FREMDKULTURVERMITTLUNG ALS INTERAKTIVE AUFGABE IN TOURISTENFÜHRUNGEN

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1 FREMDKULTURVERMITTLUNG ALS INTERAKTIVE AUFGABE IN TOURISTENFÜHRUNGEN MIRIAM RAVETTO 1. Einleitung Touristenführungen erweisen sich als Kontaktsituationen zwischen Angehörigen unterschiedlicher Gruppen, die jeweils unterschiedliches kulturelles Wissen in die Interaktion einbringen (Knapp: 1991: 81). Es handelt sich um Prozesse, in denen kulturelle Zugehörigkeit und Differenzen aktiviert werden, kommunikative Umstände, unter denen Kulturen zusammentreffen und die Erfahrung anderer Lebensmodelle und Mentalitäten sowie die Reflexion der eigenen Lebensmuster und Verhaltensweisen möglich sind (Nonnenmann 2004: 290ff.). Als vermittelnder Kulturangehöriger (Schmitt 1997: 27) schreibt der Touristenführer (im Folgenden TF) sich selbst die Aufgaben zu, den Neuangekommenen, die eine andere Kultur vertreten, etwas Typisches/Charakteristisches seines Landes zu zeigen und kulturspezifische Unterschiede auszuhandeln. TF muss also grundsätzlich die Interkulturalität der kommunikativen Situation berücksichtigen, sich in der Kultur seiner Interaktanten d.h. der Touristen auskennen (Blommaert 1991: 19) und ihren Fremdkulturhintergrund einschätzen bzw. bestimmen, um sie allmählich in einen fremden Kontext einzugliedern und interkulturelle Missverständnisse bzw. Verständnisschwierigkeiten in seiner Führung Studi Linguistici e Filologici Online ISSN Volume 8.1 (2010) pagg M. Ravetto Fremdkulturvermittlung als interactive Aufgabe in Touristenführungen

2 zu vermeiden. Gegenstand der vorliegenden Untersuchung sind Touristenführungen als interkulturelle Begegnungen, als Zusammentreffen vom Einheimischen mit Nicht-Einheimischen. Insbesondere interessiert hier die Frage, wie Fremdheit und Fremdkultur als erklärungs- bzw. vermittlungsbedürftige Konstrukte behandelt werden. Hierbei gilt es anhand empirischer Daten zu beobachten, wie TF den für sein Publikum fremden Kontext und die landeskundlichen Besonderheiten behandelt und um ein Ergebnis dieser Untersuchung vorwegzunehmen sie mit interaktiven Praktiken der Wissensabsicherung in Verständnisprozesse überführt. Ausgehend von Hausendorfs Interaktionsmodell bzw. der Dreigliederung auf Beschreibungsebenen der kommunikativen Aufgaben, der Mittel und der Formen (vgl. Hausendorf 2002: 29ff.) wird der Prozess der Erläuterung und Vermittlung von Kulturspezifika als wesentliche und kommunikative Aufgabe des TF untersucht. Auf der Ebene der Mittel werden die sprachlichen Strategien zur Bewältigung dieser Aufgabe analysiert. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Sprachverfahren bzw. Interaktionsmodalitäten (wie z.b. verständnissichernde Nachfragen) gerichtet, über die TF für die Vermittlung von kulturspezifischen Inhalten verfügen. Auf der Ebene der Formen werden sprachliche Erscheinungsformen betrachtet, in denen sich die jeweilige kommunikative Strategie an der Oberfläche des Gesprochenen manifestiert. Das Korpus, das als Datenmaterial der Analyse dient, besteht aus 72

3 Führungen von deutschen Muttersprachlern für nicht deutschsprachige Touristen und Führungen von Nichtmuttersprachlern des Deutschen für deutschsprachige Gruppen. Das erste Teilkorpus besteht aus zwei videographierten Touristenführungen in deutschen Städten. Die Beteiligten sind deutschsprachige TF und nichtdeutschsprachige Touristen (Austauschstudenten/Studierende). Das zweite Teilkorpus dokumentiert drei Führungen in Italien mit italienischen TF und deutschem Publikum. Die Beschaffenheit des untersuchten Korpus bietet die Möglichkeit, den Gebrauch von sprachlichen Ressourcen zur Erklärung von Kulturspezifika in unterschiedlichen Kontexten zu prüfen und zu beweisen, ob die Kulturvermittlung bzw. die Verarbeitung des Fremden je nach dem jeweiligen TF unterschiedlich erfolgt. Der Beitrag gliedert sich folgendermaßen: In Anlehnung an Schmeer- Sturm u.a. (1990) wird die Vermittlung von zwei fremdkulturellen Inhalten in Touristenführungen meines Korpus im Abschnitt 2 und 3 behandelt. Schmeer-Sturm u.a. (1990: 114f.) betrachten die Touristenführung als Prozess der Aneignung zwei verschiedener Fremdentitäten bzw. des Fremdraums (Stadt/Region) einerseits und kulturologischer Gegenstände und Inhalte (Kulturdenkmäler/ Denkweisen) andererseits. Anhand dieser Zweigliederung von fremdkulturellen Entitäten wird zunächst die Aufgabe der Beschreibung des Fremdraums bzw. der Touristenorientierung in der fremden Stadt als erster Schritt des Prozesses des Kulturtransfers im Abschnitt 2 behandelt. Im Abschitt 3 wird die Vermittlung von 73

4 kulturspezifischen Gegenständen und Inhalten untersucht. In seiner Führung bezieht sich der TF auf konkrete Objekte in der Außenwelt, auf Abstrakta oder Verhaltensweisen, die seine eigene Kultur prägen und die Interaktionsbeteiligte nicht kennen bzw. ihnen als fremd erscheinen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Art und Weise gerichtet, wie der TF kulturspezifische Wissensdefizite identifiziert und sie durch Sprachsequenzen bzw. passende Erläuterungen ausgleicht. Im Abschnitt 4 wird auf den eher häufigen Gebrauch von kulturspezifischen Fachwörtern bzw. Ausdrücken im Korpus hingewiesen, deren Bedeutung die Touristen nicht immer kennen. In diesen Fällen muss der TF seinem Publikum die Bedeutung des jeweiligen Fremdworts hauptsächlich durch passende Vernetzungen zwischen dem Lexem bzw. Begriff und dem entsprechenden Kulturbereich erklären. Es wird hier gezeigt, wie der Gebrauch fremder Lexeme die Funktion hat, zu signalisieren, dass es um die Vermittlung eines Kulturspezifikums geht. Abschnitt 5 fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen. 2. Erkundung des Fremdraums Die Etablierung des lokalen Rahmens und die Orientierung bzw. die Einsetzung der Touristen im Außenraum zählen zu den wichtigsten Aufgaben der TF (Mondada 2000: 102). Die Stadt ist für die Touristengruppe bei ihrer Ankunft eine fremde und unzusammenhängende Außenwelt, die Schritt für Schritt entdeckt wird. Mit Hilfe des TF erkunden die Neuangekommenen die 74

