IT-Initiative der AOK für effiziente Selektivverträge

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1 IT-Initiative der AOK für effiziente Selektivverträge Dienstag, 28. Juni 2011, Berlin Pressegespräch AOK-Bundesverband Statement Karsten Knöppler Leiter des Geschäftsbereiches gevko der AOK Systems GmbH Herr Dr. Reichelt hat Ihnen erläutert, warum die AOK-Gemeinschaft die Initiative für eine effizientere Unterstützung von Selektivverträgen ergriffen hat. Nun geht es darum, was die gevko praktisch als Dienstleistung anbietet, um einen Standard für den Bereich der Selektivverträge zu etablieren. Bisher gab es für fast jeden Vertrag eine eigene Umsetzung in der IT der beteiligten Vertragspartner: Unterschiedlichste Datenaustauschformate, Datenträger und Softwareinstrumente wurden eingesetzt. Die gevko geht anders an die Sache heran. Wir ermöglichen es den Softwarehäusern, Funktionen oder Module einmalig zu programmieren. Diese Standards können dann für viele Versorgungsverträge genutzt werden. Und wir ermöglichen es den Herstellern, die notwendigen Funktionen oder Module eigenständig zu programmieren. Die Softwarehäuser müssen keine fremden Softwareelemente integrieren. Deshalb lohnt es sich für die Hersteller, aber auch für die Krankenkassen, selbst kleine Verträge in der Praxissoftware abzubilden. Den Ärzten erleichtert dies im Praxisalltag die Patientenverwaltung, die Arzneimittelverordnung, das Abrechnen oder die Dokumentation und Qualitätssicherung innerhalb ihres Vertrages mit einer Krankenkasse.

2 Die gevko stellt den Softwareherstellern in einem geschützten Internetportal die technischen Voraussetzungen und im Auftrag der jeweiligen AOK die Vertragsinhalte in Form sogenannter Regeldatensätze zur Verfügung. Die Umsetzung durch die Hersteller wird anschließend durch die gevko zertifiziert. Diese Leistungen sind für die Softwarehersteller kostenlos. Erprobt wird die gevko-schnittstelle ab Juli im Rahmen der AOK-Verträge zur hausarztzentrierten Versorgung in Niedersachsen und in Thüringen. Die Abbildung weiterer Verträge befindet sich in der technischen Umsetzung Zum Start stehen Module für die Vertragsdaten und das Arzneimittelmanagement zur Verfügung. Stufenweise gehen weitere Funktionen, wie zum Beispiel Verordnungsmanagement, Teilnehmerverwaltung, Abrechnung oder Qualitätsindikatoren in den Praxistest. Über das Portal könnten künftig auch Leistungs-, Abrechnungs- und Dokumentationsdaten zwischen Arztpraxis und Krankenkassen abgewickelt werden. Die spezifischen datenschutzrechtlichen Anforderungen, die für Sozialdaten gelten, werden dabei selbstverständlich eingehalten. Eine Annahme, Verteilung und ggf. Verarbeitung solcher Daten erfolgt nur im Rahmen der betreffenden Regelungen im Sozialgesetzbuch ( 80 SGB X). Die zuständigen Datenschutzbeauftragten auf Landes- und Bundesebene sind in unser Projekt eingebunden. Schnittstelle ermöglicht Standardisierung Die wesentliche Aufgabe der gevko ist es, technisch eine Schnittstelle zu den Herstellern von Arztinformationssystemen (AIS) zu definieren, mit deren Hilfe sich wesentliche Inhalte und Anforderungen von unterschiedlichen Versorgungsverträgen standardisiert beschreiben lassen. Die AIS-Hersteller werden damit in die Lage versetzt, die Schnittstelle selbständig in ihren Produkten umzusetzen. Dadurch können Funktionen und Prozesse des jeweiligen Versorgungsvertrags einfach in der IT des Arztes abgebildet werden, zum Beispiel die Verwaltung von Teilnehmern, die Abrechnung von vertraglichen Leistungen, die Unterstützung von vereinbarten Aktivitäten im Bereich des Versorgungsmanagements oder die Datenübermittlung. Die gevko-schnittstelle ist modular aufgebaut. Wir entwickeln die Module schrittweise und setzen sie nach und nach um. gevko-module gibt es bereits für die Vertragsdaten, das Arzneimittelmanagement, für die Gebührenordnung, für die Kodierrichtlinien, für die Datenübermittlung oder zur Formularverwaltung. An weiteren Modulen, zum Beispiel zur Teilnehmerverwaltung, zur Abrechnung, zum Verordnungsmanagement und zur Qualitätssicherung arbeiten wir derzeit. Alle Module wurden und werden in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der IT-Hersteller im Gesundheitswesen (BVitG e.v.) im Rahmen eines Review- Verfahrens überprüft und vereinbart.

