Nº 4. case Axpo: Informatik-Lösungen für den Energiemarkt aus einer Hand

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1 Nº 4 case Axpo: Informatik-Lösungen für den Energiemarkt aus einer Hand clients Axima: Fokussiert auf die Kernkompetenz Christoph Laib: Von der Phantasie angetrieben, um Fussspuren zu hinterlassen people Tom Lüthi, Schweizer Motorradrennfahrer: Rennfahrer wollen gewinnen, das ist logisch mission control Bobst-Gruppe Oetiker-Gruppe Home PC Best Practice Guide Mission Control Security Services inside Der Mensch im Zentrum der IT-Sicherheit Neu im Team: Patrik Bless

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3 Informatik-Lösungen für den Energiemarkt aus einer Hand David Spale IT Security Manager bei Axpo Informatik Im Europäischen Energiemarkt herrscht zurzeit eine enorme Dynamik. Die meisten Länder haben die Energieversorgung mittlerweile liberalisiert und für den Wettbewerb freigegeben. Der Schweizer Strommarkt ist noch nicht so weit, die Vorbereitungen laufen aber auf Hochtouren: Axpo, die führende Schweizer Energiegruppe, hat sich bereits heute gut in der Schweiz und in Europa positioniert. Ein wichtiger Faktor für den aktuellen und zukünftigen Markterfolg ist natürlich auch die Informatik. Innerhalb der Axpo- Gruppe zeichnet das Dienstleistungsunternehmen Axpo Informatik AG verantwortlich. Die Axpo Informatik AG entwickelt, implementiert und betreibt marktorientierte Service- und Informatiklösungen für die Unternehmen der Axpo-Gruppe und die Kantonswerke im Axpo- Verbund. Als kompetenter IT-Partner der Energiewirtschaft bietet die Axpo Informatik ihren Kunden Produkte, Dienstleistungen und Beratung entlang der gesamten Wertschöpfungskette, kombiniert mit fundiertem, energiemarktspezifischem Know-how. David Spale, der bei der Axpo Informatik für IT Architecture und Security zuständig ist, erklärt ein Chart, welches die einzelnen Prozessschritte der Energiewirtschaft Produktion, Handel und Verkauf, Übertragung, Verteilung sowie Vertrieb und Beratung abbildet: «Einerseits sorgen wir bei unseren Kunden für den reibungslosen Betrieb der Infrastruktur und Applikationen, andererseits beraten und begleiten wir sie aber auch bei Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die IT.» Die Stärke der Axpo Informatik liegt für David Spale besonders im Fachwissen um den Energiemarkt: «Unsere Kunden sind zu Recht äusserst anspruchsvoll in Bezug auf das energiemarktspezifische Know-how, welches ein Partner mitbringen muss. In diesem Bereich unterscheiden wir uns deutlich von unseren Mitbewerbern.» Verstärkte Beratung als Kundenbedürfnis Die Axpo Informatik AG wurde 2001 gegründet und beschäftigt zurzeit rund 150 Mitarbeitende. Sie arbeitet vorwiegend für die Unternehmen der Axpo-Gruppe, deren Beteiligungsgesellschaften sowie für die Kantonswerke im Axpo-Verbund. Am Hauptsitz in Baden und in den regionalen Supportorganisationen in Aarau, Beznau, Dietikon, Schaffhausen und Zürich betreuen die Spezialistinnen und Spezialisten aktuell 3200 Anwender und rund 500 Applikationen in der ganzen Schweiz und in verschiedenen Destinationen innerhalb Europas. Das Kundenumfeld ist sehr heterogen, und die Anforderungen an die IT beispielsweise im internationalen Stromhandel sind gross. Standardisierte Lösungen kommen deshalb nur selten zum Einsatz. Für die Axpo Informatik, die seit Januar 2006 von Robert Gebel geführt wird, stehen die Bedürfnisse der Kunden an erster Stelle. «Im vergangenen Jahr haben wir die strategische Ausrichtung der Axpo Informatik noch einmal stärker an die aktuellen Bedürfnisse der Kunden und des Energiemarktes angepasst», erklärt Spale. So wurde zum Beispiel neben den bestehenden Geschäftsbereichen Infrastructure Delivery und Application Delivery per April 2006 der Geschäftsbereich IT Consulting neu geschaffen. Somit kann einem weiteren Kundenbedürfnis Rechnung getragen werden, und das bestehende Angebot wird durch umfassende und lösungsneutrale IT Beratungsleistungen erweitert und gestärkt. Überzeugend durch Leistung, Preis und Know-how Obwohl die meisten Kunden der Axpo-Gruppe und dem Axpo-Verbund angehören, ist für die einzelnen Unternehmen, bis auf ein paar wenige Infrastrukturbereiche, die Zusammenarbeit 3 David Spale IT Security Manager bei Axpo Informatik Titelbild Laufkraftwerk Eglisau am Rhein, erbaut 1921, Leistung 32,5 MW

