Piazza. 04 Privatisierte Swisscom? Zwei Nationalräte im Streitgespräch

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1 04 Privatisierte Swisscom? Zwei Nationalräte im Streitgespräch Piazza Beziehung am Arbeitsplatz Von Vor- und Nachteilen, wenn Paare sich am Arbeitsplatz kennenlernen 12 Innovation Treibstoff unseres zukünftigen Geschäftserfolgs? Das Magazin für die Mitarbeitenden von Swisscom

2 02 Das Produkt Inhalt Piazza Inhalt 02 Das Produkt: DSL-Angebote für Vielnutzer und Einsteiger 04 Streitgespräch: Zwei Nationalräte debattieren über Sinn und Unsinn einer Privatisierung von Swisscom 07 Humor: Von Geiern und Lämmern 08 Verliebt am Arbeitsplatz: Vor- und Nachteile von Beziehungen am Arbeitsplatz 11 Umfrage: Welche Innovationen liegen im Trend? 12 Wer braucht Innovation? Über die Unerlässlichkeit guter Innovationssysteme 14 Innovation wozu? Piazza zeigt, warum und wie syste matisch Swisscom Innovation betreibt 19 Innovation CEI: Innovations- Sharing mit Grosskunden 20 Kontrovers: Swisscom und die Olympischen Spiele 08 in China 21 UCC: Zusammenarbeit mit neuen Dimensionen 22 In Kürze: Infos kurz und knapp 24 Leidenschaft: Dolma Sewo setzt sich für mehr Menschenrechte in Tibet ein Das Produkt Neues DSL-Angebot Bedürfnis Im Bereich Internet-Zugang gibt es unterschiedliche Kundenbedürfnisse. Zum einen die Vielnutzer mit dem Wunsch nach immer mehr Bandbreite, andererseits die Einsteiger, welche sich ein günstiges Angebot mit kleiner Bandbreite wünschen. Angebot Swisscom erhöht im August die Bandbreiten und lanciert gleichzeitig zwei Einsteigerangebote DSL mini mit 1000 Kbits/s (CHF 34. ) und DSL start mit 300 Kbits/s (ohne Grundgebühr, CHF 3. pro Surfstunde). Vorteil Swisscom wird den Kundenansprüchen gerecht. Konkurrenz Der Wettbewerb zwischen den Anbietern von DSL- Diensten und den Kabelnetzbetreibern wird weiter intensiviert.

3 03 Von Innovationssystemen, innovativen Menschen und gesundem Leben. Editorial Piazza Impressum Piazza (Juli) Herausgeber Stefan Nünlist, Swisscom AG, Unternehmenskommuni kation, 3050 Bern. Erscheint 5 Mal jährlich. Redaktion Isabelle Flury, Chefredaktion, Ariane Ellenberger, Régis Gobet, Armin Schädeli, Giorgio Tebaldi Sekretariat Käthi Kohler, Telefon , Fax , Übersetzung Textra Professionelle Übersetzungen, Pfäffikon (SZ) Konzept und Gestaltung Process AG, Zürich Druck NZZ Fretz AG, Zürich Adressänderungen Mitarbeitende melden Änderungen ihrer Personal - abteilung. Für Pen sionierte nimmt die zuständige Pensions kasse Adressmutationen entgegen. Externe Abonnenten melden Adressänderungen beim Redaktionssekretariat. Titelbild Daniel Infanger Editorial Innovation heisst laut Wikipedia «Neuerung». Heute wird der Begriff vor allem im Sinne von neuen wirtschaftlichen Ideen verwendet. Täglich werden solche Ideen umgesetzt. Wer mit diesem Tempo Schritt halten will, muss Innovation gezielt und systematisch betreiben. In vielen Firmen fehlt dieses Innovationsmanagement nicht so bei uns. In diesem Heft zeigen wir euch, wie bei Swisscom Innovation stattfindet. Auch das Piazza-Team war innovativ. Mit der neuen Marke haben wir neue Ideen ins Heft gebracht, unsere Produktion optimiert und prompt eine Auszeichnung erhalten: «Best of Corporate Publishing». Damit zählt Piazza aus über 600 Publikationen zu den besten fünf Mitar beitermagazinen. Ein Dankeschön allen Beteiligten! Isabelle Flury, Chefredaktorin Dieses Produkt wurde klimaneutral produziert.

