Erste Hilfe RECHT- SCHREIBUNG

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1 Erste Hilfe RECHT- SCHREIBUNG

2 Duden Erste Hilfe

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4 Duden Erste Hilfe Rechtschreibung Von Julian von Heyl, Christian Stang, Dr. Anja Steinhauer und Linda Strehl Dudenverlag Berlin

5 Die Duden-Sprachberatung beantwortet Ihre Fragen zu Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik u. Ä. montags bis freitags zwischen 09:00 und 17:00 Uhr. Aus Deutschland: (1,99 pro Minute aus dem Festnetz) Aus Österreich: (1,80 pro Minute aus dem Festnetz) Aus der Schweiz: (3,13 CHF pro Minute aus dem Festnetz) Die Tarife für Anrufe aus den Mobilfunknetzen können davon abweichen. Den kostenlosen Newsletter der Duden-Sprachberatung können Sie unter abonnieren. Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über abrufbar. Es wurde größte Sorgfalt darauf verwendet, dass die in diesem Werk gemachten Angaben korrekt sind und dem derzeitigen Wissensstand entsprechen. Für dennoch wider Erwarten auftretende Fehler übernehmen Redaktion und Verlag keine Verantwortung und keine daraus folgende oder sonstige Haftung. Das Wort Duden ist für den Verlag Bibliographisches Institut GmbH als Marke geschützt. Kein Teil dieses Werkes darf ohne schriftliche Einwilligung des Verlages in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren), auch nicht für Zwecke der Unterrichtsgestaltung, reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nicht gestattet. Duden 2014 D C B A Bibliographisches Institut GmbH, Mecklenburgische Str. 53, Berlin Redaktion Iris Glahn Herstellung Monique Markus Layout Petra Bachmann, Weinheim Satz Sigrid Hecker, Mannheim Umschlaggestaltung Büroecco, Augsburg Druck und Bindung Offizin Andersen Nexö Leipzig GmbH, Spenglerallee 26 30, Zwenkau Printed in Germany ISBN

6 Inhaltsverzeichnis 5 Inhaltsverzeichnis Vokale und Vokalverbindungen 9 Kurze Vokale 9 Lange Vokale 10 Das Dehnungs-h 10 Das lange i 10 Dehnung mit Doppelvokal 11 Umlaute und Doppellaute 11 Gleich klingende Wörter (Homofone) 12 Konsonanten und Konsonantenverbindungen 14 Konsonantenhäufung 14 Gleich und ähnlich klingende Konsonanten 15 f-laute 15 b, d, g und p, t, k 16 x-laute 16 s-laute 17 Das stimmhafte s 17 Das stimmlose s 17 das und dass 18 Verwechselbare Laute 19

7 6 Inhaltsverzeichnis Die Großschreibung 21 Satzanfänge, Titel und Substantive 21 Substantivierte Wörter 22 Verben 22 Adjektive und Partizipien 22 Pronomen und Zahlwörter 23 Weitere Substantivierungen 24 Eigennamen 25 Adjektive, Partizipien und Zahlwörter 25 Geografische Namen 26 Tageszeiten und Zeitangaben 27 Die Anredepronomen 27 Die Kleinschreibung 28 Desubstantivierungen 28 Allein stehende Adjektive und Pronomen 29 Der Superlativ 29 Pronomen 30 Zahlwörter 30 Die Getrennt- und Zusammenschreibung 31 Verbindungen mit einem Verb 31 Verb + Verb 31 Substantiv + Verb 32 Adjektiv + Verb 32

8 Inhaltsverzeichnis 7 Präposition + Verb 33 Adverb + Verb 33 Verbindungen aus Präposition und Substantiv 34 Verbindungen mit einem Partizip oder Adjektiv 35 Einzelfallregelungen 35 Der Bindestrich 37 Der Durchkopplungsbindestrich 38 Fremdwörter 39 Die Worttrennung 40 Einsilbige Wörter 40 Mehrsilbige Wörter 40 Konsonanten und Vokale 40 Die Buchstabenverbindungen ch, sch und ck 41 Zusammengesetzte Wörter 41 Stolpersteine der deutschen Rechtschreibung 42 Die Schreibung von Fremdwörtern 42 Gleich und ähnlich klingende Wörter 62 Die Schreibung von heimischen Wörtern 67 Register 78

