Aufgabe 1: Berechnung der Anzahl Aktien Anzahl Ausgegebene Aktien Issued shares 300,000

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1 IAS 33 Ergebnis je Aktie Lösungen Aufgaben Aufgabe 1: Berechnung der Anzahl Aktien Anzahl Ausgegebene Aktien Issued shares 300,000 Abzüglich zurückgekaufte Aktien (eigene Aktien)Treasury stock (Own shares) -50,000 = Ausstehende Aktien Outstanding shares 250,000 Zurückgekaufte Aktien (eigene Aktien) sollen nicht in die Berechnung einbezogen werden, da sich der Konzern sinnvollerweise keine eigenen Dividenden bezahlt (nicht zuletzt zur Vermeidung der Besteuerung). Falls diese an Tochtergesellschaften bezahlt würden, weil die Aktien von diesen gehalten werden, wären diese konzerninternen Dividenden in der Konsolidierung wieder zu eliminieren. Aufgabe 2: Gewichteter Durchschnitt der ausstehenden Aktien Falls sich die Anzahl der ausstehenden Aktien während des Jahres verändert hat, ist ein gewichteter Durchschnitt zu berechnen. Änderungen während des Jahres können entstehen aus: - Aktienkapitalerhöhungen der Holding (Emission neuer Aktien) - Aktienrückkäufe über Börse oder von einzelnen Investoren (z.b. auch Pensionskassen) durch die Holding oder eine Tochtergesellschaft - Wiederausgabe eigener Aktien - Wandel von Aktienklassen - Gratiskapitalerhöhung (Split) oder umgekehrt (Reverse split, Konsolidierung) Dies hätte aber keinen Einfluss auf den Durchschnitt, man würde die neue Zahl der Aktien für die gesamte Periode verwenden und sogar die Vorjahreszahl aufgrund der neuen Anzahl Aktien zeigen (IAS 33p64) - Einlösung von Wandel- und Optionsrechten (z.b. aus Anleihen) - Kapitalherabsetzung - usw. Aufgabe 3: Aktienkategorien bzw. -klassen Oft bestehen verschiedene Aktienklassen kombiniert: Stimmrechtsaktien (Common shares) = Stammaktien - evtl. verschiedene Nennwerte (unterschiedliche Stimmkraft pro eingesetztes Kapital) - evtl. verschiedene Dividendensätze Stimmrechtslose Aktien (Non-voting shares) - Partizipationsscheine - Genussscheine Vorzugsaktien (Preference shares oder Preferred stock) - z.b. Vorzug bezüglich Dividenden Aktien können auch in kotierte und nicht kotierte Titel unterschieden werden. Seite 1/6

2 Normalerweise werden die Dividenden für Vorzugsaktien als Aufwand verbucht, d.h. praktisch wie Zinsaufwand behandelt (IAS 33p12 und 13). Aufgabe 4: Titelkategorien mit verschiedenen Nennwerten Bei Vorliegen von verschiedenen Nennwerten sind diese gleichnamig zu machen: Titelkategorie Anzahl Nennwert in CHF Kapital in CHF Namenaktien NA 2, ,000,000 Inhaberaktien IA 10, ,000,000 Partizipationsscheine PS 100, ,000,000 Total nominelles Kapital 3,000,000 Dieses Kapital entspricht für die Berechnung pro Aktie entweder 6,000 Namenaktien (CHF 3,000,000 geteilt durch CHF 500), 30,000 Inhaberaktien oder 300,000 PS. Aufgabe 5: Berechnung des Gewinnes (Nenner) Der Netto-Konzerngewinn (-verlust) wird als Ausgangsbasis für die Berechnung verwendet. Dieser versteht sich nach Abzug (Aufrechnung) von - Ertragssteueraufwand (-ertrag) inkl. latenter Steuern - Netto(equity)-Verluste (-Gewinnen) von nicht-konsolidierten Beteiligungen - Gewinnen (Verlusten) von Minderheitsaktionären an voll konsolidierten Tochtergesellschaften. Diese sind nach der Interessentheorie als Aufwand (bzw. Ertrag) abzuziehen (bzw. zu addieren). Aufgabe 6: Offenlegung in der Konzernerfolgsrechnung und im Konzernanhang Offenzulegen sind im Anhang der Konzernrechnung nach IAS 33p66: - Basis der Berechnung des unverwässerten und verwässerten Gewinnes je Aktie. Anzahl durchschnittlich ausstehende Aktien, welche für beide Kennzahlen verwendet wurde inkl. Überleitung der beiden Aktienzahlen. Konzern(jahres)gewinn, welcher für beide Kennzahlen verwendet wurde inkl. Überleitung der verwendeten Gewinne zum ausgewiesenen Konzerngewinn - Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, die diese Berechnung beeinflussen - Gewinn pro Aktie inkl. Vorjahr. unverwässert (Primary earnings per share). verwässert (Fully diluted earnings per share) möglichst am Fusse der Konzernerfolgsrechnung. Die Kennzahl muss auch ausgewiesen werden, wenn die Zahl negativ ist (Loss per share) - Vorjahresvergleich IAS 33 Seite 2/6

