White Paper Behavioural Finance im Reporting 5

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1 1 September 14 code & concept Projekte Unterstützung beim Vertrieb von Finanzinstrumenten 2 Die stetig wachsende Anzahl von Gesetzen und Regulationen für den Vertrieb von Finanzinstrumenten erschwert es zusehends, den Kunden für sie angemessene Finanzinstrumente zu verkaufen. Durch die Einführung und Erweiterung eines regelbasierten Software-Systems wurden diese Prozesse für die Kundenmanager entscheidend vereinfacht. White Paper Behavioural Finance im Reporting 5 Lernen Sie mehr darüber, wie menschliches Denken und Verhalten, das im Widerspruch zu ökonomischen Zielen steht, in Investment Reports berücksichtigt werden kann. Das White Paper «Behavioural Finance in Investment Reports: Finanz-Analyse» geht vom früher publizierten White Paper «Systematisches Gestalten von Investment Reports» aus und konzentriert sich vorerst auf die Analyse der finanziellen Situation. News Trends in Client Reporting 4 Dieses Jahr erwarten Sie am 23. Oktober 2014 spannende Referate zum Thema «Trends bei den Reportinhalten gerüstet für die Zukunft». Melden Sie sich schon heute an unter Neu bei bmpi 7 Herzlich willkommen Elisabeth Marini! EDITORIAL Mein tägliches Arbeitsumfeld ist wie wahrscheinlich auch Ihres geprägt von der immer noch grossen Unsicherheit der sich ändernden Spielregeln im Finanzdienstleistungssektor. Sei es der Grossbankenmanager, der unabhängige Vermögensverwalter oder der Betriebsverantwortliche der Privatbank: Es fehlen nicht der Wille oder die Energie zur Veränderung, sondern die klaren Vorgaben des Regulators. Hier gehen meines Erachtens sowohl wertvolle Zeit wie auch das wertvollste Gut eines Finanzdienstleisters überhaupt verloren: das Kundenvertrauen. Viele mit denen ich spreche, haben das erkannt und handeln. Ich höre von grossen und kleinen Projekten, denen eines gemeinsam ist: Das Gespräch mit dem Kunden soll strukturierter und persönlicher werden. Und das ist gut so. Wie auch immer die Details der Regulatorien aussehen werden, es bleibt die Pflicht eines Dienstleisters, den Kunden mit seinen Bedürfnissen abzuholen und dabei auch die passende professionelle Effizienz zeigen zu können. Ich hoffe, die ausgesuchten Beiträge unseres Newsletters mögen Sie ebenfalls in dieser Hinsicht ein wenig stimulieren. Sandro Patocchi Leitung Verkauf

2 2 Projekte Rule Engine zur Regelung des Vertriebs von Finanzinstrumenten Die stetig wachsende Anzahl von Gesetzen und Regulationen für den Vertrieb von Finanzinstrumenten erschwert es zusehends, den Kunden für sie angemessene Finanzinstrumente zu verkaufen. Durch die Einführung und Erweiterung eines regelbasierten Software-Systems wurden diese Prozesse für die Kundenmanager entscheidend vereinfacht. Immer mehr Gesetze und Regulationen Nicht nur in der Schweiz, sondern auch international, erschwert es die laufend wachsende Anzahl von Gesetzen und Regulationen, in der Anlageberatung den Überblick zu behalten. Mit dem Lugano Abkom men, welches 2011 in Kraft trat, stieg das rechtliche Risiko bei Kundenbeziehungen mit Personen mit Wohnsitz in der EU deutlich an. Die Verunsicherung, welche Finanzinstrumente den Kunden verkauft werden dürfen und die Angst vor den Folgen bei Falschverkauf wurden immer grösser. Durch den Aufbau einer Rule Engine zur Regelung der Vertriebsprozesse wollte die Bank dieser Entwicklung entgegenwirken. Zusätzlich sind Kunden je länger je mehr an der Performance «nach Steuern» interessiert und möchten bereits beim Kauf wissen, wie viel Steuern sie bei einem Gewinn bezahlen müssen. Auch dieser Anforderung wollte die Bank gerecht werden. Unterstützung des Advisory Prozesses Um den Advisory Prozess der Bank zu unterstützen, wurde ein regelbasiertes Software-System entwickelt. Dieses prüft, ob ein Finanz instrument für den entsprechenden Kunden angemessen ist, beziehungsweise gekauft werden darf und gibt zusätzlich den jeweiligen Steuersatz für das Instrument an. Ursprünglich wurde die Rule Engine nur für das Produktmanagement entwickelt. Je mehr Länder jedoch aufgenommen wurden desto grösser wurde das Interesse anderer Systeme, welche die Regeln ihren Usern ebenfalls zugänglich machen wollten. Aus diesem Grund wurde eine MS SQL Datenbank ent wickelt, welche die von der Access DB teilweise vorberechneten Ergebnisse zusammenfügt und via API anderen Systemen in der Bank zur Verfügung stellt. Unterdessen nutzen verschiedene Banksysteme, durch welche die Relationship Manager ihren Kunden Finanzprodukte anbieten, dieses System. Aufbau der Rule Engine Die Finanzdatenaufbereitung und Regelvorberechnung erfolgt täglich in einer entsprechenden MS Access Anwendung. Anschliessend werden die Daten in eine MS SQL Datenbank kopiert, um sie so anderen Anwendungen zur Verfügung zu stellen. Da der Kunde keine globale Datenbank besass, welche sämtliche zu überprüfende Attribute, wie Fond registrierung oder Termsheets, aller verfügbaren Finanzinstrumente zur Verfügung stellt, wurden die be nötigten Daten innerhalb des Pro jektes aufbereitet. Um das gesamte Finanz instrumenten universum der Bank in einer Access Datenbank mit Datenpunkten anzureichern, werden elf verschiedene Datenquellen benutzt. Die Regeln, welche auf den Eigenschaften des zu verkaufenden Finanz instruments, auf spezifischen Kundendaten und auf Advisory Informationen basieren, werden im Anschluss für jedes der aufbereiteten Finanzinstrumente und jeden Kunden-Advisory Kontext vorbereitet. Nun können die Daten in eine MS SQL Datenbank geladen werden, um sie so anderen Anwendungen zur Verfügung zu stellen. Unterstützung von der Business Analyse bis zur Rule Engine Entwicklung bmpi unterstützte das Projekt mit verschiedenen Mitarbeitenden