4 04 Privatisierung Piazza Zusammengefasst Soll Swisscom privatisiert werden? Und was wären die Folgen? Thema Nationalrätin Jacqueline Fehr (SP) und Nationalrat Filippo Leutenegger (FDP) diskutieren über die Vor- und Nachteile des Bundes als Mehrheitsaktionär. Privatisierung: wie weiter? Zwei Nationalräte diskutieren über unsere Zukunft. Text: Armin Schädeli, Isabelle Flury Fotografie: Pia Zanetti Im Mai 2006 sagte der Nationalrat nein zur Privatisierung von Swisscom. Trotzdem wird weiter debattiert. Der Bundesrat wird in den kommenden Monaten einen Bericht zum «Wie weiter» verabschieden. Piazza wollte deshalb von Nationalrätin Jacqueline Fehr (SP) und Nationalrat Filippo Leutenegger (FDP) wissen, wo sie die Vor- und Nachteile einer Privatisierung sehen. Wie beurteilen sie Swisscom? Wo sehen sie unsere Zukunft? Stefan Nünlist, Leiter Unternehmenskommunikation, moderierte ein spannendes Streitgespräch. Piazza: Frau Fehr, Herr Leutenegger, was er warten Sie von Swisscom? Jacqueline Fehr (JF): Gute, innovative Leistungen und faire Tarife für alle Menschen und in allen Regionen in diesem Land. Swisscom soll weiterhin umfassend in die Grundversorgung investieren, gleichzeitig im Zukunftsmarkt präsent sein und eine Unternehmenskultur pflegen, die das Unternehmen weiterhin als Topadresse für beste Leute positioniert. Filippo Leutenegger (FL): Swisscom soll im Multimediamarkt eine Vorreiterrolle übernehmen. Sie hat keine andere Wahl, als sich interna tional auszurichten und wo notwen- dig entsprechende Verbindungen einzugehen. Das kann nur funktionieren, wenn das Unternehmen eigenständig ist. JF: Die zentrale Frage ist: Gibt es einen besseren Hauptaktionär als den Bund? Sunrise zum Beispiel ist ein langsam sterbendes Unternehmen. Dies erstaunt nicht Hedge Funds haben nun mal andere Ziele als ein langfristig orientierter Aktionär wie der Bund. Welcher Hauptaktionär wäre für das Unternehmen längerfristig vorteilhafter? FL: Swisscom braucht keinen Hauptaktionär, ich sehe sie als Publikumsgesellschaft. Welche Barrieren man dann einbaut, zum Beispiel ob es eine schweizerisch beherrschte Gesellschaft sein soll oder ob es eine maximale Aktienpaketgrösse gibt, müsste man diskutieren.? Wo sind die Stärken und Schwächen von Swisscom und was würde sich bei einer Privatisierung für die Kunden ändern? JF: Eine grosse Stärke ist die Verankerung in der Bevölkerung. Die Schweiz vertraut Swisscom und fühlt sich mit ihr verbunden. Und: Swisscom ist nicht nur dort präsent, wo der kurzfristige Erfolg wartet, sondern investiert auch in den Service Public.

5 05 Piazza traf die Nationalräte Jacqueline Fehr (SP) und Filippo Leutenegger (FDP) während der Sommersession in Bern. Privatisierung Piazza 03 08

6 06 Privatisierung Piazza Jacqueline Fehr: «Swisscom ist nicht nur dort präsent, wo der kurzfristige Gewinn wartet. Das ist wichtig und soll so bleiben.» Filippo Leutenegger: «Swisscom kann in einer globalisierten, multimedialen Welt eine Leaderrolle übernehmen. Das geht aber nur, wenn sie privatisiert wird.» FL: Die Grundversorgung ist wichtig, aber als Ziel rückwärtsgerichtet. Mittlerweile tragen auch andere Unternehmen zur Grundversorgung in der Schweiz bei. Schauen wir nach vorne! Wir bewegen uns in einer globalen, multimedialen Welt. Swisscom könnte hier eine Leaderrolle übernehmen. Die staatliche Beteiligung ist aber bei jeder relevanten Übernahme oder Beteiligung ein Bremsklotz. JF: Die Grundversorgung ist das Rückgrat des Unternehmens. Swisscom hat in den letzten Jahren bewiesen, dass sie den Grundversorgungsauftrag sehr wohl mit Innovation verbindet. Das zeigt sich auch in den Marktanteilen. Viele Kunden haben gemerkt, dass die Dienstleistungen unter dem Strich bei Swisscom am besten sind, und kehren zurück. Swisscom tut gut daran, auf dieser erfolgreichen Basis aufzubauen. Es gibt genügend Firmen, die sich mit hochfliegenden Plänen ins Unglück gestürzt haben. FL: Swisscom hat sich auch schon gehörig die Finger verbrannt trotz staatlicher Beteiligung! Fakt ist: Die Ertragserosion im Kerngeschäft ist massiv. Geht das so weiter, wird Swisscom bald sehr viel weniger Wert sein. Konzentrieren wir uns zu stark auf die Erbringung der Grundversorgung, steht das Unternehmen in einigen Jahren ziemlich schmalbrüstig da. Das macht mir Sorgen, denn ich bin stolz auf Swisscom!? Cabelcom verfügt über ein leistungsfähigeres Breitbandnetz als wir Elektrizitätswerke bauen Glasfasernetze. Soll Swisscom im grossen Stil in Glasfaser investieren? Inwieweit ist dieser Entscheid von der Eigentümerfrage abhängig? JF: Bei Swisscom stehen milliardenschwere Investitionen an. Wir sprechen beim Breitbandausbau von einer Investition für die nächsten Generationen, die sich erst in Zukunft lohnen wird. Hedge Funds hingegen sind auf schnellen Gewinn aus. Sie tätigen keine Investitionen mit Blick auf künftige Generationen. Wer ist bereit, solche Investitionen auszulösen und sie auch zu schützen? Sicher nicht private Eigentümer, die sich in einem viel kurzfristigeren Rhythmus rechtfertigen müssen! Und auch nicht Kleinaktionäre. Diese geben dem Management sehr viel Macht, ohne für langfristige Unternehmensentwicklung einzustehen. FL: Ich wiederhole: Den künftigen Herausforderungen können wir nicht durch Aufrechterhaltung oder Ausbau der Grundversorgung begegnen. Und das Problem der kurzfristigen Gewinne sehe ich überhaupt nicht jeder Unternehmer will auch langfristig Erfolg haben! Und wo ein Bedürfnis ist, da wird auch investiert. Im Moment ist der Verkauf einer Mehrheit aber politisch vermutlich nicht durchsetzbar, obwohl es die vernünftigste Lösung wäre auch für die Steuerzahler. Zurzeit fehlt schlicht der Leidensdruck. JF: Ich bleibe dabei: Eine private Swisscom hätte einen grösseren Renditedruck und würde weniger in den Service Public und kaum mehr auf lange Sicht investieren. Swisscom erbringt heute viele Leistungen, die über das Geschäftsinteresse hinausgehen. Auch Unternehmen wie SBB, Migros und Coop sind nicht allein auf Redite aus und investieren viel in die Unternehmensentwicklung. Wenn wir näher hinschauen, gibt es genau deshalb nirgends auf der Welt eine so gute Grundversorgung wie in der Schweiz. Diese Situation zu verändern wäre absurd!

