VERBAND ZÜRCHER HANDELSFIRMEN ARBEITGEBER-ORGANISATION FÜR HANDEL, DIENSTLEISTUNGEN, INDUSTRIE UND GEWERBE. Jahresbericht 2011

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1 VERBAND ZÜRCHER HANDELSFIRMEN ARBEITGEBER-ORGANISATION FÜR HANDEL, DIENSTLEISTUNGEN, INDUSTRIE UND GEWERBE Jahresbericht 2011

2 Inhaltsverzeichnis VERBAND ZÜRCHER HANDELSFIRMEN ARBEITGEBER-ORGANISATION FÜR HANDEL, DIENSTLEISTUNGEN, INDUSTRIE UND GEWERBE 1 Einleitung, Vorwort des Präsidenten Verbandsorgane des VZH 2 Vorstand/Ehrenpräsidenten/Ehrenmitglieder/ Geschäftsstelle/Revisionsstelle Verbandschronik 3 Mitgliederbestand 3 Generalversammlung 11 Vorstand 13 Verbandsmitteilungen 14 Geschäftsstelle 16 VZH-Vertretungen 17 Vernetzung mit anderen Verbänden 18 Leitbild SOZIALPARTNERSCHAFT MIT DEM KV ZÜRICH 19 Gesamtarbeitsverträge 19 Gesamtarbeitsvertrag für die kaufmännischen und kaufmännisch-technischen Angestellten und das Verkaufspersonal im Detailhandel / Salärregulativ 20 Gesamtarbeitsvertrag für die Handelsreisenden 20 Weiterbildungsaktionen Jahr-Jubiläum des KV Zürich 20 Delegation der KV Zürich Business School 25 Entlöhnung von Stillpausen für Arbeitnehmerinnen 25 Bundesgesetz gegen die Schwarzarbeit 25 Besonderer Schutz von «Whistleblowern» 26 Verschärfung des Kündigungsschutzes 26 Schutz vor Passivrauchen 26 Normalarbeitsvertrag für hauswirtschaftliche Arbeitnehmende 27 Gesetzliche Sozialplanpflicht 27 Eingriffe in die Lohnpolitik 28 Gesamtarbeitsvertrag Personalverleih mit Allgemeinverbindlicherklärung 28 Schweizerische Zivilprozessordnung 29 Kantonaler Berufsbildungsfonds Sozialversicherungsrecht 30 Allgemeiner Teil zum Sozialversicherungsrecht 30 Das Dreisäulenprinzip/Finanzierungsfragen 31 AHV/IV/EO 35 Berufliche Vorsorge 35 Unfallversicherung 36 Krankenversicherung 37 Arbeitslosenversicherung 38 Familienzulagen 38 Präventionsgesetz 38 Unverändert düstere Perspektiven 39 Ausgleichskassen Arbeitsrecht 21 Allgemeines 21 Arbeitszeit 22 Vertrauensarbeitszeit 22 Ferien 23 Arbeitsmarkt 23 Ausländerpolitik 23 Personenfreizügigkeit 24 Teilrevision des Ausländergesetzes 24 Mutterschaftsversicherung

3 Einleitung, Vorwort des Präsidenten VERBAND ARBEITGE DIENSTLE Dr. Andres Iten Präsident Sie halten den Jahresbericht 2011 in den Händen. Während die Aufmachung unverändert geblieben ist, haben wir das inhaltliche Konzept überarbeitet. So haben wir die Berichte über unsere Kernthemen, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik im Allgemeinen, das Arbeits- und Sozialversicherungsrecht im Besonderen, belassen und informieren weiterhin ausführlich über die Entwicklungen in diesen Bereichen. Stärker gewichtet wurden auch die Belange unseres Verbands. Die Beiträge über das allgemeine politische Geschehen und über die Entwicklung unserer Wirtschaft wurden gekürzt oder ganz weggelassen. Der Vorstand des VZH ist zum Schluss gelangt, dass es nicht Aufgabe unseres Verbands ist, die Fülle von Informationen zu diesen Themen anzureichern und zu interpretieren, zumal eine kompetente, rasche und aktuelle Orientierung heute über das Internet jederzeit abrufbar ist. Im Sinne der Ressourcenschonung verzichten wir sodann inskünftig auf einen allgemeinen Versand des Jahresberichts. Wir freuen uns aber, wenn Sie ein gedrucktes Exemplar bestellen und selbstverständlich stellen wir Ihnen den Bericht auch zu, falls wir Sie an der kommenden Generalversammlung vom 15. Mai willkommen heissen dürfen. Gerne hoffen wir, Ihren Bedürfnissen mit diesen Anpassungen noch besser entsprechen zu können, und danken Ihnen für Ihr Interesse am VZH. Das Berichtsjahr zeichnete sich durch Unsicherheit und Turbulenzen aus. Eine Bewältigung der Verschuldungskrise zeichnet sich nicht ab, was zu einer dramatischen Stärkung des Frankens und damit zu einer entsprechenden Schwächung der Wettbewerbsposition vor allem unserer Export- und Tourismusindustrie führte. Auch wenn sich die schweizerische Wirtschaft trotz schwieriger Rahmenbedingungen gesamthaft überraschend gut hielt, können ein Einbruch und damit der Rückfall in eine Rezession nicht ausgeschlossen werden, zu sehr sind wir von externen und damit nicht beeinflussbaren Faktoren abhängig. Eine Arbeitsmarktpolitik, die diesem Umstand Rechnung trägt und konsequent alle Massnahmen verhindert, die den Wirtschaftsstandort Schweiz im globalen Wettbewerb schwächt, ist unabdingbar. Gleichzeitig gilt es, die Sozialpartnerschaft, einen der wichtigsten Erfolgsfaktoren der schweizerischen Wirtschaft, zu pflegen und weiter zu stärken. Die deutliche Abfuhr, die der Souverän kürzlich der 6-Wochen-Ferien-Initiative von Travail Suisse erteilt hat, stimmt optimistisch, dass diese Einsicht weit verbreitet ist. Der VZH wird sich auch weiterhin verantwortungsvoll, umsichtig und mit klarer Stimme in die Sozialpartnerschaft einbringen und sich für die Anliegen der Arbeitgeber einsetzen. Für das Interesse, das Sie dem VZH entgegenbringen, danke ich Ihnen herzlich. Jahresbericht

4 Verbandsorgane des VZH VERBAND ZÜRCHER HANDELSFIRMEN ARBEITGEBER-ORGANISATION FÜR HANDEL, DIENSTLEISTUNGEN, INDUSTRIE UND GEWERBE Vorstand (Amtsdauer ) Präsident: Dr. Andres Iten René Faigle AG, 8050 Zürich Vizepräsident: Jörg Zulauf Migros-Genossenschafts-Bund, 8031 Zürich Mitglieder: Peter Binz PricewaterhouseCoopers AG, 8050 Zürich Patrick Fischer Otto Fischer AG, 8010 Zürich Max Fritz ASPI / ZPK, 8032 Zürich Matthias Keller Paninfo AG, 8306 Brüttisellen Wim Ouboter Micro Mobility Systems AG, 8700 Küsnacht Alex Seidel 8126 Zumikon Franz A. Türler A. Türler, 8022 Zürich Carmen Walker Späh Rechtsanwältin, 8037 Zürich Dr. med. Sandra Thoma Exersuisse, 8050 Zürich Dr. Rolf Dürr, 8304 Wallisellen Hans E. Fischer, 8700 Küsnacht Dr. Hansjörg Frei, 8617 Mönchaltorf Arthur Lichtlen, 8800 Thalwil Benno A. Maechler, 8700 Küsnacht Dr. Alfred Müller, 8001 Zürich Dr. Regula Pfister, 8033 Zürich Joseph A. Schriber, 8143 Stallikon Dr. Peter F. Weibel, 8032 Zürich Jost Wirz, 8045 Zürich Geschäftsstelle Geschäftsleiterin: Rechtsanwältin Martina Wagner Eichin Juristische(r) Sekretär(in): Rechtsanwalt Raphael Spring (bis 31. Januar 2012) Rechtsanwalt Dr. Alfred Müller (ad interim) Rechtsanwältin Angela Steiner Leuthold (ab 16. April 2012) Sekretariat: Sabine Brandt Lea Camenisch Yvonne Venuto (ab 24. Oktober 2011) Juristische Praktikantinnen: Corina Käser (bis 30. November 2011) Nora Schöllkopf (bis 31. Oktober 2011) Ehrenpräsidenten Dr. Reto E. Meier, 8126 Zumikon Dr. Heinz Waser, 8107 Buchs Jack R. Waser, 8127 Forch Ehrenmitglieder Heinz Allenspach, 8117 Fällanden Ulrich Bremi, 8702 Zollikon Peter Brogle, 8124 Maur Alex Corti, 5621 Zufikon 8008 Zürich Seegartenstrasse 2 Telefon Telefax Revisionsstelle DELOITTE AG, 8022 Zürich Vorstand: v.l.n.r.: Peter Binz, Präsident Dr. Andres Iten, Patrick Fischer, Vizepräsident Jörg Zulauf, Wim Ouboter, Alex Seidel, Dr. Sandra Thoma, Kantonsrätin ra Carmen Walker Späh, Max Fritz und Franz A. Türler. Nicht abgebildet ist Matthias Keller Geschäftsstelle: ra Raphael Spring, Corina Käser, RA Martina Wagner Eichin, Dr. Andres Iten, Sabine Brandt, Lea Camenisch und Nora Schöllkopf. Nicht abgebildet ist Dr. Alfred Müller 2 Jahresbericht 2011

