Medikamentöse Nachbehandlung - warum und wann? Dr. med. Michael Koch Internistische Gemeinschaftspraxis und Therapiezentrum Witten Sektion Onkologie

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2 Gemeinsames Onkologisches Zentrum Wittener Ärzte - Aufgaben und Tätigkeiten Diskussion und Beratung der beteiligten Ärzte untereinander über: Ablauf der Diagnostik Schritte der Therapie dadurch: 1. schnelle und kompetente Beschlüsse 2. Gewährleistung wohnortnaher maximaler guter Versorgung 3. eine sog. zweite Meinung ist nicht erforderlich Das Zentrum und seine Empfehlungen werden daher auch von allen Wittener Ärzten akzeptiert. Somit erfolgt Qualitätssicherung auf hohem Niveau.

3 Gemeinsames Onkologisches Zentrum Wittener Ärzte Treffen: einmal wöchentlich, Donnerstag mittag Teilnehmer: Experten Fachärzte aus Klinik und Praxis Hausärzte Die Teilnahme ist freiwillig. unentgeldliche Beratung der Ärzte in Klinik und Praxis

4 Medikamentöse Nachbehandlung - warum und wann? Vortrag im Rahmen des zweiten wittener patiententag im Evangelischen Krankenhaus Witten 12. September 2003 Dr. med. Michael Koch Mitglied im Gemeinsamen Onkologischen Zentrum Wittener Ärzte

5 Adjuvante Chemotherapie Warum? Zur Verbesserung der Heilung bezüglich Rezidivfreiheit und der Gesamtüberlebensrate (selbst bei primär kurativer Resektion kommt es bei etwa 40 bis 50% der Patienten zu einer Metastasierung) Daher erfolgt eine medikamentöse Nachbehandlung als: Adjuvante (vorsorgliche) Chemotherapie nach Operation (zur Zerstörung zirkulierender Restzellen) Neoadjuvante Chemotherapie vor Operation (bei besonders großen Tumoren)

6 Adjuvante Chemotherapie Nach einer OP können sich noch verstreute Tumoreinzelzellen im Körper befinden (Mikrometastasierung) Sie sind zu klein, um mit Auge, Röntgen, Ultraschall oder Computertomogramm sichtbar zu sein. Diese vagabundierenden Einzelzellen können lange schlafen und Jahre später wieder aktiv werden und Metastasen bilden.

7 Adjuvante Chemotherapie sich teilende vagabundierende Einzelzellen

8 Differenz der Zellarten Häufige Teilungen Normale Zelle Zellkern Blutgefäß Wenige Teilungen Ungewöhnliche Zellformen Krebszellen Normale Zellen

9 Krebswachstum - der Verdopplungsmechanismus Normale Zelle Entartung Teilung 2 Zellen Verdopplng 4 Zellen Verdopplung 1 Mio. Zellen (20 Verdopplungen) nicht auffindbar!!! 16 Zellen 8 Zellen Verdopplung 1Milliarde Zellen (30 Verdopplungen) auftretender Knoten 1 Billion Zellen (40 Verdopplungen) Verdopplungen Tod

10 Warum die Diagnose Krebs und/oder Metastasen häufig erst im Spätstadium erfolgt Anzahl an Krebszellen Diagnostische Grenze (1cm) Zeit Unentdeckter Krebs Entdeckter Krebs Grenze der klinischen Entdeckung Tod des Pat.

