Position. Wir für Bayern Aktionsprogramm Fachkräftesicherung. Stand: Juli 2015

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1 Position Wir für Bayern Aktionsprogramm Fachkräftesicherung Stand: Juli 2015

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3 Position Wir für Bayern Vorwort X Vorwort Fachkräftesicherung bleibt zentrale Zukunftsaufgabe Die vbw Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und die Arbeitgeberverbände der bayerischen Metall- und Elektroindustrie bayme und vbm befassen sich seit Jahren mit dem Thema Fachkräftebedarf. Wir setzen uns dafür ein, auf dem Gebiet der Fachkräftesicherung strategisch verzahnt zu handeln und ganzheitliche Problemlösungen zu erarbeiten. Mit Wir für Bayern haben wir ein integriertes Konzept vorgelegt, bei dem in fünf Handlungsfeldern zahlreiche Initiativen und Programme ineinander greifen. Fachkräftesicherung ist eine zentrale Herausforderung für die Wirtschaft: Die von der vbw in Auftrag gegebene, fortgesetzte Studie Arbeitslandschaft 2040 zeigt, dass allein in Bayern im Jahr 2020 rund Arbeitskräfte fehlen werden. Bis 2040 wird sich diese Zahl weiter erhöhen auf rund Von dieser Entwicklung sind alle Branchen und Qualifikationsniveaus betroffen. Besonders ausgeprägt wird der Bedarf an Arbeitskräften mit Berufsabschluss sein. Die Bedeutung der Fachkräftesicherung für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie und die bisherigen Erfolge unserer Pilotprojekte bekräftigen uns in unserem Einsatz. In den vergangenen zehn Jahren haben die bayerischen Metallarbeitgeberverbände rund 150 Millionen Euro in die Maßnahmen zur Fachkräftesicherung investiert. Im Zeitablauf sehen wir, dass dieses Engagement Wirkung zeigt, denn ein weiteres Anwachsen der Fachkräftelücke konnte gestoppt werden. Dennoch werden wir das Thema weiter aktiv vorantreiben, um Wohlstand und Wertschöpfung in Bayern langfristig zu sichern. Bertram Brossardt 15. Juli 2015

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5 Position Wir für Bayern Inhalt X Inhalt 1 Informieren. Handeln. Wirken Fünf Handlungsfelder Handlungsfeld 1 Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit Bedrohte schneller vermitteln und besser qualifizieren Handlungsrahmen Der notwendige Beitrag der Politik Der Beitrag der bayerischen Wirtschaft - Projekte im Profil Handlungsfeld 2 Erwerbsbeteiligung erhöhen Handlungsrahmen Der notwendige Beitrag der Politik Der Beitrag der bayerischen Wirtschaft Projekte im Profil Handlungsfeld 3 Durchschnittliche Wochen- und Lebensarbeitszeit ausweiten Handlungsrahmen Der notwendige Beitrag der Politik Der Beitrag der bayerischen Wirtschaft - Projekte im Profil Handlungsfeld 4 Bildungsoffensive fortsetzen Handlungsrahmen Der notwendige Beitrag der Politik Der Beitrag der bayerischen Wirtschaft - Projekte im Profil Handlungsfeld 5 Zuwanderung gezielt gestalten Handlungsrahmen Der notwendige Beitrag der Politik Der Beitrag der bayerischen Wirtschaft - Projekte im Profil Fazit und Zusammenfassung Ansprechpartner Impressum... 25

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7 Position Wir für Bayern Informieren. Handeln. Wirken. 1 1 Informieren. Handeln. Wirken. Arbeitgeberverbände in Bayern Vorreiter in der Fachkräftesicherung Die von der vbw in Auftrag gegebene und regelmäßig aktualisierte Studie Arbeitslandschaft zeigt auf, wie sich Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt entwickeln. Auf Basis dieser Prognose lässt sich der zukünftige Fachkräftebedarf nach Fachrichtungen und Tätigkeiten ableiten. Wir erleben einen Strukturwandel hin zu einer Wissensgesellschaft, die immer höheren Anforderungen an die Qualifikationen der Arbeitnehmer stellt. Dadurch entsteht ein Bedarf nach mehr und besser qualifizierten Fachkräften. Die demografische Entwicklung, die einen eklatanten Nachwuchsmangel mit sich bringt, verschärft die Situation weiter. Analysiert man die Entwicklung, die zwischen der ersten Studie Arbeitslandschaft 2030 und der aktuellen Studie Arbeitslandschaft 2040 bereits stattgefunden hat, gibt es positive Signale: So ist deutlich zu erkennen, dass die Projekte und Initiativen zur Fachkräftesicherung bereits Erfolge erzielen. Die Berechnungen zeigen, dass die Zahlen der Studienanfänger und Absolventen deutlich steigen und damit das Defizit an Akademikern, und insbesondere Ingenieuren, geringer wird, aber weiter fortbesteht. Der größte Mangel besteht jetzt beim Qualifikationsniveau mit Berufsschulabschluss. Auch hier setzen wir mit unseren Maßnahmen an. Wir müssen heute aktiv handeln, um den potenziell Beschäftigten von morgen die erforderlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln, nicht zuletzt um die Gefahr einer drohenden Arbeitslosigkeit zu verhindern. Letztlich geht es darum, dass jeder seine Talente und Fähigkeiten optimal im Wertschöpfungsprozess einsetzen kann. Die vbw bringt deshalb schon seit Jahren maßgeschneiderte Initiativen auf den Weg, um die Sicherung des Fachkräftebedarfs voranzutreiben. Potenziale bestehen neben der individuellen Höherqualifizierung vor allem noch bei Älteren, Frauen, Jugendlichen sowie bei der gezielten Zuwanderung. Die Erfahrung zeigt, dass nur ein ganzheitliches Lösungskonzept den anstehenden Problemen wirkungsvoll begegnen kann. Aufbauend auf den Erkenntnissen aus der Studie Arbeitslandschaft 2040 haben wir mit dem fünf eng miteinander verzahnte Handlungsfelder definiert.