7 Humor 07 Humor Piazza Privatisierung sinnvoll oder nicht? So stellt sich Zeichner Nico eine Swisscom in privaten Händen vor.

8 08 Verliebt am Arbeitsplatz Piazza Am Arbeitsplatz kennengelernt Nicht nur in Bars, im Fitnesscenter oder per Internet kann man flirten immer mehr Beziehungen beginnen am Arbeitsplatz. Text: Isabelle Flury Fotografie: Jürg Isler Es ist passiert! Der neue Produkt-Manager aus dem Büro nebenan lächelt dir in der Mittagspause freundlich zu und spricht dich wenig später auf der Treppe an. Oder anders rum: Die Kollegin aus dem Innovations-Workshop fragt dich, ob ihr mal Kaffee trinken geht. Und nach wenigen Worten ist klar es gibt da eine besondere Anziehungskraft! Was nun? Der Verstand rät: «Lass die Finger davon. Beziehungen am Arbeitsplatz geben nur Probleme!» Oder: «Was denken meine Kollegen von mir, wenn die das erfahren?» Trotzdem beginnen über 20 % aller Ehen im Büro, wie das Hamburger Meinungsforschungs institut Gewis herausfand. Tendenz steigend. Leuchtet ja irgendwie auch ein, denn wo verbringen viele von uns mehr wache Zeit als am Arbeitsplatz? Kritische Punkte Berufliche und private Interessen lassen sich aber nicht immer problemlos vereinbaren. Wie soll eine Vorgesetzte einen Mitarbeiter entlassen, wenn die beiden am Abend zuvor zusammen eingeschlafen sind? Und bei Liebeskummer kann die Beziehung mit dem Büronachbarn zur Qual werden und die Arbeit kann leiden. Noch bis vor kurzem reagierten deshalb viele Firmen konservativ auf amouröse Verwicklungen am Arbeitsplatz. Inzwischen ist der Kurs liberaler so auch bei Swisscom. Trotzdem sind gewisse Regeln nötig. Zum Beispiel ist das Anstellen von Familienangehörigen und Zusammengefasst Über Vor- und Nachteile von Beziehungen am Arbeitsplatz. Thema Viele von uns verbringen immer mehr Zeit am Arbeitsplatz. Klar, dass die Wahrscheinlichkeit, den Lebenspartner dort zu finden, steigt. Zwei Paare erzählen, wie sie das erlebt haben.

9 09 9 Verliebt Kernthema am Arbeitsplatz Übergänge Piazza Caroline Bücheler und Peter Herrmann, beide Marketing- Leiter. Sie sind seit drei Jahren zusammen. Tochter Anna Marina ist drei Monate alt. Lebenspartnern im eigenen Führungsbereich nicht erlaubt. Und es muss klar sein, dass eine Beziehung, die am Arbeitsplatz entsteht, von beiden Seiten gewünscht wird. Fälle von sexueller Belästigung werden von Swisscom streng geahndet. Zudem sagt uns der gesunde Menschenverstand, dass eine Beziehung am Arbeitsplatz keine Begünstigungen zur Folge haben darf und die Arbeit und das Klima im Team nicht negativ beeinflussen soll. Positive Aussichten Es gibt aber auch handfeste Argumente für die Beziehung am Arbeitsplatz: Verliebte Arbeitnehmer laufen Untersuchungen zufolge zu Höchstform auf. Sie erscheinen pünktlich und hoch motiviert zur Arbeit und arbeiten deshalb schlicht produktiver. Und: Beziehungen, die am Arbeitsplatz geknüpft wurden, sagt man eine lange Halt- barkeit nach, da man Zeit hat, sich kennenzulernen und abzuschätzen, ob man wirklich zueinander passen könnte oder nicht. Zwei Pärchen, die sich bei Swisscom kennengelernt haben, erzählen, wie sie diese Situation erlebt haben. An einem Meeting hats gefunkt! Caro und Peter haben sich vor etwas mehr als drei Jahren bei der Arbeit kennengelernt. Peter: «Es war an einem Mittwochmorgen an der Schwarztorstrasse in Bern. Ich lud Caroline zu einem Meeting ein. Bereits als sie zur Tür herein kam wusste ich, dass ich sie wiedersehen wollte.» Obwohl die Anziehung gegenseitig war, hat es noch ein Jahr gedauert, bis Peters Kochkünste Caro zu überzeugen vermochten. Piazzaflash Unter piazzaflash findet ihr weitere Informationen zum Thema.