5 außersprachliche Umwelt, erfahren die räumliche Konfiguration der Stadt und eine Reihe von Fixpunkten, welche die Orientierung innerhalb des jeweiligen Fremdraums leisten (vgl. Ravetto im Druck; Schmeer-Sturm 1998: 561ff.; Melchers 1997: 91). In Anlehnung an Schmeer-Sturm u.a. (1990: 114f.) hängt die Öffnung der Touristen für andere Lebensentwürfe bzw. Kulturmodelle von ihrer Familiarisierung mit dem fremden Land ab. Die Touristen können am Wissen einer fremden Kultur nur teilhaben, wenn sie sich stufenweise mit fremden Räumen vertraut machen. Die Erfahrung des Fremdraums dient also als notwendiger Zugangsweg der Aneignung fremder Kulturmodelle. Die Relevanz der Raumserkundung als erster Schritt des Kulturvermittlungsprozesses zeigt sich bereits in der Eröffnungsphase der Führung. Gleich nach der Begrüßungsphase gibt jeder TF meines Datenkorpus in der Regel explizite Hinweise auf die räumliche Strukturierung der Stadt (vgl. Ausschnitt 1). Ausschnitt 1: wo der rote punkt is 01 TF: wir sind jetz hier wo der rode punkt is; 02 kann ma gut sehn ne? 03 und wir werden dann da so REINgehn; 04 <Schnitt> MIDDen durch die altstadt; 05 geht ein FLUSS - die PEGnitz sehn sie? 06 des BLAUe. BLAUes bant (.)schwebt=durch=die=lüfte. 07 diese pegnitz teilt die altstadt in ZWEI TEIle. 08 den LO:renzer stadtteil (.) mit der LOrenzkirche, 09 (.) und den (.) SEbalder mit der sebalduskirche hier oben. 10 und GA:NZ oben ist die KAIserburg, 11 die KRO:ne von nürnberg. 12 kro:ne. LAUder zacken; 75

6 13 LAUder türme; 14 sehn sie des? In diesem Ausschnitt zeigt die deutsche TF zunächst den genauen Standpunkt der Gruppe auf der Standtafel (Z. 1) und danach die einzelnen Stadtteile, die später besichtigt werden (Z. 8-13). Als Bezugspunkt für die räumliche Lokalisierung jedes Viertels verwendet TF den Fluss Pegnitz, den sie als BLAUes bant bezeichnet (Z. 6), um ihn leicht und sofort identifizierbar zu machen. Jeden Stadtteil assoziiert TF mit einem charakteristischen Gegenstand (Lorenzkirche, Sebalduskirche, zackige Türme). Die Beschreibungssequenz schließt die Sprecherin mit einer verständnissichernden Frage (Z. 14, sehn sie des?), bei der sie prüft, ob die Angesprochenen die gemeinten Objekte im Fremdraum identifiziert haben. Die Wahrnehmung des für die Touristengruppe fremden Orts erweist sich auch in der Einleitungsphase einer Touristenführung in Vercelli als ein grundlegendes Moment (vgl. Ausschnitt 2). Ausschnitt 2: hinter mir und HINter ihnen 01 TF: so also meine DAmen und herren; 02 wir stehen auf einem BREIten platz; 03 äh ich hab HI:er die abteikirche des HEIligen andreas hinter mir. 04 und HINter ihnen ham sie dem SOgenannten palazzo dugentesco. 05 äh das heisst pala:st aus dem DREIzehnten jahrhunder; 06 also dann (.) ja=a auf ihrer REchten SEIte, 07 sehn sie die Galileo Ferraris STRA:sse; 08 und li:nks haben sie den BAHNhof (-); 76

7 Die italienische TF lenkt hier nach wenigen einführenden Worten die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf das Raumensemble (Carroll 1993: 24ff.) d.h. auf den Platz, auf dem sich die Gruppe befindet (Z. 1). Dann ordnet sie die einzelnen Raumelemente zu, die im Blickfeld ihrer Gesprächspartner stehen und ihnen als Koordinaten (vor/hinter/rechts/links) zur Orientierung im Fremdraum dienen (Z. 2-6; vgl. Klein 1982: 165f., 1990:25). Das Transkript zeigt eindeutig die Strategie, durch die die TF die Touristen im fremden Raum eingliedert und ihnen die Raumdekodierung erleichtert. Hier stehen die Interaktionsbeteiligten vis-à-vis zueinander, und die TF steht mit dem Rücken zur Abteikirche des Heiligen Andreas. Vor ihr liegt der Palazzo Dugentesco. Die Lokalisierung des ersten Raumbestandteils, d.h. der Abteikirche, erfolgt aus der Perspektive des Sprechers (Z. 3), anschließend dient die Stellung der Zuhörer als Origo (Bühler 1934), als Zentrum des Bezugsrahmens für die Positionierung der weiteren erwähnten Gebäude/Objekte (vgl. Friederici 1989: 24; Blühdorn 1995: 111). Während die Lokalisierung des ersten Bezugsobjekts sprecherbezogen ist (Z. 3, hinter mir), sind die darauffolgenden Ausdrücke adressatenbezogen. Der Palazzo Dugentesco, die Galileo- Ferraris-Straße und der Bahnhof werden nicht mehr in Bezug zur TF, sondern zur Gruppe gesetzt. Der Palast liegt hinter den Touristen (Z. 4), die Straße und der Bahnhof zu ihrer Rechten und Linken (Z. 6-8). Das Possessivadjektiv ihr im Ausdruck auf ihrer REchten SEIte (Z. 6) präzisiert den Perspektivenwechsel. Ferner ist der Übergang von der 77

8 ich-form zur Sie-Form ein weiterer Beweis für die Origoversetzung im betrachteten Datenausschnitt. Im Lokalisierungsprozess wendet sich die TF zunächst an die Touristen mit ich hab HI:er. Durch das Personalpronomen ich betrachtet die Sprecherin ihre eigene Position im Raum als Referenzrahmen für die örtliche Festlegung außersprachlicher Gegenstände. Als zweiten Schritt verwendet die TF die Ausdrücke ham sie, sehn sie (Z. 4-7) und signalisiert damit den Wechsel von einer sprecher- zu einer hörerbezogenen Perspektive. Dieses Sich-Hineinversetzen (Hermann 1990: 119), d.h. die Translation des TF in die Raumperspektive seiner Gesprächspartner, zielt dazu, die Touristen mit dem fremden Ort vertraut zu machen und den Prozess der Aneignung kulturspezifischer Gegenstände bzw. Begriffe zu erleichtern. Die Neuangekommenen machen sich stufenweise mit der fremden Stadt vertrauter. Die Erkundung des fremden Raums und das Erkennen der räumlichen Konfiguration der Stadt mit ihren typischen Raumeigenschaften bzw. objekten durch die Hinweise des TF ermöglichen den Touristen, eine engere Beziehung zur Außenwelt aufzubauen und demzufolge an der Fremdkultur des besuchten Lands von innen her teilzunehmen bzw. spätere Bezüge auf kulturelle Merkmale und kulturspezifische Objekte/Abstrakta (vgl. Abschnitt 3) besser zu verstehen. Das Datenkorpus beweist auch, wie sich die Erkundung des Fremdraums als notwendige Aufgabe des TF erweist: Jedes Mal, wenn sich die Gruppe an einem neuen Ort befindet. Die detallierte Beschreibung der Außenwelt mit Hinweisen auf ihre 78

