Überlegungen zur pränominalen Nicht-Restriktivität

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Überlegungen zur pränominalen Nicht-Restriktivität"

Transkript

1 Überlegungen zur pränominalen Nicht-Restriktivität Cathrine Fabricius-Hansen 1 Einstieg * Die Dichotomie restriktiv nichtrestriktiv (auch: appositiv, parenthetisch, explikativ,...) ist mit Bezug auf Relativsätze allgemein verbreitet. Bekanntlich können Relativsätze in dieser Hinsicht auch mehrdeutig sein wenigstens in der Schrift und losgerissen vom Kontext; vgl. (1). (1) a. Die Studierenden, die weitgehend von Stipendien leben, erhalten einen Mietzuschuss. b. Diejenigen Studierenden, die weitgehend von Stipendien leben, erhalten einen Mietzuschuss. c. Die Studierenden sie leben weitgehend von Stipendien erhalten einen Mietzuschuss. Gegenstand dieses Beitrags sind jedoch nicht in erster Linie Relativsätze, sondern nichtrestriktive pränominale Adjunkte. Denn auch vorangestellte Attribute kommen zumindest in den germanischen Sprachen in restriktiven und nichtrestriktiven Varianten vor; vgl. (2) und die nichtrestriktive Modifikation in (3). (2) a. Die schlecht verdienenden Studierenden erhalten einen Mietzuschuss. b. Diejenigen Studierenden, die schlecht verdienen, erhalten einen Mietzuschuss. c. Studierende sie verdienen schlecht erhalten einen Mietzuschuss. (3) Eine Therapie, so fürchtete beispielsweise der norwegische Maler Edvard Munch ( ), könne seine Schaffenskraft auslöschen. Ich möchte diese Leiden behalten, sie sind Teil von mir und meiner Kunst, erklärte der manisch-depressive Norweger seinen extremen Stimmungsschwankungen zum Trotz. (Gehirn & Geist 5/2004: 52) Interessant ist diese Thematik aus mehreren Gründen: Zum einen ist der Begriff der (Nicht-)Restriktivität nicht so wohl definiert, wie es zunächst scheint. Zum anderen stellt die Beschreibung nichtrestriktiver Adjunkte insofern eine theoretische Herausforderung dar, als Syntax und Semantik wie die Paraphrasen (1b), * Vorstadien dieses Beitrags wurden auf dem Symposium zu Ehren von Arnim von Stechow in Tübingen 03/2007, auf dem 9. LIPP-Symposium in München 06/2007, der Budapester Germanistenkonferenz Zwischen Grammatik und Pragmatik 10/2007, am Institut fur Deutsche Sprache in Mannheim 12/2007, an der Universität Oslo 11/2008 und beim Kolloquium zu Ehren von Marga Reis in Tübingen 03/2009 präsentiert. Ich danke den Teilnehmern an diesen Veranstaltungen für sehr nützliche Kommentare und Diskussionen. (S. auch Fabricius-Hansen 2009). Die vorliegende Fassung widme ich Marga Reis anlässlich ihrer Verabschiedung mit einem herzlichen Dank an beide Herausgeberinnen für wohl angebrachte Straffungsvorschläge. Linguistische Berichte Sonderheft 16. Helmut Buske Verlag ISSN

2 90 Cathrine Fabricius-Hansen (1c) und (2b), (2c) zeigen scheinbar auseinander klaffen; dabei ist das Schnittstellenproblem bei pränominaler Nicht-Restriktivität noch gravierender als im postnominalen Fall. Schließlich verdient die pränominale Nicht-Restriktivität, wie (3) veranschaulicht, auch aus textbezogener Perspektive unser Interesse, u.a. als ein Mittel, neue Information sozusagen unter der Hand in den Diskurs hineinzuschmuggeln. So fügen sich nichtrestriktive pränominale Attribute in die Reihe derjenigen syntaktisch-semantischen Erscheinungen, die zur kommunikativen Gewichtung (Reis 1993a) beitragen und durch den Mismatch zwischen Syntax, Semantik und Diskursfunktion ein differenzierteres Verständnis tradierter Kategorisierungen wie Koordination Subordination, Nebenordnung Unterordnung erzwingen: Nichtrestriktive pränominale Adjunkte sind syntaktisch eindeutig untergeordnet, scheinen jedoch semantisch in gewissem Sinne selbstständigen Sätzen zu entsprechen und sind aus diskursstruktureller Sicht anscheinend doch wieder eher als untergeordnet einzustufen, ähnlich wie diskontinuative nichtrestriktive Relativsätze (s. Ramm 2008; Holler 2008). Aus Platzgründen können die diskursstrukturellen Aspekte nichtrestriktiver Modifikation hier jedoch nicht im gebührenden Ausmaß berücksichtigt werden. Im Folgenden erörtere ich zunächst die mit nichtrestriktiver Modifikation verbundenen Beschreibungsprobleme anhand unterschiedlicher Erklärungsversuche (Abschnitt 2). Dabei wird deutlich, dass zwei verschiedene Arten der (pränominalen) Nicht-Restriktivität im Spiele sind, die ich als konzeptuelle und referenzielle Nicht-Restriktivität unterscheide (Abschnitt 3). Abschnitt 4 ist der pränominalen nichtrestriktiven Modifikation in definiten (nichtgenerischen) Nominalphrasen i.w.s. gewidmet. Ausgehend von der DP-Analyse für Nominalphrasen argumentiere ich dafür, dass der Unterschied zwischen referenziell restriktiver und nichtrestriktiver pränominaler Modifikation in definiten DPs auf Diskursebene angesiedelt ist und dass definite DPs, die (referenziell) nichtrestriktive pränominale Adjunkte enthalten, einen Spezialfall nicht kanonischer definiter Beschreibung darstellen. Abschnitt 5 fasst die Ergebnisse unter einer etwas breiteren Perspektive zusammen. 2 Adnominale Nicht-Restriktivität: Erklärungsversuche 2.1 Relativsätze (und andere postnominale Adjunkte) Restriktive Relativsätze werden syntaktisch meistens als Adjunkte von N, d.h. unter der hier zugrunde gelegten DP-Analyse als NP-Adjunkte dargestellt, s. (4b). Semantisch liegt somit eine Eigenschaft (Individuenmenge) vor, die durch Abstraktion über den Relativsatz gebildet und bei der Adjunktion intersektiv mit der vom Kopf denotierten Eigenschaft (Individuenmenge) verknüpft wird (s. stellvertretend für viele Heim / Kratzer 1998: 86ff): Die Verknüpfung von Haus und in dem wir wohnten denotiert die Schnittmenge aller Häuser und aller Gegenstände, in denen wir zur fraglichen Zeit wohnten; vgl. (4c).

3 Überlegungen zur pränominalen Nicht-Restriktitivät 91 (4) a. Eines Morgens erschien in schwarzer, fetter Farbe auf der Mauer des Hauses, in dem wir wohnten, unter dem Küchenfenster eine Aufschrift. (Amos Oz, Wie man Fanatiker kuriert. Suhrkamp S. 42.) b. [ DP des D [ NP [ NP Hauses N ] [ CP in dem wir wohnten]]] c. {x HAUS(x)} {x WIR WOHNTEN IN x} Das Relativpronomen allgemeiner: der Relativierer eines restriktiven Relativsatzes ist demnach, verkürzt ausgedrückt, kein ordentliches anaphorisches Pronomen (Diskursanapher), sondern eine gebundene Variable (Heim / Kratzer 1998: 96ff.). Für nichtrestriktive Relativsätze wie in (5a) werden dagegen im Allgemeinen eine andere syntaktische Struktur und eine andere Semantik angenommen (s. jedoch u.). (5) a. Die Vroni und Martin Krug sind kein Paar mehr. [ ] Als gesichert kann aber gelten, dass sich das Paar, das sich so öffentlich liebte wie sonst kaum jemand in Deutschland, die Trennung reiflich überlegt hatte und zwar jeden einzelnen Schritt. (Vanity Fair 2008/50: 71) b. dass sich das Paar es liebte sich so öffentlich wie sonst kaum jemand in Deutschland die Trennung reiflich überlegt hatte Die unterschiedliche Analyse restriktiver und nichtrestriktiver Relativsätze wird allgemein damit begründet, dass der nichtrestriktive Relativsatz die Denotation der NP/des Kopfnomens nicht weiter einschränkt, sondern zusätzliche Information über das referenzielle Argument der DP liefert. Demnach kann es sich beim Relativierer in diesem Fall semantisch nicht um eine gebundene Variable handeln: Der nichtrestriktive Relativsatz scheint wie ein selbstständiger Satz interpretiert zu werden, in dem das Relativpronomen als genuines Pronomen dient, das bei der anaphorischen Resolution mit dem referenziellen Argument der DP identifiziert wird (vgl. Heim / Kratzer 1998: 87): d.h. (5a) wird im Sinne von (5b) verstanden. 1 Dabei weist das Relativpronomen bei quantifizierter Bezugs-DP die Kennzeichen eines sog. E-type -Pronomens auf (Del Gobbo 2007: 176); vgl. (6b) als Paraphrase von (6a). (6) a. We invited few students, who arrived late. (s. Del Gobbo 2007: 176) b. We invited [few students] i. They i [i.e. the students we invited] arrived late. Die scheinbare semantische Unabhängigkeit des nichtrestriktiven Relativsatzes vom Matrixsatz steht im Widerspruch zu seiner syntaktischen Abhängigkeit, die im Deutschen nicht zuletzt durch die Verb-Endstellung zum Ausdruck kommt. Die Frage ist nun, wie diese Diskrepanz zu erklären und auf welcher Ebene der Unterschied zwischen restriktiven und nichtrestriktiven Relativsätzen anzusiedeln ist. 1 Dem entspricht, dass der nichtrestriktive Relativierer z.b. im Englischen und in den skandinavischen Sprachen im Unterschied zum restriktiven nicht leer sein kann.

