Bedarfsanalyse der Leistungen zur medizinisch-beruflichen Rehabilitation aus der Sicht der gesetzlichen Rentenversicherung

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1 Fachtagung der Bundesarbeitsgemeinschaft medizinisch-berufliche Rehabilitation (Phase II) Bedarfsanalyse der Leistungen zur medizinisch-beruflichen Rehabilitation aus der Sicht der gesetzlichen Thomas Keck 1 Inhalt 1. Zahlen und Fakten 2. Auftrag der DRV 3. Medizinisch-berufliche Rehabilitation Phase II aus der Sicht der gesetzlichen Fazit 2 1

2 Zahlen und Fakten Anträge und Bewilligungen bei Leistungen zur med. Rehabilitation (DRV gesamt) Quelle: Statistik über Anträge und ihre Erledigung nach 3 RSVwV, Tab u. Tab (medizinische Leistungen und sonstige Leistungen; ohne Sucht/KHB) 3 Zahlen und Fakten Anträge und Bewilligungen bei Leistungen zur med. Rehabilitation (DRV Westfalen) Quelle: hausinterne Auswertung, Sy 94 (ohne Sucht/KIHB) 4 2

3 Krankheitsspektrum stationäre Leistungen (DRV Westfalen) Quelle: hausinterne Auswertung, Sy 94 (ohne Sucht/KIHB) 5 Bewilligungen nach Alter (DRV Westfalen)* Quelle: hausinterne Auswertung Sy94 * nur allgemeine medizinische Rehabilitation 6 3

4 Inhalt 1. Zahlen und Fakten 2. Auftrag der DRV 3. Medizinisch-berufliche Rehabilitation Phase II aus der Sicht der gesetzlichen Fazit 7 Auftrag der Zusammenwirken der Leistungen zur Teilhabe SGB IX (2001) stärkere Ausrichtung auf nahtlosen Übergang zwischen Leistungen zur medizinischen Reha und LTA ( 11 SGB IX) Paradigmenwechsel : von der rein an Krankheiten orientierten Therapie Bearbeitung von Beeinträchtigungen der funktionalen Gesundheit, insbesondere der (beruflichen) Aktivitäten = ICF-orientierter Ansatz 8 4

5 Auftrag der gesetzlichen Berufliche Orientierung während der medizinischen Rehabilitation bereits jetzt üblich, aber reicht dies aus? Quelle: Rehabilitandenbefragung 2007/ 1. Hj. + 2.Hj. 9 Inhalt 1. Zahlen und Fakten 2. Auftrag der DRV 3. Medizinisch-berufliche Rehabilitation der Phase II aus der Sicht der gesetzlichen Fazit 10 5

6 Medizinisch-berufliche Rehabilitation Phase II aus der Sicht der gesetzlichen Medizinisch-berufliche Rehabilitation (Phase II) - Inhaltliche Gewichtung - Medizinisch-berufliche Rehabilitation (Phase II) verbindet die Leistungen zur medizinischen Rehabilitation mit Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben Phase I (Akutbehandlung/ Erstversorgung) Medizinische/rehabilitative Behandlung Klärung der beruflichen Eignung, Arbeitserprobung, Berufsvorbereitung, berufliche Anpassung Phase III (Berufliche Rehabilitation) 11 Medizinisch-berufliche Rehabilitation Phase II aus der Sicht der gesetzlichen Medizinisch-berufliche Rehabilitation (Phase II) - Patientenklientel - Besonderer Personenkreis mit komplexem Störungsbild, welches einer längerfristigen als der üblichen drei- bis vierwöchigen Rehabilitation bedarf Patienten mit schweren, komplexen Handicaps, vorwiegend in den Indikationen Neurologie und Psychosomatik In der Indikation Neurologie häufig Patienten mit schweren oder schwersten Hirnschädigungen (z.b. zerebrale Ischämie, Schädel-Hirn-Trauma, intrazerebrale Blutungen) 12 6

7 Medizinisch-berufliche Rehabilitation Phase II aus der Sicht der gesetzlichen Medizinisch-berufliche Rehabilitation (Phase II) - Ziele - Verknüpfung des gesundheitlichen Genesungsprozesses mit frühzeitigen und zielgerichteten Ausbildungs- und Umschulungsmaßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben (Re-)Integration in den 1. Arbeitsmarkt: Rückkehr an den alten Arbeitsplatz Innerbetriebliche Umsetzung Behinderungsgerechter Arbeitsplatz Vorbereitung auf eine Berufsausbildung oder eine Umschulung Vorbereitung auf eine Tätigkeit in einer Werkstatt für behinderte Menschen 13 Inhalt 1. Zahlen und Fakten 2. Auftrag der DRV 3. Medizinisch-berufliche Rehabilitation Phase II aus der Sicht der gesetzlichen Fazit 14 7

