Informations- und Kommunikationssysteme III Praktikum

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1 SIP over IPv6 Profil: Modul: Dozent: Informations- und Kommunikationssysteme III Informations- und Kommunikationssysteme III Praktikum Beat Bigger Abgabedatum: Chur, 23. Dezember 2012 Studenten: Michael Hotz Samuel Juon

2 Vorwort In diesem Teil des Praktikums ging es darum, dass wir vermehrt in der Anwendung von IPv6 beschäftigten. Für das Praktikum standen am Anfang einige Themen zur Auswahl. Zusätzlich hatten wir die Möglichkeit einen eigenen Vorschlag zu machen. Diese Möglichkeit haben wir auch genutzt, weil wir davon überzeugt sind, das VoIP in naher Zukunft immer mehr mit IPv6 genutzt werden wird. Wegen einer Vielzahl unterschiedlich unterstützter Protokolle, hätte die Untersuchung von VoIP over IPv6 den Umfang des Praktikums sprengen, deshalb entschieden wir uns das Praktikum auf SIP einzuschränken. Die Netzwerkstruktur bestand schon aus dem vorhergehenden Praktikum, deshalb konnten wir auf diese aufbauen. Im ersten Kapitel haben wir uns allgemein mit SIP beschäftigt, um den Hintergrund zu erfahren, wie es zustande gekommen ist und wie es verwendet wird. Danach haben wir VoIP-Elemente und Geräte gesucht, die gleichzeitig SIP und IPv6 unterstützen, damit wir für die unterschiedlichen IPv4- und IPv6-Versuche eine Vergleichsmöglichkeit hatten. Die Versuche wurden nur auf wenige Funktionen von Asterisk begrenzt. Es wurde auf alle erweiterten Funktionen verzichtet, die von der Software der Nebenstellanlagen noch zur Verfügung standen. Unterschiedliche Kombinationen von IPv4 und IPv6 Varianten wurden schlussendlich mit Wireshark untersucht und dem Dokument beigelegt. Weil die Konfiguration des Netzwerks schon im vorherigen Praktikum erfolgte, wurde in diesem Teil des Praktikums nicht mehr weiter darauf eingegangen. Michael Hotz Seite 2 von Dezember 2012

3 Inhaltsverzeichnis 1 SIP allgemein Grundlagen SIP-Elemente Server Gateways SIP-Proxy ENUM Endgeräte Hardphone Softphone Versuchskomponenten Tel 1 & Tel Funktelefon PC 1 & PC AsteriskNOW & FreePBX Netzwerkplan Konfiguration Wireshark Versuch: SIP over IPv Versuch: SIP over IPv Versuch: SIP over IPv6 & IPv Versuch: Linphone to Linphone (Ohne AsteriskNOW) Fazit Schlusswort Bildverzeichnis Anhang Michael Hotz Seite 3 von Dezember 2012

