Zur psychischen Verarbeitung einer Lungentransplantation

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1 Rheinfelder Tage: Psychosomatik und Lunge Überblick Zur psychischen Verarbeitung einer Lungentransplantation Lebensqualität / psychisches Befinden nach Prof. Dr. med. Lutz Götzmann Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Segeberger Kliniken, Bad Segeberg Psychische Verarbeitung der 2 Lebensqualität vor und 1 Jahr nach (n=131) SF-36 Health Survey Scales (z-values) Lebensqualität & psychisches Befinden nach 3 Goetzmann L, Klaghofer R, Wagner-Huber R, Halter J, Boehler A, Muellhaupt B, Schanz U., Buddeberg C (2006) Quality of life and psychosocial situation before and after a lung, liver or an allogeneic bone marrow transplant results from a prospective study. Swiss Med Wkly, 136: Psychosoziale Profile vor und bis zwei Jahre nach Gruppenunterschiede Angst / Depression Körperliche Lebensqualität Soziale Unterstützung Subjektive Belastung durch Medikamente Vulnerabilitäts-Modell in der smedizin Stressor: Vulnerabilität Krise Goetzmann L et al. Psychosocial Profiles after : a 24-Month Follow-up in Heart, Lung, Liver, Kidney and Allogeneic Bone-Marrow Patients., 2008, 86,

2 Pathogenetische Sichtweise: Wie entsteht Krankheit? Vulnerabilitäts-Modell in der smedizin Stressor: Salutogenetische Sichtweise: Wie entsteht Gesundheit? 7 Resilienz Optimismus (LOT) Sense of Coherence (SOC-13) Angst & Depression (HADS-D) Soziale Unterstützung (F-SoZu) Erfolgreiche Bewältigung Psychisches Wohlbefinden (SF-36) Lebenszufriedenheit (FLZ) 8 Psychosoziale Schutzfaktoren für eine erfolgreiche Bewältigung der Optimismus & Sense of Coherence (verstehbar, handhabbar, sinnhaft) = prätransplantäre Prädiktoren für ein positives psychisches Wohlbefinden nach der Soziale Unterstützung und emotionales Befinden sagen Lebenszufriedenheit nach der vorher bw. / ubw. Verarbeitung der Goetzmann et al. (2007) Psychosocial vulnerability predicts outcome after an organ transplant results of a prospective study with lung, liver and bone marrow patients. J. Psychosom. Res., 62: S. Freuds Eisberg-Modell I Foreign body stage Das neue wird als Fremdkörper, d.h. als vom getrenntes Objekt wahrgenommen. Das ist nicht als Teil des, sondern als etwas Fremdes repräsentiert, das dem gehört. Identifizierung mit dem

3 II Stage of Partial Incorporation Patienten nehmen das neue als weniger fremd wahr, Aufmerksamkeit und Interesse nehmen ab. Das erhält durch die Besetzung mit narzisstischer Energie den Charakter eines Übergangsobjekts (Winnicott, 1953), es wird sowohl als fremdes wie auch eigenes Objekt repräsentiert. III Stage of Complete Incorporation Die narzisstische Besetzung bewirkt eine Integration des neuen s ins Körper- und bild. Das Transplantat wird als Teil des eigenen Körpers wahrgenommen. Bei belastenden Situationen wie z.b. Biopsien oder Infektionen kann eine Regression stattfinden: Das wird wieder zum fremden Objekt. Separierung vom Appersonisation (Schilder, 1935) Modifikation des Körperbilds via Identifizierung mit einer anderen Person TPL-Patient: repräsentanzen verschmelzen mit repräsentanzen Integration des fremden s via Identifizierung mit dem. Traum eines 34jährigen Patienten nach Herztransplantation 1. Sequenz: Ich liege tot und nackt in einem leeren Zimmer. Da ist eine dunkle Liege oder ein dunkles Bett, es ist wie eine Aufbahrung Sequenz: In einer Kaserne, ich bin Offizier, wasche mir im Bad die Hände, schaue in den Spiegel und sehe eine andere, mir fremde Person Assoziationen: Tod,, Schuld, Veränderungen der eigenen Person Integrationsprozesse nach Integrationsprozesse nach : Übergangsphänomene Übergangsraum Übergangsraum

4 Der als Übergangsobjekt Interview mit einem lungen-transplantierten Patienten Ich habe da eine extreme Beziehung. Der Mensch lebt in mir weiter. Und wenn es einmal schwerer geht, dann habe ich gesagt: Gell, heute hast du auch Probleme mit dem Atmen. Ich habe manchmal das Gefühl, wenn ich spazieren gehe, da läuft jemand neben mir. Und der sieht, wenn es mir schlecht gegangen ist, er sagt dann: Ich helfe dir jetzt Integrationsprozesse nach : abgeschlossene Integration Psychosoziale Determinanten von Non-Adherence: Interviewstudie mit 20 Patienten nach Lungentransplantation Autonomie integration Beziehung zum Gefühl, von der profitiert zu haben Adherence - Bewußtsein Beziehung zum Behandlungs- Team Goetzmann et al. (2007) How does psychological processing relate to compliance behaviour after lung transplantation? - a content analytical study. Psych. Health Med., 12: Metaphern in der kognitiven Linguistik (nach Lakoff & Johnson, 1980) Interviews / Metaphernanalyse Implizite integration bewusst unbewusst Quelle Krieg Metapher Tabletten sind Bomben Ziel Medikamente Körper und werden implizit als Gefässe konzeptualisiert, die materielle ( = die transplantierte Lunge) und immaterielle ( = Affekte, Gedanken) enthalten. bekannte Erfahrung neue Erfahrung Implizites Konzept MEDIKATION IST KRIEG 23 Goetzmann L, Moser KS, Vetsch E, Grieder E, Naef R, Russi EW, Buddeberg C, Boehler A. (2009) Medikamente sind Bomben - zum Metapherngebrauch von Lungentransplantations-Patienten mit einer hohen bzw. ungenügenden Compliance; Z. Med. Psychol., 18,

5 Interviews / Metaphernanalyse integration und Adherence: Patienten mit Non-Adherence integration / -Beziehung und Adherence: Qualitative und quantitative Ergebnisse Qualitative Studie (n=20) Interviews Textanalyse - verwenden keine Gefäß-Konzepte, wenn sie über sich bzw. das neue sprechen - erleben die Lunge oft als Fremdkörper Hypothese Quantitative Studie (n=76) Fragebogen Statistik Empirische Bestätigung der Hypothese Lunge = Fremdkörper in einem nicht näher repräsentierten Raum keine Containerfunktion (vgl. Bion, 1962)? Hypothese: Gute integration / Beziehung zum ~ gute Adherence integration, beziehung, Adherence und Distress Die Mehrheit der Patienten erlebt das als Teil ihres, 10 % erleben das als fremdes Objekt. Ein Drittel beschäftigt sich weiterhin mit dem. 20 % sind sich nicht sicher oder glauben, Eigenschaften des s übernommen zu haben. Schwierige integration ist mit Non-Adherence, eine enge Beziehung zum mit Distress assoziiert. Rolf Herrmann ( ) Das Neue Leben

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