Schwerpunktthema ADR 2009: Änderungen für Gefahrguttransporte

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1 Seite 1 von 5 Schwerpunktthema ADR 2009: Änderungen für Gefahrguttransporte Inhalt: 1. Neue Kennzeichnung für Gefahrguttransporte 2. Verhalten der Fahrer nach Unfällen 3. Sicherheitsausrüstung im Fahrzeug Druckversion zur Gesamtübersicht 1. Neue Kennzeichnungen für Gefahrguttransporte Die neue ADR 2009 trat zum Jahreswechsel in Kraft mit einer Übergangsfrist bis zum 1. Juli Bis zu diesem Zeitpunkt dürfen Gefahrguttransporte noch nach der alten ADR 2007 durchgeführt werden. Grundlage der neuen Regelungen sind UN-Vorschriften, das UN-Handbuch "Prüfungen und Kriterien" für die Klassifizierung und das "Global harmonisierte System für die Klassifizierung und Kennzeichnung von Chemikalien" (GHS). Kennzeichnung von Versandstücken "freigestellte Mengen" Manche Änderungen erleichtern den Unternehmen die Transporte, andere werden eher komplizierter in der Handhabung. Hierzu zählen zum Beispiel die Regelungen der freigestellten Mengen ("Excepted Quantities"), die man bereits aus der Luftfracht kennt. Gefährliche Güter, die in "freigestellten Mengen" verpackt werden, müssen gemäß der neuen ADR dauerhaft und lesbar gekennzeichnet werden. Hierfür wurde ein neues Kennzeichen entwickelt. Die Mindestgröße muss 100 x 100 mm sein. Folgende Angaben sind erforderlich: 1. Nummer des ersten oder einzigen in Spalte 5 der Tabelle A genannten Gefahrzettels. 2. Absender- und Empfängername, falls nicht schon anderweitig auf der Verpackung vorhanden. Kroschke-Tipp: Fragen Sie nach dem neuen Kennzeichen "freigestellte Mengen" als Blankozeichen (Best-Nr ) oder mit individuellem Eindruck (Best-Nr ). Rufen Sie uns an: 0531/ ! Gefahrgutetiketten für Verpackungen gemäß ADR finden Sie in unserem Blätterkatalog ab Seite 80! Neue Vorschriften für die Kennzeichnung Die wesentlichsten Änderungen der ADR 2009 im Vergleich zur ADR 2007 finden Sie im Kapitel 5. Wir haben für Sie die Neuerungen, Kennzeichnung umweltgefährdender Stoffe, Vorschriften für den Gefahrzettel, Anbringen des Großzettels (Placards) und Änderungen für die orangefarbenen Tafeln

2 Seite 2 von 5 zusammengefasst. Inhalt ADR Besondere Vorschriften für die Kennzeichnung von umweltgefährdenden Stoffen Kennzeichnung von Versandstücken mit umweltgefährdenden Stoffen Anordnung des Kennzeichens für umweltgefährende Stoffe Versandstücke mit umweltgefährdenden Stoffen (gemäß der Kriterien des Absatzes ) müssen dauerhaft mit dem Kennzeichen (vgl. Absatz ) für umweltgefährdende Stoffe gekennzeichnet werden. Folgende Ausnahmen sind Einzelverpackungen und zusammengesetzte Verpackungen, die Innenverpackungen enthalten: - einen Inhalt von höchstens 5 l für flüssige Stoffe - einen Inhalt von höchstens 5 kg für feste Stoffe Das Kennzeichen für umweltgefährdende Stoffe ist neben den gemäß Unterabschnitt vorgeschriebenen Kennzeichen anzuordnen. Die Vorschriften der Unterabschnitte und sind zu erfüllen Das Piktogramm Das Kennzeichen für umweltgefährdende Stoffe muss der hier aufgeführten Abbildung entsprechen. Die Größe muss 100 x 100 mm sein, ausgenommen bei Versandstücken, auf die wegen ihrer Größe nur kleinere Kennzeichnungen angebracht werden können Vorschriften für Gefahrzettel Gefahrzettelmuster Kroschke-Tipp: Bestellen Sie heute noch in unserem Onlineshop das neue Piktogramm. Der Gefahrzettel muss den Mustern (Absatz ) entsprechen. Neuer Zusatz: "Entsprechende Muster, die für andere Verkehrsträger vorgeschrieben sind, mit geringfügigen Abweichungen, welche die offensichtliche Bedeutung des Gefahrzettels nicht beeinträchtigen, sind ebenfalls zugelassen." Auf der oberen Hälfte des Gefahrzettels steht das Symbol (Ausnahmen der Unterklassen 1.4, 1.5 und 1.6 der Klasse 1). Die untere Hälfte enthält: Inhalte der oberen und unteren Hälfte für die Klassen 1, 2, 3, 5.1, 7, 8 und 9 die Nummer der Klasse für die Klassen 4.1, 4.2, und 4.3 die Ziffer "4" für die Klassen 6. 1 und 6.2 die Ziffer "6" Zusätzlich dürfen auf der unteren Hälfte z. B. die UN-Nummer oder eine textliche Gefahrenbeschreibung (z. B. "entflammbar") stehen, insofern diese Inhalte die vorgeschriebenen Elemente nicht verdecken oder beeinträchtigen.

