Übung zur Vorlesung Grundlagen des Rechnungswesens (GRREWE)

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1 1 Institut für Wirtschaftsprüfung und Steuerwesen Lehrstuhl für Revisionsund Treuhandwesen Dr. Andreas Mammen Dr. Ralf Wißmann Grundlagen des Rechnungswesens (GRREWE) Wintersemester 2012/2013 Übung zur Vorlesung Grundlagen des Rechnungswesens (GRREWE)

2 Aufgabe 16) Die Eröffnungsbilanz zum hat folgenden Inhalt. 2 Aktiva Eröffnungsbilanz zum Passiva A. Anlagevermögen I. Sachanlagen II. Finanzanlagen A. Eigenkapital B. Verbindlichkeiten B. Umlaufvermögen I. Waren II. Forderungen III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

3 3 Ergänzende Angaben zur Eröffnungsbilanz: - Die Position Sachanlagen ( ) besteht aus den beiden Aktivkonten Grundstücke und Gebäude ( ) und Betriebs- und Geschäftsausstattung ( ). - Bei dem Posten Forderungen handelt es sich um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. - Die flüssigen Mittel Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten ( ) setzen sich aus den Konten Kasse ( ) und Guthaben bei Kreditinstituten ( ) zusammen. - Der Bilanzposten Verbindlichkeiten ( ) ergibt sich aus den Passivkonten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ( ) und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ( ). Im laufenden Geschäftsjahr 2009 sind nachstehende buchführungspflichtige Vorgänge angefallen.

4 4 (1) Wareneinkauf auf Ziel (2) Banküberweisung zur Begleichung einer fälligen Lieferantenverbindlichkeit (3) Kauf einer neuen EDV-Anlage ; die Bezahlung erfolgt mittels Bankscheck. (4) Errichtung eines Postgirokontos und Einzahlung von in bar. (5) Teilauszahlung eines Bankdarlehens in Höhe von ; der Betrag wird auf dem Girokonto bereitgestellt. (6) Erwerb von festverzinslichen Wertpapieren zur langfristigen Kapitalanlage ; der Wertpapierkauf wird über das Bankkonto abgerechnet. (7) Begleichung einer Lieferantenrechnung durch Postgiroüberweisung (8) Ein Kunde bezahlt seine Schulden aus einem Warengeschäft in bar

5 5 (9) Kauf einer Lagerhalle ; der Kaufpreis wird durch Überweisung vom Darlehenskonto bei der Sparkasse beglichen. (10) Die jährliche Darlehensrate für den bei der Sparkasse aufgenommenen Kredit wird bar einbezahlt (11) Wareneinkauf ( ); werden in bar bezahlt, über den Rest akzeptiert der Kaufmann einen vom Lieferanten ausgestellten Wechsel. (12) Anschaffung eines neuen Firmen-Pkw ; die Bezahlung erfolgt durch Banküberweisung. Die Salden der Bestandskonten stimmen mit den Ergebnissen der Inventur überein.

6 6 Aufgabe: (a) (b) (c) (d) Eröffnen Sie die Bestandskonten unter Verwendung des Eröffnungsbilanzkontos (die Zerlegung der Eröffnungsbilanz in Aktiv- und Passivkonten hat analog zur Zusammenfassung der Bestandskonten zu den Posten der Vorjahresschlussbilanz zu erfolgen). Fertigen Sie die Buchungssätze an und verbuchen Sie die Geschäftsvorfälle. Die Umsatzsteuer ist zu vernachlässigen. Schließen Sie die Bestandskonten ab. Erstellen Sie die Schlussbilanz zum unter Beachtung der Gliederung der Vorjahresbilanz.

