Tempo! Die rasante Welt der Kinder

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1 Tempo! Die rasante Welt der Kinder Ursachen und Auswirkungen einer schnell(lebig)en Welt auf die physische und psychische Gesundheit von 8- bis 13-Jährigen Von Alexandra Godthardt Svenja Zellmer

2 1. Einleitung Wie viel Tempo verträgt ein Kind? Dies soll die zentrale Frage unseres Wettbewerbsbeitrages sein. Genauer: Wie viel Tempo verträgt ein Kind, ohne dass seine physische und/oder psychische Gesundheit gefährdet ist? Dieses Thema hat leider eine traurige Brisanz und Aktualität, denn: Immer mehr Kinder leiden unter Kopf- und Bauchschmerzen, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Wahrnehmungs- und Konzentrationsschwierigkeiten, Aggression und Frustration. Die nachweisbare Ursache: Stress! Stress durch zu wenig Zeit, Stress durch Leistungs-, Konsum- und Schuldruck und Stress durch immer schneller werdende Sinneseindrücke, durch immer schneller werdende Medien, die schon im frühen Kindesalter auf die Sprösslinge einprasseln. Außerdem werden die Zeiten, in denen mit konstanten Lebensverhältnissen gerechnet werden kann, auch bei Kindern immer kürzer: Trennung und Scheidung der Eltern, mangelnde Zeit und Fürsorge durch die Eltern durch berufliche Belastungen, zunehmende Mobilität von Familien und zunehmende Inkonsequenz in der elterlichen Erziehungshaltung. Konstanz, Kontinuität und Beständigkeit sind aber die Stützpfeiler, durch die Kinder Halt finden können, wenn alles um sie herum mal zu schnell läuft. Was, wenn dieser Halt, diese Stütze fehlt? Warum haben die Kinder von heute so wenig Zeit? Passen sie sich nur dem Tempo des Lebenswandels der Erwachsenen an, indem auch sie versuchen allem und allen einen Schritt voraus zu sein? Es werden immer früher immer höhere Leistungsanforderungen an Kinder gestellt. Was immer noch unterschätzt wird, wovor Ärzte aber schon lange warnen: In den Schulen haben Rivalität und Leistungsdruck stark zugenommen, dem nicht alle Kinder gerecht werden und standhalten könnnen, so dass auf die Schulvor- und -nachbereitungen viel Zeit aufgebracht werden muss. Und in der Politik wird sogar eine Verkürzung der Schulzeiten, also der Verdichtung des Lernstoffes diskutiert. Rivalität entsteht natürlich auch durch die Konsumanforderungen, die bereits an die Kleinsten gestellt werden. Ab welchem Alter darf und soll man Kinder solchem Druck von außen ausliefern? Außerdem wächst das Hobby- und Freizeitangebot für Kinder stetig an, die Terminkalender der Kinder werden zunehmend voller. Entscheidend ist hierbei auch, ob die Freizeit selbst- oder fremdbestimmt geplant ist. Natürlich wollen Eltern nur das Beste für Ihre Kinder, wenn sie diese zum Töpferkurs oder zu Klavier- und Karateunterricht schicken, zum Tennis- und Fußballtraining anmelden und ihnen Englisch- und Mathe-Nachhilfe zukommen lassen. Aber wollen sie da nicht manchmal zu viel des Guten? Zudem haben die Medien unaufhaltsam Einzug in das Leben der Kinder gehalten, sie stellen einen zusätzlichen großen Zeitfaktor dar. Fast jedes Kind hat täglichen Umgang mit Fernseher, Computer oder Spielkonsole; sie "rauben" den Kindern ebenfalls ihre (unbeschwerte) Zeit. Welchen Einfluss haben Medien auf Kinder? Die Geschwindigkeit der Medien, die rasanten Sinneseindrücke, die Fülle an Informationen, die der Mensch nicht in der Lage ist, komplett aufzunehmen und zu verarbeiten, treffen in stetig früher werdendem Alter bereits auf die Kinder. Fernseher, Computer, Gameboy und Spielkonsolen stehen immer früher in den Kinderzimmern. Welche Einflüsse und Gefahren gehen von den schnellen Bildern aus? Wie beeinflussen die Medien Körper, Geist und Psyche der Kinder? Sollen wir diese Technik wieder aus dem Leben der Kinder verbannen oder sind sie mittlerweile wichtiger Bestandteil für die kindliche Sozialisation, für das Hineinwachsen in die schnelle Erwachsenen- und Arbeitswelt? Gerade bei Kindern machen sich die biologischen Grenzen durch Warnsignale, hervorgerufen durch Stress und "Geschwindigkeit", bemerkbar. Medizin und Psychologie beschäftigen sich seit langem mit den Ursachen, Auswirkungen und Interventionsmöglichkeiten von Überforderung, Reizüberflutung und Zeitmangel der Kinder. Wer muss aktiv werden? Eltern, Lehrer, Erzieher, Ärzte, der Staat oder die Gesellschaft? Die Beschleunigung im Leben der Kinder findet in vielen ihrer Lebensbereiche statt und gerade diese breit gestreute Überforderung durch Geschwindigkeit ohne Ruhepol für die Heranwachsenden kann zu physischen und psychischen Schädigungen führen. Wie man diese Störungen erkennen und gezielt Gegenmaßnahmen einsetzen kann, soll Aufgabe unseres Forschungsbeitrages sein. 5

3 Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung Die Befragungen... Seite 5 Seite 6 3. Begriffsklärungen und aktuelle wissenschaftliche Befunde sowie eigenebelege für zunehmenden Stress bei Kindern und Jugendlichen als Anlass für unsere Untersuchungen Spezifische Untersuchungen zu Prävalenz und Ursachen von Kopf- undbauchschmerzen, Schlafstörungen sowie Über- und Untergewicht bei Kindern und Jugendlichen Eigene subjektive Wahrnehmung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität von Kindern... Seite 7 Seite 8 Seite Ursachen und Auswirkungen von "Stress" Medienkonsum Stärkere zeitliche Belastung der Eltern Festgelegte und fremdbestimmte Freizeitaktivitäten Auswirkungen von Stress, Druck und Eile im Allgemeinen... Seite 11 Seite 11 Seite 18 Seite 20 Seite Entwurf einer Checkliste zur Diagnose von Stressbelastung bei Kindern Resümee Literaturangaben... Seite 26 Seite 29 Seite Anhang: Fragebögen... Seite 33

4 2. Die Befragungen: Durch zwei schriftliche Befragungen von insgesamt 263 Kindern im Alter von 8 bis 13 Jahren haben wir versucht, Faktoren der zunehmenden Geschwindigkeit im Leben von Kindern zu ergründen und deren nachweisbare Auswirkungen physischer und psychischer Natur aufzuzeigen. Unsere Daten bestätigen bereits vorhandene Untersuchungen, die den extremen Wandel in Vielfalt und pädagogischer Qualität des Freizeitverhaltens von Kindern in den letzten Jahren und Jahrzehnten beobachtet haben. Diese bereits existierenden Forschungsergebnisse werden wir ebenfalls darstellen und auf unsere eigenen Untersuchungen beziehen. Die Studien fanden im Allgemeinen an Kindern im schulpflichtigen Alter statt. Unsere Stichprobe von 263 Schülern haben wir daher vom durchschnittlichen Alter her etwa in der Mitte dieser Population gewählt. Die gesamte Untersuchung fand in Meerbusch bei Düsseldorf statt. Alter Jungen Mädchen Anzahl gesamt gesamt: Alter Jungen Mädchen Anzahl gesamt gesamt Abbildung 2: Zweite Befragung Die erste Befragung wurde in dritten und vierten Klassen einer Grundschule und in fünften und sechsten Klassen eines Gymnasiums durchgeführt. Insgesamt nahmen 160 Kinder teil, wobei diese Gruppe aus 76 Jungen und 84 Mädchen bestand. Das Alter lag zwischen 8 und 13 Jahren. Die unten abgebildete Tabelle (Abbildung 1) zeigt eine detaillierte Stichprobenbeschreibung der ersten Befragung. Inhaltlich hat sich diese Befragung mit dem Freizeitverhalten der Kinder dieser Altersgruppe befasst. Es wurde nach dem Fernsehkonsum, der Nutzung der neuen Medien und der beliebtesten Sportart und/oder Freizeitbeschäftigung gefragt, aber auch wie viele Hobbys die Kinder überhaupt haben und in welcher Häufigkeit feste Wochentermine stattfinden. Des Weiteren beinhaltete diese erste Untersuchung, inwieweit die Hobbys eigen- oder fremdbestimmt sind und ob die Kinder subjektiv das Gefühl von Stress aufgrund zu vieler Termine empfinden. Außerdem sollten die Kinder die genaue Art und Dauer ihrer Termine in einen vorgefertigten Wochenplan eintragen. Untersuchung 2 wurde an 103 Realschulkindern durchgeführt und hat sich vor allem mit den Auswirkungen von Stress befasst. Die genaue Aufschlüsselung der Befragten, gegliedert in Geschlecht und Altersgruppe, ist der obenstehenden Tabelle (Abbildung 2) zu entnehmen. In dieser zweiten Untersuchung wurden die Kinder gebeten, Größe und Gewicht zu nennen und zu Häufigkeit und Intensität ihrer Kopf-, Bauch und Rückenschmerzen, körperlichen Verspannungen, Augenbeschwerden und Schlafstörungen Stellung zu nehmen, sowie jeweils zu versuchen, mögliche Ursachen dafür zu nennen. Hierbei sollten sie zur eigenen Einschätzung von Intensität und Häufigkeit eine Skala von 1-10 verwenden, wobei der Wert 1 das niedrigste und der Wert 10 das höchste Niveau bezeichnet. Außerdem wurden Nutzung von Computer und Fernseher sowie die Einflussnahme auf Hobbys durch die Eltern und die zeitliche Verfügbarkeit der Erziehungsberechtigten abgefragt. Die Untersuchung beinhaltete Fragen zu subjektiv empfundenem Stress, Druck und Eile, Schulleistung, Reizbarkeit und Traurigkeit der Kinder. Die Fragebögen bestanden aus offenen Fragestellungen und Multiple-Choice-Aufgaben. (Fragebögen siehe Anlage). Abbildung 1: Erste Befragung 6