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10 Vokale und Vokalverbindungen 9 Vokale und Vokalverbindungen Die Laute werden in zwei Gruppen unterteilt: Vokale und Konsonanten. Vokale (Selbstlaute) werden ohne Hilfe eines anderen Lautes ausge spro chen. Man unterscheidet zwischen kurzem oder langem Vokal. Es gibt: einfache Vokale: a, e, i, o, u Umlaute: ä, ö, ü Doppellaute (Diphthonge): ai, au, äu, ei, eu Kurze Vokale Ein kurzer Vokal wird durch zwei aufeinanderfolgende Konsonanten gekennzeichnet; er erfährt dadurch eine Schärfung. Die erste Möglichkeit, den kurzen Vokal zu kennzeichnen, ist die Verdopplung des nachfolgenden Konsonanten: Ebbe, Bett, hoffen, kommen. Dazu zählen auch ck und tz: Mücke, backen, Katze, ritzen. Aber: Nach l, m, n und r sowie nach Doppellauten steht kein ck oder tz: Balken, Imker, Blinker, Gewürz; Schnauze, spreizen, Kreuz. Die zweite Möglichkeit, den kurzen Vokal zu kennzeichnen, besteht in der Konsonantenhäufung, d. h., es folgen zwei oder mehrere verschiedene Konsonanten: Schrank, Stift, Lampe, klingeln, halbieren.

11 10 Vokale und Vokalverbindungen Lange Vokale Der lang gesprochene Vokal wird häufig nicht besonders gekennzeichnet: Tal, Weg, Blume, mutig, malen, geben. In zahlreichen Fällen wird jedoch der Langvokal sichtbar durch das Dehnungs-h, das lange i oder die Verdopplung des Vokals. Das Dehnungs-h Oft wird ein langer Vokal durch ein zusätz liches h gekennzeichnet, das vor l, m, n oder r steht: Mehl, nehmen, Zahn, fahren. Wörter mit qu, sch oder sp vor dem langen Vokal erhalten meist kein Dehnungs-h: Qual, Schere, Schule, Spule, spüren. Aber: Schuh, spähen. Die Vorsilbe ur- und die Nachsilben -bar, -sal, -sam und -tum werden ebenfalls ohne Dehnungs-h ge s c h r ieb en : Ursache, brauchbar, Schicksal, wunder - sam, Eigentum. Das lange i Das lange i wird in vielen Wörtern durch Anfügen e i ne s e (Dehnungs-e) gekennzeichnet: Brief, Liebe, tief, probieren, viel. In wenigen Fällen steht ih oder ieh: ihm, ihn, ihr, fliehen, ziehen, Vieh.

12 Vokale und Vokalverbindungen 11 In den meisten Fremdwörtern werden das lange i sowie die Endung -ine als einfaches i/-ine geschrieben: Exil, Kamin, Musik, Rosine, Apfelsine, Violine. Die betonten Nachsilben -ie, -ier und -ieren werden mit ie ohne h geschrieben: Garantie, Biologie, Turnier, Scharnier, diktieren, gratulieren. Dehnung mit Doppelvokal Bei manchen Wörtern wird der lange Vokal durch die Verdopplung der Vokale a, e und o gekennzeichnet: Aal, Idee, Moor. Umlaute und Doppellaute Wörter mit dem Umlaut ä lassen sich meist von einem Stammwort mit a ableiten: Bälle ( Ball), Gäste ( Gast), Gämse ( Gams). Doppelformen haben: aufwendig/aufwändig, Schenke/ Schänke. Aber: Eltern (trotz alt), schwenken (trotz schwan ken). Keine Ableitung auf a haben: Ähre, Bär, Käfer, März, Lärm, Geländer, sägen, dämmern, gähnen, abwärts, ähnlich. Umlaute, die von einem Stammwort mit Doppelvokal abgeleitet sind, werden selbst nie verdoppelt: Härchen ( Haar), Bötchen ( Boot).

