Zeit angepasst werden mussten. Ein weiteres Problem ergibt sich aus den veralteten Programmiersprachen, mit denen die Verfahren entwickelt wurden. Als Folge wurde der Pflegeaufwand sowohl für die Verfahrensanpassung als auch für den Betrieb immer kostenintensiver. Aus diesem Grund hat der Senat der Freien Hansestadt Bremen am 16. Dezember 1997 beschlossen, dass bremische Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesens zu erneuern und gleichzeitig die veralteten Verfahren abzulösen. Das Projekt CHPSMOBL wurde ins Leben gerufen. Verantwortlich: Der Senator für Finanzen - Presse & Öffentlichkeitsarbeit Bremen - Tel. (0421)

2 Welche Ziele hat das Projekt? Um das Projekt systematisch durchführen zu können, sind klare Ziele definiert, die bis zum Projekt- Ende erreicht werden sollen: Projektziele Weltmarktführer im Bereich der bereichsübergreifenden betriebswirtschaftlichen Unternehmenssoftware. m Anschluss an die Software-Auswahl des Jahres 1999 wurde die externe Begleitung des Einführungsprojektes ausgeschrieben. Die Entscheidung für die externe Begleitung des Einführungsprojektes fiel zugunsten eines Konsortiums, das sich aus folgenden Partnern zusammensetzt: Erneuerung des Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesens (HKR) in der bremischen Verwaltung durch den Einsatz der Standardsoftware SAP R/3 unter mitarbeiterorientierten Aspekten Ablösung der heterogenen Kernverfahren und Teile der veralteten Annex-Verfahren durch die flächendeckende Einführung der Standardsoftware SAP R/3 in allen Dienststellen der bremischen Verwaltung - Aufbau von Verfahrens- und Schulungs-Knowhow sowie Prozesswissen bei den Mitarbeiter/ -innen der Freien Hansestadt Bremen (Customer Competence Center in allen HKRrelevanten Bereichen) Vorbereitung der Umstellung von der kameralen auf die doppelte Buchführung mit Hilfe der Standardsoftware SAP R/3 - Produktivstart des SAP R/3-Systems mit den Modulen Finanzwesen einschließlich Anlagenbuchhaltung, der Branchenlösung Public Sector, Treasury, Controlling, Materialwirtschaft und des Basismoduls im ersten Quartal 2002 Wie kam es zur Entscheidung für SAP R/3 und die externe Einführungsunterstützung? m Anschluss an die nitiierung des Projektes CHPS- MOBL im Jahr 1998 wurde eine Geschäftsprozessanalyse durchgeführt, um das st und das Soll des zukünftigen Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesens zu definieren, um anschließend bis zur Mitte des Jahres 1999 die Software-Ausschreibung durchzuführen und eine Standardsoftware zu testen und auszuwählen. Aus dem Teilnahmewettbewerb unter mehreren namhaften Herstellern betriebswirtschaftlicher Standardsoftware wurde die Software SAP R/3 der Firma SAP AG / Walldorf als die für Bremen am besten geeignete Lösung ausgewählt. Die Firma SAP ist - SGNUM Unternehmensberatung GmbH - nformations- und Datentechnik Bremen GmbH - SAP AG - debis Systemhaus GmbH. Entscheidend für die Auswahl waren die fundierten Kenntnisse der Branchenlösung (SAP, debis), die langjährige Bremen-Erfahrung, die umfassende Verwaltungskenntnisse und -erfahrungen auf Landesund Kommunalebene. Was ist SAP R/3? Das SAP R/3-System ist eine betriebswirtschaftliche Standardsoftware mit der alle denkbaren Facetten des Rechnungsesens (inklusive aller Nebenrechnungen) abgebildet werden können und bietet eine informationstechnische nfrastruktur für öffentliche und private Organisationen. Kennzeichnend für das R/3-System ist der modulare Aufbau der Anwendungskomponenten, die sowohl autonom als auch zusammen eingesetzt werden können. Ein