5 3. Begriffsklärungen und aktuelle wissenschaftliche Befunde sowie eigene Belege für zunehmenden Stress bei Kindern und Jugendlichen als Anlass für unsere Untersuchungen Anlass für unsere Untersuchungen zu diesem Thema waren vor allem zahlreiche wissenschaftliche Berichte einer rasant zunehmenden Stressbelastung bei Kindern, insbesondere die Pressemitteilung der Bundesärztekammer anlässlich des 105. Deutschen Ärztetages sowie zahlreiche Untersuchungen von Krankenkassen, Ärzten und Psychologen. Definition von Stress: Allgemein definiert man Stress als eine erhöhte physiologische oder psychische Beanspruchung eines Organismus und die daraus resultierende Reaktion dieses Organismus auf die Belastung durch die unangenehmen Reize. Ein gewisses Maß an Stress kann als normal und lebensförderlich angesehen werden, da damit Akklimatisations- und Abwehrmechanismen des Körpers, bzw. das Sich-Behaupten im sozialen Umfeld trainiert werden. "...In den letzten Jahrzehnten ist der S.-Begriff v.a. in diesem letzteren Sinne zur Bez. für komplexe Reizkonstellationen und Reaktionszusammenhänge als Folge des Leistungs- und Zeitdrucks in der modernen Industriegesellschaft verwendet worden, denen erhebl. Auswirkungen auf das individuelle Wohlbefinden, die Leistungsfähigkeit, soziale Funktionsfähigkeit und Gesundheit zugeschrieben werden. S. findet auf allen Ebenen des Organismus seinen Ausdruck: physiologisch z.b. in Schweißausbruch, Herzklopfen, veränderter Durchblutung an der Körperperipherie, im Verhalten z.b. in Aggressionen, Erregung oder Unruhe, im Erleben z.b. in der Bewertung des eigenen Zustands. Er kann sich in allen Lebensbereichen und Situationen sowie in allen Alterstufen manifestieren..." Brockhaus-Enzyklopädie, 19. Auflage, Mannheim, 1989 Pressemitteilung der Bundesärztekammer anlässlich des 105. Deutschen Ärztetages "Kinder unter Stress: Gesellschaft gefordert Rostock, : Die zunehmende Überforderung löst bei immer mehr Kindern Aggressivität bis hin zu Feindlichkeit aus. "Das können wir als Ärzte allein nicht mehr kompensieren, hier ist die Gesellschaft als ganze gefordert", sagte Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe am Dienstag zu Beginn des 105. Deutschen Ärztetages in Rostock. "Und ich will Ihnen eines sagen: Eine Gesellschaft, die sich so wenig um ihre Kinder kümmert, ist krank, ist degeneriert, und verliert ihren humanistischen Anspruch." Schon bei Schulkindern der Unter- und Oberstufe ließen sich vorzeitige Gefäßveränderungen feststellen, die zu Verkalkungen, Krämpfen, Herzinfarkt oder hohem Blutdruck im Erwachsenenalter führten, sagte Hoppe. Immer häufiger seien als Folge einer psychosozialen Überforderung auch stressphysiologische Reaktionen bis hin zum Burn-out-Syndrom zu beobachten. Experten hätten erst kürzlich darauf hingewiesen, dass Irritation, Frustration und Aggressivität unter Kindern und Jugendlichen zunehmen. "Die heutigen Kindern wachsen vielfach mit psychischen Konflikten auf, sie lernen in zu großen Klassen und sie leiden unter Abwesenheit oder Desinteresse der Eltern, sie werden allein gelassen, es mangelt an Wegführung und Unterstützung", sagte Hoppe. Die Ärztekammern seien hier engagierte Bündnispartner zur Prävention. "Gerade für die Gesundheitserziehung und Gesundheitsförderung von Kindern setzen sich viele Ärztekammern bereits heute ganz entschieden ein", so der Ärztepräsident." Im diesjährigen Arzneimittelreport 2002 der Gemünder Ersatzkasse (GEK) wurden Untersuchungen zu Medikamentenkonsum, Stress und Kopfschmerzen von Kindern und Jugendlichen vorgestellt: Die neuen Forschungsergebnisse im Auftrag der Gemünder Ersatzkasse belegen, dass fast jedes vierte Kind unter Stress leidet. Bei den Jugendlichen sind es sogar etwa 60 %, die unter Erschöpfung und Stress leiden. Und die körperlichen Folgen von Überlastung nehmen bei Schülern immer mehr zu, wie die Universität Bielefeld in einer repräsentativen Befragungen von siebten und neunten Klassen in Nordrhein- Westfalen herausfand: 1986 waren es noch 4,9% der Schüler, die ihre Kopfschmerzen mindestens einmal wöchentlich mit Tabletten bekämpften, 1996 stieg dieser Anteil auf 9,5 Prozent an. In ihrem Arzneimittel-Report 2002 ermittelte die Krankenkasse, dass 1999 etwa Kinder mit 7

6 einem methylphenidathaltigen Medikament wie Ritalin oder Medikinet therapiert wurden, die gegen Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten und Nervosität helfen sollen. Die Verordnungsmengen des Jahres 2000 legen bereits Dauertherapien nahe. Im gleichen Zeitraum nahm der Konsum von Psychostimulanzien bei Schülern sogar von 0,2 auf 2,3 Prozent zu. Bis zu Kinder nahmen im Jahr 1999 das Medikament Ritalin ein, rechnete die GEK hoch. Die Psychostimulanz soll gegen Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten und Nervosität helfen. Weitere aktuelle Untersuchungen zu Kopfschmerzen und Stress liefert auch die sogenannte Kopfschmerz- und Migränesprechstunde der Kölner Unikinderklinik: In dieser Sprechstunde unter Leitung von Günter-Emil Naumann stellte man fest, dass nahezu 75 % der 7-bis 11-jährigen Grundschulkinder unter Stress leiden; Stress, der scheinbar immer häufiger unangenehme körperliche Beschwerden für die Heranwachsenden zur Folge hat, die sogar mit Medikamenten behandelt werden. Denn eine aktuelle Befragung von 1700 Schülerinnen und Schülern durch den Bielefelder Gesundheitsforscher Klaus Hurrelmann ergab, dass ca. 33 % der Kinder und Jugendlichen mindestens einmal wöchentlich zu Medikamenten gegen Schulstress und Leistungsüberforderung griffen Spezifische Untersuchungen zu Prävalenz und Ursachen von Kopf- und Bauchschmerzen, Schlafstörungen sowie Über- und Untergewicht bei Kindern und Jugendlichen: Wie die aktuellen Studien und Untersuchungen gezeigt haben, hat die Zunahme an kindlichem Stress in jedem Alter vielfältige Auswirkungen auf Heranwachsende. Im Folgenden wollen wir genauer auf die einzelnen Symptome von übermäßiger Belastung eingehen und Untersuchungen zu deren Häufigkeit und zum Teil ansatzweise zu deren Ursache vorstellen. Die Wissenschaft hat bislang vor allem die körperlichen Anzeichen für Stress und deren Entwicklung der letzten Jahre und Jahrzehnte bei Kindern dokumentiert, die da wären: Kopfschmerzen Bauchschmerzen Über- und Untergewicht Schlafstörungen Prävalenz von Kopfschmerzen Untersuchungsergebnisse zur Häufigkeit von Kopfschmerzen wurden an einer repräsentativen Stichprobe von deutschen Schülern von Pothmann, Frankenberg, Müller, Sartory und Hellmeier (1994) vorgestellt. Kinder der dritten (8-9 Jahre), sechsten (12-13 Jahre) und neunten (15-16 Jahre) Klassen aller Schulformen wurden per Fragebogen zu ihren Erfahrungen mit Kopfschmerzformen befragt: Von den befragten Kindern berichteten 88,8% über Kopfschmerzerfahrungen, wobei mit 48,7% am häufigsten Kopfschmerzen vom Spannungstyp angegeben wurden. Die Ergebnisse der Kopfschmerz- und Migränesprechstunde der Kölner Unikinderklinik unter Leitung von Günter-Emil Naumann bestätigen diese Daten und berichten sogar davon, dass 7 % der Jungen und Mädchen zwischen 6 und 15 Jahren regelmäßig unter Spannungskopfschmerz und Migräne leiden, über ein Drittel der kopfschmerzgeplagten Jugendlichen greift ab und zu zur Kopfschmerztablette. Die Techniker Krankenkasse (TK) Nordrhein- Westfalen geht von noch höheren Werten aus: Nach Auskunft der TK leidet etwa jeder fünfte Schüler in Deutschland unter Migräne oder chronischen Kopfschmerzen. Unabhängig hiervon berichtete auch die Zeitschrift "VITAL" (Ausgabe 9/02), dass drei Viertel der unter 14-jährigen Kinder bereits Erfahrung mit Kopfschmerzen haben und 12 Prozent regelmäßig darunter leiden. Unsere Befragung ergab, dass 55,8 % der Kinder zwischen 10 bis 13 Jahren regelmäßig Kopfschmerzen haben, davon leiden 15,5 % oft oder sehr oft darunter. Ursachen von Kopfschmerzen Auslöser von Spannungskopfschmerzen bei Kindern sind nach Aussage des Leiters eines Kopfschmerzen: Kopfschmerzen können Symptome einer Erkrankung sein (sekundäre Kopfschmerzformen) oder eigenständige Störungsbilder darstellen (primäre oder idiopathische Kopfschmerzen). Nach dem Klassifikationsschema der International Headache Society (IHS; International Headache Society, 1988) werden zwei Haupttypen von idiopathischen Kopfschmerzen im Kindesalter unterschieden: Migräne und Kopfschmerz vom Spannungstyp. 8

