Heinrich - Heine - Gymnasium Städtisches Gymnasium für Jungen und Mädchen -Sekundarstufen I und II- Gustav-Ohm-Str.

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1 Heinrich - Heine - Gymnasium Städtisches Gymnasium für Jungen und Mädchen -Sekundarstufen I und II- Gustav-Ohm-Str Bottrop Philosophie am HHG Schulcurriculum zum Unterricht im Fach Philosophie in der Sekundarstufe II Seite I.) Hinweis auf Ziele des Faches und Konsequenzen für das Curriculum 1 II.) Themenbereiche des Philosophieunterrichts in der Sekundarstufe II 2 III.) Übersicht der Halbjahresplanung und fachspezifischer Lern- und 3 Arbeitstechniken IV.) Einbindung der wechselnden Vorgaben für das Zentralabitur 5 V.) Vernetzung mit anderen Fächern 6 VI.) Lernerfolgsüberprüfung und Leistungsbeurteilung 7 (Stand vom )

2 Zu I.) Hinweis auf Ziele des Faches und Konsequenzen für das Curriculum Im Fächerkanon der gymnasialen Oberstufe kommt dem Fach Philosophie eine besondere Stellung zu. Diese resultiert aus der doppelten Belegung des Begriffes Philosophie : a) als Fachdisziplin b) als Art und Weise der Weltaneignung und bearbeitung Im Hinblick auf Philosophie als Bezugsdisziplin (a) ist es Aufgabe des Oberstufenfaches, die Schülerinnen und Schüler vertraut zu machen mit den überkommenen Positionen, Problemstellungen, Problemlösungen 1 der Philosophie, sich somit mit den Gedankenmodellen der fortlaufenden Philosophiegeschichte auseinander zu setzen und diese zu erschließen. Auf der anderen Seite (b) erschöpft sich Philosophieunterricht nicht in der Aneignung philosophischer Theorien, sondern bildet gleichzeitig einen Übungsplatz philosophischer Erkenntnis 2, auf dem es einzuüben gilt, sich methodisch kontrolliert, vernunftgeleitet, diskursiv und argumentativ mit der Wirklichkeit und deren Modellen, mit anderen Menschen und ihren unterschiedlichen Positionen auseinander zu setzen. Philosophie in dieser doppelten Bedeutung verstanden, bedeutet also für die Aufgabe des Philosophieunterrichtes in der Sekundarstufe II: Erwerb von Kenntnissen in der Fachphilosophie Erwerb von Fähigkeiten im Philosophieren Beiden Aspekte hat der Philosophieunterricht in der Sekundarstufe II zu genügen und Entsprechendes muss im Curriculum ausgewiesen sein, indem a) fachspezifische Inhalte und b) fachspezifische Methoden in ihrer Verteilung auf die Schulhalbjahre angegeben werden. 1 Richtlinien und Lehrpläne für die Sekundarstufe II Gymnasium/Gesamtschule in Nordrhein-Westfalen. Philosophie. Hrsg. vom Ministerium für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen. Frechen S Ebd. S. 6 1

3 Zu II.) Themenbereiche des Philosophieunterrichts in der Sekundarstufe II Den unter I.) genannten Grundgedanken tragen die Lehrpläne des Landes NRW Rechnung, indem sie auf fachinhaltlicher Seite vier thematische Dimensionen benennen, denen der Erwerb von Methoden in einer fünften Dimension an die Seite gestellt wird: Dimension I: Erkenntnistheoretisch-wissenschaftstheoretische Dimension Dimension II: Sittlich-praktische Dimension Dimension III: Ontologisch-metaphysische Dimension Dimension IV: Geschichtlich-gesellschaftliche und kulturelle Dimension Dimension V: Methoden Diesen Dimensionen werden die problemorientierten Thematiken des Faches zugewiesen, aus denen sich die Halbjahresthemen ergeben: - Probleme der Bestimmung des Menschen (Philosophische Anthropologie) - Probleme der Erkenntnis und Denkens (Erkenntnistheorie) - Probleme des menschlichen Handelns (Ethik) - Probleme von Politik, Recht, Staat und Gesellschaft (Rechts- und Staatsphilosophie) - Probleme des Geschichtsverständnisses (Geschichtsphilosophie) - Probleme von Metaphysik und Ontologie - Probleme der Deutung und des Umgangs mit der Natur (Naturphilosophie) - Probleme von Kunst und Ästhetik (Philosophische Ästhetik) - Kulturelle und interkulturelle Probleme (Kulturphilosophie) - Probleme der Wissenschaft (Wissenschaftstheorie) - Probleme der Technik und der technischen Zivilisation (Technikphilosophie) - Probleme der Religion (Religionsphilosophie) - Probleme der Sprache (Sprachphilosophie) - Grundlagen des logischen Denkens (Logik) 2

