Etwa 99% dieser Anlagen werden netzparallel betrieben und speisen auch überschüssigen Strom in das öffentliche Netz ein.

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1 Fragen zur Steuerlichen Behandlung von Micro Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen Mit dem ständigem Anstieg der Einspeisevergütung und dem steilen Anstieg des Einsatzes von Micro-KWK Anlagen, stellt sich für viele die Frage der steuerlichen Behandlung dieser Anlagen. Etwa 99% dieser Anlagen werden netzparallel betrieben und speisen auch überschüssigen Strom in das öffentliche Netz ein. Wichtig: Diese Betrachtung gilt ausschließlich für netzparallel betrieben Anlagen, die auch Strom in das öffentliche Netz einspeisen! Auf wen trifft dies z.b. nicht zu: Ein Besitzer eines Einfamilienhauses betreibt seinen Dachs und versorgt mit dem Strom und der Wärme ein grosses Gewächshaus und sein Wohngebäude. Aufgrund der künstlichen Beleuchtung etc. des Gewächshauses kommt es zu keiner Strom Einspeisung in das öffentliche Netz. Fazit: Der Dachs ist für das Finanzamt unrelevant, da keinerlei Einkünfte erzielt werden der Einsatz rein privat bzw. als Liebhaberei ist. Seite 1von 5 hier Steuereffekte von Micro KWK

2 Da die Einkünfte aus dem Stromverkauf Einkünfte aus Gewerbebetrieb darstellen, müssen sie in der jährlichen Steuererklärung angegeben werden. In einer Gewinn- Verlust- Rechnung wird bilanziert, ob ein Gewinn erwirtschaftet wurde oder auf Grund der Abschreibung ein Verlust bilanziert werden kann Diese Vorausplanung, ob die Betriebsstätte ( AO ) ein Unternehmen ist, ist Aufgabe des Betreibers nach der AO ( Abgabenordnung) Grundsätzlich ist ein Unternehmen dann anzunehmen, wenn das Kraftwerk Strom produziert, der regelmäßig gegen eine Vergütung in das öffentliche Netz eingespeist wird. Es muss eine Gewinn - und Verlust Berechnung erstellt werden, die die voraussichtlichen Kosten und Erträge des Kraftwerkes berücksichtigt. Die Privatentnahme Wärme ist angemessen als Ertrag zu berechnen. Merke: Durch phantasievolles Armrechnen einiger Betreiber kommt es nach AO zu einem Missbrauch von Gestaltungsmöglichkeiten. Dies kann eine Steuer - Straftat sein und befreit nicht von Nachzahlungen mit Zinsen und Bussgeldern. In über 98 % aller Fälle kommt es bei fachgerechter Berechnung, innerhalb von 20 Jahren zu einem Gewinn von mindestens 1. In diesem Fall ist der Betreiber ein Unternehmer mit Gewinnerzielungsabsicht. Nur ein Unternehmer darf vom Netzbetreiber die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer, MwSt) verlangen, dieser ist dann auch Vorsteuerabzugsberechtigt. Merke: MwSt. darf nicht jeder erheben Die Vorsteuerabzugsberechtigung hat Vorteile: Die MwSt. der Anschaffung der KWK-Anlage bekommt (zum Teil) man vom Finanzamt zurück. ( Die MwSt. des Lieferanten wird zur eigenen Vorsteuer) Auch die MwSt. des Brennstoffeinsatzes, bei Reparaturen und Wartungsarbeiten bekommt man vom Finanzamt zurück. ( Für den Betreiber werden die gezahlten MwSt zur Eigenen Vorsteuer) Seite 2von 5 hier Steuereffekte von Micro KWK

3 Der Betreiber muss dem Netzbetreiber zuzüglich zu den derzeit 12 ct / kwh auch noch die MwSt. in Rechnung stellen. Er darf diese aber nicht behalten, sondern er muss sie an das Finanzamt abführen. Gewerbesteuer: Für Personengesellschaften gilt ein jährlicher Freibetrag für den steuerlichen Gewinn von Euro pro Jahr, so das wohl keine KWK Betreiber Gewerbesteuer zahlen muss, es sei denn man hat noch andere Gewerbe Einnahmen. Vorsteuerabzugsberechtigung Wer regelmäßige Einnahmen erzielt, (gleichgültig ob er eine Gewinnerzielungsabsicht hat), unterliegt als Unternehmer der Umsatzsteuer. Zwar besteht die Möglichkeit, sich als "Kleinunternehmer" von der Umsatzsteuer befreien zu lassen, doch ist dies für PV-Anlagenbefreier zumeist nicht sinnvoll. Der KWK-Anlagenbetreiber kann vom Finanzamt auf Antrag die Vorsteuerabzugsberechtigung erlangen. Er zählt dann als Unternehmer. In diesem Fall erhält er die gezahlte Umsatzsteuer auf den Erwerb, Betrieb ( Brennstoff etc.) und die Wartung seiner Anlage zurück. Auf die Einspeisevergütung muss er nun seinerseits die Umsatzsteuer erheben und diese an das Finanzamt abführen. Anmeldung als Gewerbe Wer eine Gewinnerzielungsabsicht hat, muss in der Einkommensteuer seine Einnahmen und Ausgaben unter dem Stichwort "gewerblich" angeben. Deshalb glauben viele KWK - Anlagenbetreiber, sie müssten ein Gewerbe anmelden. Das Gewerbeamt sieht dies zumeist anders: Die Anmeldung eines Gewerbes ist bei Anlagen der üblichen Größen - unabhängig von der Gewinnsituation - nicht erforderlich. Seite 3von 5 hier Steuereffekte von Micro KWK

