2. Kann der Treuhänder meine Zahlungsansprüche geltend machen?

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1 Häufig gestellte Fragen der Anleihegläubiger an Hoffmann Liebs Fritsch & Partner Rechtsanwälte (HLFP) als Treuhänder der WGF-Hypothekenanleihen (Frequently Asked Questions - FAQs) 1. Wie kann ich mich zum Stand des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der WGF Westfälische Grundbesitz- und Finanzverwaltung AG ( WGF AG ) informieren? Informationen zum Stand des Insolvenzverfahrens finden Sie auf der Internetseite der WGF AG unter oder unter zum Aktenzeichen 504 IN 269/12 (Amtsgericht Düsseldorf). Unter können Sie auch Angaben zu den von Ihnen gezeichneten Anleihen machen bzw. sich als Anleihegläubiger melden. 2. Kann der Treuhänder meine Zahlungsansprüche geltend machen? Leider nein. Es ist nicht Aufgabe des Treuhänders, für die Anleihegläubiger die Zahlung von Zinsen oder die Rückzahlung der Anleihegelder zu verlangen oder diese Forderungen im Insolvenzverfahren anzumelden. Hierzu fehlen für den Treuhänder auch die rechtlichen Voraussetzungen, da er nicht im Namen der Anleihegläubiger auftreten kann. 3. Kann ich meine Forderungen aus den Hypothekenanleihen beim Treuhänder anmelden? Leider nein. Forderungen können beim Treuhänder nicht zur Insolvenztabelle angemeldet werden. Der Treuhänder kann die Forderungsanmeldungen auch nicht an den Sachwalter bzw. Insolvenzverwalter weiterleiten. Hier gilt wiederum, dass der Treuhänder nicht im Namen der Anleihegläubiger auftreten und deshalb nicht für diese Rechtshandlungen wie etwa Forderungsanmeldungen vornehmen kann. 4. Wie mache ich im Insolvenzverfahren meine Zahlungsansprüche geltend? Jeder Anleihegläubiger muss grundsätzlich selbstständig, insbesondere solange kein Gemeinsamer Vertreter existiert, seine Forderungen aus den Hypothekenanleihen schriftlich beim Sachwalter bzw. Insolvenzverwalter zur Insolvenztabelle anmelden. Es gilt 174 InsO. Nach 174 Absatz 1 Satz 2 InsO sollen der Anmeldung die Urkunden, aus denen sich die Forderung ergibt, in Abdruck beigefügt werden. Nähere

2 - 2 - Informationen zur Anmeldung von Forderungen sind auf der Internetseite der WGF AG unter erhältlich. 5. Wann melde ich meine Zahlungsansprüche zur Insolvenztabelle an? Erst nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Derzeit läuft noch das sog. Insolvenzeröffnungsverfahren, in dem vom Gericht geprüft wird, ob ein Eröffnungsgrund vorliegt. Erst im Eröffnungsbeschluss des Insolvenzgerichts - der frühestens in einigen Wochen zu erwarten ist - werden die Gläubiger aufgefordert, ihre Forderungen innerhalb einer bestimmten Frist beim Sachwalter bzw. Insolvenzverwalter anzumelden. Es handelt sich nicht um eine Ausschlussfrist. 6. An welchen Immobilien bestehen Grundschulden zugunsten des Treuhänders? Eine Übersicht der gegenwärtig vom Treuhänder verwalteten Grundschulden finden Sie auf der HLFP-Internetseite unter Eine detailliertere Darstellung der Grundschulden ist zurzeit nicht sinnvoll, da eine solche Darstellung die Bewertung der Immobilien und damit das Werterhaltungsinteresse der Anleger negativ beeinträchtigen könnte. Denn sie könnte eine möglichst hohe Erlöse erzielende Vermarktung der Immobilien erschweren, weil z.b. durch Maklertätigkeiten, auch wenn diese nicht beauftragt sind, Provisionsansprüche gestellt werden könnten. 7. Auf welcher Grundlage wurden zugunsten des Treuhänders erstrangige Grundschulden bestellt? Die WGF AG war nach Maßgabe der Anleihebedingungen der jeweiligen Hypothekenanleihen berechtigt, aus dem Emissionserlös unbebaute oder bebaute Grundstücke (die "Immobilien") zu erwerben. Die Prüfung, ob Mittel aus dem Emissionserlös für den Erwerb einer Immobilie eingesetzt werden durften, oblag einem unabhängigen Mittelverwendungskontrolleur. Dieser durfte Mittel aus dem Emissionserlös freigeben, wenn die Investitionskriterien der Anleihebedingungen der jeweiligen Hypothekenanleihen erfüllt waren.