4 Zu III.) Übersicht der Halbjahresplanung und fachspezifischer Lern- und Arbeitstechniken Halbjahr Rahmenthemen und Inhalte (*) Lern- und Arbeitstechniken 10.1 EINFÜHRUNG IN DIE PHILOSPHIE Das Philosophieverständnis der SchülerInnen und in der Öffentlichkeit Die welterkennende Kraft der Philosophie zwischen Mythos und Naturwissenschaft Aufgaben, Ziele und Anforderungen des Schulfaches PL Thematische Beispielsequenzen aus den Problembereichen (s. II.) Ggf. Projektarbeiten in thematischen Neigungsgruppen - rationale und sachliche Gesprächsführung (Diskurs und Sokratisches Gespräch) - Kritikfähigkeit - Anwendung textanalytischer Methoden - Anwendung von Methoden der Texterörterung: Zitation, Trennung von Beschreibung und Wertung, Formen der Begründung und Argumentation - Philosophischer Essay 10.2 PROBLEME DER BESTIMMUNG DES MENSCHEN Der Mensch als kulturbestimmtes und kulturbestimmendes Wesen Der Mensch als Naturwesen Der Mensch als erkennendes und denkendes Lebewesen, das metaphysische Fragen stellt etc. - Fortführung der in 11.1 initiierten Methodenkompetenzen 11.1 PROBLEME DES MENSCHLICHEN HANDELNS Freiheit und Determination Das gute Leben Zwecke, Normen, Werte und Prinzipien des Handelns (teleologische und deontologische Theorien) Verantwortung und Gesinnung Begründung und Rechtfertigung sittlich-praktischen Handelns - Reflexion eigenen und fremden Handelns - Wertung und Prüfung von Begründungsansätzen - Abwägung von Entscheidungsgesichtspunkten 3

5 Angewandte Ethik (z.b. Bioethik, Wirtschaftsethik etc.) - Differenzierung von Deskriptionen und Präskriptionen 11.2 PROBLEME VON POLITIK, RECHT, STAAT, UND GESELLSCHAFT Recht und Gerechtigkeit Begründung und Rechtfertigung des Rechts, kritische Analyse von Rechtssystemen Begründung, Rechtfertigung und kritische Analyse von politischen Ordnungen Verhältnis von Individuum, Gesellschaft und Staat - Das Gedankenexperiment als Mittel von Utopieentwürfen - Entwicklung von Denkmodellen und Gegenmodellen - Erwerb von Rechtsbegriffen (Naturrecht, positives Recht etc.) - Kritische Reflexion von Gesellschaftsmodellen 12.1 PROBLEME DER WISSENSCHAFTEN Verfahrensweisen der Wissenschaften Objektivitätsanspruch und Gültigkeit wissenschaftlicher Erkenntnis Wissenschaften und Weltbild - wissenschaftliche Erklärungen aufstellen - Ansätze und Leistungsfähigkeit perspektivisch verschiedener Wissenschaften beurteilen - Anwendung wissenschaftsphilosophischer Verfahren (z.b. Falsifikationsprinzip) WEITERE, NICHT THEMATISIERTE PROBLEMBEREICHE 12.2 IN NICHT THEMATISIERTE PROBLEMBEREICHE (*) Angesichts der sich seit der Antike fortschreitenden Tradition von Denkmodellen und deren Verästelung in Strömungen und Lösungsansätze, ist es mit Blick auf den sich im Unterricht ergebenden Realdiskurs sinnvoll und praktikabel, die konkrete Ausgestaltung mit Inhalten (Autoren und Texte) der/dem jeweiligen LehrerIn zu überlassen. Unberührt bleibt davon der Ansatz, im gemeinsamen Gespräch über Unterricht, dessen Inhalte und praktische Realisierung, kanonische Schwerpunkte auszumachen und als solche zukünftig curricular auszuweisen. 4

6 IV.) Einbindung der wechselnden Vorgaben für das Zentralabitur Da sich die Vorgaben für das Zentralabitur turnusmäßig ändern, sind die in den entsprechenden Verlautbarungen des Ministeriums genannten obligatorischen Inhalte in die halbjährlichen Problembereiche sinnvoll zu integrieren und abzuhandeln. Für den Abiturjahrgang 2010/11 sind dieses: Probleme des menschlichen Handelns (Ethik) - Freiheit und Determination - der kategorische Imperativ: Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, Kritik der praktischen Vernunft - Freiheit und Verantwortung: Bentham, Eine Einführung in die Prinzipien der Moral und der Gesetzgebung; Jonas, Das Prinzip Verantwortung Positionen des Utilitarismus: Mill; Singer (nur Leistungskurs) Probleme von Politik, Recht, Staat und Gesellschaft - Recht und Gerechtigkeit: Locke, Zwei Abhandlungen über die Regierung; Hobbes, Leviathan; Kant, Zum Ewigen Frieden; Rawls, Eine Theorie der Gerechtigkeit (nur Leistungskurs) Probleme des Denkens, Erkennens und der Wissenschaft - Zweifel als Grundlage der Erkenntnis: Platon, Höhlengleichnis; Hume, Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand Kant, Kritik der reinen Vernunft (nur Leistungskurs) - Wissenschaft und Weltbild: Dilthey, Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften - Wissenschaftliche Verfahrensweisen: Popper, Logik der Forschung Kuhn, Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen (nur Leistungskurs). Aus den genannten Werken sind zentrale und im Kontext des zugeordneten Inhalts relevante Auszüge zu behandeln. 5