7 Lösung zu a) 7 Grundstücke und Gebäude an Eröffnungsbilanzkonto (EBK) Betriebs- und Geschäftsausstattung an EBK Finanzanlagen an EBK Waren an EBK Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an EBK Guthaben bei Kreditinstituten an EBK Kasse an EBK EBK an Eigenkapital EBK an Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten EBK an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

8 Lösung zu b) (1) Waren an Verbindlichkeiten aus LuL (2) Verbindlichkeiten aus LuL an Guthaben bei Kreditinstituten (3) BGA an Guthaben bei Kreditinstituten (4) Postgiro an Kasse (5) Guthaben bei Kreditinsti. an Verbindl. gegen. Kreditinsti (6) Finanzanlagen an Guthaben bei Kreditinstituten (7) Verbindlichkeiten aus LuL an Postgiro (8) Kasse an Forderungen aus LuL (9) Grundstücke und Gebäude an Verbindl. gegen. Kreditinsti (10) Verbindl. gegen. Kreditinst. an Kasse (11) Waren an - Kasse Schuldwechsel (12) BGA an Guthaben bei Kreditinstituten

9 9 Exkurs: Wechsel bilanzielle Differenzierung in: Besitz- und Schuldwechsel Besitzwechsel o = Wechsel, bei denen der Bilanzierende als Wechselnehmer (Remittent) eine Wechselforderung gegen den Aussteller hat o Verbuchung auf den aktiven Bestandskonten Besitzwechsel bzw. Wechselforderungen Sofern sich das Verkaufsgeschäft und die Hereinnahme des Wechsels gleichzeitig vollziehen, dann lautet Buchungssatz: Besitzwechsel an -Warenverkauf - Umsatzsteuer

10 10 Schuldwechsel o = Wechsel, bei denen der Bilanzierende als Wechselschuldner (Akzeptant) auftritt o Verbuchung auf den passiven Bestandskonten Schuldwechsel bzw. Wechselverbindlichkeiten Sofern sich das Kaufgeschäft und die Annahme des Wechsels gleichzeitig vollziehen, dann lautet Buchungssatz: - Wareneinkauf an Schuldwechsel - Vorsteuer

11 11 Lösung zu c) Schlussbilanzkonto (SBK) an Grundstücke und Gebäude SBK an Betriebs- und Geschäftsausst SBK an Finanzanlagen SBK an Waren SBK an Forderungen aus LuL SBK an Guthaben bei Kreditinstituten SBK an Postgiro SBK an Kasse Eigenkapital an SBK Verbindl. gegen. Kreditinst. an SBK Verbindl. gegen. LuL an SBK Schuldwechsel an SBK

12 12 Lösung zu d) In Anlehnung an die Gliederung der Vorjahresbilanz sind - die Aktivkonten Grundstücke und Gebäude und Betriebs- und Geschäftsausstattung zu der Position Sachanlagen, - das Guthaben bei Kreditinstituten, das Postgiroguthaben und der Kassenbestand zu einer gleichlautenden Einheit und - die Passivkonten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Schuldwechsel zum Posten Verbindlichkeiten zusammenzufassen. Die restlichen Posten des SBK können unmittelbar in die SB übertragen werden.

13 Eigenkapital Verbindlichkeiten ggü. Kredit. Verbindlichkeiten aus LuL 13 S EBK H S Grundstücke und Gebäude H SBK (EB) Grundstücke BGA Finanzanlagen Waren Forderungen aus LuL Guthaben bei Kreditinstitut. Kasse EBK (AB) (9)

14 14 S Betriebs- und Geschäftsausstattung H S Finanzanlagen H EBK (AB) (3) (12) SBK (EB) EBK (AB) (6) SBK (EB) S Waren H S Forderungen aus LuL H EBK (AB) (1) SBK (EB) EBK (AB) (8) SBK (EB) (11)

15 15 S Guthaben bei Kreditinstituten H S Postgiro H EBK (AB) (5) (4) (7) SBK (EB) (2) (3) (6) (12) SBK (EB) S Kasse H S Eigenkapital H EBK (AB) (8) SBK (EB) EBK (AB) (4) (10) (11) SBK (EB)