8 2 Informieren. Handeln. Wirken. Position Wir für Bayern Handlungsfeld 1 Beschäftigungschancen verbessern Handlungsfeld 2 Erwerbsbeteiligung (vor allem von Frauen) erhöhen Handlungsfeld 3 Arbeitszeiten verlängern Handlungsfeld 4 Breite Bildungsoffensive fortsetzen Handlungsfeld 5 Zuwanderung gezielt gestalten Zu jedem einzelnen dieser Handlungsfelder wurden Projekte aufgesetzt, von denen sich viele bereits über einen längeren Zeitraum bewährt haben. Um ganzheitlich für jedes Handlungsfeld und für jede Zielgruppe geeignete Aktivitäten anzubieten, haben wir aber auch ganz neue Initiativen auf den Weg gebracht. Einige Pilotprojekte sind bereits abgeschlossen, die hier gewonnen Erkenntnisse werden auf ihre Übertragbarkeit überprüft und fließen in neue Maßnahmen ein. Einige Projekte tragen sich zwischenzeitlich auch ohne unsere Unterstützung. Der politische Handlungsbedarf ist klar: der Fachkräftesicherung muss auf absehbare Zeit hohe Priorität zukommen, unabhängig von konjunkturellen Bewegungen am Arbeitsmarkt.

9 Position Wir für Bayern Fünf Handlungsfelder 3 2 Fünf Handlungsfelder Die bayerische Wirtschaft setzt in den fünf entscheidenden Handlungsfeldern Akzente, um den Fachkräftemangel wirkungsvoll zu beheben. Diese Aktivitäten verbessern die Beschäftigungschancen von Arbeitslosen bzw. von Arbeitslosigkeit Bedrohten, erhöhen die Erwerbsbeteiligung insbesondere auch von Frauen und umfassen auf breiter Basis eine Ausweitung der durchschnittlichen Arbeitszeit, Bildung und Höherqualifikation, aber auch die gezielte Zuwanderung von Fachkräften. Die Maßnahmen müssen von allen Beteiligten eng verzahnt umgesetzt werden, um dem steigenden Fachkräftebedarf wirkungsvoll zu begegnen. 2.1 Handlungsfeld 1 Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit Bedrohte schneller vermitteln und besser qualifizieren Handlungsrahmen Der Arbeitsmarkt in Bayern ist derzeit in einer sehr guten Verfassung. Umso wichtiger ist es, alle Möglichkeiten zu ergreifen, um den Bestand an Arbeitslosen weiter zu reduzieren und die Integration in den Arbeitsmarkt voranzutreiben. Hier lauten die Stichpunkte aktivieren qualifizieren vermitteln. Neben der Vermittlung in Beschäftigung ist demnach die Befähigung und Qualifikation von Arbeitskräften ein wesentlicher Ansatzpunkt in diesem Handlungsfeld. Im Mittelpunkt stehen Projekte rund um die Teilqualifikation, das Job-Matching und die Integration älterer Arbeitnehmer. Die Teilqualifizierung spricht angelernte und ungelernte arbeitslose Menschen an, die auf diesem Weg neue Arbeitsplätze unterhalb der Facharbeiterebene in einem Unternehmen besetzen können. Sie richtet sich auch an die an- und ungelernten Beschäftigten in Unternehmen. Teilqualifizierung sichert ihre Beschäftigungsfähigkeit und ermöglicht ihnen, sich im Unternehmen für neue Aufgaben zu qualifizieren. Seit Beginn der Initiative haben rund Teilnehmer eine Teilqualifizierung absolviert (Stand Juni 2015). Der flexible Mitarbeitereinsatz gewinnt in Anbetracht stark schwankender Märkte an Bedeutung. Daher spielt das Job-Matching eine wichtige Rolle im aktuellen Maßnahmen-Mix von bayme vbm und vbw. In Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) wurden zahlreiche Unterstützungsangebote entwickelt, die den Personaltausch zwischen Mitgliedsunternehmen fördern. So wird ein unternehmensübergreifender Personaleinsatz und das Anbieten oder Zurückgreifen auf frei werdende Mitarbeiterkapazitäten ermöglicht.

