Waldzustandsbericht 2012 Kurzfassung Nachhaltigkeitsberichterstattung NRW

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1 Waldzustandsbericht 2012 Kurzfassung Nachhaltigkeitsberichterstattung NRW

2 2 Sehr geehrte Damen und Herren! Die Wälder unseres Landes sind unser wertvolles Naturerbe, das wir erhalten und schützen müssen. Für die meisten Menschen in Nordrhein-Westfalen gehören die Wälder zum guten Leben dazu. Sie sind Orte der Erholung, des Naturerlebens, der Ruhe und Besinnung. Der Wald ist Lebensraum gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Sein Erhalt ist für das Klima, die Luftreinhaltung, den Wasserhaushalt, die Bodenfruchtbarkeit und das Landschaftsbild äußerst wichtig. Der Wald ist Produktionsstätte des nachwachsenden Rohstoffs Holz und damit Ausgangspunkt einer Wertschöpfungskette, die angesichts des Klimawandels künftig immer wichtiger wird. Die jährliche Waldzustandserhebung, die ein Baustein des forstlichen Umweltmonitorings ist, versorgt uns mit den wichtigsten Informationen über die Stabilität und Gesundheit unserer Waldökosysteme. Sie zeigt uns, wie die Folgen des globalen Klimawandels in NRW konkret aussehen. Der nordrhein-westfälische Waldzustandsbericht 2012 belegt, dass sich zwar der Zustand der Baumkronen, der auf die Vitalität der Bäume schließen lässt, gegenüber dem Vorjahr insgesamt verbessert hat, aber trotzdem deutliche Schäden bei rund einem Drittel sämtlicher Baumarten zu verzeichnen sind. Das Wetter des vergan-

3 4 5 genen Jahres hat den Waldbäumen gut getan. Sowohl die Temperaturen als auch die Wasserversorgung der Waldbestände waren relativ günstig. Während sich Buche, Fichte und Kiefer erholt haben, bleibt die Eiche das Sorgenkind im NRW-Wald. Ihr Gesundheitszustand ist der schlechteste seit Beginn der Waldzustanderhebung vor 30 Jahren. Die Ergebnisse des Waldzustandsberichts 2012 werden in die Waldstrategie 2050 einfließen, die mein Haus derzeit gemeinsam mit dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW und den Naturschutz- und Waldverbänden erarbeitet. Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre Ihr Johannes Remmel Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen Einleitung Der jährliche Waldzustandsbericht der Landesregierung NRW geht auf die frühen 1980er Jahre zurück, als man in der Zeit des Waldsterbens großräumig auftretende Schäden an den Kronen vieler Baumarten in Deutschland feststellte. Als sich dies nach einer bundesweiten Befragung von Forstämtern im Jahre 1982 bestätigte, wurde im Folgejahr erstmals eine Waldzustandserhebung anhand eines Stichprobenverfahrens in Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Waldzustandserhebungen erfassen seither jährlich den aktuellen Gesundheitszustand der Wälder in Nordrhein- Westfalen, so dass langfristige Trendprognosen für einzelne Baumarten möglich sind. Dies ist besonders wichtig in Zeiten des bereits wirkenden und prognostizierten Klimawandels. Denn der Zustand von standortgerechten Bäumen und Wäldern hängt wesentlich von Umwelt- und Klimaeinflüssen ab.

4 6 7 Keine Entwarnung das wichtigste Ergebnis 2012 Während 2011 ein Extremjahr mit starken Belastungen für die Wälder war (außergewöhnlich starke Fruchtbildung), hat sich der für die Gesundheit der Bäume aussagekräftige Zustand der Baumkronen im Jahr 2012 wieder auf das alte Niveau eingependelt. Verglichen mit dem Vorjahr ist eine Verbesserung des Waldzustands festzustellen. Die sogenannten deutlichen Schäden sind als Durchschnittswert gesunken. Die schwachen Schäden haben sich kaum verändert, während die Fläche der ungeschädigten Bäume zugenommen hat. Es ist aber weiterhin eine große Beeinträchtigung des Waldzustands festzustellen.

5 Wie gesund sind die Baumkronen? Die Baumkronen als aussagekräftige Weiser für den Gesundheitszustand des Waldes werden sowohl nach dem Nadel-/Blattverlust als auch nach weiteren Indikatoren untersucht: nach Vergilbung, Fruktifikation sowie weiteren biotischen und abiotischen Faktoren. Im Jahre 2012 wurden in einem Stichprobenraster von 4 x 4 km an 525 Aufnahmepunkten landesweit etwa Bäume untersucht. Da das Kronenmonitoring in NRW seit fast 30 Jahren durchgeführt wird, sind anhand langer Zeitreihen die langjährigen Trends bei den einzelnen Baumarten besonders gut zu sehen. Die betreffenden Informationen tragen gleichzeitig zur aktuellen Diskussion über die bereits spürbaren Folgen des globalen Klimawandels in NRW bei. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich statistisch eine Verbesserung beim Gesamtwald. Die deutlichen Schäden sind als Durchschnittswert um 8 auf 25 Prozent gesun- ken. Die schwachen Schäden haben sich kaum verändert, wohingegen die Fläche der ungeschädigten Bäume um 10 auf 34 Prozent zugenommen hat.