10 10 Verliebt Kernthema am Arbeitsplatz Übergänge Piazza Tina Willibald, Leiterin New Video Communication, und Peter Eschmann, Customer Experience Designer, sind seit zweieinhalb Jahren zusammen. Sohn Nico ist 18 Monate alt. Heute wohnen die beiden mit ihrer drei Monate alten Tochter Anna Marina in Brügg bei Biel. Aus ihrer Beziehung haben sie nie ein Geheimnis gemacht negative Reaktionen gab es keine. Peter: «Die einen oder anderen waren vielleicht ein bisschen überrascht aber gestört hat es unseres Wissens niemanden.» Wie ist es aber für sie als Paar? Ist das Thema Arbeit nicht allgegenwärtig, wenn man einen Arbeitskollegen als Partner hat? Caro: «Wir sind beide Marketing-Leiter. Klar sprechen wir da manchmal über unsere Arbeit. Für mich ist das aber durchaus positiv, denn wer bringt einem mehr Verständnis für Probleme am Arbeitsplatz entgegen als einer, der im selben Boot sitzt?» Wir haben uns gefunden! Tina und Peter haben sich vor zweieinhalb Jahren im Projekt «One Broadband» kennengelernt. Peter: «Tina war Projektleiterin, ich habe mein Wissen als Experte in das Team eingebracht. So sind wir uns begegnet und nähergekommen.» Tina lacht: «Es war irgendwie alles so natürlich und selbstverständlich, dass auch unser geschäftliches Umfeld total positiv reagiert hat.» Wie Caro und Peter hielten sie es nicht für nötig, ihre Beziehung geheim zu halten. «Natürlich überlegt man sich, wie wohl die Arbeitskollegen reagieren, wenn sie es mitbekommen», gibt Peter zu. «Für uns war das allerdings kein Grund, uns zu verstecken.» Auch für sie überwiegen die Vorteile, die sich ergeben, wenn der Partner in derselben Firma, ja im selben Umfeld arbeitet. Tina: «In der direkten Zusammenarbeit lernt man das Gegenüber meines Erachtens schneller und besser kennen, als wenn man sich nur in der Freizeit sieht. Man erlebt zusammen Stresssituationen, löst Probleme und kann Projekterfolge feiern. Das schweisst zusammen. Ausserdem gewinnen Gespräche über das Geschäft an Tiefe, da beiden Partnern die Dimensionen des jeweiligen Themas bekannt sind.»

11 Nachgefragt Auf Innovation kann heute kein Unternehmen verzichten. Piazza hat einige Mitarbeitende gebeten, eine Innovation zu nennen, die ihrer Ansicht nach im Trend liegt. Ein kleiner Überblick. Text: Isabelle Flury, Ivana Sambo, Régis Gobet Fotografie: Nadia Schweizer, Tanja Buchser, Derek Li Wan Po 11 Kernthema Nachgefragt Übergänge Piazza Stefano Dell Era, Swisscom Schweiz, Bellinzona «Die Zeit hinterlässt ihre Spuren nicht nur im Gesicht schöner Frauen: Falten überziehen auch die 16-mm- und 35-mm-Filme! Die Lösung heisst Variofilm SA. Mit einer für die Schweiz exklusiven Technologie werden die Filme gewaschen, mit spezieller Software restauriert und auf Broadcasting-Videokassetten übertragen. Das Lifting ermöglicht, schöne Zeiten in Erinnerung zu rufen vor dem Fernseher!» Kurt Möri, Competence Building and Training, Worblaufen «Die Jenni Energietechnik AG aus Oberburg bringt Produkte-Innovation und Nach haltigkeit erfolgreich unter einen Hut. Mit Oil of Emmental, der Vision eines ölfreien Tals, hat sie zudem einen genialen Brand entwickelt. Hut ab!» Lydia Chételat, Swisscom Immobilien, Freiburg «Nespresso hat ein Qualitätsprodukt lanciert und eine neue Kaffeekultur begründet. Innovativ ist aber auch das Ambiente, das von diesem Unternehmen geschaffenen wird: die Präsentation der Boutiques und die Werbung im Internet und im Fernsehen. Und erst noch in Verbindung mit einem verführerischen amerikanischen Schauspieler!» Sandra Morel, Swisscom Schweiz, Liebefeld «Ich denke weniger an einen Namen als an einen Tätigkeitsbereich: die Recycling- Unternehmen. Indem sie uns anspornen, nicht irgendetwas irgendwo fortzuwerfen, schaffen sie bei uns das Bewusstsein, dass unser Planet kein Abfallkübel ist. Denn bedeutet innovieren letztlich nicht auch vorbeugen?» Roger Genier, Swisscom Immobilien, Freiburg «Innovieren heisst, mit neuen Produkten und Lösungen die Gewohnheiten zu verändern. So gesehen ist Belenos Clean Power sehr innovativ. Denn wenn es diesem Unternehmen wie geplant gelingt, Fahrzeuge mit Brennstoffzellen zur Serienreife zu bringen und über die ganze Welt zu verbreiten, hat es in Sachen Umweltschutz zu einem grossen Fortschritt beigetragen.»