13 Die Großschreibung 21 Die Großschreibung Für die Großschreibung von Wörtern im Deutschen gibt es zwei Prinzipien: Zum einen werden sie großgeschrieben, wenn sie zu einer bestimmten Wortart gehören (Substantive, bestimmte Anredepronominen u. dgl.); zum anderen, wenn sie am Anfang bestimmter Einheiten stehen (Sätze, Überschriften u. dgl.) oder bestimmten Satz zeichen fol gen. Satzanfänge, Titel und Substantive Das erste Wort eines selbstständigen Satzes (auch nach einem Doppelpunkt) wird großgeschrie ben: Ich fiel hin. Wir machen es so: Morgen fahren wir los. Das gilt auch für den Beginn der direkten Rede: Er fragte: Was tust du da? Das erste Wort einer Überschrift oder eines Titels wird ebenfalls großgeschrieben: Mein schönster Traum (Aufsatztitel), Der Spiegel (Zeitschrift). Substantive (Hauptwörter) werden großgeschrieben: Apfel, Ball, Freiheit, Liebe. Das gilt auch für Fremdwörter: Computer, Orthografie, Reaktor, Desktop-Publishing.

14 22 Die Großschreibung Dazu gehören auch die Wörter mit den Nachsilben (Suffixen) -ung, -heit, -nis, -schaft, -tum, -ling und -sal: Befreiung, Freiheit, Hindernis, Meisterschaft, Eigentum, Säugling, Mühsal. Substantive stehen häufig mit einem Artikel, es gibt bestimmte und unbestimmte Artikel: der Garten, die Schule, das Haus; ein Garten, eine Schule, ein Haus. Substantivierte Wörter Alle Wörter, die als Substantive ge braucht werden (Substantivierung), schreibt man ebenfalls groß, auch wenn sie ursprünglich zu einer anderen Wortart gehören. Verben Bei substantivierten Verben wird häufig der Artikel vorangestellt: Das Lesen von Comics macht Spaß. Beim (bei dem) Singen darf man das Atmen nicht vergessen. Aber: Fehlt der Arti kel, kann groß- oder klein geschrieben werden: In der Schule lernt man Schreiben/schreiben. Adjektive und Partizipien Nach Artikeln und unbestimmten Mengen angaben wird großgeschrieben: der Beste, das Gekochte, alles Gute, etwas Neues, nichts Wichtiges, viel Unnützes.

15 Die Großschreibung 23 Das gilt auch für feste Redewendungen: im Allgemeinen, den Kürzeren ziehen, auf dem Laufenden bleiben Farb- und Sprachbezeichnungen in Verbin dung mit Präpositionen: Bei Rot geht man nicht über die Straße. Das Buch ist auf Korea nisch geschrieben. Paarformeln: Jung und Alt, Arm und Reich Aber: Feste Verbindungen aus Präposition und nicht dekliniertem Adjektiv ohne vorangehenden Artikel schreibt man klein: durch dick und dünn, über kurz oder lang, von früh bis spät. Wird das Adjektiv dekliniert, ist Groß- oder Kleinschreibung möglich: von Neuem/von neuem, bis auf Weiteres/bis auf weiteres, seit Längerem/seit längerem. Pronomen und Zahlwörter Als Substantive gebrauchte Pronomen werden g roßge - schrieben: das lyrische Ich, dieser Hund ist eine Sie, kein Er. Das Gleiche gilt für substan tivierte Zahlwörter: eine Sechs würfeln, eine Eins schreiben, als Erster im Ziel, die Rechte Dritter, am Zehnten des Monats. Aber: zehn werden, um zwei treffen. Zahlwörter, die eine nicht in Ziffern schreibbare Menge bezeichnen, können groß- oder kleingeschrieben werden: Dutzende/dut zen de, Hunderte/hunderte, Tausende/tausende.