3 3 Anbindung der Rule Engine an andere Systeme Die Rule Engine verfügt über drei verschiedene APIs, welche die Abnehmer systeme nutzen könen. Dadurch können einerseits einzel ne Instrumente für einen bestimmten Bankkunden abgefragt andererseits aber auch Abfragen über be stim mte Instrumentenlisten beziehungsweise über das gesamte Bankenuniversum für einen ausgewählten Kundentypen durchgeführt werden. Der Aufbau der APIs ist jeweils so, dass das Abnehmersystem den Kunden-Advisory-Kontext bereitstellt und die Rule Engine die zugehörigen Resultate für die abgefragten Instrumente zurückliefert. in sämtlichen Projektphasen. Zu Beginn wurden im Rahmen der Business Analyse die Regeln mit den Rechtsabteilungen erarbeitet und die Anbindung neuer Datenpunkte für die Aufbereitung der Finanz instrumente sichergestellt. Später wurde zusätzlich die Weiterent wicklung des Prototyps einer Rule Engine im MS Access übernommen. Dabei erweiterten und vereinfachten wir nicht nur die bestehende MS Access Applikation, sondern bauten auch neue Funktionen ein. So wurde in der Anfangsphase zum Beispiel eine Benutzeroberfläche für Endanwender hinzugefügt, welche in einer späteren Phase von einem Web-Tool abgelöst wurde. Das Projekt wurde in fünf Releases aufgeteilt, wobei mit jedem Release mehr Länderregeln implementiert wurden beziehungsweise neue APIs hinzukamen. Neben der Business Analyse und der Entwicklung der Rule Engine übernahmen bmpi Mitarbeitende auch das Test- und Releasemanagement sowie das Testing. Durch die enge Zusammenarbeit und die Betreuung von der Business Analyse bis zur Einführung konnte bmpi einen reibungslosen und erfolgreichen Verlauf des Projekts garantieren. Wir freuen uns, durch unseren Einsatz wiederum einem Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss verholfen zu haben. Nora Ibig ist Software-Entwicklerin, Consultant und Business Analyst bei bmpi.

4 4 Trends in Client Reporting Trends bei den Reportinhalten gerüstet für die Zukunft 23. Oktober 2014 ConventionPoint (SIX Swiss Exchange) Selnaustrasse 30, Zürich Am jährlich stattfindenden Anlass berichten ausgewiesene Fachleute über ihre Erfahrungen und Visionen zum Kundenreporting. Unter Einbezug des Publikums diskutieren sie aktuelle Fragestellungen und geben Einblick in ihre Lösungen. Das diesjährige Thema lautet «Trends bei den Reportinhalten gerüs tet für die Zukunft». Wir freuen uns, Ihnen wiederum drei interessante Referate von hochqualifizierten Spezialisten bieten zu können. So berichten Jürg Werfeli (Credit Suisse) über «Auswirkungen des FIDLEG und der MiFID II auf das Client Investment Reporting», Dr. Christian Heiniger (BeratungsGesellschaft für die zweite Säule AG) über «Moderne Instrumente zur Steuerung von Vorsorgeeinrichtungen Wahrnehmung der Verantwortung und Sicherheit bei der Entscheidungsfindung» und Tashi Gumbatshang (Vontobel) über «Messung des Kundennutzens der Anlageberatung». Melden Sie sich noch heute unter an!