7 Kinderneurologischen Zentrums im Ruhrgebiet Dr. med. Raymund Pothmann psychosoziale Belastungen wie Ärger und Krisen zu Hause, oft durch überzogene Leistungsanforderungen der Eltern und Probleme in der Schule hervorgerufen, Fernseh- und Computerkonsum oder extreme sportliche Betätigungen. Auch die Zeitschrift VITAL benennt als Ursache für die steigende Zahl kopfschmerzgeplagter Kinder vor allem Stress. Peter Borusika von der Neuropädiatrischen Abteilung und Schmerzambulanz der Kinderklinik Wuppertal sieht vor hauptsächlich im Freizeitstress die Ursache für Kopfschmerzen vom Spannungstyp. Seit den 60er Jahren werden Studien zum Auftreten von Kopfschmerzen im Kindes- und Jugendalter durchgeführt. Ein Vergleich der Ergebnisse aus verschiedenen Jahrzehnten ergibt deutliche Hinweise darauf, dass die Prävalenz von chronischen Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen deutlich angestiegen ist. Es zeigt sich im Durchschnitt eine Zunahme der kindlichen Kopfschmerzen von 5 % bis 7 % auf etwa 15 % bis 17 % (Kröner-Herwig, 1992). Eine großangelegte Datenauswertung von über Behandlungsbögen des Kölner Zentralinstituts für kassenärztliche Versorgung ergab, dass die Zahl der von Kopfschmerzen geplagten Jugendlichen sich im letzten Jahrzehnt verdoppelt hat; Dieser Anstieg muss eine Ursache haben und es gibt Hinweise, dass das veränderte Freizeitverhalten der Kinder, über das wir im Folgenden ausführlich berichten werden, diese Veränderungen herbeigeführt hat. Prävalenz von Bauchschmerzen Ärzte und Psychologen berichten vermehrt von Bauchschmerzen bei Kindern. Diese können ähnlich dem Spannungskopfschmerz ohne pathologische Ursache und von psychischen Belastungen hervorgerufen auftreten. Bauchschmerzen: Bei Bauchschmerzen ohne pathologische Ursache spricht man von idiopathischen Bauchschmerzen (IBS) mit oft psychosozialen und/oder emotionalen Auslösern (z.b. Stress, Angst, Konflikte). Die meisten Experten schätzen, dass etwa 90% der Bauchschmerzbeschwerden bei Kindern nicht-organischen Ursprungs sind (Goodman & McGrath, 1991; Walker, Garber, van Slyke & Greene, 1995; Øymar, Rosendahl & Sykehus, 1993,). Die empirischen Befunde zur Epidemiologie des IBS sind vergleichsweise widersprüchlich: Die Schätzungen zur wahren Prävalenzrate reichen von 6% bis 30% (Goodman & McGrath, 1991). In einer neuen Befragung von Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren aus 36 Bremer Schulen litten 8% der Jungen und 15% der Mädchen unter Bauchschmerzen. Einige Wissenschaftler vermuten, dass sogar davon auszugehen ist, dass etwa 20% bis 30% der Kinder im Schulalter mindestens einmal wöchentlich unter idiopathischen Bauchschmerzen leiden (Garber, Walker & Zeman, 1991; Larson, 1991; Tamminen, Bredenberg, Escartin, Kaukonen, Puura et al., 1991). Unsere Befragung ergab, dass 52,4% der 10- bis 13-jährigen Kinder zwischen 10 bis 13 Jahren regelmäßig Bauchschmerzen haben, fast 10% berichten oft oder sehr oft davon. Prävalenz und Ursachen von Über- und Untergewicht bei Kindern Über- und Untergewicht bei Kindern lässt sich wie bei Erwachsenen anhand des BMI erkennen. Jedoch ist der BMI im Kindes- und Jugendalter entsprechend der physiologischen Änderungen der prozentualen Körperfettmasse von deutlichen alters- und geschlechtsspezifischen Besonderheiten beeinflusst; daher muss man die Faktoren Geschlecht und Alter miteinbeziehen. Aus dem Ernährungsbericht 2000 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung geht hervor, dass 8% aller Jungen und Mädchen zwischen sechs und 17 Jahren untergewichtig sind und 11% unter Übergewicht bzw. 8% sogar unter Fettleibigkeit leiden. Laut BZgA ist sogar fast jedes dritte Kind in Deutschland von Über- oder Untergewicht betroffen. Eine umfangreiche Datenauswertung des Kölner Zentralinstituts für kassenärztliche Versorgung bestätigt diese Angaben: Sie ergab, BMI= Body Mass Index: Die Formel zur Berechnung des individuellen BMI-Wertes dient der Abschätzung des Körperfettanteils: Körpergewicht kg Körpergröße 2 m 2 Anhand populationsspezifischer Referenzwerte für das Kindes- und Jugendalter in Form von alters- und geschlechtsspezifischen Perzentilen können individulle BMI-Werte eingeschätzt werden. 9

8 dass fast jeder zehnte Jugendliche mangelhaft ernährt ist; 18% bis 30% leiden unter Über- oder Untergewicht; 10% der Grundschulkinder und mindestens 15% der Jugendlichen werden als stark übergewichtig eingestuft. Die Ergebnisse unserer Untersuchung entsprachen diesen Angaben: 19,4% der 103 Kinder der zweiten Befragung lassen sich als über- oder untergewichtig einstufen. Ursachen des gestörten Essverhaltens der Heranwachsenden sind nach Angaben des deutschen Ernährungsberichtes 2000 mangelnde Bewegung, Körperkult bzw. Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, Erfolgsdruck und Stress, aber auch eine Fehlernährung durch Fast-Food und vorgekochten Lebensmitteln: In immer mehr Familien sind beide Elternteile berufstätig und so fehlt die Zeit, lange zu kochen und langsam und gesund zu essen, so die Gesellschaft für Ernährung. Prävalenz von Schlafstörungen Eine großangelegte Studie zum Schlafverhalten von Kindern unter Leitung von Professor Gerd Lehmkuhl, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Köln ergab, dass 16% der Kinder im Einschulalter Schlafstörungen haben, 14% haben Alpträume, jeder sechste Erstklässler hat Schlafstörungen. Schlafstörungen, die länger als sechs Monate anhalten und häufiger als 2-3 mal die Woche auftreten sind behandlungsbedürftig! In einer von der Bremer Psychologin und Privatdozentin Dr. Petra Hampel durchgeführten Befragung von 1123 Dritt- bis Siebenklässlern wurde herausgefunden, dass etwa ein Drittel aller Kinder immer gut einschlafen kann. 6% gaben an, in der zurückliegenden Woche immer schlecht eingeschlafen zu sein, 14% berichteten von 5-6 Tagen, an denen sie schlecht eingeschlafen seien. Eine Freiburger Studie zum Schlafverhalten mit 1000 Kindern zwischen 6 und 10 Jahren dokumentiert bei 21% der Befragten eine deutliche Schlafstörung, etwa 15% der Fünf- bis Zwölfjährigen sind Schlafwandler und 5% leiden unter Alpträumen. Das kindliche Schlafbedürfnis: Das durchschnittliche Schlafbedürfnis von Schulkindern zwischen 6 bis 10 Jahren beträgt etwa Stunden Schlaf pro Nacht, bei Schulkinder zwischen 11 und 18 Jahren etwa 8-9 Stunden. beinahe jede Nacht mindestens einmal auf. 14,6% aller Kinder haben Alpträume, 11,2% berichteten über innere Unruhe und 16,5% über Durchschlafprobleme durch einen aufregenden Tag, der sie gedanklich nicht loslässt. In unserer Befragung von 103 Kindern ergab sich eine durchschnittliche Schlafdauer von 8,6 Stunden pro Nacht, 9,7% der Befragten berichteten von einer durchschnittlichen Schlafdauer von unter 7 Stunden, die dem Alter nicht angemessen ist, wie dem Schaukasten zum durchschnittlichen Schlafbedürnis von Kindern zu entnehmen ist Eigene subjektive Wahrnehmung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität von Kindern Stress hat Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden von Kindern, wie die Ergebnisse zu Indikatoren des subjektiven Wohlbefindens zeigen: Kinder und Jugendlichen schätzen ihre Lebensqualität zwar insgesamt eher hoch ein, jedoch bewertet eine Gruppe von ca. 20% das eigene gesundheitliche Wohlbefinden und Gesundheitsverhalten als problematisch. Dies sind Kinder, die sowohl über gesundheitsabträgliche Verhaltensweisen (z.b. Rauchen, zu wenig Bewegung) und psychosoziale Belastungen (z.b. Stress im Alltag) berichten als auch über mangelnde Ressourcen (z.b. soziale Unterstützung) verfügen und dadurch eine Beeinträchtigung der Lebensqualität erfahren. 10 Unsere Befragung ergab, dass 40,7% der Kinder nie Schlafstörungen haben, 13,6% der Befragten 2-3 mal im Monat und 23,3% 1-2 mal in der Woche nachts nicht durchschlafen. 20,4% der Kinder zwischen 10 und 13 Jahren schlafen nach eigenen Angaben fast nie durch, d.h. sie wachen

