Das Bamberger Universitätsschulkonzept Forschungsbasierte Lehre aus der Praxis - für die Praxis Detlef Sembill

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1 Das Bamberger Universitätsschulkonzept Forschungsbasierte Lehre aus der Praxis - für die Praxis Detlef Sembill Publikation Vorlage: Datei des Autors Eingestellt am unter Autor Prof. Dr. Detlef Sembill Veranstaltung 5 Jahre Universitätsschule - Bilanz und Perspektiven Arbeitstagung der Hanns-Seidel-Stiftung am 06./ im Bildungszentrum Wildbad Kreuth Empfohlene Zitierweise Beim Zitieren empfehlen wir hinter den Titel des Beitrags das Datum der Einstellung und nach der URL-Angabe das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse anzugeben. [Vorname Name: Titel. Untertitel (Datum der Einstellung). In: (Datum Ihres letzten Besuches).]

2 Das Bamberger Universitätsschulkonzept Forschungsbasierte Lehre aus der Praxis für die Praxis Prof. Dr. Detlef Sembill und Mitarbeiter/innen

3 Agenda 1. Struktur des Universitätsschulkonzepts 2. Ziele und Maßnahmen des Universitätsschulkonzepts 3. Qualitätssicherung der beruflichen Aus- und Weiterbildung durch reflektierte und empirisch begründete Praxisprojekte 4. Forschung und deren Rückfluss in die Institutionen 5. Fortbildungen in Kooperation mit den Universitätsschulen, Studienseminaren und regionalen Unterstützungssystemen 6. Ausblick Folie 2

4 Universität Universitätsschule Studienseminar Masterarbeit 9. Semester 8. Semester Erarbeitung von Unterrichtsmaterialien und Transfermöglichkeiten von Forschungsergebnissen im Rahmen von Lehrveranstaltungen Patenlehrkräfte und Lehrkräfte 7. Semester Bachelorarbeit 5. Semester 4. Semester 3. Semester Universitätsschulpraktikum, Schulpraktikum und Hochschuldidaktisches Praktikum Koordinator und wissenschaftliche Mitarbeiter Seminarvorstand Seminarlehrkräfte & Referendare 2. Semester 1. Semester Hospitationspraktikum Seminarlehrkräfte Folie 3

5 Präambel Die Bamberger Universitätsschulen kooperieren intensiv mit dem Bamberger Fachbereich im Rahmen von Forschungsprojekten. entwickeln und verdichten die vorhandenen theoretischen und praktischen Erfahrungen der Studierenden im Universitätsschulpraktikum bis hin zur Entwicklung neuer praxisrelevanter Fragestellungen. ermöglichen so Innovationen und tragen damit aktiv zur empirisch geprüften Verbesserung der beruflichen Bildung bei. Folie 4

6 Ziele und Maßnahmen Stärkere curriculare Vernetzung der ersten und zweiten Phase der Lehrerausbildung (LAB) Gelingensbedingungen Regelmäßige Kommunikation und Kooperation Kalibrierung von curricularen Zielvorstellungen Valorisierung praxisrelevanter Forschungsprojekte Stärkere institutionelle Vernetzung zwischen Schule und Universität Gemeinsam ermöglichte Potenzialentfaltung aller Involvierten durch das Universitätsschulpraktikum (Professionelle Begleitung, Implementierung empirisch geprüfter didaktischer Innovationen, Anbahnung von qualitativen und quantitativen empirischen Masterarbeiten, etc.) Nachhaltige Ergebnissicherung durch Transferprozesse (Fortbildungen zu aktuellen wissenschaftlichen Themen, Teilhabe an der Forschungsentwicklung wie an Veränderungen von Schulentwicklungen, Ausarbeitung und Einsatz von Lehr-Lern-Materialien, Einführung von SummerSchools, etc.) Folie 5

7 Stärkere Vernetzung der ersten und zweiten Phase der Lehrerausbildung Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Studierenden und Referendaren/Referandarinnen an der Einsatzschule* 2% 1% 14% 7% 2% 3% Organisatorische und strukturelle Faktoren Klassenführung Disziplinprobleme Ausbildung Unterricht 71% Austausch von Erfahrung und Material Sonstiges * Befragung aller Referendare und Referendarinnen im beruflichen Bereich in Bayern 2014 Folie 6

8 Curriculare Kompatibilität zwischen dem Studienseminar und der Universität Große Gemeinsamkeiten und Schnittstellen zwischen beiden Curricula, insbesondere in den Bereichen: Forschende Haltung Persönlichkeitsentwicklung Belastungsreduktion Wertebildung Problemlösekompetenz Pädagogische Diagnostik Diese Konzepte und Aspekte sind strukturell und inhaltlich bereits im Konzept des Selbstorganisierten Lernens (SoLe) modelliert und auf empirische Evidenz geprüft (SEMBILL 1992 et passim). Die generelle Ausrichtung des Studiums auf die Verbesserung komplexer Problemlösefähigkeit findet auch seinen Eingang in die aktuelle Forschung zu computerbasierten Lern- und Testumgebungen im ASCOT- Programm des BMBF. Folie 7

9 Qualitätssicherung der beruflichen Aus- und Weiterbildung durch reflektierte und begründete Praxisprojekte Entdeckungszusammenhang Entwicklung Prüfung Kor- rektur Dissemination z.b. via Lehrerfortbildung Einsatz in der Fläche Begründungszusammenhang Verwertungszusammenhang t Folie 8