5 Verbandschronik VERBAND ARBEITGE DIENSTLE Mitgliederbestand Der VZH, eine der grössten regionalen Arbeitgeberorganisationen der Schweiz, konnte seinen Mitgliederbestand im Berichtsjahr halten. Die Austritte entsprachen den üblichen Mutationen und standen mit der Verbandspolitik und den Verbandsleistungen in keinerlei Beziehung. Knapp 75 Austritte/Ausschlüsse waren aufgrund von Firmenschliessungen, Konkursen und Fusionen zu verzeichnen. Zudem fand mit der Einführung eines neuen Mitgliederadministrationssystems eine Bereinigung des Mitgliederregisters statt. Rund 90% der dem VZH angeschlossenen Firmen sind im Kanton Zürich domiziliert, knapp 10% in den umliegenden Kantonen. Bestand am 1. Januar Eintritte 114 Austritte/Ausschlüsse 112 Bereinigung Mitgliederregister 3 Bestand am 31. Dezember Mitglieder per 31. Dezember 2011 nach Kategorie 0 10 Arbeitnehmer Arbeitnehmer 17% 51 und mehr Arbeitnehmer 26% 57% Generalversammlung Die 93. ordentliche Generalversammlung fand am 24. Mai 2011 im Kongresshaus Zürich statt. Anwesend waren rund 300 Teilnehmer, von denen wiederum zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft, Arbeitgeberschaft, Gerichtsbarkeit und Lehrinstituten begrüsst werden konnten. Seine Präsidialadresse widmete Dr. Andres Iten dem Thema Eigenverantwortung und Überregulierung: «Nach überstandener Finanz- und Wirtschaftskrise lässt der flüchtige Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung aufatmen und Entwarnung signalisieren, vor allem, wenn sich dieser Blick auf die Schweiz fokussiert. Zumindest unsere Wirtschaft erwies sich in den vergangenen Krisenjahren als erstaunlich resistent und entwickelte sich im Berichtsjahr mit 2,5% Wachstum erfreulicher als allgemein erwartet. Für das laufende Jahr prognostizieren die Auguren wiederum ein Wachstum zwischen 1,5 und 2,5%. Die Arbeitslosigkeit ist innert Jahresfrist um mehr als einen Prozentpunkt gesunken und liegt derzeit noch knapp über 3%. Die Aktienmärkte unterstützen das optimistische Bild und die Unternehmen präsentieren sich trotz Frankenstärke in solider Verfassung. Auch unsere beiden Grossbanken haben in die Milliardengewinnzonen zurückgefunden. Dementsprechend erreichen auch die Bankensaläre und Boni das astronomische Vorkrisenniveau nicht, dass diese deswegen heute zu rechtfertigen wären, nicht, dass sie an politischer Brisanz eingebüsst hätten. Bei genauerem Hinsehen sind jedoch verschiedene beträchtliche Risiken auszumachen. Sie zeigen auf, dass diese Konjunktur äusserst fragil und mit weiterem Ungemach zu rechnen ist: Die Finanz- und Wirtschaftskrise ist in eine Schuldenkrise ausgemündet, welche die Strukturschwächen vor allem westlicher Staaten schonungslos offenlegt. Deren Folgen sind längst nicht ausgestanden und sorgen in Politik und Wirtschaft seit Monaten für Hektik, Nervosität und Verunsicherung. Die Verschuldung der USA und weiterer führender Industrienationen hat ein noch nie dagewesenes Ausmass erreicht. Viele Staaten sind faktisch bankrott und niemand scheint in der Lage, die Auswirkungen eines Staatsbankrotts, beispielsweise Griechenlands, geschweige denn eines noch gewichtigeren Staats, zuverlässig vorauszusagen. Sicher ist aber eines auch wenn es vorläufig kaum jemand, und im Wahljahr vor allem kein Politiker, wahrhaben will: Ohne schmerzlichen Einschnitt sind die Probleme nicht zu lösen. Ohne Verzicht, und das heisst ganz konkret ohne Wohlstandsverlust, lassen sich keine Schulden abbauen. Damit sind Verteilkämpfe, international und national, und soziale Unrast vorprogrammiert. Sodann dauern die blutigen Aufstände in der arabischen Welt, die bereits zum Sturz mehrerer Regierungen geführt haben, fort. Die Lage ist nicht nur in Libyen und Syrien weiterhin instabil und instabil ist damit auch die Entwicklung der Erdölpreise. Die Abhängigkeit unserer Wirtschaft von einer zuverlässigen und bezahlbaren Energieversorgung wurde uns indessen noch drastischer durch die Erdbebenkatastrophe in Japan und der dadurch ausgelösten Infragestellung der Kernenergie vor Augen geführt. Die Lehren waren rasch gezogen, auch bei uns. Es ist ja Wahljahr, da ist es legitim, Grundsatzentscheide zu fällen, bevor überhaupt die Lage analysiert werden kann! Wir sind uns einig: Wir wollen keine Kernenergie mehr! Natürlich wollen wir auch keine Klimaerwärmung und kein Ozonloch, und wir wollen keine ausgetrockneten Flussbette was wir aber weiterhin wollen, ist Strom, möglichst viel, möglichst günstig, Jahresbericht

6 Verbandschronik VERBAND ZÜRCHER HANDELSFIRMEN ARBEITGEBER-ORGANISATION FÜR HANDEL, DIENSTLEISTUNGEN, INDUSTRIE UND GEWERBE vorzugsweise aus der Steckdose! Wie das funktioniert, hören wir ja anschliessend sicher von unserem Gastreferenten Obschon es uns in der Schweiz vergleichsweise gut, ja sogar sehr gut geht, steht längst nicht alles zum Besten; auch bei uns harren gravierende Probleme ihrer Lösung: Zunächst ist daran zu erinnern, dass es in einer global vernetzten Wirtschaft keine Wohlstandsinsel Schweiz geben kann. Unsere Konjunktur hängt wesentlich von der wirtschaftlichen Entwicklung im Ausland ab. Damit ist klar, dass die konjunkturelle Erholung auch in der Schweiz auf tönernen Füssen steht. Der Wertzerfall von Dollar und Euro, der beiden für unser Land bedeutendsten Währungen, belastet unsere Exportwirtschaft, auch wenn sie sich bis heute trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen überraschend gut entwickelt hat. Der Arbeits- und Wirtschaftsstandort Schweiz gerät vor allem im industriellen Sektor zunehmend unter globalen Wettbewerbsdruck: Die hohen Lohn- und Sozialkosten treiben die Arbeitskosten in die Höhe und schaden der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Schweiz. Unaufhaltsam steigen die Immobilienpreise. Vermehrt wird hierzulande vor einer Blasenbildung gewarnt, die beim Anziehen der nach wie vor historisch tiefen Zinsen platzen könnte. Mittel- und langfristig drohen weitere Risiken: Die demografische Zeitbombe tickt, der Zeitpunkt ihrer Zündung ist bekannt und liegt durchaus innerhalb der absehbaren Zukunft. Bekannt ist auch der damit zusammenhängende Sanierungsbedarf unserer Sozialwerke. Dennoch lässt man sich bei den Reformen Zeit bzw. schickt sie verantwortungslos bachab. Wider besseres Wissen wird auf das Prinzip Hoffnung gesetzt: Vorderhand, bis die Reserven aufgebraucht sind, lebt sich s ja gut von der Substanz! Für die Zeit danach spekuliert man mit höheren Einnahmen und verschliesst die Augen vor der Notwendigkeit von Kosteneinsparungen. Die Ausgabenseite wird ausgeblendet, Leistungsabbau oder Erhöhung des Pensionierungsalters sind Tabus, denn auch damit lassen Dr. Andres Iten bei seiner Präsidialadresse 2 V.l.n.r.: Kantonsratspräsident Jürg Trachsel, Dr. Lukas Briner, Dr. Karin Lenzlinger, Stadtrat Martin Vollenwyder 3 Stadtrat Gerold Lauber, Peter Quadri, Dr. Heinz Waser, Stadtpräsidentin Corine Mauch 4 Gastreferent Prof. Dr. Lino Guzzella, Professor für Thermotronik eth Zürich Jahresbericht 2011