wesentliches Merkmal von SAP R/3 ist die einheitliche und gemeinsame Datenhaltung. Durch den Zugriff unterschiedlicher Organisationsbereiche auf dieselbe Datenbasis wird erreicht, dass Daten, die in einem Bereich erstellt werden, sofort allen anderen Bereichen - soweit dazu berechtigt - zur Verfügung stehen. Welche Module werden in der Freien Hansestadt Bremen eingeführt? Zugeschnitten auf die Anforderungen der öffentlichen Verwaltungen und nstitutionen stellt S-PS (ndustry Solution Public Sector) eine flexible Branchenlösung dar, die alle betriebswirtschaftlichen und kameralen Prozesse unterstützt. Neben der kameralen Einnahmen- und Ausgabenrechnung kann parallel das doppische System der Finanzbuchhaltung genutzt werden, so dass bei Vorliegen aller benötigten Zahlen ein kaufmännischer Jahresabschluss und damit eine leistungsorientierte Beurteilung der bremischen 2

3 Verwaltung erfolgen kann. m Projekt CHPSMOBL werden folgende Module eingeführt: Das Modul S PS / F (Finanzwesen) und F TR (Treasury) für die Finanzplanung und Haushaltsaufstellung, die Mittelbewirtschaftung, das Kassenverfahren, den Jahresabschluss und das Haushaltscontrolling. Das SAP R/3-System unterstützt alle Haushaltsprozesse, indem es die Durchführung der Kernprozesse der Haushaltsaufstellung und Mittelbewirtschaftung transparent und komfortabel gestaltet. Durch die Darstellung der Einnahmen und Ausgaben auf einer aggregierteren Ebene unterstützt das System sowohl die mittelfristige Finanzplanung als auch die reguläre Haushaltsplanung. Die Arbeiten zum Entwurf des Haushaltsplanes sind bestimmt durch eine Vielzahl an Beteiligten, die rückgekoppelt den Haushaltsplan erstellen. Diese Arbeit wird durch das SAP R/3-System vereinfacht. So können beispielsweise die Plandaten der mittelfristigen Finanzplanung aus dem vorherigen Haushaltsjahr als erste Version des neuen Haushaltsentwurfs kopiert werden. Parallel hierzu können diese Daten den aktuellen Rahmenbedingungen, wie beispielweise Tariferhöhungen angepasst werden. Der erste Entwurf wird in einem zweiten Schritt sukzessive in den einzelnen Verantwortungsbereichen modifiziert und weitergeleitet. Dieser Prozess ist so lange wiederholbar, bis der endgültige Haushaltsplan fertiggestellt ist. Jeder Planungsschritt im Rahmen der Haushaltsaufstellung wird dokumentiert und damit nachvollziehbar gestaltet. Jeder Prozessschritt der Mittelbewirtschaftung kann in Abhängigkeit von den individuellen Bedürfnissen entweder automatisiert oder manuell erfolgen. Das SAP-System bildet die Prozesse Kassenverfahren und den Jahresabschluss sowohl kameral als auch in Form der doppelten Buchführung inklusive der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung ab. Auf diese Weise ist die Überprüfung des Vermögensstandes jederzeit gewährleistet. Das Modul S-PS F lässt eine detaillierte Überleitung von noch nicht abgeschlossenen Geschäftsvorfällen und Budgets zu und ermöglicht dadurch einen reibungslosen Übergang in das neue Haushaltsjahr. Das Haushaltscontrolling wird hierdurch wirksam gestaltet. Neben der Einnahmen- und Ausgabenrechnung ist die Nutzung des kaufmännischen Rechnungswesens mit den Teilgebieten Vermögens-, Finanz- und Ergebnisrechnung möglich. Das Modul F-CO (Controlling) für die Kostenund Leistungsrechnung. Um Kostenverursachungs- und Einsparpotentiale sichtbar machen zu können, ist ein nformationsund Controllingsystem notwendig. Das Modul CO ermöglicht der bremischen Verwaltung eine Vielzahl betriebswirtschaftlicher Planungs-, Steuerungs- und Kontrollinstrumente. Mit Hilfe