10 Kernprojekte der Bamberger Universitätsschulen (1) Projekt 1: Implementation selbstorganisierten Lernens im Rechnungswesenunterricht. Studierende erarbeiten in arbeitsteiligen Gruppen komplexe Lehr-Lern-Arrangements. Projekt 2: Planspiele im Einzelhandel. Gezielte Auswahl, didaktische Analyse und Implementation von Planspielen im Unterricht. Projekt 3: Haptische Unternehmenssimulation im Einsteigerunterricht Rechnungswesen. Studierende betreuen und evaluieren dieses sehr handlungsorientierte Lehr-Lern-Arrangement als Folgeprojekt zu ihrem Praktikum. Projekt 4: Prozessorientierung im Unterricht durch Integration einer ERP-Software. Studierende entwickeln lernfeldorientierte Lehr-Lern-Arrangements unter Integration einer ERP-Software im Unterricht von Einzelhandelsklassen. Folie 10

11 Kernprojekte der Bamberger Universitätsschulen (2) Projekt 5: Reduzierung von Belastung/Stress im Unterricht. Burnout und Langeweile sind Geschwister u.a. als Folge unangemessener Beschulung. Im Sinne eines kontinuierlichen Veränderungsprozesses werden personale und lernorganisatorische Kompetenzen auf den Prüfstand gestellt und weiterentwickelt. Projekt 6: Wertethik/Berufsethos. Kulturelle Entäußerungen (Sprache, Handlungen und Artefakte), die spezifische ethische Werthaltungen implizieren, sind zu reflektieren, um einen adäquaten Umgang mit Integrationsproblemen jeglicher Art zu ermöglichen. Projekt 7: Vernetzung der LAB-Phasen. Erfassung des Veränderungsbedarfs; Fortbildungsangebote/Transferförderung und Evaluation. Projekt 8: Pädagogische Diagnostik. Systematische Fehleranalysen und Konsequenzen für didaktisches Handeln. Folie 11

12 Bachelor Master Promotion Tobias Kärner, Dipl.-Wirt.-Ing. (FH), MA WiPäd/WI Habilitation Erwartungswidrige Minderleistung und Belastung im kaufmännischen Unterricht. 13 Masterarbeiten und 2 Diplomarbeiten. Beispielthema: Neurofeedback bei Aufmerksamkeitsproblemen Empirische Prüfung psychologischer, physiologischer und pädagogischer Aspekte als Grundlage für praktizierende Lehrkräfte. Übertragung von erworbenen diagnostischen und didaktischen Kenntnissen durch Masterabsolventen/innen im Referendariat. 84 Seminararbeiten zu den Themen Stress und Bewältigung aus physiologischer und psychologischer Perspektive. Beispielthema: Stress, Lernen und Gedächtnis: Psychologische und neurophysiologische Aspekte. 8 Bachelorarbeiten zu den Themen Minderleistung, Stress und diagnostische Lehrerfähigkeiten. Blockseminare Stress und Belastung in Lehr Lern Kontexten als Fortbildungsveranstaltung für Patenlehrkräfte und Beratungslehrer.

13 Bachelor Master Promotion Habilitation ERP-Systeme im kaufmännischen Unterricht Empirisch überprüftes, praxiserprobtes Unterrichtsarrangement zur prozessorientierten Einführung von ERP- Systemen 7 Masterarbeiten zu Enterprise Resource Planning 6 Masterarbeiten zur Konzeption elektronisch unterstützter LLA Schulungen für Lehrkräfte zum Einsatz von Microsoft Dynamics NAV und Moodle 53 Seminararbeiten zu soziotechnischen Rahmenbedingungen und Aspekten einer Fachdidaktik der Wirtschaftsinformatik 5 Bachelorarbeiten zu Enterprise Resource Planning im kaufmännischen Unterricht 48 Seminararbeiten zur Konzeption elektronisch unterstützter LLA 2 Bachelorarbeiten zur didaktischen Nutzung webbasierter Anwendungssysteme Programm zur Berechnung des Einsparpotenzials durch Virtualisierung schulinterner EDV-Systeme Wartung und Betrieb des Moodle-Systems und Hosting mehrerer virtueller Kursräume auf Servern des Lehrstuhls für Clemens Frötschl, Dipl.-Hdl./WI, Informatikkaufmann

14 Fortbildungen in Kooperation mit Studienseminar, Universitätsschulen und regionalen Unterstützungssystemen Implementierung selbstorganisierten Lernens im Unterricht Stress und Belastung in Lehr-Lern-Kontexten Lehr-Lern-Arrangements mit Moodle/ERP elektronisch unterstützen: Eine einführende Schulung für Lehrende Komplexe Simulationsformen im Unterricht Methodenwochenende für Studierende auf Schloss Schney mit Patenlehrkräften Binnendifferenzierung an berufsbildenden Schulen für QmbS-Berater, SE- Moderatoren und Evaluatoren der Regierung von Oberfranken Innere Differenzierung und psychologische wie pädagogische Diagnostik Übernahme von Lehraufträgen für einzelne Module durch (Seminar-/Paten-)Lehrkräfte Ergänzend: Bürokratie an Schulen: Verbündete, Gegenspielerin und/oder notwendige Mitstreiterin Folie 14

15 Ausblick Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Studienseminar und Universität, insbesondere zu Aspekten der Valorisierung, etwa bei der Reflexion (fach-)didaktischer Möglichkeiten im Zuge der Hausarbeiten für das zweite Staatsexamen oder der Modellierung einer studentischen Unterstützung Ausbau der SummerSchools (Unterstützungsangebote für Lernschwache, insbesondere im ReWe- sowie im Sprachunterricht durch Lehrpersonen und Studierende) Einbindung des universitären Angebots in die regionale Lehrerfortbildung (3. Phase) Verkürzung der Disseminationszeiten von Ergebnissen der Praxisprojekte Verstetigung der universitären Gelenkstelle (Koordination zwischen Universität, Schule und Studienseminar) Folie 15

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