VERTRAUENSSTELLE KINDER, JUGENDLICHE UND ELTERN JAHRESBERICHT GEGEN GEWALT FÜR. Georgswall 9 Eingang: Carolinengang Aurich Telefon:

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1 VERTRAUENSSTELLE GEGEN GEWALT FÜR KINDER, JUGENDLICHE UND ELTERN JAHRESBERICHT 2011 Georgswall 9 Eingang: Carolinengang Aurich Telefon: Kinder, Jugend & Familie Weser-Ems GmbH

2 2 Dankwort Ich möchte allen danken, die die Arbeit der Vertrauensstelle fördern. Im Jahr 2011 konnten 69 Kinder und Jugendliche, die Gewalt erlebt haben, von dieser Anlaufstelle betreut werden. Es werden einzelne Klienten/innen angemeldet, aber in der Regel ist auch das gesamte Umfeld betroffen. Mütter fühlen sich z. B. oft schuldig, sexuelle Übergriffe nicht früher bemerkt zu haben. Manchmal kommen ihnen auch eigene sexuelle Gewalterfahrungen aus der Kindheit wieder ins Bewusstsein. Väter sind häufig verunsichert, wie sie sich in Bezug auf Nähe und Distanz zu ihren von sexueller Gewalt betroffenen Kindern verhalten sollen. Bei Geschwistern taucht zuweilen die Frage auf, ob sie ebenfalls betroffen sein könnten, wenn es sich um sexuelle Gewalt im engeren sozialen Umfeld handelt. Auch in der Schule können vielfältige Probleme auftreten, weil das Wissen nicht vorhanden ist, dass traumatisierte Kinder sich mitunter ganz anders verhalten als Kinder, die derartige bedrohliche Lebenssituationen nicht verkraften mussten. Ein rechtzeitiges Eingreifen auf verschiedenen Ebenen kann jahrelanges Leid und chronische Folgeerkrankungen verhindern helfen. Ich freue mich darüber, diese Arbeit mit Engagement und Spaß auch weiterhin fortführen zu können und sage nochmals herzlichen Dank Susanne Hirschmann Dipl.-Psychologin Stefan Eilers Dipl.-Psychologe Einrichtungsleiter

3 3 Inhaltsübersicht: 1. Das Fallaufkommen Anmeldungsgründe der neu angemeldeten Klienten 3. Sexuelle Gewalt a.) Geschlechterverteilung b.) Altersverteilung c.) Verifikation der Vermutung d.) Wer war der Missbrauchstäter 4. Körperliche Gewalt a.) Geschlechterverteilung b.) Altersverteilung c.) Art der Gewalterfahrung 5. Präventive Veranstaltungen und Projekte Supervision und Fortbildung

4 4 Jahresstatistik 2011 der Vertrauensstelle gegen Gewalt für Kinder, Jugendliche und Eltern 1. Fallaufkommen 2011 Anmeldungen/Übernahmen Neuanmeldungen 2011 Übernahmen aus 2010 Gesamtaufkommen: Kinder u. Jugendlichen Klienten 2. Anmeldungsgründe der neu angemeldeten Klienten Anmeldungsgrund Sexuelle Gewalt % Misshandlung 9 22 % Multiple -sexuelle Gewalt/ körperliche Gewalt/ Vernachlässigung 7 - körperliche Gewalt und Vernachlässigung % Vernachlässigung 3 7 % Sonstiges 2 5 % Bezug N = % 10 Kinder / Jugendliche erfuhren verschiedene Formen von Gewalt. 7 Kinder erlebten sowohl sexuelle als auch körperliche Gewalt und / oder Vernachlässigung. Bei 3 Kindern gab es eine Kombination aus Vernachlässigung und körperlicher Gewalt.

