Die neuen Selbständigen 2009 Forschungsbericht

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1 Die neuen Selbständigen 2009 Forschungsbericht Prof. Dr. Rolf Meyer Adrian Urs Sidler Institut für Unternehmensführung Olten / Windisch, Oktober 2009

2 Impressum Olten / Windisch, 2009 Gefördert durch GEBERT RÜF STIFTUNG, Forum BGM Betriebliches Gesundheitsmanagement Kanton Aargau, Aargau Services Standortmarketing, NEFU Schweiz DAS Netzwerk der Einfrau-Unternehmerinnen und Orell Füssli Wirtschaftsinformationen Herausgeber Fachhochschule Nordwestschweiz Hochschule für Wirtschaft Institut für Unternehmensführung Prof. Dr. Rolf Meyer, Adrian Urs Sidler, Zürcherstrasse 1202 CH-5210 Windisch ISBN: Download via Internet Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

3 Dank Das Forscherteam bedankt sich herzlich bei den Jungunternehmerinnen und Jungunternehmern, welche bei der Befragung zu "den neuen Selbständigen 2009" teilgenommen haben. Ein besonderes Dankeschön für die grosszügige finanzielle Unterstützung gilt der GEBERT RÜF STIFTUNG, dem Forum BGM Betriebliches Gesundheitsmanagement Kanton Aargau, dem Aargau Services Standortmarketing, dem NEFU Schweiz DAS Netzwerk der Einfrau-Unternehmerinnen und der Orell Füssli Wirtschaftsinformationen. Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

4 Inhaltsverzeichnis 1. Management Summary Einleitung Ausgangslage Ziele Methodik Aufbau der Arbeit Begriffe und theoretischer Bezugsrahmen Begriff Unternehmensgründung Prozess der Unternehmensgründung Unternehmensgründungsformen Definition von Unternehmensgründung für diese Arbeit Theoretischer Bezugsrahmen Drei Faktoren der Unternehmensgründung Determinanten des Gründungsgeschehens Person des Unternehmers Gründungsumfeld Neue Unternehmen in der Schweiz Unternehmensdemographie Unternehmensgründungen Bundesamt für Statistik Auswirkungen der Krise Creditreform Global Entrepreneurship Monitor Entrepreneurship- und KMU-Forschung Entrepreneurship- und KMU-Forschung in der Schweiz Entrepreneurship- und KMU-Forschung FHNW Intern Beschreibung der eigenen Erhebung Fragebogen Pre-Test Schriftliche Erhebung Rücklauf Statistische Auswertungen...24 Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

5 6. Ergebnisse: Wer sind die neuen Selbständigen? Die Gründungspersonen Charakter-Typen Alter, Geschlecht, Partnerschaft, Kinder, Nationalität Wissen und Erfahrungen Motive Die neuen Unternehmen Demographie der Unternehmensgründung Unterstützung und Vorbereitung bei der Gründung Arbeitszeit, Angestellte und Kapital Schwierigkeiten und Lösungsansätze Innovationen Erfolg und Erfolgsfaktoren Selbsteinschätzung Erfolg Selbständigkeit oder Anstellung Entwicklungsperspektiven Entwicklungsperspektiven im Unternehmen Entwicklungsperspektiven am Markt Fazit Ausblick Abbildungsverzeichnis Tabellenverzeichnis Abkürzungsverzeichnis Quellenverzeichnis Anhang Begleitschreiben Fragebogen...52 Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

6 1. Management Summary Vor zehn Jahren hat die damalige Fachhochschule Solothurn Nordwestschweiz die Oltner Gründungsbefragung durchgeführt, die das detaillierteste Bild der Gründungspersonen und ihrer jungen Unternehmen für die Schweiz gezeichnet hat. Inzwischen hat sich die amtliche Statistik zur Unternehmensdemographie etabliert und ermöglicht der Global Entrepreneurship Monitor GEM internationale Vergleiche, zahlreiche private und staatliche Initiativen zur Förderung von Unternehmensgründungen sind ins Leben erweckt und zahlreiche Studien zu einzelnen Aspekten der Unternehmensgründung durchgeführt worden. Eine einigermassen repräsentative Erhebung der Gründungspersonen und ihrer jungen Unternehmen, die eine sehr breite Palette von Faktoren berücksichtigt, wurde seither in der Schweiz nicht mehr durchgeführt. Die Ziele der vorliegenden Studie sind: 1. Wer sind sie, die neuen Selbständigen 2009? Ziel ist es, ein aktuelles und möglichst breites Bild der Gründungsszene Schweiz zu erstellen. Dabei werden die folgenden vier Teilbereiche betrachtet: Merkmale der Gründungspersonen, sowie ihrer jungen Unternehmen, Ausprägungen des erzielten Erfolgs, Selbsteinschätzungen der Erfolgsfaktoren sowie der Entwicklungsperspektiven. 2. Was hat sich in den letzten 10 Jahren verändert? Ziel ist es, Veränderungen und Tendenzen der Unternehmensgründerinnen und der Unternehmensgründer und ihrer jungen Unternehmen detailliert zu beschreiben. Der betrachtete Zeitraum umfasst genau ein Jahrzehnt. Um diese Ziele zu erreichen, wurden mit einer umfangreichen schriftlichen Befragung (rund 200 Einzelfragen) gut 4000 (potentielle) Gründungspersonen befragt, die ihr Unternehmen in den Jahren 2003 bis 2007 gegründet haben. Von den 746 Antworten (Rücklaufquote: 18.4 %) wurden die unselbständigen und derivativen Gründungen einerseits sowie die Jungunternehmen, die bereits vor 2003 gegründet wurden, andererseits ausgeschieden. Die verbleibenden 326 antwortenden Gründungspersonen wurden statistisch ausgewertet. Gründungsperson: Die durchschnittliche Gründungsperson ist 41 Jahre alt, männlich, überdurchschnittlich gut ausgebildet und verfügt über eine beträchtliche Berufs- und Führungserfahrung. Als Motiv für den Schritt in die Selbständigkeit gibt sie intrinsische Motive wie die Selbständigkeit, Unabhängigkeit und die Verwirklichung eigener Ideen an. Die jungen Unternehmen: Das typische junge Unternehmen ist klein und beschäftigt bei der Gründung neben der Gründungsperson noch 1 bis 2 Mitarbeitende. Obwohl das Wachstum beachtlich ist, bleiben die jungen Unternehmen klein. Junge Firmen mit mehr als zehn Mitarbeitenden sind die Ausnahme. Trotzdem ist rund jedes dritte Unternehmen innovativ (Produktinnovationen) und/oder verkauft seine Güter und Dienstleistungen primär im Ausland. Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