3 Aufgabe 7: Verwässerung Verschiedene Gesellschaften sind Verpflichtungen eingegangen, die zu einer Verwässerung ihrer Aktienanzahl führen können. Es handelt sich demzufolge um komplexe Kapitalstrukturen. Eine Verwässerung ist z.b. möglich durch die Einlösung von Wandel- und Optionsrechten aus: - Vorzugsaktien mit Wandelrecht in normale Aktien (Convertible preference shares) - Wandelanleihen mit Wandelrecht in normale Aktien (Convertible debt) - Optionsanleihen mit Optionsrecht für normale Aktien (Options, Warrants) - Optionen zum Kauf von Aktien (z.b. für leitende Mitarbeiter) (Employee stock option plans, abgekürzt ESOP) - Ausübung von Mitarbeiteroptionen Für die Einlösung dieser Rechte können Aktien ausgegeben werden aus: - Vorratsaktien - eigenen zurückgekauften Aktien - Kapitalerhöhung (z.b. aus bedingter Kapitalerhöhung) (Vgl. auch IAS 32p33 Eigene Aktien). Diese ausgegebenen Rechte müssen dann in die Berechnung des verwässerten Gewinnes je Aktie einbezogen werden, wenn ihre Umwandlung in Stammaktien den Gewinn je Aktie der weiterzuführenden Geschäfte (Continuing ordinary operations) reduzieren würde. Sie schmälern dann das Gewinnpotential der bestehenden Aktionäre bzw. deren Dividendenpotenzial. Sie führen damit zu einer Verwässerung (Dilution) ihrer Rechte. Der zukünftige Gewinn bzw. der Wert des Eigenkapitals muss auf mehr Aktionäre verteilt werden. Die Ausübung der Optionen hängt ab von zukünftigen Ereignissen (z.b. Aktienkurs, Entscheid des Optionsinhabers). Bei der Berechnung des verwässerten Gewinnes je Aktie spielt die Wahrscheinlichkeit der Ausübung der Rechte jedoch keine Rolle. Es muss immer der "schlimmstmögliche" Fall, d.h. die Ausübung sämtlicher noch nicht ausgeübter Rechte angenommen werden. Fallstudien Fallstudie 1: Gewinn pro Aktie bei einfacher Kapitalstruktur CHF 96,200,000 Gewinn pro Aktie 2007 = = CHF pro Aktie 2,640,000 Namenaktien CHF 183,000,000 Gewinn pro Aktie 2008 = = CHF pro Aktie 2,640,000 Namenaktien Ausweis am Fusse der Konzernerfolgsrechnung: Gewinn pro Aktie in CHF (unverwässert und verwässert) IAS 33 Seite 3/6

4 Fallstudie 2: Gewinn pro Aktie bei eigenen Aktien Berechnung durchschnittlicher Anzahl ausstehender Aktien: Ausgegebene Anzahl Aktien (nominelles Aktienkapital) 854, ,000 abzüglich: Anzahl zurückgekaufte (Eigene) Aktien -76,184-50,244 (genau genommen müsste hier aber der genaue Rückkaufzeitpunkt berücksichtigt werden) Durchschnittlich während dem Jahr ausstehende Aktien 777, ,756 Berechnung des Konzerngewinnes nach Minderheiten: Die Konzernerfolgsrechnung zeigt folgendes Bild in TCHF Konsolidierter Jahresgewinn nach Ertragssteuern (inkl. Minderheitsanteile) 5,966 5,022 Abzüglich den Minderheiten zustehender Jahresverlust (-gewinn) von vollkonsolidierten Tochtergesellschaften Konsolidierter Jahresgewinn (nach Minderheiten) 5,718 5,164 Gewinn pro Aktie (unverwässert und CHF 5,718,000 verwässert) 2008 = = CHF ,816 Gewinn pro Aktie (unverwässert und CHF 5,164,000 verwässert) 2007 = = CHF ,756 Fallstudie 3: Verwässerung durch Wandelanleihe 1. Wie viel beträgt der unverwässerte Gewinn pro Aktie (Basic earnings per share)? CHF 5,300,000 Gewinn pro Aktie (unverwässerte) = = CHF ,885 Aktien 2. Wie viel potentielle Aktien würden aus einer Wandlung aller Wandelobligationen in Aktien entstehen? Aus 15,000 Obligationen können 5,000 potenzielle Aktien gewandelt werden. 3. Um wie viel würde der Konzerngewinn zunehmen bei der obigen Wandlung? Der Zins von CHF 1.2 Mio ist steuerlich absetzbar. Falls der Zins von CHF 1,200,000 als Aufwand wegfällt, würde die Steuern darauf um 25%, d.h. um CHF 300,000 zunehmen. Der Nettoeffekt der Wandlung wäre somit eine Gewinnzunahme von netto CHF 900,000 (CHF 1.2 Mio CHF 0.3 Mio). 4. Wie viel ist der verwässerte Gewinn pro Aktie (Diluted earnings per share)? CHF 5,300,000 + CHF 900,000 CHF 6,200,000 Gewinn pro Aktie = = = CHF 9.10 verwässert 678,885 Aktien + 5,000 Aktien 683,885 Aktien IAS 33 Seite 4/6

