Leseprobe. 3. Wie wir Farben bezeichnen Bezeichnung von Pigmentfarben (Malfarben) Bezeichnung von Farbtönen in der Umgangssprache 8

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1 Inhaltsverzeichnis 1. Wie wir Farben sehen Farben sehen unser Auge Farbe ist Licht Wahrnehmung von Farben über Schwingungen Wahrnehmung durch die Brechung des Lichtes 4 2. Wie wir Farben empfinden Die subjektive Empfindung von Farben Die intuitive Wahl von Farben Das individuelle Farbempfinden Lieblingsfarben nach Altersgruppen Farbenzyklus nach Lebensphasen 7 3. Wie wir Farben bezeichnen Bezeichnung von Pigmentfarben (Malfarben) Bezeichnung von Farbtönen in der Umgangssprache 8 4. Wie Farben wirken Die psychologische Wirkung Die symbolische Wirkung Die kulturelle Wirkung Die politische Wirkung Die traditionelle Wirkung Die Farbenlehre Lehre über die Gesetzmässigkeit der Farben Das Lichtspektrum Der Farbkreis Primärfarben Sekundärfarben Tertiärfarben Warme und kalte Farben 13

2 6. Wie wir Farben unterscheiden Der Farbton (Farbe an sich) Die Sättigung (Buntheitsgrad) Die Helligkeit Die sieben Farbkontraste Farbe-an-sich-Kontrast Hell-Dunkel-Kontrast Kalt-Warm-Kontrast Qualitäts-Kontrast Quantitäts-Kontrast Komplementär-Kontrast Simultan-Kontrast Das Mischen von Farben Hellere Töne Dunklere Töne Unbunte Töne Das Camaieu Das Faux Camaieu 22 Quellen und Literatur Farbenwelt Kunst der Farbe von Johannes Itten, Ravensburger Verlag Farbe, Licht, Sehen, Empfinden von Moritz Zwimpfer, Haupt Verlag Wie Farben wirken, Eva Heller, Rowohlt Verlag Die Kraft der Farben von Karin Hunkel, GU Gräfe und Unzer Verlag Die Macht der Farben von Harald Braim, mvg Verlag Farbtherapie von Christa Muths, Heyne Verlag FSFM-Ausbildung Überarbeitung Januar 2001

3 1. Wie wir Farben sehen Verglichen mit den technischen Möglichkeiten, ist unser Farbensinn sehr beschränkt. Wir nehmen z.b verschiedene Farbtöne wahr, einen Bruchteil von dem, was Computer heute darstellen können: 33 Millionen Farbnuancen. Aber trotz unseres bescheidenen Farbrepertoires, lernen wir zu mehr als 80% durch optische Eindrücke, und fast 50% aller Informationen über die Umwelt bekommen wir durch Farben. Zum Beispiel entdecken wir die ersten Krokusse und wissen: aha, der Frühling kommt! 1.1. Farben sehen unser Auge Innerhalb der Netzhaut unseres Auges existieren bestimmte Lichtrezeptoren, sogenannte Stäbchen und Zapfen. Diese Zellen leiten den Prozess ein, bei dem Farben, die wir sehen, in elektrische Gehirnimpulse transformiert werden. Farbe ist eine sinnliche Wahrnehmung, die durch Lichtstrahlung ausgelöst wird. Formen und Farben von Gegenständen sind nur sichtbar, wenn Licht von Gegenständen ins Auge gelangt und dort die Sehempfindung auslöst. Farbenblind ist ein Auge, wenn alle farbempfindlichen Nervenzellen nicht funktionieren. Weil die Stäbchen nur auf Helligkeitsunterschiede reagieren, kann ein farbenblindes Auge nur Hell/ Dunkel-Werte unterscheiden. Diese Art der Farbenblindheit kommt eher selten vor. Weniger selten sind Sehschwächen in bestimmten Farbbereichen. Je nach Grad der Sehschwäche können kleinere oder grössere Farbunterschiede nicht gesehen werden. Man spricht von Farbsinnstörung oder auch Farbfehlsichtigkeit.