des Moduls können alle gängigen Kostenrechnungsverfahren eingesetzt werden. Der bremischen Verwaltung ermöglicht das Modul CO alle entscheidungsrelevanten Daten für die Steuerung der Kosten für die Produkte und Leistungen aktuell und bedarfsgerecht abzurufen. Durch die Verknüpfung von beispielsweise Personenkonten und Haushaltsstellen mit Kostenarten bzw. Kostenstellen ermöglicht SAP R/3 den Aufbau eines Gemeinkostencontrolling. Die Gemeinkosten, also die Kosten, die undifferenziert zusammengefasst wurden, lassen sich problemlos aufschlüsseln und auf die Produkte und Kostenstellen verteilen. Einzelne Leistungsarten lassen sich ebenfalls transparent nachvollziehen. Die ntegration und Abstimmung von Geschäftsvorfällen zwischen kameraler bzw. kaufmännischer Buchhaltung und dem Controlling ist jederzeit möglich, unabhängig davon, ob die kamerale oder doppische Buchführung eingesetzt wird. Das Modul F-AA (Anlagenbuchhaltung) für die Anlagenbuchhaltung. m SAP-Modul Anlagenbuchhaltung wird das Anlagevermögen inventarisiert, um das erfasste Anlagevermögen anschließend fortlaufend bewerten zu können. Auf diese Weise kann der Werteverzehr der Anlagen ermittelt und als kamerale Ausgaben ausgewiesen werden. Das Modul ermöglicht eine fortlaufende Bewertung des Anlagevermögens mit unterschiedlichen Ansätzen, wie sie bisher fast ausschließlich in der Privatwirtschaft üblich ist. Das Modul MM (Materialwirtschaft) für die Logistik. Mit Hilfe des Moduls Materialwirtschaft können die Logistik-Prozesse effizient und transparent abgebildet werden. Die Materialwirtschaft ist mit 3

4 der Anlagenbuchhaltung und der Vermögensrechnung gekoppelt, um Verbräuche wie Abschreibungen und Lagerbestandsbewertungen im Anlage- und Umlaufvermögen auszuweisen. Das Modul MM unterstützt komplett den Beschaffungsprozess. Eine Optimierung des Prozesses wird durch die reibungslose Anbindung an die Bestandskontrolle und die Anfrage- und Angebotsverwaltung erreicht. Daneben können Lieferantendaten auf der Basis von Preis, Qualität und Service problemlos ausgewertet werden. Wie ist die Vorgehensweise im Projekt? Eine transparente Projektdurchführung erfordert eine strukturierte Vorgehensweise. Zu diesem Zweck ist das Projekt in Phasen unterteilt, die sukzessive durchlaufen werden. Die Phasenunterteilung erfolgt analog zu der von der SAP AG empfohlenen Vorgehensweise Accelareted SAP. n der Phase 1 Projektvorbereitung wurde das Projekt im Detail geplant und Standards für die Arbeitsweise definiert. So wurden beispielsweise die Arbeitsaufträge für die einzelnen Arbeitspakete formuliert und die Aufgaben der Projektbeteiligten im Projekthandbuch beschrieben. Daneben wurden technische und logistische Vorbereitungen, wie zum Beispiel die PC-Ausstattung und Räume für die externen Berater eingerichtet. Die Projektvorbereitung endete mit dem offiziellen Projektstart am 02. Mai 2000, an dem die Phase 2 Business Blueprint mit allen Projektbeteiligten begonnen hat. n der Phase 2 Business Blueprint, wurde das fachliche Feinkonzept - der sogenannte Business Blueprint - erstellt, das die Organisationsstruktur und die Abbildung der Geschäftsprozesse im SAP R/3- System, die technischen Soll-nfrastruktur für den Betrieb sowie der Anforderungen an die Systemerweiterungen des R/3-Systems festlegt. Der Business Blueprint ist das Fachkonzept, das für jeden Geschäftsprozess festlegt, wie dieser im SAP R/3- System abgebildet werden soll. Die Business Blueprint-Phase endete mit der Abnahme des Konzeptes für die Prozesse Finanzplanung und