4 4 mit dem «internen» Informatikdienstleister keine Pflicht. Für David Spale ist es deshalb wichtig, dass die Axpo Informatik neben einem professionellen Service zu marktgerechten Preisen auch eine auf die Energiewirtschaft zugeschnittene Beratung bieten kann. «Dank unserer Herkunft und der klaren Fokussierung auf den Energiemarkt verfügen wir über eine hohe fachliche und technische Kompetenz in den energiewirtschaftlichen Kernthemen, welche unseren Kunden echte Wettbewerbsvorteile bringt und ihre Position jetzt und in Zukunft stärkt.» Spale ist überzeugt dass dieses Knowhow und der kundenorientierte Service ausschlaggebende Gründe sind, weshalb die Unternehmen der Axpo-Gruppe auch in Zukunft Dienstleistungen bei der Axpo Informatik beziehen werden. Liberalisierung als Herausforderung Die Marktliberalisierung, die auch in der Schweiz immer näher rückt, wird auch hierzulande die Branche vor neue Herausforderungen stellen. David Spale sieht die Trends kurzfristig beim steigenden Projekt und Beratungsgeschäft sowie mittelfristig beim wachsenden Service Geschäft. «Um den Anforderungen des Marktes rechtzeitig gerecht zu werden, haben wir in den Schlüsseltechnologien schon früh in Fachwissen und Ressourcen investiert sowie die Beratung professionalisiert.» Die Axpo Informatik ist heute in der Lage, ihren Kunden eine umfassende IT- und Prozessberatung anzubieten. «Wir decken im Geschäftsbereich IT Consulting die Themen IT-Strategie, Governance und Security Management ab», erklärt Spale. «Zudem sind wir in den Bereichen Architekturberatung, Projekt-Management, Requirements-Analysen, Testing sowie Qualitäts- und Prozessmanagement tätig.» Für Spale ist es dabei wichtig festzuhalten, «dass die Beratung nicht isoliert, sondern in enger Verknüpfung mit den Geschäftsbereichen Application Delivery und Infrastructure Delivery angeboten werden kann, um das ganze Potenzial an Energiewirtschafts- und Technologie-Know-how auszuschöpfen.» nommen hat, als spannend und bereichernd. «Obwohl wir intern über ein grosses Know-how im Bereich Security verfügen, setzen wir bewusst auch Mission Control Security Services ein. Die Dienstleistungen von Open Systems und die Zusammenarbeit mit den Sicherheitsingenieuren sind sehr professionell. Die Art und Weise, wie man als Kunde bedient wird, entspricht voll und ganz unseren Vorstellungen von Kundenorientierung und Qualität.» Axpo, die führende Energiegruppe der Schweiz Axpo, die führende Energiegruppe der Schweiz, umfasst die Nordostschweizerischen Kraftwerke AG (NOK), die Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW) sowie die Elektrizitäts-Gesellschaft Laufenburg AG (EGL). Sie vereint Stromproduktion, Transportnetze, Handel, Verkauf und Dienstleistungen unter einem gemeinsamen Holdingdach. Die Axpo betreibt einen leistungsfähigen und CO 2 -freien Kraftwerkspark auf der Basis von Wasserkraft, Kernenergie und neuen Energien. In Produktion, Handel und Verkauf setzt Axpo auf bewährte und neue Partnerschaften in der Schweiz wie in Europa. Über die EGL ist Axpo erfolgreich in den europäischen Strommärkten präsent. Die Axpo-Gruppe ist zu 100% im Besitz der Nordostschweizer Kantone und beschäftigt rund 3000 Mitarbeitende. Der Hauptsitz der Gruppe ist in Baden im Kanton Aargau. Die Axpo ist Hauptsponsor der höchsten Schweizer Fussballliga, der nach ihr benannten Axpo Super League. Haben Sie Fragen zu diesem Artikel? Bitte kontaktieren Sie Ogi Stanovcic, Head of Consulting Rege Zusammenarbeit mit externen Partnern Um die im Ausland tätigen Unternehmen innerhalb der Axpo-Gruppe bedienen zu können, verfügt die Axpo Informatik über eine Supportorganisation, die durch externe Partnerunternehmen ergänzt wird. Auch in ihren Lösungen setzt die Axpo Informatik neben ihren eigenen Dienstleistungen wenn immer möglich und für den Kunden sinnvoll Standardprodukte von Drittfirmen ein. Axpo Informatik ist Microsoft- Gold-Partner, Citrix-Silber-Partner und betreibt in Baden ein zertifiziertes SAP Customer Competence Center. Die Zusammenarbeit mit Open Systems im Bereich IT Security empfindet David Spale, der bei einigen Unternehmen im Mandatsverhältnis die Funktion des IT Security Officers über-

5 «Obwohl wir intern über ein grosses Know-how im Bereich Security verfügen, setzen wir bewusst auch Mission Control Security Services ein. Die Dienstleistungen von Open Systems und die Zusammenarbeit mit den Sicherheitsingenieuren sind sehr professionell. Die Art und Weise, wie man als Kunde bedient wird, entspricht voll und ganz unseren Vorstellungen von Kundenorientierung und Qualität.» David Spale, IT Security Manager bei Axpo Informatik 5