7 Verbandschronik VERBAND ARBEITGE DIENSTLE sich keine Wahlen gewinnen Bei der IV stehen wir bereits einige Schritte tiefer im Sumpf, sie ist mit CHF 15 Milliarden bereits massiv verschuldet, soll aber immerhin, vor allem auch dank der befristeten MWST-Erhöhung, bis in rund 15 Jahren wieder schuldenfrei sein. Damit einher geht die wachsende Anspruchshaltung des Bürgers an den Fürsorgestaat: Die sozialpolitische Vollkaskomentalität ist weit fortgeschritten! In aller Selbstverständlichkeit wird vorausgesetzt, dass die Kosten im Falle von Krankheit, Unfall, Arbeitslosigkeit, Invalidität usw. abgedeckt sind und darüber hinaus der Lebensstandard gesichert ist! Der Staat ist der allumsorgende Versicherer schlechthin von geringerem Interesse ist hingegen, wer die Prämie bezahlt. Und last, but not least öffnet sich selbst in unserem wohlstandsverwöhnten Land die Schere zwischen kleinen und grossen Einkommen und Vermögen immer weiter, die Verschärfung der sozialen Ungleichheit ist damit unausweichlich! Wenn sich die Lebensverhältnisse für die Mehrheit unserer Bevölkerung verschlechtern, sind das keine guten Nachrichten! Noch beunruhigender ist für mich indessen die Art und Weise, wie den genannten Risiken die Liste liesse sich verlängern namentlich auch in unserem Land begegnet wird. Es scheint ein Phänomen unserer Wohlstandsgesellschaft zu sein, dass wir für nichts mehr verantwortlich sein und uns für alles absichern wollen. Statt selbstverantwortlich zu handeln, suchen wir reflexartig das Heil beim Staat und delegieren ihm das Risikomanagement, in der Erwartung, dass er mit geeigneten Gesetzen und Verboten alle Lebensbereiche und -phasen von der Wiege bis zur Bahre zu unser aller Vorteil regelt, Missstände behebt und dank geeigneter Gesetze und Verordnungen selbstverständlich auch künftige Krisen verhindert. Während wir uns offenbar je länger, je weniger in der Lage sehen, unser Schicksal eigenverantwortlich in die eigenen Hände zu nehmen, scheint der Glaube an die Problemlösungsfähigkeit des Staats unbegrenzt! Die Folgen sind bekannt: Ein immer weiter um sich greifender Staat, Gesetzesparagrafen für sämtliche Lebensbereiche, eine eigentliche Regulierungswut und ausufernde Kosten für immer zahlreichere und grös Gastreferent Prof. Dr. Lino Guzzella, Professor für Thermotronik eth Zürich 6 Dr. Sandra Thoma, neu gewähltes Vorstandsmitglied VZH 7 V. l. n. r.: Lea Camenisch, Raphael Spring, Sabine Brandt, Martina Wagner Eichin 8 Anwesende Ehrenpräsidenten und -mitglieder an der GV 2011, v.l.n.r.: Dr. Heinz Waser, Dr. Rolf Dürr, Joseph A. Schriber, Peter Brogle, Hans E. Fischer und Jost Wirz 9 Gastreferent Prof. Dr. Lino Guzzella bei der Entgegennahme des Geschenks von Dr. Andres Iten Jahresbericht

8 Verbandschronik VERBAND ZÜRCHER HANDELSFIRMEN ARBEITGEBER-ORGANISATION FÜR HANDEL, DIENSTLEISTUNGEN, INDUSTRIE UND GEWERBE sere Kontrollbehörden, Aufsichts- und Oberaufsichtskommissionen! Kurz, eine aufgeblähte Bürokratie und eine unaufhaltsam steigende Staatsquote! Beispiele gefällig? Im Kindergarten erachten wir es bekanntlich notwendig, zu regeln, dass dort weiterhin Schweizerdeutsch gesprochen wird. Mit der vom Bundesrat voraussichtlich im nächsten Monat zu verabschiedenden BVG-Strukturreform wird die berufliche Vorsorge, ein durchaus bewährtes System, mit einer Vielzahl neuer Vorschriften ohne Not geschwächt, die im bewährten Milizsystem organisierten Stiftungsräte bevormundet und die sozialpartnerschaftliche Führung ausgehebelt. Zudem soll die Aufsicht verschärft werden: 2012 nimmt eine neu geschaffene Oberaufsichtskommission OAK ihre Tätigkeit auf. Gleiches ist für die Aufsicht der sozialen Krankenversicherung vorgesehen. Das Kostenwachstum soll durch die Schaffung einer neuen, unabhängigen Aufsichtsbehörde gebremst werden. Die Kosten dieser Aufsicht werden selbstverständlich auf die Versicherten überwälzt. Auch in der Familienpolitik grassiert das Regulierungsphänomen. Stichworte sind etwa: Bewilligungs- pflicht für die Kinderbetreuung mit Einführungskurs und regelmässiger Kontrolle, Kinderzulagen neu auch für Selbstständigerwerbende, obschon eine Mehrheit solche gar nicht will, staatliche Krippenfinanzierung und Tagesschulen usw.! Oder etwa die neue stadtzürcherische Parkplatzverordnung, die den Liegenschaftsbesitzern und Unternehmen, nebst einer Senkung der Anzahl privater Parkplätze, die Erstellung von Tausenden zusätzlicher Veloabstellplätze, die erst noch diebstahlsicher und gedeckt zu sein haben, vorschreibt! Sodann die berühmt-berüchtigte Ausdehnung der Billag-Gebührenpflicht für die Radio- und Fernsehkonzessionen auf alle Betriebe. Die Liste der staatlichen Übergriffe auf Eigenverantwortung und Selbstbestimmung liesse sich beliebig verlängern! Wie weit wir es bei der obrigkeitlichen Kontrolle, als Korrelat staatlicher Verordnung, bereits gebracht haben, sei abschliessend mit jenem unbescholtenen Autofahrer illustriert, der neulich verzeigt wurde, weil er im mittäglichen Stop-and-Go- Verkehr auf der Rämistrasse zwischen Pfauen und Bellevue in flagranti erwischt wurde, wie er am Steu V. l. n. r.: Wim Ouboter, Kantonsrätin Carmen Walker Späh, Dr. Heinz Waser 2 V. l. n. r.: Dr. Andres Iten, Kantonsrätin Gabriela Winkler, Prof. Dr. Lino Guzzella 3 V. l. n. r.: Kantonsrätin Leila Feith-Serrat, Gemeinderätin Claudia Simon 4 V.l.n.r. Corina Preiswerk, Marc Kummer, Chef MBA ZH Jahresbericht 2011

