Systeme - Moneymanagement - Praxis

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1 Systeme - Moneymanagement - Praxis Warum Handelssysteme Performance von Systemen Moneymanagement und Handelssysteme Systeme in der Praxis 1

2 Werdegang eines Systemhändlers Technische Universität Point&Figure Charts Chartanalysesoftware Quant. Analyst selbstständiger Händler Systemhandel anstatt Handel nach Bauchgefühl und Tagesverfassung. Handelssysteme zwingen zur Handelsdisziplin Ein Test der Tradingidee mit historischen Daten ermöglicht optimales agieren 2

3 Was sind Handelssysteme? Handelssysteme sind durch Computer überwachte Handelsideen Sie geben dem Händler vor zu welchem Preis er wie viel handeln muß Es wird keine Marktbeurteilung des Händlers benötigt Handelssysteme entstehen aus Ideen von Tradern Ideen werden programmiert und mit historischen Daten überprüft. Der Markt und nicht die Statistik bestimmt erfolgreiche Ideen Handelssysteme weisen klare Kennzahlen auf Es wird im vorhinein festgelegt was passiert wenn das System nicht die erwartete Performance bringt. 3

4 Revolution im Eigenhandel durch Systeme Struktur einer klassischen Eigenhandelsabteilung: Markt Strategie Tisch Profi Händler Unterstützt durch internen & externen Research Eigenhandel mit Handelssystemen Multi Market Multi Strategie beliebiger Händler Quant und Händler bilden Einheit 4

5 Warum Banken auf Handelssysteme setzten: Risiko und Rendite prognostizierbar Ein Händler handelt mehrere Ideen Stärkere Diversifizierung Abbau von Händlern Handelsertrag nicht von wenigen Spitzenhändlern abhängig Warum Privatinvestoren dies auch tun sollten: Ideen werden überprüfbar Nicht Guru nachlaufen sondern selbst testen Systeme fördern diszipliniertes Handelsverhalten Verluste meist durch eigene Fehler, nicht weil Trade Idee schlecht war Mehrere Märkte und Ideen können gleichzeitig beobachtet werden Höhere Diversifikation ermöglicht kontinuierliche Rendite 5

6 Eine Entscheidung für die Zukunft: Systemhandel: die Situation wird automatisch erkannt und die exakten Orders ausgegeben Oder Systemgestützter Handel: Die Situation wird erkannt und de Händler alarmiert. Mit dem Wissen des Systemtests können Sie die Situation optimal nutzen. Systemhandel: Computer gibt vor wann wie viel gehandelt wird Idee wurde mit historischen Daten getestet Händler muß nur Orders umsetzten Diskretionärer, systemgestützter Handel Computer macht auf Situation aufmerksam Händler entscheidet ob Handel Statistischer Vorteil hilft enge / weite Stops Target? Zeit? 6

7 Performance von Handelssystemen Handelssysteme werden mit historischen Daten getestet Daraus ablesbare Kennzahlen müssen auch in Zukunft eingehalten werden Die Aufgabe des Händlers ist es die theoretische Performance der Systeme in der Praxis umzusetzen Disziplin im Handel wird erzwungen 7

8 Evaluierung des Systems Welches Risiko muss erwartet werden, welche Performance wird versprochen? Eine grafische Analyse der historischen Equity gibt gute Schätzung für zukünftiges Verhalten. Weicht das System in Zukunft von diesem Verhalten ab läuft etwas falsch und das System wird gestoppt. 8

9 Beurteilung von Systemen Anhand von statistischen Kennzahlen wird das System beschrieben Aus den Kennzahlen läßt sich die Gewinnerwartung und das Risiko ableiten Wird die erwartete Performance im realen Handel nicht erreicht wird das System gestoppt! Was kann im nächsten Trade / Monat / Jahr passieren Welcher Profit wird erwartet Welches Risiko wird eingegangen Erst wenn der erwartete Gewinn und das erwartete Risiko abgeschätzt ist kann die Frage nach dem Wie Viel gestellt werden 9

10 Die wichtigsten Kennzahlen - nicht nur für Systeme Profit Faktor Ihr Vorteil gegenüber dem Markt Der Profit Faktor ist die Summe aller Gewinne geteilt durch die Summe aller Verluste. Er sollte nicht unter 1.2 fallen. (Praxiswert) Average Trade - Was bleibt im Durchschnitt übrig Der Average Trade beschreibt jenen Betrag der nach Abzug von Spesen und Slippage aus statistischer Sicht pro Trade übrigbeleibt. An ihm erkennen Sie wie wichtig jeder Punkt ist. Max. Drawdown Einstieg zum schlechtmöglichsten Zeitpunkt Der Max. Drawdown ist jener Betrag den das Handelssystem verloren hätte wenn sie zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt in den Systemhandel eingestiegen wären. Dieser Betrag ist ein Hinweis auf das Risiko des Systemhandels. Initial Risk vs. Average Trade Welches Risiko gehen Sie zu Beginn einer neuen Position ein und welcher durchschnittliche Gewinn wird damit erzielt? 10

