Praxisübergreifende Dokumentation der Ergebnisqualität ambulanter Psychotherapie in Bayern: Erste Ergebnisse der Pilotstudie "QS-PSY-BAY"

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1 Qualitätssicherung in der ambulanten Psychotherapie Otto-Selz-Institut für Angewandte Psychologie Mannheimer Zentrum für Arbeit und Gesundheit Prof. (em.) Dr. Werner W. Wittmann Methodenlehre, Diagnostik und Evaluation Praxisübergreifende Dokumentation der Ergebnisqualität ambulanter Psychotherapie in Bayern: Erste Ergebnisse der Pilotstudie "QS-PSY-BAY" Dietmar Kramer, Andrés Steffanowski, Andrea Fembacher, Irmgard Pfaffinger, Werner W. Wittmann

2 Ziele der Pilotstudie QS-PSY-BAY: Qualitätssicherung Erprobung eines elektronischen Instrumentes zur Qualitätssicherung Verfahrensübergreifender Ansatz zur Evaluation psychotherapeutischer Behandlungsverläufe Zeitnahe Darstellung der Veränderungen und des Behandlungserfolges im Therapieverlauf Schnelle praxisübergreifende Rückmeldung Zusatzinformationen für den Psychotherapeuten Bewertung der Langzeitstabilität von Psychotherapieergebnissen Beitrag zur Psychotherapieund Versorgungsforschung Dr. Kramer 09. Mai

3 Nicht - Ziele der Pilotstudie QS-PSY-BAY Kein Vergleich der Therapieverfahren untereinander Keine Weitergabe von personenbezogenen Daten an KV oder Krankenkassen Kein Gegenüberstellen oder Benchmarking einzelner Therapeuten gegeneinander Keine Infragestellung des Gutachterverfahrens Keine Kontrolle einzelner Therapeuten oder Patienten Kein Eingriff in die therapeutischen Entscheidungen Dr. Kramer 09. Mai

4 Prozessbeschreibung QS-PSY-BAY Dr. Kramer 09. Mai

5 Elektronische Routinedokumentation Dr. Kramer 09. Mai

6 Studiendesign von QS-PSY-BAY Naturalistische Längsschnittstude zur Ergebnisevaluation Therapieverlaufsmessungen Juni Juni 2009 Teilnehmende Therapeuten N = 217 Therapeuten Teilnehmende Patienten Befragungszeitpunkte Erstkontakt (A) Therapiebeginn (V) optional: Therapieverlängerungen (V2, V3, V4) Therapieende (E) 1 Jahres-Katamnese (K) N = Patienten Dr. Kramer 09. Mai

7 Studiendesign von QS-PSY-BAY Dr. Kramer 09. Mai

8 Stichprobenbeschreibung: Patienten, N = 1696 Alter M = 40,2 Jahre (SD = 12,3); Geschlecht: 76,8% w Hauptdiagnosegruppe N % Sonstige Diagnose (noch nicht zugeordnet; Fxx.x) 104 6,1 Leichte depressive Störungen (F32.0, F33.0, F34.1) ,6 Mittelgradige depressive Störungen (F32.1, F33.1) ,3 Schwere depressive Störungen (F32.2/3, F33.2/3) 132 7,8 Phobische Störungen (F40) 91 5,4 Sonstige Angststörungen (F41) ,4 Zwangsstörungen (F42) 35 2,1 Posttraumatische Belastungsstörungen (F43.0/1) 84 5,0 Anpassungsstörungen (F43.2, F48) 161 9,5 Somatoforme Störungen (F45) 71 4,2 Essstörungen (F50) 37 2,2 Persönlichkeitsstörungen (F60) 59 3,5 Total ,0 Behandlungsanlass sind vor allem Depressive Störungen (48,6%), gefolgt von Angststörungen (18,8%) und Anpassungs- bzw. PTSD (14,5%) Dr. Kramer 09. Mai

9 Multipler Status-Indikator MSI Zusammenfassung aller Fragebogenskalen zur Ergebnisqualität PHQ Depression PHQ Somatische Symptome PHQ Stress PHQ Angst SEL Stimmung SEL Objektive Beschwerden SEL Subjektive Beschwerden SEL Erlebnistönung SEL Soziale Integration SEL Lebenseinstellung PPB Problembereiche MSI Dr. Kramer 09. Mai

10 Ergebnisse: Entwicklung der Effektgrößen MSI ES Erstkontakt Therapiebeginn Therapieende 1-Jahres- Katamnese N = 309 Patienten mit abgeschlossener Therapie N = Intent-To-Treat Korrigierter Effekt Dr. Kramer 09. Mai

11 Ergebnisse: Ergebnisqualität bei 1-Jahres-Katamnese Prä-Post-Effektgrößen Multipler Status-Indikator MSI, Häufigkeitsverteilung Grafische Plausibilitätskontrolle Neben einer Vielzahl von deutlich positiven Effekten werden auch einige Nulleffekte bzw. Verschlechterungen berichtet. -> Kein Hinweis auf systematische Auslassung von kritischer Verläufe! N = 309 Patienten mit abgeschlossener Therapie Effektgrößen für Vergleich zwischen Therapiebeginn und 1-Jahres Katamnese Dr. Kramer 09. Mai

12 Diskussion und Ausblick QS-PSY-BAY-Systematik konnte zur schulen-, störungs- und praxisübergreifenden Qualitätssicherung im ambulanten Bereich eingesetzt werden. Die Prä-Post-Effekte (Cohen s d) zeigen sowohl auf den Einzelskalen als auch in der zusammengefassten multiplen Ergebnisskala (MEK) beeindruckend große Effekte, die in der 1-Jahres-Katamnese stabil sind. Die Daten zeigen die Leistungsfähigkeit der ambulanten Psychotherapie und lassen sich zur Versorgungsforschung nutzen. Die Repräsentativität wird derzeit anhand von Regelversorgungsdaten überprüft, um z. B. etwaige doppelt-positive Selektionseffekte abschätzen zu können (motivierte Therapeuten und Patienten). Dr. Kramer 09. Mai

13 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Wir bedanken uns bei.. den mit viel Engagement teilnehmenden Psychotherapeutenund Psychotherapeutinnen, den Patienten und Patientinnen der Initiativgruppe bestehend aus Vertretern des Fachausschusses Psychotherapie der KVB: Dr. I. Pfaffinger E. Bruckmayer Dr. E. Auch-Dorsch Dr. F. von Heymann K. Funk Professor H. Letzel ( ) dem wissenschaftlichen Beirat bestehend aus den Experten: Prof. T. Loew Prof. Jungnitsch Prof. Henningsen Website KVB: kvb.de Kontakt: den Mitarbeitern des vdek und dessen Krankenkassen, dem Projektteam in der KVB sowie der Firma cibait für die technische Unterstützung bei der computergestützten Datenerhebung in den teilnehmenden Praxen Dr. Kramer 09. Mai

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