3 Seite 3 von Anbringen der Großzettel (Placards) Anbringung auf Klapptafeln Beförderung in loser Schüttung, Tankfahrzeuge, Batterie-Fahrzeuge etc Orangefarbene Kennzeichnung Trägerfahrzeuge bis l Fassung Neue Vorschrift: Wenn die Großzettel (Placards) auf Klapptafeln angebracht werden, dann müssen diese so angebracht und befestigt sein, dass jegliches Umklappen oder Lösen aus der Halterung während der Beförderung (besonders durch Stöße und unabsichtliche Handlungen) ausgeschlossen ist. Großzettel müssen an beiden Längsseiten und hinten am Fahrzeug angebracht werden. Werden in mehreren Tankabteilungen unterschiedliche gefährliche Güter transportiert, gilt: In Höhe des jeweiligen Tankabteils müssen Großzettel an beiden Längsseiten und hinten angebracht werden. Handelt es sich um jeweils denselben Großzettel, reicht es aus, diesen nur einmal an den Längsseiten und hinten am Fahrzeug zu befestigen. Sind mehrere Großzettel für ein Tankabteil vorgeschrieben, dann müssen diese nahe beieinander angebracht werden. Tankfahrzeuge mit einem höchsten Fassungsraum von Litern benötigen keine Warntafeln an den beiden Längsseiten des Trägerfahrzeugs Beförderungseinheiten mit einem Gefahrgut Wird in einer Beförderungseinheit nur ein gefährlicher Stoff befördert, dann reicht es aus, wenn vorne und hinten Warntafeln mit Nummern angebracht werden Befestigung orangefarbener Tafeln Orangefarbene Tafeln auf Klapptafeln Kennzeichen für umweltgefährdende Stoffe Neue Vorschrift Die Warntafeln müssen unabhängig von ihrer Ausrichtung des Fahrzeuges, z. B. bei Umkippen oder Überrollen des Fahrzeuges, befestigt bleiben. Dieses gilt laut der Übergangsvorschrift ( ) erst ab "Wenn die orangefarbene Tafel auf Klapptafeln angebracht wird, dann muss diese so angebracht und befestigt sein, dass jegliches Umklappen oder Lösen aus der Halterung während der Beförderung (insbesondere durch Stöße und unabsichtliche Handlungen) ausgeschlossen ist. Wenn das Anbringen eines Großzettels (Placards) vorgeschrieben ist, müssen Container, MEGC, Tankcontainer, ortsbewegliche Tanks und Fahrzeuge mit umweltgefährdenden Stoffen das neue Kennzeichen angebracht haben. 2. Verhalten der Fahrer nach Unfällen Eine wichtige Änderung in der ADR 2009 sind die Vorschriften über die schriftlichen Weisungen (Abschnitt 5.4.3) der Fahrer. Nun gilt, dass die Fahrer konkrete schriftliche Anweisungen zum Verhalten nach Unfällen und in Notfallsituationen von dem Arbeitgeber zur Verfügung gestellt bekommen:

4 Seite 4 von 5 Weisungen müssen in schriftlicher Form an einer leicht zugänglichen Stelle in der Fahrzeugkabine mitgeführt werden. Die Verhaltensvorschriften müssen in einer für die Fahrzeugbesatzung verständlichen Sprache verfasst sein. Kommt die Fahrzeugbesatzung aus verschiedenen Sprachräumen, dann muss der Weisungstext in der jeweiligen Sprache vorhanden sein. Der Arbeitgeber muss sich davon überzeugen, dass die Fahrzeugbesatzung die Anweisungen versteht und richtig anwenden kann. Vor Fahrantritt müssen sich die Mitglieder der Fahrzeugbesatzung selbst über die geladenen gefährlichen Güter informieren. Sie müssen die Anweisungen lesen und für den Notfall wissen, wie sie sich zu verhalten haben. Die Weisungen müssen in Form und Inhalt einem vorgeschriebenen Muster entsprechen. Die ADR 2009 und Muster für die schriftliche Weisung können Sie beispielsweise beim TÜV Rheinland kostenpflichtig bestellen. 3. Sicherheitsausrüstung im Fahrzeug In der ADR 2009 ist detailliert vorgeschrieben, mit welchen Ausrüstungsgegenständen das Fahrzeug für den Notfall ausgestattet sein muss. Einige Gegenstände müssen immer an Bord sein, andere Schutzausrüstungen sind abhängig von der Ladung des Fahrzeugs. Diese Ausrüstung ist obligatorisch im Fahrzeug mitzuführen: ein Unterlegkeil je Fahrzeug, der auf Gewicht und Raddurchmesser passt zwei selbststehende Warnzeichen (zum Beispiel Warndreieck) Augenspülflüssigkeit Diese Schutzkleidung braucht jedes Mitglied der Fahrzeugbesatzung: eine Warnweste (nach DIN 471) ein tragbares Beleuchtungsgerät (Taschenlampe) ein Paar Schutzhandschuhe eine Augenschutzausrüstung (Schutzbrille) Für den Transport einiger Gefahrenklassen sind diese zusätzlichen Ausrüstungen vorgeschrieben: an Bord von Fahrzeugen für die Gefahrzettel-Nummern 2.3 oder 6.1 muss sich für jedes Mitglied der Fahrzeugbesatzung eine Notfallfluchtmaske befinden eine Schaufel nur für Gefahrenzettel-Nummern 3, 4.1, 4.3, 8 und 9 ein Auffangbehälter aus Kunststoff für Gefahrenzettel-Nummern 3, 4.1, 4.3, 8 und 9 Kroschke-Tipp: Für Gefahrguttransporte haben wir speziell einen Gefahrgutkoffer mit Schutzausrüstungen für die Mitglieder der Fahrzeugbesatzung zusammengestellt. In unserem elektronischen Blätterkatalog finden Sie weitere wichtige Produkte für die Kennzeichnung gemäß ADR 2009, orangefarbene Warntafeln und für Ladungssicherheit. Oder rufen Sie uns einfach an: 0531/ Unser Expertenteam berät Sie gern!

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