Bundesverband der Börsenvereine an deutschen Hochschulen e.v. Börsenführerschein. IV. Anlegerphilosophien und Börsenpsychologie

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1 Bundesverband der Börsenvereine an deutschen Hochschulen e.v. Börsenführerschein IV. Anlegerphilosophien und Börsenpsychologie 6. Juli 2014

2 Aufbau des Börsenführerscheins I. Anlegerphilosophien und Börsenpsychologie II. Aktien, Renten und Fonds III. Optionen und Zertifikate IV. Börse, Kapitalmarkt und Handel 2

3 Technische Analyse Value Investing Börsenpsychologie 3

4 Technische Analyse Markttechnische Analyse Chart-Analyse Markt: Buy Keine Berücksichtigung von betriebswirtschaftlichen Daten oder das volkswirtschaftliche Umfeld des Unternehmens 4

5 Chartanalyse Ähnliche Reaktionen => Statisch wiederkehrende Muster 5

6 Keine Prophezeiung, sondern statistische Prognose. 6

7 Linienchart t 7

8 Candlestick 8

9 Balkenchart 9

10 Point & Figurechart X = Aufwärts 0 = Abwärts 10

11 Langfristige Trends 11

12 Langfristige Trends 12

13 Langfristige Trends Einstiegszeitpunkt allerdings entscheidend 13

14 Langfristige Trends Verbindungslinie der lokalen Maxima oder Minima eines Kursverlaufs 14

15 Trendlinien/-kanäle 15

16 Trendlinien/-kanäle 16

17 Widerstand und Unterstützung 17

18 Neutrale Trends 18

19 Trendwenden 19

20 Trendwenden 20

21 Trendwenden 21

22 Technische Analyse Value Investing Börsenpsychologie 22

23 Fundamentalanalyse Basis: Analyse der Makro- und Mikrodaten Fokus: Ermittlung des angemessenen Preises Ergebnis: - Nennung eines Kursziels - Kauf- oder Verkaufsempfehlung 23

24 The Intelligent Investor Ben Graham o 9. Mai 1894 in London geboren o Studium: Philosophie, Mathematik, Englisch und Griechisch o Großer Börsencrash1929 sowie anschließende Weltwirtschaftskrise voll erlebt o Columbia University o Werke: o Security Analysis (1934) o The Intelligent Investor o Verstarb am 21. September

25 Kennzahlen Internet: Investor Relations Für die K s gilt: Je niedriger, umso besser! Aktienname Beispiel Kurs 14,25 Umsatz ,00 Stückzahl der Aktien ,00 Cashflow ,00 Buchwert/ Eigenkapital ,00 Gesamtkapital ,00 Zinsaufwand ,00 Gewinn ,00 KGV 3,67 KBV 0,81 KUV 0,15 KCV 2,55 GKR 8,23 EKQ 26,18 25

26 Fundamentale Fragen Etablierte Marke? Marktführer der Preise durchsetzen kann? Produktpalette konkurrenzfähig? Ist der Markt breit genug? (Margen) Handelt das Management langfristig oder Q2Q? Familienbetrieb? Finanzielle Lage entspannt? (Liquidität 1,2,3 + EK?) Hält das Unternehmen sogar Nettokasse? (Verhältnis EK/FK, weniger Zinsanfällig) 26

27 Bewertungsstile Value Growth Solide Unternehmen mit starker Unterbewertung. (Margin of Safety) Hohe Dividenden Wachstumsstarke Unternehmen mit hoher Ertragsdynamik Old-Economy Industrie und Versorger New Economy u. A. IT-Werte, Biotech oder Solar 27

28 KGV KBV KUV KCV GKR EKQ Bewertungsstile <- Indikatorstreifen für fairen Unternehmenswert Es gibt keine generellen Vorgaben, wie stark Kennzahlen zu gewichten sind. 28

29 Kennzahlen 29

30 Langfristige Erfolge Günstige KGVs 30

31 Langfristige Erfolge Teure KGVs 31

32 Effizienter Markt? o Aktienmärkte funktionieren nicht immer effizient o Stark von menschlicher Psychologie beeinflusst o Value-Anleger widersprechen, dass die Börse sämtliche Unternehmen zu jeder Zeit fair bewertet 32

33 Effizienter Markt? Das Verhältnis von Börse und Wirtschaft ist wie das eines Mannes auf einem Spaziergang mit seinem Hund. Der Mann geht langsam vorwärts, der Hund rennt vor und zurück Zitat: André Kostolany, 14. September

34 Value Investing Schwerpunkt auf die Ermittlung des inneren Wertes Ziel unterbewertete Aktien zu identifizieren Den Euro für 50 Cent kaufen 34

35 Innerer Wert o Beim Verkauf zu erzielende Erlös = Innerer Wert o Spanne zwischen Marktwert und Innerem Wert = Margin of Safety Für eine Aktie wissentlich mehr als ihren kalkulierten Wert auszugeben - in der Hoffnung, dass diese bald für einen noch höheren Preis verkauft werden kann - sollte Spekulation genannt werden. Warren Buffett 35

36 Orakel von Omaha Warren Buffett o 30. August 1930 in Omaha geboren o Studium an der Wharton School und der University of Nebraska o 1. Mai 1956 Buffett Partnership Startkapital 105 k$, 1969 Auflösung zu 105 Mio $. o 1962 kaufte Buffett die Textilfabrik Berkshire Hathaway - Erwarb die Aktien für ~14,86 $ - Wandel in Investmentholding - Beteiligungen an namhaften Aktiengesellschaften Aktienwert heute: $ 36