9 Sehenswürdigkeiten (Gebäude, Denkmäler, Straßen) prägt z.b. die ganze Stadtführung in Turin (wie das folgende Transkript zeigt): Ausschnitt 3: wir befinden uns 01 TF: wir befinden uns auf der äh karl albert plazt,= 02 =PIAzza carlo alberto; 03 vor der unibibliothek, 04 biblioteca universitaria auf der anderen SEIte; 05 und wir sind unter der statue von äh- 06 BRONZ statue von karl albert von savoy, 07 de:r HIER in palazzo carignano geboren wa:r Hier ist die Gruppe fast am Ende der Führung. Die italienische TF ordnet die einzelnen Raumelemente zu (Z. 1-7); darüberhinaus gibt sie noch keine historischen Erläuterungen. Carlo Alberto-Platz, Universitätsbibliothek, Bronzestatue und Carignano-Palast werden nacheinander aufgelistet und dienen der Orientierung des Publikums im Wahrnehmungsraum bzw. der Erkundung des Fremdraums (vgl. diesbezüglich Hartmann 1987: 205). Wie im Ausschnitt 2 greift die TF auch in diesem Fall nicht auf kartographische Hilfsmittel (Stadtplan, Standtafel usw.) zurück, sondern sie bezieht sich auf markante Raumgegenstände, die im Blickfeld ihrer Gesprächspartner stehen. Durch den Gebrauch vom deiktischen wir (Z. 1 und 5, wir befinden uns; wir sind) stellt die TF die Erkundung des fremden Raums als eine gemeinsame Erfahrung dar, die sie mit ihren Gesprächspartnern teilt. Somit wird keine Grenze zwischen der einheimischen Sprecherin und ihren ausländischen Interaktanten gezogen (vgl. unten): TF und Touristen befinden sich am selben Ort 79

10 und betrachten den Raum mit denselben Augen. Analog zum Ausschnitt 3 hat sich der TF im folgenden Datenausschnitt zum Ziel gesetzt, die Touristen sich in der fremden Stadt wie zuhause fühlen zu lassen. Der Sprecher verwendet hier aber eine andere Strategie: Ausschnitt 4: wie auch manche DEUTSCHE städte 01 TF: HIER sehn sie so: die die stadt (-) 02 ähm den stadtgrundriss; 03!HIER! das historische ZENtrum mit dem cavourplatz; 04 also das war der sitz des RÖmischen forums mm? 05 HIER dann die umgebu:ng mit äh, 06 mit krei=kreisförmigen stra:ssen wie sie sehn (.) 07 sehn sie der grundriss ist RINGförmig,= 08 =also so wie ALLE städte mittelalterlicher HERkunft, 09 wie wie auch manche DEUTSCHE städte; 10 so: erfurt marburg ähm,= 11 =die im mittelalter gegründet wurdn, 12 äh die die auch RINGförmigen grundriss ZEIgn oder? 13 G: [<<lachend> ja ja->] 14 T: [aha genau ] also münster is=auch radialkonzentrisch In diesem Beleg zeigt der italienische TF den ausländischen Adressaten den Stadtgrundriss in einem Buch, das er dabei hat (Z. 1-6). Anschließend beschreibt er den Grundriss als ringförmig und identifiziert ihn als typisch für Städte mittelalterlicher Herkunft (Z. 8, also so wie ALLE städte mittelalterlicher HERkunft). Ab Z. 9 vergleicht der TF die Konfiguration der Stadt (Vercelli) mit dem Stadtplan von manchen deutschen Städten, die er sich vorher 80

11 ausgesucht hat (Z. 10) und die seines Erachtens im mittelalter gegründet wurdn und analog zur italienischen Stadt RINGförmigen grundriss ZEIgn (Z ). Dieser Vergleich ist Ausdruck eines spezifischen rezipient designs (Sacks/Schlegloff/Jefferson 1974: 727), d.h. es zeigt das Bemühen des Sprechers um eine adressatenorientierte Darstellung der Fremdstadt. Als Experte und kompetenter und professioneller TF, der vom Herkunftsland bzw. Kultur seines Publikums Kenntnis hat, weist der Sprecher auf die räumliche Konfiguration von deutschen Städten hin. Ab Z. 8 aktualisiert der TF die Strategie der Mitgliedschaftskategorisierung, durch die Interaktionsbeteiligte als Mitglieder bzw. Zugehörige bestimmter Gruppen erkennbar gemacht werden (vgl. Sacks 1992 und Hausendorf 2002). Dadurch klassifiziert TF seine Adressaten als deutsch und bezieht sich ausdrücklich auf ihre nationale Identität. Die nationale Identifizierung der Zuhörer wird auch durch prosodische Hervorhebung markiert (Z. 9, DEUTSCHE). Die Strategie der Mitgliedschaftkategorisierung führt in diesem Fall nicht zum Ausschluss des fremdkulturellen Publikums und zur Markierung der Unterschiede zwischen der Welt des italienischen TF und der deutschen Touristengruppe (vgl. unten). Die italienische Stadt Vercelli einerseits und manche deutsche Städte anderseits werden hier nicht als Gegenpole bzw. als einander fernstehende, in sich abgeschlossene Räume dargestellt. Zwischen ihnen liegen bestimmte Ähnlichkeiten vor (historische Herkunft und städtischer Grundriss). 81

12 Durch das Versicherungssignal oder? (Z. 12) wird eine Reaktion bei den Interaktanten gefordert, deren Übereinstimmung bzgl. des Gesagten geprüft wird und gleichzeitig das Ende der Äußerungssequenz von TF signalisiert. Als Zugehörige zur deutschen Nation werden Touristen jetzt in die Identifizierung von räumlichen Gemeinsamkeiten zwischen Deutschland und Italien aktiv einbezogen. Durch die affirmierenden Rezeptionssteuerungssignale ja ja, aha genau (Z ) bestätigen sie die Behauptung von TF. Mit dem Gesprächspartikel also nimmt sich eine Touristin das Rederecht (Z. 14). Die Redeübergabe wird von ihr zum Anlass genommen, den Hinweis auf eine weitere deutsche Stadt hinzuzufügen, die wie Vercelli und die von TF erwähnten deutschen Städte einen ringförmigen Grundriss zeigt (Z. 14, also münster is=auch radialkonzentrisch). Die Sprecherin führt den Vergleich von TF zwischen dem deutschen Raum, zu dem sie gehört, und dem ihr fremden Raum d.h. dem besuchten Land weiter. Zusammenfassend zeigt Ausschnitt 4, wie TF beim Versuch, sein ausländisches Publikum in den Fremdraum einzugliedern, durch einen Vergleich zwischen deutschen und italienischen Städten einen common ground, eine gemeinsame Basis verschafft, auf der der Prozess des Transfers fremdkultureller Inhalte (vgl. Abschnitt 3) aktiviert werden kann. 82

13 3. Vermittlung von Kulturspezifika Wie im vorherigen Abschnitt gezeigt wurde, ist die Erkundung des fremden Umfelds mit seinen Bestandteilen und seiner Konfiguration der erste Schritt des Prozesses der Vermittlung bzw. Aneignung fremder Kulturmodelle. Die Betrachtung des Fremdraums gibt TF die Möglichkeit, Gegenstände zu zeigen und zu beschreiben, die im Herkunftsland seiner ausländischen Adressaten nicht vorhanden sind bzw. auf kulturspezifische Begriffe zurückzugreifen, welche die Touristen nicht kennen. In diesem Abschnitt wird anhand Korpusbelegen darauf hingewiesen, wie TF Kulturspezifika in die Führungen einbringen und sie als erklärungsbedürftig behandeln. Die Beschreibung von landeskundlichen Besonderheiten und kulturspezifischen Objekten ist die kommunikative Aufgabe des TF im Ausschnitt 5. Hier führt eine deutsche TF eine internationale Gruppe von Austauschstudenten durch Nürnberg. Die Studierenden kommen aus verschiedenen Ländern (China, Bulgarien, Italien, Ungarn usw.). Ausschnitt 5: wissen die chinesn was FACHwerkhäuser sin? 01 TF: zu jedem RUNden turm gehörde ein HOF. 02 NUR (.) für WAFfen im mittelalter, 03 (.) und DIEsen hof hat man neunzehnhunderteinundsiebzich; 04 (.) ganz en=da gehn wir durch; 05 mach ma ne, 06 =mach ma trotzdem; 07 den hat ma äh=mit KLEInen fachwerkhäusern eingerichtet; <<sieht einen chinesischen Student an> > 08 wissen die chinesn was FACHwerkhäuser sin?> 83