10 4 Fünf Handlungsfelder Position Wir für Bayern Der notwendige Beitrag der Politik Die erfolgreiche Integration von Arbeitslosen ins Erwerbsleben setzt eine moderne, leistungsfähige Arbeitsverwaltung voraus. Essentiell ist ebenso ein flexibler Arbeitsmarkt ohne Eintrittsbarrieren. Mit der Agenda 2010 und den begonnenen Reformen innerhalb der Bundesagentur für Arbeit wurde bereits ein wertvoller Beitrag geleistet. Umso bedauerlicher ist es, dass nun mit dem gesetzlichen Mindestlohn und der Rente mit 63 diese Bemühungen wieder zurückgedreht werden. Gerade für Langzeitarbeitslose und ältere Arbeitnehmer wird so die Integration in den Arbeitsmarkt erschwert. Speziell mit Bezug auf Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit Bedrohte gilt es, das bewährte Instrument der Teilqualifizierung, in Verbindung mit einer gesicherten Finanzierung, wie zum Beispiel über WeGebAU, bundesweit stärker zum Einsatz zu bringen Der Beitrag der bayerischen Wirtschaft - Projekte im Profil Kapitelübersicht career(me) WeGebAU-Hotline Chance Teilqualifizierung für Un- und Angelernte Tarifvertrag zur Förderung der Beschäftigungschancen der bayerischen Metallund Elektroindustrie power(me) power25+(me) audit(me) career(me) career(me) bildet die Dachmarke der Rekrutierungs- und Vermittlungsservices von bayme vbm. Die Serviceangebote im Bereich career(me) unterstützen Mitgliedsunternehmen dabei frei werdende Stellen oder neue Positionen mit passenden Bewerbern aus dem Inland und anderen europäischen Staaten zu besetzen. Alle in der Datenbank eingetragenen Bewerber wurden vorher einem Profiling unterzogen, um sicherzustellen, dass sie über die jeweils benötigten Qualifikationen verfügen. Die Online-Datenbank wurde vor kurzem umfassend überarbeitet, um die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern und ein zielgenaueres Matching zu ermöglichen. Unter können Mitgliedsbetriebe selbst Bewerber suchen oder einen Suchauftrag für ihre freien Stellen aufgeben und verwalten. Während des gesamten Prozesses steht ein persönlicher Ansprechpartner des career(me)-teams zur Verfügung.

11 Position Wir für Bayern Fünf Handlungsfelder WeGebAU-Hotline Insbesondere für Geringqualifizierte und ältere Arbeitnehmer nimmt Weiterbildung einen hohen Stellenwert ein. Ziel der mit Hilfe von WeGebAU umgesetzten Weiterbildungsmaßnahmen ist es, dass Arbeitnehmer ihre Qualifikationen aktualisieren oder fehlende Berufsabschlüsse nachholen können, ohne das Beschäftigungsverhältnis zu unterbrechen. Über eine von den Verbänden initiierte Telefon-Hotline können sich bayerische Unternehmen informieren, wo sie qualifizierte Beratung zum Förderprogramm WeGebAU der Bundesagentur für Arbeit erhalten Chance Teilqualifizierung für Un- und Angelernte An- und ungelernte Beschäftigte in Unternehmen können sich in Form von Teilqualifizierungen weiterbilden und erhöhen damit ihre Chancen und ihre Attraktivität auf dem Beschäftigungsmarkt. Mit dem Projekt Teilqualifizierung wurden seit 2007 rund Arbeitskräfte weiterqualifiziert und können nun Fachkräfte gezielt entlasten. Gemeinsam mit dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft wurden bisher rund Betriebe zu Möglichkeiten und Finanzierungswegen der Teilqualifizierung beraten. Angebote existieren beispielsweise im Bereich Metall und Elektro, Hotel- und Gaststättengewerbe, Handel, Landschafts- und Gartenbau, Bürokommunikation etc Tarifvertrag zur Förderung der Beschäftigungschancen der bayerischen Metall- und Elektroindustrie Die bayerische M+E Industrie fördert die Beschäftigungschancen von Jugendlichen ohne Schulabschluss über den Tarifvertrag zur Förderung der Beschäftigungschancen. In einer Orientierungsphase von bis zu zwölf Monaten haben Jugendliche die Gelegenheit, das Berufsleben in der M+E Industrie im Rahmen eines frei gestaltbaren Langzeitpraktikums kennenzulernen. Daran kann sich eine Qualifizierungsphase von bis zu zwölf Monaten anschließen, in der die Jugendlichen einen befristeten Arbeitsvertrag zu reduzierten Tarifbedingungen erhalten. Während dieser Phase durchlaufen sie Qualifizierungsbausteine und erhalten die Möglichkeit, sich neben der Arbeit für eine Ausbildung zu empfehlen oder direkt in ein Beschäftigungsverhältnis einzutreten. Bei der Umsetzung des Tarifvertrags wurden die Betriebe im Rahmen des Betreuungsprojekts teach(me) unterstützt. Das Projekt ist Ende Juni 2014 ausgelaufen. Es wurden 15 Verträge abgeschlossen. Davon konnten einige Jugendliche ohne Abschluss in eine Ausbildung oder ein Beschäftigungsverhältnis vermittelt werden. Partner für die Aktivitäten sind das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft und die Bundesagentur für Arbeit.