Haushaltsaufstellung, Haushaltsvollzug und Mittelbewirtschaftung, Jahresabschluss und Kassenverfahren, Logistik sowie die Weiterentwicklung des Kosten- und Leistungsrechnungskonzeptes. Daneben wurde das T-Konzept erstellt und die Schnittstellen zu den angrenzenden Verfahren identifiziert. m Rahmen des T-Konzeptes wurden die durch das SAP R/3-System entstehenden zusätzlichen Anforderungen an das Bremer Verwaltungsnetz (BVN) festgehalten. m Rahmen des T-Konzeptes wurde festgelegt, welche technischen Anforderungen erfüllt sein müssen, um ein lauffähigen SAP R/3-System zu haben. So wurden beispielsweise alle beteiligten Dienststellen befragt, welche Hardware-Ausstattung vorhanden ist. Darauf basierend wurde der Hardware- und Softwarebedarf des Systems bestimmt. Mit dem Kickoff der Aktionen Phase 1 Phase 2 Phase 3 Phase 4 Phase Behörden-Roll- out vorbereiten Business Ab Blueprint nahme Master- systementw. Projekt- vorbe- reitung System- wandel UNX - OS 390 Lagerlogistik produktiv HH-Plan produktiv Pilotierung Migration auf 4.62a Schulung Roll-outout = externe Beteiligung = interne Durchführung Systemerweiterungen Schulung Schulung Roll-outout Unter- stützung Endabnahme nach Jahresabschluß Hardware- Beschaffung Behörden-Roll- out durchführen 2000 Projektmanagement Jahre 4

5 Phase 3 Realisierung des Mastersystems und Pilotierung am 13. September 2000 wurde die Phase 2 Business Blueprint abgeschlossen. n der Phase 3 Realisierung des Mastersystems und Pilotierung erfolgt die technische Umsetzung der im Fachkonzept erarbeiteten Anforderungen im SAP-System. Der Business Blueprint wird zunächst in einem Mastersystem realisiert. Das Mastersystem hält alle wesentlichen bremischen Geschäftsprozesse im System fest und deckt damit circa 80% der Anforderungen Bremens an das SAP R/3-System ab. Das Mastersystem wird anschließend in der Pilotierungsphase an die ersten von der R/3-Einführung betroffenen Verwaltungseinheiten herangetragen und im Zuge dessen verfeinert, vervollständigt und angepasst. Wesentliche Meilensteine dieser Phase sind die nbetriebnahme des Logistikmoduls mit dem Jahreswechsel 2000 zu 2001 sowie der Haushaltsaufstellung im März Ende März wird diese Phase abgeschlossen sein. Piloten - der Senator für Finanzen - die Performa Nord, Bereich Landeshauptkasse Anschluss wird während der ersten bremischen Produktivphase eine externe Unterstützung geleistet. m Frühjahr 2002 wird im Anschluss an die Endabnahme nach dem Jahresabschluss das Projekt abgeschlossen sein. Wer setzt das Projekt um? Das Projekt wird federführend vom Senator für Finanzen betreut und aus verschiedenen Bereichen der bremischen Verwaltung aktiv unterstützt. Sowohl in den Arbeitspaketen als auch in der Qualitätssicherung sind Vertreter des Gesamtpersonalrates, des Rechnungshofes und des Landesbeauftragten für den Datenschutz vertreten, um alle Vorgaben dieser Bereiche einzuhalten. An dem Projekt sind zur Zeit insgesamt circa 125 Mitarbeiter aus folgenden 11 verschiedenen Organisationen beteiligt. Beteiligte Verwaltungseinheiten der Freien Hansestadt Bremen im Projekt CHPSMOBL - GB mbh - Gesamtpersonalrat - Landesbeauftragter für den Datenschutz - Performa Nord - die Polizei Bremen Polizei Bremen Senator für Wirtschaft und Häfen Rechnungshof Rechnungshof Bremen - Senator für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales n der Phase 4 Produktionsvorbereitung und Behörden-Roll-out wird der Produktionsbetrieb einschließlich Tests, Endbenutzerschulung, das Systemmanagement und die Abschluss-Aktivitäten für die endgültige Bereitschaft