14 09 T : nee 10 TF: nee. <<zeigt und blickt auf das Objekt> > 11 DES da is eins. 12 HOLZ und (.) HOLZ und stein; 13 nennt man FACHwerkhaus. 14 T: aha. typisch DEUTSCH ja, 15 TF: hh ja (.)natürlich ((lachen)) 16 G: ((lachen)) 17 TF: ja also mir SIN ja in dem lande ne,= 18 =wolln=ma=mal=so=sagn; 19 und da hat ein nürnberger die idee- (.) In diesem Beleg beschreibt die deutsche TF einen Hof mit Fachwerkhäusern, die als kulturspezifisches Objekt in der Interaktion relevant gesetzt werden (Z. 1-7). Da sie vermutet, dass die Referenz bei Rezipienten bzw. manchen Zuhörern nicht abgesichert ist (vgl. Heritage 2007), suspendiert die Sprecherin ab Z. 7 die Progression der Erklärung und initiiert eine aufwändige Nebensequenz, in der sie die problematische Stelle bearbeitet und sich mit der Verständnisschwierigkeit ihres Publikums auseinandersetzt. Die TF verwendet hier die Strategie der Mitgliedschaftkategorisierung (vgl. oben), durch die ihre Zuhörer als Mitglieder bestimmter Gruppen erkennbar gemacht werden. Wie oben gezeigt wurde (vgl. Ausschnitt 4), werden die nationale Zugehörigkeit der Touristen und die Hervorhebung der Kategorie,nationale Herkunft auch in diesem Fall ins Spiel gebracht. Die TF identifiziert die chinesischen Studenten als nationale Subgruppe und konstruiert sie zu den prototypischen Fremden (Costa/Müller-Jacquier 2009). An die Teilnehmer aus China wendet sich die Sprecherin mit einer Frage, durch die sie ihre Wissensvoraussetzungen bezüglich eines deutschen kulturspezifischen 84

15 Gegenstands bzw. der Fachwerkhäuser prüfen will (Z. 8, wissen die chinesn was FACHwerkhäuser sin?). Dadurch thematisiert die TF explizit potentielle Wissensunterschiede bzw. lücken bei ihrem Publikum. Mit dem negierenden nee (Z. 9) fordert der angesprochene chinesische Student die deutsche TF zur genaueren Beschreibung des gemeinten Objekts auf. Indem sie die Antwortpartikel ihres Zuhörers wiederholt (Z. 10) holt sich TF das Rederecht zurück. Die Struktur der darauffolgenden Erläuterungssequenz entspricht grundsätzlich der vom korrektiven Zyklus, den Hinnenkamp (1994: 65) bezüglich interkultureller Interaktionen postuliert und der aus verschiedenen Phasen besteht (Benennung des Bezugausdrucks und dessen Bestandteile/Paraphrase/Rückkehr zur Hauptsequenz). Durch den deiktischen Ausdruck DES da (Z. 11) zusammen mit einer deutenden Zeigegeste verweist die Sprecherin auf ein Fachwerkhaus im Wahrnehmungsraum und benennt seine Baumaterialien (Z. 12, HOLZ und (.) HOLZ und stein). Die TF wiederholt das Fachwort (nennt man FACHwerkhaus) und schliesst damit ihre Nebensequenz ab. In Übereinstimmung mit TF (vgl. das Verstehen anzeigende Hörersignal aha, Z. 14) ordnet der chinesische Tourist das Fachwerkhaus als etwas für die deutsche Kultur Charakteristisches zu (Z. 14, typisch DEUTSCH ja) und markiert prosodisch diese typisierende Orientierung (vgl. oben Abschitt 2.). Durch die Gesprächspartikel ja also (Z. 17) eröffnet die TF ihren Kommentar zum vorangegangenen Redebeitrag und weist darauf hin, dass das Betrachten von Kulturspezifika den Touristenführungen zugrunde liegt (Z. 17, mir 85

16 SIN ja in dem lande ne). Der resümierende Ausdruck =wolln=ma=mal=so=sagn zeigt die Absicht der TF, zum status quo ante, zur Hauptsequenz der Erzählung zurückzukehren. Die Sprecherin nimmt an, dass die Beschreibung vom landestypischen Gegenstand erfolgreich war und dass der Begriff Fachwerkhaus für ihr fremdkulturelles Publikum kein Verständnisproblem mehr darstellt. Sie kann somit der Touristengruppe historische Erläuterungen zum Standort und dessen Bestandteile weiter geben (Z. 19). Ausschnitt 5 zeigt, wie die Kulturalität als Erklärungsmerkmal für die Interaktion relevant wird: Die Vermittlung fremdkultureller Inhalte bzw. die Erkundung vom Kulturtypischen erweist sich als interaktiver Prozess, als dialogische Sequenz zwischen dem jeweiligen TF und seinen Zuhörern. Der TF bricht die monologische Erzählung ab, gibt den Touristen interaktiven Raum und bezieht sie ausdrücklich in den Prozess der Identifizierung und Deutung von Kulturspezifika mit ein. Nehmen wir zur Veranschaulichung noch ein weiteres Datum hinzu, in dem die zwei Gesprächsbeteiligten TF auf der einen Seite und Touristen auf der anderen die Erklärung und die Interpretation von fremdkulturellen Gegenständen als common negotiation (Rehbein 2001: 216) gestalten. Im folgenden Ausschnitt stehen die Interaktanten vor dem Unkrautjäterindenkmal in Vercelli und der TF erläutert den deutschen Touristen die wichtige Rolle der Unkrautjäterinnen, welche die Landwirtschaft geprägt haben: 86

17 Ausschnitt 6: die figu:r DA ist wie sie sehn eine mondina 01 TF: und DA ähm (-) 02 ham sie das das unkrautjäterindenkmal JA? 03 die figu:r DA ist wie sie sehn eine mondina, 04 also eine unkrautjäterin (-) 05 so: wisma wer die WArn=nee? 06 G: ähm 07 T: könn sie [viel/] 08 T: [sie ] arbeiteten in in REISfelda,= 09 =sie erntetn im ähm 10 TF: ERNTE war normalerweis nich ihrn=ähm ihr AUFgab; 11 die=die ham normalerweise REISfelda also, 12 vom unkraut befreit 13 G: [ahah] 14 T: [die ] verschwanden in=ähm ende der fünfziga [JA:hrn] 15 TF: [genau ](.) 16 ham sie vom film ähm bitter REIS gehört=ja? ((unverständliche lauten)) 17 T: ja ja 18 TF: also die sind die protagonisten des films nee? 19 die werdn quasi ähm al=als symbo:l unsers lands HIER (.) 20 hier is landwirtschaft sehr!wi!chtig,= 21 =also die ham ähm unser geschichte und kultur charakterisiert In diesem Fragment zeigt der italienische TF den deutschen Touristen die Bronzestatue einer Unkrautjäterin. Das Deiktikum DA und eine deutende Zeigegeste dienen der sofortigen Identifizierung des Bezugsgegenstands im Außenraum (Z. 1-2). In Z. 3 bezeichnet der Sprecher die Figur als eine mondina. Der Gebrauch eines muttersprachlichen Terminus hat die Funktion, es zu signalisieren, dass es hier um die Vermittlung eines landesspezifischen Objekts geht (vgl. unten Abschnitt 4). Das italienische Wort wird dann gleich im 87