12 6 Fünf Handlungsfelder Position Wir für Bayern power(me) power(me) ebnet Jugendlichen, die aufgrund ihrer schulischen Leistung und / oder Sozialkompetenz bisher eher nicht dafür geeignet waren, den Weg in eine Ausbildung in der bayerischen M+E Industrie. Das Projekt ist im April 2011 gestartet, wird von bayme vbm und der Bundesagentur für Arbeit finanziert und vom bbw durchgeführt. Mitgliedsunternehmen, die an power(me) teilnehmen, profitieren doppelt: Sie gewinnen qualifizierte Fachkräfte und zeigen gesellschaftliches Engagement. Beteiligte Betriebe und Jugendliche können zahlreiche Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch nehmen: Von der Vorauswahl (z. B. Beratungsgespräche und Kompetenzfeststellungsverfahren) über die passgenaue Vermittlung bis zur Begleitung über den gesamten Ausbildungsverlauf (z. B. Workshops für Ausbilder und individueller Förderunterricht für Jugendliche). Insgesamt wurden über Jugendliche über das Projekt sowie die M+E Ausbildungsberufe informiert, 517 Jugendliche hinsichtlich ihrer Eignung für eine M+E Ausbildung getestet und 154 Jugendliche in eine M+E Ausbildung bei einem der 67 beteiligten bayme vbm Mitgliedsbetriebe vermittelt. Bis dato haben 59 power(me)- Jugendlichen ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen (Stand Mai 2015) power25+(me) Das Modellprojekt power25+(me) wurde am 01. Januar 2015 ins Leben gerufen. Finanziert wird es von der Bundesagentur für Arbeit und bayme vbm, Umsetzungspartner an den drei Modellstandorten (Augsburg, München, Nürnberg) ist das bbw. Das Projektziel ist es, bis zu 50 junge Erwachsene im Alter von 25 bis 35 Jahren bis zum 01. September 2015 in eine assistierte Umschulung in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie zu vermitteln. Um einen erfolgreichen Berufsabschluss sicherzustellen, werden die teilnehmenden Betriebe und Umschüler während des gesamten Umschulungsverlaufs durch zahlreiche Maßnahmen unterstützt: Information und Beratung über Umschulungen Vermittlung und Vorbereitung von Umschülern kontinuierliche Begleitung der Umschulung, z. B. mit Förderunterricht für die Umschüler und Coachings für Ausbilder Unterstützung bei der Stabilisierung in den ersten sechs Monaten nach Übergang in ein anschließendes Beschäftigungsverhältnis audit(me) Gut ausgebildete Fachkräfte sollen ihren Kompetenzen entsprechend auf dem Beschäftigungsmarkt eingesetzt werden. Dabei darf es keine Rolle spielen, wo die Qualifikationen erworben wurden. Deshalb haben die bayerischen Metall- und Elektro- Arbeitgeberverbände bayme vbm von April 2011 bis März 2012 das Modellprojekt audit(me) durchgeführt. Das Projekt richtete sich an Ingenieure, die im Ausland ihren Abschluss erworben haben und nicht qualifikationsadäquat beschäftigt waren.

13 Position Wir für Bayern Fünf Handlungsfelder 7 Bei audit(me) wurden insgesamt 37 Ingenieure mit Hilfe von KompetenzChecks und gezielten Maßnahmen innerhalb von drei bis sechs Monaten bei der Suche nach einem qualifikationsadäquaten Arbeitsplatz unterstützt. 18 Teilnehmer konnten während der Betreuungszeit vermittelt werden. Das Projekt zeigte nachweislich, dass passgenaue Maßnahmen und gezielte Förderung zum Erfolg führen Aufbauend auf den Erfahrungen aus dem Modellprojekt audit(me) wurde vom bbw die Maßnahme proing entwickelt, die über 45 AVGS gefördert wird. Das Konzept ist als Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein angelegt, der deutschlandweit in Anspruch genommen werden kann. Bei proing beträgt die Zuweisung der Teilnehmer ca. drei Monate. Es sind alles Akademiker mit Migrationshintergrund und Studienabschluss in ihrer Heimat. Dabei wurde die Beschränkung auf MINT Abschlüsse aufgeweicht. Die Maßnahme proing läuft seit 15. Oktober 2012 am Standort Nürnberg. 2.2 Handlungsfeld 2 Erwerbsbeteiligung erhöhen Handlungsrahmen Zur Fachkräftesicherung ist eine höhere Erwerbsbeteiligung vor allem von Frauen, Älteren und Menschen mit Migrationshintergrund erforderlich. Um diese, bislang nicht ausreichend genutzten, Potenziale zu heben, sind aber auch gesellschaftliche Rahmenbedingungen erforderlich, die die erwünschten kontinuierlichen Erwerbsverläufe ermöglichen. Wir sind dabei, diese Bevölkerungsgruppen mit unterdurchschnittlicher Erwerbsbeteiligung profilgerecht zu fördern. Als besonders erfolgreich erweisen sich hier Maßnahmen, die dazu beitragen, die Beschäftigung dieser Zielgruppen auszuweiten und generell zu unterstützen. In den Vordergrund rückt hier eine effiziente Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Unsere besondere Aufmerksamkeit gilt der konkreten Förderung von Frauen über alle Positionsebenen hinweg, vom Wiedereinstieg in den Beruf bis hin zur spezifischen Begleitung in Führungspositionen. Zudem engagieren wir uns dafür, Mädchen und Frauen früher und häufiger für technische Berufe zu begeistern Der notwendige Beitrag der Politik Die Politik ist gefordert, die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nachhaltig zu verbessern. Dazu gehört unter anderem ein bedarfsgerechter qualitativer wie quantitativer Ausbau von Kinderbetreuungs- und Pflegeeinrichtungen.

