Lebenssituation Jugendlicher in der Grafschaft Bentheim

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1 Lebenssituation Jugendlicher in der Grafschaft Bentheim Dr. Geraline Holsbrink-Engels Dr. Ines Schell-Kiehl Lectoraat Community Care & Youth Jugendhilfeausschuss, 29. Juni 2011 Kom verder. Saxion.

2 Einführung Hintergrund der Studie und methodische Einführung Die teilnehmenden Jugendlichen Die 4 großen Themenbereiche der Studie Freizeitgestaltung Mediennutzung Alkoholkonsum Mobbing und Gewalterfahrungen Zusammenfassung und erste Empfehlungen

3 Hintergrund der Studie Auftrag zum Erstellen einer Studie und bilden einer Arbeitsgruppe (2009) Entwickeln eines Fragebogens und Ausschreibung des Pojektes ( ) Das Lectoraat Community Care & Youth erhält den Auftrag für die Vollerhebung zur Lebenssituation Jugendlicher in der Grafschaft Bentheim (9/2010)

4 Zielsetzung und Fragestellung Die Zielsetzung ist im Laufe der Zeit immer mehr erweitert worden. Weg von einer defizitorientierten Befragung zum Konsum legaler und illegaler Drogen hin zu einer umfassenden Studie zur aktuellen Lebenssituation Jugendlicher in der Grafschaft Freizeitgestaltung Mediennutzung Alkoholkonsum Mobbing und Gewalterfahrungen

5 Forschungsmethode Webbasiertes Survey Verfahren Wo nötig: Papierversion Erhebung während der Schulzeit an schuleigenen PC s oder mit Hilfe der Papierversion Vollerhebung war so möglich

6 Die teilnehmenden Jugendlichen Gesamte Population: ca Schüler/-innen aus 6 Sozialräumen der Grafschaft (ohne Nordhorn) 3683 Schüler/-innen haben teilgenommen 3333 Fragebögen waren verwertbar (47,7%) weiblich (52,3%) männlich Rücklaufquote ca. 75%

7 Freizeitgestaltung

8 Cafés Vereine Auf der Straße Mithelfen zu Hause Ausflüge Kino Hausaufgaben Fernsehen Chatten Computer spielen Surfen im Internet Kreativität Jobben religiöse Veranstaltungen Freizeitaktivitäten nach Geschlecht Hausaufgaben von Mädchen noch häufiger erledigt als von Jungen. Freunde treffen Sport treiben Cafés Vereine Auf der Straße täglich gar nicht Medien werden von beiden Geschlechtern häufig genutzt. Größere Abweichung bei den Computerspielen. Cafés/Kneipen, Kino und religiöse Veranstaltungen werden selten besucht. 4,5 4 3,5 3 2,5 2 1,5 1 0,5 0 Mithelfen zu Hause Ausflüge Kino Hausaufgaben Fernsehen Chatten Computer spielen Surfen im Internet Kreativität Jobben Mädchen Mittelwert Jungen Mittelwert religiöse Veranstaltungen

9 Freunde Sport Cafés Vereine Auf der Straße Mithelfen zu Hause Ausflüge Kino Hausaufgaben Fernsehen Chatten Computer spielen Surfen im Internet Kreativität Jobben relig. Veranstaltungen Freizeitaktivitäten nach Schulform Förderschüler/-innen weichen ab in der Freizeitgestaltung (in Bezug auf bspw. Freunde, Sport, Medien). Gymnasiast/-innen jobben weniger und treffen sich seltener auf der Straße mit Freunden. Berufsschüler/-innen jobben wesentlich häufiger. Sehr häufig Sehr selten Freunde Sport Cafés Vereine Auf der Straße Mithelfen zu Hause Ausflüge Kino Hausaufgaben Fernsehen Chatten Computer spielen Surfen im Internet Kreativität Förderschule Mittelwert Realschule Mittelwert Berufsbildende Schule Mittelwert Hauptschule Mittewert Gymnasium Mittelwert Jobben relig. Veranstaltungen

10 Vereine Auf der Straße Mithelfen zu Hause Ausflüge Kino Hausaufgaben Fernsehen Chatten Computer spielen Surfen im Internet Kreativität Jobben relig. Veranstaltungen Freizeitaktivitäten nach Alter Besuch von Cafés/Kneipen erst ab 16 relevant. An Sport und Vereinsleben nehmen vor allem Jugendliche bis 16 teil. Sehr häufig Sehr selten Freunde treffen Sport treiben Cafés Vereine Auf der Straße Mithelfen zu Hause Ausflüge Kino Hausaufgaben Mit zunehmendem Alter werden auch religiöse Veranstaltungen weniger relevant. Fernsehen Chatten Computer spielen Surfen im Internet Kreativität Jobben relig. Veranstaltungen

11 Mediennutzung

12 Häufigkeit der Computernutzung in % 70 61, , ja nein, nicht täglich nein, ich arbeite oder spiele nicht am Computer 4,5