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7 Fokussiert auf die Kernkompetenz Der Konzern-Entscheid, die IT zukünftig national zu organisieren, kam für die Schweizer Ländergesellschaft der international tätigen Axima überraschend. Trotzdem konnte die Herausforderung, die darin bestand, innert kürzester Zeit ein neues Sicherheitsdispositiv aufzubauen, gemeistert werden. Mit dem Resultat und der daraus entstandenen Zusammenarbeit sind die Verantwortlichen von Axima mehr als zufrieden. Volker Dostmann Finanzchef bei Axima Beat Flachmüller Leiter IT-Operations bei Axima 7 Volker Dostmann Finanzchef, Axima Beat Flachmüller Leiter IT-Operations, Axima

8 8 Seit bald fünf Jahren setzt die Schweizer Ländergesellschaft von Axima, ein führendes Unternehmen für Planung, Realisation, Unterhalt und Betrieb sowie Renovation von technischen Infrastrukturen, auf Mission Control Security Services. 360 sprach mit dem Finanzchef Volker Dostmann und dem Leiter IT-Operations Beat Flachmüller über genau budgetierbare Kosten, Risikoabwälzung und weshalb sich ein Unternehmen dank guten Partnern auf seine Kernkompetenzen konzentrieren kann. Die erste Frage geht an den Finanzchef: Herr Dostmann, weshalb setzen Sie auf Mission Control Security Services? Dostmann: Ganz einfach: Weil wir unsere Geschäftsidee nicht nur bei unseren Kunden predigen, sondern auch selber leben. Wie bitte? Das müssen Sie uns jetzt aber genauer erklären Dostmann: Axima betreut für ihre Kunden gebäudetechnische Anlagen und technische Infrastrukturen während des ganzen Lebenszyklus. Unsere Kunden vertrauen uns, weil wir ihnen mit unserem Fach- und industriespezifischen Know-how partnerschaftlich zur Seite stehen und sie sich dafür auf ihre Kernkompetenz konzentrieren können. Genau die gleiche Partnerschaft verbindet uns mit Open Systems. Nur dass wir in diesem Fall die Kunden sind. In dem Sinne verfolgen Open Systems und Axima die gleiche Geschäftsphilosophie. Sie haben Open Systems die Sicherheitsverantwortung übertragen, um sich auf Ihr Kerngeschäft zu konzentrieren? Dostmann: Nicht ganz. Die Verantwortung für die IT-Sicherheit tragen wir selber mit unseren internen Spezialisten. Sie haben auch das Sicherheitskonzept erarbeitet, welches jetzt mit Open Systems umgesetzt wird. Flachmüller: Die Verantwortung für Security bleibt beim Unternehmen. Wir nutzen die Mission Control Security Services für die Umsetzung und den reibungslosen Betrieb unserer Infrastruktur. Durch die Partnerschaft mit Open Systems erschliessen wir uns die Services und das enorme Know-how der Sicherheitsingenieure. Das garantiert uns mit einem geringen internen Personalbestand eine grösstmögliche Sicherheit unserer Netze, mit einer Überwachung rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Weshalb ist Sicherheit für Axima ein so grosses Thema? Flachmüller: Aus operativer Sicht geht es uns in erster Linie um drei Punkte. Erstens: die Verfügbarkeit der Infrastruktur. Damit stellen wir die Vernetzung der über 30 Standorte in der Schweiz unter Berücksichtigung der Baustellen und projektbezogenen Standorte sind es sogar weit über 40 Standorte sowie die Anbindung an unsere Konzernorganisation sicher. Zweitens: die Sicherung vertraulicher Kundendaten. Es ist unsere Pflicht, diese Daten bestmöglich zu schützen. Und drittens: Die dezentrale Organisation der Schweizer Axima-Ländergesellschaft ist ein sehr flexibles und sich rasch veränderndes Umfeld. Deshalb müssen wir in der Lage sein, bei Ausbau- oder Änderungswünschen sowie in Problemsituationen in sehr kurzer Zeit auf die Bedürfnisse der Organisation reagieren zu können, ohne die Verfügbarkeit oder Sicherheit zu gefährden. Dostmann: Zu den drei eben genannten operativen Punkten kommt auf der internationalen Ebene noch ein wichtiger Punkt dazu: die Auditierbarkeit. Als Teil einer internationalen, börsenkotierten Gesellschaft ist die Auditierbarkeit unserer Sicherheitsinfrastruktur von grosser Bedeutung und wird sogar vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Daher müssen wir jederzeit nachvollziehen können, wer aus welchem Grund welche Änderungen an unserer Infrastruktur vorgenommen hat. Und das nicht nur über eine kurze Zeitdauer, sondern über Jahre hinaus.