7 V.) Vernetzung mit anderen Fächern Entsprechend ihres Anspruches integriert die Philosophie bereits in sich den permanenten Bezug zu anderen Fächern und Disziplinen. Da prinzipiell alles zum Gegenstand philosophischen Nachdenkens werden kann 3, ist im Wesen des Faches begründet, dass der Gegenstandsbereich des Philosophieunterrichts prinzipiell durch die Fächereinteilung nicht begrenzbar ist 4. Daraus resultiert, dass im Philosophieunterricht der Sekundarstufe II potenziell zu beinahe jeder Zeit des Unterrichtes Verweise auf andere Unterrichtsfächer möglich sind und deren Inhalte in den Unterrichtskontext eingeholt werden können. Exemplarisch seien dazu einige Fälle in verschiedenen Halbjahren genannt: Halbjahr Bezugsfach Bezugsinhalt Naturwissenschaften - Abgleich von Arbeitsmethoden - Deutsch - Mathematik Sport, Biologie - Biologie - Pädagogik - Religion Religion - Physik, Informatik, Biologie Geschichte, Sozialwissenschaften, Politik - Textanalytische Verfahren - Reines Denken im Rahmen logischer Operationen - Mensch als Leibwesen - Mensch als Tier? - Mensch als Lernwesen - Mensch als Krone der Schöpfung? - Normen und Gebote - Möglichkeiten, Risiken und Grenzen technischer Entwicklung (z.b. Genetik) - Entwicklung und Konzeption von Gesellschaften, Staaten und deren Legitimation Naturwissenschaften - Validität wissenschaftlicher Aussagen Kunst - Deutsch - Subjektivität vs. Objektivierbarkeit von Geschmacksurteilen - Sprachfunktion und Sprachkritik Darüber hinaus bieten sich z.b. folgende fächerübergreifende Arbeitsformen an: - Projektarbeiten - Referatserstellungen - Essaywettbewerb 3 Richtlinien und Lehrpläne. S Ebd. S. 10 6

8 VI.) Lernerfolgsüberprüfung und Leistungsbeurteilung Wie in anderen Fächern der Sekundarstufe II unterteilt sich die Leistungsbeurteilung im Fach Philosophie in die Bereiche Schriftlichkeit und Sonstige Mitarbeit. Die Schriftlichkeit setzt sich in der Einführungsphase (10) aus jeweils einer Klausur pro Schulhalbjahr zusammen. In der Qualifikationsphase (11 und 12) werden je zwei Klausuren geschrieben. Alternativ können Klausuren durch Facharbeiten ersetzt werden Die Klausuren folgen den in den Rahmenrichtlinien festgelegten Kriterien, indem diese folgenden Punkten zu entsprechen haben: Zulässig sind vier Aufgabenarten: Textgebundene Aufgaben: - Aufgabe auf der Basis eines philosophischen Textes - Aufgabe auf der Basis mehrerer philosophischer Texte Problemgebundene Aufgaben: - Aufgabe auf der Basis einer philosophischen Aussage oder mehrerer philosophischer Aussagen - Aufgabe auf der Basis eines philosophischen Problems Aufgabenstellungen entsprechen den Anforderungsbereichen: Anforderungsbereich I: Begreifen Problemerfassung Anforderungsbereich II: Erörtern Darstellung des Problemlösungsansatzes Anforderungsbereich III: Urteilen Vergleich und Bewertung von Lösungen Vorrangige Bewertungskriterien: - Beachtung der Arbeitsaufträge - Korrektheit, Komplexität und Differenziertheit der inhaltlichen Ausführungen - der Grad der Selbstständigkeit und der Richtigkeit in der Anwendung von Kenntnissen und Methoden - die begriffliche Klarheit und sprachliche Angemessenheit der Darstellung Die Sonstige Mitarbeit setzt sich neben der mündlichen Beteiligung im Unterricht aus u.a. folgenden Beiträgen zusammen: - Anfertigung von Hausaufgaben - Übernahme von Referaten - Anfertigung von Essays - Verhalten im Unterricht gegenüber den KursteilnehmerInnen und den stofflichen Inhalten im Rahmen eines sachorientierten Diskurses 7

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