5 5 3. Sexuelle Gewalt Die nachfolgende Statistik bezieht sich auf die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die von sexueller Gewalt betroffen waren auch in Kombination mit körperlicher Gewalt und /oder Vernachlässigung - oder bei denen eine entsprechende Vermutung vorlag. a.) Geschlechterverteilung Geschlecht Weiblich Männlich Kinder u. Jugendlichen % 5 21 % Bezug N = % b.) Altersverteilung Altersgruppe 0-5 Jahre 2 8 % 6-10 Jahre 4 17 % Jahre 7 29 % Jahre 6 25 % über 18 Jahre 5 21 % Bezug N = %

6 6 c.) Verifikation der Vermutung Verifikation Eindeutige Verifikation % Verifikation noch zweifelhaft 2 8 % Verifikation konnte nicht erfolgen % Verdacht wurde verworfen 1 4 % Bezug N = % In 11 Fällen gab es keine Zweifel daran, dass ein Kind, eine Jugendliche sexuelle Gewalt erlebt hat. 2 Kinder befinden sich noch im Beratungsprozess und mochten bislang noch keine Angaben machen zu einer möglichen sexuellen Gewalterfahrung. Bei 10 Kindern und Jugendlichen konnte entweder aufgrund des sehr jungen Alters keine Verifikation erfolgen oder die Beratung wurde insbesondere bei Jugendlichen beendet, bevor eine eindeutige Abklärung stattgefunden hatte.

7 7 d.) Wer war der Täter? Täter Mitglied der eigenen Familie - Vater - Stiefvater - Onkel - Bruder Kinder und Jugendlichen abs Nahe Bekannte 3 Entfernte Bekannte 3 Bezug N = 11 Achtung Doppelbenennungen: Einige Kinder nennen mehrere Täter, z. B. Vater und Bruder oder Vater und Bekannte des Vaters. 4. Körperliche Gewalt Die folgende Statistik bezieht sich auf die 12, die aufgrund von körperlicher Gewalterfahrung in der Vertrauensstelle angemeldet werden, dreimal auch in Verbindung mit Vernachlässigung.

8 a.) 8 Geschlechterverteilung Geschlecht Weiblich 8 67 % Männlich 4 33 % Bezug N = % b.) Altersverteilung Altersgruppe 0-5 Jahre 3 25 % 6-10 Jahre 5 42 % Jahre 3 25 % Jahre 1 8 % über 18 Jahre - - Bezug N = % c.) Art der Gewalterfahrung Art der Gewalterfahrung Häusliche Gewalt - Opfer - Zeuge - Opfer und Zeuge abs Bezug N = Auch das Miterleben von Gewalt kann traumatisierend wirken, wenn beispielsweise ein Kleinkind ansehen muss wie der Vater die Mutter bis zur Bewusstlosigkeit würgt. Erwähnt seien hier auch die 7, die sowohl sexuelle Gewalt und Vernachlässigung erfahren haben. Sie gehen nur einmal in die Statistik mit ein bei sexueller Gewalt, gleichwohl sind es eigentlich nicht 12, sondern 19 Kinder, die selbst körperlich misshandelt worden sind oder dies in der Familie bei Angehörigen miterlebt haben.

9 9 5. Präventive Veranstaltungen und Projekte Vortrag im Kindergarten zum Thema "Doktorspiele" - Fortbildung für Beratungslehrer/innen zum Thema "Sexuelle Gewalt" - Workshop für junge Erwachsene, die ein FSJ absolvieren, Thema "Sexuelle Gewalt" - Eintägige Fortbildung für Tagesmütter zu "Sexueller Gewalt" - Organisation von 2 Selbstbehauptungskursen WenDo 6. Supervision und Fortbildung Wie in den vergangenen Jahren lag der Schwerpunkt in der Weiterbildung bei den traumazentrierten Verfahren. Die Supervision fand in der seit 2008 bewährten Form als Gruppensupervision im Institut für traumazentrierte Psychotherapie und Pädagogik, ItPP, in Oldenburg, statt.

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