9 4. Ursachen und Auswirkungen von Stress Was genau ist die Ursache dafür, dass Kinder unserer Zeit immer mehr Stresssymptome aufweisen? Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten, da es nicht nur eine Ursache gibt, sondern viele ineinander greifende Faktoren: Zu beachten ist dabei immer, dass jedes Kind ein Individuum ist und auch individuell auf Stress und Belastung reagiert. Wir werden nun aufzeigen, welche Ursachen zu Stressverhalten führen können und werden einige Faktoren, die im Zusammenhang mit unserer Untersuchung eine vornehmliche Rolle einnehmen, genauer betrachten. Die Faktoren, die uns im Bezug auf Stressentwicklung im Folgenden beschäftigen, beziehen sich ganz spezifisch auf die immer rasanter werdenden äußeren Einflüsse, denen Kinder schon in frühen Jahren ausgesetzt sind. Die gesellschaftlichen Anforderungen steigen und mit ihnen das Stresspotential. Folgend werden die wichtigsten Ursachen der Stressentwicklung oder zumindest der Förderung von Stresssituationen genannt, die im Verlauf der Untersuchung einzeln und im Detail erläutert, durch eigene Untersuchungen zu dieser Thematik gestützt und durch die Verwendung von anderen Studien belegt werden. Es soll die These geprüft werden, dass folgende Faktoren maßgebliche Ursache von verstärkt auftretenden Symptomen der Überforderung und Überlastung bei Kindern sind: Medienkonsum Stärkere zeitliche Belastung der Eltern Festgelegte und fremdbestimmte Freizeitaktivitäten Stress, Druck und Eile im Allgemeinen Diese Faktoren sollen in Beziehung mit physischen Stresssymptomen wie Kopf- Bauch- und Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Über- und Untergewicht, Augenbeschwerden und Beeinflussung der motorischen Fähigkeiten sowie den psychischen Auswirkungen wie Verhaltensauffälligkeiten, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, Beeinflussung der emotionalen und kognitiven Entwicklung und eine Verschlechterung der subjektiven Wahrnehmung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität gestellt werden Medienkonsum: Fast alle Kinder tun es mit Hingabe: Fernsehen. Dennoch ist die Freizeitbeschäftigung Nummer eins für die Entwicklung der Kinder ein nicht unumstrittenes Thema. Studien zeigen, dass Sechs- bis Dreizehnjährige täglich zwischen 110 und 180 Minuten Fernsehen. Man fand heraus, dass der tägliche Fernsehkonsum dieser Altersklasse seit dem Jahr 1996 insgesamt um etwa 11 % gestiegen ist. Fernsehkonsum In der ersten Umfrage, die wir an 160 Kindern im Alter von 8-13 Jahren durchführten, ergab sich, dass 39,15% der Befragten weniger als eine Stunde pro Tag fernsehen, 42,55% nutzen den Fernseher 1-2 Stunden pro Tag, 16,25% 2-3 Stunden und 2 % sitzen, nach eigenen Angaben mehr als 3 Stunden täglich vor der Bildschirm. Es zeigte sich, dass mit steigendem Alter der Fernsehkonsum zunimmt. Die 8-11 jährigen nutzen den Fernseher prozentual gesehen mit über 50% weniger als eine Stunde pro Tag, allerdings zeigt sich ab 12 Jahren, dass der Schwerpunkt der Fernsehdauer immer mehr zu 1-2 Stunden pro Tag verschoben wird. Ab 12 Jahren sehen mehr als 50% der von uns untersuchten Kinder zwischen 1-2 Stunden Fernsehen am Tag. Computernutzung In unserer ersten Befragung, hat sich eindeutig herausgestellt, dass schon 87,5 % einen Computer zur freien Verfügung haben und 95,6% gaben an, dass Computerspiele regelmäßig genutzt werden. Hierbei beziehen wir auch Spielekonsolen und den Game-Boy mit ein. Der Computer dient nicht nur als Spielmedium, sondern auch dem Zugang zum Internet. Unsere erste Untersuchung hat ergeben, dass 11,9 % der Kinder nie im Internet sind, 72,5 % regelmäßig und 15,6 % Kinder oft. Etwa 90 % der Kinder zwischen 8 und 13 Jahren haben also bereits Erfahrungen mit dem Internet gemacht. Die Medien Computer und Fernsehen nehmen sichtbar eine große Rolle im Leben der Kinder ein, wie die Aufschlüsselung der Fernsehdauer pro Tag und in Altersklassen sowie die Tabelle zur 11

10 12 Alter < 1 Std. 1-2 Std. 2-3 Std. > 3 Std. 8 50,0% 0,0% 50,0% 0,0% 9 61,1% 16,7% 22,2% 0,0% 10 34,5% 44,8% 17,2% 3,4% 11 51,5% 38,2% 5,9% 4,4% 12 37,8% 55,6% 2,2% 4,4% 13 0,0% 100,0% 0,0% 0,0% gesamt: 39,2% 42,6% 16,3% 2,0% Abbildung 3: Fernsehkonsum in Stunden pro Tag < 1 Std. 1-2 Std. 2-3 Std. 54,4% 28,2% 17,5% Abbildung 4: Nutzung von Spielkonsole und PC in Stunden pro Tag täglichen Gesamtdauer der durchschnittlichen Nutzung von Computer oder Spielekonsole zeigt (Abbildungen 3 und 4). Diese Medien sind offensichtlich zu einem ganz bestimmenden Faktor in der Freizeit der Heranwachsenden geworden, was die Zahlen zur Nutzung dieser Medien klar widerspiegeln. Kinder erleben in jungen Jahren so viel, lernen in der Schule jeden Tag Neues und müssen dies in ihrer Psyche verarbeiten. Hinzu kommen nachmittags die visuellen Reize, die vom Fernsehen oder Computerspielen ausgehen. Es muss eine zusätzliche Aufarbeitung stattfinden. Dies kann aber meist nicht geschehen, da z.b. die Fernsehdauer und das damit zu verarbeitende Programm Ausmaße annimmt, die im Zusammenspiel mit dem real Erlebten eine solche unaufnehmbare Masse darstellen, dass die Verarbeitung nicht möglich ist. Das Kind fühlt sich noch mehr unter Stress gesetzt, obwohl primär der Grund des Fernsehens doch die Entspannung ist. Die Entspannung ist allerdings auf Grund des Überkonsums ein Trugschluss, denn ab einem bestimmten Punkt wendet sich die Phase des Entspannens und es tritt eine Phase ein, die nicht mehr entspannt, sondern durch unaufgearbeitete, visuelle Reize überfordert und inneren Stress hervorruft. Man spricht in diesem Fall von Reizüberflutung. Zudem ist gerade für einen heranwachsenden Menschen der Umgang mit der Realität enorm wichtig. Studien haben ergeben, dass vor allem Kinder auf ein sinnliches Erleben angewiesen sind. Sie brauchen Körperkontakt, Bewegungsfreiraum, essentielle Erfahrungen wie Hören, Schmecken, Riechen, Sehen und Fühlen, um ihre fünf Sinne zu entfalten. Nur hierdurch können sie lernen, sich selbst ganzheitlich als körperliches, emotionales und geistiges Wesen zu entdecken und zu erproben. Was geschieht aber nun, wenn diese Selbsterkennung- und findung nur noch eingeschränkt stattfindet? Kinder haben heutzutage nicht mehr so ausgeprägte soziale Kontakte wie früher. Hierdurch kommt es zu Problemen in alltäglichen Situationen, in denen sie mit greifbaren, menschlichen Emotionen nicht mehr umgehen können. Diese Verminderung der Sozialisationsfähigkeit hat gravierende Auswirkungen auf das Verhalten dieser Kinder. All dies führt dazu, dass das Stresspotential sich im direkten Kontakt mit Mitmenschen erhöht. Frau B., Lehrerin an einer Grundschule, schilderte in einem Interview mit uns ihre Erfahrungen mit Kindern im Hinblick auf die Änderung ihres Verhaltens, im Vergleich früher - heute, welche Auswirkungen die heutige Gesellschaft auf die Kinder hat und inwiefern sich die Rasanz unserer Zeit in ihrem Klassenzimmer widerspiegelt. Die Konzentrationsfähigkeit wird von ihr als schlechter als noch vor zehn Jahren beschrieben. Grund hierfür scheint ihrer Meinung nach der gehäufte Fernseh- und Videospielkonsum zu sein, denn die Kinder zeigen nur noch "punktuelle Konzentration" und sind nicht mehr in der Lage, einer Thematik lange zu folgen. Frau B. vergleicht den Konzentrationsabfall während des Unterrichts folgendermaßen: Manchmal habe ich das Gefühl, die Kinder wollen fragen: Und wann kommt die Werbepause? Ein weiterer, auffälliger Aspekt, den Frau B. schildert ist der, dass gerade das heutige Kinderprogramm und ebenso das Fernsehprogramm allgemein, immer mehr Geschwindigkeit und Rasanz erhält. Frau B. beobachtet als erfahrene Pädagogin aufmerksam das Kinderprogramm und dessen Wandel in den letzten Jahrzehnten und stellt fest, dass die Bilderabfolge und die Bewegungen der handelnden Figuren immer schneller und rasanter werden. Sie vermutet, dass dieses Geschwindigkeitsproblem vor allem die Beobachtungsgabe der Kinder beeinflusst und sie dadurch außerdem "motorisch unruhig" werden. Ihrer Meinung nach leiden die sozialen Kontakte der Heranwachsenden unter der Beschleunigung ihrer Umwelt. Im Vergleich zu heute, ruhten Kinder vor 20 Jahren deutlich mehr in sich, schienen ausgeglichener. Damals gab es weniger Probleme mit der Kontaktaufnahme zwischen

11 Kindern. Folgende Faktoren beeinflusst der Medienkonsum, was wir im Folgenden dokumentieren beziehungsweise nachweisen werden: Kognitive Fähigkeiten Emotionale Entwicklung Verhalten Über- und Untergewicht Motorische Fähigkeiten Schmerzhäufigkeit und -intensität Häufigkeit von Augenproblemen Schlafstörungen Anfälligkeit für Suchtverhalten Beeinflussung der kognitiven Fähigkeiten Intelligenz: Es gibt zahlreiche Untersuchungen zu den Auswirkungen von übermäßigem Medienkonsum auf die menschliche und im Speziellen die kindliche Intelligenz: Psychologen sind sich einig, dass die ständig wachsenden Informationsflut und die andauernden Sinnesreizungen zur Folge haben, dass die bildliche Wahrnehmung schärfer und schneller wird. So wird durch Fernsehen und Computerspielen bereits bei Kindern die Verarbeitung von visuellen Reizen in kürzerer Zeit trainiert, da die visuelle Geschwindigkeit in den letzten Jahren und Jahrzehnten nachweisbar zugenommen hat, zum Beispiel die Anzahl der Schnitte pro Minute im Fernsehen. Einig sind sich die Psychologen jedoch auch darüber, dass kompliziertes Denken länger dauern kann. Für den amerikanischen Intelligenzforscher U. Neisser resultiert aus dem verstärkten Umgang mit visuellen Medien ein sehr wichtiger Wandel für die menschliche Intelligenz. Jede Generation des 20. Jahrhunderts wurde mit mehr optischen Darstellungen konfrontiert als die vorherige. Daraus erkläre sich auch der so genannte Flynn-Effekt: Der neuseeländische Politikwissenschaftler James Flynn hatte in den achtziger Jahren entdeckt, dass die Intelligenzquotienten in den Industrieländern seit Anfang des 20. Jahrhunderts kontinuierlich zugenommen hatten. Die US-Forscherin Patricia Greenfield führt besonders den steilen Intelligenzanstieg der vergangenen 25 Jahre auf die zunehmende Nutzung des Computers und der visuellen Medien zurück. Dies werde vor allem bei nicht-sprachlichen Tests deutlich, bei sprachlichen Tests zeige sich ein viel geringeres Intelligenzwachstum. Kinder sind offenbar in Folge der zunehmenden "Bildhaftigkeit" unserer Kultur mit Figuren, Mustern und Bildern besser vertraut als mit Buchstaben. Nach Meinung der amerikanischen Psychologin Francis Heylighen stellt die Gesellschaft heute insgesamt höhere intellektuelle Anforderungen und bietet Kindern mehr Informationen und komplexere Denkperspektiven. Computer könnten beim Spielen und Lernen das allgemeine Wissen, geistige Beweglichkeit und abstraktes Denken von klein auf fördern. Der Psychologieprofessor Hugo Schmale von der Universität Hamburg hat bei Berufseignungs- Tests festgestellt, dass Jugendliche heute eine um 30 Prozent höhere Wahrnehmungs- Geschwindigkeit als vor zwanzig Jahren haben, und zwar visuell wie auch akustisch. Sie könnten sich in einer immer schneller werdenden Welt also rascher orientieren. Aus den Tests ergab sich jedoch im Gegensatz zu den amerikanischen Studien ein Rückgang bei anderen Intelligenzfähigkeiten wie dem Abstraktionsvermögen. Dies zeige sich auch bei Problemen, die Denkprozesse erfordern und längere Zeit beanspruchen - etwa beim Ausrechnen oder dort, wo es zu definieren gilt, wodurch sich zwei Begriffe unterscheiden. Außerdem sei eine Überbetonung des rein technischen und linearen Denkens und ein Rückgang an Fantasie und Kreativität zu erkennen, hervorgerufen zum Beispiel durch die vorgegebenen Strukturen in Computerspielen. Schulleistung: Die Forschungsgruppe Psychophysiologie der Universität Freiburg fand heraus, dass Kinder, die viel fernsehen, schwächer in der Schule sind. Die Forscher um Michael Myrtek wiesen nach, dass die schulischen Leistungen von Vielsehern vor allem im Fach Deutsch wesentlich schlechter sind als bei den Gleichaltrigen, die ihre Freizeit mehr mit Sport oder Bewegung verbringen. Der im Vergleich zum Fernsehen kognitiv anregendere Kontakt zu Freunden und Familienangehörigen sei bei den Vielsehern reduziert. Kinder mit einem Fernsehkonsum von mehr als drei Stunden täglich sehen nach Angaben des Studienleiters Myrtek hauptsächlich "wenig hochbewertete Sendungen" wie Talk-Shows am Nachmittag. Darunter leiden auch die Deutsch-Kenntnisse, denn Talk-Shows sind der sprachlichen Entwicklung zumindest nicht förderlich, sagte Myrtek. Im Vergleich dazu sehen Kinder mit durchschnittlich nur rund einer Stunde Fernsehkonsum pro Tag hauptsächlich Tierfilme. Für Myrtek ein Zeichen, dass in dieser Gruppe die Familie den Fernsehkonsum kontrolliert. 13