9 Wie kontrollieren Sie die Leistung von Open Systems? Flachmüller: Das Wichtigste ist für mich die operative Zusammenarbeit. Einerseits kann ich über das Mission-Control-Webinterface jederzeit den Status unserer Netzwerke überprüfen und die Tickets einsehen. Andererseits ist für mich der persönliche Kontakt zu den Ingenieuren der Mission Control ein wichtiger Indikator. Da würde ich sofort spüren, wenn sich in der Qualität des Service etwas verändern würde. Zudem fahren wir mindestens einmal im Jahr einen sogenannten «Penetration-Test», bei dem ein von uns beauftragtes Unternehmen versucht, unser Sicherheitsdispositiv zu durchbrechen. Bisher jedoch ohne Erfolg Hand aufs Herz, Herr Dostmann. Sie als Finanzchef sind ja sicherlich auch an tiefen Kosten interessiert. Wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit mit Open System aus finanziellen Überlegungen? Dostmann: Die Zusammenarbeit bringt uns Vorteile auf mehreren Ebenen: Wie bereits erwähnt, sind wir intern sehr schlank organisiert. Zudem sind die Kosten, die wir für die Services aufwenden, langfristig planbar, absolut transparent und somit auch gut intern verrechenbar. Und zu guter Letzt wälzen wir mit der Zusammenarbeit das komplette Technologierisiko auf Open Systems ab. Das ist aus meiner Sicht ein nicht zu unterschätzender Faktor in der Planung und Kalkulation unserer Budgets. Abwälzen von Risiken klingt interessant. Was meinen Sie genau damit? Dostmann: Wir beziehen mit den Mission Control Security Services eine umfassende Dienstleistung, das heisst, Open Systems bietet uns nicht nur ihr Know-how und ihre Dienstleistungen an, sondern übernimmt auch die Verantwortung für die Hard- und Software. Wir haben die auf unsere Bedürfnisse abgestimmten Services aus der «Menükarte» von Mission Control ausgewählt. Den Rest also den Betrieb, die Überwachung, die Aktualisierung der Software und die Wartung der Hardware erledigt Open Systems. Das gesamte Technologierisiko im Bereich Hard- und Software liegt also nicht mehr bei Axima, sondern bei Open Systems. Denken Sie nur an die vielen neuen Releases, die wir in einem Jahr fahren müssten. Oder die Wartung der Geräte vor Ort, von einem Generationenwechsel der Hardware gar nicht zu sprechen. Wir beziehen den Service zu fixen und uns genau bekannten Konditionen. Die Zusammenarbeit mit Open Systems hat deshalb unser Technologierisiko im Bereich IT-Sicherheit marginalisiert und genau kalkulierbar gemacht. Und das ist gut so. Umfassendes Sicherheitsdispositiv in kürzester Zeit «Der Entscheid unserer Muttergesellschaft, die IT in die Verantwortung der Ländergesellschaften zu übergeben, kam überraschend», erinnert sich Volker Dostmann, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Finanzen und Controlling der Schweizer Länderniederlassung von Axima. Die IT des Unternehmens, welches zur französischen Suez-Gruppe gehört, war bis dato zentral organisiert. Der für die Geschäftstätigkeit strategisch wichtige Bereich war durch einen Outsourcing-Vertrag in den festen Händen eines grossen internationalen Anbieters. Dostmann erinnert sich: «Die Entscheidung, die IT national zu organisieren, lag aufgrund der strategischen Neupositionierung des Konzerns auf der Hand. Kritisch für uns war der vorgegebene Zeitplan: Der Konzern liess uns für die komplette Migration gerade einmal drei Monate Zeit.» Sicherheit oberste Priorität «Die Verfügbarkeit und Sicherheit unserer IT- Infrastruktur ist für uns von zentraler Bedeutung», bestätigt Beat Flachmüller, Leiter der IT-Operations. Für ihn war klar, dass bei diesem Projekt nicht nur absolute Professionalität, sondern auch enorme Flexibilität von allen Beteiligten gefragt war. Nur ein eingespieltes Team von Spezialisten konnte den engen Terminplan einhalten und trotzdem die nötige Qualität der Arbeit sicherstellen. «Die Ingenieure von Open Systems, die wir durch die langjährige Zusammenarbeit im Bereich VPN bereits kannten, haben das technische Know-how sowie die entsprechende Erfahrung», meint Flachmüller. «Ohne Berührungsängste arbeiteten sie sofort mit dem von uns gewählten Partner für das Hosting der Daten zusammen, um die nötigen nächsten Schritte zu planen.» In zwei Monaten zum Erfolg Die pragmatische Zusammenarbeit in der Anfangsphase wurde auch während des Projekts zum entscheidenden Erfolgsfaktor. «Open Systems hat es geschafft, in nur zwei Monaten ein umfassendes Sicherheitsdispositiv aufzubauen von der Planung bis zur reibungslosen Migration der Daten.» Die Arbeitsweise, die Open Systems dabei an den Tag legte, erstaunt Flachmüller noch heute. «Das Projekt wurde von Open Systems absolut professionell gemanagt: Ich hatte jederzeit kompetente Ansprechpartner und konnte mich darauf verlassen, dass Hindernisse mit viel Engagement, aber auch der nötigen Portion Pragmatismus und Flexibilität angegangen wurden. Das gab mir die Gewissheit, dass wir