Treffpunkt EPOL II. Referentin: Antje Schneeweiß

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1 Treffpunkt EPOL II Referentin: Was hat Wirtschaftsförderung mit Armutsbekämpfung zu tun? Beispiel: entwicklungspolitische Kriterien für Investoren Königswinter, 29. Mai 2010

2 Geldvermögen in Deutschland In 2008 besaßen die Deutschen rund 5 Billionen privates Geldvermögen Das sind pro Haushalt durchschnittlich Das Vermögen ist sehr ungleich verteilt: 50% der Haushalte haben keinerlei Vermögen 10% der Haushalte besitzen 2/3 des Vermögens

3 Kirchliches Vermögen in Deutschland Die evangelische Kirche in Deutschland verwaltet ca. 15 Mrd. Ca. 8 Mrd. davon sind für Pensionsverpflichtungen langfristig zurückgelegt Bei der katholische Kirche kann man von ähnlichen Summen ausgehen

4 Nachhaltige Geldanlagen in Deutschland In Deutschland werden rund 300 Nachhaltigkeitsfonds angeboten Kirchliche Vermögen werden ebenfalls oft nachhaltig verwaltet Vier Alternativbanken haben strenge Kriterien in der Geldanlage

5 Was sind Nachhaltige Geldanlagen Das Geld wird in umweltfreundliche Produkte und Unternehmen investiert Das Geld wird auch nach sozialen Kriterien investiert Best in Class Ansatz Viel Kapital in Unternehmen aus der Solar- und Windkraftbranche

6 Nachhaltige Geldanlagen und Entwicklung Entwicklungspolitische Ausschlusskriterien: Kinderarbeit Zwangsarbeit Diskriminierung Menschenrechtsverletzungen Verletzungen von Gewerkschaftsrechten Repressive Regierungen Unmenschliche Arbeitsbedingungen

7 Nachhaltige Geldanlagen und Entwicklung Von insgesamt 80 Positivkriterien beziehen sich nur drei auf die Themen: Entwicklung und Menschenrechte: Weltweit gleiche Arbeitsbedingungen Förderung des Fairen Handels Beziehung zu Entwicklungsländern

8 Nachhaltige Geldanlagen und Entwicklung Recherchen zeigen: Unternehmen können gerade im positiven Bereich mehr leisten: Aus- und Weiterbildung Reinvestition von Gewinnen Know-how Transfer

9 Die Workshops 1. Workshop 2004 Experten aus fünf Entwicklungs- und Schwellenländern beraten mit Nachhaltigkeitsanalysten zu Entwicklungskriterien Die wichtigsten Anregungen waren:

10 Die Workshops Die wichtigsten Anregungen waren: Lobbyarbeit von Unternehmen Welchen Beitrag leisten die Unternehmen zur Entwicklung in den Ländern in denen sie tätig sind? Wie tragen die Unternehmen zum Technologietransfer bei? Gibt es eine Politik gegen Steuerhinterziehung zu Lasten der Entwicklungsländer?

11 Die Workshops Welchen Anteil an seinen Gewinnen reinvestiert das Unternehmen im Gastland? Hat das Unternehmen eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung im Gastland eingerichtet? Welche Weiterbildungsmöglichkeiten bietet das Unternehmen im Gastland an?

12 Die Workshops Workshop 2007: Die Informationslücke schließen 5 Experten aus Entwicklungs- und Schwellenländern legten aus ihren Ländern Fallbeispiele vor Carrefour Indonesien Unilever Indonesien Nike Pakistan Bayer Brasilien Anglo American Südafrika L Oreal Indien

13 Die Kriterien des FairWorld Fund Kriterien für Staaten (Positivkriterien) Aufnahmekandidaten müssen in zwei von sechs Feldern positiv abschneiden: Menschenrechte Entwicklungspolitisches Engagement Engagement für den Frieden Gute Regierungsführung Bewahrung der Schöpfung Bewahrung der Schöpfung im internationalen Kontext

14 Die Kriterien des FairWorld Fund Kriterien für Staaten (Ausschlusskriterien) Extrem hoher Wert im GINI Index Systematische Menschenrechtsverletzungen Keine Kontrolle der Ausfuhr von Rüstungsgütern

15 Die Kriterien des FairWorld Fund Kriterien für Unternehmen (Ausschlusskriterium) Systematische Verstöße gegen die Zahlung von Mindestlöhnen Das Unternehmen betreibt systematisch Lobbyarbeit mit dem Ziel sozial und ökologische Standards zu senken Das Unternehmen verfügt über eine Monopolstellung in einem Entwicklungsland

16 Die Kriterien des FairWorld Fund Kriterien für Unternehmen (Positivkriterium) Positives Abschneiden in zwei von sieben Bereichen: Menschenrechte Nachhaltige Unternehmensführung Entwicklung Sozial sinnvolle Produkte Ökologisch sinnvolle Produkte Umweltmanagement Umweltmanagement in Entwicklungsländern

17 Die Kriterien des FairWorld Fund Kriterien für Unternehmen Beispiele: Schaffung und Sicherung von formalen Arbeitsplätzen Gezielte Verbesserung der Situation von Frauen in Zulieferfirmen in Entwicklungs- und Schwellenländern Bewertung der Situation der Frauen in der Lohnhierarchie

18 Die Kriterien des FairWorld Fund Kriterien für Unternehmen Beispiele: Bewertung der Maßnahmen zum Wissenstransfer Anteil heimischer Führungskräfte Bewertung des Umgangs mir Konkurrenten in Entwicklungsländern Bewertung der Reinvestition von Gewinnen in Entwicklungsländern

19 Die Kriterien des FairWorld Fund Die meisten Entwicklungs- und Schwellenländer können nicht aufgenommen werden: Asien: Todesstrafe (Menschenrechte) Lateinamerika: Hohe Einkommensunterschiede, Menschenrechtsverletzungen Afrika: Menschenrechtsverletzungen

20 Die Kriterien des FairWorld Fund Können Sie uns helfen? Sollen für Entwicklungs- und Schwellenländer andere Kriterien eingeführt werden? Welche könnten das sein?

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