9 Verbandschronik VERBAND ARBEITGE DIENSTLE er in ein Sandwich biss! Ob das Sandwich von der Polizei konfisziert wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Bekannt ist hingegen die Höhe der Busse: CHF 675 (inkl. Schreibgebühr) ein teures Sandwich! Vielleicht haben wir in unserer Stadt doch nicht zu wenig Polizisten (Wenn Sie mir diese Geschichte nicht glauben wollen, verstehe ich das Ich täte es auch nicht, würde ich den Betroffenen nicht persönlich kennen ) Immer enger wird also das staatliche Korsett geschnürt! Wir lassen es gewähren und sehen zu, wie sich der Staat zunehmend auch in höchstpersönliche Lebensbereiche schleicht! Der damit einhergehende Freiheitsverlust ist nicht nur gesellschaftsfähig und akzeptiert, indem wir uns immer mehr Selbstverantwortung entziehen lassen, schicken wir uns in die eigene Entmündigung, ja schlimmer, wir leisten ihr geradezu Vorschub. Was sind die Gründe für eine derartige Bankrotterklärung an die Selbstverantwortung? Es scheint schicksalshaft, dass mit zunehmendem Wohlstand auch unsere Ansprüche immer unrealisti- schere, letztlich unbezahlbare Dimensionen annehmen! Und dass wir immer selbstverständlicher staatliche Leistungen in Anspruch nehmen, ohne uns Rechenschaft abzulegen, woher die Mittel für deren Bezahlung kommen, dass wir umso egoistischer werden, je besser es uns geht! Materieller Mehrwert führt also zu ideellem Minderwert! Als weitere Ursache ist der Verlust des Vertrauens in die Verantwortungsträger anzuführen: Der Eindruck, dass Letztere, an den Schalthebeln der Macht einmal angekommen, ihrem Denken und Handeln in erster Linie die eigenen Interessen und die Maximierung der eigenen Pfründe zu Grunde legen, bestätigt sich leider viel zu oft. Die in der Folge der Finanzkrise massiv geäusserte Kritik an solchem Verhalten ist weitgehend wirkungslos verhallt. Mit der Begründung, dass unsere Banken die groteske Salärpolitik mittragen müssten, um zu verhindern, dass ihnen die Leute davonlaufen, graben die Totengräber der freien Marktwirtschaft munter weiter und verwundert nehmen wir zur Kenntnis, dass es also der Wettbewerb ist, der Selbstbescheidung, Masshalten und eigenverantwortlichen V. l. n. r.: René Kühni, Obergerichtspräsident Dr. Heinrich Andreas Müller, Dr. Lukas Briner 6 V. l. n. r.: Robert Iten, Dr. Walter Locher, Kantonsratspräsident SG 7 V. l. n. r.: Kantonsrätin Katharina Weibel, Peter Binz 8 V. l. n. r.: Dr. Ruth Enzler, Präsidentin acs, Lorenz Knecht 7 8 Jahresbericht

10 Verbandschronik VERBAND ZÜRCHER HANDELSFIRMEN ARBEITGEBER-ORGANISATION FÜR HANDEL, DIENSTLEISTUNGEN, INDUSTRIE UND GEWERBE Verzicht nicht mehr zulassen soll Ohnmachtsgefühle, Frustrationen, ja sogar Wut bei den weniger Privilegierten sind die logische Konsequenz. Der Denkzettel via Wahlen und Abstimmungen ist die unvermeidliche Quittung, mit dem nicht nur weit am Ziel vorbei, sondern ebenso weit darüber hinaus geschossen wird. Leidtragend ist in der Folge das Gemeinwesen und damit wir alle! (Auf die Abstimmung über die Minder-Initiative dürfen wir gespannt sein ) Die zunehmende Komplexität der heutigen Problemstellungen und die kaum mehr nachvollziehbaren ökonomischen Zusammenhänge einer globalen Gesellschaft tragen das Ihre zu Politikverdrossenheit und Resignation bei. Die Entwicklungen sind uns über den Kopf gewachsen, viele Bereiche scheinen ausser Kontrolle! So harren wir der nächsten Krise, die unvermeidlich kommen wird. Bis es so weit ist, handeln wir defätistisch zum eigenen Vorteil! Unbehagen hüben und drüben Was ist zu tun? Vor einem Jahr hat uns an dieser Stelle der Chefredaktor der NZZ, Markus Spielmann, zum liberalen Aufbruch aufgerufen! Ich zitiere: «Wir müssen zurückfinden zu einer Form des Wohlstands, der auf Leistung und durch echte Wertschöpfung getriebenes Wachstum baut, der die individuelle Verantwortung wieder einfordert und zu einer Gesellschaft, die nicht für jedes Problem dem Staat die Verantwortung für dessen Lösung zuweist.» Gestatten Sie mir an dieser Stelle den Versuch einer Konkretisierung: Zunächst sollten wir uns klar werden, dass wir für die Lösung der anstehenden Probleme auch heute noch auf einer sehr soliden Grundlage stehen. Diese Erkenntnis muss uns Ansporn sein, diese Arbeit zügig voranzutreiben und darf keinesfalls ein Grund sein, sie vor uns herzuschieben und noch vorhandene Vorteile leichtfertig aufs Spiel zu setzen. In diesem Sinne ist es unsere Verantwortung, heute sukzessive mit dem Abbau der Schulden zu beginnen und dafür zu sorgen, dass wir trotz ungünstiger demografischer Entwicklung unseren Kindern keine Schuldenlasten, in welcher Form auch immer, übertragen. Es ist verantwortungslos, nachfolgenden Generationen einen Schuldenberg zu hinterlassen, V.l.n.r.: Franz A. Türler, Elmar Ledergerber 2 V. l. n. r.: Ansgar Gmür, Nationalrat Hans Kaufmann, Dominik Hug 3 V. l. n. r.: Dr. Arthur Wettstein, Stadtrat Martin Vollenwyder, Dr. Urs Rengel 4 Kantonsrat Martin Arnold 5 V. l. n. r.: Dr. Alfred Müller, Dr. Thomas Held 6 V. l. n. r.: Patrick Fischer, Beat König Jahresbericht 2011

11 Verbandschronik VERBAND ARBEITGE DIENSTLE Zusammenhang gilt es, unseren relativ freien Arbeitsmarkt zu verteidigen! Forderungen nach einem weiteren Ausbau unserer Sozialleistungen, nach Verschärfung des Kündigungsschutzes, nach sechs Wochen Ferien, nach Vaterschaftsurlaub und dergleichen beinhalten deshalb einen eigentlichen Zielkonflikt! Diese Zusammenhänge und die Grenzen dessen aufzuzeigen, was der Staat im globalen Wettbewerb zu verkraften vermag, ist hehre Aufgabe der Verantwortungsträger in Politik und Wirtschaft, auch und vor allem dann, wenn es unpopuläre Erkenntnisse sein sollten. Die freie Marktwirtschaft ist als Folge der Krise in Misskredit geraten. Um verlorenes Vertrauen wieder aufzubauen, geht deshalb mit der geforderten Leistung die Forderung nach vermehrter Übernahme von Eigenverantwortung, zuallererst durch die Wirtschaftsführer, einher. Nebst der Führungsverantwortung im fremden oder eigenen Unternehmen haben wir permanent eine Vorbildrolle wahrzunehmen. Eigenverantwortung und unternehmerische Initiative können nur dann gestärkt und vermehrt eingefornur weil wir egoistisch Wohlstand auf Pump beziehen! Wir müssen einsehen, aufzeigen und in unseren Verantwortungsbereichen auch durchsetzen, dass es mit der Schuldenwirtschaft ein Ende haben muss! Sie ist der Quell manchen Übels! Über die eigenen Verhältnisse zu leben, darf nicht länger gesellschaftsfähig sein! Das gilt für die öffentliche Hand genauso wie für die Wirtschaft und den privaten Haushalt! Im Bereich der Altersvorsorge ist der Auf- und Ausbau der eigenverantwortlichen Altersvorsorge als 4. Säule unabdingbar. Aufgabe des Staats ist es, hierfür die nötigen Sparanreize zu schaffen. Ebenso müssen wir dem Prinzip Leistung wieder zum Durchbruch verhelfen und Auswüchsen und Übertreibungen der Wohlstandsgesellschaft entschlossen entgegentreten. Wir müssen uns in Erinnerung rufen, dass wir den über Jahrzehnte erarbeiteten Wohlstand nur sichern können, wenn wir im globalen Wettbewerb bestehen! Das heisst, wenn wir fähig und willens sind, der ausländischen Konkurrenz, vor allem den aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften, Paroli zu bieten! Gerade in diesem V.l.n.r.: alt Stadtpräsident Dr. Thomas Wagner, Eduard Witta, Robert E. Gubler, Ehrenpräsident KGV 8 V.l.n.r.: Martina Wagner Eichin, Heinz Allenspach, Raphael Spring 9 V.l.n.r.: Dr. Jost Wirz, Stadtpräsidentin Corinne Mauch 10 V.l.n.r.: Gemeinderatspräsident Joe Manser, Stadtpräsidentin Corinne Mauch 9 10 Jahresbericht