den ehrgeizigen Termin einhalten konnten.» Die Unternehmensgruppe Axima Schweiz ist führende Anbieterin von Gesamtlösungen im Bereich Heizung, Lüftung, Klima, Kälte, Sanitär, MSRL, Energie- und Elektrotechnik, Telematik sowie industrielle Medien. Sie unterstützt ihre Kunden während des gesamten Lebenszyklus von gebäudetechnischen Anlagen und technischen Infrastrukturen. Zu Axima Schweiz gehören die in der Gebäudetechnik tätige Axima AG, die im Sanitär- und Heizungsbereich angesiedelte F. Heusser AG, die auf Energietechnik spezialisierte Caliqua AG sowie die in den Bereichen Elektrotechnik und Telematik tätige EP Électricité SA. Das gemeinsame Ziel der in der Gruppe vereinten Gesellschaften: technische Infrastrukturen bereitzustellen, die dem Kunden zu mehr Effizienz im Betrieb, Wohlbefinden am Arbeitsplatz und in der Folge zu besseren Erfolgschancen im Markt verhelfen. Axima Schweiz beschäftigt 1300 Mitarbeitende an über 30 Standorten erwirtschaftete Axima, die zum französischen Grosskonzern Suez gehört, einen Umsatz von 440 Millionen Franken. Haben Sie Fragen zu diesem Artikel? Bitte kontaktieren Sie Ogi Stanovcic, Head of Consulting 9

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11 Von der Phantasie angetrieben, um Fussspuren zu hinterlassen. Christoph Laib IT Consultant 11 Christoph Laib IT Consultant

12 12 «Der Collaborative-Virus hat mich früh gepackt», sagt Christoph Laib, der seit seinem 12. Lebensjahr mit und für die Informatik lebt. Laib denkt in virtuellen Räumen und entwickelt Visionen, wie die Menschen in Zukunft zusammenarbeiten. Am besten gelingt ihm das auf dem familieneigenen Landwirtschaftsbetrieb, wo er mit anpackt und mit beiden Füssen auf dem Boden steht. Christoph Laib lebt in zwei Welten. Die eine Welt besteht aus Bits und Bytes, Collaborative Computing, Netzwerken und 7x24-Verfügbarkeit. Die andere liegt im thurgauischen Berg. Dort, auf dem von seinem Cousin geführten familieneigenen Landwirtschaftsbetrieb mit Ackerbau, Rindermast und Schafszucht, leben neben Laib und seinem Cousin 100 Rinder und 50 Schafe. «Ich bin mir bewusst, dass diese beiden Welten auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben», sagt der 41-jährige Informatiker schmunzelnd. «Für mich aber gehören sie seit meiner Kindheit ganz natürlich zusammen.» Seit gut 30 Jahren nämlich ist Laib auf dem landwirtschaftlichen Grossbetrieb engagiert. Zuerst vor allem während der Sommermonate «als Ferienknecht», später dann, als es darum ging, die für einen solchen Betrieb heutzutage nötige Technologie zu implementieren, als IT-Fachmann. Das Leben mit und für die Natur und der Kontakt zu den Tieren sind für Laib ein guter Ausgleich zur täglichen Arbeit in der IT-Branche. «Es war mir schon immer wichtig, die Natur zu erkunden und Neues zu entdecken.» Auf den vielen Reisen, die ihn auch an sehr aussergewöhnliche Flecken dieser Erde geführt haben, hat Laib, der sich selbst als «chronischen Nomaden» bezeichnet, gelernt, was ihm wichtig ist im Leben: «Ich bin von der Phantasie angetrieben und will Fussspuren hinterlassen.» Glücksfall Gurit Fussspuren hinterlassen hat Laib auch bei Gurit, dem Schweizer Technologiekonzern, der sich nach massiven Veränderungen seit dem vergangenen Jahr konsequent auf die Entwicklung und Herstellung von Hochleistungskunststoffen fokussiert. «Bereits während meines Studiums Ende der 80er-Jahre konnte ich projektbezogen für Gurit damals hiess das Unternehmen noch Gurit Heberlein arbeiten», erinnert sich Christoph Laib. Durch Ludwig Nastansky, den Guru des Collaborative Computings, der zu dieser Zeit an der Hochschule in St. Gallen einen Lehrauftrag hatte, wurde Laib in die faszinierende Welt des Collaborative Computings eingeführt. «Die Möglichkeiten, die Geschäftsprozesse entlang der Wertschöpfungskette organisationsübergreifend zu synchronisieren, haben mich von Anfang an fasziniert», bestätigt Laib, der sehr früh erkannte, dass diese Formen der Zusammenarbeit, ermöglicht durch neue Technologien, der zukünftige Schlüssel zum Erfolg werden würden. «Damals steckte das Thema Globalisierung noch in den Kinderschuhen, und Begriffe wie Networking, virtuelle Teams oder das Internet waren nur in einem kleinen Fachkreis bekannt.» Bei Gurit organisierte Laib die ersten Internetanbindungen, implementierte einen Linux-Server sowie ein auf Lotus Notes basierendes Mailsystem. Der Erfolg liess nicht lange auf sich warten. «Als globales Unternehmen setzte Gurit sehr früh auf die Vernetzung der Standorte über Internet und konnte so rasch wichtige Erfahrungen im Bereich der digitalen Kommunikation und Zusammenarbeit sammeln.» Irgendwann stieg Laib ganz bei Gurit ein und gestaltete die Aufbauphase als CIO mit. «In dieser IT-Pionierzeit konnte ich in Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung von Gurit viele