4 1.2. Farbe ist Licht Farbe ist Leben, denn eine Welt ohne Farben erscheint uns wie tot. Farben sind Ur-Ideen, Kinder des uranfänglichen farblosen Lichtes und seines Gegenpartes, der farblosen Dunkelheit. Das Licht, dieses Urphänomens der Welt, offenbart uns in den Farben den Geist und die lebendige Seele dieser Welt. Zitat von Joh. Itten Wahrnehmung von Farben über Schwingungen Manche Eigenschaften des Lichtes sind weder mit den Augen noch auf andere Weise sinnlich erfahrbar, sondern können nur durch physikalische Experimente nachgewiesen werden. Dies trifft z.b. auf den Wellencharakter der Lichtenergie zu. Licht ist elektromagnetische Energie, die von entsprechenden Energiequellen (Lichtquellen) ausgestrahlt wird und sich in Form von Schwingungen ausbreitet. Das Licht erreicht uns, auf einer Skala von einem millionstel Nanometer bis zu tausend Kilometern, zwischen 380 und 760 Nanometern. (1 Nanometer nm entspricht einem millionstel Millimeter mm ) Wahrnehmung durch die Brechung des Lichtes Das Sonnenlicht und das Licht der meisten anderen Lichtquellen setzt sich aus Strahlungen verschiedener Wellenlängen zusammen, wobei die Energieanteile in den verschiedenen Wellenbereichen sehr unterschiedlich sein können, und vom Auge als unterschiedliche Farben wahrgenommen werden. Wenn ein schmaler Lichtstrahl durch ein Prisma dringt, wird das neutrale Licht in die Spektralfarben (Regenbogenfarben) aufgefächert. Wenn neutrales farbloses Licht auf eine farbige Fläche fällt, so werden dem Licht durch Absorbtion bestimmte spektrale Anteile entzogen. Von einem roten Körper wird demnach die rote Spektralfarbe reflektiert (zurück-gestrahlt), die anderen Spektralfarben werden absorbiert (verschluckt). Absorbiert ein Körper alles auffallende Licht, ist er schwarz. Reflektiert ein Körper alles auffallende Licht, ist er weiss.

5 5. Die Farbenlehre 5.1. Lehre über die Gesetzmässigkeit der Farben Das Wesen der Farben hat den Menschen von alters her beschäftigt. Zur Benennung und Ordnung der Farben wurden Farbsysteme entwickelt. Die ersten Arbeiten dazu stammen vom Physiker Isaak Newton (ca. 1687). Einer der bedeutendsten Männer, die menschliches Farbempfinden in eine Gesetzmässigkeit brachten, war Goethe. Er war auf seine wissenschaftliche Farbenlehre stolzer, als auf die meisten seiner Dichtungen. Eine der wichtigsten Farbenlehren der heutigen Zeit wurde vom Schweizer Künstler und Kunstpädagoge Johannes Itten ( ) entwickelt. Sie wird international an den meisten Kunstschulen angewandt Das Lichtspektrum Bei der Brechung des Lichts ergibt sich folgende Reihenfolge des Spektrums: Rot / Orange / Gelb / Gelbgrün / Grün / Blaugrün / Zyanblau / Indigo / Violett 5.3. Der Farbkreis Stellt man die Spektralfarben in einem Kreis dar, so entsteht ein Farbkreis. Der 12-teilige Farbkreis setzt sich aus folgenden Farbtönen zusammen: Rot / Rotorange / Orange /Gelborange / Gelb / Gelbgrün / Grün / Blaugrün / Blau / Blauviolett / Violett / Rotviolett / (Rot) 11

6 Arbeitsblatt Farbenwelt 1 1. Wie können wir Farben sehen? 2. Was bedeutet Farbenblindheit? 3. Wo erreicht uns das Licht auf der Lichtskala? 4. Was bedeutet Absorbtion: Was bedeutet Reflexion: 5. Welche Empfindungen können Farben auslösen? 6. Nennen Sie einige Lieblingsfarben gemäss Umfrage nach Eva Heller 7. In welcher Farben-Phase befinden Sie sich? 8. Nennen Sie die fünf beschriebenen Wirkungen von Farben 9. Kennen Sie den Fachausdruck für Malfarben? 10. Erklären Sie den Unterschied zwischen subjektiver und objektiver Wahrnehmung 23

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