37 Weiterentwicklung des Value Investing Wir investieren nur in ein Unternehmen, wenn wir (1) die Geschäfte verstehen, (2) die langfristigen Aussichten des Unternehmens gut sind, (3) die Manager ehrlich und kompetent sind, (4) und es sehr attraktiv bewertet ist. Warren Buffett 37

38 Fairer Wert Wiederbeschaffungswert Vermögensgegenstände - Fremdkapital und Rückstellungen + Schätzwert immaterieller Güter = Substanzwert Anzahl d. Aktien 38

39 Ertragswert Discounted Cashflow o Als primäres Verfahren angewendet o Basiert auf den zukünftigen Erträgen des Unternehmens 39

40 Discounted Cash-Flow Cash-Flow: o Positiver, periodisierter Zahlungsmittelüberschuß. o Zahlungsunwirksame Aufwendungen werden addiert. o Zahlungsunwirksame Erträge wie Zuschreibungen werden subtrahiert. o Gegenüber dem KGV ist das KCV weniger manipulationsanfällig. 40

41 Ertragswert Discounted Cashflow 41

42 Buffett Beobachte nicht die Börse, sondern Unternehmen. 2. Mache Dir ein Bild über die Zukunft des Unternehmens. 3. Kaufe nur, was Du verstehst. 4. Bestimme stets den tatsächlichen Wert einer Aktie. 5. Kaufe nur, wenn der Preis stimmt. 6. Nicht zu stark diversifizieren. 7. Halte Deine Aktien. 8. Vermeide Kosten. 9. Vergiss alle Experten. 42

43 Technische Analyse Value Investing Börsenpsychologie 43

44 "Das Geheimnis des erfolgreichen Börsengeschäftes liegt darin, zu erkennen, was der Durchschnittsbürger glaubt, dass der Durchschnittsbürger tut. John Maynard Keynes 44

45 Behavioral Finance? o Analyse menschlicher Verhaltensmuster, um Rückschlüsse auf Marktentwicklungen zu machen. ogrundannahme: Menschen handeln oft gegen das Nutzenmaximierungsprinzip des Homo Oeconomicus (Rein rational) o Massenpsychologie ist für starke Marktverwerfungen verantwortlich. 45

46 Exkurs: Gefangenendilemma Rational betrachtet wären 4 Jahre besser als 8. Bei dieser Situation führt eine optimale Eigen-Strategie zu einem Resultat, welche gesamthaft, nicht optimal ist. 46

47 Begrenzte Rationalität Prinzip des Homo Oeconomicus: o Anleger treffen ihre Entscheidungen aufgrund logischer Überlegungen o Alle relevanten Informationen werden analysiert und berücksichtigt o Unter rein rationalen Betrachtungen gäbe es keine Marktübertreibungen: 47

48 Begrenzte Rationalität Menschliches Verhalten: o Anleger sind meist voreingenommen und vertreten eine eigene Meinung o Massenpsychologische Aspekte führen zu irrationalen Entscheidungen o Emotionale Anlageentscheidungen führen zu zyklischen Schwankungen: 48

49 Rationalität Menschliches Verhalten Sei ängstlich, wenn andere gierig sind, und sei gierig, wenn andere ängstlich sind. "Die Zukunft ist niemals klar: Schon für ein bisschen Gewissheit muss man einen hohen Preis zahlen. Unsicherheit ist deshalb der Freund von Langfrist-Investoren." Warren Buffet 49

50 Rationalität Menschliches Verhalten 50

51 Typische Anlegerfehler Selektive Wahrnehmung Information 1 Information 2 Information 3 Eigene Meinung 51

52 Typische Anlegerfehler Selektive Wahrnehmung 52

53 Typische Anlegerfehler Die Verankerung (Anchoring): o Anleger halten an Ursprungs- und Richtwerten fest. o Zukünftige Informationsverarbeitungsprozesse werden beeinflußt. o Der Anker stellt einen Erwartungswert dar. o Anpassung an die Realität erfolgt nur marginal. Beispiel: Experiment mit zwei Gruppen Afrikanische Staaten mit UN-Zugehörigkeit? Gruppe 1 Gruppe 2 Anker 10% 65% Schätzwert 25% 45% 53

54 Typische Anlegerfehler Der Dispositionseffekt: o Anleger neigen dazu, Gewinne früh zu realisieren und Verluste laufen zu lassen. o Wahrnehmung von zusätzlichen Gewinnen/ Verlusten sinkt. o Verluste werden ausgesessen: => Hoffnung auf Erholung o Bewertung von Gewinnen: => Orientierung am Anker 54

55 Typische Anlegerfehler 55

56 Typische Anlegerfehler Emotionen Euphorie vernebelt den Verstand! 56

57 57

58 Typische Anlegerfehler Vergangenheit wird auf die Zukunft projiziert: o Hält eine Entwicklung länger an, so wird sie auf die Zukunft übertragen. (Stichwort: Absolut Return Fonds) o Zeitpunkt der größten Zuversicht/Verzweiflung ist der Wendepunkt. (Buffett) Jetzt 58

59 Checkliste Börsenpsychologie Nimmt der Markt positive/negative Nachrichten noch gebührend auf? Vorstandsaktivitäten? (adhoc) Häufigkeit und Verläufe von IPOs? Steigen die Bewertungen historisch hoch und allen ist klar warum? Das Thema Börse beherrscht sogar die Klatsch- Meinungsmedien? Börsenführerschein des BVH IV. Anlegerphilosophien und Börsenpsychologie 59

60 Behavioral Finance <=> Value Investing Wer die Börse verstehen will, muss die Menschen verstehen, die an ihr handeln 60

61 The End. Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit! Benedikt Brandl 61

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