13 «Mit der Zusammenarbeit mit Open Systems konnte sich Gurit im Bereich IT-Sicherheit ohne grossen Ressourcenaufwand ein enormes Wissen und Manpower an Bord holen und gleichzeitig das Technologierisiko in diesem Bereich vollumfänglich externalisieren.» Christoph Laib, IT Consultant meiner Visionen im Bereich Collaborative Computing verwirklichen», sagt Laib, der heute als externer Berater nach wie vor stark mit Gurit verbunden ist. Netzwerke als Blutgefässe Während dieser Pionier- und Aufbauphase evaluierte Laib auch die Zusammenarbeit mit Open Systems. «Open Systems bot bereits damals innovative Technologie in Kombination mit einem innovativen Service an.» Das Modell passte ausgezeichnet zu den schlanken Strukturen, die sich das Gurit-Management zum Ziel gesetzt hatte. «Mit der Zusammenarbeit mit Open Systems konnte sich Gurit im Bereich IT-Sicherheit ohne grossen Ressourcenaufwand ein enormes Wissen und Manpower an Bord holen und gleichzeitig das Technologierisiko in diesem Bereich vollumfänglich externalisieren.» Die Zusammenarbeit, die seit Herbst 2004 läuft, hat sich im Nachhinein auch für Laib als richtiger Schritt bestätigt. «Die Bedeutung der Netzwerke hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Wer heutzutage die Sicherheit und Verfügbarkeit der Netzwerke nicht mit höchster Qualität sicherstellen kann, hat seine Hausaufgaben nicht richtig gemacht.» Ein weiterer grosser Vorteil der Mission Control Security Services sieht Laib in der Auditierbarkeit. Denn Christoph Laib ist sich sicher: «Die Nachvollziehbarkeit von Aktionen durch das akribische Aufzeichnen über Jahre wird nicht nur aufgrund der neuen regulatorischen Anforderungen enorm an Wichtigkeit gewinnen.» Das 1835 von Georg Philipp Heberlein in Wattwil gegründete Unternehmen Gurit ist auf die Entwicklung und Herstellung von Hochleistungskunststoffen ausgerichtet. Gurit beliefert Wachstumsmärkte in den Bereichen Wind Energy, Transportation (Aerospace, Automotive, Rail) und Marine/Sport/Civil Engineering. Das weltweit tätige Unternehmen beschäftigt rund 1300 Mitarbeitende und verfügt über Produktionsstätten und Niederlassungen in der Schweiz, Deutschland, Grossbritannien, Dänemark, Kanada, Spanien, Australien, Neuseeland, den USA sowie Indien und China. Haben Sie Fragen zu diesem Artikel? Bitte kontaktieren Sie Ogi Stanovcic, Head of Consulting 13

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15 Rennfahrer wollen Rennen gewinnen, das ist logisch. Im November 2005 fährt der damals 19-jährige Tom Lüthi aus Linden im Emmental in Valencia auf seiner Maschine als erster Schweizer Motorradweltmeister in der Achtelliter-Klasse seit 1966 über die Ziellinie. In der Schweiz gingen die Emotionen hoch, Tausende von Fans feierten diesen Triumph. Mit dem Aufstieg in die Viertelliter-Klasse, einem neuen Vertrag als Werksfahrer für die italienische Marke Aprilia und guten Platzierungen in der Rennsaison 2007 tritt Tom Lüthi jetzt erneut ins Rampenlicht. 15 Thomas «Tom» Lüthi Geboren am 6. September Aufgewachsen in Linden im Kanton Bern mit zwei Schwestern. Ledig. Motorradrennfahrer seit Viereinhalb Saisons und über 60 Grands Prix in der Achtelliterklasse, GP-Siege in Le Mans (Frankreich), Brünn (Tschechien) und Sepang (Malaysia) Aufstieg in die Viertelliterklasse mit erfolgreichem Start mit einem 4. und einem 5. Rang. Weitere Infos und Rennberichte unter Folgeseite links Tom Lüthi geht an der Weltmeisterschaft 2007 mit einer Aprilia RSW 250cc an den Start Folgeseite rechts im Gespräch mit seinem langjährigen Teammanager Daniel Ebb

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18 «Die Frage, ob ich Angst habe während der Rennen, wurde mir schon oft gestellt. Immer wieder werde ich gefragt, weshalb ich das Risiko auf mich nehme und welche Sicherheitsvorkehrungen ich treffe, dass mir während der Rennen nichts passiert.» Tom Lüthi, Motorradweltmeister in der Achtelliter-Klasse Auf den ersten Blick erkennt man den Rennfahrer in Tom Lüthi nicht, wenn er einem ohne seine Lederkombi mit den Sponsoren- Logos entgegentritt. Im Gespräch fesselt der 20-jährige Berner dann sein Gegenüber vom ersten Moment an: Man begegnet einem Profisportler, der fokussiert auf sein langfristig definiertes Ziel hinarbeitet, einer reifen Persönlichkeit mit Charme und Witz. Tom Lüthi weiss, was er kann und was er will. Dieses Jahr ist vieles neu für ihn: eine neue Klasse, eine neue Maschine und ein neu zusammengestelltes Team. Das erklärte Ziel der im März gestarteten Rennsaison 2007 ist deshalb nicht das heiss begehrte Treppchen, sondern eine Platzierung unter den Top Ten. Dieses Jahr fahren in der Viertelliter-Klasse 25 Fahrer 17 Rennen auf allen Kontinenten der Erde. Sie alle wollen vorne mit dabei sein. Um sein Saisonziel zu erreichen, muss Tom Lüthi darum in jedem Rennen bewusst Risiken eingehen. Obwohl ihm Sicherheit sehr viel bedeutet. «Die Frage, ob ich Angst habe während der Rennen, wurde mir schon