16 24 Die Großschreibung Auch unbestimmte Zahladjektive werden großgeschrieben, wenn sie als Substantive ge braucht werden: alles Übrige, das Geringste, etwas Derartiges, jeder Einzelne. Die Zahladjektive viel, wenig, ein, andere werden in allen Beugungsformen in der Regel klein geschrieben: Die meisten blieben zu Hause. Es gab viele, die nicht mitmachen wollten. Nur wenige waren mit dem Inhalt zufrieden. Die Großschreibung ist aber ebenfalls zulässig, wenn diese Wörter nicht als Beifügungen zu Substantiven ge braucht werden: Die Einen singen, die Anderen tanzen. Aber: Die einen Kinder singen, die anderen Kinder tanzen. Weitere Substantivierungen Adverbien: im Voraus, im Nachhinein, das Drum und Dran, das Hin und Her, das Auf und Nieder. Präpositionen: das Auf und Ab, das Für und Wider. Konjunktionen: ohne Wenn und Aber, nicht nur das Ob, sondern auch das Wie. Aber: Bei mehrteiligen, mit einem Bindestrich verbundenen Konjunktionen bezieht sich die Großschreibung nur auf das erste Wort: das Als-ob, das Entweder-oder. Interjektionen: mit Weh und Ach, das Wauwau, das Töfftöff.

17 Die Großschreibung 25 Eigennamen Eigennamen werden großgeschrieben. Dies betrifft Personennamen: Friedrich Schiller, Konrad Duden, John Lennon Sternbilder und Himmelskörper: Mars, Orion, Kleiner Wagen, Großer Wagen Namen von Institutionen, Behörden, Parteien, Firmen: der Deutsche Bundestag, die Vereinten Nationen, die Deutsche Post historische Ereignisse: die Französische Revolution, der Westfälische Friede Titel und Ehrenbezeichnungen: der Heilige Vater, der Regierende Bürgermeister (von Berlin) Adjektive, Partizipien und Zahlwörter Adjektive, Partizipien und Zahlwörter, die zu einem Personennamen gehören, schreibt man ebenfalls groß: Der Alte Fritz, Katharina die Große, Albrecht der Entartete, Elisabeth die Zweite, Karl der Achte, Ludwig der Erste. Von Personennamen abgeleitete Adjektive werden dagegen in der Regel kleingeschrieben: die einsteinsche Relativitätstheorie, die grimmschen Märchen, das ohmsche Gesetz.

18 26 Die Großschreibung Will man den Personennamen hervorheben, kann man ihn auch großschreiben und mit einem Apostroph von der Endung trennen: die Einstein sche Relativitätstheorie, die Grimm schen Märchen, das Ohm sche Gesetz. Geografische Namen Erdteile, Länder, Regionen, Meere, Städte usw. werden großgeschrieben: Europa, Deutsch land, Mecklenburg-Vorpommern, Mannheim, Zug spitze, Schwarzes Meer, Bayerischer Wald, der Stille Ozean, Donau. Adjektive und Partizipien, die zu einem geografischen Namen gehören, schreibt man ebenfalls groß: der Bayerische Wald, das Rote Meer, der Indische Ozean, das Kap der Guten Hoffnung, die Vereinigten Staaten von Amerika. Ableitungen von geografischen Namen auf -er werden immer großgeschrieben: der Hamburger Hafen, das Wiener Schnitzel, der Schweizer Käse, das Ulmer Münster, ein Bonner Verlag, die Schweizer Banken. Ableitungen von geografischen Namen auf -isch werden kleingeschrieben, wenn sie nicht Teil eines Eigennamens sind: der badische Wein, der indische Tee. Aber: die Mecklen burgische Seenplatte.

19 Die Großschreibung 27 Tageszeiten und Zeitangaben Großgeschrieben werden Tageszeiten mit Artikel oder Pronomen: Der Abend ist lang. Am Vormittag gehe ich einkaufen. Jeden Mittag koche ich etwas. Dies gilt auch für die Zeitangaben im Genitiv: eines Tages, eines Abends. Tageszeiten mit Präposition: zu Mittag essen, gegen Abend kommen Tageszeiten, die nach den Adverbien vor gestern, gestern, heute, morgen und übermorgen stehen: gestern Morgen, heute Abend, morgen Nacht Wochentage, auch mit Tageszeitangabe: am Montag, am Freitagmorgen Die Anredepronomen Das Anredepronomen Sie sowie die davon abgeleiteten Formen Ihre, Ihnen usw. werden großgeschrieben: Können Sie mir helfen? Wie geht es Ihnen? Die Anredepronomen du und ihr sowie die Formen dein und euer werden kleingeschrieben: Ich danke dir für dein Geschenk. In Briefen kann auch groß geschrieben werden: Ich danke Dir für Dein Geschenk.