5 5 White Paper Behavioural Finance im Investment Reporting Das White Paper «Behavioural Finance in Investment Reports: Finanz-Analyse» geht der Frage nach, wie menschliches Denken und Verhalten, das im Widerspruch zu ökonomischen Zielen steht, in Investment Reports berücksichtigt werden kann. Es geht dabei vom früher publizierten White Paper «Systematisches Gestalten von Investment Reports» aus und konzentriert sich vorerst auf die Analyse der finanziellen Situation. Der Homo oeconomicus ist nur ein Modell Wir kennen uns selbst gut genug, um zu wissen, dass unser Handeln in ökonomischen Belangen nicht immer vollkommen rational ist. Viele unserer Handlungen (oder Unterlassungen) haben auch emotionale Beweggründe. Oder wir folgen «typisch menschlichem» Verhalten, das von einem ökonomischen Standpunkt fragwürdig erscheinen kann. Als Individuen haben wir zum Beispiel auch bei gleicher ökonomischer Situation unter schiedliche Bereitschaft, einen verlangten Preis für ein bestimmtes Gut zu bezahlen oder es zu einem bestimmten Preis zu verkaufen. Nach gängiger Vorstellung bildet sich aus der Summe dieser Unterschiede ein «korrekter» Preis, bei dem Angebot und Nachfrage übereinstimmen. Für den Markt sind diese Unterschiede kein Problem. Beim Individuum oder dem einzelnen Investor hingegen können sie ein Verhalten verursachen, das dessen ökonomischen Zielen entgegen steht. Menschliche Grundeigenschaften (oft als «Schwächen» abgetan) wie Trägheit, emotionale Bindung an Eigentum, subjektive Wahrnehmung der Zeit, mangelndes Gefühl für exponentielle Än derungen oder übertriebener Gegenwartsbezug sind bei allen Individuen mehr oder weniger vorhanden. Auch sie beeinflussen das Verhalten eines Investors, das dadurch den eigenen ökonomischen Zielen widersprechen kann. Berücksichtigung im Reporting Verhält sich ein Investor nach ökonomischen Gesichtspunkten irrational, spricht man von einem «Bias». Das White Paper nennt die wesentlichen Biases, die sich im Reporting darstellen lassen, und unterteilt sie in zwei Gruppen: Die erste Gruppe umfasst Verhalten, das der Investor nicht ändern will oder kann und akzeptiert werden muss. Ein Report kann dies aber festhalten, die Akzeptanz kommunizieren und dadurch seine Aussage verbessern. In unserer Terminologie handelt es sich um B-Aussagen, die dem Investor bestätigen, der richtigen Bank zu vertrauen. Die zweite Gruppe umfasst Verhalten, das der Investor ändern sollte, um seine Ziele besser zu erreichen. Ein Report kann die entsprechenden Biases aufzeigen, um eine Veränderung herbeizuführen. In unserer Terminologie handelt es sich um A-Aussagen, die den Investor zu Änderungen animieren und so näher an seine ökonomischen Ziele bringen. Mehr zu diesem Thmea erfahren Sie im White Paper «Behavioural Finance in Investment Reports: Finanz-Analyse» (http://bmpi.ch/s/whitepaper) Das Paper erläutert, wie die Biases der ersten Gruppe im Finanz-Analyse-Teil eines Reports dargestellt werden können und gibt konkrete Beispiele für die Umsetzung. Die zweite Gruppe von Biases, deren Darstellung im Verhaltens-Analyse-Teil und entsprechende Beispiele werden im nächsten White Paper behandelt werden. Von Lukas Knecht und Mareike Schwark

6 6 Neu im Team Wir freuen uns, Elisabeth Marini im bmpi-team zu begrüssen. Elisabeth Marini ist Bakkalaurea der Informatik. Vor der bmpi hat sie in einem Gemein schaftsprojekt der Universitäten Innsbruck und Ulm ein adap tives Workflow System für den Einsatz im medizinischen Bereich entwickelt. Als Mitglied im Aufsichtsreporting eines Rechenzentrums war sie für die Umsetzung von Basel II und Basel III Richtlinien verantwortlich. Anschliessend entwickelte sie bei einm Start-up eine hochperformante und sichere Zahlungslösung für Mobilfunkgeräte. Neben der Software-Entwicklung ist Elisabeths Leidenschaft das Testen. Bei der bmpi ist sie als Software-Entwicklerin und Test- Mana gerin in Kundenprojekten engagiert. Als Themenverantwortliche für den Bereich Testing gibt sie ihre Begeisterung für dieses Thema an ihre Kollegen weiter. App Entwicklung LifePlug - Die Android-App für persönliche Sicherheit Entdecken Sie LifePlug, die schnelle und einfache Android-App für Ihre persönliche Sicherheit. Die von bmpi entwickelte App ermöglicht es, durch einfaches Heraus ziehen der Kopfhörer, ausgewählte Kontakte per SMS über eine Notsituation und den aktuellen Standort zu informieren. Die Aktivierung von Live Tracking erlaubt es ausgewählten Kontakten zusätzlich, die eigene Position in Echtzeit auf einer Karte zu verfolgen. Erfahren Sie mehr auf

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