zum Produktivstart abgeschlossen. Das Mastersystem geht in der Verbreitung des Systems - dem sogenannten Roll-out - auf alle beteiligten Dienststellen auf. Die bereichspezifischen Einstellungen werden an dieser Stelle durchgeführt, so dass in dieser Phase alle Anforderungen Bremens an das SAP R/3-System sukzessive eingearbeitet werden. Die Phase endet voraussichtlich im Dezember n der Phase 5 Projektabschluss und Unterstützung im Produktivbetrieb wird die Produktivumgebung im R/3-System abgenommen. m - Senator für Bildung und Wissenschaft - Senator für Finanzen - Senator für Wirtschaft und Häfen - Stadtkämmerei Bremerhaven Wie ist das Projekt organisiert? Das Projekt wird mit Hilfe verschiedener Gremien umgesetzt. Der Lenkungsauschuss ist die federführende Entscheidungsinstanz, an den die Projektleitung berichtet. Der Lenkungsausschuss berichtet an die 5

6 Steuerungsgruppe Konzernmanagement bzw. direkt an die Staatsräte-Lenkungsgruppe. Die Projektleitung ist verantwortlich für den Erfolg des Gesamtprojektes, plant und steuert das Projekt. Das Projekt Public Relation erstellt spezifische Unterlagen für das Außenverhältnis des Projektes. Daneben informiert es über wesentliche Fortschritte innerhalb der beteiligten Organisationen. Das Projektcontrolling überwacht laufend den Ressourceneinsatz, die Kosten und Termine und leitet bei Abweichungen Maßnahmen zur Gegensteuerung ein. Die Arbeitspaket-Mitarbeitenden sind ebenfalls ein internes und externes Team. Die internen Mitarbeiter bringen den Sachverstand bezüglich der Arbeitsabläufe und der rechtlichen Rahmenbedingungen in das Projekt ein und agieren als Multiplikator des im Projekt erworbenen Fachwissens. Die externen Berater stellen ihr SAP R/3- und Prozess-Know-how bereit, welches sie an die internen Mitarbeiter weitergeben. Lenkungsausschuss Projektassistenz / Public Relation Projektleitung Projekt- controlling Qualitäts- sicherung AP 1 AP 2 AP 3 AP 4 AP 5 AP 6 AP 7 AP 8 Finanz- planung / Haushalts- aufstellung Haushalts- vollzug / Mittelbewirt- schaftung Kassen- verfahren / Jahres- abschluss Finanz- disposition Haushalts- controlling Kosten- und Leistungs- rechnung Anlagen- buchhaltung Logistik AP 9 AP 10 AP 11 AP 12 AP 13 AP 14 AP 15 Berechti- gungs - konzept Schulungs- konzept und Koordination System- erweiterung CCC- und Betreiber- konzept Basis- einrichtung / T-Konzept Anpassung Rechts- vorschriften Bremischer Konten- rahmen Die Qualitätssicherung prüft die Projektergebnisse vor der Vorlage in dem Lenkungsausschuss. Die Qualitätssicherung schlägt Maßnahmen vor, die der Einhaltung der zugesicherten Ergebnisqualität während aller Phasen des Projektes dienen. Auf diese Weise können potentielle Risikobereiche erkannt, Projektverzögerungen minimiert und damit die Einführung des SAP R/3-Systems beschleunigt werden. Die Arbeitspaket-Leitungen sind für die Planung, Koordination und Bearbeitung ihrer Arbeitspakete entsprechend dem jeweiligen Arbeitsauftrag verantwortlich. Daneben bilden sie die Schnittstelle zwischen Projektleitung und den Arbeitspaket-Mitarbeitern. Die Arbeitspaket-Leitung setzt sich aus jeweils einem internen Mitarbeiter und einem externen Berater zusammen. Wesentliches Projektelement sind die Arbeitspakete, die prozessorientiert die Anforderungen definieren, das Mastersystem erstellen, die Pilotierung sowie den Roll-out durchführen. So werden die Verfahren, mit denen die bestehenden Prozesse Finanzplanung und Haushaltsaufstellung, Haushaltsvollzug und Mittelbewirtschaftung, Jahresabschluss und Kassenverfahren sowie