Klausur: VWL C (Wirtschaftspolitik und Finanzwissenschaft) Veranstaltungsnummer: 5023, Wintersemester 2005/06

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1 Klausur: VWL C (Wirtschaftspolitik und Finanzwissenschaft) Veranstaltungsnummer: 5023, Wintersemester 2005/06 Prüfer: Prof. Dr. Joachim Weimann Name, Vorname: Immatrikulationsnummer: Studiengang und Semester: Anleitung Die Klausur esteht aus zwei Blöcken mit Multiple Choice Aufgaen (ein Block für Wirtschaftspolitik und ein Block für Finanzwissenschaft). Beide Blöcke enthalten je 15 Aufgaen, die alle zu eareiten sind. Sie haen also für insgesamt 30 Aufgaen 120 Minuten Zeit (4 Minuten pro Aufgae). Zu jeder Frage erhalten Sie vier alternative Antworten, von denen nur eine richtig ist. Für jede richtige Antwort erhalten Sie 3 Punkte, eine falsche Antwort wird mit -1 Punkt ewertet. Wenn Sie keine oder mehr als eine Antwort angeen, erhalten Sie 0 Punkte. Tragen Sie itte Ihre Antworten auf das Lösungslatt ein, das der Aufgaenstellung eigefügt ist. Es werden nur die dort eingetragenen Lösungen gewertet und nicht die Kreuze, die sich innerhal der Aufgaenstellung efinden. Bitte schreien Sie Ihren Namen und Ihre Matrikelnummer auf das Lösungslatt. Nur mit Namen und Matrikelnummer eschriftete Lösungslätter werden gewertet. Geen Sie am Ende der Klausur alle Blätter a. Die Klausur wird elektronisch ausgewertet. Ein einfaches Ankreuzen der Kästchen auf dem Lösungslatt genügt nicht. Bitte füllen Sie die Kästchen vollständig mit schwarzer oder lauer Fare aus. Verwenden Sie itte keinen Bleistift oder tippex! Wörterücher und Nicht-programmierare Taschenrechner ohne Kommunikations- oder Textverareitungsfunktion sind erlaut. 1

2 Block Wirtschaftspolitik 1. Gegeen sei ein Spiel in simultanen Zügen mit folgenden Auszahlungen (erste Auszahlung an den Zeilen, zweite Auszahlung an den Spaltenspieler): Welches Gleichgewicht ist effizient? A) (a 3, 3 ) korrekt B) (a 2, 2 ) C) (a 1, 1 ) D) keins Spieler B a 1 3, 3 1, -1 4, 2 4, 1 Spieler A a 2 3, -1-1, 3 4, 2 1, 0 a 3 2, 4 4, 2 5, 5 3, 4 2. Welche Strategie im Spiel aus Aufgae 1. ist dominiert? A) a 1 B) a 3 C) 4 korrekt D) 2 3. Welche Strategie im Spiel aus Aufgae 1. ist dominant? A) a 1 B) a 3 C) 4 D) keine korrekt 4. Clugüter esitzen (is zur Üerfüllungsgrenze) die Eigenschaften... A) Rivalität und Ausschließarkeit B) Rivalität und Nichtausschließarkeit C) Nichtrivalität und Ausschließarkeit korrekt D) Nichtrivalität und Nichtausschließarkeit 5. Individuelle Nachfragekurven für öffentliche Güter werden... A)... horizontal aggregiert. B)... vertikal aggregiert. korrekt C)... diagonal aggregiert. D)... astral aggregiert. 2

3 6. Auf einem Wettewersmarkt sei die inverse Nachfrage gegeen durch D : p(x) = 100 2x (x steht für die Menge, p für den Preis.) Die Grenzkosten jedes Anieters seien gegeen durch GK = 20. Durch externe Einflüsse wird dieser Wettewersmarkt zu einem Monopolmarkt, woei die Nachfrag unverändert durch die oige Funktion gegeen ist und die Grenzkosten des Monopolisten weiterhin GK = 20 etragen. Wie verändert sich die Konsumentenrente durch den Üergang vom Wettewers zum Monopolmarkt? A) Sinkt um 200. B) Sinkt um korrekt C) Steigt um 400. D) Bleit unverändert. 7. Für die Prolemstellung aus Aufgae 6, wie verändert sich die Produzentenrente? A) Sinkt um 200. B) Sinkt um 300. C) Steigt um 800. korrekt D) Bleit unverändert. 8. Für die Prolemstellung aus Aufgae 6, wie hoch ist der deadweight loss? A) 0. B) 200. C) 400. korrekt D) Die Annahme, Individuen schätzten durchschnittliche Güteründel höher als extreme, ewirkt dass... A)... Entscheidungen widerspruchsfrei getroffen werden. B)... Indifferenzkurven fallenden Verlauf haen. C)... Indifferenzenkurven sich nicht schneiden. D)... Indifferenzkurven konvex zum Ursprung verlaufen. korrekt 10. Auf einem Markt mit Angeotsduopol von identischen Firmen lautet die inverse aggregierte Nachfrage p = A (x 1 + x 2 ), woei p den Gleichgewichtspreis angit, x 1 und x 2 für die Produktionsmenge der ersten zw. zweiten Firma stehen und A und positive Parameter sind. Die Kostenfunktion jeder Firma sei gekennzeichnet durch konstante Grenzkosten in Höhe von c, die identisch mit den Durchschnittskosten sind. Falls eide Firmen gleichzeitig üer ihre Produktionsmenge entscheiden, lautet die Reaktionsfunktion der ersten Firma... A) x 2 = A c 1 2 x 2 B) x 1 = A c x 2 korrekt 3