18 Deutschen wiedergegeben (Z. 4, also eine unkrautjäterin), damit es dem fremdkulturellen und deutschsprachigen Publikum leicht verständlich wird. Durch den wie-nebensatz wie sie sehn (Z. 3) geht der TF selbstverständlich davon aus, dass die Interaktanten die Identität der gezeigten Figur erkennen. Kurz danach thematisiert der Sprecher aber seine Annahme, dass die Touristen keinen Begriff von Unkrautjäterinnen haben wegen der engen Verbindung solcher Figuren zum italienischen Land und zur italienischen Kultur. Der TF entfernt sich von der monologischen Informationsvermittlung und prüft das Verständnis und die Wissensvoraussetzungen seiner Zuhörer bezüglich des Gemeinten mittels einer Vergewisserungsfrage (Z. 5, wisma wer die WArn=nee?). Analog zum Ausschnitt 5 wird das Problem einer kulturspezifischen Objektreferenz auch hier durch eine Einschubsequenz behandelt und interaktiv gelöst. Das minimal feedback der Touristengruppe gilt als explizite Formulierung von Verständnisschwierigkeiten (Z. 6, ähm). Eine Touristin stellt dem TF eine Frage; sie wird aber von einem anderen Interaktionsteilnehmer unterbrochen, der versucht, die Frage des TF mit einem Hinweis auf die Aktivität der Unkrautjäterinnen zu beantworten (Z. 8-9). Ab Z. 10 nimmt sich der TF das Rederecht wieder und korrigiert die Aussage seines Interaktanten. Der Korrekturprozess nimmt hier die Form eines Oppositionsformats an (Kotthoff 1991). Der TF eröffnet eine Sequenz, in der er eine partielle Wiederholung der Vorgängeräußerung liefert und einen Teil davon durch ein anderes Element substituiert (Z ). Die Problemquelle und der ersetzende Ausdruck werden durch 88

19 erhöhte Lautstärke fokussiert (Z. 10 und 12, ERNTE, befreit). Die Korrektursequenz wird mit dem success marker ahah (Z. 13, vgl. Egbert 2004: 1478) abgeschlossen, der die bestätigende Reaktion der Interaktionsteilnehmer signalisiert. In Z. 14 entwickelt ein Tourist den interaktiven Prozess der Ko-Interpretation von kulturellen Inhalten weiter, indem er sein Wissen über das beschriebene Kulturspezifikum heranzieht und eine Information zur Geschichte der italienischen mondine hinzufügt. Die TF reagiert enthusiastisch auf die Aussage seines Gesprächspartners (Z. 15, genau) und nutzt das Vorwissen seines Publikums aus, indem er auf ein weiteres Detail zurückgreift, um den ausländischen Interaktanten den fremdkulturellen Bezugsgegestand ins Gedächtnis zurückzurufen. Als Mittel zur besseren Identifizierung des Kulturobjekts wird hier der berühmte Film Bitter Reis verwendet, den die Touristen laut TF kennen bzw. schon gesehen haben. Die Häufigkeit von Versicherungssignalen (Z. 16 und 18, ja?, nee?) beweist die Notwendigkeit der Verständnisabsicherung in dieser Äußerungseinheit, d.h. das Bedürfnis des TF, ständig zu prüfen, wie viel die Interaktanten verstehen. Ab Z. 19 zeigt es sich, wie die Vermittlung bzw. die typisierende Charakterisierung von landesspezifischen Inhalten häufig zur Wir-Gruppe-Konstruktion (Hausendorf 2002: 26) in Touristenführungen beiträgt. Durch sprachliche Ressourcen wird eine Wir-Gruppe gebildet, zu der man selbst gehört, und eine Gruppe der Anderen erzeugt, von der man sich abgrenzt (vgl. diesbezüglich auch Koselleck 1979). Der Verweis auf die Unkrautjäterinnen wird vom 89

20 italienischen TF zum Anlass genommen, die Strategie der Wir- Gruppe-Konstruktion zu gestalten. Indem er die mondine als wichtigen Bestandteil der Kultur, Gesellschaft und Geschichte seines eigenen Lands beschreibt (Z. 19, als symbo:l unsers lands HIER), weist TF indirekt auf eine fremdkulturelle Außenwelt hin, zu der die Anderen d.h. hier die ausländischen Touristen gehören. In Anlehnung an Hausendorf (2002: 32f.) erweisen sich personale und lokale Indikatoren als charakteristische und sprachliche Formen für das Anzeigen von kultureller Zugehörigkeit. Durch den Possessivartikel unser, der zweimal in dieser Äußerungssequenz vorkommt (Z. 19 und 21, unsers lands, unser geschichte und kultur), und durch das ebenfalls zweimal wiederholte Lokaladverb hier, das auch prosodisch markiert ist (Z , HIER (.) hier is landwirtschaft!wi!chtig,=) wird eine Grenze zwischen der Innenwelt des TF und der Fremdwelt der Angesprochenen gezogen. In Z. 21 eröffnet TF eine resümierende Erklärung mit dem Partikel also. Den Abschluss der Sequenz bildet ein direkter Hinweis auf die prägende Rolle der Unkrautjäterin für den kulturellen und historischen Hintergrund der Umgebung von Vercelli. Durch die Aussage die ham ähm unser geschichte und kultur charakterisiert (Z. 21) weist der TF abschließend auf die kommunikative Aufgabe der Nebensequenz, d.h. die Beschreibung eines Kulturspezifikums und auf die Relevanz des Kulturtransfers in Touristenführungen hin. Beim Prozess der Fremdkulturvermittlung ist die Strategie der Wir- Gruppe-Konstruktion im ganzen Korpus häufig belegt und zeigt sich 90

21 in manchen Fällen noch eindeutiger bzw. wird mit expliziteren Sprachformen signalisiert als im Ausschnitt 6. Im folgenden Beleg weist TF auf italienische Kochgewohnheiten hin, indem er ein für sein Land typisches und allgemein bekanntes Reisgericht erwähnt und beschreibt: Ausschnitt 7: typisch für das land HIER 01 TF: die panissa is=ist ähm ein typisches REISgericht;(-) 02 also typisch für das land HIER, 03 wo REIS als hauptzutat in ähm!vie!len gerichten verwendet wird; 04 es wird mit BO:hnen mit mit wurst gemacht; 05 also wir essn auch REIS PAsta und ähnliches, (.) 06 bei=beim mittags und ABEndessen, 07 während bei IHNEN <<hustend> issma> 08 =issma vielleicht häufiger KLEInigkeitn (.) 09 T: <<lachend> ja: > 10 TF: ((lachen)) so PANIssa kann man in manchen restaurants essen; 11 sie MÜSSen sie mal probieren (.) Das Landestypische lässt sich hier unter Kochspezialitäten subsumieren. TF berichtet der Touristengruppe von einem Gericht aus Vercelli und bezeichnet es mit seinem italienischen Eigennamen (Z. 1, die panissa is=ist ähm ein typisches REISgericht). Die Identifizierung des Referenzobjekts als eines zu vermittelnden landesspezifischen Gegenstands wird durch die Wiederholung des Adjektivs typisch (Z. 1, 2) und durch den bearbeitenden bzw. präzisierenden Ausdruck also typisch für das land HIER (Z. 2) eindeutig signalisiert. Analog zum Beleg 6 drückt TF mit dem Lokaladverb HIER und dessen prosodischer Markierung die Bildung 91

