Netzwerke 3 Praktikum

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1 Netzwerke 3 Praktikum Aufgaben: Routing unter Linux Dozent: Prof. Dr. Ch. Reich Semester: CN 4 Fach: Netzwerke 3 Datum: 24. September 2003

2 Einführung Routing wird als Prozess der (optimalen) Wegwahl für Datenpakete vom Sender zum Empfänger über einzelne Netzwerke definiert. Damit die Datenpakete auch in andere LANs weitergegeben werden können, muss man ein routbares Vermittlungsprotokoll (z.b. IP, IPX, X.25) verwenden. Einige Vermittlungsprotokolle sind auch nicht routbar (z.b. NetBEUI). Prinzipiell wird zwischen nicht adaptivem (statisch) und adaptivem (dynamischen) Routing unterschieden. Nicht adaptiv heißt es, wenn eine Weiterleitungstabelle manuell konfiguriert werd. d.h. man konfiguriert Routingregeln, nach denen ein IP- Datagramm zum jeweiligen Interface weitergeleitet werden muss. Bei dynamischen Routing geht das selbsttätig, das heißt, Änderungen werden zwischen den Routern ausgetauscht. Die Router passen sich also dem momentanen Zustand des Netzes automatisch an. Default Route Falls ein Rechner an einem größeren Netz angeschlossen ist hat er Default Route Einträge. Default Route Einträge werden dann aktiv, wenn ein IP-Datagramme durch keine der spezielleren Routingregeln weitergeleitet werden kann. Default Routen sind Wege zu anderen Routern, die sich dann um die Weiterleitung des IP-Datagramms kümmern müssen. Dadurch ist es möglich die Weiterleitungstabellen klein zu halten. Die Standard Default Route wird auch Standardgateway oder nur (Default-) Gateway genannt. Gibt es mehr als ein Default-Eintrag findet unter Linux Loadbalancing statt. Kann ein IP Datagramm von einem Router nicht weitervermittelt werden so wird die ICMP-Nachricht host unreachable zurückgeschickt. Ist ein Netzwerk nicht erreichbar erhält man die Fehlermeldung network unreachable. Befehle um Weiterleitungstabelle unter Linux zu konfigurieren Der Befehl route n zeigt die Routingtabelle des Gerätes mit numerischen Adressen (keine Namensauflösung) an. Bei Eingabe von route -n sollten Sie eine ähnliche Ausgabe erhalten: Kernel IP Routentabelle Ziel Router Genmask Flags Metric Ref Use Iface * U eth * U eth * U eth * U lo default UG eth2 Um manuelle eine Route hinzuzufügen verwenden Sie das Kommando route add gefolgt von diversen Parametern. Möchte man ein Netz hinzufügen verwendet man beispielsweise das Kommando: route add -net netmask dev eth1 NW3 Praktikum Seite 2 / 5

3 Um die Route wieder zu löschen verwendet man: route del -net netmask dev eth1 Weitere Informationen finden Sie in den man-pages. Routingprotokolle Adaptives Routing wird durch Routingprotokolle realisiert. Sie stellen dabei sicher, dass Änderungen im Netz erkannt werden und dass die Routingtabellen automatisch angepasst werden. Dadurch ist eine reibungslose Paketvermittlung in einem größeren Netz möglich. Routingprotokolle sollten möglichst schnell auf Topologieänderungen reagieren um das Netz möglichst robust gestalten zu können. Auch Routing-Schleifen sollten vom Protokoll möglichst vermieden werden, oder zumindest schnell erkannt werden können um sie dann zu eliminieren. Ein weiterer wichtiger Aspekt eines Routingprotokolls ist die Effizienz. Die Routinginformation darf nicht zu viel Bandbreite verbrauchen um den Nutzdatenfluss nicht zu behindern. Ein einfaches und leicht konfigurierbares Routingprotokoll ist RIP (Routing Information Protocol). Der Routingalgorithmus basiert auf der Grundlage des Entfernungsvektoralgorithmus von Bellman-Ford. Nach BF wird für ein Paket immer die Route mit dem niedrigsten Hop-Count gewählt (ein direkter Nachbar hat einen Hop-Count von 1). Routen dürfen maximal eine Länge von 15 Hop-Counts haben, d.h. Pakete dürfen max. 15 Router durchlaufen bevor sie gelöscht werden. RIP sendet seine aktuellen Routingdaten alle 30 Sekunden per Broadcast an seine Nachbarn. Dies ist nicht sonderlich effizient da sich gestörte Routen oder Änderungen im Netz recht langsam verbreiten. Weitere Routingprotokolle sind OSPF (Open Shortest Path First) und IGRP. OSPF ist ein sehr effizientes Protokoll, jedoch ist seine Konfiguration komplexer und es ist schwieriger zu verstehen. IGRP ist einfach zu konfigurieren jedoch ist es kein Internet-Standard (kommt von Cisco-Systems). IGRP konvergiert noch langsamer als RIP. 1 Routingkonfiguration Netztopologie A NW3 Praktikum Seite 3 / 5

4 1.1 Ziel Das Ziel ist obige Netztopologie aufzubauen und die Router zu konfigurieren. 1.2 Detaillierte Aufgabenstellung Die Lösung der Aufgaben besteht darin, dass Sie die Konfigurationsbefehle und Weiterleitungstabellen für die jeweilige Rechner bezügliche der jeweiligen Aufgabe protokollieren Bauen Sie das oben gegebene Netz auf und konfigurieren Sie die Router. Testen Sie die Routen mit dem ping-befehl wie folgt: mars einloggen: ping , ping , ping , ping saturn einloggen: ping , ping , ping , ping pluto einloggen: ping , ping , ping , ping Was müssen die Routern umkonfiguriert werden, wenn die Strecke zwischen Pluto und Saturn ausfällt. Testen Sie mit dem ping-befehl, dass trotzdem Datagramme von Pluto nach Saturn geschickt werden können.d.h. saturn einloggen: ping pluto einloggen: ping Routingkonfiguration Netztopologie B NW3 Praktikum Seite 4 / 5

5 2.1 Ziel Das Ziel ist obige Netztopologie aufzubauen und die Router zu konfigurieren. 2.2 Detaillierte Aufgabenstellung Die Lösung der Aufgaben besteht darin, dass Sie die Konfigurationsbefehle und Weiterleitungstabellen für die jeweilige Rechner bezügliche der jeweiligen Aufgabe protokollieren. Bauen Sie das oben gegebene Netz auf und konfigurieren Sie die Router ohne default Routentabelle mit default Routen um Weiterleitungstabellen so klein wie möglich zu halten Wie müssen die Router umkonfiguriert werden, wenn der Router saturn ausfällt. NW3 Praktikum Seite 5 / 5

7 Transportprotokolle

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