12 Verbandschronik VERBAND ZÜRCHER HANDELSFIRMEN ARBEITGEBER-ORGANISATION FÜR HANDEL, DIENSTLEISTUNGEN, INDUSTRIE UND GEWERBE dert werden, wenn wir dieser Vorbildrolle gerecht werden, uns also vorbildlich verhalten! Das heisst mithin Orientierung am langfristigen Unternehmenserfolg. Die kurzfristige verantwortungslose Profitmaximierung führt demgegenüber zu weiterer Entfremdung im sozialen Gefüge. Die ignorante Après-moi-le-déluge-Mentalität ist deshalb konsequent zu bekämpfen. Mittelfristig erfolgsentscheidend aber ist die Erziehung und Sensibilisierung unserer Kinder für die Bedeutung von Eigenverantwortung und Freiheit in unserer Gesellschaft. Wer sonst soll unseren Kindern beispielsweise den haushälterischen Umgang mit Geld beibringen, wenn nicht wir Eltern? Wie können wir solches von ihnen später in Politik und Wirtschaft erwarten, wenn wir ihnen gerade auch in finanziellen Belangen nicht frühzeitig Verantwortung übertragen? Spare in der Zeit, so hast du in der Not (Beispiel Kässeli ). Wir müssen sie lehren, dass sie allein für ihr Glück verantwortlich sind und sich nicht auf das Gemeinwesen verlassen dürfen. Gleichzeitig müssen wir ihnen frühzeitig Verantwortung übertragen, damit sie den Umgang mit ihr lernen können. Und so rufe ich Ihnen mit Jeremias Gotthelf zu: Zuhause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland.» Die stark applaudierten Ausführungen waren auf der Website des VZH unter dem Stichwort Verband/Generalversammlung/Wort des Präsidenten abrufbar. Nach dieser Präsidialadresse wurde der offizielle Teil der Generalversammlung wie gewohnt speditiv abgewickelt. Der Jahresbericht 2010 wurde mit Dank an die Verfasserin verabschiedet und die Jahresrechnung 2010, die mit einem Ertragsüberschuss von chf und einem Kapital von chf abschloss, einstimmig genehmigt. Vorstand und Geschäftsstelle erhielten ohne Gegenstimme Décharge. Gutgeheissen wurde auch das Budget, das ertragsseitig zur Hauptsache wiederum auf folgenden seit 1996 geltenden attraktiv günstigen Mitgliederbeiträgen beruht: V.l.n.r.: Dr. Sandra Thoma, alt Stadtpräsident Dr. Thomas Wagner 2 V. l. n. r.: Alfred Rechsteiner, Stadtrat Gerold Lauber 3 V. l. n. r.: Beat Mosimann, Nationalrat Hans Kaufmann, Gisela Schöpflin, Vizepräsidentin KVZ 4 V. l. n. r.: Rico Roth, Präsident KVZ, Dr. Walter Locher, Kantonsratspräsident SG 5 V. l. n. r.: Roberto Egloff, Robert E. Gubler Jahresbericht 2011

13 Verbandschronik VERBAND ARBEITGE DIENSTLE Kategorie Beitrag Bis 10 Arbeitnehmer CHF bis 50 Arbeitnehmer CHF und mehr Arbeitnehmer CHF 550. Anschliessend wurde Dr. Sandra Thoma, Inhaberin und Verwaltungsratspräsidentin der exersuisse service AG, mit Akklamation für eine Amtsdauer von drei Jahren neu in den Vorstand gewählt. Unter dem Traktandum «Diverses» dankte der Präsident Dr. Andres Iten der Geschäftsleiterin Martina Wagner Eichin, den juristischen Sekretären Raphael Spring und Dr. Alfred Müller sowie allen Mitarbeitenden des Sekretariats Sabine Brandt, Lea Camenisch wie auch den beiden juristischen Praktikantinnen Corina Käser und Nora Schöllkopf herzlich für den unermüdlichen Einsatz, die stets ausgezeichnete Arbeit und die vorbildliche Vorbereitung der Generalversammlung. Ein weiterer herzlicher Dank ging an die Mitglieder des Vorstands, die trotz grossen Engagements auf verschiedensten Ebenen vorzügliche Arbeit leisten und das in der Präsidialadresse angesprochene Milizprinzip in vorbildlicher Weise umsetzen. Mit einem herzlichen Dank an die Mitglieder, ohne die es den VZH nicht gäbe, und der Bitte um Weiterempfehlung des VZH an Freunde und Bekannte schloss der Präsident den offiziellen Teil der Generalversammlung. Im Anschluss daran hielt der Gastreferent Prof. Dr. Lino Guzzella, Professor für Thermotronik an der eth Zürich, ein Referat zum hochaktuellen Thema «Energiebedarf: Utopien und Wirklichkeit». Eine Zusammenfassung seiner zum Nachdenken anregenden Ausführungen, die von der Versammlung mit starkem und langanhaltendem Applaus gewürdigt wurden, war auf der Website des VZH (www.vzh.ch) unter «Verband/Generalversammlung/Gastreferat» abrufbar. Apéro und Bankett schlossen den wiederum sehr gut gelungenen Anlass ab. Vorstand Der Vorstand trat im Berichtsjahr am 30. März, 23. Juni, 15. September und 15. November 2011 zu V.l.n.r.: Gemeinderatspräsident Joe Manser, Peter Quadri 7 V.l.n.r.: Rudolf Byland, Heinrich Jacober 8 V.l.n.r.: Patrick Fischer, Gemeinderat Roger Tognella 9 V.l.n.r.: Wim Ouboter, Dr. Thomas Held 10 V.l.n.r.: Kantonsratspräsident Jürg Trachsel, Kantonsrätin Carmen Walker Späh 9 10 Jahresbericht

14 Verbandschronik VERBAND ZÜRCHER HANDELSFIRMEN ARBEITGEBER-ORGANISATION FÜR HANDEL, DIENSTLEISTUNGEN, INDUSTRIE UND GEWERBE vier Sitzungen zusammen. Ständige Traktanden bildeten die Kernbereiche des VZH, das Arbeitsrecht, die Sozialversicherungen und die Wirtschaftspolitik. Der Vorstand äusserte sich auch zu den kantonalen Abstimmungen vom 15. Mai 2011 über die Revision des Steuergesetzes, bei dem er ein Ja zum Steuergesetz (abgelehnt mit 50,8% Nein-Stimmen, bei einer Stimmbeteiligung von 32,5%) sowie zweimal Nein zu den Gegenvorschlägen (abgelehnt mit 80,7% resp. 62,6% Nein-Stimmen, bei einer Stimmbeteiligung von 32,4% resp. 32,5%) und ein Ja zum Finanzausgleichsgesetz (angenommen mit 73,8% Ja-Stimmen, bei einer Stimmbeteiligung von 32,5%) sowie ein Nein zum Gegenvorschlag (abgelehnt mit 71,4% Nein-Stimmen, bei einer Stimmbeteiligung von 32,5%) empfahl. Zum Abstimmungssonntag vom 27. November empfahl der Vorstand die Ablehnung der kantonalen Vorlagen zum Flughafen, die auf die Plafonierung des Luftverkehrs zielten, das heisst zweimal Nein zur Behördeninitiative «Keine Neu- und Ausbauten von Pisten» (abgelehnt mit 58,8% Nein-Stimmen, bei einer Stimmbeteiligung von 44,1%) und zum Gegenvorschlag des Vereins Flugschneise Süd (abgelehnt mit 68,2% Neinstimmen, bei einer Stimmbeteiligung von 43,6%). Zudem wurde die Neinparole für den eidgenössischen Urnengang vom 11. März 2012 zur Volksinitiative «6 Wochen Ferien für alle» (abgelehnt mit 66,5% Nein-Stimmen, bei einer Stimmbeteiligung von 45,1%) gefasst. Für die im Berichtsjahr am 3. April 2011 stattfindenden Regierungs- und Kantonsratswahlen empfahl er zur Wahl in den Regierungsrat die bisherigen Regierungsräte Dr. Ursula Gut, Dr. Thomas Heiniger, Markus Kägi, Ernst Stocker und Hans Hollenstein (gewählt wurden Mario Fehr, Thomas Heiniger, Ernst Stocker, Dr. Ursula Gut, Markus Kägi, Regine Aeppli und Martin Graf), zur Wahl in den Kantonsrat sein Vorstandsmitglied Carmen Walker Späh (Wiederwahl erfolgt). Für die am 23. Oktober 2011 stattfindenden Nationalratswahlen empfahl er zur Neuwahl sein Vorstandsmitglied Carmen Walker Späh, der leider trotz guten Wahlresultats den Sprung in den Nationalrat nicht gelang. Ein Schwerpunkt wurde wiederum auf die Familienzulagen gelegt. Mitglieder des VZH gelangten V.l.n.r.: Hans E. Fischer, Dr. Rolf Dürr 2 V. l. n. r.: Richard W. Späh, Prof. Dr. Moritz W. Kuhn, Präsident Kassationsgericht 3 V. l. n. r.: Dr. Lukas Briner, Peter Binz, Christian Boesch 4 V. l. n. r.: Patrick Fischer, Gemeinderat Roger Tognella, Stephan Hoch 5 V.l.n.r.: Dr. Urs Rengel, Dr. Karin Lenzlinger Jahresbericht 2011