20 42 Stolpersteine der deutschen Rechtschreibung Stolpersteine der deutschen Rechtschreibung In deutschen Texten kommen bestimmte Falschschreibungen besonders häufig vor. Die Gründe, die zu einer bestimmten Schreibweise führen, werden im Folgenden erläutert. Innerhalb der einzelnen Unterkapitel werden die orthografischen Stolpersteine in alphabetischer Reihenfolge wiedergegeben. Die Schreibung von Fremdwörtern Schreibt man Addresse oder Adresse? Korrekt ist die Schreibung Adresse. Das Wort Adresse geht auf das französische adresse zurück und wird daher im Deutschen im Gegensatz zum englischen address mit einfachem d geschrieben. Ebenfalls mit einfachem d schreibt man Adressant, Adressantin, Adressat, Adressatin, Adressbuch, adressieren, Adressiermaschine.

21 Stolpersteine der deutschen Rechtschreibung 43 Schreibt man agressiv oder aggressiv? Korrekt ist die Schreibung aggressiv. Das Wort aggressiv geht auf das französische agressif zurück, ist aber letztlich auf das lateinische aggressum zurückzuführen, was die Schreibung mit verdoppeltem g begründet. Ebenfalls mit verdoppeltem g schreibt man Aggression, aggressivieren, Aggressivität, Aggressor, Aggressorin. Schreibt man anullieren oder annullieren? Korrekt ist die Schreibung annullieren. Das Wort annullieren geht auf das lateinische annullare zurück. Aufgrund der lateinischen Vorsilbe an- wird das Wort mit zwei n geschrieben. Ebenfalls mit zwei n schreibt man Annullation, Annullierung. Schreibt man Aquisition oder Akquisition? Korrekt ist die Schreibung Akquisition. Das Wort Akquisition geht auf das lateinische acquisitio zurück, was die im Deutschen ungewöhnliche Schreibweise mit kqu begründet. Ebenfalls mit kqu schreibt man akquirieren, Akquirierung, Akquise, Akquisiteur, Akquisiteurin, Akquisition, Akquisitor, akquisitorisch.

22 44 Stolpersteine der deutschen Rechtschreibung Schreibt man assozial oder asozial? Korrekt ist die Schreibung asozial. Das Wort asozial ist eine Zusammensetzung aus der griechischen Vorsilbe a- und dem Wort sozial, was die Schreibung mit einfachem s begründet. Ebenfalls mit einfachem s schreibt man Asoziale, Asozialität. Schreibt man Athmosphäre oder Atmosphäre? Korrekt ist die Schreibung Atmosphäre. Das Wort Atmosphäre ist eine Zusammensetzung aus griechisch atmós ( Dunst ) und griechisch sphaĩra ( Scheibe, Kugel; Erdkugel ), was die Schreibung ohne h im vorderen Teil des Worts begründet. Ebenfalls ohne h schreibt man Atmokausis, Atmometer, atmophil, Atmosphärenüberdruck, Atmosphärilien, atmosphärisch, Atmosphärografie/Atmosphärographie, Atmosphärologie. Schreibt man authorisieren oder autorisieren? Korrekt ist die Schreibung autorisieren. Das Wort autorisieren geht auf das mittellateinische auctorizare zurück und wird daher im Deutschen im Gegensatz zum englischen authorize ohne h ges c h r ieb en. Ebenfalls ohne h schreibt man Autorisation, Autorisierung.