7 Erfolg: Die Gründungspersonen sind grossmehrheitlich sehr zufrieden mit ihrer Selbständigkeit und schliessen einen Wechsel in ein Angestelltenverhältnis aus, obwohl sie überdurchschnittlich viel arbeiten und eher durchschnittlich viel verdienen. Zukunftsperspektiven: Die Gründungspersonen erwarten in den nächsten 2 Jahren grossmehrheitlich ein weiteres Wachstum, eine Ausdehnung ihres Marktes und höhere Profite. Bei der Anstellung zusätzlichen Personals sind sie jedoch zurückhaltender. Basierend auf den erhobenen und in diesem Bericht beschriebenen Merkmalen der Gründungspersonen und ihrer jungen Unternehmen werden später vertiefende Analysen durchgeführt, z.b. über die Determinanten des Erfolges junger Unternehmen oder ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung. Die folgenden Forschungsberichte werden anfangs 2010 publiziert. Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

8 2. Einleitung 2.1. Ausgangslage Unternehmensgründungen sind volkswirtschaftlich sehr wichtig. Junge Unternehmen schaffen Arbeitsplätze, beschleunigen den Strukturwandel und erhöhen die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft. 1 Insbesondere in Krisenzeiten mit steigenden Arbeitslosenzahlen ruhen die Hoffungen auf jungen Unternehmen. Die Gründung eines eigenen Unternehmens ist für die Gründungspersonen selber eine zentrale Entscheidung in ihrem (Berufs-) Leben. Damit verbunden sind in der Regel (finanzielle) Risiken, zeitliche und psychische Mehrbelastungen, berufliche und persönliche Entwicklungen, die Möglichkeit zur deutlichen Erhöhung der Arbeitszufriedenheit und natürlich der Aufbau einer eigenen wirtschaftlichen Existenz. Das grosse Interesse am Phänomen der Unternehmensgründungen, das auch in der wissenschaftlichen Forschung zu beobachten ist, erklärt sich u.a. durch dessen zentrale Bedeutung, sowohl für die Volkswirtschaft (national wie regional), als auch für die betroffenen Unternehmensgründerinnen und -gründer selbst. Das allgemeine Interesse war noch bis in die 70er Jahre von einer Konzentration wirtschaftlicher Aktivitäten auf Grossunternehmen geprägt. In den 80er Jahren lässt sich ein Paradigmenwechsel feststellen. Im heutigen Zeitalter der Globalisierung kommt dem flexiblen, innovativen Kleinunternehmen eine zentrale Rolle zu. Vor zehn Jahren hat die damalige Fachhochschule Solothurn Nordwestschweiz die Oltner Gründungsbefragung durchgeführt, die damals das detaillierteste Bild der Gründungspersonen und ihrer jungen Unternehmen für die Schweiz gezeichnet hat. Inzwischen hat sich die amtliche Statistik zur Unternehmensdemographie etabliert und ermöglicht der Global Entrepreneurship Monitor GEM internationale Vergleiche, zahlreiche private und staatliche Initiativen zur Förderung von Unternehmensgründungen sind ins Leben erweckt und zahlreiche Studien zu einzelnen Aspekten der Unternehmensgründung durchgeführt worden. Ein detaillierteres Bild der Gründungspersonen und ihrer jungen Unternehmen konnte jedoch seit unserer letzten Erhebung 1999 nicht mehr gezeichnet werden Ziele Die zentralen Fragestellungen des vorliegenden Berichtes "Die neuen Selbständigen 2009" lauten: 1. Wer sind sie, die neuen Selbständigen 2009? Ziel ist es, ein aktuelles und möglichst breites Bild der Gründungsszene Schweiz zu erstellen. Dabei werden die folgenden vier Teilbereiche betrachtet: a. Die Gründungspersonen: Alter, Geschlecht, Erfahrung, Ausbildung, Motivation, Know-how, Stärken und Schwächen der Gründungspersonen. 1 Rolf Meyer, Volkswirtschaftliche Bedeutung der Unternehmensgründungen in der Schweiz Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

9 b. Die jungen Unternehmen: Branche, Grösse, Wachstum, Innovationen, Märkte, auftauchende Probleme und Zukunftsperspektiven der jungen Unternehmen. c. Erfolg und Erfolgsfaktoren: Selbsteinschätzung des unternehmerischen Erfolgs, Selbsteinschätzung der Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren, Zukunftsperspektiven der Unternehmensgründungen d. Entwicklungsperspektiven: Selbsteinschätzung der Entwicklungsperspektiven im Unternehmen und am Markt in den nächsten zwei Jahren 2. Was hat sich in den letzten 10 Jahren verändert? Ziel ist es, Veränderungen und Tendenzen der Unternehmensgründerinnen und der Unternehmensgründer und ihrer jungen Unternehmen detailliert zu beschreiben. Basierend auf den erhobenen und in diesem Bericht beschriebenen Merkmalen der Gründungspersonen und ihrer jungen Unternehmen werden zu einem späteren Zeitpunkt weitere Analysen, z.b. über die Determinanten des Erfolges junger Unternehmen oder ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung durchgeführt Methodik Dieses Forschungsprojekt basiert auf einer schriftlichen Befragung von Gründungspersonen. Um ein breites und detailliertes Bild der Gründungspersonen und ihrer jungen Unternehmen zu erhalten, wurde ein umfangreicher Fragebogen erstellt. Damit die Ergebnisse möglichst aussagekräftig und repräsentativ für die Gründungsszene der Schweiz sind, wurde eine möglichst repräsentative und grosse Stichprobe gezogen (Details siehe Kapitel 5) Aufbau der Arbeit Nach der Einleitung werden im Kapitel 3 der Begriff Unternehmensgründung und der theoretische Bezugsrahmen dieser Arbeit beschrieben. Kapitel 4 gibt einen Einblick in verschiedene Statistiken und Studien zur Unternehmensgründung in der Schweiz. Nachdem im Kapitel 5 das Forschungskonzept und die schriftliche Befragung beschrieben werden, folgt im Kapitel 6 die Präsentation der Ergebnisse. Dabei wird mit Hilfe zahlreicher Tabellen und Graphiken ein detailliertes Bild der Gründungspersonen und ihrer jungen Unternehmen gezeichnet sowie die Entwicklung in den letzten zehn Jahren aufgezeigt. Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

