Klimawandel-Anpassung

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1 Klimawandel-Anpassung Ein Fallbeispiel Andreas Zahner Klima in der Krise Last Exit Copenhagen 11. November 2009

2 Community Based Adaptation Ausgangspunkte CARE Arbeitsprinzipien: Selbsthilfe stärken (Empowerment), Partizipation, Rechenschaftspflicht, Transparenz, Nachhaltigkeit Konzept der Verwundbarkeit! bestimmt durch ökonomisches, soziales und politisches Umfeld! bestimmt durch Auswirkungen des Klimawandels! benachteiligte Gruppen besonders verwundbar 2

3 Besonders verwundbar: Frauen! vom Klimawandel besonders betroffen: zuständig für Nahrungsmittelproduktion, Gesundheit, Management von Wasser und Holz! weniger mobil als Männer! weniger Zugang zu Informationen und Ressourcen! weniger Möglichkeit zur Mitbestimmung! Diskriminierung 3

4 Wie sieht Community Based Adaptation aus?! Bottom up stärkt die verwundbarsten Bevölkerungsgruppen! kombiniert lokales Wissen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen! basiert auf Analyse von bestehender Verwundbarkeit! baut Anpassungsfähigkeit auf! ist prozessorientiert! bezieht viele Ebenen und Rahmenbedingungen ein 4

5 Community Based Adaptation - vier integrierte Strategien Enabling Environment Resource allocation Political will Building resilient livelihoods Disaster risk reduction CBA Developing local capacity Tackling drivers of vulnerability Supportive policy environment Inclusive and transparent decision-making 5

6 CARE Handbuch: Climate Vulnerability and Capacity Assessment Tool Zielgruppe: Projektmanager/innen, lokale Regierungsstellen, NGOs, Gemeinden Leitfaden für Analyse von Verwundbarkeit und Planung von Anpassungsmaßnahmen (national, lokal, Haushalte, Männer und Frauen) Ziel: Beeinflussung von Planungsprozessen, verbesserter Dialog zwischen Stakeholdern 6

7 Community Based Adaptation Fallbeispiel aus Nord-Ghana! 88% der Bevölkerung in extremer Armut, kleinbäuerliche Landwirtschaft (Regenfeldbau), Hungerperioden (3-5 Monate)! Desertifikation (35% der gesamten Landesfläche), Abnahme von Bodenfruchtbarkeit, nicht nachhaltige Landnutzung! Ungerechtigkeit bzgl. Zugang zu Ressourcen! Dezentralisierung in Gang jedoch geringe Kapazitäten für Analyse, Planung und Umsetzung, wenig Einbeziehung der betroffenen Bevölkerung! Zivilgesellschaft, NGOs sehr schwach organisiert 7

8 Auswirkungen des Klimawandels Höhere Temperaturen und Dürren führen zu geringere Ernten! Verkürzung der Vegetationsperiode, höhere Verdunstung, Bodenqualität verschlechtert! Extremwetter-Ereignisse: Dürre & Starkregenfälle, verstärkte Erosion! Überflutungen 2007 hatten Langzeiteffekt auf Lebensunterhalt der Bevölkerung; Lokalregierung und Zivilgesellschaft wenig auf Ernstfälle vorbereitet - schlechte Koordination zwischen Akteuren Frauen sind besonders betroffen! Frauen produzieren 70% der Lebensmittel und managen Trinkwasser und Holz für ihre Familien 8

9 Projektablauf Partizipative Erhebung & Planung in 20 Gemeinden Befragung von Männer- und Frauengruppen Wie hat sich das Wetter/Klima verändert? Wie wirken sich diese Veränderungen auf den Lebensunterhalt aus? Welche Maßnahmen wurden bereits gesetzt? Einbeziehung von Experten/innen und Partnerorganisationen (Klima-Prognosen, landwirtschaftliche Forschung, etc.) Einbeziehung der Behörden (lokal, national) 9

10 Die Analyse ergibt:! Bewusstsein für Klimawandel prinzipiell vorhanden Beobachtungen der Menschen entsprechen wissenschaftlichen Daten und Prognosen Regenzeiten haben sich verändert Planung für Landwirtschaft schwieriger geringere Bodenfruchtbarkeit (auch durch verstärkte Erosion) längere und extremere Trockenzeiten als früher Grundwasserstand dramatisch gesunken! Erfahrungen bereits vorhanden (Test trockenresistenter Sorten)! Hauptursachen von Katastrophen: Überflutungen, Starkregenfälle, Dürre kein Zugang zu Informationen und Wetter-Vorhersagen Notmaßnahmen oft problematisch (Verkauf von Feuerholz, um Nahrung zu kaufen) 10

11 Aktionspläne der Gemeinden (1) Lebensunterhalt sichern:!test von landwirtschaftlichen Praktiken (Mulchung, Kompost, Gründüngung)!Effizientere Nutzung von Hausgärten in Trockenzeiten!Test trockenresistenter Sorten (Hirse, Erdnüsse)!Test von Truthahn-Zucht (widerstandsfähig!)! Anbindung an lokale Märkte - Diversifizierung der Einkommensquellen (2) Katastrophenvorsorge:!Baumpflanzungen und Erosionsschutz!Schutz für Saatgut und Betriebsmittel vor Fluten!Einrichtung von Frühwarnsystemen, verbesserter Zugang für Frauen 11

12 Aktionspläne der Gemeinden (3) Gestärkte Kapazitäten für lokale NGOs und Behörden!verbesserte Analysefähigkeiten!verbesserter Zugang zu Informationen, Vorhersagen!Professionalisierung bei Planung und Umsetzung (4) Bekämpfung von Ursachen für Verwundbarkeit!Frauen in Gemeindegremien vertreten!bedürfnisse und Prioritäten der Frauen in Planung berücksichtigt!mechanismen der Zusammenarbeit & Informationsnetzwerke etabliert und getestet 12

13 Aktionspläne der Gemeinden Großer Erfolg: Die 20 Projekt-Gemeinden und CARE beeinflussen nationale Planung!!Aktionspläne der Gemeinden finden Eingang in Planung auf Distrikt- Ebene!Distrikt sagt die Finanzierung der geplanten Klimawandel- Anpassungsmaßnahmen zu!!das Projekt beeinflusst Prozesse auf nationaler Ebene 13

14 Von Pilotprojekten zu umfassenden Strategien und Plänen CARE fordert bei den UN-Klimaverhandlungen:! Massive Aufstockung der internationalen Finanzmittel für Klimawandel-Anpassung und Katastrophenvorsorge (40 Mrd. EUR jährlich)! Priorisierung verwundbarer Gruppen! Systematische, geschlechtergerechte Erhebung der verwundbaren Bevölkerungsgruppen! Betroffene Bevölkerungsgruppen müssen in globalen / nationalen Entscheidunsgremien adäquat vertreten sein 14

15 Danke für die Aufmerksamkeit

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