22 einer Wir-Gruppe und seine Zugehörigkeit zur Kultur und zum Land aus, in dem die Besichtigung stattfindet und das vom Herkunftsort der Angesprochenen abzugrenzen ist. Die Hervorhebung von Zugehörigkeit und die Strategie der Wir-Gruppe-Konstruktion werden mithilfe des Verfahrens der Gegenüberstellung in der darauffolgenden Sequenz geleistet (Hausendorf 2002: 33). Nach kurzen Hinweisen auf die notwendigen Zutaten zur Vorbereitung von panissa (Z. 4) wird eine Nebensequenz durch die Gesprächspartikel also initiiert und als Einschub in die Progressivität des Formulierens gestaltet (vgl. obige Belege). Die Erwähnung des typischen Reisgerichts wird zur Gelegenheit, das fremdkulturelle Publikum über landesspezifische Essgewohnheiten zu informieren. In dieser Äußerungseinheit ist eine Form von rezipient design (vgl. oben Abschnitt 2) zu sehen: TF sorgt für eine adressatenorientierte Darstellung kulinarischer Gewohnheiten seines Landes und für eine explizite Thematisierung eines kulturellen Unterschiedes. Die italienischen Mittag- und Abendessen mit Pasta und Reis (Z. 5-6) stehen der deutschen Gewohnheit gegenüber, leichte Mahlzeiten einzunehmen, die häufig aus Kleinigkeiten bestehen (Z. 8). Die Gegenüberstellung zwischen der Wir-Welt des Sprechers (TF) und der Ihr-Welt des Hörers (Touristen) wird hier sprachlich nicht nur durch den Adversativ-Junktor während (Z. 7) ausgedrückt, sondern auch durch den Gegensatz zwischen dem Personalpronomen wir (Z. 5, wir essn) und der deiktischen Form IHNEN (Z. 7, bei IHNEN issma), mit der der TF auf seine deutsche Zuhörer bzw. auf ihre kulinarischen 92

23 Spezifika verweist. Durch das Adverb vielleicht relativiert TF die Gewissheit seiner Aussage und verliert vorübergehend seine Rolle als kompetenter Sprecher bzw. Experte (Z. 8, issma vielleicht häufiger KLEInigkeitn). Er betrachtet damit indirekt die Interaktionsteilnehmer als Mitglieder der deutschen Nation/Kultur und fordert ihre Bestätigung oder ihren Dissens in Bezug auf das Gesagte auf. Durch das Lachen (Z. 9-10) wird der Versuch, italienische mit deutschen kulinarischen Spezifika zu vergleichen, spielerisch modalisiert. Nach der Beendigung der Einschubeinheit und dem bestätigenden Signal eines Touristen (Z. 9, ja:) wird die unterbrochene Hauptsequenz fortgeführt (Z , PANIssa kann man in manchen restaurants essen; sie MÜSSen sie mal probieren). 4. Sprachliche Fremdheit Wie Ausschnitte 6 und 7 beweisen, verwendet TF zur Vermittlung kulturspezifischer Inhalte teilweise Wörter in seiner Muttersprache. In diesem Abschnitt werden Datenausschnitte untersucht, in denen TF einen für seine Interaktanten fremden Ausdruck einführt, der einen spezifischen Bereich seiner eigenen Kultur betrifft. Als Datenbasis grenze ich hier die Analyse von Daten aus den Führungen mit italienischen TF ein. Dabei werden keine Sequenzen untersucht, in denen TF Versprachlichungsprobleme bzw. Wortsuchschwierigkeiten haben (Costa 2009) und damit Unsicherheit bezüglich des richtigen 93

24 Terminus zeigen. Im Mittelpunkt der Analyse stehen zwei Belege, in denen TF einen Ausdruck in ihrer Muttersprache (im Italienischen) verwenden und ihn durch verbale Verfahren und Sprachmittel in der Sprache ihrer Zuhörer (im Deutschen) wiedergeben oder falls die Übersetzung des jeweiligen Fremdworts nicht möglich ist eine Paraphrasierung bieten. Es wird darauf hingewiesen, wie der Gebrauch von fremdsprachlichen Termini die grundsätzliche Funktion hat, zu signalisieren, dass es um Vermittlung kulturspezifischer Inhalte geht. Im folgenden Ausschnitt befinden sich der TF und die Touristen in einer mobilen Phase (Stukenbrock/Birkner im Druck); sie sind auf dem Weg zum Bahnhof: Ausschnitt 8: un caffé al BAnco 01 T: wieso: sind die alle FREI? 02 also=sonntag [müss/] 03 TF: [ja=ja] klar, 04 =wir sin dran gewohnt also SONNtag vormittag, 05 wir sagen au=auf italienisch un caffé al BAnco; 06 ähm also verzehr an der theke; 07 so: wir trinken normalerweise nur ein kaffee, 08 =wir=wir sitzen nicht; 09 wir essen auch [NITS]; (-) 10 T: [mmm ] 11 TF: kein KU:chen keine TOrten In diesem Abschnitt wird der TF von einer Touristin nach dem Grund gefragt, warum die Tische eines Lokals am Sonntagvormittag nicht besetzt seien (Z. 1-2). Der italienische TF reagiert mit ja=ja klar (Z. 3) auf die Eröffnung einer dialogischen Sequenz und zeigt damit an, dass er die Problematik verstanden hat. Der TF nimmt an, dass ein 94

25 kulturspezifisches Wissensdefizit bezüglich italienischer Verhaltenweisen der Frage der Touristin zugrunde liegt und initiiert somit eine relativ aufwendige Erklärungssequenz (Z. 4-11), in der er erneut auf die Strategie der Wir-Gruppe-Konstruktion zurückgreift (vgl. oben). Die deiktische Form wir, die mehrmals wiederholt wird (vgl. Z. 4, 5, 7, wir sin, wir sagen, wir trinken), gilt hier als Zugehörigkeitsmarker zur Gruppenkonstruktion. Vor dem expliziten Hinweis auf die für Italiener typische Gewohnheit, einen Kaffee an der Theke im Stehen zu trinken und selten am Tisch zu sitzen, führt der Sprecher einen muttersprachlichen Ausdruck mit einem metalinguistischen Kommentar ein (Z. 5, wir sagen au=auf italienisch un caffé al BAnco), auf den die Wiedergabe bzw. Paraphrasierung ins Deutsche folgt (Z. 6, ähm also verzehr an der theke). Durch wir und auf italienisch wird eine sprachliche und kulturelle Grenze zwischen der Touristengruppe und dem TF gezogen. Wie die Entwicklung der Sequenz beweist, dient aber der Gebrauch des italienischen Ausdrucks nicht primär zur Hervorhebung einer sprachlichen Zugehörigkeit (Hausendorf 2002: 31ff.), sondern als Mittel zur Signalisierung eines kulturologischen Inhalts. Den Abschluss dieser Äußerungseinheit bildet eine indirekte Anspielung auf die zugehörigkeitsspezifische Kultur der Anderen (vgl. Hausendorf 2002), d.h. auf die Welt der Touristen. Ab Z. 9 weist der Sprecher darauf hin, dass man in Italien selten etwas zum Kaffee isst. Mit dem Verweis auf KU:chen und TOrten (Z. 11) und der prosodischen Hervorhebung dieser zwei Referenzobjekte spielt TF implizit auf die deutsche Gewohnheit des 95