4 92 Cathrine Fabricius-Hansen Meist werden die beiden Typen (schon) syntaktisch differenziert, indem nichtrestriktive Relativsätze als Adjunkte auf einer syntaktisch höheren Ebene oder als syntaktisch nicht integrierte orphans, d.h. als Parenthesen, analysiert werden. Mit Arnold (2004) lassen sich derartige Explikationsversuche in drei Gruppen unterteilen: (i) Der nichtrestriktive Relativsatz ist an die Nominalphrase, aber an DP, oberhalb des Determinators adjungiert ( syntactic integration nach Arnold 2004), und wird auch dort interpretiert; so etwa Jackendoff (1977), Persanowski (1980) und Zifonun / Hoffmann / Strecker (1997: 2007ff.). (ii) Der nichtrestriktive Relativsatz wird noch höher im Baum adjungiert, und zwar an den Matrixsatz bzw. an CP ( high attachment, non-radical orphanage ). Hierher gehören u.a. Ross (1967), Emonds (1979) und McCawley (1988). (iii) Der nichtrestriktive Relativsatz ist wie eine parenthetische Konstruktion strukturell losgelöst vom Matrixsatz ( radical orphanage ), s. z.b. Fabb (1990), Burton-Roberts (1999) und Huddleston / Pullum (2002). Neben diesen Differenzhypothesen liegen Analysen vor, die den nichtrestriktiven Relativsätzen keine Sonderstellung einräumen. So fasst Struckmeier (2007: 96f.) Relativsätze einheitlich als intersektive NP-Adjunkte auf und scheint dabei Nicht-Restriktivität als eine pragmatische Erscheinung zu betrachten. Sternefeld (2007) führt die appositive Deutung darauf zurück, dass der Inhalt des appositiven RSatzes präsupponiert wird und somit ohnehin nicht zum Inhalt der DP oder des Satzes gehört, weshalb es müßig (bzw. unmöglich) [ist], die syntaktische Position des RSatzes semantisch (in Relation zum Artikel) bestimmen zu wollen (2007: 378). In seiner ebenfalls einheitlichen Analyse sind Relativsätze allerdings nicht NP- oder DP-Adjunkte, sondern D-Komplemente. Nach Zifonun / Hoffmann / Strecker (1997:1990) ist der Restriktivitätsgegensatz nicht nur bei Relativsätzen, sondern allgemein bei postnominalen Erweiterungen zu beobachten; dabei sind appositive Erweiterungen Zusatzinformationen zur durch die nicht erweiterte Nominalphrase gegebenen Charakteristik, restriktive Erweiterungen gehen in die Charakterisierung mit ein. 2.2 Pränominale Adjunkte Die in Abschnitt 2.1 angedeuteten Beschreibungsprobleme werden im pränominalen Bereich noch verstärkt. Als Beispiele mögen die kursiv markierten Adjunkte in (7) und (8) dienen, zwischen denen ein Interpretationsunterschied der gleichen Art besteht wie zwischen den Relativsätzen in (4) und (5). (7) Seither gelten die von Schmidt [ ] verfassten Essays und Bestseller als Ex-cathedra-Verkündigungen einer erfahrungsgesättigten, gleichsam letzten Instanz. (Vanity Fair 2008/50: 62)

5 Überlegungen zur pränominalen Nicht-Restriktitivät 93 (8) [ ] Die Forscher stellten Rhesusaffen unter anderem vor folgende Wahl: Was darf s sein Apfel- oder Traubensaft. Ob sich die dürstenden Tiere für diesen oder jenen entschieden, war an der Blickrichtung auf einem Bildschirm abzulesen. (Gehirn & Geist 2006/7 8: 11) Gehen wir etwas vereinfachend davon aus, dass restriktive Adjektivattribute wie Relativsätze Eigenschaften (Individuenmengen) denotieren und intersektiv mit dem Kopfnomen verknüpft werden. Wie kann dann der nichtrestriktiven Lesart Rechnung getragen werden? Anders als Relativsätze sind pränominale Adjektive nicht am äußeren Rand der DP, sondern zwischen Determinator und N-Kopf platziert. Ihre Nichtrestriktivität lässt sich also strukturell nicht unmittelbar durch Adjunktion an DP, d.h. nach Alternative (i) im Abschnitt 2.1, erklären; dagegen wie auch gegen Deutungen nach (ii) und (iii) sprechen auch die morphologischen Gegebenheiten. Eine ad hoc anmutende Erklärung nach dem Muster von (i) und (ii) im Abschnitt 2.1 hat dennoch Roehrs (2006) im Rahmen des generativen Paradigmas vorgelegt. Eine andere Strategie verfolgt Potts (2005), der restriktive und nichtrestriktive Adjunkte syntaktisch gleich (kanonisch) analysiert und den Unterschied semantisch expliziert. Erkauft wird die syntaktische Vereinfachung allerdings durch eine zweidimensionale Semantik: Restriktive Adjunkte sind Teil des atissue content, nichtrestriktive Adjunkte und andere sog. supplements werden als conventional implicatures in einer eigenen semantischen Dimension repräsentiert, die beschränkt mit dem at-issue -Inhalt interagiert. Potts (2005) interessiert sich dabei vorrangig für expressive Modifikationen, die wie in (9) die Sprecher-Einstellung zum DP-Referenten zum Ausdruck bringen. (9) Ich kriege die verdammte Tür nicht auf Die Idee einer mehrdimensionalen Semantik hat auch Morzycki (2008) für die Behandlung von non-restrictive modifiers in non-parenthetical positions einschließlich pränominaler Adjunkte aufgegriffen. Er diskutiert u.a. die quantifizierte DP in (10a), die restriktive (10b) wie nichtrestriktive (10c) Deutung des Adjektivs erlaubt. Für die Repräsentation von (10c) zieht Morzycki (2008: 115) v.fintels (1994) contextually supplied resource domain variable C heran. Dabei wird nicht ganz klar, was diese Variable spezifisch für die Differenzierung der restriktiven vs. nichtrestriktiven Lesart leistet was freilich nicht ausschließt, dass sie tatsächlich relevant sein könnte (s ). Eine mehrdimensionale Semantik ist aber in jedem Fall ein aufwändiger Apparat, der nicht ohne sehr gute Gründe eingesetzt werden sollte. (10) a. Every unsuitable word was deleted. b. Every word that was unsuitable was deleted. c. Every word was deleted. The words were unsuitable. Umbach (2006) schlägt vor, dass die pränominale Modifikation indefiniter DPs auch im nichtrestriktiven Fall mit dem Nomen verknüpft wird, jedoch nicht intersektiv wie im restriktiven Fall, sondern durch Anwendung auf the kind de-

6 94 Cathrine Fabricius-Hansen noted by the noun. Ein einschlägiges Beispiel bietet (11). 2 Für definite DPs unterscheidet Umbach zusätzlich zur restriktiven Interpretation kind-related und referent-related Nicht-Restriktivität. (11) Ein Abschuss eines Flugzeugs, in dem sich neben den Entführern unschuldige Passagiere befinden, ist und bleibt verboten. Potts (2005) und Umbach (2006) äußern sich beide zur Funktion nichtrestriktiver Adjunkte im informationsstrukturellen Zusammenhang. So dienen supplements (d.h. konventionelle Implikaturen) nach Potts (2005: 33) dazu to introduce new, but deemphasized material, was z. T. im Widerspruch steht zur Beobachtung Umbachs (2006: 1), dass die nichtrestriktive Modifikation eine im gegebenen Kontext evidente Eigenschaft ausdrücke. Umbach (2006: 2) kommt andererseits zu dem Schluss that the concept of focus vs. background and the concept of restrictive vs. non-restrictive modification are not just orthogonal but that non-restrictive modification does not take part in the focus/background partition of the sentence. Als Fazit dieses Überblicks ist festzustellen, dass bis jetzt keine zusammenhängende, alle Spielarten umfassende und zugleich voll überzeugende Explikation der nichtrestriktiven (pränominalen) Modifikation vorliegt. Dieses Idealziel wird auch der vorliegende Beitrag nicht erreichen. Dafür werde ich die prototypische Variante pränominaler Nicht-Restriktivität nichtrestriktive Adjektiv-/ Partizipialadjunkte in definiten Nominalphrasen einer gründlicheren Betrachtung unterziehen, die nicht zuletzt die Funktion derartiger Attribute in natürlichen Texten stärker berücksichtigt, als dies in der bisherigen, weitgehend theoretisch ausgerichteten Diskussion der Fall war. 3 Zunächst scheint jedoch eine Begriffsklärung am Platze. 3 Zwei Arten der pränominalen Nicht-Restriktivität Den von Umbach (2006) vorwiegend diskutierten Beispielen wie bunte Blumen, der kleine Pekinese, unschuldige Passagiere ist gemeinsam, dass das nichtrestriktive Adjektiv etwas Evidentes über den DP-Referenten ausdrückt. Das liegt daran, dass Entitäten, die unter das Kopfprädikat (NOM) 4 fallen, in unseren Vorstellungen gemeinhin die durch das Adjunkt ausgedrückte Eigenschaft (ADJ) besitzen (NOM ADJ), sei die Inklusionsrelation strikt semantisch (lediger Junggeselle), in prototypisch strukturierten Begriffen (schwarzer Rabe, kleiner Pekinese) oder in stereotypen Eigenschaftszuschreibungen bzw. Bewertungen (unschuldiger Passagier, gemeiner Verräter) begründet. Die Nicht-Restriktivität ist 2 Gemeint ist bei (11) die Lesart, nach der die Entführer nicht zu den Passagieren gerechnet werden d.h. die Lesart mit sog. weitem Fokus in der DP (UNschuldige PassaGIEre). 3 Eine ähnliche Zielsetzung verfolgt Brandt (1993), der es allerdings nicht primär um die (Nicht-) Restriktivitätsproblematik geht; vgl. auch Loock (2007) mit Bezug auf appositive Relativsätze. 4 Der Kopf, dessen Bedeutung ich aus praktischen Gründen als NOM repräsentiere, ist entsprechend der DP-Analyse eine NP, die einfach oder komplex sein kann.