10 3. Begriffe und theoretischer Bezugsrahmen In diesem Kapitel werden Begriffe zur Unternehmensgründung definiert und der theoretische Bezugsrahmen beschrieben. Diese dienen als Grundlage für die Befragung und Analyse der vorliegenden Studie. Es wird jedoch darauf verzichtet, einen vollständigen Überblick über die vielfältigen theoretischen Ansätze im Forschungsfeld Entrepreneurship zu geben Begriff Unternehmensgründung Der Begriff der Unternehmung bzw. des Unternehmens 2 wird sowohl im täglichen Gebrauch als auch in den Wirtschaftswissenschaften sehr oft verwendet. Dabei birgt er zumindest was die groben Züge der Definition anbelangt in der Regel kaum Missverständnisse, wird unter einer Unternehmung doch meist ein System verstanden, das für Dritte Güter produziert oder Dienstleistungen erbringt. Wird der Begriff jedoch genauer unter die Lupe genommen, gibt es trotzdem ganz unterschiedliche Definitionen, je nachdem, welche Aspekte oder welche Typen der Unternehmung von besonderem Interesse sind. Stehen psychologische oder soziologische Aspekte im Vordergrund, wird in der Regel das soziale System besonders betont, beispielsweise bei Kuipers: "Ein Unternehmen kann als produktives, soziales System betrachtet werden, das sich die Deckung von Fremdbedarf zum Ziel gemacht hat." 3 Eher nüchterner wird der Unternehmensbegriff im Wirtschaftslexikon von Gabler definiert: "Unternehmung / Unternehmen: Wirtschaftlich-rechtlich organisiertes Gebilde, in dem auf nachhaltig ertragsbringende Leistung gezielt wird." Prozess der Unternehmensgründung Ganz allgemein wird unter dem Begriff der Unternehmungsgründung die Entstehung (und allenfalls auch Entwicklung) einer neuen Unternehmung verstanden. In der engsten Definition bezieht sich die Unternehmensgründung nur auf den formaljuristischen Gründungsakt. Dieser beinhaltet im Wesentlichen die Wahl der Rechtsform, die Erfüllung aller formalen Erfordernisse (Eintrag ins Handelsregister, allenfalls eine Betriebsbewilligung), sowie die damit verbundenen Finanzierungsaspekte. Das folgende Modell zeigt einen idealtypischen Verlauf einer Unternehmensgründung, welcher in der Realität nur selten so geradlinig verlaufen dürfte. Im Modell beginnt der Prozess der Unternehmensgründung mit der Gründungsidee, welche die Geschäftstätigkeit der neuen Unternehmung grob umschreibt. Es folgt die Planungsund Vorbereitungsphase, in der die vage Gründungsidee präzisiert und die strategische Ausrichtung definiert wird. Zudem werden die zentralen Aspekte der Bereiche Finanzierung, Marketing, Organisation und Personal geplant und der formelle Grün- 2 Die beiden Begriffe Unternehmen und Unternehmung werden in Analogie zu fast allen Arbeiten synonym verwendet. 3 Kuipers Michael 4 Gabler Wirtschafts-Lexikon Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

11 Markteintritt dungsakt (z.b. Ausarbeiten des Gesellschaftsvertrags, öffentliche Beurkundung) vorbereitet. Nachdem der formelle Gründungsakt abgeschlossen ist, wird damit begonnen, die Geschäftsidee umzusetzen und die Geschäftsaktivitäten aufzunehmen. Der nächste Meilenstein stellt der Markteintritt dar; d.h. die Produkte oder Dienstleistungen werden angeboten und verkauft. Dabei nimmt im optimistischen Fall der diesem Modell zu Grunde liegt das Umsatzvolumen kontinuierlich zu. Kennzeichen dieser Entwicklungs- oder Wachstumsphase ist die zunehmende Markterschliessung bis hin zur vollständigen Etablierung des Unternehmens und ihrer Produkte (Marktreife). Mit dem Wachstum des Umsatzes ist auch ein Anstieg der Anzahl der Beschäftigten verbunden. Abb. 1: Gründungsprozess einer Unternehmung Quelle: Meyer Rolf Vorbereitung Frühphase Entwicklung Konsolidierung Schrumpfung Umsatz / Erfolg Gründungsidee Gründungsakt Umsatz Erfo lg Marktaustritt 0 Zeit Vorgründung junges Unternehmen etabliertes Unternehmen Unternehm ensgründung Es folgt die Reifephase, in der sich der Erfolg oder der Misserfolg der vorangegangenen Phasen durch eine Beurteilung des Marktes zeigt. Diese Phase wird auch Konsolidierung genannt: Die Markterschliessung ist weitgehend abgeschlossen, der Umsatz stagniert auf einem gewissen Level. Reicht dieser Level nicht aus, um den Fortbestand des Unternehmens längerfristig zu sichern, wird das Unternehmen wieder vom Markt verschwinden. Der Marktaustritt ist in diesem Modell mit der "Schrumpfungsphase" abgebildet: In dieser letzten Phase scheiden nicht konkurrenzfähige Anbieter aus. Sie endet mit der Betriebsschliessung Unternehmensgründungsformen Eine weitere Unterscheidung und Einschränkung der Unternehmensgründungen macht eine ganze Reihe unterschiedlicher Gründungsformen notwendig. Diese können nach dem Schema von Szyperski / Nathusius strukturiert werden. 5 Dabei wird unter anderem auf Grund der Selbständigkeit nach selbständigen und unselbständigen Unternehmensgründungen unterschieden. 6 5 Unterkofler, Günther 6 Szyperski, Norbert / Nathasius, Klaus Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

12 Tab. 1: Gründungsformen Quelle: nach Szyperski, Norbert / Nathasius, Klaus) In dieser Arbeit interessieren ausschliesslich Unternehmens(neu)gründungen 7, d.h. originäre und selbständige Gründungen. Nur bei dieser Gründungsform handelt es sich um effektiv neu entstandene Unternehmen, hinter denen Personen stehen, die mit ihrer Unternehmensgründung den Schritt in die eigene berufliche Selbständigkeit wagen. Durch diese Einteilung auf Grund zweier Kriterien mit jeweils zwei Ausprägungsarten ergeben sich die vier folgenden, verschiedenen Gründungsformen: Neuigkeit Selbständigkeit derivative Gründung originäre Gründung unselbständige Gründung Selbständige Gründung Fusion Umgründung Übernahme Existenzgründung durch Betriebsübernahme Betriebsgründung (z.b. Zweigniederlassung, Tochterfirma) Unternehmens- (Neu)gründung Definition von Unternehmensgründung für diese Arbeit Der Begriff Unternehmensgründung wird in dieser Arbeit wie folgt definiert: Alle Unternehmen, verstanden als produktive Systeme, die für Dritte Güter produzieren und Dienstleistungen erbringen, egal ob innovativ oder imitativ, die durch eine originäre, selbständige Gründung entstanden sind (inkl. Franchising und Spin-offs), betrachtet von ihrer Entstehung d.h. ab dem Zeitpunkt der Gründungsidee über den eigentlichen Gründungsakt bis zu den Jungunternehmen mit einem Alter von maximal fünf Jahren nach der Aufnahme der Geschäftsaktivitäten Theoretischer Bezugsrahmen Drei Faktoren der Unternehmensgründung Es lassen sich drei Faktoren unterscheiden, die das Entstehen und Funktionieren einer neuen Unternehmung erklären: Gründungsperson: Personenbezogene Faktoren, d.h. Faktoren, die sich auf Merkmale und Verhaltensweisen der Person des Unternehmensgründers bzw. der Unternehmensgründerin beziehen. 7 Im Folgenden wird der Einfachheit wegen nur von Unternehmensgründung gesprochen. Gemeint sind immer Unternehmensneugründungen, d.h. selbständige, originäre Gründungen. Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