15 Verbandschronik VERBAND ARBEITGE DIENSTLE bei Abrechnung über die Familienausgleichskasse Zürcher Arbeitgeber in den Genuss eines gegenüber dem kantonalen Ansatz günstigeren Beitragssatzes. Im Berichtsjahr sparten Mitglieder so 0,2% auf der gesamten Lohnsumme. Ab einer jährlichen Lohnsumme von chf macht sich somit die Mitgliedschaft beim VZH auch in diesem Sinn bereits bezahlt, dazu kommen noch die übrigen mit der Mitgliedschaft verbundenen unentgeltlichen Dienstleistungen. Im Übrigen versteht sich von selbst, dass der VZH seit jeher enge Kontakte nicht nur zu befreundeten Arbeitgeberorganisationen, sondern auch zu wirtschaftlichen und politischen Kreisen pflegt. Seine diesbezüglichen Beziehungen sind denn auch vielfältig und intensiv. Damit verbunden sind die üblichen Aufgaben, Mitwirkungen und Repräsentationsverpflichtungen von Vorstand und Geschäftsleiterin. Verbandsmitteilungen 2011 liess die Geschäftsstelle den VZH-Mitgliedern und einem weiteren Interessentenkreis zehn Mit- teilungsblätter zukommen. Behandelt wurden Fragen aus dem Arbeits- und Sozialversicherungsrecht, insbesondere: Empfehlungen betreffend Spesenersatz für Handelsreisende neue Massnahmen in der beruflichen Vorsorge für ältere Arbeitnehmende Normalarbeitsvertrag für hauswirtschaftliche Arbeitnehmende Übersicht über die Sozialversicherungsbeiträge 2011 und 2012 erwähnung von Krankheiten und längeren Abwesenheiten in Arbeitszeugnissen arzt- und Zahnarztbesuche bei gleitender Arbeitszeit aufbewahrungsfrist für arbeitsrechtlich relevante Unterlagen kantonaler Berufsbildungsfonds Krankfeiern im Ausgang Kündigung von «schwierigen» Arbeitnehmenden informationen zur neuen schweizerischen Zivilprozessordnung V.l.n.r.: alt Kantonsrat Marco V. Camin, Hans Gall, alt Divisionär, Beat Mosimann, Nationalrat Hans Kaufmann 7 Bankett im Kongresshaussaal 8 V.l.n.r.: Kantonsrätin Linda Camenisch, Max Fritz 9 V.l.n.r.: Kantonsrätin Linda Camenisch, Lea Camenisch 8 9 Jahresbericht

16 Verbandschronik VERBAND ZÜRCHER HANDELSFIRMEN ARBEITGEBER-ORGANISATION FÜR HANDEL, DIENSTLEISTUNGEN, INDUSTRIE UND GEWERBE Konfliktmanagement und Mediation in arbeitsrechtlichen Konflikten Familienzulagen bei unbezahltem Urlaub ausbildungszulagen bei längerem Auslandaufenthalt Familienzulagen für Selbstständigerwerbende ab 2013 Führerausweisentzug bei Aussendienstmitarbeitenden oder anderen Benutzern von Geschäftswagen salär- und Teuerungsfragen 2012 Massenentlassungen, insbesondere in Unternehmen mit mehreren Betrieben Dauer des Konkurrenzverbots neuerungen zur Revision des ahv-gesetzes Verlängerung der Bezugsdauer Kurzarbeit um sechs Monate brückentage und Vorholzeiten neuerungen in der IV-Unterstützung für Arbeitgeber Ein ganzes Mitteilungsblatt war wiederum der Rechtsprechung des Arbeitsgerichts Zürich 2010 gewidmet mit folgenden Themen: Passivlegitimation, Verwirkung von Ansprüchen, Nachweis der Lohnzahlung, ungefähres Arbeitspensum, Verrechnung von Lohnzahlung mit Minusstunden, Lohnanspruch während der Untersuchungshaft, Lohnfortzahlung für Kinderbetreuung, Anspruch auf das Personaldossier, Verjährung von Ferienansprüchen, unterschiedliche Zwischen- und Schlusszeugnisse, Übergang eines Arbeitsverhältnisses bei Betriebsübernahme, Aufhebungsvereinbarung, Kündigungsankündung und Gegenkündigung, missbräuchliche Freistellung während der Schwangerschaft, Begriff der Schriftlichkeit, Krankheit vor Erhalt der Kündigung, Kündigungsschutz und Vertragsänderung, unterbliebene Arbeitsaufnahme nach Krankheit, sexuelle Belästigung und Kündigung, Fahrt zu und von der Arbeit, Betreuungstätigkeit in einem Privathaushalt und Lohnzession. Ferner wurden in den Mitteilungsblättern die kantonalen und eidgenössischen Abstimmungen und Wahlen thematisiert und die Umfrage des Schweizerischen Arbeitgeberverbands zu den Kontingenten für Arbeitsbewilligungen von Angehörigen aus Drittstaaten (ausserhalb EU/EFTA) aufgegriffen. Weitere Informationen betrafen unseren neuen Ansprechpartner bei unserem Rahmenvertrag für eine Krankentaggeldversicherung, die Stellvertretung unseres Vertrauensarztes, ein Hinweis auf die Veranstaltung vom 16. November 2011 im Hotel Glockenhof zum Thema «Schöne neue Arbeitswelt? die Personalführung im Wandel», an der die Ge-schäftsleiterin referierte, den «This-Priis», das neue Salärregulativ 2012, die Kursangebote des KV Zürich sowie Hinweise auf die kantonalen Lehrstellenkonferenzen 2011 und Verschiedene Beilagen ergänzten die angebotenen Informationen: die Übersicht über die Familienzulagen 2011, eine Übersicht über die öffentlichen Ruhe- und Lokalfeiertage für das laufende Jahr, zwei Übersichten über die Sozialversicherungsbeiträge 2011 und 2012, die Flyer «Zukunft sichern» für die Regierungsratswahlen, «Ja zur Steuerlösung, 2x Nein zu den Gegenvorschlägen», das Bulletin des Komitees «Weltoffenes Zürich» zu den Flughafenvorlagen, ein Flyer zu den Neuerungen in der IV-Unterstützung für Arbeitgeber. Ebenfalls zu den Beilagen gehörten der Anmeldetalon für die Tagung zum Arbeitsrecht vom 2. November 2011 sowie das Salärregulativ Geschäftsstelle Die Geschäftsstelle des VZH stand seinen Mitgliedern mit den gewohnten und allseits geschätzten Dienstleistungen zur Verfügung. Im Vordergrund standen, nebst den bereits erwähnten Mitteilungsblättern, die Rechtsauskünfte, welche die Geschäftsleiterin Martina Wagner Eichin und die juristischen Sekretäre Raphael Spring und Dr. Alfred Müller (ad interim), alle praktizierende Rechtsanwälte, aber auch die Sekretärinnen tagtäglich erteilen. Oberster Grundsatz ist, stets erreichbar zu sein und Fragen aus unserem Tätigkeitsbereich sofort, spätestens aber innert 24 Stunden kompetent zu beantworten. Rechtsauskünfte werden grundsätzlich telefonisch, wenn nötig aber auch im Rahmen einer kleinen Besprechung erteilt. Dieser Service ist im Mitgliederbeitrag inbegriffen, es sei denn, die Antwort sei mit grösserem Aktenstudium, grösserem Zeitaufwand oder Korrespondenz verbunden. Die meisten Anfragen betrafen wie im Vorjahr klar die Dauerthemen Sperrfristen bei Krankheit/Unfall/Schwangerschaft/Militär usw. sowie Schwangerschaft/Mutterschaft, ferner Überstunden/Überzeiten, Ferienkürzungen, Konkurrenzverbote, Konflikte am Arbeitsplatz, unentschuldigte Absenzen und fristlose Kündigungen. Am häufigsten wurde telefonisch um Rat gefragt, zunehmend auch via , mit abnehmender Tendenz per Fax und eher selten per Post. Zeitlich umfangreich war das Abfassen von Eingaben und Vernehmlassungen, zum Beispiel an die Adresse des Schweizerischen Arbeitgeberverbands, sowie das Mitwirken der Geschäftsleiterin in verschiedenen Spezialkommissionen derselben Institution, sowie im Forum Zürich, einem losen Zusammenschluss zürcherischer Arbeitgeber- und Wirtschaftsorganisationen. 14 Jahresbericht 2011