4 Insbesondere bei größeren Anlagen, mit denen Sie aufgrund besonders günstiger Förderbedingungen einen Gewinn erzielen, sollten Sie trotzdem sicherheitshalber beim Gewerbeamt nachfragen. Berücksichtigung in der Einkommensteuer Hier geht es um die Gewinnerzielungsabsicht. "Gewinn" wird in diesem Zusammenhang als Totalgewinn verstanden, d.h. im Laufe der 20 Jahre Betriebsdauer muss die Summe der Einnahmen höher sein als die Summe der Ausgaben. (Anmerkung: Diese Gewinndefinition ist nicht zu verwechseln mit Gewinn im betriebswirtschaftlichen Sinn.) Zu den Einnahmen zählt die Einspeisevergütung. Zu den Ausgaben zählen Planungskosten, Anschaffungskosten, Betriebskosten, Reparaturkosten, Wartungskosten und Kreditzinsen. Kalkulatorische Zinsen (Zinsverzicht bei Verwendung von Eigenkapital) dürfen nicht berücksichtigt werden, sondern nur tatsächlich anfallende Kosten, (für die man im Zweifelsfall eine Rechnung oder Zahlungsbeleg vorlegen könnte). Wer seine KWK - Anlage gewerblich, d.h. mit Gewinnerzielungsabsicht, betreibt, MUSS in seiner Einkommensteuererklärung eine Gewinnermittlung durchführen. Wer keine Gewinnerzielungsabsicht hat, d.h. wer keinen Totalgewinn erwirtschaften kann, braucht die mit der Solaranlage zusammenhängenden Einnahmen und Ausgaben nicht in der Einkommensteuererklärung aufzuführen, es sei denn, er wird vom Finanzamt ausdrücklich dazu aufgefordert. Seite 4von 5 hier Steuereffekte von Micro KWK

5 Mögliche Vorgehensweise 1. Überschlägig ausrechnen, ob Totalgewinn in 20 Jahren zu erwarten ist. 2. Finanzierung planen In geringem Maße kann man durch die Art der Finanzierung beeinflussen, ob sich ein Totalgewinn ergibt oder nicht. Auch die Höhe eines evtl. Totalgewinns kann man in geringem Maße beeinflussen. So verringert z.b. eine Fremdfinanzierung (infolge der Sollzinsen) den Totalgewinn oder verhindert ihn sogar. Umgekehrt können Zuschüsse zu einem Totalgewinn führen oder ihn noch erhöhen. Man sollte sich deshalb vor Aufstellung der Finanzierung überlegen, ob ein Totalgewinn überhaupt erwünscht ist, ob es also vorteilhaft ist, wenn die Einnahmen und Ausgaben im Zusammenhang mit der Kraft - Wärme - Kopplungsanlage Anlage in der Einkommensteuer berücksichtigt werden müssen. 3. Beim Finanzamt die Umsatzsteuervoranmeldung abgeben und die Originalrechnungen vorlegen zur Erstattung der Vorsteuer 4. Dem Netzbetreiber mitteilen, daß Vorsteuerabzugsberechtigung vorliegt, damit er die Vergütung einschließlich MwSt. zahlt. 5. Wenn Totalgewinn zu erwarten ist, und es sich um eine außergewöhnlich große Anlage handelt, beim gemeindlichen Gewerbeamt nachfragen, ob eine Gewerbeanmeldung erforderlich ist. 6. Die in der Einspeisevergütung erhaltende MwSt. an das Finanzamt abführen. 7. Wenn Totalgewinn zu erwarten ist, in der Einkommensteuererklärung die Einnahmen und Ausgaben des Jahres ohne Anschaffungskosten, aber einschließlich Absetzung für Abnutzung (AfA)] angeben. Vor- oder Nachteile hängen von den persönlichen Einkommensverhältnissen ab und können nur von einem Steuerfachmann zuverlässig abgeschätzt werden. Diese allgemeine Information ist eine Darstellung der rechtlichen Grundlagen, obwohl sorgfältig erstellet, erhebt sie keinen Anspruch auf Vollständigkeit und/oder Richtigkeit. Diese Information kann keine steuerliche und/oder Rechtsberatung ersetzen. Seite 5von 5 hier Steuereffekte von Micro KWK

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