4 C) x 1 = A 2( c) 1 2c x 2 D) x 1 = A 2( c) + 2c 1 x Falls in der Situation aus Aufgae 10. die Firmen nacheinander üer die Produktionsmenge entscheiden, lautet die Reaktionsfunktion der Firma, die als zweite entscheidet, x 2 =... A) x 2 = A c 2 1 x 2 B) x 2 = A c x 1 korrekt C) x 2 = A 2( c) 1 2c x 1 D) x 2 = A 2( c) + 1 2c x Falls in der Situation aus Aufgae 10. die Firmen ein Kartell ilden, eträgt die optimale Produktionsmenge des Kartells, x 1 + x 2 =... A) x 1 + x 2 = 3 1 A c B) x 1 + x 2 = 3 1 A c C) x 1 + x 2 = 2 1 A c D) x 1 + x 2 = A 2c 13. Monopole... korrekt A)... können zum Zweck der Forschungsförderung installiert werden. korrekt B)... sind der Marktform der vollständigen Konkurrenz grundsätzlich vorzuziehen. C)... existieren ausschließlich ei Technologien mit fallenden Durchschnittskosten. D)... sind aus Gründen der Wohlfahrt (gemessen als Summe aus Produzenten und Konsumentenrente) der Marktform der vollständigen Konkurrenz vorzuziehen. 14. Gegeen seien vier verschiedene Vektoren der Form (y 1, y 2, y 3, y 4 ), die Einkommensverteilungen üer vier Individuen repräsentieren. Daei git y 1 das Einkommen von Individuum 1 an, y 2 das Einkommen von Individuum 2, u.s.w. Die Vektoren der Verteilungen lauten: A = (1, 2, 3, 4), B = (3, 2, 2, 4), C = (4, 3, 2, 1), D = (2, 2, 3, 4). Welche der folgenden Aussagen ist korrekt? A) A ist nach dem Pareto Kriterium C gegenüer vorzuziehen. B) C ist nach dem Pareto Kriterium A gegenüer vorzuziehen. C) B ist nach dem Pareto Kriterium A gegenüer vorzuziehen. D) D ist nach dem Pareto Kriterium gegenüer A vorzuziehen. korrekt 15. Adverse Selection... A)... ist ein typisches Phänomen auf Märkten für Südfrüchte. B)... kann im Extremfall zum Zusammenruch von Märkten führen. korrekt C)... ist hilfreich, um auf einem Markt ein Gleichgewicht zu erreichen. D)... verzerrt Marktpreise, woei die gehandelten Mengen unverändert leien. 4

5 Block Finanzwissenschaft 16. Auf einem Markt ist die Nachfrage eschrieen durch D : p = x, und das Angeot durch S : p = x, woei jeweils x die Menge und p den Preis angit. Welche Marktseite würde nach Einführung einer Mengensteuer auf diesem Markt den höheren Anteil der Steuerlast tragen? A) Angeotsseite korrekt (weil geringere Elastizität) B) Nachfrageseite C) die Marktseite, die die Steuer entrichtet D) keine der Marktseiten, denn Mengensteuern erzeugen keine Steuerlast 17. Angenommen, es existierten zwei Märkte mit identischem, vollständig preiselastischem Angeot. Die Preiselastizität der Nachfrage auf dem ersten Markt sei η 1 = 8, die auf dem zweiten Markt η 2 = 2. Auf dem zweiten Markt werde eine Wertsteuer mit dem Satz t 2 = 50% erhoen. Wie hoch müsste der Satz einer Wertsteuer auf dem ersten Markt sein, um die gesamte Zusatzlast der Besteuerung auf den Märkten für ein festes Steueraufkommen zu minimieren? A) t 1 = 1 8 korrekt (inverse Elastizitätenregel) B) t 1 = 1 3 C) t 1 = 50% D) t 1 = 20% 18. Auf einem Markt, auf dem die Angeotsseite aus nur einem Unternehmen esteht, wird eine Mengensteuer auf das gehandelte Gut eingeführt, die der Monopolist aführen muss. Wird die optimale Angeotsmenge dieses Monopolisten durch die Einführung der Steuer verändert? A) Nein, nicht auf Monopolmärkten. B) Ja, denn es verändern sich implizit die Grenzkosten des Monopolisten. korrekt C) Nein, Steuern haen nur auf Wettewersmärkten eine Mengenwirkung. D) Ja, weil das Aführen der Steuern zu einer extremen Erhöhung der Verwaltungskosten des Monopolisten führt. 19. Die Zusatzlast der Einführung einer Steuer entsteht,... A)... weil die Erheung von Steuern Verwaltungskosten erzeugt. B)... weil Steuerzahler und Steuerdestinatar nicht identisch sind. C)... weil die Verteilung der Steuerlast auf die Marktseiten zumeist ungleichmäßig erfolgt. D)... weil der Verlust an Konsumenten und Produzentenrente die Wohlfahrtswirkung des entstehenden Steueraufkommens üerkompensiert. korrekt 20. Nach dem Äquivalenzprinzip lassen sich die Kosten solcher staatlicher Leistungen egleichen, die... 5