26 Verzehrs von Feingebäck, Kuchen mit Kaffee oder Heißschokolade an. Im Gegensatz zum Ausschnitt 7 bleibt aber die kulturelle Gegenüberstellung zwischen deutschen und italienischen Traditionen im Beleg 8 implizit und wird durch keine Sprachmittel ausdrücklich thematisiert (vgl. oben der Gebrauch von Adversativ-Junktor, Personalpronomen). Analog zum Ausschnitt 8 greift der Sprecher des folgenden Gesprächs auf einen italienischen Terminus zurück, dessen Bedeutung seine deutschsprachigen Interaktanten nicht kennen. Ausschnitt 9: sie ham das WORT nie gehört oder? 01 TF: so: könn sie HÖren? 02 G: ja 03 TF: gut (-) DA sehn sie bogengänge, 04 DIE gefallen mir ähm=sehr SCHÖN oder? 05 darunter versammelten sich die=die SOgenannten brentatori; 06 im SIEBzehnten und ACHTzehnten jahrhundert. 07 die sind auch ähm als BRENTAtori bogengänge bekannt; (.) 08 sie ham das WORT nie gehört oder? ((unverständliche lauten)) 09 es geht HIER wieder um=um etwas charakteristisch für das land; 10 einige von ihnen ham mir früher darüber gefragt nee? 11 wie sie wissen ist piemont für seinen WEIN weltbekannt=ja? 12 barbera grignoli:no; 13 G: <<ja=ja> lachend> 14 TF: also ähm die brentatori warn 15 dieje:nigen die wein beförderten und verkauften; 16 BREnta bedeutet tatsächlich eine kufe KLAR? 17 G: hm=hm 18 TF: HIER gab s ein grosser WEINmarkt, 19 hier auf!die!sem platz. 20 es versammlten sich regelmäßig weinhersteller 96

27 In diesem Gespräch stehen die Interaktionsteilnehmer in der Altstadt von Vercelli. Die italienische TF zeigt einen Bogengang, der auf der gegenseitigen Seite des Platzes liegt, wo sich die Gruppe befindet (Z. 3). Anschließend formuliert die Sprecherin ihre eigene Wertschätzung (Z. 4, DIE gefallen mir) und charakterisiert das Referenzobjekt als sehr SCHÖN. Der Verweis auf einen Gegenstand im Außenraum ermöglicht der TF, eine Verkaufveranstaltung zu erwähnen und beschreiben, die in der Vergangenheit regelmäßig am aktuellen Standort der Interaktionsbeteiligten stattfand (vgl. Z , HIER gab s ein grosser WEINmarkt, hier auf!die!sem platz. es versammlten sich regelmäßig weinhersteller). Die Beschreibungssequenz beginnt mit der Einführung des landesspezifischen Fachterminus brentatori, mit dem diejenigen bezeichnet wurden, die Wein beförderten (Z. 5, darunter versammelten sich die=die SOgenannten brentatori). Durch das Adjektiv SOgenannten signalisiert TF, dass sie einen speziellen Ausdruck verwendet und erzeugt somit die Erwartung einer Erläuterung bei den Gesprächspartnern. In Z. 8 behandelt die Sprecherin das Lexem explizit als erklärungsbedürftig (sie ham das WORT nie gehört), prüft das Wissen ihres Publikums bezüglich der Wortbedeutung durch das verständnissichernde Signal oder? und orientiert sich vorläufig an den sprachlichen und kulturellen Wissensvoraussetzungen ihrer Interaktanten. Die ausbleibende Reaktion der aktivierten Zuhörer zeigt, dass der Gebrauch vom 97

28 Fachterminus für das deutsche Publikum Verständigungsschwierigkeiten darstellt. Die Progressivität des Formulierens wird zum Ziel der Bedeutungselaboration und Verständnissicherung (Deppermann 2006: 24) durch eine relativ aufwändige Erklärungssequenz suspendiert. Mit der Behauptung es geht HIER wieder um=um etwas charakteristisch für das land (Z. 9) wird die Funktion der Fremdlexeme als Signale von kulturspezifischen Inhalten und Gegenständen von der TF explizit thematisiert (vgl. oben). Die Sprecherin identifiziert dann den kulturellen Oberbereich, den das zitierte Fremdwort betrifft bzw. genauer gesagt Weinanbau und verkauf, die als wesentliche Bestandteile der Landwirtschaft auch bei der Erwähnung von bekannten piemontesischen Weinen dargestellt werden (Z ). Die Anspielung auf diesen Kulturbereich ist für die Erläuterung der Fremdwortbedeutung nützlich bzw. notwendig. Ab Z. 14 kehrt TF durch das resümierende also und die Wiederholung des Fremdlexems (die brentatori) zur Worterklärungsaktivität zurück und sorgt für eine genaue Definition des Terminus (Z ). Die Verbindung zwischen Lexem und Weinbereich wird auch durch den Rückgriff auf die Wortetymologie bewiesen (Z. 16, BREnta bedeutet tatsächlich eine kufe). Die Zustimmung der Touristen durch das Rezeptionssignal hm=hm (Z. 17) ermöglicht TF, zum Hauptstrang der Interaktion bzw. zur vorübergehend verlassenen Beschreibung des Standorts zurückzukehren. Mit dem prosodisch hervorgehobenen Lokalindikator HIER (Z. 18) signalisiert die Sprecherin den Abschluss der 98

29 eingeschobenen Nebensequenz und lenkt die Aufmerksamkeit ihrer Interaktionsbeteiligten wieder auf den Außenraum. Ausschnitte 7 und 8 aus Touristenführungen mit italienischen TF zeigen einerseits, dass die muttersprachlichen Ausdrücke als eindeutige Sprachsignale von kulturellen Inhalten dienen. Die angeführten Gespräche beweisen andererseits, dass die Bedeutungserklärung in Form einer Einschubsequenz durch den Rückgriff auf kulturspezifischen Bereich des jeweiligen Fremdlexems erfolgreich ist (vgl. diesbezüglich auch Ausschnitt 6). 5. Fazit Die Datenanalyse zeigt, dass die Vermittlung vom Fremdraum und von fremdkulturellen Inhalten wesentliche Aufgaben des TF sind, die durch bestimmte Strategien in Touristenführungen erledigt werden. Die Familiarisierung der Neuangekommenen mit der Stadt öffnet den Weg zur Erschließung einer fremden Kultur. Die Relevanz der Fremdraumserkundung als erster Schritt des Kulturvermittlungsprozesses zeigt sich bereits in der Eröffnungsphase der Touristenführungen meines Korpus, in der der jeweilige TF für ausführliche Beschreibungen des Standorts der Gruppe und für deutliche Hinweise auf die räumliche Konfiguration der Stadt sorgt (vgl. Ausschnitt 1 und 2). Anschließend schreibt TF sich selbst die Aufgabe des Fremdkulturtransfers zu. Als Ortskundiger muss TF dem 99

30 ausländischen Publikum etwas Typisches/ Charakteristisches für seine eigene Kultur zeigen bzw. erklären und landeskundliche Besonderheiten behandeln. Die Untersuchung zeigt, dass sich keine eindeutigen Varianten zwischen den betrachteten Touristenführungen bzw. zwischen Touristenführungen der Muttersprachler und denen der Nicht- Muttersprachler des Deutschen beim Gebrauch von Strategien und Sprachverfahren zur Vermittlung von fremden Räumen und fremdkulturellen Inhalten ergeben. Für die Lösung der Aufgaben der Fremdraum- und Fremdkulturvermittlung verwenden TF tatsächlich wiederkehrende Strategien im untersuchten Korpus. Adressatenorientierte Darstellung. Bei der Bewältigung der interkulturellen Situation setzen sich alle TF des Korpus in die Perspektive ihrer Rezipienten hinein und vermitteln Kulturinhalte in Bezug zu dem, was sie von den Touristen als Repräsentanten einer anderen Kultur wissen. Die adressatenorientierte Darstellung ist schon beim Prozess der Raumbeschreibung in den untersuchten Daten zu beobachten. Dabei hat die Translation der TF in die Perspektive der Interaktionsteilnehmer bzw. der Übergang von einer sprecher- zu einer hörerbezogenen Perspektive das Ziel, die Touristen mit dem fremden Ort vertraut zu machen und den Prozess der Aneignung von Kulturspezifika leichter zu aktivieren (vgl. Ausschnitt 2). Die Strategie der Adressatenorientierung liegt besonders der Aufgabe der Vermittlung fremdkultureller Inhalte und Verhaltensweisen 100

