Schulsozialarbeit in der Schweiz Grundlagen und Herausforderungen

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1 "Ein Blick über den Tellerrand: Schulsozialarbeit/Jugendsozialarbeit an Schule im internationalen Vergleich«, Berlin, Sarina Ahmed, Fachhochschule Nordwestschweiz, Basel Schulsozialarbeit in der Schweiz Grundlagen und Herausforderungen,

2 Gliederung Allgemeine Verortung: Kontext «Schweiz», Kinder- und Jugendhilfe in der Schweiz Rahmenbedingungen: Rechtliche Verortung, Trägerschaft, Ausbildung, Qualifizierung und Qualitätssicherung Profile und Diskurse: Leitlinien, Ziele, Arbeitsprinzipien und Konzepte Herausforderungen

3 Kontext «Schweiz»: 8, 1 Mio Einwohner_innen - davon 20% unter 18 Jahren, SchülerInnen Förderale Struktur 26 teilsouveräne Kantone Dreigliedriges Schulsystem, 9 Jahre Schulpflicht 4 offizielle Amtssprachen Deutsch (73,3 % alle Schweizer_innen) Fokus: deutschsprachige Schweiz

4 Kinder- und Jugendhilfesystem (vgl. Schnurr 2012) Horizontale und vertikale Fragmentierung «Heterogenität», «Komplexität» und «Kleinräumigkeit» als spezifische Merkmale der KJH. - Autonomie der Kantone bedingt eine Vielfalt der Angebots- und Steuerungsstrukturen. Die Zuständigkeiten für Fachdienste liegen grundsätzlich in mehreren kantonalen Direktionen (z.b. in Sozial- Bildungs- oder in der Sicherheits-Direktion etc.) und ob soziale Fachdienste kantonal oder kommunal (Gemeindeebene) verantwortet werden, ist höchst unterschiedlich. - Es gibt kaum «Freie Träger» - Öffentlichen Träger haben klaren Vorrang - Es gibt keine bundesgesetzliche Verankerung der Kinder- und Jugendhilfe (kein Kinder- und Jugendhilfegesetz; Keine Jugendämter. Für Kinderschutz: Kinder- und Erwachsenenschutzbehörden).

5 Rahmenbedingungen der Schulsozialarbeit I Unterschiedliche Sprachregionen haben unabhängige Entwicklungen des Ausbaus der Schulsozialarbeit (SSA) In der Deutschschweiz: Ausbau seit Ende der 1990er Jahre an Sekundarstufe I - überproportionaler Anstieg der SSA im Vergleich mit anderen Angeboten der KJH SSA ist ein Angebot neben anderen schulnahen Diensten (Schulpsych. Dienst, Logopädie) im Kontext Schule, jedoch Keine rechtliche Verankerung auf Bundesebene Überwiegend: Kommunale Trägerschaft in schulischer Zuständigkeit

6 Rahmenbedingungen der Schulsozialarbeit II Grosse Differenzen hinsichtlich der Rahmenbedingen (z.b. Stellenausstattung) BA Soziale Arbeit und CAS SSA Qualitätssicherung: Supervision, Evaluationen Qualitätsrichtlinien von AvenirSocial,

7 Profil und Leitlinien der Schulsozialarbeit Keine einheitliche Ausrichtung unterschiedliche Zielgruppenbestimmung unterschiedliche Arbeitsprinzipien

8 Arbeitsprinzipien der Schulsozialarbeit (Kanton Basellandschaft) Dienstleistungsorientierung Freiwilligkeit Partizipation, Aushandlung und Ko-Produktion Niederschwelligkeit Rollendarstellung und Präsenz Schweigepflicht und Datenschutz Systemisches Denken und Handeln Geschlechterdifferenzierung

9 Arbeitsprofile Vier Arbeitsbereiche finden sich in vielen Konzeptionen und Handreichungen zur SSA - Beratung - Interdisziplinäre Fallarbeit - Durchführung schulinterner Projekte - Präventionsarbeit und soziokulturelle Animation (Jugendarbeit) Beratung und die Fokussierung auf Einzelfälle überwiegt

10 Arbeitszeitverwendung in der Schulsozialarbeit (aus: Baier/Heeg 2011, S. 20ff.) Ergebnisse aus 5 Evaluationen der SSA in 5 Gemeinden der Dt.Schweiz Beratungsgespräche für einzelne SchülerInnen überwiegen. In der Regel sind es vier bis sechs Sitzungen pro Schüler/in Thematisch allerlei Themen, wobei sich empirisch 3 Themen als zentral erweisen: 1) Konflikte und Probleme mit anderen Kindern/Jugendlichen 2) Probleme mit Lehrkräften und in Schule 3) Persönliche Probleme und Herausforderungen der Lebensbewältigung Standort D Standort C2 Standort C1 Standort B Standort A

11 Fachliche Diskurse zur Schulsozialarbeit (vgl. Baier 2011) Schulorientierung vs. Subjektorientierung Prävention vs. Bildung, Kinderrechte Früherkennung vs. Dienstleistungsorientierung

12 Herausforderungen Profilbildung speziell Schulsozialarbeit im Kindergarten und Primarbereich Schulsozialarbeit im Kontext von Tagesschulen Vernetzung und Austausch (Gesamtschweiz) 12

13 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

14 Literatur: Baier, Florian (2011). Schulsozialarbeit in der Schweiz. In: Baier, Florian/Deinet, Ulrich (Hg.). Praxisbuch Schulsozialarbeit. Methoden, Haltungen und Handlungsorientierungen für eine professionelle Praxis. Opladen: Barbara Budrich. S Baier, Florian/Heeg, Rahel (2011). Praxis und Evaluation von Schulsozialarbeit. Sekundäranalysen von Forschungsdaten aus der Schweiz. Wiesbaden: VS Verlag. Drilling, Matthias/Fabian, Carlo (2010). Schulsozialarbeit in der Schweiz und in Lichtenstein. In: Speck, Karsten/Olk, Thomas (Hg.). Forschung zur Schulsozialarbeit. Stand und Perspektiven. Weinheim/München: Juventa. S Kanton Baselland: Rahmenkonzept Schulsozialarbeit. schulsozialdienst_bl.pdf Schnurr, Stefan (2012). Grundleistungen der Kinder- und Jugendhilfe. In: Gewalt und Vernachlässigung in der Familie: notwendige Massnahmen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe und der staatlichen Sanktionierung. Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulats Fehr ( ) vom 5. Oktober 2007; Bern: BSV, S

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