4 1 SIP allgemein In diesem Abschnitt wird die Funktionsweise von SIP grob erläutert. 1.1 Grundlagen Das Session Initiation Protocol kann als Nachfolger von H.323 betrachtet werden. Das H.323- Protokoll wurde von der ITU-T für die Kommunikation von öffentlichen Telefonnetzen und ISDN entwickelt. Es ist auch eines der ersten Protokolle, welches vom IETF für die Internet-Telefonie verwendet wurde. Weil es aber die Schwächen des von IP-basierenden Netzen nicht berücksichtigte und Probleme mit NAT verursachte, wurde es vom IETF durch das neuere SIP ersetzt. [Quelle: SIP besitzt alle wichtigen Stärken von H.323 und kann nicht nur für die IP-Telefonie sonder auch für den Datenaustausch im Internet verwendet werden. Das Protokoll ist stark an http angelehnt, ist dennoch nicht kompatibel. [Quelle: So werden Antworten bei SIP auch über Statuscodes mitgeteilt. Eine vollständige Liste ist unter zu finden. Die Aushandlung, Beschreibung und der Datenaustausch wurden in je einem eigens dafür geeigneten Protokoll aufgeteilt. Die Aushandlung aller relevanten Verbindungsdaten wird von SIP durchgeführt, die Beschreibung der Verbindung wird über SDP übermittelt. Der schlussendliche Datenaustausch erfolgt dann über RTP. SDP ist die Abkürzung von Session Description Protocol. Dieses Protokoll ist für die Beschreibung einer Telefon-Sitzung zuständig. Weil in SIP mehrere Datenströme verwendet werden, dient dieses Protokoll für die Beschreibung der unterschiedlichen Sessions- und Datenstrom-Informationen, die für die Sitzung benötigt werden. [Quelle: RTP/RTCP ist das fundamentale Protokoll, das erst die Einführung von SIP ermöglicht hat. Dank RTP können mehrere Datenströme von einem Server zu einem oder mehreren Clients erstellt werden. Es bietet die Möglichkeit die Datencodierung anzupassen, sodass jeder Client seine Ressourcen bestmöglich nutzen kann. Diese Möglichkeiten sind für die Online-Telefonie von grosser Bedeutung, weil so eine einwandfreie Sprachübertragung über das Internet möglich wurde. Folgende Ports stehen für die Kommunikation von SIP-Anlagen zur Verfügung: SIP: 5060 SIPS: 5061 Streams: Für Anruferwahl werden drei unterschiedlich Zielteilnehmer-Schemen unterschieden. URI-Schema: IPv4-Bsp.: IPv6-Bsp.: Michael Hotz Seite 4 von Dezember 2012

5 Telefonnummer- Schema: SIP-URI- Schema: tel:nummer Bsp.: tel: sip: Bsp.: sip: In Abbildung 1-1 wird gezeigt, wie eine Verbindung zwischen einem registrierten Benutzer und dem SIP-Server zustande kommt. Als erstes sendend der Benutzer eine SIP- Register-Anfrage. Der Server antwortet mit dem Status-Code 401- Unauthorizded. Daraufhin registriert sich ein Benutzer mit seinem Benutzernamen und dem Passwort. Abbildung 1-1: Registrierung eines Benutzers über SIP Sind die Angaben korrekt, dann antwortet der Server mit dem Satuscode 200-OK und der Benutzer ist ab dann im Server registriert. In der folgenden Abbildung 1-2 wird der Verbindungsaufbau und Abbruch von einem Benutzer zu einem andern Benutzer grafisch dargestellt. Abbildung 1-2: Aufbau und Abbruch eines Anrufes über SIP Michael Hotz Seite 5 von Dezember 2012

6 1.2 SIP-Elemente Folgende Komponenten können in unterschiedlichen Varianten für die Einrichtung einer SIP-Lösung eingesetzt werden: Server Gateway Proxy ENUM Endgeräte Jede einzelne Komponente wurde in den folgenden Unterkapiteln kurz beschrieben Server Der SIP-Server ist eine softwaremässige Realisierung einer Telefonanlage (auch PBX-Anlage). Nebenstellanlagen erlauben es mehrere Telefonteilnehmer intern miteinander zu verbinden. Zusätzlich stellten diese Anlagen folgende erweiterte Funktionen zur Verfügung: Konferenzschaltung Interne Telefonumleitung Funktionstasten Wählplane Mehrere Anschlüsse Wegen der immer komplexer werdenden Aufgaben wurde eine speziell modellierbare Software entwickelt, die den Aufgaben einer Telefonanlage gerecht wurde. Eine übersichtliche Listet von VoIP-Software fanden wir auf wikipedia unter folgendem Link: Ein Teammitglied besass schon einige Erfahrung mit dem windowsbasierenden C3X. Damit jeder im Team auch was dazulernen konnte, entschieden wir uns für die Asterisk-Variante. Asterisk Asterisk ist ein freier und bekannter SIP-Server, der von Linux-/Unix-Systemen genutzt wird. Der Name Asterisk leitet sich vom Lateinischen ab und bedeutet ins Deutsche übersetzt Stern. Dies ist auch im Logo der Software wieder zu finden. Der Name deutet auf die Funktionstaste hin die auf jeder modernen Telefontastatur zu finden ist. Meist wird diese Taste für erweiterte Funktionseingaben genutzt (z.b. *130 # Swisscom Easyguthaben-Abfrage). Der Name deutet auch darauf hin, dass Asterisk speziell für die Funktionserweiterung von Telefonanlagen entwickelt wurde. Der Server unterstützt alle gängigen Protokolle und Codecs, die für die IP-Telefonie genutzt werden. Proprietären Protokolle oder Codecs können über kostenpflichtige Module erweitert werden. Sei der Version 1.8 wird IPv6 in Asterisk unterstützt. Michael Hotz Seite 6 von Dezember 2012