13 Gründungsunternehmen: Betriebsbezogene Faktoren, d.h. Faktoren, die auf Merkmale der Unternehmung beruhen. Unternehmensumfeld: Umfeldbezogene Faktoren, d.h. Faktoren, die das lokale, branchenspezifische sowie gesamtgesellschaftliche und -wirtschaftliche Umfeld der Unternehmung charakterisieren. Mit diesen drei Faktoren kann das Phänomen Unternehmensgründung, wie auch eine Reihe von ausgewählten Einzelaspekten von jungen Unternehmen, beschrieben werden (Deskription). Diese Faktoren dienen auch zur Erklärung von zentralen Fragen der Unternehmensgründungen: Beispielsweise zur Erklärung des Ausmasses des Gründungsgeschehens, des Entwicklungspfades, der Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren oder des Funktionierens junger Unternehmen inklusive der typischen Probleme und deren Lösung. Abb. 2: Zentrale Faktoren der Unternehmensgründung Quelle: in Anlehnung an Klandt Die drei Faktoren dürfen jedoch nicht isoliert betrachtet werden, da diese nicht klar voneinander abgegrenzt werden können, ja sogar oft ineinander übergehen. Beispielsweise kann es sehr schwierig sein, bei einer Ein-Personen-Firma die Trennlinie zwischen der Gründerperson und der Unternehmung zu ziehen. Die einzelnen Faktoren sind wechselseitig voneinander abhängig. Was nützt beispielsweise einer Gründerin eine bahnbrechende Innovation, wenn auf diesem Gebiet ein staatliches Monopol herrscht und sie die Idee somit nicht wirtschaftlich umsetzen kann? Oder wenn die Innovation (noch) keinem Bedürfnis auf dem Markt entspricht? Oder die Vermarktung des neuartigen Produktes illegal ist? In der Regel entscheidet erst das Zusammenspiel der verschiedenen Einzelfaktoren Person, Unternehmung und Umfeld über die zentralen Fragestellungen der Unternehmensgründung Determinanten des Gründungsgeschehens Die erste Frage im Zusammenhang mit der Unternehmensgründung betrifft die Analyse der Bestimmungsfaktoren des Gründungsgeschehens: Wovon ist es abhängig, ob in einem Land oder einer Region zu einer bestimmten Zeit nur wenige oder aber viele Firmen gegründet werden? Die zahlreichen Arbeiten zu diesem Thema lassen sich ganz grob zwei Teildisziplinen zuordnen: Erstens Arbeiten, die die Gründungsde- Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

14 terminanten bei der Person des Unternehmers (Entrepreneurs) suchen und zweitens Arbeiten, die die Gründungsdeterminanten im Gründungsumfeld suchen. Während bei der ersten Teildisziplin Fragen der Motive und Wertvorstellungen im Vordergrund stehen, beschäftigt sich die Zweite mit den Rahmenbedingungen. Es geht primär um die Frage, welche Voraussetzungen das Auftreten von Unternehmern bestimmt nicht zuletzt mit dem wirtschaftspolitischen Hintergedanken, die Rahmenbedingungen gezielt zu verbessern Person des Unternehmers Die Erforschung des Einflusses der Gründungsperson aufs Gründungsgeschehen, sowie auf den Erfolg der Unternehmungstätigkeit, hat eine lange Tradition. Denn für viele Autorinnen und Autoren ist die Unternehmerin und der Unternehmer, der Entrepreneur, die mit Abstand wichtigste Figur bei einer Unternehmensgründung. "Dass die Person des Gründers der zentrale Faktor mit Einfluss auf die Erfolgschancen der Gründung ist, bildet die gemeinsame und seit Jahrzehnten bestehende Grundüberzeugung der Entrepreneurship-Forschung, betriebswirtschaftlicher Ansätze und auch der weit verbreiteten Ratgeber-Literatur zur beruflichen Selbständigkeit." 9 Die Entrepreneurship-Forschung versucht herauszufinden, welche psychologischen Eigenschaften und Charakteristika Gründungspersonen typischerweise haben bzw. haben müssen, um erfolgreich zu sein (Traits School). Zudem versucht sie zu erklären, welche Ziele und Motive Gründungspersonen haben (Motivforschung). Traits School Die Vertreterinnen und Vertreter der Traits School versuchen, einzelne oder kombinierte Persönlichkeitsmerkmale zu identifizieren, die erfolgreiche Unternehmer charakterisieren. Sie gehen von der Hypothese aus, dass die Gründungspersonen durch bestimmte, verallgemeinerbare Eigenschaften geprägt sind. Ferner gehen Sie von einer zweiten Hypothese aus, dass es Eigenschaften gibt, die den unternehmerischen Erfolg massgeblich beeinflussen. Motivforschung Die Motivforschung sucht nach den Zielen, die die Gründungspersonen mit ihrer Selbständigkeit zu erreichen versuchen. Sehr oft geschieht dies auch im Vergleich der Wertvorstellungen von Selbständigen und Angestellten Gründungsumfeld Als Ausgangspunkt der Teildisziplin, die sich mit den Rahmenbedingungen beschäftigt, wird die Arbeit von Max Weber zur Wirkungsweise der protestantischen Ethik angesehen. Er argumentierte, dass das Angebot an Unternehmern eine Funktion von exogenen, religiösen und sozialen Werten sei. Besonders die religiösen Impetus des Calvinismus schaffe die Motivation für Unternehmer und verleihe ihnen die moralische Energie zur unternehmerischen, innovativen Tätigkeit. Seit Weber entstand eine ganze Reihe von Studien, die sich mit der Frage beschäftigen, wie die kulturellen 8 Fallgatter 9 Brüderl / Preisendörfer / Ziegler 10 Hisrich / Peters Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

15 seltener auch die religiösen Bedingungen das unternehmerische Handeln (inkl. der Unternehmensgründung) beeinflussen. 11 Die bekanntesten sind Berger et al. (1973), Martin (1990), Berger (1991), Landa (1991), Shane (1992; 1993), Tiessen (1997) und für die Schweiz Von Waldkirch et al. (2002). Mehrheitlich wird argumentiert, dass eine individualistisch-orientierte Gesellschaft mehr Firmengründer hervorbringt als kollektivistisch-orientierte Gesellschaften. 11 Weber, Max Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

