Compliance Die neuen Spielregeln der Veranstaltungswirtschaft. Prof. Dr. Peter Fissenewert. 6. März 2013 Business Travel MICE Day

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1 6. März 2013 Business Travel MICE Day

2 2 Interessenlage 2005: gering Interessenlage heute: extrem gestiegen Eine Studie aus dem Jahr 2011 zum Thema Erfolgsfaktoren im Mittelstand zeigt, dass das Thema Compliance-Management-Systeme im Mittelstand erfreulicherweise immer wichtiger wird. Zwar haben nur 48 % der Umfrageteilnehmer ein entsprechendes System implementiert, aktuell planen aber 18 %, in Kürze ein Compliance-Management-System einzuführen (Deloitte, Studie Compliance im Mittelstand 2011, 5).

3 3 Ursachen für gestiegenes Interesse: Bisher: Vermeidung bzw. Reduzierung von Haftungsrisiken und Korruptionsverstößen Neu: Imagevorteil, Wettbewerbsvorteil

4 4 Neue Herausforderungen: Business as usual wird es nicht mehr geben. Gefahren lauern auch in der Veranstaltungsbranche. Mancher verstößt gegen Gesetze, ohne es zu wissen. Compliance-Management wird immer wichtiger. Die neuen Regeln stellen fast alle herkömmlichen Veranstaltungsformate in Frage, insbesondere: VIP-Logen / Hospitality Veranstaltungen, Kongresse mit Beiprogramm Fam-Trips Hosted-Buyer-Programme Incentives

5 5 Neue Herausforderungen: Der UK Bribery Act in England ist das weltweit härteste Gesetz gegen Bestechung. Betroffen sind alle Firmen, die eine geschäftliche Verbindung zu Großbritannien haben, also auch deutsche Unternehmen. Sie müssen nachweisen, dass ihre Prozesse allen Antikorruptionsgesetzen nachkommen. Sonst drohen harte Strafen. Den wenigsten Travel Managern und Veranstaltungsplanern ist bewusst, dass schon übliche Kundenevents unter den UK Bribery Act fallen können.

6 6 Neue Herausforderungen: Experten sprechen mit Blick auf die Budapester Sex-Sause von Non-Compliance: Verstöße gegen Gesetze und Regeln, die erstens dem Ansehen der Firmen schaden. Und die zweitens gegen Recht, Gesetz und Kodize verstoßen. Vorgänge wie die Ergo-Incentive-Tour gehören ebenso dazu wie Bestechung, Bilanzfälschung oder Betrug. Konzerne wie Siemens, Eon oder SAP wurden wegen Fehlverhaltens zu Strafen in Höhe mehrerer Hundert Millionen Euro verurteilt. Und der deutsche Knopfhersteller Prym ging nur deshalb nicht pleite, weil die EU eine Kartellstrafe von 40,5 auf 15,5 Mill. Euro reduziert hatte.

7 7 Was bedeutet Compliance? Ursprung: Medizin/Compliance-Kultur im anglo-amerikanischen Raum Compliance-Kultur im deutschen juristischen-/betriebswirtschaftlichen Rechtsraum als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise sowie prominenter Skandalfälle Deutscher Corporate Governance Kodex (DCGK): Art und Weise, Unternehmen ethisch einwandfrei und verantwortungsvoll zu führen und zu überwachen Verpflichtung für Vorstand und Aufsichtsrat einer AG

8 8 Compliance und deren Zweck Definition Compliance 24/7 Die Einhaltung von Regeln und Gesetzen ist nicht dem Zufall, individuellem Engagement oder partiellen Interessen zu überlassen, sondern einer umfassenden Compliance-Architektur 24/7, verbunden mit den gesamten internen wie externen Unternehmens-verbindungen.

9 9 Die sieben Compliance Todsünden 1. Compliance ist alter Wein in neuen Schläuchen, ein Modethema, das bald vorüber geht. 2. Wir haben wichtigere Themen, als uns mit Compliance zu befassen. 3. Compliance ist lästiges Übel, das uns nur am Geschäftemachen hindert.

10 10 Die sieben Compliance Todsünden 4. Preise und Rabatte mit anderen Firmen derselben Branche abzustimmen, machen die anderen doch auch. 5. Manchmal muss man schmieren. 6. Wir haben doch schon alle möglichen Richtlinien eingeführt. 7. Wenn etwas passiert, trifft es ja nicht mich als Manager, sondern das Unternehmen.