7 Asterisk bietet auch eine eigene Programmierschnittstelle, mit der in Programmiersprachen wie C++, Java, C#, MySQL, PHP und viel mehr, eigene Erweiterungen geschrieben werden können. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit eine eigene Programmierschnittstelle zu entwerfen. Damit der Asterisk-Server betreiben werden kann, benötigt man eine Netzwerkverbindung zu den Endgeräten. In dieser Konfiguration kann Asterisk als rein als interne Telefonanlage genutzt werden. Wenn man noch zusätzlich eine Verbindung ins Telefonnetz herstellen will, dann benötigt man eine Verbindung ins analoge (PSTN) oder digitale (ISDN) Telefonnetz. Dies kann über ein Telefonmodem oder eine ISDN-Karte erfolgen. Ansonsten gibt es auch die Möglichkeit über eine Internetverbindung, entweder in eine eigene Domain oder zu einem Gateway eine Verbindung herzustellen. Wie schon erwähnt, liegt die Stärke von Asterisk darin, dass es für jede Anwendung unterschiedlich konfiguriert werden kann. Weil Asterisk in einer Shell-Umgebung konfiguriert und verwaltet wird, nutzten wir ein Webinterface (freepbx) um die Einstellungen im Server vorzunehmen. In diesem Praktikum wurden lediglich die Verbindungen innerhalb des lokalen Netzes untersucht. Die Untersuchung weitere Methoden wäre mit Kosten verbunden gewesen und hätten auch den Rahmen der Arbeit gesprengt. Betriebssysteme In einer ursprünglichen Idee wollten wir zwei Asterisk-Server verwenden. Eine erste Sever sollte nur mit IPv6 arbeiten, damit wollten wir das Funktionieren in einem reinen IPv6-Netz untersuchen. Der andere Server sollte mit IPv4 und IPv6 und der arbeiten können, um die Arbeit im Dualstackmodus zu untersuchen. Der erste Server der nativ nur mit IPv6 arbeiten sollte, bereitete uns Probleme. Mehreren Versuchen schlugen fehlt, ein Betriebssystem zu finden, das nativ nur mit IPv6 arbeitete. Es wurde auch versucht mit FreeBSD 8.0 und Debian einen Kernel zu erzeugen, der nur IPv6 fähig war. Diese Versuche schlugen alle fehl, weil die Betriebssysteme intern auf einen IPv4-Loopback angewiesen sind, wurde automatisch die IPv4 Module in den Kernel eingebaut. Nach einigen Versuchen wurde auf die Möglichkeit verzichtet ein reines IPv6 fähiges Betriebssystem zu suchen. Deshalb wurde nur ein Asterisk-Server verwendet, der mit IPv4 und IPv6 arbeitete Gateways Wenn man nicht extra Geld für eine Telefonverbindung ausgeben möchte, dann hat man die Möglichkeit die Telefonnetzverbindung über einen Gateway einzurichten. Diese besitzen meist mehrere ISDN- und PSTN-Verbindungen ins nationale oder internationale Telefonnetz. Die Verbindungskosten müssen dann entsprechend beim Gateway-Anbieter eingezahlt werden. Dennoch lohnt es sich einen Gateway zu nutzen, weil man damit viele Kosten sparen kann. Die Möglichkeit einen Gateway einzusetzen wurde in unserm Praktikum nicht genutzt. Michael Hotz Seite 7 von Dezember 2012