13 Art der PC- Nutzung : tägliche und nichttägliche jugendliche Nutzer Täglich Chatten (Freunde) Social media Fernsehen Nichttäglich Fernsehen Schule Chatten (Freunde) Schule Social media

14 in % Absprachen zur Nutzung Ja Nein Weiß nicht PC Nutzung Computerspiele

15 Wohnortwünsche 1. Discos, Geschäfte, Cafés, Kinos 2.Verbesserung des Sportangebots 3. Zukünftige (materielle) Lebensbedingungen 4. Gestaltung des öffentlichen Raumes nach den Bedürfnissen Jugendlicher 5. Organisierte, nichtkommerzielle Aufenthaltsorte Wohnortwünsche Anzahl der Nennungen 1. Freizeitlokalitäten 1922 (Davon spezielle Jugenddiscos 554) 2. Sportplätze/Sportangebote/Sportvereine Individuum mit Blick auf sich selbst Öffentliche Plätze Treffpunkte im Wohnort Schule Bebauung Zufrieden so wie es ist Individuum mit Blick auf Familie und Freunde Natur und Landschaft ÖPNV Reiten und Reitplätze Eigenständige Jugendzusammenschlüsse Tiere Kirchliche Aktivitäten Medizinische Versorgung Buden SONSTIGES 85

16 Alkoholkonsum

17 Häufigkeit Alkoholkonsum und Alter Nie seltener als 1x pro Monat 1x pro Monat mehrmals pro Monat 1x pro Woche Mehrmals pro Woche 12 90% 8% 1% 1% 0% 0% 13 77% 14% 4% 2% 2% 1% 14 50% 19% 8% 11% 9% 3% 15 18% 17% 12% 26% 20% 6% 16 12% 12% 14% 26% 22% 14% 17 9% 15% 13% 25% 24% 15% 18 14% 9% 3% 17% 36% 21% Gesamt 47% 15% 8% 14% 11% 5%

18 Häufigkeit Binge drinking (innerhalb der letzten 30 Tage) in % 40 37, , ,0 10,9 15,0 5 0 gar nicht 1 mal 2 mal 3 mal 4 mal und mehr

19 Vergleich mit den Daten der BZgA Jugendliche unter 18 Jahren (n = 3.253) 24,7 % der Mädchen (n = 1574) trinken mindestens einmal im Monat 5 Getränke hintereinander (BZgA: 12,8%) 28,8 % der Jungen (n = 1679) (BZgA: 20,4%) Bei den Jährigen hat dieses Konsummuster innerhalb der letzten 30 Tage jeder bzw. jede 2. gezeigt

20 Häufigkeit Betrunken sein

21 Trinkhäufigkeit und Binge Drinking Wie oft trinkst Du selber? seltener als 1x pro Monat 1x pro Monat mehrmals pro Monat 1x pro Woche Mehrmals pro Woche In den letzten 30 Tagen mehr als 5 Getränke hintereinander Total (n = 1412) 4x und mehr 3x 2x 1x gar nicht 2% 2% 5% 23% 69% 461 3% 6% 10% 34% 48% % 16% 24% 26% 19% % 21% 22% 11% 11% % 21% 15% 3% 3% 161

22 Häufigkeit Alkoholkonsum und Schulform Nie seltener als 1x pro Monat 1x pro Monat mehrmals pro Monat 1x pro Woche Mehrmals pro Woche Hauptschule 48% 19% 7% 13% 12% 2% Gymnasium 57% 14% 8% 11% 7% 3% Berufsbildende 6% 6% 10% 21% 33% 23% Schule Realschule 46% 14% 8% 15% 11% 6% Förderschule 51% 19% 5% 10% 11% 5%

23 Woher bekommen die Jugendlichen alkoholische Getränke? von zu Hause von anderen Erwachsenen selbst gekauft von Freunden 12 Jahre 47% 6% 8% 22% 13 Jahre 39% 9% 7% 45% 14 Jahre 47% 7% 9% 48% 15 Jahre 49% 10% 16% 53% 16 Jahre 39% 9% 60% 39% 17 Jahre 35% 6% 60% 35% 18 Jahre 22% 2% 55% 5%

24 Orte Orte des an denen von Alkoholkonsums Jugendlichen bevorzugt konsumiert wird (n = 3136) (n =3136) öffentliche Plätze 6,50% Sportverein 7% Bei Verwandten 9,70% Disko/Kneipe 14,20% Zeltfest 18,40% zu Hause 18,80% Bude 18,90% Bei Freunden 31,60% 0,00% 5,00% 10,00% 15,00% 20,00% 25,00% 30,00% 35,00%

25 Jugendliche, die zu Hause Alkohol trinken nach Alter (n = 3136) Alkoholkonsum zu Hause (n = 3136) 18 Jahre 35,70% 17 Jahre 36,80% 16 Jahre 32,40% 15 Jahre 26,00% 14 Jahre 17,90% 13 Jahre 8,20% 12 Jahre 4,80% 0,00% 10,00% 20,00% 30,00% 40,00%