14 8 Fünf Handlungsfelder Position Wir für Bayern Der Beitrag der bayerischen Wirtschaft Projekte im Profil Kapitelübersicht Plattform Betreuung Frauen in Führungspositionen Technik-Zukunft in Bayern?! Girls Day Akademie Sommerkinder eff effizient familienbewusst führen Plattform Betreuung Arbeitnehmer sind heute zunehmend im familiären Umfeld gefordert bei der Betreuung von Kindern ebenso wie bei der Pflege von Angehörigen. Der Ausfall der regulären Betreuung, die Erkrankung eines Kindes oder das plötzliche Auftreten eines Pflegefalls sind schwierige Situationen, die die Beschäftigten auch im beruflichen Alltag belasten. Professionelle Unterstützung und Hilfe sind für die Betroffenen meist nicht rasch genug verfügbar. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilnehmender bayme vbm Mitgliedsbetriebe werden bei kurzfristigem Bedarf Betreuungsplätze und -kräfte für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige vermittelt. Der bayernweite Service umfasst auch eine kostenlose Beratung Frauen in Führungspositionen Der Einsatz weiblicher Führungskräfte wird zum Erfolgsfaktor der Unternehmensperformance, denn die Karriereförderung von Frauen wirkt unmittelbar dem Fach- und Führungskräftemangel entgegen. Gemeinsam mit dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft haben die die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände Wege und Tools erprobt, Frauen effizienter für Führungspositionen zu qualifizieren. Mit dem Modellprojekt Frauen in Führungspositionen unterstützen bayme vbm Mitgliedsunternehmen gezielt Frauen mit Führungsambitionen bei ihrer Karriereentwicklung. An dem Pilotprojekt haben 56 Frauen aus 21 Mitgliedsunternehmen erfolgreich teilgenommen. Knapp 34 Prozent der Teilnehmerinnen konnten eine anspruchsvollere Aufgabe wahrnehmen oder sogar eine Führungsposition übernehmen. Von Frühjahr 2012 bis März 2014 wurde aufgrund der sehr guten Resonanz eine zweite Staffel des Projekts mit 56 Teilnehmerinnen durchgeführt. Ca. 41 Prozent der Teilnehmerinnen nahmen zum Projektende eine andere, anspruchsvollere Position ein als zu Projektstart. In der 2014 angelaufenen dritten Staffel des Projekts nehmen die rund 50 Teilnehmerinnen an Sensibilisierungsworkshops und Fortbildungsmodulen wie beispielsweise Kommunikationsfähigkeit oder Führungsinstrumente teil.