31 (Gegenstände/Gewohnheiten usw.) zugrunde. Die Daten zeigen häufig den Versuch von TF, Kulturspezifika des eigenen Landes durch expliziten Rückgriff auf die Kultur ihrer Adressaten zu erklären. Die Thematisierung von Gemeinsamkeiten bzw. Unterschieden zwischen dem Land der TF und dem der Gesprächspartner (vgl. Ausschnitt 4, 7 und 8) zielt hauptsächlich auf die Vermeidung von interkulturellen Missverständnissen und Verständnisschwierigkeiten. Die rezipientenorientierte Darstellung führt zur grundlegenden und ständigen Infragestellung des Wissens von TF. TF betrachten ihr eigenes Wissen als für die Interaktanten problematisch und gehen von einer Heuristik maximaler kultureller Divergenz zu dem Wissen [ihrer] Adressaten aus (Schmitt 1997: 67). Die Sprecher prüfen demzufolge ihr Kulturwissen kontinuierlich in rezipientenbezogener Weise. Dadurch können sie zu einer angemessenen Einschätzung über die adressatenseitige Verstehbarkeit der von ihnen vermittelten kulturellen Inhalten gelangen. Sprachmittel, die TF zur Infragestellung des eigenen Wissens verwenden, sind verständnissichernde Nachfragen oder Signale (vgl. Ausschnitt 1, 5 und 6). Mitgliedschaftskategorisierung. TF stellen die Zugehörigkeit einer bestimmten (nationalen) Welt dar, von der sich die Gruppe bzw. die Welt der Anderen, d.h. hier der Touristen, abgrenzt. Aus der Mitgliedschaftskategorisierung folgt die Strategie der Wir-Gruppe- Konstruktion, die das ganze Korpus prägt und zur Gegenüberstellung zwischen der Welt der TF und der ihrer Zuhörer bzw. zur 101

32 Hervorhebung der kulturellen Unterschiede und Grenzen beiträgt. Zu den häufigsten Sprachmitteln, die der Mitgliedschaftskategorisierung und der Wir-Gruppe-Konstruktion in Touristenführungen meines Korpus dienen, zählen Lokal- (Ausschnitt 6, 7 und 9), Personalindikatoren (Ausschnitt 7 und 8) und Adversativ-Junktoren (Ausschnitt 7). Gebrauch von Fremdwörtern bzw. muttersprachlichen Termini. Wie die untersuchten Datenausschnitte aus den Führungen mit italienischen TF beweisen, dient die Einführung von fremdsprachlichen (italienischen) Ausdrücken dazu, zu signalisieren, dass es um Vermittlung kulturspezifischer Inhalte geht. Fremdwörter gelten als sprachliche Signale dafür, dass die TF etwas Typisches von ihrem Land erklären wollen. Muttersprachliche Termini werden durch metalinguistische Kommentare eingeführt (vgl. Ausschnitt 8) und zum Zweck der Verständigungssicherung ins Deutsche übersetzt oder paraphrasiert (vgl. Ausschnitt 6, 7 und 8). Gesprächsstrukturell werden diese Strategien in relativ aufwendigen Erläuterungssequenzen aktualisiert, welche die Progression des Formulierens momentan unterbrechen. TF zögern die Erklärung durch Einschübe hinaus, in denen sie problematische Stellen behandeln und ihr Publikum durch direkte Fragen in die Formulierungsarbeit einbeziehen. In diesen Nebensequenzen erweist sich die Verarbeitung des Fremden 102

33 als interaktive Hervorbringung, als gemeinsame Aufgabe für alle Interaktionsbeteiligten. In Anlehnung an Keppler/Luckmann (1991: 153), die behaupten, dass der Erfolg beim Prozess der Wissensvermittlung von der aktiven Teilnahme der Adressaten abhängt, werden kulturelle Inhalte dynamisch in der Interaktion von TF verhandelt, die häufig den Gesprächsbeteiligten Platz für Turnübernahme im Korpus geben (vgl. Blommaert 1991: 21). Die Inszenierung von Interaktivität (vgl. Costa im Druck) wird als Selbstzweck auch von den Touristen wahrgenommen. Die interaktive Mitarbeit der Adressaten bildet die Grundlage von Aufnahme der Kulturspezifika. Bei der Prüfung von Wissensvoraussetzungen unterstützen Touristen TF aktiv durch Fragen und Hörersignale. Anschließend nehmen sie sich das Rederecht mit dem Ziel, den unterhaltsamen Prozess der Typisierung und der Interpretation von Kulturspezifika weiterzuentwickeln (vgl. Ausschnitt 5 und 6). Zusammenfassend soll die Grundstruktur eines allgemeinen Modells des interaktiven Kulturtransfers aus dieser Untersuchung erkennbar werden: Als vermittelnder Kulturangehöriger bezieht TF durch rezipientenorientierte Darstellungen die Touristen in die interaktive Aufgabe der Vermittlung, Erklärung und Aneignung fremdkultureller Inhalte ein. Miriam Ravetto Università del Piemonte Orientale (Vercelli) 103

34 Bibliographie Blommaert, Jan (1991): How much culture is there in intercultural communication. In: Blommaert, J./Verschueren, J. (Hgg.): The Pragmatics of international and intercultural communication, Amsterdam/Philadelphia: John Benjamins. S Blühdorn, Hardarik (1995): Was ist Deixis? In: Linguistische Berichte 156, S Bühler, Karl (1934): Sprachtheorie. Die Darstellungsfunktion der Sprache, Stuttgart/New York: Fischer. Carroll, Mary (1993): Deictic and intrinsic orientation in spatial descriptions: A comparison between English and German. In: Altarriba, J. (Hg.): Cognition and culture: a cross-cultural approach to cognitive psychology, New York: North Holland. S Costa, Marcella (2009): Wie sagt man? Wortsuchprozesse in berufsbezogenen Kommunikationssituationen mit Deutsch als Fremdsprache. In: Bauer, G.U. (Hg.): Sicht-Wechsel. Festschrift für Bernd Müller-Jacquier zu seinem 60. Geburtstag, München: iudicium. S Costa, Marcella (im Druck): Stadtführungen unter der Bedingung von Fremdheit und Fremdsprachigkeit. In: Costa, M./Müller- Jacquier, B. (Hgg.): Deutschland als fremde Kultur: Vermittlungsverfahren in Touristenführungen, München: iudicium. Deppermann, Anrulf (2001): Gespräche analysieren, Opladen: Leske + Budrich. Deppermann, Arnulf (2006): Von der Kognition zur verbalen Interaktion: Bedeutungskonstitution im Kontext aus Sicht der Kognitionswissenschaften und der Gesprächsforschung. In: Deppermann, A./Spranz-Fogasy, T. (hgg.): be-deuten. Wie Bedeutung im Gespräch entsteht, Tübingen: Stauffenburg. S Drew, Paul (1991): Asymmetries of knowledge in conversational 104

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