7 Überlegungen zur pränominalen Nicht-Restriktitivät 95 in diesen Fällen auf der NP-Ebene angesiedelt: die Denotation der NP wird durch die Modifikation nicht weiter eingeschränkt, und zwar (weitgehend) unabhängig vom jeweiligen Kontext: (ADJ NOM = NOM). Vgl. dazu die Überlegungen von Amos Oz: (12) Eines Morgens erschien in schwarzer, fetter Farbe auf der Mauer des Hauses, in dem wir wohnten, [...] eine Aufschrift: Profus ist ein gemeiner Verräter. Das Wort gemein ließ eine Frage aufkommen [...]: Kann es sein, daß ein Verräter nicht gemein ist? Wenn nicht, warum hatte Chita Resnik (ich hatte seine Handschrift erkannt) sich dann die Mühe gemacht, das Wort gemein hinzuzufügen? Und wenn ja, wann ist ein Verrat keine gemeine Tat? (Amos Oz, Wie man Fanatiker kuriert. Suhrkamp S. 42.) Anders liegt es in Fällen wie der manisch-depressive Norweger (3), die dürstenden Tiere (8) und die verdammte Tür (9). Hier schränkt die Modifikation grundsätzlich die NP-Denotation ein (ADJ NOM NOM): Manisch-depressiv zu sein ist keine prototypisch oder stereotypisch mit Norwegern verbundene Eigenschaft, Tiere (bzw. Rhesusaffen) dürsten nicht ständig, Türen werden nicht per se als verdammt bewertet. Nichtrestriktiv ist die Modifikation hingegen in dem Sinne, dass sie für die Etablierung der Referenz keine Rolle spielt: mit der modifizierten und der entsprechenden unmodifizierten DP wird im gegebenen Kontext auf ein und dieselbe Entität referiert: den norwegischen Maler Edvard Munch in (3), die am Experiment beteiligten Tiere (Rhesusaffen) in (8) und die aktuelle Tür in (9), die Gesamtheit der (kontextuell relevanten) Wörter in der nichtrestriktiven Lesart von (10). Ich werde mich im Folgenden auf diese kontextbezogene, referenzielle Nicht-Restriktivität konzentrieren. Die auf die NP- Ebene bezogene Nicht-Restriktivität (Beispiel: gemeiner Verräter) sei konzeptuell genannt. Sie wird uns weiterhin nur insofern beschäftigen, als sie im Defaultfall mit referenzieller Nicht-Restriktivität einhergeht. 5 Die Umkehrung gilt nicht: Referenzielle Nicht-Restriktivität ist, wie wir gesehen haben, sehr wohl mit konzeptueller Restriktivität vereinbar. Die obigen Betrachtungen lassen sich in den folgenden Thesen zusammenfassen: Restriktive und nichtrestriktive pränominale Adjektiv-/Partizipialattribute haben syntaktisch denselben Status (als NP-Adjunkte) und tragen in derselben Weise zur Bedeutung der NP bei: 6 Wenn ADJ die Bedeutung des Adjunkts und NOM die Bedeutung des NP-Kopfes ist, dann lässt sich die Bedeutung der modifizierten NP als prädikative DRS repräsentieren: x[x: ADJ(x), NOM(x)]. 7 5 Die Koppelung kann informationsstrukturell/prosodisch unterlaufen werden (ein gemeiner Verräter); vgl. die Diskussion bei Umbach (2006). 6 Bedeutung als ordinary semantic value (Rooth 1992) verstanden, d.h. vom Beitrag der kontextabhängigen Informationsstruktur abstrahiert. 7 Ich verwende aus Platzgründen die vereinfachte lineare Repräsentation von Geurts (1999).

8 96 Cathrine Fabricius-Hansen Ob die Modifikation tatsächlich die Denotation der NP gegenüber der entsprechenden unmodifizierten NP x[x: NOM(x)] einschränkt oder nicht, hängt von den lexikalisch-semantischen und/oder enzyklopädischen Beziehungen zwischen Adjunkt und Kopf ab (konzeptuelle (Nicht-)Restriktivität). Inwieweit die NP-Modifikation die Referenz der DP im Vergleich zum unmodifizierten Gegenstück mit determiniert oder nicht, ist eine andere Frage, die erst auf der Diskursebene zu beantworten ist (referenzielle (Nicht-)Restriktivität). Der zuletzt genannten Frage wenden wir uns im nächsten Abschnitt zu, und zwar im Zusammenhang mit definiten Beschreibungen. 4 Pränominale referenzielle (Nicht-)Restriktivität in definiten Beschreibungen 4.1 Anaphorische Resolution und (Nicht-)Restriktivität Definite Beschreibungen sind bekanntlich nach gängigen Theorien (vgl. u.a. van der Sandt 1988, Geurts 1999) anaphorische Ausdrücke: Der zugängliche Kontext muss explizit oder implizit einen uniken Antezedenten bereitstellen, der die Beschreibung erfüllt. Beim Update des Diskurskontextes durch den aktuellen Satz wird der DP-Referent dann an den Antezedenten gebunden, d.h. mit ihm identifiziert. 8 Beispiele für die kanonische Verwendung definiter DPs bietet (13): Vincent van Gogh ist im Vorkontext von der Maler als Maler eingeführt (und vermutlich von vornherein im Weltwissen der Leser als solcher repräsentiert); der Absinth ist als Schnapssorte der einzige zuvor eingeführte Referent, auf den das Prädikat Schnaps zutrifft. Mit den Ausdrücken der Maler und der Schnaps sind also im gegebenen Kontext jeweils diese beiden schon eingeführten Diskursreferenten gemeint. (13) Erst mit 27 Jahren beschließt [Vincent van Gogh] i, Maler zu werden. Mit enormer Intensität macht er sich ans Werk folgt er Theo nach Paris dort verschlechtert sich sein Gesundheitszustand: [...] Dass [der Maler] i [dem Absinth] j zugeneigt ist, trägt wohl zur Verschlechterung seines Zustands bei. [Der Schnaps] j enthält [...] einen Wirkstoff, der epileptische Anfälle und Psychosen begünstigt. (Gehirn & Geist 5/2004: 50) 8 Nach Kamp (2001) wird Existenz und Unikalität des Antezedenten nicht direkt anaphorisch, sondern durch eine Existenz- und Unikalitätspräsupposition relativ zu einer kontextuell gegebenen (d.h. anaphorischen) Referentenmenge C gesichert; s. Kamp / Genabith / Reyle (i.dr.: Kap. 4) und Riester (2008: 107ff.) für eine Diskussion der beiden Alternativen. Vgl. auch Umbach (2002), die zwischen (deakzentuierten) given und (akzentuierten) non-given definiten Beschreibungen unterscheidet: Erstere sind anaphorisch, letztere führen verbunden mit einer Unikalitätspräsupposition einen neuen Referenten ein.

9 Überlegungen zur pränominalen Nicht-Restriktitivät 97 Wird die anaphorische Präsupposition vom Kontext nicht erfüllt, sei es direkt oder durch Interferenzmechanismen wie sog. Bridging, so lässt sich ein Antezedent dennoch unter Umständen akkommodieren; der Kontext wird dann vor dem Update um das Nötige ergänzt (Kamp 2001, Geurts 1999: 72ff., Beaver / Zeevat 2007). Die in der NP enthaltene Deskription muss allerdings hinreichend spezifisch sein, um Unikalität zu sichern; sonst gelingt die Akkommodation nicht (Geurts / van der Sandt 2004, Riester 2008: 114ff.). So wird ein vorher uninformierter Leser von (7) zwar problemlos die präsupponierte, aber ihm selber neue Tatsache, dass Helmut Schmidt Essays und Bestseller verfasst hat, und die Summe dieser Arbeiten als Diskursreferenten akkommodieren; mit der entsprechenden unmodifizierten DP (die Essays und Bestseller) in demselben Kontext hätte er jedoch Probleme. Vor diesem Hintergrund lässt sich der Unterschied zwischen referenziell restriktiver und nichtrestriktiver pränominaler Modifikation in definiten Beschreibungen vorläufig wie folgt charakterisieren (s. Abschnitt für eine Präzisierung): (i) (ii) Die Modifikation ist referenziell nichtrestriktiv, wenn die anaphorische Präsupposition der entsprechenden unmodifizierten DP im gegebenen Kontext (a) direkt oder indirekt erfüllt ist oder (b) erfolgreich akkommodiert wird und der modifizierten DP derselbe Antezedent zugeordnet werden muss wie der unmodifizierten. Andernfalls handelt es sich um eine referenziell restriktive Modifikation. Im Fall (ia) stellt der Kontext genau einen Diskursreferenten bereit, auf den die unmodifizierte Beschreibung zutrifft. Eindeutige Beispiele für eine Resolution im vorausgehenden sprachlichen Kontext sind die DP der Norweger in (3), die Tiere in (8) und die DPen den Analytikern (d.h. Jung und Freud) und den Bruch mit Freud in (14), die einem längeren Artikel über Carl Gustav Jung und Sigmund Freud entstammen. Die DP der psychoanalytischen Bewegung in (14) lässt sich bei den intendierten Lesern wohl textunabhängig im enzyklopädischen Kontext (Riester 2008) verankern, de facto ist die Bewegung jedoch auch schon früher im Text explizit als Diskursreferent eingeführt. (15) bietet neben der DP den Versuchspersonen, die sich eindeutig auf die unmittelbar zuvor eingeführten Kinder und Jugendlichen bezieht, mit dem Wohnzimmer ein Beispiel für Erfüllung durch Bridging: Zu einer Wohnung gehört im Normalfall genau ein Wohnzimmer. Bei einer Äußerung wie (9) die verdammte Tür wird die DP im Situationskontext verankert sein. (Die einschlägigen definiten DPen werden hier und im Folgenden durch Kursiv, nichtrestriktive pränominale Adjunkte zusätzlich durch Unterstreichung markiert. Für die Resolution relevante Vorgängersätze sind gesperrt.) (14) [...] Erst Jahre später nämlich 1907 begegneten sich die beiden führenden Köpfe der noch jungen psychoanalytischen Bewegung zum ersten Mal. [ ] Die Differenzen zwischen den ungleichen Analytikern wurden schließlich unüberbrückbar; 1913 kam es zum Bruch. [...] Die meis-