15 Position Wir für Bayern Fünf Handlungsfelder Technik-Zukunft in Bayern?! Technikinteresse kann nicht früh genug geweckt werden. Insbesondere gilt es junge Mädchen und Frauen zu fördern. Um Kinder ab dem Vorschulalter und Jugendliche für technische und naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu begeistern, unterstützen die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände maßgeblich die Initiative Technik-Zukunft in Bayern?! Hier stehen die Mädchen im Vordergrund und werden mit den Forscherinnen-Camps und Mädchen für Technik-Camps gezielt angesprochen. Im Rahmen der Camps beschäftigen sich die Teilnehmerinnen eine Woche lang altersgerecht mit technischen Fragestellungen und verwirklichen gemeinsam mit Unternehmensvertretern ein technisches Projekt Girls Day Akademie Mit der Girls Day Akademie haben die Verbände gemeinsam mit der Agentur für Arbeit in Bayern im Herbst 2013 ein Projekt gestartet, das sich gezielt an Mädchen richtet. Ziel ist es, über ein gesamtes Schuljahr hinweg an 14 Akademien in Bayern die Teilnehmerinnen für Technik zu begeistern. Einmal in der Woche treffen sich die Schülerinnen der Akademien am Nachmittag für drei Schulstunden, erproben ihre technischen Fähigkeiten und erhalten einen Einblick in die Berufe der Metall- und Elektroindustrie. Zum Beispiel besuchen sie kooperierende Unternehmen und erstellen dort ein Werkstück. Auszubildende erzählen von ihrem Berufsalltag und erläutern den Schülerinnen, was hinter ihrem Ausbildungsberuf steckt. Außerdem werden die Teilnehmerinnen der Akademie in Schlüsselqualifikationen geschult und durchlaufen unter anderem ein Bewerbungstraining Sommerkinder Sommerferien bedeuten Spaß für Kinder, häufig aber auch Organisationsabenteuer für Eltern. Denn wenn Kindergärten und Schulen schließen, stellt sich für berufstätige Eltern häufig die Frage, wie sie die Betreuung ihrer Sprösslinge gewährleisten und ihnen dabei noch unvergessliche Ferien bescheren können. Auch für Arbeitgeber sind die Ferien eine Herausforderung: Der Betrieb muss reibungslos weiterlaufen, selbst wenn viele Beschäftigte in dieser Zeit ihren Urlaub planen. Sommerkinder ist eine Initiative der Gesellschaft für soziale Förderung und Integration (gfi) ggmbh, die das Konzept der betriebsnahen Ferienbetreuung mit Unterstützung der vbw und den bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgebern entwickelt und erprobt hat eff effizient familienbewusst führen Kompetente Mitarbeiterführung trägt wesentlich zum Unternehmenserfolg bei. Sie schafft den Rahmen dafür, dass die Mitarbeiter ihr Leistungspotenzial bestmöglich einsetzen können und hilft dabei, qualifizierte Fachkräfte zu finden und zu binden. Immer wichtiger wird es in diesem Zusammenhang, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern. Das mittlerweile abgeschlossene Projekt eff effizient familienbewusst füh-

16 10 Fünf Handlungsfelder Position Wir für Bayern ren - Führungsinstrumente zukunftsfähig gestalten unterstützt Führungskräfte über den auf der Homepage angebotenen Firmencheck bei der Umsetzung einer familienorientierten Personalpolitik, die Unternehmens- und Mitarbeiterinteressen in Einklang bringt und so eine Win-win-Situation schafft. Weitere Informationen finden sich unter 2.3 Handlungsfeld 3 Durchschnittliche Wochen- und Lebensarbeitszeit ausweiten Handlungsrahmen Die Arbeitslandschaft 2040 fordert als eine zentrale Handlungsempfehlung, den Fachkräftebedarf durch ein größeres und flexibleres Arbeitszeitvolumen zu decken. Mittelfristig sind eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche und ein höheres Volumen der Arbeitszeit der Arbeitnehmer erforderlich. Dies geht zum einen Hand in Hand mit einer Verbesserung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Sie spielen eine wichtige Rolle, wenn es möglich werden soll, Familie, Pflege und Beruf besser miteinander vereinbaren zu können und damit vor allem teilzeitbeschäftigten Frauen eine Ausweitung ihrer Arbeitszeit zu ermöglichen. Zum anderen muss die Lebensarbeitszeit an die zunehmende Lebenserwartung und Leistungsfähigkeit der Älteren angepasst und die richtige Entscheidung für die Rente mit 67 konsequent umgesetzt werden. Diverse Überlegungen und Angebote sind vor allem auf körperlich besonders anstrengende, oft gering qualifizierte Tätigkeiten ausgerichtet, um einen zeitigen Wechsel in qualifikationsadäquate, weniger belastende Tätigkeiten oder Branchen zu fördern. Detaillierte Informationen zu diesem Thema finden sich im Positionspapier Aktionsprogramm Beschäftigung Älterer. Wir engagieren uns auch in Zusammenarbeit mit Betriebsräten und Beschäftigten dafür, dass all diese Maßnahmen Hand in Hand mit der Qualifizierung und Gesunderhaltung der Arbeitnehmer über ein ganzes Erwerbsleben hinweg gelingen Der notwendige Beitrag der Politik Für eine Ausweitung der Arbeitszeiten müssen die richtigen Anreize gesetzt werden. Die Einführung der Rente mit 67 war ein wichtiger und richtiger Schritt. Generell gilt: Das Arbeiten bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter und gegebenenfalls auch darüber hinaus muss sich materiell wie ideell lohnen. Fehlanreize, die ein möglichst frühzeitiges Aussteigen aus dem Berufsleben fördern, wirken kontraproduktiv und müssen zurückgefahren werden. Besonders kritisch ist in diesem Zusammenhang die gerade erst eingeführte Rente mit 63 für besonders langjährig Versicherte zu bewerten. Sie setzt das falsche Signal und muss wieder rückgängig gemacht werden.