11 Adjuvante Chemotherapie Wann? Gesichert für Dickdarmkarzinom: Immer bei Lymphknotenbefall (Patienten im Stadium T 1-4 bzw. Dukes C) Manchmal auch bei sehr großem und sehr schnell gewachsenem Primärtumor Therapiebeginn spätestens sechs Wochen nach Operation Darauf achten, dass keine Zeitverzögerung durch AHB / REHA eintritt! Kurzinfusion von Zytostatica (Zellgiften) über fünf Tage alle drei bis vier Wochen, sechsmal (Mayo-Schema)

12 Dickdarmkarzinome: Therapie wann? Tis T 1 T 2 T 3 T 4 Mucosa Muscularis mucosa Submucosa Muscularis propria Subserosa Serosa Erhöhte Gefahr der Metastasierung

13 Chemotherapie Zytostatica Zellgifte, hemmen die Teilung der Krebszellen und führen zu ihrer Zerstörung. Als Infusionen oder Tabletten Medikamente bei der adjuvanten Therapie: 5-FU (Fluorouracil) Folinsäure Medikamente die bei Metastasen zur Anwendung kommen: CAMPTO ELOXATIN XELODA UFT

14 Chemotherapie Mögliche Nebenwirkungen der adjuvanten Therapie Durchfälle xx% Mundschleimhautentzündung xx% Herzprobleme 3% Entzündungen an Händen und Füßen 1%

15 Rectumkarzinom Wirksamkeit der Radio-/Chemotherapie zur Verbesserung des rezidivfreien Überlebens und der Prognose gesichert. Die optimale Reihenfolge von Operation, Bestrahlung und Chemotherapie ist noch offen ( Studien).

16 Rectumkarzinom: Therapie auch bei T3/T4 und N0 Tis T 1 T 2 T 3 T 4 Mucosa Muscularis mucosa Submucosa Muscularis propria Subserosa Serosa Erhöhte Gefahr der Metastasierung

17 Neoadjuvante Therapie beim Rektumkarzinom Wenn bei der präoperativen Diagnostik absehbar ist, dass eine R0-Resektion fraglich ist, und wenn der Sphinktererhalt bei tiefsitzenden Tumoren beabsichtigt ist, wird eine simultane präoperative Radio-/Chemotherapie empfohlen.

18 Rectumkarzinom Bis zum Vorliegen der Ergebnisse: Nach Operation, also adjuvante Radio-/Chemotherapie in den Stadien T1-3, N1-3; T3,N0, Standard. Die Bestrahlung der Tumorregion senkt die Lokalrezidivrate. Offenbar besonders günstig: Applikation von 5-FU parallel zur Bestrahlung als kontinuierliche Dauerinfusion

19 Chemotherapie Mögliche Nebenwirkungen Durchfälle Verwachsungen Entzündung der Blase Schleimhautentzündung Herzprobleme

20 Zusammenfassung Adjuvante Therapie für Dickdarmkarzinom im Stadium Tx, N1 für Rectumkarzinom in den Stadien Tx, N0-3 Neoadjuvante Therapie für Rectumkarzinom bei T4-Tumoren

21 Perspektiven für die AdjuvanteTherapie Chemotherapie als Tabletten Orale Zytostatika mit erstaunlich hoher Effektivität, die den intravenösen Therapieprotokollen zumindest ebenbürtig ist. Zulassung vom UFT für 2004 erwartet.

22 Ich bedanke mich herzlich für Ihre Aufmerksamkeit!

23 Ich bedanke mich herzlich für Ihre Aufmerksamkeit!

24 Entwicklungsphasen des Krebses - Sequenztherapie Primärtumor Metastasen Transformation Tumorevolution und -progression Metastasen Tumorevolution und -progression

25 Sterbende Tumorzelle (Apoptose) Abgeschnittene Blutversorgung Durch die Blockierung des gefäßbildenden Faktors VEGF kommt es zu einer Regression des Tumors.

26 Tumorzelle Blutgefäß Ein bösartiger Tumor braucht Blut und somit die Versorgung mit Blutgefäßen zum Wachstum.

27 VEGF Angiogenese Die Tumorzelle bildet VEGF einen Eiweißstoff, der das Gefäßwachstum fördert.

28 Vaskularisation Metastasierende Zellen Durch die Gefäßneubildung und die Tumordurchblutung wird das Tumorwachstum und die weitere Metastasierung unterstützt.

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