10 98 Cathrine Fabricius-Hansen ten Behandlungstechniken, die Jung während seiner Laufbahn entwickelte, gehen letztlich auf den emotional aufwühlenden Bruch mit Freud zurück. (Gehirn & Geist 9/2006: 27f.) (15) Um etwas über die Wohnwünsche von jüngeren Menschen zu erfahren, ließ der Sozialpsychologe R. Steven Schiavo [ ] 1990 Kinder und Jugendliche zunächst die wirkliche Aufteilung ihrer Wohnung skizzieren. Anschließend sollten sie den Grundriss aufmalen, den die sich selbst wünschen. Wie sich zeigte, teilten die jungen Versuchspersonen in ihrer Idealvorstellung die Wohnfläche häufig anders und differenzierter auf. Sie fügten ihrer Traumwohnung individuelle Badezimmer, Spielzimmer, Gästezimmer, Lern- und Übungsräume oder ein Lesezimmer mit Büchern hinzu. Das in Wirklichkeit große Wohnzimmer schrumpfte dagegen deutlich. (Gehirn & Geist 9/2006: 23) Dagegen sind die kursiv markierten DPen in (16) eindeutig restriktiv modifiziert: Da der unmittelbare Vorkontext explizit zwei verschiedene Verfahren zur Messung der Wohnqualität und damit auch indirekt zwei Arten der Wohnqualität als Diskursreferenten einführt, wäre die Unikalitätspräsupposition der entsprechenden unmodifizierten DPen (den Verfahren) nur erfüllbar, wenn die Summe der zwei Herangehensweisen als Antezedent verstanden würde. Und da wäre erstens eine Wiederaufnahme mit diese oder beide anstelle des einfachen definiten Artikels zu erwarten, zweitens würde die unmodifizierte DP dann mit einem anderen Referenten identifiziert als die modifizierte. (16) Inzwischen aber haben Wissenschaftler verschiedene Messverfahren ersonnen, um die Wohnqualität eines Apartments oder Hauses einschließlich der jeweiligen Wohnumgebung zu beurteilen. H ierb ei g ib t es zwei grundlegend verschiedene Herangehensweisen. Bei den objektiven Verfahren fällen nicht die Bewohner selbst, sondern geschulte Beobachter das Urteil. [ ] Die subjektive Wohnqualität erfassen Forscher [ ] mittels Fragebögen [...]. (Gehirn & Geist 9/2006: 19 20) Den nichtrestriktiven Fall (ib) veranschaulicht die DP dem Boulevard-Blogger Perez Hilton in (17): Sie hat zwar keinen expliziten Antezedenten im Diskurskontext, liefert aber durch den Eigennamen bereits hinreichend spezifizierte Information über den intendierten Referenten, um unwissenden Lesern eine erfolgreiche Akkommodation desselben zu ermöglichen; bei Lesern mit hinreichendem Hintergrundwissen wird der Referent aus dem enzyklopädischen Kontext aktiviert werden können. 9 9 Ein Eigenname lässt sich für unsere Zwecke als eine eventuell implizit definite Beschreibung auffassen, deren lexikalischer Kopf (der Name selber) eine Menge von Individuen mit dem betreffenden Namen denotiert. Referenten von Eigennamen sind zwar immer akkommodierbar, die Verwendung eines nackten Eigennamens ist jedoch nur dann angemessen, wenn der Sprecher davon ausgehen kann, dass der Name im Hintergrundwissen der Adressaten korrekt verankert ist.

11 Überlegungen zur pränominalen Nicht-Restriktitivät 99 (17) So traf sie [Madonna] sich [...] mit dem für seine bissigen Kommentare bekannten Boulevard-Blogger Perez Hilton. (Vanity Fair 2008/50: 73) Entsprechendes trifft, wie oben erwähnt, auf die DP die von Schmidt verfassten Essays und Bestseller in (7) nicht zu. Nach (ii) ist das Partizipialattribut in (7) folglich als restriktiv einzustufen. 4.2 Informationsstatus und Diskursfunktion Nach unserer Begriffsbestimmung hängt die (Nicht-)Restriktivität pränominaler Adjunkte in definiten Beschreibungen allein davon ab, ob das Adjunkt für die Antezedentenfindung eine Rolle spielt oder nicht: Führt die anaphorische Resolution mit und ohne Adjunkt im gegebenen Kontext zur Identifikation ein und desselben Antezedenten, so liegt eine nichtrestriktive Modifikation vor, sonst nicht. Diese Explikation sagt nichts darüber aus, inwieweit die so realisierte Information im Diskurskontext neue Information über den einschlägigen Diskursreferenten bringt, wie Potts (2005) annimmt, oder nicht, wie Umbach (2006) andeutet (s. Abschnitt 2.2). Anhand natürlicher (geschriebener) Texte lässt sich nun unschwer nachweisen, dass die Frage weder mit Ja noch mit Nein zu beantworten ist und nichtrestriktive Modifikation folglich eine vom Informationsstand unabhängige Begründung haben muss. (i) Erster Fall: Neue Information Das Adjektivattribut in der DP das in Wirklichkeit große Wohnzimmer in (15) enthält Information über den aktuellen Diskursreferenten (das Wohnzimmer der realen Wohnung der jeweiligen Versuchsperson), die weder explizit noch implizit aus dem Vorkontext hervorgeht noch enzyklopädisch gegeben sein kann. In diesem Sinne ist die Information neu. Als Teil der definiten Beschreibung gehört sie jedoch nicht zum assertorischen Beitrag des Satzes, sondern zu der durch die Definitheit ausgelösten Präsupposition; vgl. die vereinfachte Repräsentation in (18), wo präsupponiertes Material wie bei Geurts (1999) unterstrichen ist. (18) [x: SCHRUMPFTE-SEHR(x), WOHNZIMMER(x), IN-W-GROß(x)] Die anaphorische Resolution gelingt hier durch eine Kombination von Präsuppositionserfüllung und Akkommodation: Ein uniker Antezedent wird aufgrund der Kopf-NP-Bedingung ermittelt (Erfüllung) und im gleichen Zuge wird die vom Adjunkt ausgedrückte Bedingung akkommodiert. Auf Fälle dieser Art passt Potts Bestimmung des Informationsstands nichtrestriktiver Adjunkte ( new but deemphasized ), vorausgesetzt deemphasized wird nicht im buchstäblichen, prosodischen Sinne verstanden (s. Abschnitt 4.4.1), sondern als metaphorischer Ausdruck dafür, dass die Information qua Präsupposition als Teil des Common Ground hingestellt wird und so nicht weiter zur Debatte steht. Insofern lässt sich die Adjunktinformation aus Diskursperspektive auch als heruntergestuft oder backgrounded bezeichnen. Zugleich ist sie unverkennbar

12 100 Cathrine Fabricius-Hansen neu und relevant im gegebenen Zusammenhang. Die Herunterstufung lässt jedoch die globale Quaestio (Klein / v. Stutterheim 1997) der Textpassage (das Verhältnis von realer Wohnung und Traumwohnung) und den Kontrast zum unmittelbar vorher beschriebenen Tatbestand klarer hervortreten, als wenn die Auskunft über die Größe des realen Wohnzimmers in einer selbstständigen Assertion dazwischen geschoben würde. (Ein nichtrestriktiver Relativsatz wäre natürlich eine brauchbare Alternative.) (ii) Zweiter Fall: Alte Information Das andere Extrem veranschaulicht die erweiterte DP die jungen Versuchspersonen im selben Beispiel (15). Antezedent sind eindeutig die am Experiment teilnehmenden Kinder und Jugendlichen, die im unmittelbaren Vorkontext eingeführt sind. Da Kinder und Jugendliche unter das Prädikat jung fallen, erfüllt der Kontext somit die Definitheitspräsupposition der Gesamt-DP. Das heißt wiederum, dass die Modifikation im strikten Sinne redundant ist: Die um den aktuellen Satz upgedatete Diskursrepräsentation K i+1 unterscheidet sich von der Input-DRS K i einzig und allein durch die im assertorischen Teil des Satzes ausgedrückte Information. Damit ist allerdings nicht gesagt, dass die Modifikation in solchen Fällen aus Diskursperspektive überflüssig ist: Sie kann Bekanntes als Hintergrund für die aktuelle oder nachfolgende Information wieder aktivieren und damit sicherstellen, dass es nicht vergessen wird. Und sie kann als bewusstes Stilmittel eingesetzt werden, wie das sog. Epitheton ornans (der listenreiche Odysseus usw.) veranschaulicht. (iii) Dritter Fall: Neue oder alte Information? Der Informationsgehalt einer Äußerung wird bekanntlich nicht nur dadurch bestimmt, was im Vorkontext jeweils explizit ausgedrückt, im Situationskontext direkt zugänglich oder aus dem enzyklopädischen Kontext aufrufbar ist, sondern durch die Schlussfolgerungen, die aus der expliziten/direkten Information gezogen werden. Diese hängen wiederum z.t. vom nichtsprachlichen und nichtsituationsbedingten Hintergrundwissen der Adressaten ab und von ihrer Fähigkeit oder Bereitschaft, Schlüsse zu ziehen. Beides sind Faktoren, die Sprecher (Autoren) nie voll überblicken, und zwar umso weniger, je zahlreicher und unbekannter die Adressaten sind. Da pränominale Nicht-Restriktivität, wie wir gesehen haben, mit dem Informationsstatus des Adjunkts grundsätzlich nichts zu tun hat, sollte es nicht wundernehmen, dass in dieser Position oft Information vermittelt wird, deren Status als (implizit) gegeben oder neu viel stärker rezipientenbedingt ist als in den o- ben besprochenen Beispielen. Einschlägige Beispiele finden sich in (14): Die nichtrstriktiven Attribute in den DPs der noch jungen psychoanalytischen Bewegung, den ungleichen Analytikern und den emotional aufewühlenden Bruch mit Freud fassen Information über die jeweiligen Diskursreferenten zusammen, die bis dahin nicht in genau der Form ausgedrückt wurde, dabei für manche Leser zum Hintergrundwissen gehören wird, für andere mehr oder weniger eindeutig aus verschiedenen Einzelinformationen hervorgeht und für wieder andere