8 1.2.3 SIP-Proxy Ein SIP-Proxy bietet die Möglichkeit SIP-Geräte in einem Netz ohne einen SIP-Server zu nutzten. Der SIP-Proxy sollte dennoch mit einem lokalen oder externen SIP-Server über das Internet verbunden sein, damit die angeschlossenen Geräte auch genutzt werden können. Er kann nicht ohne eine Verbindung zu einem SIP-Server betrieben werden. Der SIP-Proxy bietet die Möglichkeit das NAT-Problem elegant zu umgehen, weil es die SIP- und RTP- Verbindung unberührt zum SIP-Server weiterleitet ENUM ENUM steht für E.164 NUmber Mapping und ist eine Anwendung des Domain Name Systems zur Übersetzung von Telefonnummern in Internet-Adressen. [Quelle: In der ENUM-Datenbank wird einer registrierten öffentlichen Telefonnummer einem Internet- Domainnamen zugweisen. Weil ENUM auf DNS aufsetzt, ist es voll IPv6-tauglich. Jedes Land besitzt eine eigene ENUM-Registrierungsstelle. In der Schweiz ist der ENUM-Dienst seit 2002 nutzbar und dem BAKOM unterstellt. Dieser Standard wurde in unserem Praktikum nicht genutzt, er wurde hier vollständigkeitshalber erwähnt Endgeräte Als Endgeräte werden alle Komponenten bezeichnet, die eine Kommunikation zu einem Teilnehmer ermöglichen. Man kann bei der Konfiguration den Namen und die Nummer eingeben. Zusätzlich muss jedes mindestens einen registrierten Benutzer eingestellt haben, damit er über den SIP-Server telefonieren kann. Die meisten SIP-Endgeräte besitzen erweitert Möglichkeiten um ein Telefonat durchzuführen. An einem IP-Telefon können auch mehrere Benutzer für denselben oder einen unterschiedlichen SIP-Server registriert werden. Die Geräte besitzen einen LAN-Anschluss und können so komfortabel an einen Switch angeschlossen werden. Die Konfiguration erfolgt meist über ein Webinterface, weil die manuelle Eingabe zu mühsam ist. Folgende Geräte werden als Endgeräte bezeichnet: Telefon Fax Handy VoIP-Software Die VoIP-Telefone werden weiter in Hard- und Softphones unterschieden. Michael Hotz Seite 8 von Dezember 2012

9 1.2.6 Hardphone Alle physikalischen Telefongeräte werden als Hardphones bezeichnet. Weil SIP ein relativ neues Protokoll ist, wird es nicht von allen Herstellern unterstützt. Es gibt zum Beispiel lediglich ein Funktelefon, dass mit dem SIP over IPv6 unterstütz. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit mit einem Analog-Gateway ein analoges Telefon SIP-fähig zu machen. Bekannte Hersteller sind cisco, snom, AASTR, GRANDSTREAM und LevelOne Softphone Als Softphones werden alle Softwarelösungen bezeichnet, die auf einem Computer genutzt werden können. So gibt es zum Beispiel auch für iphone und Android Software die ein Softphone in einem SmartPhone nutzbar machen. Auch bei Softphones sind in unterschiedliche Lizenzen (Freeware und proprietär) und für unterschiedliche Betriebssysteme verfügbar. Eine vollständige Liste ist unter folgendem Link zu finden: In unserm Praktikum wurde die OpenSource VoIP-Software von Linphone genutzt. Michael Hotz Seite 9 von Dezember 2012