12 12 Kernthema Übergänge Innovation Piazza Sind wir innovativ? Was stellt ihr euch vor, wenn ihr das Wort Innovation hört? Ist Swisscom in euren Augen innovativ? Müssen wir überhaupt innovativ sein? Wenn ja warum und wie? Text: Isabelle Flury Fotografie: Daniel Infanger

13 13 Kernthema Übergänge Innovation piazza Piazza «Jeder CEO kann Ihnen bestätigen, wie wichtig Innovation in der heutigen Zeit ist natürlich auch für seine Firma. Aber wenn Sie dann durch die Organisation gehen und die Angestellten bitten, ihr Innovationssystem zu beschreiben, bekommen Sie fragende Blicke als Antwort. In den meisten Firmen fehlt ein solches System.» Dies stellt Gary Hamel, einer der führenden Managementdenker der Gegenwart, in seinen Ausführungen zum Thema Innovation fest. Bei Swisscom verhält es sich anders. Wir erleben täglich, wie schnell sich Kundenbedürfnisse verändern, sich immer neue Technologien ablösen und der Wettbewerb härter wird. In den letzten Jahren haben wir deshalb viel in unsere Innovationsfähigkeit investiert und angefangen, verschiedene Ideen und Initiativen, die in unserem Unternehmen entstehen, zu erfassen und in geeignete Pro - zesse zu bringen. Denn Innovation bedeutet nicht nur Ideen haben, sondern auch diese nutzbringend und sinnvoll umzusetzen. Damit ihr in Zukunft auf Hamels Frage nicht mehr mit einem fragenden Blick antworten müsst, zeigen wir euch auf den folgenden Seiten, wie Innovation bei Swisscom stattfindet.

14 14 Kernthema Innovation Piazza Warum Innovation? Swisscom verdient mit der Telefonie viel Geld. Wozu brauchen wir Innovation? Text: Isabelle Flury Fotografie: Daniel Infanger V.l.n.r.: Walter Steinlin, Leiter Outlook, Stephane Dufour, Leiter Strategie und Innovation, Erwan Bigan, Leiter Inno vations-kompe tenzzentrum

15 Das Innovations-Ökosystem von Swisscom 15 Ideen entwickeln von der Idee zum Produkt umsetzen und einführen Woher kommen die Ideen? Welcher Entwicklungsprozess ist geeignet? Was entsteht daraus? Von ausserhalb Swisscom Aus ICC (Innovation Competence Center) Venture Entwicklung direkt am Markt: als Betaprodukte mit Kunden Focus Topic Neuartige Ideen mit grossem Potenzial zur Marktreife bringen Customer Experience Design Produktentwicklung direkt in den Geschäftsbereichen Neue Firma Neuartige Angebote Erweiterte Produkte Kernthema Innovation Piazza Aus den Geschäftsbereichen System- und Prozessentwicklung Technologie anpassen und Effizienz steigern Effizientere Produktion Das Innovations-Ökosystem von Swisscom zeigt, dass Innovation keine isolierte Funktion ist, sondern überall geschieht und in sinnvolle Prozesse geleitet werden muss je nachdem, was das Ziel ist. Das fragen sich unsere Innovations-Experten Stephane Dufour, Leiter Strategie und Innovation, Erwan Bigan, Leiter des Innovations-Kompetenzzentrums, und Walter Steinlin, Leiter Outlook, nicht. Für sie ist klar: Unsere Ge - winne sind im Sinkflug, und nicht einmal unsere Wachstums treiber (Breitband, Mobile Data, TV) können die Preiserosion auf Dauer wettmachen. Das heisst, wir dürfen uns in unserem schnelllebigen, vom Wettbewerb geprägten Umfeld nicht nur mit dem momentanen Kern- und Tagesgeschäft beschäftigen was auch wichtig ist, sondern müssen neue Ideen entwickeln. Einerseits, um unsere bestehenden Produkte zu verbessern, anderseits aber auch, um neue Wachstumsmöglichkeiten zu finden. Das setzt voraus, dass wir innovationsfähig sind. Innovationsfähig? Innovativ sein umfasst mehr als «kreativ sein» und «ein paar Ideen haben». Es bedeutet, dass wir wissen müssen, was unsere Kunden brauchen, wie sich Gesellschaft und Markt verändern, welche technischen Entwicklungen es gibt und welchen Einfluss all das auf Swisscom hat. Wir beobachten, sammeln Erfahrungen, werten sie aus und entwickeln daraus umsetzbare Ideen. Diese werden durch sinnvolle Prozesse in neue oder verbesserte Produkte und Dienstleistungen umgewandelt und kommen schliesslich auf den Markt. Stephane Dufour fasst zusammen: «Innovationen sind neue oder verbesserte Produkte oder Dienste, die den Kunden einen Mehrwert bieten. Es ist wichtig, viele Ideen zu generieren. Erfolgversprechend sind jedoch nur jene, welche bisher nicht Zusammengefasst Innovation ist für ein TIME-Unternehmen, wie wir es sind, unerlässlich. Thema Bei Swisscom nimmt das Thema Innovation einen wichtigen Stellenwert ein. Piazza erklärt, wie unser Innovations-Ökosystem funktioniert. Piazzaflash Unter findet ihr Erklärungen zu den Innovationsmethoden und weitere Informationen zum Thema.