oft gestellt. Immer wieder werde ich gefragt, weshalb ich das Risiko auf mich nehme und welche Sicherheitsvorkehrungen ich treffe, dass mir während der Rennen nichts passiert. Seit ich klein bin, fahre ich Motorrad zuerst mit dem Pocket Bike, später dann mit grösseren Maschinen. Ich bin sozusagen mit dem Motorrad aufgewachsen. Das Thema Sicherheit und eng damit verbunden auch das Risiko und Risikomanagement hat für mich persönlich verschiedene Facetten. Rennfahrer leben nicht besonders gefährlich. Die Strecken, die wir mit unseren Maschinen befahren, sind für uns reserviert und sicherheitstechnisch präpariert. Als Rennfahrer bin ich nur dann erfolgreich, wenn ich schneller fahre als die anderen. Risiko gehört zu meinem Beruf, ich gehe es bewusst ein, um meine Ziele zu erreichen. Team Der wichtigste Erfolgsfaktor ist für mich ein gut funktionierendes Team. Mein Teammanager Daniel Epp hält mir den Rücken frei. Er ist auch mein persönlicher Berater. Durch den Wechsel von der 125er-Honda zur 250er von Aprilia wurde ausser meinem langjährigen Mechaniker Markus Egloff das ganze Emmi-Caffè- Latte-Team personell neu zusammengestellt. Die Crew wurde im Vergleich zur letzten Saison beinahe verdoppelt. Mit Mauro Noccioli haben wir jetzt einen Chefmechaniker im Team, der in der Vergangenheit schon die Motorräder von Superstars wie Valentino Rossi und Loris Capirossi betreut hat und mit den Motorrädern der Marke Aprilia bestens vertraut ist. Die Umstellung auf das veränderte Umfeld und die neuen Bezugspersonen innerhalb des Teams ist mir gut gelungen. Obwohl wir uns im Team noch nicht so lange kennen, ist die Stimmung gut und das Vertrauen untereinander vorhanden. kümmern und mir viele Dinge vom Hals schaffen. Sogar meine Mutter hilft mit und kümmert sich um Autogrammwünsche. Nur so kann ich mich hundertprozentig aufs Motorradfahren konzentrieren. Die Verletzungspausen und die schwierige letzte Saison haben mich stärker gemacht. Es ist schon etwas Spezielles, wenn man nach dem Weltmeistertitel eine Saison lang hinten fährt. Ich musste ganz unten durch und habe dadurch viel gelernt. So habe ich aus dieser Zeit einige Konsequenzen gezogen: Ich arbeitete härter an mir, habe weniger PR-Termine und gönne mir mehr Ruhezeiten. Trotz dem grossen Rummel habe ich mir nicht den Kopf verdrehen lassen. Ich bin trotz meinem Erfolg der Gleiche geblieben. Ich gebe mich so, wie ich bin ob zu Hause, auf der Rennstrecke oder im Fernsehstudio. Bis jetzt habe ich noch keinen Medientrainer gebraucht. Technologie Mit dem Wechsel zu Aprilia ist alles professioneller geworden, und die Zusammenarbeit mit dem Team findet auf einem ganz anderen Level statt. Aprilia stellt drei Techniker, die für Motor, Chassis und Fahrwerk zuständig sind. Die personellen Entscheidungen werden zusammen mit dem Werk gefällt, insbesondere in den Funktionen Chefmechaniker, Telemetry und dem Datarecording. Die Motoren sind ausgereift und technisch auf einem sehr hohen Niveau. Die Marke dominiert zurzeit das Renngeschehen in der Viertelliterklasse klar. Da verwundert es auch nicht, dass immer mehr Geld im Spiel ist. Unser «Emmi Caffè Latte Aprilia Racing Team» geht mit einem Budget von knapp fünf Millionen Franken in die Saison Das ist etwa anderthalb Mal mehr, als wir im Vorjahr zur Verfügung hatten. Den Hauptteil des Budgets investieren wir ins Material. Alleine die Motorräder kosten uns etwas über zwei Millionen Franken im Jahr. und Individuum Obwohl ich nicht in der Lage wäre, meine Leistung ohne das Team zu bringen, sitze ich am Schluss doch alleine auf dem Motorrad. Ich bin in der privilegierten Lage, dass sich viele Spezialisten um mich und meine Maschine und eigene Fähigkeiten Zwei Tage nach dem letzten Rennen in der 125er-Klasse sass ich das erste Mal auf einer 250er-Maschine. Seither haben wir die Aprilia ausführlich getestet. In den vergangenen Monaten bin ich über 3000 Kilometer auf der

19 neuen Maschine gefahren und habe in den Trainings mehrmals ganze Renndistanzen abgespult. Im letzten Jahr konnte ich mich fahrtechnisch noch einmal stark entwickeln. Dank den vielen Trainingskilometern und der Unterstützung meines Riding Coaches Andy Ibbott bin ich auf die erste Saison auf dem 250er-Bike sehr gut vorbereitet. Mit jedem gefahrenen Kilometer steigt die Erfahrung. Jetzt muss ich mir keine Gedanken mehr darüber machen, warum mein Motorrad nicht läuft. Ich frage mich lediglich noch, was die anderen machen, dass sie mit dem gleichen Motorrad noch schneller sind. Körperlich bin ich jetzt mehr gefordert. Das Motorrad hat mit 105 PS doppelt so viel Power wie die Honda von früher. Da braucht es auch physisch mehr Kraft. Das ist aber kein Problem, denn ich bin körperlich fit. Ich habe den ganzen Winter Aufbautraining gemacht, halte mich an einen strikten Ernährungsplan. Allerdings spürt man am Ende eines Rennwochenendes schon, dass man viel