10 2 Versuchskomponenten Folgende Komponente haben wir für den weiteren Versuch verwendet, damit wir IPv4 und IPv6 gleichzeitig betreiben und untersuchen konnten. 2.1 Tel 1 & Tel 2 Die betriebsinternen Telefone (Tel 1 und Tel 2) wurden an Switch S2 angeschlossen. Dieser Switch wurde im vorherigen Praktikum so konfiguriert, dass alle bürointernen Geräte an diesen angeschlossen wurden. Dabei sollten die Telefone den Arbeitern im Büro zur Verfügung stehen. Weil diese Telefone älter Modelle waren, unterstützten diese lediglich IPv4. Folgende Einstellungen wurden vorgenommen: snom 300 (Tel 1) User: 1000 IPv4: snom 300 (Tel 2) User: 1001 IPv4: Funktelefon Das schnurlose Telefon snom m9 wurde am Switch S1 angeschlossen, weil sich da das DMZ befand und darin alle Server befinden sollten. Deshalb sollte für einen Supporter eine mobile Lösung genutzt werden. Dieses Telefon ist zurzeit das einzige Schnurlostelefon das SIP over IPv6 unterstützt. Folgende Einstellungen wurden an diesem Telefon vorgenommen: Abbildung 2-1: snom 300 snom m9 User: 4000 IPv6: 2001:620:100:1024:204:13f:fe30:6e64 Abbildung 2-2: snom m9 mit Basisst ation Dieses Telefon wurde nur für die IPv6-Veruche verwendet, deshalb wurde keine zusätzliche IPv4- Adresse konfiguriert. Michael Hotz Seite 10 von Dezember 2012

11 2.3 PC 1 & PC 2 Die Arbeitsrechner (PC 1 und PC 2) wurden auch an Switch S1 angehängt, weil diese zum einen als Support-Arbeitsplatz und zum anderen als Server dienen sollten. Alle IP-Adressen wurden statisch eingegeben. Die Arbeitsrechner wurden wie folgt konfiguriert: PC 1 & Linphon User: bob oder 3000 IPv4: IPv6: 2001:620:100:1024::198 PC 2 & Linphon User: alice oder 2000 IPv4: IPv6: 2001:620:100:1024:: AsteriskNOW & FreePBX Als SIP-Server wurde die neueste Version von AsteriskNOW verwendet. Diese beinhaltete auch die aktuelle Version von der FreePBX Web-GUI. Der Server wurde als VMware-Image direkt von asterisk.org heruntergeladen und auf den VMware-Player importiert. Der VoIP-Server wurde wie folgt konfiguriert: AsteriskNow & FreePBX IPv4: IPv6: 2001:620:100:1024::194 IPv6: 2001:620:100:1024:2010:29ff:fe06:69ca Abbildung 2-3: AsteriskNOW im Einsatz Michael Hotz Seite 11 von Dezember 2012

12 3 Netzwerkplan Wie schon erwähnt, bestand die Netzstruktur vom vorherigen Praktikum. In diesem Teil wurden nur die Netzwerkelemente R1, S1 und S2 wieder verwendet. Unser persönliches Ziel war es, dass wir uns vermehrt mit SIP befassen, als mit der Netzwerkkonfiguration. Diese hatten wir schon in der Vorarbeit so eingerichtet, dass wir direkt die SIP-Komponenten einbauen konnten. Mit der VMware Bridge konnten wir den virtuellen Server mit dem lokalen Netz verbinden und gleichzeitig vom PC 2 aus, den Datenverkehr mit Wireshark aufzeichnen. Abbildung 3-1: Kompletter Netzwerkplan Michael Hotz Seite 12 von Dezember 2012

13 3.1 Konfiguration Wie schon erwähnt, bestand die Routerkonfiguration für das Netz schon. Wir mussten lediglich Einstellungen in FreePBX vornehmen, um das ganze zum Laufen zu bringen. In der Extension wurden folgende SIP-Benutzerkonten registriert: Alle anderen Einstellungen wurden in den Standardeinstellungen belassen. Über FreePBX bestand die Möglichkeit eine telefonische Verbindung mit reinvite einzustellen, damit die Datenströme nicht durch den Server flossen, sondern direkt von Teilnehmer zu Teilnehmer. Die Variante wurde für jeden Versuch untersucht und im Anhang beigelegt. Zusätzlich wurde auch die Variante mit INVITE untersucht, bei der alle Datenströme über Asterisk zum andern Teilnehmer gelangten. 4 Wireshark In Wireshark sind VoIP-Werkzeuge über den Menüeintrag Telephony verfügbar. Mit denen wurden die anschliessenden Versuche analysiert. Die Resultate wurden alle in den Abschnitten kurz zusammengefasst. Michael Hotz Seite 13 von Dezember 2012