6 10 11 Ein träger Bach durchschneidet einen Waldbestand. Das Wetter als Erholungsfaktor Charakteristisch für das Klima in unseren Breiten sind große Wetterschwankungen von Jahr zu Jahr. So gab es in den vergangenen 12 Monaten nach einem turbulenten Jahr davor keine neuen Wetterextreme, die dann in der Regel mit starken Zerstörungen verbunden sind. Beim Blick auf die forstliche Vegetationszeit des laufenden Jahres fällt auf, dass insbesondere die Wasserversorgung der Waldbestände günstig war. Wasserstress hat es für die Bäume im Frühjahr und Sommer 2012 mit großer Sicherheit nicht gegeben. Auch die Temperaturen sind für die Wälder im Jahre 2012 günstig gewesen. So können bei vielen Bäumen nach den starken Belastungen des Vorjahres erste Erholungstendenzen beobachtet werden. Für eine weitergehende Regenerierung ist allerdings ein längerer Zeitraum notwendig. Eiche Buche Fichte Kiefer Die Eiche hat von den relativ günstigen Rahmenbedingungen des Jahres 2012 nur wenig profitieren können. Sie ist die einzige Hauptbaumart, deren Zustand sich weiter verschlechtert hat. Die Eiche bleibt das Sorgenkind im NRW-Wald. Die Buche hat sich im Vergleich zum Vorjahr stark verbessert, da hier die Fruktifikation komplett ausfiel. Daran wird deutlich, wie groß das Regenerationsvermögen der Waldbäume ist, wenn man ihnen eine Chance zur Erholung gibt. Auch die Fichte weist eine Vitalitätssteigerung aus. Sowohl beim Rückgang der deutlichen Schäden als auch beim Aufschwung der ungeschädigten Bäume ist die Entwicklung vielversprechend. Die Kiefer hat in diesem Jahr von allen Hauptbaumarten die besten Messwerte.

7 Wie gut ist der Waldboden? Eine große Gefahr für die Gesundheit der Wälder geht von der flächendeckenden Nährstoffverarmung bzw. Versauerung der Waldböden aus. Die Ursache dafür liegt hauptsächlich in der starken Luftbelastung über viele Jahrzehnte. Im Vergleich zwischen der ersten Bodenzustandserhebung in NRW Anfang der 1990er Jahre und einer zweiten Erhebung für die Jahre 2006 bis 2008 ergibt sich die Tendenz, dass sich die sogenannten Puffer in den Waldböden langsam erholen, nachdem sie jahrzehntelang durch überhöhte Säureeinträge stark belastet wurden. Vor allem in den oberen Schichten des Mineralbodens steigen die basisch wirkenden Nährstoffkationen wieder deutlich an und begünstigen die Nährstoffaufnahme der Bäume und die Tiefendurchwurzelung des Waldbodens. Dadurch haben sich die Bedingungen verbessert für eine tiefere Durchwurzelung der Wälder, für die bessere Entwicklung der Mikroorganismen, für den Nährstoffkreislauf und die Kohlenstoffbindung im Boden. Ursache hierfür sind geringere Säureeinträge aus der Luft und Kalkungsmaßnahmen der Waldböden. Für die Wälder in NRW kann heute eine überwiegend mittlere bis gute Nährstoffversorgung der Hauptbaumarten festgestellt werden. Besonders hervorzuheben ist die gute Versorgung der Buchen mit Magnesium und der Fichten und Stieleichen mit Kalzium gegenüber den Versorgungsdefiziten der Kiefern mit Magnesium und der Fichten mit Kalium (besonders auf Kalkungsflächen). Sämtliche Baumarten weisen einen hohen Stickstoffgehalt aus, bedingt durch starke Bodenbelastungen und teils durch den Sturm Kyrill im Jahre Insgesamt ist allerdings festzustellen, dass von einem besseren Bodenzustand kurzfristige Wirkungen auf den Gesamtzustand unserer Wälder nicht zu erwarten sind.

8 Waldzustandsbericht NRW 2012 Langfassung Herausgeber: Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen Referat Öffentlichkeitsarbeit, Düsseldorf Fachredaktion: Referat III-2: Waldbau, Klimawandel im Wald, Holzwirtschaft Landesbetrieb Wald und Holz: Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) Die Langfassung des Waldzustandsberichts NRW 2012 erhalten Sie auf der Website des Ministeriums: Gestaltung: Projekt-PR Gesellschaft für Öffentlichkeitsarbeit mbh, Bildnachweis: Lutz Falkenried (T, 10); Richard Dorn (5); blickwinkel/mcphoto (6); Eiskönig/fotolia (8); Fotolyse/fotolia (9); LianeM/fotolia (11); Carsten Meyer/fotolia (11); Liane Matrisch/panthermedia (11); Sergey Belov/ panthermedia (11); mirpic/fotolia (13); Ernst Pieber/Fotolia (R) Druck: Stand: Oktober 2012

9 Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen Düsseldorf Telefon Telefax

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