13 Überlegungen zur pränominalen Nicht-Restriktitivät 101 zum ersten Mal vermittelt oder verstanden wird. Entsprechendes trifft auf die Modifikation manisch-depressive in (3) zu. Auch an diesen Beispielen zeigt sich, dass die Adjunktinformation unabhängig von ihrem Status als alt oder neu im gegebenen Zusammenhang als Erklärung, Unterstützung oder Hintergrund für den im Restsatz beschriebenen Sachverhalt dient. (iv) Vierter Fall: Evidente Information Konzeptuell nichtrestriktive Adjunkte sind bei unmarkierter Betonung auch referenziell nichtrestriktiv (Abschnitt 3); s. dazu (19) und DPs wie die schwarzen Raben. (19) Profus h at schon wied er jemand en verpfiffen. Ich kann den gemeinen Verräter nicht mehr sehen. Die Adjunktinformation mag zwar neu sein relativ zum Vorkontext, sie ist aber in Kombination mit dem Kopfprädikat mehr oder weniger trivial oder evident je nachdem, wie (stark) die Inklusionbeziehung zwischen den beiden Prädikaten verankert ist (s. Abschnitt 3 und Umbach 2006). Die Definitheitspräsupposition der Gesamt-DP ist in solchen Fällen automatisch erfüllt, wenn die Definitheitspräsupposition der unmodifizierten DP erfüllt ist. Aber auch so kann das Adjunkt im Diskurskontext einen bestimmten Zweck erfüllen: Die Sprecherin von (19) kann das Bedürfnis haben, ihre Einstellung zur aktuellen Person explizit auszudrücken, auch wenn sie annehmen muss, dass der Hörer ihr ohnehin die allgemein verbreitete Einstellung zu Verrätern zuschreibt. Außerdem kann man bei Stereotypen nicht ganz sicher sein, dass sie der Gesprächspartner tatsächlich teilt. Fassen wir zusammen: Referenziell nichtrestriktive pränominale Adjunkte in definiten Beschreibungen können explizit ausgedrückte alte Information, kontextuell erschließbare oder nahe gelegte Information oder auch ganz neue Information über den aktuellen Diskursreferenten vermitteln; de facto wird der Informationsstand oft vom einen zum anderen Rezipienten variieren. Im typischen Fall ist die so kodierte Information als Hintergrund, Erklärung, Verstehenshilfe oder einfach als deskriptive Elaborierung salient, ohne direkt zur Beantwortung der gegebenen Quaestio beizutragen. Die nichtrestriktive pränominale Erweiterung erweist sich somit als ein geeignetes Mittel, um mit der underspecification of the recipient s knowledge (Riester 2008: 134) fertig zu werden: Sie stellt sicher, dass die Rezipienten unabhängig vom faktischen Kenntnisstand an der aktuellen Stelle des Diskurses die von der Sprecherin intendierte Diskursrepräsentation aufgebaut haben, ohne dass die Entfaltung der übergeordneten Quaestio durch dazwischen geschaltete assertorische Wiederholungen, Hinweise u. dgl. gestört würde.

14 102 Cathrine Fabricius-Hansen 4.3 Pränominale Nicht-Restriktivität als Spezialfall nicht kanonischer definiter Beschreibung Wie im Abschnitt 4.1 dargelegt, darf eine definite Beschreibung im Prinzip keine deskriptiven Merkmale enthalten, die nicht auch dem Antezedenten im Vorkontext explizit zugeschrieben wurden oder sich daraus erschließen lassen. Nichtrestriktiv modifizierte definite Beschreibungen, deren Resolution die Akkommodierung der im Adjunkt ausgedrückten Bedingungen erfordert, weichen mithin vom kanonischen Muster ab; s. (i) und (iii) im Abschnitt 4.2. In dieser Hinsicht stehen sie allerdings nicht allein. Abweichungen ähnlicher Art liegen z.b. in (20) und (21) vor: Da SPRACHANALYTIKER ein Unterbegriff von PHILO- SOPH ist, lässt sich der Referent der einfachen DP der Sprachanalytiker in (20) für Nicht-Spezialisten nur dann mit dem vorerwähnten Philosoph Peter Hacker identifizieren, wenn die Spezifizierung akkommodiert wird. In (21) muss die gesamte postnominal erweiterte Beschreibung der kursiven DP bis auf die durch das Suffix -in ausgedrückte Eigenschaft WEIBLICH akkommodiert werden, um die Identifikation des Referenten mit der vorerwähnten namentlich genannten Amerikanerin zu erlauben. Entsprechendes gilt für pränominal modifizierte DP die 29-jährige Rechtsanwaltsgehilfin in (22); bei der DP die junge Frau muss hingegen wieder nur die Adjunktinformation akkommodiert werden, wie in den unter 4.2 besprochenen Beispielen. (20) Der britisch e Philo soph Peter Hack er kritisiert die Zunft der Neurowissenschaftler: Sie würde über das Gehirn reden, als könne es selbst denken, fühlen und handeln. Unsinn, meint der Sprachanalytiker. (Gehirn & Geist 5/2004, S. 43) (21) [ ] 1983 führte die Amer ikan er in K ay Redfield Jamison eine Studie mit ähnlich eindeutigen Resultaten durch. Die Psychologin der University of California in Los Angeles kontaktierte 47 britische Maler und Dichter, die alle zu den renommiertesten ihres Genres gehörten. [ ] (Gehirn & Geist 5/2004, S. 50) (22) [ ] Kathleen K. wartet, schon seit Stunden. [...] Als eine Krankenschwester sich endlich nach Kathleens Befinden erkundet, erklärt die junge Frau ohne Umschweife ihre größte Sorge: [...]. Die Schwester schlägt ihr vor, bei einer Pilotstudie für einen Wirkstoff mitzumachen [...]. Die 29-jährige Rechtsanwaltsgehilfin unterschreibt eine Einverständniserklärung [...]. (Gehirn & Geist 5/2004, S. 62) In Fällen wie diesen geht es m.a.w. nicht einfach um die Akkommodierung von Information, die ein isoliertes Adjunkt ausdrückt: Akkommodiert werden vielmehr allein (20) oder zusätzlich zur Adjunktinformation (21), (22) wesentliche von der Kopf-NP spezifizierte Merkmale. Somit erweisen sich die um referenziell nichtrestriktive pränominale Adjunkte erweiterten definiten DPs als Spezialfall nichtkanonischer definiter Beschreibungen, die über das hinausgehen, was bis dahin über den Antezedenten ausgesagt wird, und deshalb partiell akkommodiert werden müssen, um die Resolution zu retten (vgl. Umbach 2002). Solche nichtkanonischen definiten DPs sind aus einleuchtenden Gründen

15 Überlegungen zur pränominalen Nicht-Restriktitivät 103 insbesondere in Texten zu erwarten, die sich an mixed audiences wenden und/oder starken Platzbeschränkungen unterliegen (vgl. Riester 2008, Fabricius- Hansen 2009). 4.4 Einfluss der Informationsstruktur i.e.s. Gegenstand dieses Abschnitts ist die Interaktion zwischen referenziell (nicht)restriktiver Deutung und Informationsstruktur. Meine Betrachtungen basieren dabei einerseits auf Grundannahmen der nichtlinearen Prosodie (Jacobs 1992a, 1999, Truckenbrodt 1995), andererseits auf der Erkenntnis, dass [f]ocus indicates the presence of alternatives that are relevant for the interpretation of linguistic expressions (Krifka 2007: 6) Prominenz und (Nicht-)Restriktivität Nach Jacobs (1999: 72), Truckenbrodt (1995) u.a. bilden das pränominale Adjunkt und seine NP-Schwester im Prinzip eigene Akzentdomänen, und zwar auch dann, wenn beide als lexikalische Einheiten Adjektiv und Substantiv realisiert sind. Im Defaultfall sind Adjunkt und Kopf somit beide betont (prominent); vgl.: (23) a. die DÜRstenden TIEre s. (8) b. die JUNgen VerSUCHSpersonen s. (15) c. das GROße WOHNzimmer s. (15) d. den AUFwühlenden BRUCH mit FREUD s. (14) e. dem bekannten BouleVARD-Blogger Perez HILton s. (17) (24) a. die von SCHMIDT [ ] verfassten ESsays und BESTseller s. (7) b. [Im Schaufenster liegen Pullis in verschiedenen Farben sowie zwei schwarze und ein blauer Anzug.] Kunde: Der BLAUe ANzug gefällt mir. Dabei zeigt (24) vs. (23), dass dieses prosodische Normalmuster grundsätzlich mit restriktiver und nichtrestriktiver Modifikation vereinbar ist (vgl. Abschnitt 4.1). Als letzte Konstituente in der DP kann der Kopf nur dann unbetont sein, wenn die ganze DP deakzentuiert ist ein Fall, den wir hier ausklammern oder das Adjunkt allein (in der DP) prominent ist, so dass der Kopf sich in postfokaler Position befindet; vgl. (25). In diesem Fall kommt nur die restriktive Lesart in Frage. (25) a. [Im Schaufenster liegen Pullis in verschiedenen Farben sowie zwei schwarze und ein blauer Anzug.] Kunde: Der BLAUe Anzug gefällt mir. b. die OBjektiven Verfahren, die SUBjektive Wohnqualität s. (16)