11 Statistiken Statistiken dienen dazu das Handelsergebnis objektiv zu beschreiben und mit anderen Händlern / Systemen vergleichbar zu machen Tradefolge: +100, -75, -75, +50, +300,-70, +150,-100 Net Profit: 280 Winning Trades: 50% Profit Faktor: 1.03 = ( )/( ) Average Trade: Gewinn / Tradeanzahl = 35 Max. Drawdown:

12 Kapitalbedarf von System Tradern Der Kapitalbedarf eines Handelssystems Kapital für initial Margin Kapital für nächsten worst case Verlust Kapital für max. Drawdown Phase Sie müssen im Spiel bleiben! Ein abzusehendes Ereignis (z.b. Max DD) darf Sie nicht killen Das Kapital muß ausreichen um nächste Position einzugehen Der worst case Verlust darf Sie nicht aus der Ruhe bringen Sie brauchen noch Kapital um das Leben im kommenden Jahr zu finanzieren! Psychologie +/- 50% Equityswings pro Jahr? Werden Sie größenwahnsinnig oder verrückt? Wieviel können Sie täglich verlieren ohne nervös zu werden? 5 mal sofort nach dem Entry ausgestoppt Kapital- oder Psycho- Problem? 12

13 Umsetzung von Handelssystemen System entwickelt, getestet und bereit zum Einsatz: aber Vertrauen Sie dem System? Können Sie es Ihrem Freund erklären? Verfügen Sie über das benötigte Kapital? Verfügen Sie über die Zeit das System umzusetzen? Verfügen Sie über die nötige Disziplin? Plan für Krankheit? Plan für Unfall? Plan für technische Probleme? Ein noch so profitables System führt Sie in den Ruin wenn sie es nicht genauestens umsetzten, an alle Eventualitäten gedacht haben und das nötige Vertrauen in die Systemidee besitzen. Auch wenn das System noch so erfolgreich ist müssen Sie das Geld verdienen! Sie müssen das System umsetzten, Sie müssen das Kapital zu Verfügung stellen und Sie müssen die Nerven behalten! 13

14 Einsatz von Handelssystemen Das Systeme müssen immer laufen Die gesamte Technik sollte doppelt aufgebaut sein um bei Problemen schnell auf backup-hardware ausweichen zu können. Internetanbindung doppelt (Kabel & UMTS) Rechner doppelt (Laptop gegen Stromausfall) anderes Chartprogramm Systeme und Arbeitsbereiche synchronisiert Notfalltelephonnummern zum Broker Notfallkonto bei anderem Broker für Gegenposition 14

15 Selbst Monitoring - Dokumentation Selbst Monitoring ist das systematische Beobachten und Erfassen der eigenen Verhaltensweise als Händler. Punkte die Sie dokumentieren und überwachen sollten: Entry und Exit eines jeden Trades. Warum wurde der Trade eingegangen Warum wurde er beendet Umsetzung des Handelssystems Warum wurde System gestartet / gestoppt? Warum ist Ihre Performance schlechter als die theoretische Performance? Daraus lernen Sie: Wann entstehen Fehler? Warum entstehen Fehler? Was können Sie dagegen tun? 15

16 Beispiele für Handelssysteme End Of Day Trading: Trendfolge Strategien Momentum Strategien Reversal Muster Candlestick Muster Delta neutrale Strategien Optionsstrategien Intraday Trading: Pivot Punkte mean reverting Strategien Range Ausbrüche Ziel: Stark diversifiziertes Portfolio um Monat für Monat am Markt zu gewinnen Systeme sind kein get-rich-quick Ansatz sondern verantwortungsvolles Investieren 1

17 Test von Ideen Visueller Test Erkennung der gewünschten Marktphase Test von passendem Entry und Exit Multi Market Test Idee sollte in mehreren Märkten gültig sein Andere Märkte zeigen Schwachstellen auf Was unterscheidet Märkte untereinander Zunächst wird die Börsenphase allgemein beschrieben Trend? new High / new Low Überkauft / Überverkauft Dann wird nach einem geeignetem Entry und Exit gesucht Entry nahe am Stopp und große Stückzahl Entry weit vom Stopp und kleine Stückzahl Exit mit Target / Stop / Zeit / Indikator? 2

18 Trendfolgende Handelssysteme Ziel: die großen Trends erkennen und handeln Kein Ziel: bei jedem Trend eine Position Entwicklungsablauf: (long trading) am Chart darstellen wann es nach oben geht geeignete Indikatoren und Kombinationen suchen Indikator am Chart visualisieren Schwachstellen ausmerzen Test der Ergebnisse: Multi Market Test Multi Timeframe Test Ansatz verbessern 3