16 16 Kernthema Innovation Piazza «Innovation wird bei uns systematisch betrieben und bedeutet viel mehr, als kreative Ideen zu haben.» Steigendes Gesundheitsbewusstsein ist ein Trend, der gemäss «Outlook» einen grossen Einfluss auf die Gesell schaft und somit auch auf Swisscom haben wird. abgedeckte Kundenbedürfnisse und neue Technologien mit der Strategie von Swisscom verbinden. Darauf müssen wir uns konzentrieren.» Innovation mit System Hier kommen wir auf Hamels Forderung nach systematischer Innovation zurück. Swisscom hat ein Innovationssystem (siehe Grafik Seite 15). Es gibt vor, wie unsere Ideen durch einen sinnvollen, durchgängigen Prozess (KALI genannt) in vier möglichen Schienen weiterverfolgt und schliesslich umgesetzt werden sollen. Die Schiene «System- und Prozessentwicklung» hilft uns, durch verbesserte Prozesse und Systeme innerhalb von Swisscom Zeit und Geld zu sparen. In den Schienen «Customer Experience Design» und «Focus Topic» werden Produkte generiert, wobei unter erstere alle Produkte fallen, die ganz klar in die Swisscom Palette passen. Focus Topics hingegen sind neuartige Ideen, von denen man noch nicht genau weiss, ob und wie sie zu Swisscom passen, die aber ein grosses Marktpotenzial haben und unsere Produktepalette sinnvoll erweitern können. In den ausgesprochen unternehmerisch ausgerichteten «Focus Topic»- Teams arbeiten Kollegen aus den Bereichen, aus Network und IT und dem Innovations-Kompetenzzentrum zusammen. Im letzten Jahr haben sie diverse Focus Topics initiiert und begleitet. Ein Beispiel ist der FTTH-Roboter, der helfen soll, im Glasfaserausbau bis zu 25% Kosten zu sparen. Im Hinblick auf unsere Investitionen in den Glasfaserausbau eine wichtige Erfindung! Die Schiene «Venture» ist dazu da, spezielle Geschäftsideen bereits sehr früh direkt am Markt zu testen und damit bei Bedarf eine neue Firma zu gründen oder in eine solche zu investieren. «Dies ist wichtig, wenn wir in der schnelllebigen Internetwelt schnell und erfolgreich Produkte auf den Markt bringen wollen», betont Stephane. Bekannte Beispiele dafür sind die Online- Conversation-Tracking-Plattform «cocomment» oder die Firma Swisscom Auto ID Services AG, die heute unabhängige Unter nehmen sind und von «Venture» betreut werden. Kompetenzen Woher hat Swisscom die Kompetenz, Innovationen zu generieren und zu betreuen? Erwan Bigan: «Zu unserem Innovations-Kompetenzzentrum ge - hören hoch qualifizierte Teams mit verschiedensten Kompetenzen. Neben dem technologischen Bereich mit System- und Netzwerkspezialisten, Software-Entwicklern und Multimediaspezialisten haben wir Soziologen, um unsere Kunden besser zu verstehen, Ökonomen und nicht zu vergessen Ergonomen, die die technologischen Innovationen sinnvoll und kundengerecht umsetzen.»