Energie verbraucht hat. Alles in allem kann ich sicher sagen, dass mir der Umstieg in die höhere Klasse bis jetzt gelungen ist. Nur in einem Punkt muss ich mich noch verbessern: Meine Italienischkenntnisse lassen stark zu wünschen übrig. Neben Mauro Noccioli und dem Datenanalysten Giampaolo Sossai sind zahlreiche andere Teammitglieder italienischer Herkunft. Zurzeit ist die Hauptsprache im Team Englisch. Aber wenn man für Aprilia fährt, sollte man vielleicht doch besser ein paar Worte Italienisch sprechen. Fahrerfeld Beim Kampf um den WM-Titel in der Viertelliter-Klasse erwarte ich vor allem den amtierenden Champion Jorge Lorenzo wieder ganz vorn. Keiner der bisherigen Fahrer ist in die MotoGP, die Königsklasse der Motorradrennen, umgestiegen. Deshalb fahre ich in dieser Saison in einem sehr starken Feld, in dem ich mich irgendwo etablieren muss. Bei den 250ern sind Profis am Werk, hier gibt es keine Anfänger, die mit Harakiri-Aktionen Gefahr für sich und andere hinaufbeschwören. Man merkt deutlich, dass alle Fahrer über genügend Erfahrung verfügen. Die Zweikämpfe sind hart, werden aber sehr fair ausgetragen. Auf diesem hohen Niveau mitzufahren, ist eine ungeheure Herausforderung für mich, und gleichzeitig ist es das Schönste, was ich mir zurzeit vorstellen kann. und die eigene Taktik Mit den ersten Rennen bin ich ganz zufrieden. Während der Rennen denke nie daran, dass ich der Neuling im Fahrerfeld bin. Es ist ja nur die Klasse neu, die Rennintelligenz bleibt. Ich muss gestehen, mit einigen Veränderungen kämpfe ich schon. Mit der Linienwahl zum Beispiel: Auf der neuen Maschine muss ich jede Strecke neu lernen und mir komplett neue Referenzpunkte suchen. Auch in Sachen Sitzposition und Timing gibt es noch viel zu verbessern. Auch die Reifen erfordern mehr Aufmerksamkeit. Weil man mehr PS hat, nutzen sich die Pneus stärker ab. Das muss man strategisch angehen. Ich habe nach wie vor einen riesigen Respekt vor der Geschwindigkeit, vor allem vor dem Speed in den Kurven. Aber Angst ist keine da. Mit Stürzen muss man immer rechnen. Sie gehören dazu. Wer nie stürzt, fährt nicht an seine Grenzen. Wenn ich stürze, ist es mir wichtig, sofort zu verstehen, weshalb ich gestürzt bin. Man muss sie sich anschauen, sie analysieren, und dann muss man sie verarbeiten. Dann sind sie weg und ich kann nach vorne schauen und mich auf die Zukunft konzentrieren. Ich bin überzeugt, das, wenn man Angst hat vor dem Fahren, man automatisch langsam wird. Daniel Epp und ich haben uns für diese erste Saison das Ziel Top Ten gesetzt. Doch ich bin Rennfahrer, und Rennfahrer wollen die Rennen gewinnen, das ist logisch.» Neue Klasse, neues Motorrad, neues Glück Nach viereinhalb Saisons und über 60 Grands Prix in der Achtelliterklasse hat Tom Lüthi in die 250er-Klasse gewechselt. In den ersten Rennen der Saison konnte sich der «Newcomer» gut behaupten. Das freut das Team, die Sponsoren und natürlich die Zuschauer. Das Emmi Caffè Latte Aprilia Team, wie das Team von Tom Lüthi seit dieser Saison offiziell heisst, ist gut in die Rennsaison 2007 gestartet. Für Tom Lüthi, der als Werksfahrer nicht nur mit dem besten Material ausgerüstet wird, sondern auch vom Know-how der Aprilia-Racing-Abteilung profitiert, konnte sich in den ersten Rennen gut positionieren. Aprilia dominiert zurzeit das Renngeschehen in der Viertelliterklasse klar. Die Marke gehört zu der italienischen Piaggio Group und hat eine Rennabteilung von rund 100 Personen. Die 250er-Klasse ist für Aprilia die Königsdisziplin. Erste Erfolge auf dem Pocket Bike Lüthis Karriere begann 1997 auf einem Pocket Bike debütierte der Emmentaler im deutschen ADAC-Junior-Cup, danach eine IDM-Saison mit sieben GP-Einsätzen in der 125-ccm-Klasse. Die erste komplette GP-Saison 2003 beendete Lüthi im 9. Gesamtrang. Highlight jenes Jahres war der erste Podestplatz im Juni in Montmeló bei Barcelona. Weltmeister und Schweizer des Jahres Ende 2003 stürzte Lüthi schwer. Der Unfall läutete eine äusserst schwierige Phase in seiner Karriere ein. Nach einem knapp verpassten Podestplatz im Oktober 2003 holte Lüthi während elf Monaten keinen einzigen WM-Punkt mehr. Tiefpunkt 2004 war das Rennen in Mugello, Italien, wo er sich bei einem fürchterlichen Sturz das linke Schlüsselbein brach und danach anderthalb Monate pausieren musste. Das Glück kehrte erst auf die Saison 2005 zu Tom Lüthi zurück. Mit Ausnahme des ersten Rennens in Jerez (Spanien), wo ihn ein Kolbendefekt bremste, beendete er die restlichen 15 Prüfungen unter den Top Ten. Vier GP-Siege und insgesamt acht Podestplätze waren die Ausbeute. Den Weltmeistertitel 2005 sicherte sich Lüthi mit einem taktisch herausgefahrenen 9. Platz im letzten Saisonrennen in Valencia. Tom Lüthi wurde 2005 zum Schweizer Sportler des Jahres und zum Schweizer des Jahres in der Kategorie Sport gewählt. 19

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