14 5 Versuch: SIP over IPv4 Bei diesem Versuch wurde je ein Anruf von Benutzer 1001 zum Benutzer 1000 und zurück getätigt. Abbildung 5-1: Kommunikation zwischen 1000 und 1001 Anruf von Benutzer 1001 zum Benutzer 1000: Aufzeichnung in Datei: 1001_to_1000_v4_withoutREINVITE.pcap Audiocodec: G.711 PCMU Anrufdauer: s Aufgelegt durch : 1000 Anruf von Benutzer 1000 zum Benutzer 1001 mit reinvite: Aufzeichnung in Datei: 1000_to_1001_v4.pcap Audiocodec: G.711 PCMU Anrufdauer: s Aufgelegt durch : 1000 Michael Hotz Seite 14 von Dezember 2012

15 6 Versuch: SIP over IPv6 Bei diesem Versuch wurden mehrere Anrufe unter IPv6-Teilnehmer durchgeführt. Anruf von Benutzer 2000 zum Benutzer 3000: Aufzeichnung in Datei: 2000_to_3000_v6_withoutREINVITE.pcap Audiocodec: G.711 PCMU Anrufdauer: s Aufgelegt durch : 3000 Anruf von Benutzer 4000 zum Benutzer 3000: Aufzeichnung in Datei: 4000_to_3000_v6_withoutREINVITE.pcap Audiocodec: G.711 PCMU Anrufdauer: s Aufgelegt durch : 3000 Anruf von Benutzer 4000 zum Benutzer 3000 mit reinvite: Aufzeichnung in Datei: 4000_to_3000_v6.pcap Audiocodec: G.711 PCMU Anrufdauer: s Aufgelegt durch : 3000 Anruf von Benutzer 2000 zum Benutzer 4000 mit reinvite: Aufzeichnung in Datei: 2000_to_4000_v6.pcap Audiocodec: G.711 PCMU Anrufdauer: s Aufgelegt durch : 2000 Alle Tests verliefen einwandfrei. Obwohl die ersten beiden Verbindungen ohne ein reinvite durchgeführt wurden, konnte man im Wireshark keinen Unterschied erkennen ob die Daten über Asterisk oder direkt von Teilnehmer zu Teilnehmer versandt wurden. Die Anrufdauer von zweiten Anruf war leider zu kurz, deshalb wurde ein zweiter Anruf durchgeführt. Dieser Unterschied wurde mit dem Vergleich von den Anrufen 2000 zu 3000 und 2000 zu 4000 mit reinvite besser deutlich. Michael Hotz Seite 15 von Dezember 2012

16 7 Versuch: SIP over IPv6 & IPv4 In diesem Abschnitt wurde ein kombinierter Anruf getätigt, um das Zusammenspielen von IPv4 mit IPv6 aufzuzeigen. Abbildung 7-1: Kommunikation zwischen 3000 und 1001 Anruf von Benutzer 3000 zum Benutzer 1001: Aufzeichnung in Datei: 3000_to_1001_v6TOv4.pcap Audiocodec: G.711 PCMU Anrufdauer: s Aufgelegt durch : 1001 Die Verbindung konnte nicht über reinvite erfolgen, weil der Benutzer mit der Nummer 1001 nur mit IPv4-Adressen arbeiten konnte. Die Kapselung von IPv4-Paketen auf IPv6-Pakete und umgekehrt übernahm Asterisk. Die Verbindung verlief einwandfrei. Michael Hotz Seite 16 von Dezember 2012

17 8 Versuch: Linphone to Linphone (Ohne AsteriskNOW) Zusätzlich gab es die Möglichkeit eine Verbindung direkt von einem Linphone-Benutzer zu einem andern Linphone-Benutzer zu aufzubauen. Abbildung 8-1: Kommunikation zwischen alice und bob über Linphone Anruf von Benutzer alice zum Benutzer bob: Aufzeichnung in Datei: Alice195_to_Bob198_direct.pcap Audiocodec: speex Anrufdauer: s Aufgelegt durch : bob Der Verbindungsaufbau und die Datenübermittlung wurden komplett von der Software übernommen. Michael Hotz Seite 17 von Dezember 2012