3 Das schrittweise Implementieren der Module ist problemlos möglich, da die Hersteller durch die Standardisierung Anpassungen und Aktualisierungen wesentlich einfacher und schneller in ihre AIS-Produkte einbauen und den Ärzten zum Beispiel über die regelmäßigen Updates zur Verfügung stellen können. Vertragsspezifische Schnittstelleninformationen Die Schnittstellenbeschreibung selbst enthält keine Versorgungsinhalte der jeweiligen Verträge. Die konkrete Ausprägung der Schnittstelle hängt von den Inhalten und den Funktionserfordernissen des jeweiligen Versorgungsvertrages ab. Die vertragsspezifischen Ausprägungen müssen deshalb jeweils festgelegt werden. Dazu gehören beispielsweise die im einzelnen Vertrag festgelegten Teilnahmebedingungen, Ein- und Ausschlusskriterien, Abrechnungsziffern und -regeln, Vorgaben zur Datenübermittlung und -verschlüsselung, zum Verordnungs- und Versorgungsmanagement sowie zu vertragsspezifischen Einschreibeunterlagen und Dokumentationserfordernissen. Die gevko unterstützt die Krankenkassen daher beim Übersetzen der versorgungsvertraglichen Inhalte in den technischen Standard der Schnittstelle. Dies erfolgt einerseits in Form von Regeldatensätzen, die in die Softwaremodule geladen werden müssen. Andererseits kommen auf dem Rückweg aus den Softwaremodulen der Leistungserbringer vereinbarte Dokumentations- und Abrechnungsdaten zurück. Zertifizierung Eine weitere Aufgabe der gevko ist die Zertifizierung. Wir prüfen, wie die Hersteller das Implementieren in die jeweilige Praxissoftware umgesetzt haben, und bestätigen eine richtige Umsetzung durch unsere Zertifikate. Um den Aufwand für beide Seiten so gering wie möglich zu halten, zertifizieren wir das korrekte Umsetzen von Funktionen und nicht von einzelnen Versorgungsverträgen. Der Vorteil: Hat ein Hersteller das richtige Implementieren einer Funktion nachgewiesen, gilt die damit verbundene Zertifizierung für alle Verträge, die diese Funktion beinhalten. Eine Zertifizierung für jeden Einzelvertrag ist nicht mehr nötig. gevko-portal zum Informationsaustausch Für einen einfachen und aktuellen Informationsaustausch betreibt die gevko ein Internetportal. Das Portal umfasst einen öffentlichen Bereich mit jedermann zugänglichen Informationen und einen geschützten Bereich mit Informationen, die nur bestimmten Nutzergruppen zugänglich sind.

4 Ärzte können sich beispielweise informieren, ob ein bestimmter Versorgungsvertrag von ihrem Softwarehersteller unterstützt wird. Registrierte AIS-Hersteller können Schnittstellendefinitionen, vertragsspezifische Schnittstellenbeschreibungen oder Zertifizierungsunterlagen herunterladen. Auch ein Austausch von Leistungs-, Abrechnungs- und Dokumentationsdaten zwischen Arztpraxis und Krankenkassen ist theoretisch über das Portal möglich, aber erst langfristig vorgesehen. Das gilt auch für neuartige Vertragsmodelle, die einen erfolgsorientierten Vergütungsansatz ( pay for performance ) enthalten. Vorteile für alle Beteiligten Erfolgreich kann die gevko nur sein, wenn unsere Standardisierung allen Beteiligten zum Vorteil gereicht. Wir sind sicher, dass die gevko-schnittstelle ein Projekt ist, von dem alle Seiten profitieren. Die Ärzte profitieren,... weil sich ihr Verwaltungsaufwand für Selektivverträge deutlich verringert, da wesentliche Prozesse durch die IT unterstützt werden. weil auch das Mitmachen bei kleinen Verträgen mit geringerer Teilnehmerzahl handhabbar ist und sich lohnt. weil sie nicht mehr für einzelne Selektivverträge zusätzliche Softwareprogramme benötigen: Die Vertragssoftware kommt aus einer Hand vom eigenen Dienstleister und läuft technisch stabil. weil sie nicht auf eine bestimmte Vertragssoftware festgelegt sind. Sie können zwischen allen von der gevko zertifizierten AIS-Softwarelösungen wählen. weil der Ablauf und das Regelwerk über das gevko-internetportal transparent und nachvollziehbar ist. Die Softwarehäuser profitieren,... weil sie keine fremde Software mehr in ihre Produkte einbauen müssen. weil sie ihren Kunden alle Funktionen aus einer Hand anbieten können. weil sie nach einmaliger Programmierung über die Schnittstelle viele unterschiedliche Verträge abbilden können. weil keine vertragsindividuellen Programmierungen, zum Beispiel in Bezug auf Funktionen, Prozesse, Datensatzformate nötig sind. weil das Verfahren Kosten senkt, das Produktportfolio verbessert und die Attraktivität des Unternehmens am Markt steigert. weil die Schnittstellen-Architektur technisch flexibler ist und stabil läuft.

5 weil durch die Standardisierung Anpassungen wesentlich einfacher und schneller implementiert werden können. Die Krankenkassen profitieren,... weil eine effiziente IT-Unterstützung dafür sorgt, dass die Versorgungsverträge nicht als Papiertiger enden, sondern die vereinbarten Inhalte auch umgesetzt werden. weil sich der Verwaltungsaufwand erheblich reduziert. weil dank der Standardisierung neue Versorgungsverträge deutlich schneller umgesetzt werden können. weil sich dank der geringen Implementierungskosten auch kleinere Versorgungsverträge lohnen. weil die Möglichkeiten der gevko-schnittstelle nicht auf die klassische Funktion der Abrechnung begrenzt ist, sondern weitere selektivvertraglich vereinbarte Geschäftsprozesse in der Arztpraxis unterstützen kann. weil sie ihrem gesetzlichen Auftrag für ein Versorgungsmanagement einfacher nachkommen können. weil sie Finanzmittel sorgsam einsetzen und damit dem Wirtschaftlichkeitsgebot entsprechen.

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