16 4. Neue Unternehmen in der Schweiz In diesem Kapitel werden einige zentrale Erkenntnisse und Zahlen zur Gründungsszene Schweiz, und deren Position im internationalen Vergleich dargestellt Unternehmensdemographie Abb. 3: Neugründungen und neue Stellen, Quelle: BFS Unternehmensgründungen Bundesamt für Statistik Laut Bundesamt für Statistik BFS wurden im Jahr 2007 in der Schweiz 11'840 neue Unternehmen gegründet. 12 Dies entsprach einer leichten Zunahme von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsstellen war ebenfalls gestiegen (auf 22'840, +1,3%). Bei den neu gegründeten Unternehmen handelte es sich mehrheitlich um kleine Unternehmen, die hauptsächlich in den Grossregionen Zürich und Genfersee angesiedelt sind. In den Jahren wurden durchschnittlich pro Jahr 11'400 neue Unternehmen gegründet und dadurch jeweils 23'600 neue Stellen geschaffen Anzahl Neugründungen Total geschaffene Stellen Generell nahmen die neu gegründeten Unternehmen ihre Tätigkeit mit wenig Personal auf: 96 Prozent der Unternehmen zählten weniger als fünf Vollzeitäquivalente und 16 Prozent verfügten über weniger als ein Vollzeitäquivalent. Mehr als ein Drittel der neuen Unternehmen (36%) wurde von Frauen oder mit der Beteiligung von Frauen gegründet. Während die Zahl der ausschliesslich von Frauen neu gegründeten Unternehmen unverändert blieb (1500, 12%), nahmen die gemischtgeschlechtlichen Neugründungen zu und machten 24 Prozent aller Neugründungen aus (2006 waren es 22%). 64 Prozent der neuen Unternehmen (7560) wurden ausschliesslich von Männern gegründet. Die neuen Unternehmen 2007 waren grossmehrheitlich im tertiären Sektor in den Branchen Dienstleistungen für Unternehmen und Handel tätig, allen voran in den Branchen Dienstleistungen für Unternehmen (3392 Neugründungen), Handel (2290) und Baugewerbe (1482). Die Statistik der Neugründungen «ex nihilo» des BFS erfasste nur effektiv neu entstandene Unternehmen (neue Produktionsfaktoren). Nicht 12 Mehr Unternehmensgründungen 2007, BFS Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

17 Tab. 2: Neue Unternehmen und Beschäftigte nach Wirt schaftszweigen und Geschlecht der Gründer, Quelle: BFS berücksichtigt wurden Unternehmen, die aufgrund neuer Rechtsformen, Fusionen, Spaltungen, Übernahmen oder Übertragungen entstanden sind. Dies erklärt auch die Abweichung zu der Anzahl im Handelregister neu eingetragener Unternehmen, wel- von der Creditreform regelmässig publiziert che werden. Gegenüber 2006 zeichnete sich bei den Branchen Immobilienwesen (+18%), Industrie +8,8%) und mit dem Kredit- und Versicherungsgewerbe verbundene Tätigkeiten (+6,2%), eine positive Entwicklung bei den Neugründungen ab. Weniger Neugründungen gab es in erster Linie im Unterrichtswesen (-22%), im Gastgewerbe (-19%) und bei der Erbringung von sonstigen öffentlichen und persönlichen Dienstleistungen (-8,1%). Die Zahl der von Gesellschaften mit beschränkter Haftung und von Aktiengesellschaften neu geschaffenen Stellen war gegenüber 2006 angestiegen, während die neuen Stellen der Einzelfirmen und Personengesellschaften leicht zurückging Auswirkungen der Krise Creditreform Das Institut Creditreform gab bekannt, dass die Neueintragungen von Firmen in den ersten Monaten 2009 unter den Stand von 2007 und 2008 gefallen sind. 13 Zwischen Januar und April des Jahres 2009 betrug das Nettowachstum der Firmenanzahl 4'300, während es 2008 im selben Zeitraum bei 5'787 lag und 2007 bei 4'557. In den Jahren zuvor belief sich der Anstieg auf 3'789 (2006) bzw. 2'142 (2005). Beim Nettowachstum erfasste die Creditreform alle neu im Handelsregister eingetragenen Fir- und subtrahierte alle Firmenlöschungen, ebenfalls gemäss men Handelsregister. Infolge der Krise kletterte die Zahl der Konkurse deutlich nach oben. Im ersten Quartal dieses Jahres wurde mit 1'633 beinahe wieder der Stand von 2005 (1'689) erreicht. Im letzten Jahr waren die Konkurse dagegen auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren gesunken (1'379). Die Monatsbilanz im April 2009 beinhaltete 2'872 neu im Handelsregister eingetragene Firmen. Im Vergleich zum April 2008 bedeutet das 13 Creditreform ( ), Auswirkungen der Krise auf Unternehmensgründungen Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

18 Mit einer Gründungsquote von 6,3 % platziert sich die Schweiz im Mittelfeld der Län- der mit hohem Einkommen, signifikant hinter Island, Hong Kong und den USA, aber deutlich vor den direkten Nachbarländern der Schweiz. einen Rückgang der Neueintragungen um 15%. Dagegen übertrafen die Löschungen im April (1'803) nur leicht den Vorjahreswert. Hinsichtlich der Regionen ist festzustellen, dass die Zentralschweiz, die Ostschweiz und die Nordwestschweiz ein Minus im zweistelligen Bereich hinnehmen mussten. Die Kantone Zürich und Bern kamen dagegen mit einem Rückgang von 3,5% bzw. 5,2% davon. Da die Creditreform alle Firmen gemäss Handelsregister berücksichtigt, können die publizierten Zahlen nur auf Tendenzen der Gründungsszene Schweiz hindeuten, diese jedoch nicht verlässlich beschreiben und quantifizieren, denn im Handelsregis- sind auch Umgründungen wie Rechtsformänderungen und Namensänderungen ter als Neueintragungen/Löschungen erfasst. Abb. 4: Anteil der Gründer an der Bevölkerung, 2007 Quelle: GEM Global Entrepreneurship Monitor Die Studie "Global Entrepreneurship Monitor" GEM wird regelmässig von einem Forscherteam durchgeführt. 14 Die Schweiz hat sich 2007 mit 30 anderen Ländern daran beteiligt. Die GEM-Studie 2007 stützte sich auf die Befragung einer Stichprobe aus der Bevölkerung jedes Landes und wurde mit Interviews von Experteninnen und Ex- perten abgerundet. Damit sind etwa 300'000 Personen in der Schweiz an Gründungsaktivitäten beteiligt. Im Jahr 2003 lag die Gründungsquote in der Schweiz bei 7,4%. 14 Global Entrepreneurship Monitor GEM 2007 Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

19 Der grosse Teil (76%) aller Gründungen in der Schweiz erfolgt, weil die Gründer eine gute Geschäftsmöglichkeit ausnutzen wollen. Bei 14% steht demgegenüber eine fehlende Erwerbsalternative im Vordergrund. Für 9 % spielen beide Motive eine Rolle. Im internationalen Vergleich ist der Anteil dieser "Gründungen aus der Not" gering. Bei einer genaueren Betrachtung der Gründungspersonen, die eine gute Geschäftsmöglichkeit ausnutzen, stellt man fest, dass diese meist deshalb ein Unternehmen gründen, um eine höhere Unabhängigkeit zu erreichen. Die Motive "Erzielung eines Einkommenszuwachses" und "Einkommenserhalt" sind von nachrangiger Bedeutung. Dieses auf den ersten Blick positive Resultat heisst allerdings auch, dass in der Schweiz Unternehmen nur selten zum Zweck des wirtschaftlichen oder sozialen Auf- gegründet werden und daher häufig wenig wachstumsorientiert stiegs sind. Die Gründungsquote von Frauen lag bei 4,9% während die von Männern 7,6% erzunehmend gesellschaft- reicht. Damit waren etwa 40% aller Gründungspersonen weiblich, was im internationalen Vergleich überdurchschnittlich ist. In der Schweiz sind Unternehmensgründungen von Frauen lich akzeptiert. Zudem wird mehr und mehr erkannt, dass Männer und Frauen glei- zu chermassen imstande sind, ein Unternehmen gründen. Abb. 5: Rahmenbedingungen für Gründungen von Frauen, 2007 Quelle: GEM Die GEM-Autorinnen und Autoren kommentieren ihre Ergebnisse wie folgt: In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Massnahmen ergriffen, um unternehmerisches Engagement von Frauen zu fördern. In der föderalistischen Schweiz obliegen weite Teile der Familienpolitik, wie etwas die Entwicklung von Krippenplätzen und die Stundenplangestaltung, den Kantonen und den Gemeinden. Punktuelle Verbesserungen im Bereich der Familienunterstützung können in den letzten Jahren verzeichnet werden. Die Einführung von Blockzeiten am Vormit- einen Fortschritt. tag, genauso wie das Verpflegungsangebot durch den Mittagstisch bedeuten für mehrere Kantone der deutschsprachigen Schweiz Die Schweiz bietet gute Rahmenbedingungen bei der physischen Infrastruktur und dem Schutz geistigen Eigentums an. Im internationalen Vergleich sind der Wissens- und Technologietransfer, sowie öffentliche Förderprogramme gut aufgestellt. Die Rahmenbedingungen für Gründungen von Frauen sind schlecht. Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