17 Position Wir für Bayern Fünf Handlungsfelder 11 Ein weiterer Ansatzpunkt für die Erhöhung der Beschäftigungsquote Älterer besteht darin, die Hinzuverdienstmöglichkeiten bei vorgezogenem Renteneintritt für Ältere zu verbessern. Zudem gilt es, Steuernachteile bei späterem Renteneintritt zu vermeiden. Aufgrund der sukzessiven Einführung der nachgelagerten Besteuerung steigt derzeit Jahr für Jahr der steuerpflichtige Anteil der Rente. Damit ist es derzeit sehr attraktiv, eher früher als später in Rente zu gehen, um weniger versteuern zu müssen. Wir fordern deshalb, dass sich die Höhe des Besteuerungsanteils der Rente künftig nach dem Geburtsjahr der Rentner richtet und nicht wie bisher nach dem Jahr des Rentenbeginns. Handlungsbedarf besteht auch bei Regelungen, die Ältere auf Kosten des Arbeitgebers bevorzugen, zum Beispiel beim Kündigungsschutz Der Beitrag der bayerischen Wirtschaft - Projekte im Profil Kapitelübersicht MEZ Mit Erfahrung Zukunft meistern gesund(me) demografie(me) Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz MEZ Mit Erfahrung Zukunft meistern Die bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeber haben mit diesem Projekt zehn Modellbetriebe in Bayern bei der Entwicklung einer demografiefesten Personalpolitik begleitet und unterstützt. Dabei sind mehrere Publikationen entstanden, die den Unternehmen als Leitfaden und Anregung zur Entwicklung eigener Strategien zur Verfügung stehen gesund(me) Betriebliche Gesundheitsprävention ist von wachsender Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in einem globalen Markt. Mitgliedsunternehmen der bayerischen M+E-Industrie werden durch dieses Projekt beim Aufbau, der Ausgestaltung und der Umsetzung eines erfolgreichen betrieblichen Gesundheitsmanagements unterstützt. Ziel sind bis ins Alter fitte und leistungsfähige Mitarbeiter. Erfahrungsberichte und praktische Tipps werden im Rahmen von Veranstaltungen aufbereitet und in themenspezifischen Informations- und Positionspapieren sowie Leitfäden zusammengefasst.

18 12 Fünf Handlungsfelder Position Wir für Bayern demografie(me) Mit demografie(me) stellen bayme vbm ein Beratungs- und Serviceangebot zur Verfügung, das Mitgliedsbetriebe unterstützt, die Demografie-Festigkeit im Unternehmen zu erhöhen und die Chancen des demografischen Wandels zu nutzen. Das Angebot setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen: Online-Tools / Selbsttests: Altersstrukturanalyse und DemografieCheck Modellprojekt DemografieManagement: In einem zweijährigen Modellprojekt wurden in Mitgliedsbetrieben alterskritische Faktoren identifiziert und daraus Handlungsstrategien für eine nachhaltige Personalpolitik abgeleitet. Die Ergebnisse sind im Leitfaden DemografieManagement zusammengefasst. DemografieBerater: Unterstützung der Mitgliedsfirmen vor Ort durch das Service- Center Arbeitswissenschaft DemografieManager: Exklusives Weiterbildungsangebot für Mitglieder zum DemografieManager Workshops DemografieManagement: regelmäßige Workshops zur Vernetzung von Akteuren und Vorstellung von innovativen Lösungen Workshops Ergonomie: Besichtigung und ergonomische Optimierung von Arbeitsplätzen bei Firmen vor Ort mit Erfahrungsaustausch Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz Im Rahmen des Programms Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz bieten die bayerischen Metallarbeitgeberverbände bayme vbm eine ganzheitliche Antwort auf die Herausforderungen rund um psychische Belastungen an: Wissenschaft: Um die wissenschaftlichen Erkenntnisse in dem Bereich zu fördern, erarbeitet das Max-Planck-Institut für Psychiatrie eine Studie, die im Herbst dieses Jahres fertiggestellt werden soll. Weiterbildung: Um die arbeitspsychologische Kompetenz in Unternehmen zu steigern, bietet bayme vbm Workshops für Geschäftsführer, Führungskräfte und Personalverantwortliche sowie Betriebsärzte an. Außerdem können Mitgliedsunternehmen ihre Führungskräfte in Inhouse Trainings für das Thema sensibilisieren. Beratung: Kernbestandteil des gesamten Projekts ist der Telefonische Beratungsservice für die Beschäftigten der Mitgliedsunternehmen. Das Angebot ist sowohl für Mitarbeiter als auch für Führungskräfte gedacht. 2.4 Handlungsfeld 4 Bildungsoffensive fortsetzen Handlungsrahmen Die bereits angelegte Bildungsoffensive muss unbedingt fortgesetzt und weiter ausgebaut werden. Sie sollte in der frühkindlichen Phase einsetzen, über Schule und Hoch-