17 17 Kernthema Innovation Piazza Das Kompetenzzentrum für Innovation ist ein Team aus Spezialisten, das Innovationsprozesse auslöst, sie bei Bedarf begleitet und mithilft, die Innovationen zur Marktreife zu bringen. Erwan: «Wir machen den Geschäftsbereichen Innovationsvorschläge, unterstützen ihre Projekte, stellen für sie Prototypen her und dienen ihnen als Inspirationsquelle und Partner bei der Strategieent wicklung. Dazu bauen wir laufend unser Fachwissen aus, verfolgen Trends und erkunden und entwickeln im Laborumfeld mögliche Anwendungen, um Innovation bei Swisscom optimal zu unterstützen.» Ideen generieren In der Grafik (Seite 15) sehen wir links den Bereich «Ideen». Woher kommen sie? Meist fallen sie ja nicht einfach vom Himmel. Dahinter stehen Disziplinen wie das Aufspüren und Analysieren von Trends in der ganzen Welt, das Erkunden von möglichen Anwendungen im Laborumfeld, das Beobachten von Kunden und das Formen von Ideen mittels spezifischer Innovationsmethoden. Einige dieser Bereiche möchten wir hier genauer beleuchten. Outpost und Outlook Um Trends aus aller Welt aufzuspüren, verfügt Swisscom über entsprechende Instrumente. Eines davon sind die Aussenposten im Silicon Valley und in Singapur. Unsere dort stationierten Leute haben die Aufgabe, Trends auszumachen und uns bei der Suche nach neuen Geschäftsfeldern zu unterstützen. Eine ergänzende Funktion hat der Bereich Outlook von Walter Steinlin. Dieser ist dafür zuständig, technische, wirtschaftliche und soziale Tendenzen auszumachen und einzubringen. Walter: «Unsere Rolle ist es, die Entwicklungen im TIME-Umfeld vorherzusehen, diese für Swisscom auszuwerten und die daraus gewonnenen Übersichten und Erkenntnisse den entsprechenden Entscheidungsträgern und Experten in geeigneter Form anzubieten. Ihnen also dort neue Fenster aufzutun, wo es für sie wichtig ist und sie nicht selber schon einen guten Überblick haben. Dazu werden wir vermehrt auch wieder Universitäten einbinden.» Ein Trend, der vom Outlook-Team beobachtet wird, ist das steigende Gesundheitsbewusstsein in der Gesellschaft. Das weckt bei den Kunden neue Bedürfnisse und gibt uns die Möglichkeit, neue Ge - schäftsfelder zu erschliessen. Ein Beispiel, wie wir daraus eine Innovation ableiten könnten: Man geht davon aus, dass die Menschen sich zunehmend gesünder ernähren, mehr bewegen und dies am liebsten auch gleich messen wollen. Dazu brauchen sie Tools. Vielleicht ein Handy mit GPS- Funktion für die Joggingstrecken- Planung, das gleichzeitig Gewichts-, Sport- und Er nährungs - daten speichert und daraus einen Trainingsplan erstellen kann. Oder vielleicht entsteht das Bedürfnis nach neuen Internet-Plattformen

18 18 Kernthema Innovation Piazza Rote und grüne Feedbacks für eine Idee, die im «Watering Hole» diskutiert wird. Eine Innovationsmethode, die bei Swisscom angewendet wird. für gesundheits- und umweltbewusste Menschen (wie z.b. der CO 2 -Monitor), die Swisscom zur Verfügung stellen könnte usw. Es gibt viele solcher Trends, die durch den Bereich Outlook in die Firma gebracht und als Innovationsgrundlage genutzt werden. Kunden beobachten Kundenverhalten und -erwartungen zu kennen, ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg einer Innovation wurde das User Observatory gegründet, um mit ethnografischen Methoden zu untersuchen, wie Menschen im Alltag Technologien einsetzen und wie sich dieses Verhalten entwickelt. In den letzten vier Jahren hat das User Observatory Team etwa 1000 Personen beobachtet und interviewt, um die Faktoren, welche die Gestaltung und Anpassung neuer Dienste beeinflussen, zu verstehen. Aktuell werden die Studien auf Geschäftskunden ausgeweitet. Diese Studien fliessen unter anderem in das Customer Experience Design ein. Future 2.0 Innovation soll aber auch von Mitarbeitenden ausgehen. Genau dafür wurde 2006 bei Swisscom Mobile das Innovationsprogramm «future 2.0» gestartet. Es hat zum Ziel, das kreative und innovative Potenzial der Mitarbeitenden zu fördern. Hauptelemente von «future 2.0» sind einerseits diverse Methoden wie Brainstorming, Deep Dive, NABC, Watering Holes (Erklärung im Piazza flash), die dazu beitragen, Ideen zu kreieren, zu schärfen und daraus Innovationen zu generieren. Damit nicht jeder Mitarbeitende diese Methoden selber lernen muss, gibt es die sogenannte Facilitator Community eine Gruppe von 19 Leuten aus verschiedenen Bereichen, die diese Methoden beherrschen. Sie unterstützen alle Mitarbeitenden, die eine gute Idee haben und diese weitertreiben möchten. Oder Teams, die ihre Innovationsfähigkeit verbessern wollen. Unter com kann ihre Unterstützung angefordert werden.