20 Abb. 6: Kenntnis von verschiedenen Förderinstitutionen, 2007 Quelle: GEM Die gute Platzierung bei den Förderprogrammen für Unternehmen erstaunt, gilt doch die Schweiz international nicht als Vorreiter in diesem Bereich. Der Bericht untersuchte weiter die Kenntnis, Nutzung und Einschätzung der Qualität der folgenden sechs Förderinstitutionen: Kantonale Wirtschaftsförderungseinrichtungen, Industrie- und Handelskammern des Kantons, kantonale Gewerbeverbände, OSEC Business Network Switzerland, Venturelab und KTI. Es zeigte sich, dass die drei kantonal organisierten Einrichtungen deutlich häufiger bekannt waren, als die drei zuletzt genannten schweizweit tätigen Institutionen Entrepreneurship- und KMU-Forschung Entrepreneurship- und KMU-Forschung in der Schweiz Volery und Gundolf erarbeiteten eine Bestandsaufnahme der deutschsprachigen Entrepreneurship- und KMU-Forschung der letzten zehn Jahre ( ). 15 Sie differenzierten in ihrem Beitrag drei Hauptforschungsarten: (1) empirische Forschung, wenn es sich um Feldstudien oder Informationen aus Datenbanken handelt; (2) konzeptuelle Forschung, wenn es um Reflexionen oder Analysen über ein bestimmtes Thema oder chiffrierte Daten geht; (3) epistemologisch, wenn das Forschungsobjekt die Arbeiten anderer Wissenschafter sind und das Ziel dessen Charakteristiken zu determinieren. Der Fragebogen war bei weitem der bevorzugteste Weg, um Daten für quantitative Studien zu sammeln. Die Analyse von bereits existierenden Datenbanken wurde ebenfalls, jedoch nicht so häufig, verwendet. In den quantitativen Studien war die Zahl der Beobachtungen nur selten grösser als 100. Interviews und Beobachtungen waren die meistverwendeten Erhebungsmethoden der qualitativen Studien. Trotz ihrer geringeren Anzahl, waren die konzeptuellen und epistemologischen Beiträge, nicht von geringerer Bedeutsamkeit. In der Tat, haben sie eine wichtige Rolle im Aufbau des Entrepreneurship als Forschungsfeld gespielt, da sie geholfen haben, den konzeptuellen und methodologischen Korpus zu konstruieren. 15 Volery & Gundolf, eine Bestandsaufnahme Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

21 Die überwiegende Mehrheit der nationalen Studien im Bereich Unternehmensgründungen betreffen nur einzelne wenige, isolierte Aspekte. Ein mehr oder weniger umfassendes Bild der neuen Selbständigen konnte zumindest in den letzten Jahren für die Schweiz nicht gezeichnet werden. Die Analysen von jungen Unternehmen konzentrieren sich auf gesonderte, heraus gelöste Aspekte wie z. B. auf den Zusammenhang des Erfolgs mit der Grösse und dem Wachstum junger Unternehmen oder auf die Analyse von Unternehmensgründungen in Hochspezialisierten Branchen wie Nanotechnologie oder Biotechnologie. Auch der Global Entrepreneurship Monitor beschränkt sich auf einige wenige Aspekte des Phänomens Unternehmensgründung, auch wenn er interessante Vergleiche zwischen verschiedenen Ländern zulässt und deren Entwicklung über mehrere Jahre aufzeigt. In der Schweiz gab es mehr Gründer als in den Nachbarländern. Die Schweiz ist zwar unternehmerischer als die meisten EU-Länder, allerdings wollten die Gründer hierzulande klein bleiben und strebten nur selten ein hohes Wachstum an. Dies waren zentrale Ergebnisse des internationalen Forschungsprojektes "Global Entrepreneurship Monitor", die vom Schweizerischen Institut für Klein- und Mittelunternehmen der Universität St.Gallen, dem Institute for Management Development Lausanne und der École polytechnique fédérale de Lausanne vorgestellt wurden. Es fehlt der Schweiz in erster Linie an ambitionierten Gründern, lautet eine Folgerung der Studie. Insgesamt waren etwa 300'000 Personen in der Schweiz an Gründungsaktivitäten beteiligt, was 6,3% der erwachsenen Bevölkerung entsprach. Die Gründungsquote von Frauen lag bei 4,9% während die von Männern 7,6% erreichte. Damit waren etwa 40% aller Gründer weiblich. 16 Verschiedene Organisationen unterstützen die Forschung im Bereich Unternehmertum. Exemplarisch sei hier das "VentureLab" erwähnt. Dessen Vision ist es, einen relevanten Beitrag zur Schaffung neuer Arbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung zu leisten. "VentureLab" unterstützt Forschungsaktivitäten im Bereich Entrepreneurship Entrepreneurship- und KMU-Forschung FHNW Intern In den Jahren hat die damalige Fachhochschule Solothurn Nordwestschweiz folgende empirischen Studien zu den Themen "die neuen Selbständigen 1999" 18, "Frauen-Power unter der Lupe", 19 "der Einfluss der Beratung, Weiterbildung und des Beziehungsnetzes auf den Erfolg junger Unternehmen", 20 "100 Jobs pro Tag" 21 und "das Überleben junger Unternehmen" 22 durchgeführt. Dabei konnten für die Schweiz detaillierte Bilder der Gründerinnen und Gründer und ihrer jungen Unternehmen gezeichnet werden. Das Institut für Unternehmensführung ist bemüht, seine Position in den Bereichen Entrepreneurship- und KMU-Forschung zu festigen und auszubauen. 16 Uni St.Gallen, Global Entrepreneurship Monitor Rolf Meyer, Die neuen Selbständigen Rolf Meyer und Najib Harabi, Frauen-Power unter der Lupe 20 Meyer, Harabi und Niederer, Einfluss junger Unternehmen 21 Rolf Meyer, 100 Jobs pro Tag 22 Rolf Meyer, Das Überleben junger Unternehmen Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