11 11 Die sieben Compliance Bremsen 1. Wir machen das schon passend. 2. Bitte keine Berichte an die Leitung. 3. Wollen Sie Umsatz oder Compliance? 4. Haben wir immer schon so gemacht. 5. Nur nicht erwischen lassen. 6. Wird schon nichts passieren. 7. Ist bisher immer gut gegangen

12 12

13 13 Wertschöpfung / Imagevorteil Schaffung von Transparenz Schaffung klarer Organisationsstrukturen Unternehmen als Wertegemeinschaft Der einzelne Mitarbeiter findet sich als Teil einer Wertegemeinschaft wieder Compliance-Service für Kunden schafft völlig neues Vertrauen

14 14 Wertschöpfung / Imagevorteil Soziale und gesellschaftliche Verantwortung/Abheben im Außenauftritt des Unternehmens im Gegensatz zu Wettbewerbern Marketing: Tue Gutes und rede darüber Wir sind Vorreiter, wir wissen, wie es geht Nachhaltigkeit Verantwortung Transparenz

15 15 Aufbau eines Compliance-Management-Systems (intern) Entscheidungsfindung (grundsätzlich/alles/tone from the top) Welche Richtlinien existieren bereits, welche Richtlinien müssen noch geschaffen werden? Wer ist verantwortlich für die Umsetzung? Compliance-Officer (gegebenenfalls extern) Handbuch/Code of conduct Schulungen Gegebenenfalls Ombudsperson/Whistleblowing

16 16 Aufbau eines Compliance-Management-Systems (extern) Wie kann ich den Kunden bestmöglich compliant unterstützen? (wie vermeide ich den Verdacht der Korruption bei Gästen und Kunden und schütze die Reputation? / Wie lade ich ein und bewirte Wirtschaftsvertreter, Amtsträger und Sponsoren compliant?) Überprüfung auf Kodex-Konformität Bereitstellung eigener oder externer Compliance-Experten? Elektronisches Event- und Ticketmanagement Welche Richtlinien existieren bereits beim Kunden? Hat Kunde bereits Compliance? Wer ist verantwortlich für die Umsetzung?

17 17

18 18 Methoden zur Haftungsreduzierung bei Vorteilsannahme Es ist nicht richtig, lediglich feste Wertgrenzen für Geschenke oder Einladungen anzugeben. Zugleich benötigt aber jeder im Unternehmen eine Handhabe, die es ihm ermöglicht, zumindest einzugrenzen, ob ein Geschenk oder eine Einladung compliant ist. Hier hat sich ein Ampelsystem (Checkliste) bewährt, das ein erster Indikator für die Frage ist, ob und wie einzelne Handlungen oder Verhaltensweisen zu beurteilen sind.

19 19 Methoden zur Haftungsreduzierung bei Vorteilsannahme Verbotene, riskante und erlaubte Verhaltensweisen sind nachstehend wie folgt gekennzeichnet: Rote Ampel: Verbotenes Verhalten Abstand nehmen Gelbe Ampel: Riskantes Verhalten, das unter Umständen verboten sein kann. Stets vorab den Compliance-Officer konsultieren. Grüne Ampel: Erlaubtes Verhalten

20 20 Ampelsystem am Beispiel einer Einladung oder eines Events 1. Zielsetzung 2. Stellung des Adressaten 3. Anwesenheit des Einladenden 4. Beziehung zwischen den Beteiligten 5. Vorgehensweise 6. Art 7. Wert 8. Anzahl 9. Zeitpunkt

21 21 Ampelsystem am Beispiel einer Einladung oder eines Events Diese einzelnen Kriterien sind gemäß dem Ampelsystem zu überprüfen und durch ein Punktsystem zu ergänzen. Dabei entspricht Grün einem Punkt und Rot dem Wert von 5 Punkten. Gelb steht für die Werte dazwischen, also je nach Bewertung 2, 3 oder 4.

22 22

23 23 Aktuelle Veröffentlichungen zum Thema Compliance Fissenewert Compliance für den Mittelstand Terror der Tugend 6/2012 Behringer / Fabisch / Fissenewert Compliance kompakt

24 24 Rechtsanwalt Kurfürstendamm Berlin Tel.: Fax: VIELEN DANK

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