12 14 Beeinflussung der emotionalen Entwicklung und ihre psycholgische Erklärung Die Forschungsgruppe Psychophysiologie der Universität Freiburg unter Leitung von Michael Myrtek fand heraus, dass Kinder, die viel fernsehen, weniger Gefühle zeigen. Der Kontakt zu Freunden und Familienangehörigen sei bei den Vielsehern reduziert, da ihnen nicht so viel Zeit für soziale Kontakte zur Verfügung steht. Der Freizeitforscher Horst W. Opaschowski hat in einer Hamburger Studie des B.A.T.-Freizeit- Forschungs-Instituts herausgefunden, dass der zunehmende Konsum der Neuen Medien und die daraus resultierende Informationsflut und Sinnesüberreizung dazu führe, dass Kinder und Jugendliche beim Medienkonsum notwendige Selektionsprozesse erlernen, um mit der Vielzahl an Sinneseindrücken fertig zu werden, was sich jedoch auch auf andere Lebensbereiche überträgt, so dass die Heranwachsenden vermehrt dazu neigen, alles auszublenden, was für die persönlichen Ziele nicht von Bedeutung sei. Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Beeinflussung der emotionalen Entwicklung ist die Darstellung von Gewaltszenen in den Medien. Das Kind bekommt visuell ein Bild von einer Welt übermittelt, das durchaus problematisch im Hinblick auf die Entwicklung des Kindes eingreifen kann. Interessant sind hierzu die Ausführungen von Albert Bandura und die Einbeziehung seines Modells zum Beobachtungslernen: Bandura führte ein Experiment mit Kindern durch, die beobachteten, wie erwachsene Modelle eine große Plastikpuppe boxten, schlugen und traten. Diese Kinder zeigten im weiteren Verlauf des Experimentes häufiger derartige Verhaltensweisen als Kinder aus Kontrollgruppen, die die aggressiven Modelle nicht beobachtet hatten. Nachfolgeuntersuchungen erbrachten, dass Kinder solche Verhaltensweisen schon dann nachahmten, wenn sie lediglich abgefilmte Sequenzen mit solchen Modellen, sogar mit Zeichentrickfiguren, gesehen hatten. Gewalt in Medien oder jegliche Darstellung nicht kindgerechter Thematiken in den Medien sind demnach bedenklich. Überdurchschnittlicher Fernsehkonsum, bei dem solche Sachverhalte vermittelt werden, kann folglich, nach Banduras Modell zum Beobachtungslernen, Fehlentwicklungen mit sich führen, die sich entscheidend auf den Umgang dieser Kinder mit anderen Kindern oder Menschen allgemein auswirkt. Diese Fehlentwicklungen zeigen sich in auffällig aggressiverem Verhalten, auf das wir im Folgenden genauer eingehen werden. Verhalten Stress, Zeitdruck und der Wandel im Leben der Kinder hin zu einer zunehmenden Beschleunigung haben nicht nur körperliche Folgen, sondern augenscheinlich auch immer häufiger psychische: Viele Lehrer berichteten während unserer Befragungen in den Schulklassen unaufgefordert von zunehmenden Verhaltensänderungen der Schüler, wie Aggressivität, Regression, Erschöpfung und Lustlosigkeit. Vor allem habe die Aggressivität und Reizbarkeit der Kinder zugenommen - insbesondere bei Jungen. Mädchen hingegen reagierten auf Stress eher mit Rückzug und Depressionen. Außerdem waren sich die Lehrer einig, dass Kinder immer weniger motivierbar sind und vermehrt an Erschöpfung und Lustlosigkeit leiden ,45 4,93 Reizbarkeit 3,07 3,35 Traurigkeit Medienkonsum: wenig oder mittel viel Abbildung 5: Zusammenhang zwischen Medienkonsum einerseits und Reizbarkeit und Traurigkeit andererseits Für Multimedia-Kinder sind Fernsehen und Co. heute ganz normale Bestandteile ihres Lebens. Aber nicht nur Dauer des Fernsehens ist Faktor für das ansteigende Stresspotential, sondern auch die Art der Bilder, die über das Fernsehen vermittelt werden. Im Fernsehen werden Ideale übermittelt, die der Realität oft nicht gerecht werden. Die Ergebnisse einer Langzeitstudie des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie zeigen, dass bei 2% der untersuchten Kinder im Alter von Jahren Essstörungen vorliegen. Das öffentliche Schönheitsideal wird über die Medien gebildet und verbreitet. Steigende Zahlen der Essstörungen gerade in jungen Jahren sind nur ein Zeichen dafür, dass Ideale, die über Massenmedien verbreitet werden und durch visuelle Wiederholung gesellschaftsfähig werden, die Betrachter in ihrer Sicht der Dinge beeinflusssen. Der überdurchschnittliche Konsum dieses

13 Mediums vermittelt aber nicht nur diesen Schönheitswahn, sondern fördert auf der anderern Seite auch die Fettleibigkeit der Kinder. Der Mangel an Bewegung, die gerade in jungen Jahren überaus wichtig ist, führt zu Übergewicht und anderen physischen Auffälligkeiten, wie zum Beispiel Rückenproblemen und Verspannungen. Ebenso die Entwicklung der motorischen Fähigkeiten wird negativ beeinflusst durch die bereits zitierte Bewegungsarmut. Auch die Lehrerin Frau B. schildert, dass ihr vermehrt die Abnahme der motorischen Fähigkeiten ihrer Schüler und Schülerinnen auffällt. Beträchtlich sind vor allem die Probleme beim Ausmalen, Ausschneiden und bei Fingerspielen. Über- und Untergewicht: Medienkonsum und Bewegungsarmut Einer der Hauptgründe für die Zunahme von Über- und Untergewicht bei Kindern sei die Bewegungsarmut, so die Freiburger Ärztin Ulrike Korsten-Reck, Leiterin der Abteilung für rehabilitative und präventive Sportmedizin der Universität Freiburg. So habe eine Studie jüngst ergeben, dass sich sechs- bis zehnjährige Kinder durchschnittlich nur noch eine Stunde am Tag bewegen. "Fernsehen, Computer und Hausaufgaben spielen die tragende Rolle im Leben der Kinder", bedauert Korsten-Reck. Sport und Bewegung haben jedoch einen positiven Einfluss auf Stressabbau, führen zu einer gesünderen Ernährung und steigern das Selbstwertgefühl der Heranwachsenden. Wie unsere Befragungen ergaben, sind Mädchen und Jungen zwischen 8 und 13 Jahren durchschnittlich in 1,51 Sportvereinen. Das bedeutet eine sportliche Betätigung von etwa 1:50 Stunde in der Woche, die durch Sport im Verein geschieht. Dazu kommen circa fünfeinhalb Stunden Bewegung im Freien z.b. im Garten, auf der Straße, auf dem Spielplatz, auf dem Sportplatz, im Park, im Wald oder auf dem Schulhof. Dahingegen beläuft sich der wöchentliche Medienkonsum auf mehr als 11 Stunden. Und je häufiger Fernsehen, Computer und Spielkonsolen genutzt werden, umso höher ist das Gewicht der befragten Kinder gemessen an ihrem Alter und ihrer Größe (siehe Abbildung 6). In unserer Befragung haben wir die Jungen und Mädchen nach genauem Körpergewicht, Alter und genauer Körpergröße gefragt, um den individuellen Body Mass Index zu berechnen. Es ergab sich zwar kein durchschnittlicher Wert von 50 BMI Perzentilen, wie zu erwarten gewesen wäre, aber es lässt sich dennoch ein Anstieg des BMI-Perzentil-Werts feststellen, je höher der w enig mittel viel Fernsehkonsum eines Kindes ist. BMI Perzentile Medienkonsum Abbildung 6: Verhältnis von Medienkonsum und Body Mass Index Perzentilen Beeinflussung der motorischen Fähigkeiten Lehrer und Erzieher berichten laut einer Hamburger Studie von Jürgen Kretschmer und Carsten Giewald immer häufiger, dass die motorischen Fähigkeiten von Kindern zurückgehen: Es wird beobachtet, dass Kinder immer häufiger nicht mehr auf einem Bein stehen können, ohne umzufallen, nicht mehr klettern, rückwärts laufen oder balancieren und ihre Bewegungen nicht gut koordinieren können. Als Ursache werden oft mangelnde Sinnes-, Spiel- und Bewegungserfahrungen angesehen, da steigender Medienkonsum und zunehmender Schuldruck die betrofffenen Kinder vermehrt zeitlich davon abhalten. Der Leistungsvergleich von 1672 Grundschulkindern in der Hamburger Studie ergab, dass die Fernsehdauer und -intensität in signifikantem Zusammenhang mit den motorischen Fähigkeiten stehen. Im Detail wurden die konditionellen Fähigkeiten (Schnelligkeit, Ausdauer und Armkraft), koordinative Fähigkeiten (Differenzierungsfähigkeit, Reaktionsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit und Gewandtheit, Gleichgewicht sowie Gelenkigkeit) und die allgemeine Beweglichkeit untersucht. Mit der kindlichen Motorik wurde der zunehmende Fernsehkonsum in Zusammenhang gebracht: Denn die von der Aktion Jugendschutz der Landesarbeitsstelle Bayern e.v. empfohlene tägliche Maximal-Fernsehdauer für Kinder zwischen 9 und 10 Jahren von weniger als 1,5 Stunden wird, wie ja bereits erwähnt, oft überschritten. Die Extremgruppe der Kinder, die nicht täglich und nur kurz fernsehen sind zu 15,1 % motorisch sehr schwach und zu 26,9 % motorisch sehr stark; die andere Extremgruppe hingegen, die 15