22 5. Beschreibung der eigenen Erhebung In der vorliegenden Arbeit erfolgte eine quantitative schriftliche Befragung. Das erste Ziel war es, ein möglichst zuverlässiges und detailliertes Bild der neuen Unternehmen der Schweiz und ihrer Gründungspersonen zu gewinnen Fragebogen Damit die erfassten Daten in verschiedene theoretische Erklärungsansätze integriert und mit bestehenden empirischen Studien verglichen werden konnten, stützte sich diese Arbeit auf einen oft verwendeten Bezugsrahmen, der im 3. Kapitel beschrieben wurde und Unternehmensgründungen mit folgenden drei Faktorbündeln erfasste: 23 Gründungsperson: Personenbezogene Faktoren, d.h. Faktoren, die Merkmale und Verhaltensweisen der Person des Unternehmensgründers integrierten. Gründungsunternehmen: Betriebsbezogene Faktoren, d.h. Faktoren, die sich auf Merkmale der neuen Unternehmung bezogen. Unternehmensumfeld: Umfeldbezogene Faktoren, d.h. Faktoren, die das lokale, branchenspezifische sowie gesamtgesellschaftliche und -wirtschaftliche Umfeld der Unternehmung charakterisierten. Da die Unternehmensgründungen mit diesen drei Faktorbündeln erfasst wurden, ergab sich ein detailliertes Bild der jungen Unternehmen und ihrer Gründungspersonen. Die einzelnen Faktoren können in weiteren Berichten auch zur Erklärung der verschiedenen offenen Fragen nach dem Ausmass des Gründungsgeschehens, dem Überleben und Wachstum junger Unternehmen oder allgemein zur Erklärung der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Unternehmensgründungen herangezogen werden Pre-Test Fünfzehn repräsentativen Unternehmen wurde der Pre-Test zum Ausfüllen zugestellt. Auf Grund ihres Feedbacks wurde der Fragebogen überarbeitet und schliesslich in einer deutschen und französischen Version gedruckt Schriftliche Erhebung Rücklauf Im Zeitraum Juni und Juli 2009 ist ein achtseitiger Fragebogen mit 44 Frageblöcken und gut 200 Einzelfragen an die repräsentative Stichprobe von 4698 potentiellen Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer versandt worden. Angeschrieben wurden Inhaberinnen und Inhaber von Unternehmen, die in den Jahren ins Handelsregister eingetragen wurden. 23 Brüderl oder Szyperski / Nathusius Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

23 Darin enthalten waren 3448 Deutschschweizer / Tessiner und 1250 Westschweizer Unternehmen, welche einen ins französische übersetzten Fragebogen und Begleitbrief erhielten. Bei den Firmenadressen stützte sich das Forscherteam auf die Wirtschafts-CD-ROM von Orell Füssli, welche alle im Handelsregister eingetragenen Unternehmen enthielt. Zur Auswahl dieser Unternehmen gab es folgende Bemerkungen: Nicht enthalten in dieser Auswahl waren alle Unternehmen, die nicht im Handelsregister eingetragen waren (Einzelunternehmen mit einem jährlichen Umsatz von weniger als CHF 100'000. die sich nicht freiwillig eintragen liessen). Dadurch waren in dieser Untersuchung die Kleinstunternehmen untervertreten. Ebenfalls nicht enthalten waren alle Unternehmen, die bereits wieder gelöscht wurden. Es konnten nur Unternehmen befragt werden, die noch existierten. Dadurch waren in dieser Untersuchung alle nicht-erfolgreichen Unternehmen, allen voran diejenigen, die sehr schnell wieder vom Markt verschwunden waren, zu wenig stark vertreten. Tab. 3: Übersicht über Verlauf und Rücklauf der schriftlichen Befragung, 2009 Von den 4071 erreichten Personen haben 746 oder 18,3% geantwortet. Davon füllten 387 den Fragebogen fast vollständig aus. Eine stolze Zahl, wenn man bedenkt, dass die Beantwortung des achtseitigen Fragebogens mindestens 45 Minuten in Anspruch nam und die verfügbaren Zeitressourcen der Gründungspersonen in der Regel sehr knapp bemessen waren. Versandt: 4698 Nicht zustellbar Zustellbar: 4071 Keine Antwort Antwort erhalten: 746 Fragebogen nicht vollständig ausgefüllt: 359 Fragebogen fast vollständig ausgefüllt: 387 Leer, nicht aktiv Tochtergesellschaft Gründung vor 2003: 191 Gründung vor 2003:61 Gründung 2003 oder Später Gründung vor % der Versandten 2,2% 1,4% 5,4% 6,9% % der Zustellbaren 2,5% 1,7% 6,2% 8,0% % der antwortenden Unternehmen 13,5% 9,0% 33,8% 43,7% Die antwortenden Unternehmen konnten folgendermassen eingeteilt werden: Gut 100 (2,2%) Unternehmen nahmen entweder bisher noch keine Geschäftsaktivitäten auf, obwohl sie bereits im Handelsregister eingetragen waren (u.a. reine Briefkastenfirmen), oder sandten uns ohne Kommentar den leeren Fragebogen zurück. Knapp 70 (1,4%) Unternehmen waren Zweigstellen oder Tochterfirmen einer anderen Unternehmung. Hinter diesen Betrieben standen keine Personen, welche sich selbständig machten. In unserer Untersuchung wurden diese Firmen nicht berücksichtigt. Weitere 191 (4,1%) Unternehmen nahmen ihre Tätigkeit bereits vor 2003 auf. In den Jahren erfolgte entweder die erstmalige Eintragung ins Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

24 Handelsregister oder eine Umgründung (z.b. Änderung der Rechtsform, Namensänderung, Umstrukturierung innerhalb eines Konzerns), die im Handelsregister als "Neugründung" geführt wurde. Auch diese Unternehmen wurden bei der Untersuchung nicht berücksichtigt, da es sich nur um neue Firmen im rechtlichen, nicht jedoch im betriebswirtschaftlichen Sinne handelte. Es verblieben 326 (6,9%) Unternehmen, welche tatsächlich in den Jahren gründeten, genauer gesagt nach 2003 die Geschäftsaktivitäten aufnahmen. Hinter diesen Firmen standen Personen, welche mit ihrer Unternehmensgründung den Schritt in die Selbständigkeit wagten. Von diesen 326 Unternehmen stammten 265 aus der Deutschschweiz und 61 aus der Westschweiz. Damit war der Nettorücklauf in der Westschweiz deutlich kleiner als in der Deutschschweiz Statistische Auswertungen Die 326 erfassten Datensätze von originären, selbständigen Unternehmensgründungen der Jahre wurden anschliessend statistisch ausgewertet. Die ersten, primär deskriptiven Ergebnisse werden in diesem Bericht veröffentlicht. Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