23 Stolpersteine der deutschen Rechtschreibung 45 Schreibt man Balett oder Ballett? Korrekt ist die Schreibung Ballett. Das Wort Ballett geht auf das italienische balletto, eine Verkleinerungsform von ballo ( rhythmische Körperbewegung, Tanz ), zurück, was die Schreibung mit verdoppeltem l begründet. Ebenfalls mit verdoppeltem l schreibt man B a l l e t t e u s e, Ballettkorps, Ballettomane, Ballettomanin, Ballett tanz/ Ballett-Tanz. Schreibt man Billiard oder Billard? Korrekt ist die Schreibung Billard. Das Wort Billard geht auf das französische billart zurück und wird daher im Deutschen im Gegensatz zum englischen billiard nur mit einem i geschrieben. Entsprechend schreibt man billardieren, Billard karambol, Billardqueue. Schreibt man Bisquit oder Biskuit? Korrekt ist die Schreibung Biskuit. Das Wort Biskuit geht auf das französische biscuit zurück, was die genannte Schreibung begründet. Die Zusammensetzung Biskuitporzellan schreibt man in derselben Form.

24 46 Stolpersteine der deutschen Rechtschreibung Schreibt man bombadieren oder bombardieren? Korrekt ist die Schreibung bombardieren. Das Wort bombardieren geht auf das französische bombarde zurück, was die Schreibung mit r begründet. Ebenfalls mit r schreibt man Bombarde, Bombardement. Schreibt man brilliant oder brillant? Korrekt ist die Schreibung brillant. Das Wort brillant geht auf das französische briller ( glän zen ) zurück, was die genannte Schreibung b e g r ü nde t. In derselben Form schreibt man Brillant (in den Bedeutungen geschliffener Diamant und Schriftgrad von drei Punkt ), brillante, brillantieren, Brillantin, Brillantine, Brillantschliff, Brillanz. Schreibt man Café oder Kaffee? Die korrekte Schreibung der Wörter Café und Kaffee hängt von der Bedeutung ab. Mit dem Wort Café bezeichnet man eine Gaststätte, die vorwiegend Kaffee und Kuchen anbietet. Mit dem Wort Kaffee bezeichnet man vorwiegend das aus den Kaffeebohnen bereitete, anregende Getränk.

25 Stolpersteine der deutschen Rechtschreibung 47 Man schreibt jedoch der französischen Herkunft entsprechend Café au Lait, Café complet, Café crème, Café mélange. Ohne Akzent schreibt man Cafeteria, Cafetier, Cafetiere. Mit Kaffee- schreibt man zahlreiche Zusammensetzungen wie Kaffee-Extrakt / Kaffeeextrakt, Kaffeesieder, Kaffeesurrogat. Für die in Österreich geläufige Bezeichnung Kaffeehaus (in der Bedeutung Café ) gilt die hier angegebene Schreibung. Schreibt man Cent oder Cents? Ob man den Plural (die Mehrzahl) der Währungsbezeichnung Cent durch das Anhängen eines -s kennzeichnet, ist vom Satzzusammenhang abhängig. Als Währungsbezeichnung wird der Plural (die Mehrzahl) häufig nicht durch das Anhängen eines -s gekennzeichnet: Das kostet dreißig Cent. Mit 50 Cent sind Sie dabei! Wenn hingegen die einzelnen Münzen gemeint sind, wird der Plural (die Mehrzahl) durch das Anhängen e i ne s -s gekennzeichnet: In der Spardose waren noch vier Cents. Sie zählte acht einzelne Cents ab.

26 62 Stolpersteine der deutschen Rechtschreibung Gleich und ähnlich klingende Wörter Wann schreibt man das / dass? das ist eine Form des bestimmten Artikels (Geschlechtsworts): der Mann, die Frau, das (dieses) Kind Demonstrativpronomens (hinweisenden Fürworts): Bitte wiederholen Sie das (dieses) noch einmal. Relativpronomens (bezüglichen Fürworts): Das Kleid, das (welches) ich dir geschenkt habe, steht dir gut. dass ist eine Konjunktion (ein Bindewort): Ich glaube, dass Ihnen die Unterscheidung zwischen den Wörtern das und dass keine Probleme bereiten wird. Wann schreibt man ent- / -end-? Die Vorsilbe ent- schreibt man mit t: entbehren, entd e c k e n, entflammbar, entkommen, Entlassung, Entscheidung. Zusammensetzungen mit und Ableitungen von Ende schreibt man mit d: beenden, Endeffekt, endgültig, endlich, Endpunkt, Endsilbe, Endspiel.