14 30% 25% 20% 15% 10% 5% 0% 15,1% täglich und sehr lang fernsieht, ist zu 24,1 % motorisch sehr schwach und zu 16,3 % motorisch sehr stark (siehe Abbildung 7). Es wurde des Weiteren genauer hinterfragt, was Einfluss auf die motorische Leistungsfähigkeit nimmt und man fand heraus, dass folgende Faktoren Einfluss auf die kindliche Motorik haben: Vermehrter Medienkonsum zu 97,2 %, geänderte Familienverhältnisse zu 94,2%, vermehrter Straßenverkehr zu 85,0 % und verringerter Bewegungs- und Spielraum zu 84,0 %. Schmerzen 26,9% nicht täglich kurz 15,2% 21,2% nicht täglich mittel motorisch sehr schwach 22,3% täglich mittel 19,2% 24,1% 16,3% täglich lang motorisch sehr stark Abbildung 7: Zusammenhang von Fernsehkonsum und motorischen Fähigkeiten Mit unseren Befragungen hinsichtlich des gestiegenen Medienkonsums von Kindern wollten wir außerdem die These überprüfen, dass übermäßiger Fernsehkonsum allgemein die Häufigkeit und Intensität von Schmerzen, körperlichen Verspannungen im Hals- und Nackenbereich und Augenbeschwerden erhöht. Abbildung 8 verdeutlicht den Aspekt Fernsehkonsum im Hinblick auf Schmerzen und ihre nicht pathologischen Ursachen: Es wird deutlich, dass ein positiver Zusammenhang zwischen Fernsehkonsum einerseits und Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen andererseits besteht. Je mehr Fernsehen die befragten Kinder angaben zu gucken, desto stärker wurden auch Häufigkeit und Intensität von Schmerzen und Verspannungen eingeschätzt, wobei beim Fernsehkonsum sowohl die Fernsehhäufigkeit pro Woche, als auch die Fernsehdauer hinterfragt wurde. Allgemein lässt sich sagen, dass der kindliche Fernsehkonsum Einfluss auf die gesamte idiopathische Schmerzhäufigkeit hat. Denn je länger und je häufiger die Kinder angaben, Fernsehen zu gucken, desto höher ordneten sie auf einer Skala von 1-10 ihre Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen sowie ihre Verspannungen im Rücken- und Nackenbereich ein. Die Befragung ergab, dass Fernsehdauer und Medienkonsum im Allgemeinen Auswirkungen auf die Kopfschmerzhäufigkeit haben. In Abbildung 9 ist der Zusammenhang zwischen täglichem Fernseh- und Computerkonsum und Kopfschmerzhäufigkeit erkennbar, wobei nach wenig (deutlich unterdurchschnittlichem), mittel (durchschnittlichem) und viel (deutlich überdurchschnittlichem) Medienkonsum unterschieden wurde. Es ist erkennbar, dass bei Kindern, die überdurchschnittlich häufig Kopfschmerzen haben, die Anzahl der Vielseher und -konsumierer 4,5 4 3,5 3 2,5 2 1,5 1 0,5 0 Durchschnittswert Kopfschmerzen Durchschnittswert Rückenschmerzen Durchschnittwert Bauchschmerzen Schmerzhäufigkeit gesamt wenig mittel viel Fernsehkonsum Abbildung 8: Zusammenhang von Fernsehkonsum und Häufigkeit von Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen sowie allgemeiner Schmerzhäufigkeit 16

15 a) mittel; 22,1% b) wenig; 35,6% mittel; 23,0% viel; 41,3% 3 2 wenig mittel viel Medienkonsum Abbildung 10: Häufigkeit von Augenproblemen in Abhängigkeit vom Medienkonsum wenig; 31,3% Me viel; 45,7% Computer oder der Playstation spielen, deutlich seltener diese Symptome, als Kinder, die viel oder starken Medienkonsum angeben. Diese Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass dieses Augenzucken und Flimmern tatsächlich auf das Ausmaß des Medienkonsums zurückzuführen ist. Abbildung 9: Zusammenhang zwischen Medienkonsum und Kopfschmerzhäufigkeit a) Medienkonsum aller Befragten b) Medienkonsum der Kinder mit überdurchschnittlich häufigen Kopfschmerzen größer ist als beim Durchschnitt aller Befragten und der Anteil der Kinder mit wenig Medienkonsum geringer ist als bei der Gesamtheit. Augenbeschwerden Computerspielhersteller weisen in ihren Anleitungen darauf hin, dass das Spiel vom Benutzer abgebrochen werden soll, wenn ein Flimmern oder Verschwimmen vor den Augen oder ein Zucken in den Augenlidern oder in anderen Gesichtsmuskeln auftritt. Diese Beschwerden sind ein körperliches Anzeichen für eine dauerhafte visuelle Reizüberflutung, denn meist tritt dieses Symptom laut Auskunft der Hersteller erst nach einigen Stunden auf. Auf die Frage hin, wie oft die 8- bis 13-Jährigen aus der zweiten Befragung von 103 Kindern dieses Signal bei sich beobachten, antworteten 52,4 % mit "nie", 41,7 % der Befragten mit "selten" und 5,8% mit "oft". Erfahrungen mit diesem körperlichen Warnsignal der Augen auf zu viel Medienkonsum haben also fast die Hälfte aller Kinder. Besonders auffällig war der Zusammenhang zwischen den Angaben zum Computer- und Fernsehkonsum und der Häufigkeit von den beschriebenen Augenproblemen: Wie Abbildung 10 verdeutlicht, zeigen die Kinder, die wenig fernsehen und am Soweit bekannt ist, bleiben zwar keine dauerhaften Schäden zurück, jedoch ist dieses Zucken, Flimmern und Verschwimmen gerade bei Kindern als Warnsignal für zu viel Medienkonsum zu sehen. Schlafstörungen Neben Störungen in der Umgebung oder einem unregelmäßigen Tag-Nacht-Rhythmus ohne feste Einschlafzeiten hat auch der kindliche Medienkonsum, vor allem der Fernsehkonsum Einfluss auf die Schlafqualität. Unsere Befragungen ergaben, dass 27,7 % der Jungen und Mädchen Schlafstörungen und Einschlafprobleme haben, da sie der Tag nicht loslässt. Es beschäftigen sie also noch Erlebnisse und Geschehnisse, die sie noch verarbeiten müssen. Solche Erlebnisse können auch Fernsehsendungen sein, die sie bis unmittelbar vor dem Schlafen gehen gesehen haben. Denn viele Kinder schauen vor dem zu Bett gehen noch Fernsehen. Dieses intensive Fernsehgucken kurz vorm Schlafen gehen, sind nach Einschätzung des Schlafmediziners Alfred Wiaters, Chef der Kinderklinik Köln-Porz, die Hauptgründe für solche Schlafstörungen, da das Kind das Gesehene erst noch verarbeiten muss, bevor es zur Ruhe kommen kann. Anfälligkeit für Süchte 17