19 Position Wir für Bayern Fünf Handlungsfelder 13 schule reichen, und darüber hinaus die betriebliche Aus- und Weiterbildung stärken. Wir können es uns nicht erlauben, auf dem Weg der Bildung Menschen zu verlieren. Deshalb engagieren sich die bayerischen Arbeitgeberverbände für die Weiterentwicklung unseres Bildungssystems. Hier wurde bereits viel erreicht, das zeigen die Ergebnisse in der Arbeitslandschaft So wird deutlich, dass in jüngerer Vergangenheit die Zahl der Schulabgänger mit Hochschulzugangsberechtigung deutlich gestiegen ist und auch auf dem Qualifikationsniveau mittlerer Schulabschluss sind höhere Absolventenzahlen zu erkennen. Doch diese Entwicklungen sind keine Lorbeeren, auf denen wir uns ausruhen können. Auch in Bayern gibt es weiterhin Handlungsbedarf. Ein Beispiel hierfür sind die Abbrecherquoten im Bildungswesen. Hier setzen wir uns dafür ein, die Quoten bei Schulabgängern ohne Abschluss ebenso wie bei Abbrechern in der Dualen Ausbildung und an Hochschulen bis 2020 zu halbieren. Nach wie vor gilt es, überholte Strukturen zu optimieren, Chancen zu schaffen, Wege zu ebnen und Schwellen zu senken. Nur so erzielen wir auf breiter Basis und auf lange Sicht kontinuierliche und erfolgreiche Erwerbsbiografien. Das wiederum hat enorme Bedeutung für das nachhaltige Gedeihen unserer Wirtschaft und den Erhalt unseres gesellschaftlichen Wohlstands. Wir setzen uns mit einer Vielzahl von Projekten dafür ein, die besten Fach- und Führungskräfte für Unternehmen in Bayern zu gewinnen und unterstützen gleichzeitig die Implementierung neuer Wege auf allen Bildungsebenen. Wir bringen zahlreiche Projekte für die Qualifizierung und Teilqualifizierung der Arbeitnehmer auf den Weg. Wir fördern das Interesse für Technik und setzen uns aktiv dafür ein, die Zahl der Hochschulabsolventen zu steigern Der notwendige Beitrag der Politik Der Staat muss dafür Sorge tragen, jeden entsprechend seiner Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen zu qualifizieren. Dazu müssen Bund und Länder Maßnahmen aufsetzen und unterstützen, die allgemein die Bildungsbeteiligung erhöhen. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) finanziert seit einigen Jahren vertiefte Berufsorientierung an Schulen und setzt dabei Gelder der Beitragszahler der Arbeitslosenversicherung ein. Im Sinne einer Anschubfinanzierung hat dies zweifellos einen Beitrag zur wünschenswerten Ausweitung der Berufsorientierung geleistet. Wird jedoch die Kulturhoheit der Länder konsequent umgesetzt, so muss sich die BA mittelfristig komplett aus dieser Finanzierung zurückziehen. Im Übergangssystem von der Schule zum Beruf müssen die bestehenden Maßnahmen regelmäßig streng überprüft werden, ob sie eine hohe Vermittlungsquote in die duale Ausbildung aufweisen. Ineffiziente Maßnahmen können und müssen entsprechend den Ergebnissen konsequent gestrichen werden, weniger ist an dieser Stelle häufig mehr.

20 14 Fünf Handlungsfelder Position Wir für Bayern Der Beitrag der bayerischen Wirtschaft - Projekte im Profil Kapitelübersicht AusbildungsOffensive Bayern Berufsorientierung an Mittelschulen Berufsorientierung: Here`s my story: Wo komme ich her, wo will ich hin? Informationskampagne P-Seminar sprungbrett Bayern sprungbrett Bayern Praktikum-Speed Datings infotruck(me) / M+E InfoTrucks come with(me) MINT21 Initiative an bayerischen Realschulen Berufseignungstest Implementierung zweijähriger Ausbildungsberufe Studienkompass Studien- und Berufsorientierung im P-Seminar MINT Excellence an bayerischen Gymnasien Lehrer in der Wirtschaft Best MINT Tarifvertrag Qualifizierung und Tarifvertrag zur Bildungsteilzeit der bayerischen Metall- und Elektroindustrie AusbildungsOffensive Bayern Die Imagekampagne AusbildungsOffensive Bayern weckt bei Jugendlichen Interesse für die Branche und die Berufe in der Metall- und Elektroindustrie. Die Info-Teams informieren beispielsweise Mittel- und Realschüler sowie Gymnasiasten in einer Schulstunde über die vielfältigen beruflichen Möglichkeiten. Mit unseren rund 1500 Vorträgen an bayerischen Schulen erreichen wir pro Jahr rund Schüler. Darüber hinaus werden Jugendliche, Eltern und Lehrer auf Ausbildungsmessen und - veranstaltungen angesprochen. Großflächenplakate, Broschüren, Berufefilme und Social-Media-Kanäle machen zudem auf die Kampagne und deren berufsorientierende Inhalte aufmerksam Berufsorientierung an Mittelschulen Die Schüler werden dabei unterstützt, frühzeitig Eindrücke von den vielfältigen Angeboten in der Berufswelt zu gewinnen und gemäß ihren eigenen Fähigkeiten und Neigungen den richtigen Berufsweg einzuschlagen. Ein Best-Practice-Handbuch dokumentiert die Vielfalt an Projekten, die heute schon in bayerischen Schulen umgesetzt werden. Außerdem lassen sich Anregungen für die Durchführung gelungener Berufsorientie-

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