16 104 Cathrine Fabricius-Hansen Ist umgekehrt der Kopf allein prominent, so kann es sich einerseits um engen (Kontrast-)Fokus innerhalb der DP handeln wie in (26), wo ein restriktives Adjunkt vorliegt (s. 4.1). (26) (Ich weiß, dass Schmidt mehrere Essays und Bücher publiziert hat....) Die von ihm verfassten ESsays kenne ich NICHT, seine BÜcher aber sehr GUT. Andererseits scheint das Muster unbetontes Adjunkt + betonter Kopf auch mit nichtrestriktiver Modifikation vereinbar zumindest dann, wenn die DP weiten Fokus trägt und das Adjunkt aus dem (unmittelbar?) vorausgehenden Kontext bekannte Information über den DP-Referenten vermittelt wie bei die jungen Versuchspersonen in (15); vgl. (27). (27) Am Experiment nahmen ausschließlich Kinder und Jugendliche teil. Den jungen VerSUCHSpersonen hat es anscheinend richtig SPAß gemacht. Deskriptives Fazit ist, dass nur die mit engem (Kontrast-)Fokus auf dem Adjunkt verbundene Deakzentuierung des NP-Kopfes eindeutig mit der (Nicht-) Restriktivitätsdimension interagiert, indem sie restriktive Interpretation erzwingt. Das Defaultmuster, nach dem beide Konstituenten prominent sind, verhält sich in dieser Hinsicht grundsätzlich neutral. Deakzentuierung des Adjunkts allein kann durch engen Fokus auf dem Kopf oder durch Bekanntheit der Adjunktinformation motiviert sein. Wie es sich dabei mit der (Nicht-)Restriktivität verhält, sei vorerst dahingestellt Domänenrestriktion und Alternativenbildung Dass enger Fokus auf dem Adjunkt eine restriktive Interpretation auslöst, sollte nicht überraschen. Betrachten wir dazu nochmals (16), hier als (28) wiederholt. (28) Inzwischen aber haben Wissenschaftler verschiedene Messverfahren ersonnen, um die Wohnqualität eines Apartments oder Hauses einschließlich der jeweiligen Wohnumgebung zu beurteilen. H ierb ei g ib t es zwei grundlegend verschiedene Herangehensweisen. Bei den objektiven Verfahren fällen nicht die Bewohner selbst, sondern geschulte Beobachter das Urteil. [ ] Die subjektive Wohnqualität erfassen Forscher [ ] mittels Fragebögen, [ ]. Die Fokussierung des Adjunkts (hier: objektiven bzw. subjektiven) evoziert als Alternative zum jeweiligen aktuellen DP-Referenten einen von diesem distinkten Referenten, der gleichfalls unter NOM (hier: VERFAHREN bzw. WOHNQUA- LITÄT) fällt, auf den jedoch eine Alternative zum modifizierenden Prädikat ADJ (hier: OBJEKTIV bzw. SUBJEKTIV) zutrifft (s. Piwek 1997). So wird der DP-Referent als echte Untermenge einer kontextuell beschränkten Menge von Individuen vom Typ des Kopfprädikats präsentiert. Das Adjunkt muss folglich referenziell restriktiv sein: Es wählt aus den potenziellen Antezedenten der entspre-

17 Überlegungen zur pränominalen Nicht-Restriktitivät 105 chenden unmodifizierten DP den uniken Referenten aus, auf den das Adjunktprädikat zutrifft. In solchen Fällen werden drei anaphorische Präsuppositionen erzeugt (vgl. Piwek 1997, Kamp 2001): Der zugängliche Kontext muss außer (i) dem Antezedenten der Gesamt-DP (ii) explizit oder durch Summierung einen unter das Kopfprädikat NOM fallenden Pluralreferenten (Kamp / Genabith / Reyle i.dr.) NOM hergeben bzw. akkommodieren sowie (iii) einen alternativen Referenten das Komplement des Antezedenten relativ zu NOM. In (28) ist (ii) erfüllt, (i) und (iii) aber nur teilweise: Im Vorkontext ist zwar eine aus zwei distinkten Kategorien bestehende Menge (NOM ) von Messverfahren oder Herangehensweisen bzw. ermittelten Wohnqualitäten eingeführt, differenziert als subjektiv bzw. objektiv werden sie jedoch erst im Nachhinein, indem die eine mit dem akkommodierten Antezedenten der jeweiligen DP (i), die andere mit dessen Alternative (iii) identifiziert wird. In Abschnitt 2.2 wurde auf v.fintels (1994) contextual domain restrictor C hingewiesen, der den Bereich von Quantoren restringiert. Verwandte Domänenvariable führen Rooth (1992) und Kamp (2001) ein. Bei Rooth dient C zur Einschränkung der Fokusalternativen, während Kamps C-Variable eine präsupponierte Menge von Referenten ist, mit Bezug auf welche die Unikalitätsbedingung definiter Beschreibungen gilt bzw. in der ein anaphorischer Ausdruck seinen Antezedenten finden muss (vgl. Abschnitt 4.1 und Fn. 8). Wir sehen nun, dass C im letztgenannten Sinne in den o.a. Fällen mit NOM zu identifizieren ist: Durch Deakzentuierung des Kopfes wird C auf eine echte Untermenge von NOM beschränkt; der Referent der DP der subjektiven Wohnqualität muss unik sein innerhalb einer kontextuell gegebenen (Zweier-)Menge von Wohnqualitäten, die auch den durch den Kontrastfokus evozierten Alternativreferenten umfassen muss. Die referenzielle Restriktivität der Modifikation ergibt sich daraus zwangsläufig. In Fällen wie das in Wirklichkeit große Wohnzimmer in (15) und die von Schmidt verfassten Essays und Bücher in (7), wo der NP-Kopf prominent ist, gilt hingegen, dass das Bezugsprädikat C sich mit dem Kopfprädikat NOM überschneidet ohne darin enthalten zu sein: Damit die Definitheitspräsupposition der DP erfüllt werden kann, muss das Kopfprädikat NOM natürlich auf mindestens ein Element von C zutreffen, zur gegebenen Auswahlmenge gehören hier jedoch auch Referenten, auf die NOM nicht zutrifft andere Räume einer typischen Wohnung in (15), andere biografisch relevante Gegenstände oder Sachverhalte in (7). Umfasst C in solchen Fällen genau ein Element der Kategorie NOM, wird die Modifikation nichtrestriktiv sein wie in (15), wo NOM = WOHNZIMMER. Restriktiv kann sie andererseits nur dann sein, wenn das Adjunktprädikat ADJ nicht auf alle Elemente von C zutrifft. Vor diesem Hintergrund lässt sich die in Abschnitt 4.1 vorgeschlagene Definition referenzieller (Nicht-)Restriktivität anhand des Beispiels die von Schmidt verfassten Essays wie folgt präzisieren: (i) Die Modifikation ist nichtrestriktiv, wenn C genau einen Referenten enthält, auf den das Kopfprädikat NOM (= ESSAYS) zutrifft.

18 106 Cathrine Fabricius-Hansen (ii) Die Modifikation ist restriktiv, wenn C mindestens einen Referenten enthält, auf den NOM zutrifft und das Adjunktprädikat ADJ (= VON SCHMIDT VERFASST) nicht zutrifft. 10 Danach liegen in (29) und (30) bei wechselnder Auswahlmenge C nichtrestriktive Verwendungen des Adjunkts von Schmidt verfassten vor. In (29) vermittelt die Modifikation neue, in (30) bekannte Information über den (Plural-)Referenten der DP. Das heißt, das Adjunkt ist in (30) inhaltlich redundant, und die einfache DP (die Essays) wäre ceteris paribus der Kürze wegen vorzuziehen; vgl. (ii) im Abschnitt 4.2. Da C in den (a)-beispielen zudem genau einen Referenten enthält und die DP in (30a) demnach als kanonische identity anaphor (vgl. Umbach 2002) dient, wäre das Personalpronomen sie als noch kürzerer Ausdruck auch der einfachen DP vorzuziehen. In den (b)- und (c)-fällen umfasst C mehr als ein Element: In (b) gibt es außer NOM (= ESSAYS) ein weiteres Prädikat (= MONOGRAPHIEN), das sich mit C überschneidet, in den (c)-beispielen weist C Alternativen zu NOM ({MONO- GRAPHIEN, BIOGRAPHIEN}) wie zu ADJ ({VON FISCHER VERFASST, VON X VER- FASST,...}) auf. Da die Auswahlmenge jedoch nur einen (Plural-)Referenten umfasst, der unter NOM und ADJ fällt, ist das Adjunkt auch so nichtrestriktiv. (29) a. Im Regal befand sich eine Sammlung politischer Essays. Hannah blätterte die von SCHMIDT verfassten ESsays durch und ging weiter. b. Im Regal befanden sich politische Monographien und Essays. Hannah blätterte die von SCHMIDT verfassten ESsays durch und ging weiter. c. Im Regal befanden sich politische Monographien von Schmidt und Fischer, Biographien von verschiedenen Autoren und eine Sammlung Essays. Hannah blätterte die von SCHMIDT verfassten ESsays durch und ging weiter. (30) a. Im Regal befand sich eine Sammlung politischer Essays von Schmidt. Hannah blätterte die von SCHMIDT verfassten ESsays durch und ging weiter. b. Im Regal befanden sich politische Monographien und Essays von Schmidt. Hannah blätterte die von SCHMIDT verfassten ESsays durch und ging weiter. c. Im Regal befanden sich politische Monographien von Schmidt und Fischer, Biographien anderer Autoren und eine Sammlung Essays von Schmidt. Hannah blätterte die von SCHMIDT verfassten ESsays durch und ging weiter. Prosodisch ist wohl in all diesen Fällen das Normalmuster angemessen. In (30a) könnte die DP als identity anaphor ganz unbetont sein; in (30b) lizenziert der Vorkontext auch engen Fokus auf dem Kopf mit Deakzentuierung des Adjunkts, nur wäre dann eine Fortsetzung wie in (31a) und die entsprechende einfache 10 Gibt es im relevanten Kontext zwei Referenten, die NOM und ADJ fallen, ist die definite Beschreibung wegen Verletzung der Unikalitätsbedingung nicht angemessen.