16 Anteil der Kinder, die......mindestens 1 Musikinstrument spielen Kinder mit mehr als 2 Std. Fernsehkonsum pro Tag Gesamtheit aller Befragten 27,9% 47,5%...gerne lesen 66,7% 87,5% Abbildung 11: Fernsehen & Lese- /Musizierverhalten Die Forschungsgruppe Psychophysiologie der Universität Freiburg unter Leitung von Michael Myrtek fand heraus, dass sich Kinder mit mehr als drei Stunden täglichen Fernsehkonsums weniger bewegen, weniger musizieren, weniger lesen und weniger Gespräche führen. Für die Studie waren 200 elf- und 15-jährige männliche Schüler untersucht worden, deren subjektives Befinden, Herzfrequenz und Bewegungsaktivität in kurzen regelmäßigen Abständen gemessen wurde, woraus die körperliche, emotionale und mentale Beanspruchung errechnet werden konnte. Wie Abbildung 11 zeigt, bestätigt unsere Befragung der 8 bis 13-Jährigen Myrteks Aussagen zum Musizier- und Leseverhalten: Diese Kinder mit überdurchschnitllichem Medienkonsum sind nach Aussage der Freiburger Forscher häufiger alleine und schlechter Laune. Das Fernsehen führe dann zu einem Stimmungshoch, was schließlich in eine "Fernsehsucht" münden könne. Aber nicht nur diese Extremgruppe ist gefährdet: Alle Kinder, die überdurchschnittlich viel fernsehen, geraten in eine gewissse Abhängigkeit, wenn der Fernseher zur hauptsächlichen Freizeitaktivität wird. Durch diese früh erlernte Sucht sind sie auch später nachweislich anfälliger für Süchte wie zum Beispiel ständiges Naschen von Süßigkeiten, Rauchen, Alkoholkonsum oder auch Konsum anderer Drogen. Kein Fernsehen mehr für Kinder? Das Einbeziehen der "Neuen Medien" kann natürlich nicht gänzlich aus dem Leben der Kinder gestrichen werden, denn die digitale Welt ist ein ganz bestimmender Teil unserer heutigen Gesellschaft geworden, die jeden Menschen das ganze Leben begleiten wird. Es ist demnach nicht ratsam den Kindern den Kontakt mit Fernseher und Computer völlig zu verbieten, jedoch können gerade die Eltern den Umgang ihrer Kinder mit diesen elektronischen Medien steuern, indem sie sie langsam und reguliert an diese Technik der heutigen Zeit heranführen. Die Verarbeitung der Bilder und des Gesehenen kann für Kinder in Zusammenarbeit mit ihren Eltern leichter geschehen und der Umgang mit dem Computer auf "gesunde" Art erlernt werden Stärkere zeitliche Belastung der Eltern Auffällig ist zunächst einmal, dass die von uns untersuchten Kinder, deren Eltern beide berufstätig sind, deutlich mehr Fernsehen gucken als Kinder, bei denen ein Elternteil rund um die Uhr verfügbar ist. Hierzu unsere Daten in einer Grafik, um den Sachverhalt genauer darstellen zu könnnen: 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% wenig mittel viel Berufstätigkeit: beide/alle Erziehungsberechtigten 1 Elternteil (Alleinerziehende ausgeschlossen) Medienkonsum Abbildung 12: Zusammenhang zwischen Berufstätigkeit der Erziehungsberechtigten und Medienkonsum Diese zeitliche Belastung der Erziehungsberechtigten stellt insofern also schon einmal einen Risikofaktoren dar, da sie nur noch eine geringere Kontrolle des kindlichen Medienkonsums möglich macht und einen Anstieg des Fernseh- und Computerspielkonsums der Heranwachsenden zur Folge hat. Die Auswirkungen des höheren Medienkonsums haben wir ja bereits im vorangegegangenen Teil (4.1.) erläutert und nachgewiesen. Im Interview mit der Grundschullehrerin Frau B. haben wir versucht, zu ergründen, ob und inwiefern sich die Verantwortung und der zeitliche Einsatz der Eltern in den letzten Jahren und Jahrzehnten geändert hat. Frau B. antwortete auf die Frage nach der Verantwortung der Eltern in der heutigen Zeit, dass das Interesse der Eltern, zumindest in der Frequenz der Besuche der Elternabende, augenscheinlich nicht gelitten hat. Sie spricht hier allerdings nur für die Grundschule, an der sie unterrrichtet, und räumt ein, dass bei dem Vergleich mit einer Grundschule, die sich in einer Großstadt befindet, vermutlich andere Ergebnisse herauskommen würden. Ihrer Beobachtung nach, spiegelt sich der Bildungsstand der Eltern oft in dem Fernsehkonsum der Kinder wieder. Eltern, die sich um ihre Kinder kümmern oder z.b. mit ihnen gemeinsam Bücher lesen anstatt sie vor den Fernseher zu setzen, fördern ihrer Meinung nach 18

17 die Entwicklung der Kinder vorteilig. Die Zeit, die Eltern sich für ihre Kinder nehmen und nehmen können, ist also wichtig für deren Entwicklung. Beeinflussung der kognitiven Fähigkeiten 60% 50% 40% 30% 20% Beide/alle Elternteile berufstätig 1 Elternteil berufstätig (Alleinerziehende ausgenommen) Verbale Fähigkeiten Frau B. hat in ihren Klassen bemerkt, dass durchschnittlich 1-2 Kinder pro Klasse besonders aggressiv, oder anderweitig negativ auffällig werden. Diese Kinder stammen ihrer Beobachtung nach immer aus einem problematischen Elternhaus, in dem man sich nicht so intensiv um das Kind kümmert, die Eltern evtl. geschieden sind oder der alleinerziehende Elternteil ganztägig berufstätig ist. Diesen Kindern mangelt es an verbalen Fähigkeiten, da diese im Elternhaus vernachlässsigt werden; sie schauen meist überdurchschnittlich viel fern, lesen weniger und haben weniger Erfahrung im Umgang mit sozialen Kontakten und angemessenen Umgangsformen. Aber nicht nur bei diesen extremeren Fällen ist eine negative Entwicklung festzustellen. Der allgemein zunehmende Zeitmangel der Eltern und die daraus resultierende geringere Kontrolle des kindlichen Medienkonsums können sogar Störungen der sprachlichen Entwicklung zur Folge haben: Das sächsische Gesundheitsministerium hat in einer Studie herausgefunden, dass jedes fünfte Kind in Sachsen bereits bei der Einschulung Sprachprobleme aufweist - mit steigender Tendenz: 1994/95 wiesen rund 16 Prozent aller Schulanfänger laut einer Studie eine nicht altersgerechte Sprachentwicklung auf, 1999/2000 waren es 21 Prozent; und auch bei dem Wechsel auf die weiterführenden Schulen weisen die Kinder in alarmierendem Ausmaß nicht altersgemäße verbale Fähigkeiten auf. Als eine mögliche Ursache für diese nach Einschätzung des Ministeriums "bedenkliche" Entwicklung sehen die Ärzte neben dem wachsenden Medienkonsum der Kinder, bei dem aktives Sprechen vernachlässigt werde, die abnehmende verbale Kommunikation in den Familien. Eltern nehmen sich nicht mehr so viel Zeit für gemeinsames Lesen und Vorlesen, Geschichten erzählen oder Gedichte und Reime aufsagen. Fernsehen, Musikhören und Computerspielen ist in den Vordergrund getreten - für die Eltern bedeutet das eine zeitliche Ersparnis, für die Kinder hingegen fehlt dadurch eine wichtige verbale und geistige Anregung. Außerdem wurde herausgefunden, dass Kinder mit durchschnittlich nur rund einer Stunde 10% 0% sehr gut gut mittelmäßig nicht gut Schulleistung Abbildung 13: Zusammenhang zwischen der Berufstätigkeit der Eltern und der Schulleistung Fernsehkonsum pro Tag hauptsächlich Tierfilme sehen, ein Zeichen dafür, dass in dieser Gruppe die Familie den Fernsehkonsum kontrolliert. Schulleistung Auch die Schulleistung der Kinder leidet unter der zeitlichen Belastung der Eltern: In unserer Untersuchung wurden die Kinder gebeten, ein eigenes Urteil darüber abzugeben, wie gut sie in der Schule sind. Wie Abbildung 12 zeigt, schätzen sich die 10- bis 13-Jährigen der zweiten Befragung allgemein schlechter in der Schule ein, wenn beide Elternteile (bei Alleinerziehenden ein Elternteil) berufstätig sind, als wenn nur ein Elternteil arbeiten geht. Augenbeschwerden Die zeitliche Verfügbarkeit durch die Berufstätigkeit oder das Vorhandensein entweder nur eines oder beider Elternteile und damit die Möglichkeiten der Kontrolle der Erziehungsberechtigten des Fernsehkonsums der Kinder, spiegeln sich auch in der Häufigkeit, in der Augenprobleme auftreten, wider: Denn 80 % der Kinder, die angaben, oft Beschwerden an den Augen bei sich zu beobachten, haben zwei berufstätige Elternteile, hingegen 63,5 % der Kinder, die diese nur selten oder nie bei sich bemerken. Die Zeit, die Eltern für die Erziehung ihrer Kinder aufbringen können, hat wie die Untersuchungen des sächsischen Gesundheitsministeriums und unsere Befragungen ergaben also Auswirkungen auf den kindlichen Medienkonsum und daraus resultierende Augen- und Schmerzbeschwerden sowie auf die verbale und kognitive Entwicklung der Kinder. 19

18 Festgelegte und fremdbestimmte Freizeitaktivitäten Immer mehr Kinder wachsen in Wohlstand und Überfluss auf, in einer Gesellschaft, die heute genauso stark von der "freien" Zeit geprägt wird wie von der Arbeitszeit. Aber Wissenschaftler stellen fest: Je mehr freie Zeit Kinder zur Verfügung haben, je vielfältiger die Freizeit- und Konsumangebote sind, desto stärker wachsen die persönlichen Wünsche. Viele Kinder haben jedoch Schwierigkeiten, sich Grenzen zu setzen. Sie nehmen sich an Wochenenden weit mehr vor, als sie eigentlich bewältigen können. Doch allzu leicht werden sie Opfer ihrer eigenen Ansprüche, schnell wird alles zu viel. Denn durch permanente Reizüberflutung, durch das Aneinanderreihen von Terminen werden Rastlosigkeit und Aufregung zum Dauerzustand. Eine innere Unruhe entsteht, die letztlich zur Unzufriedenheit mit sich selber führt. Das Stresspotential steigt und mit ihm die Probleme der Kinder im Umgang mit Gleichaltrigen. Oftmals reagieren solch psychisch überforderte Kinder mit unkontrollierbaren Gewaltausbrüchen, haben Schwierigkeiten mit sich alleine zu sein, benötigen ständig neue Reize und Sensationen oder können sich immer weniger konzentrieren. In der Studie "Schulkinder heute" stellten 87 Prozent der befragten Lehrer fest, dass zunehmend mehr Kinder unter Konzentrationsschwäche, Unruhe und Nervosität leiden. Und in dem Maße, wie die Ausdauerfähigkeit der Kinder abnimmt, steigt ihre Bereitschaft, sich ablenken zu lassen. Viele Kinder haben heute sogar Mühe, längeren Geschichten zuzuhören. Und selbst erzählen sie eher kurze Geschichten, die fast ausschließlich aus aneinandergereihten Höhepunkten bestehen, ähnlich den schnellen Schnitten in Musikvideos und Werbespots. Die Unfähigkeit zuzuhören, wird in Zukunft zu immergrößeren Problemen in der zwischenmenschlichen Kommunikation führen, so die Prognose der Studie. 40% 30% 20% 10% 0% < 3 Stunden 3-5 Stunden 5-7 Stunden > 7 Stunden Termine/Woche in Stunden. keinerlei zeitlicher Druck starker zeitlicher Druck Abbildung 14: Verhältnis von Wochenstunden und subjektivem Druckempfinden In unserer ersten Untersuchung haben wir die Kinder gefragt, wie sie selbst einschätzen, ob sie auf Grund ihrer Hobbys oftmals unter Zeitdruck stehen, in Eile geraten oder manchmal zu wenig Zeit haben. Wir haben mit diesen Angaben einen Zusammenhang erstellt zwischen dem Zeitdruck und der Anzahl der Termine pro Woche. Es zeigt sich ganz deutlich, dass mit steigender Anzahl der Hobbys, sich auch das persönliche Empfinden von zeitlichem Druck anhebt (siehe Abbildung 14). Die Hobbys, die den Kindern heute angeboten werden sind sehr vielschichtig. Dazu gehören Musikinstrumente erlernen, der Besuch von Sportvereinen, das Lesen von Büchern und vieles mehr. Kinder bestimmen ihre Freizeit, indem sie Termine festlegen, die ihnen einen bestimmten Tages- bzw. Wochenrhytmus vorbestimmen. Bei unserer ersten Untersuchung kam heraus, dass jedes Kind pro Woche durchschnittlich 5:09 Stunden Termine hat. Das bedeutet mehr als 5 Stunden, in denen das Kind nicht frei entscheiden kann, wie es seinen Tag nutzt. Einen wichtigen Faktor in der Freizeitbestimmung der Kinder übernehmen auch die Eltern. Sie geben ihren Kindern erst die Möglichkeit in Sportvereine einzutreten, indem sie den finanzielllen Hintergrund bieten und für die Beförderung ihrer Kinder von Termin zu Termin sorgen. Die musikalische Früherziehung geht meist ganz von den Eltern aus. Kinder können nur dann eine so extrem terminierte Freizeit haben, wenn hinter ihnen Eltern stehen, die fördern und unterstützen. Kinder sind sehr formbar in frühen Jahren, und uns beschäftigt die Frage, ob evtl. manche Eltern mehr Ehrgeiz haben, dass ihr Kind ein bestimmtes Musikinstrument erlernt oder eine bestimmte Sportart ausübt, als die Kinder selber. Es gilt als bemerkenswert, wenn der Sohn ein großes Musiktalent an dem Klavier ist und dazu auch noch der Beste in seiner Tennismanschaft. Gehen Eltern daher gezielt hin, fördern ihre Kinder in bestimmten Bereichen besonders, weil sie dieses Hobby favorisieren? Wir haben in unserem ersten Fragebogen die Frage gestellt, ob den Eltern eines der Hobbys besonders am Herzen liegt. Darauf antworteten 89 Kinder mit ja. Das lässt aber noch keine Rückschlüsse zu, ob die Wünsche des Kindes übergangen werden und ihm dieses Hobby nur auferlegt wurde. Interessant war nun zu sehen, dass insgesamt 10 Kinder, also 6,2% die bei dieser Frage mit ja antworteten, parallel angaben, dass sie eines ihrer Hobbys weniger gerne tun