19 Trendfolge: Entry und Exit Entry: Bull Trend wenn kurzer gleitender Durchschnitt über längerem (20/100, 50/200, ) Positionsgröße: Exit: Entsprechend der aktuellen Volatilität Stop Loss Profit Target Zeitabhängige Anhebung des Exit Levels nach 7 Tagen Exit am High des Vortages 4

20 Probleme und Vorteile von Trendfolgestrategien Vorteile: einfach zu handeln es ist absehbar wann ein Signal kommen kann enges initial Stopp nur kleine Verluste bei schlechten Trades Multi Market tauglich primitiv Ansatz, immer irgendwo ein Trend Nachteile: wenig winning Trades: meist nur 30-40% Gewinner lange Durststrecken: DAX 1999 kein Trend kein Geld 5

21 Stock Basket Trading I Idee: die über die Jahre erfolgreichsten Aktien ins Portfolio. Gewichtung der Werte nach Erfolgschance und Risiko Problem: Bestimmung von Erfolgreich Bestimmung von Risiko Kosten beim Umschichten des Baskets Lösung: Vergleich mit buy-and-hold Investor und Glücksspiel Wochendaten gegen zu häufiges Handeln 6

22 Lösung: Abwandlung der Kelly Formel % Winning Trades: Anzahl der positiven Wochen % Losing Trades: Anzahl der negativen Wochen Avg. Winning Trade: Durchschnittliche positive Woche Avg. Losing Trade: Durchschnittliche negative Woche Gibt es viele positive Wochen und sind die negativen Wochen klein im Vergleich zur positiven Woche dann wird mehr investiert. Aktien ohne Trend werden nicht betrachtet. Risiko wird konstant gehalten, bei hoher Volatilität wird Position verkleinert. 7

23 Beispiel Continental: Kein Trend, wenig Signale bis 2002 Ab 2002 Einstieg in den Trend, Gewinne werden in Schwächephasen realisiert 8

24 Aktienbasket Dax 30 9

25 Stock Basket Trading II Idee: Ausbruch über das Monatshoch Tritt in einem Aufwärtstrend ein negativer Monat auf, so soll bei einem neuen Hoch eine Position eingegangen werden. 10

26 Umsetzung: Trendrichtung: Aktie am Monatsende über dem Jahresdurchschnitt Positionsgröße: Positionsgröße ergibt sich aus dem gewähltem Risiko: Aktienanzahl = Risikokapital / monatliche High-Low Range Exit: Ein am Monatsende nachgezogenes Stop schließt die Position bei Erreichen des Low des Vormonats. Ein Profit Target wird eine durchschnittliche monatliche High-Low Range über dem Hoch des Monats plaziert. 11

27 Performance: Ein Portfolio der 30 Dax Werte. Monats Risiko pro Wert =

28 Delta neutrale Strategien Prognose der Marktrichtung oft nicht möglich aber Mean Reverting Eigenschaft der Einzelaktien zum Index nutzbar Mean Reverting: Aktie läuft ähnlich wie Index. Mal ist Aktie besser, dann wieder Index Delta neutral investieren: Kaufe Aktie, shorte Index shorte Aktie, kaufe Index Es wird geldneutral investiert d.h. es wird gleich viel Geld in Aktie und Index gesteckt. Die absolute Richtung des Index oder der Katie spielt so kaum mehr eine Rolle Das ist ein Schutz gegen Marktcrash und Seitwärtsphasen 13

29 Delta neutrale Strategien Es wird die relative Performance der Aktie zum Index betrachtet Schwächelt die Aktie nach Phase starker Outperformance wird Aktie geshortet und Index gekauft (und vice versa) 14

30 Relative Performance : Berechnung Aktienperformance (close to close): Log(Close gestern) log(close heute) Indexperformance (close to close): Log(Close gestern) log(close heute) Relative Performance über 5 Tage: Summe (Aktienperformance - Indexperformance) Schwellwert: erst wenn 5% Outperformance (über 5 Tage) wird nach Signalen geguckt 15

31 Optionsstrategien Out of the Money Short Call: Theta als kleine Zusatzrendite Trendfolgende Systeme verlieren oft in Seitwärtsphasen. Ein weit out of the money short Call kann diese Verluste abfedern. In Trendphasen kann der short Call ins Geld kommen: unbegrenzte Verluste! Strategie nur mit trendfolgendem Aktienportfolio nutzen! 16

32 Systeme - Moneymanagement - Praxis Warum Handelssysteme Performance von Systemen Moneymanagement und Handelssysteme Systeme in der Praxis 1

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