5 Fallstudie 4: Marcom Holding den Holdingaktionären ausbezahlte Dividende 1. Pay-out ratio = den Holdingaktionären zustehender konsolidierter Gewinn (konsolidierter Jahresgewinn minus den Minderheiten zustehender Gewinn) 2. Eigenkapitalrendite inkl. Minderheiten = = = 39.4% konsolidierter Jahresgewinn = = = 23.9% Durchschnittliches Eigenkapital ,136 1, Durchschittliche Anzahl ausstehnder Aktien Durchschnitt IA 900,000 1,000,000 1,000, ,000 NA 900, , , , Gewinn pro Inhaberaktie Durchschnittliche Anzahl IA 950,000 zu CHF 500 entsprechend 950,000 x 5 Aktien zu CHF 100 4,750,000 NA 900,000 zu CHF ,000 Anzahl Aktien zu CHF 100 total 5,650,000 Konsolidierter Jahresgewinn abzüglich Minderheitsanteil den Holding-Aktionären zustehender Gewinn CHF 243 Mio - CHF 25 Mio CHF 218 Mio CHF 218,000,000 pro Aktie zu CHF 100 = = CHF ,650,000 pro Inhaberaktie zu CHF 500= 5 x CHF = CHF IAS 33 Seite 5/6

6 5. Agio Kapitalerhöhung inkl. Agio für 100,000 IA zu CHF 500 (= Nennwert) Agio total CHF 102 Mio - CHF 50 Mio CHF 52 Mio pro Aktie = CHF 52,000,000 = CHF ,000 IA 6. Price / Book Ratio IA 1,000,000 zu CHF 1,420 = CHF 1,420 Mio NA 900,000 zu CHF 275 = CHF 247 Mio Börsenkapitalisierung CHF 1,667 Mio Eigenkapital CHF 1,136 Mio CHF 1,667 Mio Price / Book Ratio = = 147% CHF 1,136 Mio Fallstudie 5: Eigene Aktien für Mitarbeiter 1.a. Berechnung Anzahl Aktien für unverwässerten Gewinn pro Aktie gemäss IAS 33p12 ff. (Basic) Gewichteter Durchschnitt der ausstehenden Aktien (in Tausend Stück)= (1,700x5/12) + (2,500x1/12) + (2,550x5/12) + (2,300x1/12) = , = 2,171 1.b. Berechnung Anzahl Aktien für verwässerten Gewinn pro Aktie gemäss IAS 33p31 f. (Diluted) Aktien, die bedingt als ausstehend gelten, werden in die Berechnung einbezogen, wenn die Bedingungen erfüllt sind. Sie sollten von Anfang Jahr an einbezogen werden. Falls die Bedingungen nicht erfüllt sind, werden sie Ende der Bedingungsperiode berechnet. Verwässerte gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Tausend Stück) = 2, x6/ x12/12= 2, = 2,696 Die 50 beziehen sich auf das Dienstaltersgeschenk am und die 500 auf die Annahme, dass die berechtigten Mitarbeiter mindestens 10 Jahre bleiben (10x50). 2.a. Gewinn pro Aktie normal (Basic) CHF 20,000,000 Gewinn pro Aktie 2008 = = CHF 9.20 pro Aktie unverwässert 2,171,000 Aktien 2.b. Gewinn pro Aktie verwässert (Diluted) CHF 20,000,000 Gewinn pro Aktie 2008 = = CHF 7.40 pro Aktie verwässert 2,696,000 Aktien IAS 33 Seite 6/6

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