19 würden. Es bleibt spekulativ, ob das Hobby, welches sie weniger gerne ausüben, mit dem übereinstimmt, welches von den Eltern favorisiert wird, allerdings kann man sagen, dass Eltern großen Einfluss auf die Freizeit ihrer Kinder haben, sei sie von den Kindern selbst bestimmt oder teilweise auch fremdbestimmt. Lehrerin Frau B. erklärte uns, dass sich Eltern einerseits im Vergleich zu früher weniger Zeit für ihre Kinder nehmen und andererseits "weitet sich der Ehrgeiz der Eltern auf den Freizeitbereich der Kinder aus." Frau B. hat in ihrer Laufbahn als Grundschullehrerin feststellen müssen, dass auch die Eltern sich nicht nur zum Wohl ihrer Kinder mit deren Aktivitäten befassen:" Eltern zeigen immer öfter ein egoistisches Interesse, so nach dem Motto: Aus meinem Kind soll was werden." Sie beschreibt, dass es schon vorkam, dass Eltern kurz nach der Einschulung, bei dem ersten Treffen mit der Lehrerin, fragten, ob ihr Kind das Zeug zum Medizinstudium hat. Frau B. hat den Eindruck, dass gerade die Kinder, deren Freizeit durch die Eltern mitbestimmt und geplant wird, oftmals bei Schulschluss nicht wie andere Kinder fröhlich nach Hause gehen, sondern eher angespannt wirken, als ob für sie die Anstrengung nach der Schule weiter geht. Die befragten Heranwachsenden, die erklärten, dass mindestens eines ihrer Hobbys nicht von ihnen selbst, sondern von ihren Eltern ausgesucht sei, hatten durchschnittlich einen höheren Skalenwert bei der Frage nach der durch Stress verursachten Schmerzhäufigkeit, obwohl sie keine durchschnittlich höhere zeitliche Belastung haben. Allein die Tatsache, dass ein Hobby fremdbestimmt ist, erhöht die psychische Belastung so, dass die Häufigkeit an Schmerzen deutlich zunimmt (siehe Abbildung 15). Subjektives Empfinden von Druck und Eile In unserer Befragung haben wir auch untersucht, was Einfluss auf das Empfinden von Zeitmangel und Eile hat. Wir fanden heraus, dass nicht nur die Anzahl und Dauer von Hobbys und Terminen pro Woche entscheidend für diese Einschätzung sind, sondern vielmehr, ob die Hobbys selbst gewählt oder fremdbestimmt sind, wie die Abbildungen 16 und 17 zeigen. Zum Beispiel haben die Kinder, die angaben, das Gefühl, wenig Zeit zu haben, zu kennen, durchschnittlich 5:06 Stunden Hobbys pro Woche und Kinder, die dieses Gefühl nie verspüren, haben im Durchschnitt 5:14 Stunden Termine in der Woche, also keine signifikant höheren Freizeitverpflichtungen. Schmerzen und ihre nicht pathologischen Ursachen Hobbys nicht selbstbestimmt Unsere Untersuchungen ergaben, dass die Selbst- oder Fremdbestimmung von Hobbys neben dem Medienkonsum einen weiteren großen Einflussfaktor für die Häufigkeit von idiopathischen Schmerzen darstellt. selten 37% oft 37% Schmerz infolge von Stress nie in Eile 13% sehr oft 13% 6 5 5,57 4,24 Hobbys selbstbestimmt Hobbys nicht selbstbestimmt Hobbys alle selbstbestimmt Durchschnittswert: Schmerz infolge von Stress selten 58% nie in Eile 4% sehr oft 4% oft 34% Abbildung 15: Zusammenhang zwischen (durch Stress verursachte) Schmerzen und Selbst- bzw. Fremdbestimmung der eigenen Hobbys Abbildung 16: Einfluss von Fremdbestimmung der Hobbys auf das Empfinden der Häufigkeit, in Eile zu sein 21

20 62,5% 35,0% Hobbys nicht selbstbestimmt Hobbys selbstbestimmt 37,5% 65,0% oft oder sehr oft wenig Zeit nie oder selten wenig Zeit Abbildung 17: Einfluss von einer Fremdbestimmung der Hobbys auf das Empfinden der Häufigkeit, wenig Zeit zu haben Die Freizeit der Kinder sollte auch primär freie Zeit bleiben, das heißt selbstbestimmt, spontan und auf das kindliche Verlangen angepasst. Begrenzte feste Termine fördern allerdings die Disziplin der Kinder, solange der Terminplan nicht zu voll wird und Kinder nur noch von einer Veranstaltung zur anderen hetzen. Eltern haben die Aufgabe, im Auge zu behalten, dass das Hobby vor allem dem Kind am Herzen liegen sollte. Festgelegte Termine, wie der Besuch der Musikschule sind sicher wichtig, allerdings sollte den Kindern noch genügend Zeit zur freien Verfügung erhalten bleiben, damit sie sich kindgerecht und ihren Fähigkeiten entsprechend entwickeln. Um ein optimales Wochenprogramm erstellen zu können, ist vor allem die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern gefragt. Diese Kommunikation hilft nicht nur dabei, die Freizeit der Heranwachsenden sinnvoll und zukunftsorientiert zu gestalten, sondern ermöglicht auch ein gesundes, offenes Verhältnis zwischen Eltern und Kind Auswirkungen von Stress, Druck und Eile im Allgemeinen auf Kinder Schmerzen (insgesamt) und ihre nicht pathologischen Ursachen Ursächlichen Einfluss auf die idiopathischen Schmerzen haben neben dem Medienkonsum noch viele weitere Faktoren: In unserer Untersuchung wurden die 8- bis 13-Jährigen danach gefragt, in welcher Intensität sie zeitlichen Druck verspüren. Es ergab sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen Stärke und Häufigkeit, in der Kinder unter Druck stehen, und ihren Angaben, wie oft sie insgesamt Schmerzen und durch Stress verursachte Schmerzen haben (siehe Abbildung 18). Denn Kinder, die zum Beispiel eine durchschnittlich geringe Schmerzhäufigkeit angaben, berichteten von deutlich weniger zeitlichem Druck (nie oder selten) als Kinder, die subjektiv oft oder sehr oft unter diesem Druck stehen. Bauch- und Rückenschmerzen Mädchen sind im Verhältnis 3:2 etwas häufiger betroffen als Jungen (Apley & Naish, 1958). Die weiblichen IBS-Patienten, leiden generell signifikant stärker unter anderen körperlichen Beschwerden, aber auch einer deutlich höheren Stressbelastung, was die Vermutung zulässt, dass Stressbelastung und Bauchschmerzen in einem signifikanten Verhältnis zueinander stehen. Moderne biopsychosoziale Erklärungsansätze begreifen chronische Bauchschmerzen als multifaktorielles Geschehen, das durch das Wechselspiel verschiedener Einflüsse und die summative Wirkung mehrerer jeweils nicht-pathologischer Faktoren (wie Alltagsstress, dysfunktionales Bewältigungsverhalten etc.) verursacht werden kann. Zu den psychosozialen Belastungsfaktoren mit pathogenetischem Einfluss zählen psychopathologische Auffälligkeiten und psychosoziale Stressoren wie alltäglicher Stress, kritische Lebensereignisse, belastende familiäre/soziale Umweltbedingungen (Scharff, 1997). Patienten von idiopathischen Bauchschmerzen weisen eine höhere Stressausprägungen und körperliche Beschwerden auf als gesunde Kinder (Garber, Zeman & Walker, 1990; Walker, Garber & Greene, 1993). In unseren Untersuchungen ergab sich auf der Skala von 1-10 ein Durchschnittswert aller Befragten für Bauchschmerzen von 2,6. In der Befragung zeigte sich ein allgemeiner Zusammenhang zwischen Stress und Bauchschmerz- 22

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