19 Überlegungen zur pränominalen Nicht-Restriktitivät 107 DP eher zu erwarten. Würde man in den (c)-fällen umgekehrt den Kopf deakzentuieren und das Adjunkt eng fokussieren, müsste für C eine Zerlegung in zwei distinkte (Plural-)Referenten Essays von Schmidt und Essays von anderen (partiell) akkommodiert werden, um die mit diesem prosodischen Muster verbundene Restriktivität des Adjunkts zu begründen; vgl. (31b). (31) a. Im Regal befanden sich Monographien und Essays von Schmidt. Hannah blätterte die von Schmidt verfassten ESsays durch, die Monographien ließ sie liegen. b. Im Regal befanden sich Monographien von Schmidt und Fischer, Biographien anderer Autoren und eine Sammlung Essays von Schmidt. Hannah blätterte die von SCHMIDT verfassten Essays durch, alles andere ließ sie liegen. In (32) sind die Restriktivitätsbedingungen für das Adjunkt von Schmidt verfassten erfüllt, da die Auswahlmenge mehr als einen Referenten umfasst und nur einer davon unter ADJ fällt. Die Alternativen zu ADJ sind {VON FISCHER VER- FASST, VON LAFONTAINE VERFASST}. In (a) ist C in NOM echt enthalten (es ist nur von Essays die Rede), in (b) überschneiden sich C und NOM, da es zu NOM (= ESSAYS) die Alternative MONOGRAPHIEN gibt. Enger (Kontrast-)Fokus auf dem Adjunkt mit Deakzentuierung des Kopfes ist in (a) durch C lizenziert; vgl. (33a), das in dieser Hinsicht (28) entspricht. Dementsprechend erlaubt der Vorkontext im (b)-fall Kontrastfokus in beiden Positionen; vgl. (33b). Deakzentuierung des Kopfes führt hier dazu, dass Alternativen zu NOM aus C herausgefiltert werden, während Deakzentuierung des Adjunkts umgekehrt Alternativen zu ADJ ausschaltet; s. jeweils (34a) und (34b). (32) a. Im Regal befanden sich politische Essays von Fischer, Lafontaine und Schmidt. Hannah blätterte die von SCHMIDT verfassten ESsays durch und ging weiter. b. Im Regal befanden sich Monographien und Essays von Schmidt, Lafontaine und Fischer. Hannah blätterte die von SCHMIDT verfassten ESsays durch und ging weiter. (33) a. Im Regal befanden sich Essays von Fischer, Lafontaine und Schmidt. Hannah blätterte die von SCHMIDT verfassten Essays durch, die anderen ließ sie liegen. b. Im Regal befanden sich Monographien und Essays von Schmidt, Lafontaine und Fischer. Hannah blätterte die von SCHMIDT verfassten ESsays durch, den Rest ließ sie liegen. (34) a. Im Regal befanden sich Monographien und Essays von Schmidt, Lafontaine und Fischer. Hannah blätterte die von SCHMIDT verfassten Essays durch, die Essays von Lafontaine ließ sie liegen. b. Im Regal befanden sich Monographien und Essays von Schmidt, Lafontaine und Fischer. Hannah blätterte die von Schmidt verfassten ESsays durch, seine Monographien ließ sie liegen.

20 108 Cathrine Fabricius-Hansen 5 Konklusion und Ausblick Der vorhergehende Abschnitt hat gezeigt, dass eine Variante von v.fintels (1994) Domänenrestriktor C für die Explikation pränominaler (Nicht-)Restriktivität in der Tat nützlich sein kann (vgl. 2.2). So nehme ich im Anschluss an Kamp (2001) und Kamp / Genabith / Reyle (i.dr.: Kap. 4) an, dass eine definite Beschreibung der Form (35a) eine Präsupposition erzeugt, die sich etwas vereinfacht wie in (35b) repräsentieren lässt. Hinzu kommt die Präsupposition, dass x das einzige Element in C ist. (35) a. [ DP D [ NP Adjunkt NP]] b. [x, C: ADJ(x), NOM(x), C(x)] ADJ ist das Adjunktprädikat, NOM das NP-Prädikat und C die präsupponierte Auswahlmenge, die den Diskursreferenten enthält, mit dem x bei der Resolution identifiziert wird. C und die Schnittmenge von NOM und ADJ müssen sich zumindest überschneiden (C NOM ADJ ), und zwar so, dass sie genau ein Element x den Antezedenten der DP gemeinsam haben, sonst ist die Unikalitätsbedingung nicht erfüllt (#C NOM ADJ# = 1); vgl. Kamp / Genabith / Reyle (i.dr.: 135). Unter dieser Voraussetzung lassen sich folgende Konstellationen unterscheiden. (i) Haben auch C und NOM nur den Antezedenten x gemeinsam (#C NOM# = 1), so ist das Adjunkt referenziell nichtrestriktiv. Im kanonischen Fall geht dabei mehr oder weniger explizit aus dem Kontext hervor, dass x unter ADJ fällt, und das Adjunkt wird demzufolge mehr oder weniger redundant erscheinen je nach Salienz und Explizitheit der Information und je nach Hintergrundwissen und Interpretationsfähigkeit der Rezipienten, s. (30) und (ii), (iii) in Abschnitt 4.2. Lässt x ADJ sich nicht aus dem Vorkontext erschließen, muss diese Bedingung im Common Ground akkommodiert werden, um die Resolution der Präsupposition (35b) zu retten. x ADJ ist dann de facto rezipientenunabhängig neu, aber backgrounded in dem Sinne, dass die Information durch Akkommodation in die Diskursrepräsentation hineingeschmuggelt wird; s. (29) und (i) in Abschnitt 4.2. Es liegt hier eine nichtkanonische Verwendung definiter Beschreibung vor, die nicht auf pränominale Modifikation beschränkt ist, sondern auch postnominale Modifikation und sogar einzelne Bedeutungskomponenten des Kopfnomens involvieren kann (s. 4.3). Die Erscheinung muss auf einer höheren Ebene der Diskursorganisation begründet werden, hat aber insofern theoretische Implikationen für die semantische Analyse von DPen, als sie eine Dekomposition der lexikalischen Bestandteile von NPen erforderlich macht (vgl. Kamp / Genabith / Reyle i.dr.). Völlig ungeklärt ist mei-

Kontexte für nicht-kanonische Verbzweitstellung: V2 nach dass und Verwandtes

Kontexte für nicht-kanonische Verbzweitstellung: V2 nach dass und Verwandtes Ulrike Freywald Kontexte für nicht-kanonische Verbzweitstellung: V2 nach dass und Verwandtes [Contexts for non-canonical verb second: V2 after that and beyond] Published in: Ehrich, Veronika, Christian

Mehr

Tobias Rosefeldt. Was es nicht gibt Eine Untersuchung des Begriffes der Existenz

Tobias Rosefeldt. Was es nicht gibt Eine Untersuchung des Begriffes der Existenz Tobias Rosefeldt Was es nicht gibt Eine Untersuchung des Begriffes der Existenz Habilitationsschrift an der Philosophischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 2006 Inhalt Einleitung...

Mehr

Zum expletiven und pronominalen es im Deutschen. Syntaktische, semantische und varietätenspezifische Aspekte

Zum expletiven und pronominalen es im Deutschen. Syntaktische, semantische und varietätenspezifische Aspekte Zum expletiven und pronominalen es im Deutschen. Syntaktische, semantische und varietätenspezifische Aspekte Magister-Hausarbeit im Fach Deutsche Sprache und Literatur dem Fachbereich Germanistik und Kunstwissenschaften

Mehr

Der Wahrheitsbegriff in Martin Heideggers Sein und Zeit Versuch einer Neubeleuchtung * Malte Willer

Der Wahrheitsbegriff in Martin Heideggers Sein und Zeit Versuch einer Neubeleuchtung * Malte Willer Der Wahrheitsbegriff in Martin Heideggers Sein und Zeit Versuch einer Neubeleuchtung * Malte Willer I. Es ist auffällig, wie sehr Martin Heidegger bei seinem Vorgehen in Sein und Zeit immer wieder bemüht

Mehr

Was ist Textkompetenz?

Was ist Textkompetenz? Zürich, 25. 10. 2005 P. R. Portmann-Tselikas 1 Was ist Textkompetenz? Paul R. Portmann-Tselikas 1 Einleitung: Über Textkompetenz reden 2 Literate Praxis im Unterricht 3 Kompetentes Handeln mit Texten:

Mehr

Wie interpretieren Kinder nur? Experimentelle Untersuchungen zum Erwerb von Informationsstruktur

Wie interpretieren Kinder nur? Experimentelle Untersuchungen zum Erwerb von Informationsstruktur Wie interpretieren Kinder nur? Experimentelle Untersuchungen zum Erwerb von Informationsstruktur Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie vorgelegt von Anja Müller Institut für Linguistik

Mehr

Offliner-Studie Qualitative Ursachenforschung zur Nicht-Nutzung des Internet in Österreich

Offliner-Studie Qualitative Ursachenforschung zur Nicht-Nutzung des Internet in Österreich Wien, August 2011 Offliner-Studie Qualitative Ursachenforschung zur Nicht-Nutzung des Internet in Österreich Dr. Flooh Perlot (Institut für Strategieanalysen) Thomas Holzinger (Mediaclub) Univ.-Prof. Dr.