17 Verbandschronik VERBAND ARBEITGE DIENSTLE Am 2. November 2011 führte der VZH im Hotel Widder in Zürich die traditionelle jährliche Herbsttagung zu aktuellen Fragen aus dem Arbeitsrecht durch. Kompetenter und bewährter Referent war Dr. Hans-Peter Egli, Präsident des Arbeitsgerichts Zürich, der in einem ersten Teil über die Erfahrungen mit der neuen eidgenössischen Zivilprozessordnung, in einem zweiten Teil umfassend Fragen im Zusammenhang mit dem Datenschutz am Arbeitsplatz thematisierte. Die mehr als 220 Teilnehmer nutzten die anschliessende Fragerunde ausgiebig und im Anschluss an die Veranstaltung offerierte der VZH den beliebten Apéro. Die seit dem Jahre 2001 bestehende Zusammenarbeit mit unserem Mitglied Qualibroker AG betreffend den VZH-Rahmenvertrag für eine Krankentaggeldversicherung mit der css wurde auf Mitte 2011 aufgehoben. Der Krankentaggeld-Rahmenvertrag mit der css wird seither ohne Zwischenschaltung eines Brokers vom VZH direkt weitergeführt. Weitergeführt wurde auch der Kollektivrahmenvertrag über eine Krankenpflegeversicherung der Swica mit Spezialkonditionen zugunsten der VZH-Mitglieder und deren Mitarbeitenden. Die Leitung des Sekretariats liegt in den Händen von Sabine Brandt (60%). Unterstützt wird sie dabei von Lea Camenisch, die auch die Buchhaltung führt. Nach Abschluss der beiden einjährigen juristischen Praktika von Nora Schöllkopf und Corina Käser (je 20%), die einerseits in Ausland weiterstudieren resp. sich intensiv auf ihre Abschlussprüfungen vorbereiten, trat Ende Oktober 2011 Yvonne Venuto (40%) zur weiteren Unterstützung im Sekretariat ein. Dem Sekretariat obliegt vorab die Führung der Korrespondenz und der Buchhaltung, die Betreuung und laufende Aktualisierung der umfangreichen Mitgliederkartei sowie der ständige Kontakt nicht nur mit den Mitgliedern, sondern auch mit der Ausgleichskasse und der Familienausgleichskasse Zürcher Arbeitgeber. Das Berichtsjahr stand zudem im Zeichen einer grösseren Erneuerung der it-infrastruktur der Geschäftsstelle, in welcher ein Grossteil der Hard- und Software abgelöst und die bewährte, aber inzwischen sehr veraltete Mitgliederdatenbank und Buchhaltung des VZH durch eine zeitgemässe Abacus-Lösung ersetzt wurde. Mit der Durchführung und Implementation des neuen Systems wurde die BDO AG beauftragt, welche wir gleichzeitig als VZH-Mitglied gewinnen konnten und der wir an dieser Stelle nochmals herzlich für die professionelle Unterstützung und angenehme Zusammenarbeit danken V.l.n.r.: Dr. Heinz Waser, Jörg Zulauf 2 V.l.n.r.: Josef A. Schriber, Michael Gwelessiani, Dr. Philippe M. Rechsteiner, Elmar Ledergerber, Martin Naville, Jörg Zulauf, Stadtrat Martin Vollenwyder 3 V.l.n.r.: Elmar Ledergerber, Martin Naville 4 V.l.n.r.: Jörg Zulauf, Stadtrat Martin Vollenwyder 3 4 Jahresbericht

18 Verbandschronik VERBAND ZÜRCHER HANDELSFIRMEN ARBEITGEBER-ORGANISATION FÜR HANDEL, DIENSTLEISTUNGEN, INDUSTRIE UND GEWERBE VZH-Vertretungen Vorstand Schweizerischer Arbeitgeberverband SAV: Dr. Andres Iten Martina Wagner Eichin (Stellvertreterin) Vorstand Vereinigung Zürcherischer Arbeitgeberorganisationen: Dr. Andres Iten Vorstand Zürcher Handelskammer Zhk: Dr. Andres Iten Vorstand AHV-Ausgleichskasse Grosshandel Reinach: Peter Brogle Vorstand Ausgleichskasse Zürcher Arbeitgeber: Dr. Rolf Dürr, Präsident Martina Wagner Eichin Vorstand Familienausgleichskasse Zürcher Arbeitgeber: Dr. Rolf Dürr, Präsident Martina Wagner Eichin Paritätische Kommission VZH/KVZ: Dr. Andres Iten Martina Wagner Eichin Eidg. Kommission für die AHV: Martina Wagner Eichin Forum Zürich (für politische Fragen) Martina Wagner Eichin Handelsgericht Zürich (Handelsrichter 10. Kammer: verschiedene Branchen): Dr. Rolf Dürr Arbeitsgericht Zürich (Arbeitsrichter Gruppe 5: kaufmännische Berufe usw.): Alfred Baumgartner, c/o Ubs AG Dr. Thomas Bühlmann c/o IBM (Schweiz) Ruth Derrer Balladore c/o Schweizerischer Arbeitgeberverband Dr. Rolf Dürr, Rechtsanwalt Dr. Mark R. Hoenig c/o Dr. Egon Zehnder & Partner AG Urs Hofmann c/o CSFB Dr. Andres Iten c/o René Faigle AG Yves Meili c/o WPI Immobilienberatung Robert Mennel c/o Mennel & Partner AG Dr. Alfred Müller, Rechtsanwalt Prof. Dr. Roland A. Müller c/o Schweizerischer Arbeitgeberverband Carla Schuler c/o ZPK/ASPI Martina Wagner Eichin, c/o VZH Kantonale Schlichtungsstelle zum Gleichstellungsgesetz: Dr. Alfred Müller Martina Wagner Eichin Kantonale Kommission für das Handelswesen 1 Martina Wagner Eichin Tripartite Kommission für arbeitsmarktliche Aufgaben: Martina Wagner Eichin Kantonale Kommission für Familienausgleichskassen: Martina Wagner Eichin Kantonales Einigungsamt: Raphael Spring 2 Kantonale Berufsbildungskommission: Raphael Spring 3 Paritätische Kommission für Angestelltenfragen: Martina Wagner Eichin Aufsichtskommission für die KV Zürich Business School: Michael Vögele, c/o Pere Team GmbH Kaufmännische Lehrlingsprüfungskommission: Marie-Therese Kaiser, c/o Brütsch-Rüegger AG Michael Vögele, c/o Pere Team GmbH 1 aufgehoben per 1. Januar bis 31. Januar Juli 2011 bis 31. Januar Jahresbericht 2011

19 Verbandschronik VERBAND ARBEITGE DIENSTLE Vernetzung mit anderen Verbänden economiesuisse Verband der Schweizer Unternehmen Präsident: Gerold Bührer Vorsitzender der Geschäftsleitung: Dr. Pascal Gentinetta Schweizerischer Arbeitgeberverband Präsident: Valentin Vogt Direktor: Thomas Daum VSIG Vereinigung des Schweizerischen Import- und Grosshandels Präsident: Max Th. Herzig Sekretär: Kaspar Engeli ZHK Zürcher Handelskammer Präsident: Peter Quadri Direktor: Dr. Lukas Briner Stv. Direktor: Dr. Beat Zimmermann VZA Vereinigung Zürcherischer Arbeitgeber-Organisationen Präsident: Thomas Isler Sekretär: Dr. Dieter Sigrist VZH Verband Zürcher Handelsfirmen Präsident: Dr. Andres Iten Geschäftsleiterin: RA Martina Wagner Eichin Vereinigung Zürcherischer Arbeitgeberverbände der Industrie (VZAI) Präsident: Thomas Isler Geschäftsführer: Max Fritz Kantonaler Gewerbeverband Präsident: NR Hans Rutschmann Geschäftsleiter: KR Martin Arnold Zürcher Bankenverband Präsident: Dr. Thomas Ulrich Sekretär: Dr. Dieter Sigrist Juristische Sekretärin: RA Angela Steiner Leuthold Juristischer Sekretär a.i.: RA Dr. Alfred Müller Handelskammer und Arbeitgebervereinigung Winterthur HAW Arbeitgebervereinigung des Zürcher Unterlandes (AZU) Arbeitgebervereinigung Zürichsee- Zimmerberg (AZZ) Gewerbeverband der Stadt Zürich Präsident: Richard Späh Geschäftsleiterin: Ursula Woodtli Industrie-Verband Zürich Arbeitgeberverband des Bezirks Affoltern a.a. und Umgebung Industrie-Vereinigung Weinland Industrieverein Volketswil und Umgebung 200 weitere lokale Gewerbevereine und Berufsverbände Arbeitgeber-Verband Zürcher Oberland und rechtes Seeufer Jahresbericht

