Großfamilie. Mein Sohn und meine Tochter sind seit Jahren hier tätig. Sie haben von der Botenabteilung angefangen alle Abteilungen durchlaufen.

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2 Großfamilie. Mein Sohn und meine Tochter sind seit Jahren hier tätig. Sie haben von der Botenabteilung angefangen alle Abteilungen durchlaufen. Es ist wichtig, die Bodenhaftung nicht zu verlieren. Verstehen Sie, was ich meine?«susan nickte.»nichts ist schlimmer für ein Unternehmen, als ein Geschäftsführer, der seinen Betrieb ausschließlich aus Statistiken kennt.«henning Kronus zwinkerte ihr zu.»ich sehe, wir verstehen uns. Und das ist wichtig. Schließlich wird die Umstrukturierung auf Basis Ihres Systems das Rückgrat unserer Firma bilden. Ich muss allerdings gestehen, von EDV nicht allzu viel Ahnung zu haben. Deshalb wird die Projektleitung bei meinem Sohn liegen. Doch zögern Sie bitte nicht, mich jederzeit anzusprechen.«er griff zum Telefon, runzelte die Stirn, als

3 er auflegte, erneut wählte, und Frau Gruber bat, seinen Sohn zu ihm zu schicken. Wenige Minuten später betrat eine Frau den Raum. Ohne zu wissen wer sie war, erkannte Susan sie sofort als eine Kronus. Sie war Mitte 30, hochgewachsen und schlank, beneidenswert schlank. Susan fand sich selbst zu klein, zu pummelig, auch wenn ihre Mutter ihr immer wieder versichert hatte, dass sie eine schöne, eine weibliche Figur habe. Weiblich, was sagte das anderes aus, als dass die Männer sie auf ihren Busen reduzierten. Weiblich, sie hasste allein das Wort. Sie hätte so gern einen Körper, der sportlich und dynamisch wirkte, wie jener, der dort im Türrahmen stand. Henning Kronus zog die Brauen nach oben. Die Frau machte einen kleinen Schritt nach vorn, ohne die Hand von der Türklinke zu

4 nehmen.»georg ist nicht im Haus. Da dachte ich Was soll das heißen? Er wusste von dem Termin.Es gab augenscheinlich Wichtigeres.«Sie trat weiter in den Raum und verschränkte die Arme. Henning Kronus blieb stumm, aber seine Wangenmuskeln spannten sich. Unwillkürlich blickte Susan zu den Portraits, die mit zustimmenden Blicken dem Senior den Rücken stärkten. Schließlich wandte er sich wieder an Susan.»Frau Andretti, darf ich Ihnen meine Tochter vorstellen? Sie wird Sie vorerst mit unserer Vertriebsstruktur vertraut machen.«seine Tochter wartete, bis er ausgesprochen hatte, dann ging sie auf Susan zu. Sie hatte die großen, grauen Augen ihres Vaters, doch strahlten sie bei ihr eine andere

5 Wirkung aus. Sie verliehen dem schmalen Gesicht etwas Mädchenhaftes, das nicht ganz zu dem Businesskostüm und dem bequemen Chic der Schuhe passte und dennoch ihren schlichten Stil betonte.»andrea Kronus. Ich freue mich sehr auf unsere Zusammenarbeit.«Sie streckte Susan die Hand entgegen und lächelte. Schon beim Betreten des Büros roch Susan die Anwesenheit eines Babys. Der Duft nach Schafsfett und Vanille, begleitet von dem säuerlichen Geruch verdauter Milch. Andrea Kronus ging zu dem Kinderwagen, der neben ihrem Schreibtisch stand, beugte sich darüber.»das ist mein Sohn Julian. Er ist sechs Monate alt.«susan trat näher und sah auf den schlafenden Jungen. Sein Gesicht war leicht gerötet und die kleine Nase zuckte, wie die

6 eines Kaninchens. Als seine Mutter behutsam die Zudecke zur Seite schlug, gähnte er, ohne die Augen zu öffnen. Sie zog ihre Hand zurück, schaukelte den Wagen ein wenig hin und her und setzte sich. Susan blieb stehen.»wie friedlich er aussieht.«vorsichtig berührte sie seine warme, feuchte Wange. Das Kind bewegte sich, suchte mit seiner kleinen Faust ihren Finger. Susan deckte ihn wieder zu und setzte sich Andrea Kronus gegenüber.»der Schein trügt. Wenn ihm etwas nicht passt, kann er sich durchaus lautstark bemerkbar machen. Haben Sie Kinder?Nein.«Die Antwort kam schärfer heraus, als Susan es beabsichtigt hatte. Andrea Kronus sah sie an, als würde sie eine Erwiderung überlegen, ging aber nicht weiter darauf ein. Stattdessen griff sie zum Telefon.»Kaffee?«

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