26 Alkoholkonsum auf Zeltfesten Jugendliche, die auf Zeltfesten Alkohol trinken nach Alter (n = 3136) 18 Jahre 27,1% 17 Jahre 39,6% 16 Jahre 43,9% 15 Jahre 34,4% 14 Jahre 10,5% 13 Jahre 2,7% 12 Jahre 1,1% 0,0% 10,0% 20,0% 30,0% 40,0% 50,0%

27 Mobbing und Gewalterfahrungen

28 Mobbing und Gewalterfahrungen Ist vorgekommen Noch nie vorgekommen n Hauptschule 59,7% 40,3% 665 Realschule 53,1% 46,9% 1380 Gymnasium 48,1% 51,9% 941 Berufsbildende Schule 62,3% 37,7% 223 Förderschule 60,5% 39,5% 124 Insgesamt 53,9% (n =1797) 46,1% (n = 1536) 3333

29 Orte von Mobbing und Gewalterfahrungen Ort Nennungen in % Schule 39,4% Straße 12,9% Kneipe/Feste etc. 6,9% Verein 5% Jugendzentrum 2,5% An anderen (Mehrfachnennungen Orten 6,8% möglich)

30 Situation/Häufigkeit Noch 1-2 Mal 3-6 Mal Mehrmals pro Mehrmals pro nie Monat Woche hässliche Dinge über dich gesagt wurden? 32,5% 35,7% 13,5% 11,5% 6,8% Wie häufig ist es passiert, dass.. deine Sachen absichtlich kaputt gemacht wurden?. dir jemand mit Gewalt gedroht hat? 69,8% 21,6% 4,6% 2,7% 1,3% 71,7% 17,7% 5,6% 3,0% 2,0%.. du verprügelt wurdest? 89,8% 7,3% 1,5% 0,7% 0,7%. du sexuell belästigt wurdest? 92,5% 4,8% 1,1% 0,9% 0,7%. du erpresst wurdest? 90,6% 6,7% 1,4% 0,8% 0,5% dir mit Gewalt etwas weggenommen wurde? 81% 13,7% 2,5% 1,8% 1,1% du bestohlen wurdest? 78,7% 17,6% 1,9% 1,1% 0,7% du über dein Handy oder das Internet gemobbt wurdest? 90,8% 6,2% 1,3% 1,1% 0,6%

31 Viele nette Mitschüler/- innen Sich von Lehrer/-innen ungerecht behandelt fühlen Bei Problemen einfach direkt an Lehrer/-innen wenden Sich an der Schule sicher fühlen Es kostet Überwindung zur Schule zu gehen Eigentlich ganz gut in der Schule Trifft voll und ganz zu Trifft zu Weder noch Trifft nicht zu Mobben Ja 39,4% 44,5% 9,7% 3,1% 3,3% Mobben Nein 49,6% 41,9% 5,5% 1,6% 1,4% Mobben Ja 16% 24% 23% 24% 12% Mobben Nein 6% 15% 24% 34% 21% Mobben Ja 22,6% 43,9% 17,2% 10,1% 6,2% Mobben Nein 23,2% 54,9% 12,4% 7,2% 2,3% Mobben Ja 24,1% 49,1% 13,8% 8,5% 4,5% Mobben Nein 28,8% 57,2% 8,9% 3,8% 1,3% Trifft überhaupt nicht zu Mobben Ja 5,3% 8,5% 12,3% 25,9% 48,0% Mobben Nein 2,4% 3,2% 8,2% 27,9% 58,4% Mobben Ja 11% 45% 31% 10% 3% Mobben Nein 10% 55% 26% 6% 2%

32 Erste Empfehlungen 1. Dialog der Akteursgruppen 2. Jugendliche brauchen Orte 3. Weitere Professionalisierung der Akteure 4. Kontinuität 5. Wertschätzung und Auszeichnung

33 Dialog der Akteursgruppen Zukunftswerkstätten Beteiligungsprojekte Dialog Festlegen von Zielen Prioritäten Dialog Zu ergreifende Maßnahmen Verteilen der Aufgaben Dialog

34 Jugendliche brauchen Orte Den öffentlichen Raum neu denken und gestalten Bestehende Treffpunkte neu gestalten Erwachsenenperspektive Attraktive und sichere Orte Wünsche der Jugendlichen

35 Weitere Professionalisierung der Schule: Lehrer/-innen Fort- u. Weiterbildung Akteure Vereine: Trainer/-innen Fort- u. Weiterbildung Genügend Raum für Jugendliche Kontakt zu Jugendlichen Sozialpädagog/- innen Fort- u. Weiterbildung Beeinflussen negativen Verhaltens Jugendlicher Fördern der Eigeninitiative, Kreativität und Aktivität Eltern Elterntrainings und Workshops

36 Kontinuität Kontinuierliche Aufmerksamkeit für identifizierte Problembereiche (bspw. Binge drinking und Mobbing) Wahrnehmung und Umgang damit in den Alltag integrieren Kurzfristige Projekte nicht sinnvoll

37 Wertschätzung und Auszeichnung Exzellente Politiker Ideen Jugendlicher Pädagog. Projekte Erfolgreiche Veränderungen wertschätzen und belohnen

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