27 Stolpersteine der deutschen Rechtschreibung 63 Wann schreibt man -fer- / ver-? Mit f schreibt man fertig und alle verwandten Wörter: abfertigen, anfertigen, Fertigung, schlagfertig. Mit v schreibt man die Vorsilbe ver-: vergeben, verlieren, verlassen, versagen, versprechen. Wann schreibt man Fieber / Fiber, Lied / Lid, Miene / Mine und Stiel / Stil? Fieber oder Fiber? Mit Fieber bezeichnet man in erster Linie eine über 38 C ansteigende Körpertemperatur als Abwehrreaktion des Organismus. Mit Fiber bezeichnet man eine Muskel- oder Pflanzenfaser. Lied oder Lid? Mit ie schreibt man das Lied, das man singen kann. Mit einfachem i schreibt man das Lid über dem Auge. Miene oder Mine? Mit Miene bezeichnet man einen Gesichtsausdruck. Mit Mine bezeichnet man einen unterirdischen Gang, einen Sprengkörper, eine Bleistift- oder Kugelschreibereinlage.

28 64 Stolpersteine der deutschen Rechtschreibung Stiel oder Stil? Mit Stiel bezeichnet man einen Griff oder Stängel. Mit Stil bezeichnet man die Einheit der Ausdrucksformen eines Kunstwerks, eines Menschen oder einer Zeit, die Darstellungsweise, Art, Bauart, Schreibart, Kunstrichtung. Ableitungen von und Zusammensetzungen mit Stil: stilisieren, Stilistik, Baustil, Stilkunde. Wann schreibt man fiel / viel? fiel ist eine Vergangenheitsform des Verbs (Zeitworts) fallen: Die Gabel fiel auf den Boden. viel ist ein unbestimmtes Zahladjektiv (Zahlwort) und bedeutet eine Menge : viel Ärger, viele Probleme. Wann schreibt man Leib / Laib, Seite / Saite und Weise / Waise? Leib oder Laib? Mit Leib bezeichnet man einen Körper. Mit Laib bezeichnet man einen Brotlaib oder Käselaib. Seite oder Saite? Im Allgemeinen ist die Seite in einem Buch von der Saite auf der Geige zu unterscheiden. Oftmals werden die beiden Wörter beim übertragenen Gebrauch von Saite miteinander verwechselt: gleich gestimmte Saiten verwandter Seelen andere Saiten aufziehen eine Saite seines Wesens zum Erklingen bringen

29 Stolpersteine der deutschen Rechtschreibung 65 Dagegen schreibt man: Sie zeigte sich von ihrer besten Seite. Rauchen ist seine schwache Seite. Wir lernten sie von einer ganz anderen Seite kennen. Dem ist nichts an die Seite zu stellen. Weise oder Waise? Mit Weise bezeichnet man einen klugen Menschen, eine Art, eine Melodie [eines Liedes]. Mit Waise bezeichnet man ein elternloses Kind, eine einzelne reimlose Gedichtzeile. Wann schreibt man Lerche / Lärche? Mit Lerche bezeichnet man einen Singvogel. Mit Lärche bezeichnet man einen Nadelbaum. Wann schreibt man seit / seid? seit ist eine Präposition (ein Verhältniswort): Seit dem 1. Juli gelten die neuen Mehrwertsteuersätze. Konjunktion (ein Bindewort): Seit er das Haus verlassen hat, wird er von der Polizei beobachtet.

30 Noch nie war Rechtschreibung so einfach zu verstehen! Die wichtigsten Rechtschreibregeln für den Alltag, einfach und anschaulich erklärt Mit vielen einprägsamen Beispielen Mit ausführlichem Kapitel zu Stolpersteinen der Rechtschreibung Der schnelle Überblick über die wichtigsten Themen der Rechtschreibung.