8 Ziel des MBOR-Anforderungsprofils (2012) : Stärkung der beruflichen Ressourcen und der nachhaltigen beruflichen Integration Abstufungen durch unterschiedliche berufliche Problemlagen : Stufe A: beruflich-orientiertes Basisangebot (für alle Rehabilitanden sämtlicher Indikationen in allen Einrichtungen) Stufe B: MBOR-Kernmaßnahmen (für Rehabilitanden mit besonderen beruflichen Problemlagen ca. 30 %) Stufe C: spezifische MBOR-Maßnahmen (für einen kleinen Teil von Rehabilitanden ca. 5 %) 15 Beruflich-orientierte Basisangebote bei Diagnostik und Therapie (Stufe A) Diagnostikbaustein Feststellung erwerbsbezogener Problemlagen und Umsetzung in konkrete Therapieziele Therapiebausteine Arbeitsplatzberatung, Informationen oder niederschwellige (Gruppen-)Angebote zu sozialmedizinischen, sozialrechtlichen und anderen Themen mit Berufsbezug 16 8

9 Kernmaßnahmen der MBOR (Stufe B) Intensive berufsbezogene Diagnostik Motivation für Bearbeitung beruflicher Fragestellungen Berufsbezogene psycho-edukative Gruppenangebote (z.b. Stressbewältigung am Arbeitsplatz) Berufs- und Sozialberatung - sozialrechtliche Beratung - Beratung zu Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (berufliche Rehabilitation) Interne Belastungserprobung zur Einschätzung der physischen und psychischen Belastbarkeit der Rehabilitanden Arbeitsplatztraining 17 Spezifische MBOR Maßnahmen (Stufe C) Zusammenarbeit mit externen Institutionen (z.b. bei Ergänzungen zur Arbeitsplatzbeschreibung, Planung und Einleitung weiterer, zur Eingliederung erforderlicher Maßnahmen) Belastungserprobung MBOR extern wenn interne Belastungserprobung MBOR keine eindeutigen Ergebnisse zur sozialmedizinischen Leistungsbeurteilung liefert (Mitarbeit in einem Betrieb unter üblichen Arbeitsbedingungen in Form eines Praktikums oder einer Hospitation) Besonders geeignet für Personen mit langen Arbeitslosigkeits- und Arbeitsunfähigkeitszeiten 18 9

10 Zielgruppe von MBOR: Versicherte mit besonderen beruflichen Problemlagen (BBPL) Versicherte mit problematischen sozialmedizinischen Verläufen, z.b. lange oder häufige AU-Zeiten bzw. lange, sich abwechselnde Zeiten von Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit Versicherte mit negativer subjektiver beruflicher Prognose - auch mit Rentenbegehren - verbunden mit der Sorge, den Anforderungen des Arbeitsplatzes nicht gerecht zu werden 19 Quelle: (Quoten) PORTAL-Studie (Radoschewski 2006); (Bewilligungen) Bereich

11 Überschneidungen MBOR - Phase II? Bei MBOR der Stufe C insbesondere in der Indikation Neurologie grundsätzlich denkbar Aber: Keine Vergleichbarkeit des Patientenklientels 21 Inhalt 1. Zahlen und Fakten 2. Auftrag der DRV 3. Medizinisch-berufliche Rehabilitation Phase II aus der Sicht der gesetzlichen 4. MBOR aus der Sicht der gesetzlichen 5. Fazit 22 11

12 Fazit Perspektiven MBOR-Maßnahmen unterscheiden sich ganz wesentlich von medizinisch-beruflicher Rehabilitation in Phase II-Einrichtungen Medizinisch-berufliche Rehabilitation bleibt ein spezieller Baustein in der Rehabilitation der Deutschen Das Nebeneinander von MBOR-Maßnahmen und medizinischberuflicher Rehabilitation in Phase II-Einrichtungen bleibt auch künftig erhalten Auch in Zukunft wird es einen Bedarf für hochspezialisierte Leistungen in besonderen Phase II-Einrichtungen für schwerstgeschädigte Patienten geben 23 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 24 12

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