18 9 Fazit Am Anfang mussten wir mit einigen Komplikationen kämpfen, die in Kombination mit DHCP und Neigbour-Discovery zusammenhingen. Diese wurden nach kurzen Recherchen im Internet mit den Befehlen netsh interface ipv6 set.. im Kommandozeilenprogramm gelöst. Es war ein Umdenken notwendig, weil wir nicht nachvollziehen konnten, wieso das DHCP mit IPv6 nicht so eingerichtet werden konnte wie bei IPv4. Schlussendlich wurde nach einigen Wireshark- Scans und Internetrecherchen klar, dass sich die Netzwerkteilnehmer bei IPv6 automatisch über das Neighbor-Discovery selbst konfigurierten. Und genau das galt es dann zu unterbinden. Mit IPv6 ist es möglich ohne eine Telefonanlage über Teilnehmer zu kommunizieren, ohne dass dabei ein Server oder ein DNS-Server helfen muss. Anfangs wollten wir noch einige Versuche machen, bei denen wir die Netzwerklast hätten untersuchen können, dies war uns letztendlich nicht mehr möglich, weil wir uns tiefer mit der Materie hätten beschäftigen müssen und weil diese zusätzlich Aufgabe den Rahmen der Arbeit gesprengt hätte. Gemäss unserer Ansicht sind Softphones wie Linphon die Zukunft der Internettelefonie, sie benötigen keinen DNS- oder ENUM-Dienst und nutzen die eindeutigen IPv6-Adressen vollständig aus. Michael Hotz Seite 18 von Dezember 2012

19 10 Schlusswort Gemäss den abschliessenden Tests ist das Praktikum vollständig gelungen. Wir konnten uns nochmals tiefer mit der Materie befassen und uns durch anregenden Fragen und Diskussionen mit dem Betreuer und den Partnerteams weiterentwickeln. Interessanterweise existiert noch kein Betriebssystem das voll mit IPv6 arbeitet. Wir hoffen, dass es in naher Zukunft möglich sein wird, dass man VoIP zu 100% mit IPv6 nutzen kann, ohne dass alte IPv4-Module umsonst ins Betriebssystem geladen werden. Die Einarbeitung mit dem Buch IP-Telefonie mit Asterisk, von Rolf Ackermann und Hans Peter Dittler hat uns als Einstige sehr geholfen. Für das Buch und für die zwei Headsets, die wir während des Praktikums nutzen konnten, danken wir Beat Bigger. Zusätzlich danke wir Michal Heddinger, der uns das snom m9 für das Praktikum zur Verfügung gestellt hat. 11 Bildverzeichnis Abbildung 1-2: Aufbau und Abbruch eines Anrufes über SIP... 5 Abbildung 1-1: Registrierung eines Benutzers über SIP... 5 Abbildung 2-1: snom Abbildung 2-2: snom m9 mit Basisstation Abbildung 2-3: AsteriskNOW im Einsatz Abbildung 3-1: Kompletter Netzwerkplan Abbildung 5-1: Kommunikation zwischen 1000 und Abbildung 7-1: Kommunikation zwischen 3000 und Abbildung 8-1: Kommunikation zwischen alice und bob über Linphone Anhang - Konfigurationsdateien: o 1000_to_1001_v4.pcap o 1001_to_1000_v4_withoutREINVITE.pcap o 2000_to_3000_v6_withoutREINVITE.pcap o 2000_to_4000_v6.pcap o 3000_to_2000_v6.pcap o 4000_to_3000_v6.pcap o 4000_to_3000_v6_withoutREINVITE.pcap o 3000_to_1001_v6TOv4.pcap o Alice195_to_Bob198_direct.pcap - Netzwerkplan Michael Hotz Seite 19 von Dezember 2012

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