20 leitbild VERBAND ZÜRCHER HANDELSFIRMEN ARBEITGEBER-ORGANISATION FÜR HANDEL, DIENSTLEISTUNGEN, INDUSTRIE UND GEWERBE Leitbild 1. Der VZH wurde 1919 gegründet und ist heute einer der grössten regionalen Arbeitgeberverbände der Schweiz. Er vertritt in erster Linie die Interessen der Arbeitgeber und insbesondere jene seiner über 2300 Mitglieder mit über Mitarbeitenden in Handel, Dienstleistungen, Industrie und Gewerbe. 2. Das Tätigkeitsgebiet des VZH umfasst schwergewichtig den Wirtschaftsraum Zürich. 3. Die professionell geführte Geschäftsstelle informiert und berät die Mitglieder mit hoher Kompetenz vor allem in den Bereichen Arbeitgeberpolitik, Arbeitsrecht und Sozialversicherungsrecht. 4. im Rahmen einer Sozialpartnerschaft schliesst der VZH mit dem KV Zürich Gesamtarbeitsverträge ab, gültig für die kaufmännischen und kaufmännisch-technischen Angestellten und das Verkaufspersonal im Detailhandel sowie für die Handelsreisenden. 5. Die allgemeinen Arbeitgeberinteressen bzw. jene seiner Mitglieder vertritt der VZH mit Engagement und Konsequenz, vor allem mit den Mitteln der Information und Einflussnahme. Zu diesem Zweck steht er auch in engem Kontakt mit Behörden, Parteien und anderen Verbänden. Die Politik ist demgegenüber Sache der Parteien und Politiker. 18 Jahresbericht 2011

21 VERBAND ZÜRCHER HANDELSFIRMEN ARBEITGEBER-ORGANISATION FÜR HANDEL, DIENSTLEISTUNGEN, INDUSTRIE UND GEWERBE VERBAND ZÜRCHER HANDELSFIRMEN ARBEITGEBER-ORGANISATION FÜR HANDEL, DIENSTLEISTUNGEN, INDUSTRIE UND GEWERBE SOZIALPartnerschaFT MIT DEM KV ZÜrich VERBAND ARBEITGE DIENSTLE Gesamtarbeitsvertrag für die kaufmännischen und kaufmännisch-technischen Angestellten und das Verkaufspersonal im Detailhandel abgeschlossen zwischen dem Verband Zürcher Handelsfirmen (VZH) als Arbeitgeberorganisation einerseits und dem Kaufmännischen Verband Zürich (KVZ) als Arbeitnehmerorganisation anderseits Gültig ab 1. Januar 2009 Ve r b a n d Zü rc h e r h a n de l s f i r m e n G e s a m t a r b e i t s V e r t r a G für die Handelsreisenden G ü l t i G a b 1. J a n u a r Wir Kaufleute Kaufmännischer Verband Zürich Seit seiner Gründung im Jahr 1919 pflegt der VZH enge sozialpartnerschaftliche Beziehungen mit dem KV Zürich. Die beiden Verbänden schliessen seit Jahrzehnten Gesamtarbeitsverträge und Salärregulative ab, die ersten schriftlichen Vereinbarungen gehen bis auf die Zeit unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg zurück. Diese gelebte Sozialpartnerschaft mit vertrauensvollem Verständnis für die Anliegen und Sorgen der Gegenseite wirkte sich stets positiv auf die Beziehungen zwischen den betroffenen Arbeitgebern und Arbeitnehmenden aus. Es waren weder Streikdrohungen, Blockaden, Hausfriedensbruch, Hausbesetzungen noch ähnliche Probleme, wie sie andernorts zu beobachten sind, zu verzeichnen. Gesamtarbeitsverträge Die zwischen VZH und KV Zürich abgeschlossenen Gesamtarbeitsverträge, insbesondere der GAV für die kaufmännischen und kaufmännisch-technischen Angestellten und das Verkaufspersonal im Detailhandel, sind für die Arbeitgeber von grosser Bedeutung, weil sie moderne, aber moderate sozialpartnerschaftlich vereinbarte Arbeitsbedingungen darstellen. Sie liegen in deutscher Sprache in gedruckter und elektronischer Form vor und werden von den VZH-Mitgliedern gerne zur Dokumentation der Anstellungsbedingungen an die Mitarbeitenden abgegeben. Teilweise ersetzen sie so ein Mitarbeiterhandbuch. Dieser Gesamtarbeitsvertrag ist auch in englischer, französischer und italienischer Übersetzung erhältlich, allerdings nur in elektronischer Form. Im Berichtsjahr wurden wiederum mehrere tausend Exemplare an die Mitglieder verkauft. Zur Durchführung dieser Gesamtarbeitsverträge und zur Förderung der Zusammenarbeit besteht eine Paritätische Kommission von VZH und KVZ. Gesamtarbeitsvertrag für die kaufmännischen und kaufmännisch-technischen Angestellten und das Verkaufspersonal im Detailhandel/ Salärregulativ Wichtigster Gesamtarbeitsvertrag (GAV) zwischen dem VZH und dem KV Zürich ist heute derjenige für die kaufmännischen und kaufmännisch-technischen Angestellten und das Verkaufspersonal im Detailhandel, der gemäss Art. 2 GAV für unsere Mitglieder und ihre Mitarbeitenden aus diesen Berufsgruppen gilt, sofern keine Opting-Out-Erklärung vorliegt. Mittels einer solchen Erklärung ist eine Nichtunterstellung unter diesen GAV möglich, wenn zum Beispiel bereits ein anderer (Branchen-) Gesamtarbeitsvertrag zur Anwendung kommt oder einheitliche Arbeitsbedingungen im Konzern einzuhalten sind. Beim VZH wird ein entsprechendes Register geführt, über das der KV Zürich regelmässig informiert wird. Per Ende 2011 waren von unseren gut 2300 Mitgliederfirmen etwa 2030 Arbeitgeber diesem GAV unterstellt. Diesen Mitgliedern können auf Wunsch, zum Beispiel für die Teilnahme an öffentlichen Submissionsverfahren, entsprechende GAV-Bestätigungen ausgestellt werden. Separat und als Anhang zum GAV für die kaufmännischen und kaufmännisch-technischen Angestellten und das Verkaufspersonal im Detailhandel schliesst der VZH mit dem KV Zürich seit jeher ein Salärregulativ ab, das die verbindlichen Mindestanfangslöhne für Arbeitnehmende nach Abschluss einer dreijährigen Lehre sowie die Mindestentschädigungen für Lernende enthält. Seit dem 1. Januar 2009 gilt ein jährlicher Mindestlohn für die gelernten kaufmännischen Angestellten von CHF (bisher CHF 48000) und für gelernte Detailhandelsangestellte von chf (bisher chf 46000). Eine weitere Anpassung auf CHF für die kaufmännischen Angestellten resp. auf chf für das Verkaufspersonal wurde vom VZH im Herbst 2010 abgelehnt. Die monatlichen Entschädigungen für die Lernenden wurden auf den 1. August 2011 von chf 720 auf CHF 750 im ersten, von chf 930 auf chf 950 im zweiten und von CHF 1425 auf CHF 1450 im dritten Lehrjahr angehoben. Für Lernende im vierten Lehrjahr (Absolventen der kaufmännischen Gesamtlehre, der Zusatzlehre oder Repetenten) werden weiterhin CHF 2000 pro Monat empfohlen. Im Minimum sind 12 Monatsentschädigungen auszurichten, bei Ausrichtung von 13 Monatsentschädigungen können diese entsprechend tiefer angesetzt werden. Dazu kommen noch die Lehrfirmenbeiträge für die kaufmännischen Lernenden (derzeit chf 700 pro Jahr und Lernenden) sowie die Auslagen für die obligatorischen Lehrmittel Jahresbericht

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