3 - 3 - Eines der Investitionskriterien für den Erwerb war, dass auf jede von der WGF AG erworbene Immobilie zugunsten des Treuhänders (d.h. HLFP) eine erstrangige Grundschuld bestellt wird. Der Treuhänder hat also diese Grundschulden in seinem Namen, aber für die Anleger an erster Rangstelle in den Grundbüchern der Immobilien erworben. Er verwaltet diese Grundschulden nicht für sich, sondern nach näherer Maßgabe der Anleihebedingungen und des jeweiligen Treuhändervertrags für die Anleger der Hypothekenanleihen. 8. Sind die vom Treuhänder verwalteten Grundschulden jeweils auf eine bestimmte Hypothekenanleihe bezogen oder dienen sie als Sicherheiten für alle Hypothekenanleihen? Die vom Treuhänder verwalteten Grundschulden bilden keinen Sicherheitenpool für alle Hypothekenanleihen der WGF AG. Vielmehr ist jede Immobilie einer bestimmten Hypothekenanleihe zugeordnet. Allerdings ist es in Einzelfällen so, dass der Erwerb und/oder die Entwicklung einer Immobilie aus mehreren Anleihen finanziert wurde (was nach den Anleihebedingungen zulässig ist). In diesen Fällen dient die Grundschuld auf der jeweiligen Immobilie als Sicherheit für die Hypothekenanleihen, aus denen Mittel für den Erwerb oder die Entwicklung dieser Immobilie aufgewendet wurden, und zwar im Verhältnis der jeweils aufgewendeten Mittel. 9. Muss ich dem Insolvenzverwalter bzw. der WGF AG mitteilen, welche Grundschulden (Sicherungsrechte) für meine Zahlungsansprüche bestehen? Nein. Eine Mitteilung der Grundschulden ist nicht erforderlich, das übernimmt der Treuhänder. Welche Grundschulden die Forderungen der Anleihegläubiger besichern, wird der Treuhänder dem Insolvenzverwalter bzw. im Falle der Eigenverwaltung der WGF AG mitteilen. 10. Welche Aufgaben hat der Treuhänder aufgrund der Antragstellung auf Eröffnung bzw. nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens der WGF AG? Mit Eintritt des Verwertungsfalls hat der Treuhänder die grundsätzliche Aufgabe, die für ihn eingetragenen erstrangigen Grundschulden zugunsten der jeweiligen Anleihegläubiger zu verwerten. Dabei setzen die angezeigten Verwertungsmaßnahmen überwiegend die Eröffnung des Insolvenzverfahrens voraus, über die vom zuständigen Insolvenzgericht entschieden wird und mit der aus heutiger Sicht frühestens in einigen Wochen zu rechnen ist.

4 - 4 - Prinzipiell ist eine Verwertung der Grundschulden durch den Treuhänder zum einen durch Maßnahmen der Zwangsvollstreckung denkbar, also in erster Linie die Zwangsversteigerung von Immobilien. Möglich ist aber auch eine sogenannte freihändige Verwertung, also die freie vertragliche Veräußerung des jeweiligen Objekts. Dies setzt ein gemeinsames Vorgehen des Insolvenzverwalters (bzw., im Falle der Eigenverwaltung, des Sachwalters sowie auch der WGF AG) und des Treuhänders voraus. Bei einer freihändigen Verwertung sind in der Regel deutlich höhere Veräußerungserlöse als bei einer Zwangsversteigerung zu erwarten. Eine freihändige Verwertung wird der Treuhänder allerdings im Interesse der Anleger grundsätzlich nur dann mittragen können, wenn der ihm zugunsten der Anleger zufließende Betrag aus den Veräußerungserlös höher ist als derjenige, der im Falle einer Zwangsversteigerung zu erwarten wäre. 11. Welche Ziele verfolgt der Treuhänder bei der Verwertung und was gilt für die Erlösverteilung? Das Ziel des Treuhänders ist es, für die Anleger einerseits hohe Erlöse aus der Verwertung der Immobilien bzw. der Grundschulden zu erzielen, andererseits aber auch die Verwertung in angemessener Zeit zu realisieren. Nach Abschluss der Verwertung der Immobilien wird der Treuhänder - nach Abzug der durch die Verwertung entstandenen Kosten einschließlich der dem Treuhänder zustehenden Vergütung - den Verwertungserlös unter den Anleihegläubigern der betreffenden Hypothekenanleihe im Verhältnis ihrer jeweiligen Beteiligung an dieser Anleihe verteilen. 12. Was passiert bis zur Verteilung mit dem Erlös aus der Verwertung der Immobilien? Die Erlöse aus der Verwertung von Immobilien werden auf hierzu vom Treuhänder bereits eingerichteten Treuhandkonten hinterlegt werden, auf die alleine der Treuhänder Zugriff hat. Die WGF AG oder ihr Sachwalter bzw. ein Insolvenzverwalter kann auf die vom Treuhänder erzielten Erlöse aus der Verwertung der Immobilien nicht mehr zugreifen. 13. Wann bekomme ich mein Geld? Nach Abschluss der Verwertung der Immobilien wird der Treuhänder - nach Abzug der durch die Verwertung entstandenen Kosten einschließlich der dem Treuhänder

5 - 5 - zustehenden Vergütung - den Verwertungserlös unter den Anleihegläubigern der betreffenden Hypothekenanleihe im Verhältnis ihrer jeweiligen Beteiligung an dieser Anleihe verteilen. Die Verwertung kann Monate, aber auch Jahre dauern. Eventuell kann der Treuhänder auch schon vor der endgültigen Erlösverteilung Abschlagszahlungen veranlassen, was allerdings mit zusätzlichen Kosten (insbesondere Bankgebühren) verbunden wäre. 14. Wie hoch werden die Zahlungen an die Anleihegläubiger aus dem Verwertungserlös sein? Über die Höhe des zu erzielenden Verwertungserlöses, der bei jeder Hypothekenanleihe unterschiedlich hoch ausfallen kann, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Angabe möglich. Dementsprechend sind derzeit auch noch keine Aussagen über die Höhe der zu erwartenden Zahlungen an die Anleihegläubiger möglich. Ob und inwieweit die Anleihegläubiger darüber hinaus für den Ausfall auf ihre zur Insolvenztabelle angemeldeten, quotenberechtigten Forderungen weitere Zahlungen (Quote) erhalten werden, hängt vom weiteren Verlauf und Ausgang des Insolvenzverfahrens ab.

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