25 6. Ergebnisse: Wer sind die neuen Selbständigen? Dieses Kapitel gibt nun die statistisch ausgewerteten und aufbereiteten Antworten der befragten 326 Gründungspersonen wieder, die in den Jahren ihr eigenes Unternehmen starteten Die Gründungspersonen Charakter-Typen Ein wichtiges Element, das auf die Gründungsneigung einwirkt, ist die subjektiv wahrgenommene Kompetenz, die man zur Unternehmensgründung mitbringt. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten die Charaktere und die menschlichen Grundbedürfnisse einzuordnen. Eine davon ist das EIAM-Modell nach Fischer 24 mit dem Ziel der Selbst-Reflexion, das dieser Befragung zugrunde liegt. Tab. 4: Charakter-Typen und menschliche Grundbedürfnisse nach EIAM-Modell Jeder Mensch ist geprägt von allen vier Charakter-Eigenschaften und Bedürfnissen, aber eine ist in der Regel etwas ausgeprägter. Je nach Situation und Rolle im beruflichen oder privaten Umfeld tritt jedoch einer dieser Stile öfter zutage. Charaktertyp EnthusiastIn Wer? Grundbedürfnisse Lust / Unlustvermeidung IntegratorIn AnalystIn Wie? Warum? Bindung Orientierung / Sicherheit MacherIn Was? Selbstwerterhöhung Abb. 7: Charakter-Typen nach EIAM-Modell, % 40% 35% 30% Anteil 25% 20% 15% 10% 5% 0% Über 40% der Gründer stufen sich selber als MacherIn (zielorientiert, selbstsicher, geradlinig, rasch, energievoll, korrigierend) ein, 23% als AnalystIn (überlegt, logisch, zurückhaltend, diszipliniert, ernst, kritisch, abwägend), 23% als IntegratorIn (zuverlässig, warmherzig, Wert auf Harmonie, kooperativ, solidarisch) und lediglich 13% bezeichnen sich als EnthusiastIn (mitreissend, brauchen Applaus, offen, optimistisch, menschenorientiert, begeisterungsfähig). EnthusiastIn IntegratorIn AnalystIn MacherIn Charakter-Typen EIAM Der Anteil der Frauen beträgt bei den EnthusiastInnen 18%, bei den IntegratorInnen 24%, bei den AnalystInnen 19% und bei den MacherInnen 20%. 24 Sidler Adrian Urs, EIAM-Modell nach Fischer Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

26 Menschliche Grundbedürfnisse sind Aspekte, die bei allen Menschen vorhanden sind und deren Verletzung oder dauerhafte Nichtbefriedigung zu Schädigungen der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens führen. Bei den menschlichen Grundbedürfnissen wählen über 35% das Bedürfnis nach Orientierung / Sicherheit, 32% nach Lust / Unlustvermeidung, 20% nach Selbstwerterhöhung und lediglich 13% nach Bindung. Abb. 8: Alterstruktur der neuen Selbständigen, 1999 und Alter, Geschlecht, Partnerschaft, Kinder, Nationalität Jungselbständige sind nicht unbedingt jung. Die befragten Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer zählen 2009 zwischen 23 und 80 Jahren. Dabei liegen 36% der Befragten zwischen 26 und 40 Jahren, weitere 33% zwischen 41 und 50 Jahren. Das Durchschnittsalter der Selbständigen liegt bei 45 Jahren. Berücksichtigt man, dass diese im Schnitt seit knapp vier Jahren selbständig arbeiten, resultiert ein Durchschnittsalter von 41 Jahren bei der Unternehmensgründung. Anteil 50% 45% 40% 35% 30% 25% 20% 15% 10% 5% 0% über 60 Alter Hinsichtlich des Alters der Unternehmensgründer zeigt unsere Langzeitstudie , dass die Gründer älter werden. Vor zehn Jahren betrug das Durchschnittsalter 42 Jahre, jetzt liegt es bei 45 Jahren. Abb. 9: Geschlechteranteile, 1999 und 2009 Mehr als 20% der Neugründungen erfolgen von Frauen. Dies ist eine Zunahme gegenüber dem Jahre 1999 von beachtlichen 32% oder von 5 Prozentpunkten Frau 15.6 Mann 84.4 Jahr 2009 Frau 20.6 Mann % 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Anteil Vergleicht man diese Zahlen mit denjenigen der Schweizerischen Arbeitskräfte- Erhebung des Bundesamtes für Statistik und der GEM-Studie, so nimmt auch bei diesen Studien der Anteil der Frauen an den Selbständigen in den letzten Jahren Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

27 kontinuierlich zu machen die Frauen rund 40% aller Selbständigen aus. Die Diskrepanz zu den Zahlen in unserer Erhebung lässt sich damit erklären, dass es in unserer Stichprobe lediglich zwei Kategorien der Gründer gibt: die Frauen und die Männer. Das BFS bildet eine dritte Kategorie: neue Unternehmen von Frauen oder mit der Beteiligung von Frauen gegründet, diese betrug 36%. Die Zahl der ausschliesslich von Frauen neu gegründeten Unternehmen zählte lediglich 12%. Die gemischtgeschlechtlichen Neugründungen machten somit 24% aller Neugründungen aus. Abb. 10: Kinderzahlen der Gründungspersonen, 1999 und 2009 Rund 87% der neuen Selbständigen leben in fester Partnerschaft. Rund 13% verbringen ihr Leben alleine. Zudem weisen fast die Hälfte der neuen Selbständigen keine oder bereits erwachsene Kinder Tendenz zu 1999 stark zunehmend von 28% auf 45%. Gründungspersonen leben deutlich seltener mit Kindern im selben Haushalt; und wenn sie Kinder ausweisen, dann deutlich weniger als vor 10 Jahren. Anteil 50% 45% 40% 35% 30% 25% 20% 15% 10% 5% 0% Kinder Der gesamtschweizerische Geburtenrückgang in demselben Zeitraum gemäss BEV- NAT des BFS beträgt lediglich etwa 11 % (von jährlich rund 82'000 Geburten im Beobachtungszeitraum auf rund 73'000 im beobachteten Zeitraum ). Dies bedeutet, dass der Anteil der Gründungspersonen bei den kinderlosen Schweizerinnen und Schweizern gegenüber vor 10 Jahren deutlich zugenommen hat. Tab. 5: Nationalitäten der Selbständigen in %, 1999 und 2009 Der Anteil der Schweizerinnen und Schweizer liegt bei 90%. Ausländerinnen und Ausländer sind bei den Selbständigerwerbenden stark untervertreten. Obwohl ihr Anteil an der erwerbstätigen Bevölkerung 2007 gemäss amtlicher Statistik rund 20 ausmacht, beträgt der Anteil der Ausländer an den neuen Selbständigen in unserer Erhebung nur 10% Schweizer / Schweizerin Niederlassungsbewilligung B 1 3 Niederlassungsbewilligung C 8 6 Anderes 1 1 Festzustellen ist im Weiteren eine vermehrte Zunahme von Niederlassungsbewilligung B gegenüber der Bewilligung C. Die neuen Selbständigen /59 Oktober 2009

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