Der Marshall-Plan. Handlungsmotive der Vereinigten Staaten von Amerika

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1 Geschichte Benjamin von dem Berge Der Marshall-Plan. Handlungsmotive der Vereinigten Staaten von Amerika Studienarbeit

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3 Universität Mannheim Lehrstuhl für Politische Wissenschaft und Zeitgeschichte Sommersemester 2006 Hauptseminar: Mächteallianzen und Großmachtpolitik zwischen 1941 und 1949 (ZG, IB) Hauptseminararbeit Der Marshall-Plan: Handlungsmotive der Vereinigten Staaten von Amerika vorgelegt von: Benjamin von dem Berge Studiengang: Politische Wissenschaft und Mittlere und Neuere Geschichte auf M.A. 7. Fachsemester Mannheim, den

4 Inhalt I. Einleitung...3 Seite II. Hauptteil: In der Forschung diskutierte Handlungsmotive 1. Die Containment-Strategie Vorgeschichte Quellenlage Angebot der des ERP an die Sowjetunion Wirtschaftspolitische Interessen der USA Vorgeschichte Zusammenhang wirtschaftspolitischer und sicherheitspolitisch-strategischer Interessen Integrationsintention Lage in Deutschland Politische Instabilität in Frankreich und Italien Das Frankreichproblem Die Schwäche des britischen Empire...25 III. Schluss...26 IV. Literaturverzeichnis

5 I. Einleitung Averell Harriman, der Vorsitzende des überparteilichen Harriman Committee, das im Juni 1947 gebildet wurde und Truman ein unabhängiges Urteil über weiterreichende wirtschaftliche Unterstützung für Europa geben sollte, erinnert sich an ein Ergebnis der Arbeit seines Komitees: The United States had a vital interest humanitarian, economic, strategic, and political in helping the participating countries to achieve economic recovery. 1 Der vorrangige Zweck des Marshall-Plans war natürlich der wirtschaftliche Wiederaufbau des daniederliegenden Europa. Aber mit eben diesem vordergründigen Ziel verfolgten die USA ferner noch ökonomische, strategische und politische Interessen unterschiedlicher Art. Ziel dieser Arbeit ist zu untersuchen, welche Handlungsmotive die Vereinigten Staaten von Amerika zur Ausarbeitung, Planung und Durchführung des Marshall-Plans bewegten. Darauf begründet sich die These, dass das wichtigste Handlungsmotiv der USA für den Marshall- Plan, der den offiziellen Namen European Recovery Program (ERP) trägt, die Eindämmung (Containment) des Sowjetkommunismus darstellte. Fast alle anderen in der Forschung diskutierten, und hier in den einzelnen Kapiteln aufgeführten, Handlungsmotive gehen in irgendeiner Form auf die in der Truman-Doktrin vom 12. März 1947 offiziell formulierten Containment-Strategie zurück. Die von Beginn an existente wirtschaftspolitische Zielsetzung des ERP, die Eingliederung Westeuropas in ein liberales Wirtschaftssystem unter Führung der USA, muss zwar als wichtiges eigenständiges Handlungsmotiv verstanden werden, verbindet sich aber letztendlich ebenfalls mit der Eindämmungsintention des Marshall-Plans, wodurch sich beide Beweggründe ergänzen. 2 Es liegt in der Logik der Sache, dass zur Erforschung der Handlungsmotive der USA in erster Linie und fast ausschließlich Quellen und historische Zusammenhänge aus der unmittelbaren Vorgeschichte des Marshall-Plans, also aus dem Jahr 1946 und dem Frühjahr 1947 vor dem 5. Juni, als Marshall sein europäisches Wiederaufbauprogramm in Harvard der Weltöffentlichkeit vorstellte, zur näheren Analyse herangezogen werden müssen. Dennoch finden natürlich auch für die Fragestellung wichtige Überlieferungen und geschichtliche Ereignisse aus der direkten Folgezeit nach der Harvard-Rede Marshalls Berücksichtigung. Zunächst werden die beiden in der Forschung am häufigsten erörterten Beweggründe, die Containment-Strategie und die wirtschaftspolitischen Interessen der USA, diskutiert (Kap.II.1 und II.2). Bei beiden ist eine kurze geschichtliche Einleitung unabdingbar, denn nur so können sie mit dem ERP sinnvoll in Verbindung gebracht werden. Folgend werden die anderen Handlungsmotive vorgestellt und besprochen, wobei für jedes gesondert der Zusammenhang mit der usamerikanischen Eindämmungsstrategie aufgezeigt wird (Kap. II.3 bis II.7). 1 Harriman, 1984, S Vgl. dazu Kap. II.2.2 Zusammenhang wirtschaftspolitischer und sicherheitspolitisch-strategischer Interessen S. 14 dieser Arbeit. 3

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