Mehr

Analyse von Ingeborg Bachmanns Erzählung Ein Wildermuth

Analyse von Ingeborg Bachmanns Erzählung Ein Wildermuth Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Germanistisches Seminar Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturgeschichte Wintersemester 2003/04 Hauptseminar Ingeborg Bachmann Seminarleiter: Prof. Dr. Helmuth Kiesel

Mehr

Vom Sein zum Werden Zeit und Komplexität in den Naturwissenschaften *)

Vom Sein zum Werden Zeit und Komplexität in den Naturwissenschaften *) Vorwort zu: Vom Sein zum Werden Zeit und Komplexität in den Naturwissenschaften *) 1. Dieses Buch handelt von der Zeit. Sein Titel hätte lauten können: "Zeit, die vergessene Dimension". Ein solcher Titel

Mehr

Kölner Beiträge zur Sprachdidaktik. herausgegeben von Hartmut Günther und Michael Becker-Mrotzek 1/2005

Kölner Beiträge zur Sprachdidaktik. herausgegeben von Hartmut Günther und Michael Becker-Mrotzek 1/2005 Kölner Beiträge zur Sprachdidaktik herausgegeben von Hartmut Günther und Michael Becker-Mrotzek 1/2005 Warum das Kleine groß geschrieben wird, wie man das lernt und wie man das lehrt. Hartmut Günther &

Mehr

Was ist Musik? Subjektive Theorien Musikschaffender Künstler

Was ist Musik? Subjektive Theorien Musikschaffender Künstler Was ist Musik? Subjektive Theorien Musikschaffender Künstler Inaugural-Dissertation in der Philosophischen Fakultät I (Philosophie, Geschichte und Sozialwissenschaften) der Friedrich-Alexander Universität

Mehr

Was sind und was sollen die Zahlen?

Was sind und was sollen die Zahlen? Was sind und was sollen die Zahlen? Von Richard Dedekind, Professor an der technischen Hochschule in Braunschweig. Nach der vierten unveränderten Auflage, Braunschweig 1918. Diese Transkription enthält

Mehr

Ralph Schumacher: Was sind Farben?

Ralph Schumacher: Was sind Farben? Ralph Schumacher: Was sind Farben? Ein Forschungsbericht über die Wahrnehmung und den Status sekundärer Qualitäten Was sind sekundäre Qualitäten? Wenn man uns auffordert, Beispiele für wahrnehmbare Eigenschaften

Mehr

Was ist Kommunikationsmanagement?

Was ist Kommunikationsmanagement? Theaterstraße 106, D-52062 Aachen Telefon +49 241 89 49 89 29 Telefax +49 241 89 49 89 30 email info@semantics.de Internet www.semantics.de Was ist Kommunikationsmanagement? Prof. Dr. Christian Stetter

Mehr

Wie sich Kinder die Großschreibung erklären

Wie sich Kinder die Großschreibung erklären Universität Hildesheim Institut für deutsche Sprache und Literatur Wie sich Kinder die Großschreibung erklären Bachelorarbeit zur Erlangung des akademischen Grades Bachelor of Arts (B.A.) Vorgelegt von:

Mehr

Dialekte im DaF-Unterricht? Ja, aber... Konturen eines Konzepts für den Aufbau einer rezeptiven Varietätenkompetenz

Dialekte im DaF-Unterricht? Ja, aber... Konturen eines Konzepts für den Aufbau einer rezeptiven Varietätenkompetenz 113 Dialekte im DaF-Unterricht? Ja, aber... Konturen eines Konzepts für den Aufbau einer rezeptiven Varietätenkompetenz Thomas Studer (Freiburg/ Fribourg) Abstract: Dialekte im DaF-Unterricht? Ja, aber...

Mehr

Über die Analyse randomisierter Suchheuristiken und den Entwurf spezialisierter Algorithmen im Bereich der kombinatorischen Optimierung

Über die Analyse randomisierter Suchheuristiken und den Entwurf spezialisierter Algorithmen im Bereich der kombinatorischen Optimierung Über die Analyse randomisierter Suchheuristiken und den Entwurf spezialisierter Algorithmen im Bereich der kombinatorischen Optimierung Dissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Naturwissenschaften

Mehr

Ist es noch mein Zuhause?

Ist es noch mein Zuhause? Ist es noch mein Zuhause? Ratgeber, um nach einem Einbruch zurück in das gewohnte Leben zu finden Rahel Bachem Prof. Dr. Dr. Andreas Maercker Ist es noch mein Zuhause? Ratgeber, um nach einem Einbruch

Mehr

Johannes Merkel: Wie halte ich ein Referat? Wie schreibe ich eine wissenschaftliche Arbeit?

Johannes Merkel: Wie halte ich ein Referat? Wie schreibe ich eine wissenschaftliche Arbeit? Johannes Merkel: Wie halte ich ein Referat? Wie schreibe ich eine wissenschaftliche Arbeit? 2 Vorbemerkung Es gibt inzwischen zahlreiche Publikationen, die zum wissenschaftlichen Arbeiten anleiten. Sie

Mehr

Markus Gabriel Warum es die Welt nicht gibt Ullstein 2013

Markus Gabriel Warum es die Welt nicht gibt Ullstein 2013 Markus Gabriel Warum es die Welt nicht gibt Ullstein 2013 10 Sein und Schein Metaphysik kann man als den Versuch definieren, eine Theorie des Weltganzen zu entwickeln. Sie soll beschreiben, wie die Welt

Mehr

Mobbing bei Schülerinnen und Schülern in der Bundesrepublik Deutschland. Eine empirische Untersuchung auf der Grundlage einer Online-Befragung 1.

Mobbing bei Schülerinnen und Schülern in der Bundesrepublik Deutschland. Eine empirische Untersuchung auf der Grundlage einer Online-Befragung 1. Mobbing bei Schülerinnen und Schülern in der Bundesrepublik Deutschland. Eine empirische Untersuchung auf der Grundlage einer Online-Befragung 1. Prof. Dr. Reinhold S. Jäger, Dr. Uwe Fischer und Julia

Mehr

Die Gedächtnisrelevanz der Verbklammer im Deutschen

Die Gedächtnisrelevanz der Verbklammer im Deutschen Warten auf das Verb Die Gedächtnisrelevanz der Verbklammer im Deutschen Maria Thurmair, München Wenn doch die Deutschen das Verb so weit nach vorne zögen, that one it without a telescope discover can"!

Mehr

Bewusstsein, Bewusstseinsforschung, Bewusst Sein

Bewusstsein, Bewusstseinsforschung, Bewusst Sein Bewusstsein, Bewusstseinsforschung, Bewusst Sein Paul Tholey (Erstveröffentlichung in: Bewusst Sein Vol.1 No.1, 1989:9-24) In diesem einleitenden Beitrag werden in vorläufiger Form nach einer ersten Unterscheidung

Mehr

Die Inhaltsanalyse als Datenerhebungsverfahren

Die Inhaltsanalyse als Datenerhebungsverfahren Dr. Wolfgang Langer IV Methoden der empirischen Sozialforschung I SoSe 2000 1 Die Inhaltsanalyse als Datenerhebungsverfahren Quellen: 1. P. Mayring: Einführung in die qualitative Sozialforschung. Eine

Mehr

Arbeitspapiere Working papers

Arbeitspapiere Working papers Integration und ethnische Schichtung Arbeitspapiere Working papers Hartmut Esser Arbeitspapiere - Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung Nr. 40, 2001 ISSN 1437-8574 Hartmut Esser Integration

Mehr

SCHRIFTENREIHE ENERGIESYSTEME DER ZUKUNFT

SCHRIFTENREIHE ENERGIESYSTEME DER ZUKUNFT SCHRIFTENREIHE ENERGIESYSTEME DER ZUKUNFT Dezember 2014 Analyse Zur Interpretation von Energieszenarien Christian Dieckhoff Hans-Jürgen Appelrath Manfred Fischedick Armin Grunwald Felix Höffler Christoph

Mehr

Ironie als indirekter expressiver Sprechakt: Zur Funktion emotionsbasierter Implikaturen bei kognitiver Simulation

Ironie als indirekter expressiver Sprechakt: Zur Funktion emotionsbasierter Implikaturen bei kognitiver Simulation Ironie als indirekter expressiver Sprechakt: Zur Funktion emotionsbasierter Implikaturen bei kognitiver Simulation 1. Einleitende Bemerkungen und Problemstellung: Ironie als kognitives Phänomen? Seit der

Mehr

Männer sind Schweine! : Negative Auswirkungen von Geschlechtsstereotypen auf Männer. FernUniversität in Hagen

Männer sind Schweine! : Negative Auswirkungen von Geschlechtsstereotypen auf Männer. FernUniversität in Hagen Männer sind Schweine! : Negative Auswirkungen von Geschlechtsstereotypen auf Männer Bachelorarbeit zur Erlangung des akademischen Grades Bachelor of Science im Studiengang Psychologie an der FernUniversität

Mehr

Wie Wissen entsteht. Versus Zürich. Jacqueline Holzer Jean-Paul Thommen Patricia Wolf

Wie Wissen entsteht. Versus Zürich. Jacqueline Holzer Jean-Paul Thommen Patricia Wolf Jacqueline Holzer Jean-Paul Thommen Patricia Wolf Wie Wissen entsteht Eine Einführung in die Welt der Wissenschaft für Studierende und Führungskräfte Versus Zürich 4 Zur Reihe «VERSUS kompakt» Die Bücher

Mehr

2. Beschreibung der Kommunikationsformen mit ihren Vor- und Nachteilen sowie den erforderlichen Kompetenzen 26

2. Beschreibung der Kommunikationsformen mit ihren Vor- und Nachteilen sowie den erforderlichen Kompetenzen 26 Inhaltsverzeichnis Seite Einleitung 5 1. Kommunikation 7 1.1 Begriffsklärung Kommunikation 7 1.2 Begriffsklärung Unterstützte Kommunikation 8 1.3 Funktionen der Kommunikation und der Sprache 8 1.4 Kommunikationsentwicklung

Mehr