6 A)... den Charakter öffentlicher Güter haen, da hier die Nachfrage direkt offenart wird. B)... private Güter sind, so dass für sie Geühren oder Beiträge erhoen werden. korrekt C)... in Hinlick auf ihre Wohlfahrtswirkung mit dem Instrument der äquivalenten Variation eurteilt werden können. D) Das Äquivalenzprinzip ist ein rein theoretisches Konstrukt und lässt sich generell nicht als Leitlinie zur Begleichung der Kosten von Staatsleistungen anwenden. 21. Die Freigrenze eines Steuertarifs... A)... git einen Betrag an, der nicht esteuert wird, B)... git einen Betrag an, der nur dann esteuert wird, falls das Ausmaß der Bemessungsgrundlage diesen Betrag üersteigt. korrekt C)... ist dassele wie ein Freietrag. D) Mehrere der oen genannten Antworten sind korrekt. 22. Hält man ei der Analyse der Einführung einer Mengensteuer im Marktdiagramm (Angeots und Nachfragekurve im Preis Mengen System) die Lage der Nachfragekurve konstant, verändert die Angeotskurve... A)... ihre Lage nicht. B)... ihren Achsenaschnitt. korrekt C)... ihre Steigung. D)... ihren Achsenaschnitt und ihre Steigung. 23. Mit welchem Instrument wird häufig die Einkommensverteilung gekennzeichnet? A) Lorenzkurve korrekt B) Lafferkurve C) Phillipskurve D) Castrol S 24. Der Markt für ein Gut sei gekennzeichnet durch die inverse Nachfrage p = 600 4x D, woei p den Preis und x D die nachgefragte Menge angit, sowie das inverse Angeot p = 2x S + t, woei x S die Angeotmenge kennzeichnet und t der Betrag eine Mengensteuer auf das Gut ist. Ermitteln Sie die Gleichung einer Kurve, die die Höhe des Steueraufkommens T in Ahängigkeit von der Höhe der Mengensteuer t darstellt. Die Gleichung lautet... A) T = 200t 2t 2 B) T = 100t 1 6 t2 korrekt C) T = 100t t2 D) T = 200t + 2t 2 6

7 25. Nehmen Sie an, die korrekte Antwort auf Frage 24. sei T = 200t 1 4 t2. Für welche Werte für t ergeen sich exakt keine Steuereinnahmen? A) Für t = 0 und t = 200. B) Für t = 0 und t = 800. korrekt C) Für t = 200 und t = 800. D) Ausschließlich für t = Für die Situation aus Aufgae 24. und ein t von t = 60 eträgt die Zusatzlast der Besteuerung EB =... A) EB = 3000 B) EB = 300 korrekt C) EB = 0 D) EB = Gegeen die Situation aus Aufgae 24. und ein t von t = 60: Welchen Anteil der gesamten Steuerlast tragen die Nachfrager? A) Die Hälfte B) Zwei Drittel korrekt C) Ein Dirttel. D) Drei Viertel. 28. Gegeen sei die Steuertariffunktion T = ab, woei T das Steueraufkommen und B die Höhe der Bemessungsgrundlage ezeichnet. a und sind positive Parameter. Wie hoch ist für diesen Tarif die Aufkommenelastizität α? A) α = a B) α = korrekt C) α = ab 1 D) α = Für welche Werte von ist der Steuertarif aus Aufgae 28. progressiv? A) Für > T. B) Für alle. C) Für 1 2 <. D) Für > 1. korrekt 30. Die Untersuchung von Steuerwirkungen im Modell der Entscheidung zwischen Areitsangeot und Konsumnachfrage stützt sich auf die Annahme, dass... A)... die individuelle Areitsangeotskurve rückwärts gekrümmt ist. B)... der Lohnsatz gleich den Opportunitätskosten der Freizeit ist. korrekt C)... Konsumausgaen und Ersparnis alternative Verwendungen des Einkommens sind. D)... die Wirtschaftssujekte in ihrer Planung des optimalen Konsumgüteründels durch ein fixes Budget eschränkt sind. 7

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