die Logistik durchgeführt werden, mit den SAP R/3-Anforderungen abgeglichen und umgesetzt. Das vorhandene Kosten- und Leistungsrechnungskonzept für die Software MACH M1 wird unter dem SAP R/3-Aspekt weiterentwickelt und umgesetzt. Zusätzlich wird die Anlagenbuchhaltung in der Freien Hansestadt Bremen flächendeckend eingeführt. Daneben arbeiten sieben Arbeitspakete prozess- und damit arbeitspaketübergreifend. Die Arbeitspakete T- Konzept, Schnittstellen, Systemerweiterungen sowie das Betreiberkonzept sind wesentliche Elemente, die die technische Umsetzung ermöglichen. 6

7 Das Arbeitspaket Berechtigungskonzept legt die Zugriffsmöglichkeiten der Mitarbeiter auf die Daten und Transaktionen im SAP R/3-System fest und verhindert dadurch einen unzulässigen Zugriff auf diese. So werden die Rollen und Funktionen innerhalb jedes Moduls bzw. Kompetenzbereiches definiert, um anschließend die Berechtigungsprofile (Festlegung von Namenskonventionen, Abkürzungen, etc.) zu generieren, anschließend zu testen und umzusetzen. m Rahmen des Arbeitspaketes Schulungskonzept wird die Vorgehensweise zur Ausbildung der Mitarbeiter, die später mit dem System arbeiten, entwikkelt. Von interner Seite wird das Arbeitspaket federführend vom AFZ durchgeführt. Es werden beispielsweise die Schulungsunterlagen erstellt, das SAP R/3- System in den Schulungsräumen auf die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Teilnehmer angepasst und eine detailierte Zeitplanung zur Schulungsdurchführung dem Projektverlauf angepasst. m Rahmen des Arbeitspaketes Customer Competence Center wird ein Konzept erstellt, das klärt, welche zentralen Funktionen zur Betreuung der System-Nutzer im laufenden Betrieb wahrgenommen werden. Neben der technischen und fachlichen Anwenderunterstützung gehören beispielsweise die Vertragsverwaltung, die Koordination der Benutzerschulungen im laufenden Betrieb und das interne Marketing zum Aufgabenspektrum. Das Customer Competence Center übernimmt eine Schlüsselfunktion, um den laufenden Betrieb des SAP R/3- Systems zu sichern. m Sinne des Konzerns Bremen wird im Rahmen des gleichnamigen Arbeitspaketes ein einheitlicher Bremischer Kontenrahmen erstellt, der die Anforderungen Bremens zusammenfasst. Für den Fall, dass für die SAP R/3-Einführung rechtliche Anpassungen sinnvoll erscheinen, wurde das Arbeitspaket Anpassung Rechtsvorschriften eingerichtet. Das Arbeitspaket prüft die notwendigen rechtlichen Änderungen, die sich auf alle einzuführenden Module in allen Phasen auf das Projekt auswirken, und erarbeitet anschließend gegebenenfalls Maßnahmen zur Änderung der Rechtsvorschriften. Fazit Mit dem flächendeckenden Einsatz des SAP R/3-Systems sowohl in den klassischen Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesenbereichen der bremischen Verwaltung als auch mit der Einführung neuer betriebswirtschaftlicher Prozesse und der Vorbereitung auf die doppelte Buchführung wird die Möglichkeit einer optimierten Steuerung und einer erhöhten Kostenaber auch Leistungstransparenz geschaffen. Die Erneuerung des bestehenden Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesens einerseits und die Einführung neuer betriebswirtschaftlicher Prozesse und nstrumente andererseits ermöglicht eine gezielte Sicht auf alle Geschäftsvorfälle innerhalb der bremischen Verwaltung, so dass der Weg zur output- und ressourcengesteuerten Verwaltung im Sinne des Neuen Steuerungsmodells weitgehend unterstützt wird. Autorin: Anike Reuter (Projektassistenz CHPS- MOBL) 7

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