16 16 S Verbindlichkeiten gegenüber Kredit. H S Verbindlichkeiten aus LuL H (10) SBK (EB) EBK (AB) (1) EBK (AB) (5) (9) (2) (7) SBK (EB)

17 17 S Schuldwechsel H S SBK H SBK (EB) (11) Grundstücke und Gebäude BGA Finanzanlagen Waren Forderungen aus LuL Guthaben bei Kredit. Postgiro Kasse Eigenkapital Verbindlichkeiten gegenüber KI Verbindlichkeiten aus LuL Schuldwechsel

18 18 A Schlussbilanz P A. Anlagevermögen I. Sachanlagen II. Finanzanlagen A. Eigenkapital B. Verbindlichkeiten B. Umlaufvermögen I. Waren II. Forderungen III. Kasse, Guthaben bei Kredit., Postgiro

19 19 Aufgabe 17) Elektroartikelgroßhändler B bezieht von Hersteller L Kühlschränke zum Bruttoeinkaufspreis (Listenpreis einschließlich 20 % USt) von 480 je Stück. Der Produzent gewährt einen Rabatt von 25 % sowie ein Skonto von 2 %. An Bezugskosten fallen pro Kühlschrank 19,2 (einschließlich 20 % USt) an. Zur Abdeckung der allgemeinen Geschäftskosten des Großhandels ist ein Zuschlag von 50 % erforderlich. Des Weiteren hält der Händler einen Gewinn von 20 % für angemessen. An seine Vertreter, die ausschließlich Einzelhandelsunternehmen aufsuchen, zahlt der Großhändler eine Verkaufsprovision von 30 je Stück. Ferner werden den Kunden (Einzelhändlern) ein Skonto von 2 % und ein Rabatt von 20 % eingeräumt. (1) Zu welchem Listenpreis (einschließlich 20 % USt) kann der Großhändler die Kühlschränke den Einzelhändlern anbieten? (2) Welche Handelsspanne i.e.s. und i.w.s. bzw. welcher Kalkulationsaufschlag i.e.s. und i.w.s. ergeben sich unter Zugrundelegung des vorstehenden Zahlenmaterials?

20 20 (1) - = - = - = + = + = + Bruttoeinkaufspreis (Listenpreis einschl. USt) Umsatzsteuer (20% vom Nettoeinkaufspreis) Nettoeinkaufspreis (480 : 1,2) Lieferantenrabatt (25% vom Nettoeinkaufspreis) Zieleinkaufspreis Lieferantenskonto (2% vom Zieleinkaufspreis) Bareinkaufspreis Bezugskosten 19,2-20% USt 3,2 =16 Einstandspreis (Bezugspreis) Geschäftskostenzuschlag (50% vom Einstandspreis) Selbstkostenpreis Gewinnzuschlag (20% von den Selbstkosten) = Barverkaufspreis nach Abzug der Verkäuferprovision 558

21 + Verkäuferprovision 30 /Stück 30 = + = + Barverkaufspreis vor Abzug der Verkäuferprovision Kundenskonto (2% vom Zielverkaufspreis) Zielverkaufspreis (588 : 0,98) Kundenrabatt (20% vom Nettoverkaufspreis) Nettoverkaufspreis (600 : 0,8) = + Umsatzsteuer (20% vom Nettoverkaufspreis) = Bruttoverkaufspreis (Listenverkaufspreis einschl. 20 % USt) 900 Die Kühlschränke können den Kunden (Einzelhändlern) zu einem Listenpreis (einschl. 20% USt) von 900 je Stück angeboten werden.

22 22 (2) - Nettoverkaufspreis (NP): Barverkaufspreis vor Abzug der Verkäuferprovision (BP): Anschaffungskosten (Einstandspreis; AK): 310 ( ) Handelsspanne i.e.s. = 588 ( ) Handelsspanne i.w.s. = 750 = 47,28% = 58,67%

23 23 ( ) Kalkulationsaufschlag i.e.s. = 310 ( ) Kalkulationsaufschlag i.w.s. = 310 = 89,68% = 141,94%.

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