19 Know-how bündeln «Let s build something together»: Wir teilen unser Innovations-Know-how mit Grosskunden wie Migros Aare. Das Zauberwort heisst Collaborative Enterprise Innovation (CEI). Was kompliziert klingt, ist ein einfaches Instrument, um Innovationen Erfolg bringend umzusetzen. Der Begriff umschreibt die Essenz des CEI-Prozesses: Collaborative zu Deutsch «gemeinschaftlich». Gemeinsam mit unseren Grösstkunden entwickeln wir innerhalb von rund sechs Monaten Lösungen, die den Markt dieser Kunden in den nächsten Jahren bereichern könnten. Migros Aare ist eine solche Kundin. Nach dem Motto «Let s build something together» beschreitet sie den Weg des CEI-Prozesses mit uns. «Wir bündeln das Know-how der Migros im Detailhandel mit dem Know-how von Swisscom im ICT-Bereich und generieren gemeinsam einen Mehrwert für die Kunden der Migros Aare», erklärt Bruno Schmid, Group Client Manager bei CBU. Grosskundenbetreuer, Kunden, Customer Experience Designer, Technikexperten, Fachspezialisten alle spannen zusammen und bilden ein Team. Dank gebündelten Wissens und der Vertrauensbasis zwischen Kunde und uns werden in Workshops mögliche Ideen hinsichtlich Geschäftstauglichkeit und technischer Realisierbarkeit evaluiert, verfeinert und Prototypen entwickelt. Ziel ist, mit den vielen Ideen zu erreichen, dass der Migros-Kunde einfacher und mit mehr Spass einkaufen kann. Ob er künftig seinen Einkaufszettel via Handy abruft oder sich Rezepte, Gesundheitstipps und Sonderangebote via Video-Download aufs Natel lädt, wird sich noch zeigen. Urs Furrer, CIO Migros Aare: «Wir wollen verstehen, wie die Einkaufs welt von morgen aussieht. Dabei spielt die technologische Entwicklung eine ebenso wichtige Rolle wie die Akzeptanz der Innovation beim Konsumenten. Swisscom hat uns einen Weg aufgezeigt, wie wir miteinander das Einkaufen der Zukunft gestalten können.» Auch für Roger Kirby und Sachin Mittal, Mitarbeiter des Innovations-Kompetenzzentrums und Begründer des CEI-Prozesses ist dieser Aspekt zentral. «Im Vergleich zu früher zeigen wir dem Kunden nicht nur neue, überraschende Möglichkeiten. Nein, wir holen ihn am Anfang seiner Reise ab und investieren ge meinsam in die Zukunft auch wenn wir nicht immer wissen, wo dieser Trip endet», so Roger. 19 Kernthema Innovation Piazza 03 08

20 20 Kontrovers Piazza Kontrovers «Wie steht Swisscom als Partner von Swiss Olympic zu den Olympischen Spielen in China?» Unlängst in der Presse aufgegriffen: Nach den Vorfällen in Tibet in diesem Frühjahr muss sich China den Vorwurf der Verletzung von Menschenrechten gefallen lassen. Es ertönen Forderungen nach einem Boykott der Eröffnungsfeier oder sogar der gesamten Olympischen Spiele in Peking. Swiss- Olympic-Präsident Jörg Schild hat sich klar gegen einen Boykott ausgesprochen, hat aber auch das lange Schweigen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zu dieser Frage kritisiert. Swisscom ist Partner von Swiss Olympic und unterstützt somit auch die Olympischen Spiele in China. Wie ist unsere Haltung zu den Boykott- Forderungen? «Nicht ein Boykott, sondern der Dialog mit der chinesischen Regierung und der Bevölkerung ist der richtige Weg.» Konzernleitungsmitglied Stefan Nünlist, verantwortlich für Unternehmenskommunikation und Public Affairs von Swisscom «Swisscom unterstützt seit Jahren das Schweizer Olympische Komitee und leistet zusammen mit den andern Partnern von Swiss Olympic einen Beitrag zur Unterstützung des Schweizer Nachwuchssports. Im Zentrum der olym pischen Bewegung steht die Förderung des Sports und des sportlichen Wettkampfs. Die Olympischen Spiele als Weltsportfest sind dabei der sportliche Höhepunkt für Athletinnen und Athleten wie auch für die Sportbegeisterten rund um die Welt. China als Gastgeberland der Sommerspiele 2008 ist eine politische und wirtschaftliche Grossmacht, mit welcher die Schweiz intensive politische und wirtschaftliche Beziehungen pflegt. Die Olympischen Spiele in Peking aus politischen Gründen zu boykottieren, wäre falsch. Vielmehr gilt es, die Spiele in Peking als Chance zu nutzen als Chance für unsere Athletinnen und Athleten, sich im sportlichen Wettkampf zu messen. Denn die Sportler haben jahrelang auf diesen Wettkampf hin trainiert. Die Sommerspiele sind aber auch eine Chance für die Weltöffentlichkeit, sich vertieft mit der chinesischen Kultur und China als Gastgeberland mit Sonnen- und Schattenseiten auseinanderzusetzen. Und schliesslich sind die Spiele auch eine Riesenchance für China, sich zu öffnen und sich unserer Kritik und un - seren Fragen zu stellen. Nicht ein Boykott, sondern der Dialog mit der chinesischen Regierung und der Be - völkerung ist die Grundlage für mehr Re - spekt im Umgang mit Menschenrechten.»

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