Die 7 Phasen des Software-Retrofit. Alte Software effektiv weiter nutzen und erweitern April 2013 Thomas Ronzon, w3logistics AG

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1 Die 7 Phasen des Software-Retrofit Alte Software effektiv weiter nutzen und erweitern 2.0 Folie April 2013

2 Wer bin ich? Thomas Ronzon seit 1993 in der Softwareentwicklung tätig seit 2000 bei w3logistics beschäftigt seit 2003 Projektleiter diverser Logistik-Projekte Folie April 2013

3 Was mache ich? Logistikberatung Durchführung verschiedener Software-Retrofit Projekte (z.b. KHS GmbH, MC-Bauchemie ) Folie April 2013

4 Inhalt Definition Software-Retrofit Die 7 Phasen des Software-Retrofit Detail-Beispiele aus der Praxis Kuriositäten Folie April 2013

5 Definition Software-Retrofit Software-Retrofit beschreibt ein Verfahren, bei dem alte Software so modernisiert wird, dass diese nicht nur wiederbelebt, sondern in ein wartbares System überführt wird. Folie April 2013

6 Wo wird Software-Retrofit angewendet? Erweiterung/Ablösung von produktionskritischen Systemen Hersteller nicht mehr am Markt oder liefert keinen Support mehr Folie April 2013

7 Was ist Software-Retrofit nicht? einfache Portierung auf neue Plattform Zusammenbasteln von Komponenten, so dass das System irgendwie läuft Verfahren zur Erstellung neuer Software Folie April 2013

8 1. Phase - Sichtung Was macht das System? Weltweit lieferndes, automatisches Ersatzteillager Was gehört zu dem System? 1 Server mit 10 Bedien-PCs, 5 Gassen Hochregallager, Barcodescanner Wer arbeitet mit dem System? 45 Mitarbeiter, Ansprechpartner Herr Müller Folie April 2013

9 1. Phase - Sichtung Wer ist Hersteller? Wie ist die Rechtslage? Meier Lagertechnik, Insolvenz vor 3 Jahren, Endkunde hat Rechte an Software inkl. Sourcen Welche Uptime muss garantiert werden? Lagerbetrieb 24/7, je Schicht 45 Minuten Pause Folie April 2013

10 2. Phase Material sammeln Dokumentation vorhanden? Dokumentation aus Bediener und Entwicklersicht vollständig? Dokumentation aktuell? Folie April 2013

11 Beispiel: Dokumentation Folie April 2013

12 Beispiel: Dokumentation Folie April 2013

13 2. Phase Material sammeln Rückendeckung der Geschäftsführung einholen Verschwiegenheit gegenüber Dritten beachten Gespräch mit Mitarbeitern Vertrauen schaffen Abläufe beobachten Leistungsträger identifizieren Folie April 2013

14 Beispiel: Material sammeln Folie April 2013

15 2. Phase Material sammeln digitale Notizen / Spuren auf dem System sammeln existierende Backups sichten Gibt es vergleichbare Systeme des Herstellers bei anderen Kunden? Arbeitsumgebung erforschen Folie April 2013

16 2. Phase Material sammeln Zugänge sichten/erforschen Welche existieren überhaupt? Suchen nach Spuren der Entwicklungsumgebung Folie April 2013

17 3. Phase Gruppieren des Materials Mindmap zeichnen Subsysteme bilden offene Fragen notieren und versuchen gezielt zu klären kritische Teile klassifizieren Folie April 2013

18 3. Phase Gruppieren des Materials Folie April 2013

19 3. Phase Gruppieren des Materials Folie April 2013

20 3. Phase Gruppieren des Materials Analyse der vorhanden Quellen und Erstellen einer Architekturdokumentation für das alte System ständig verfeinern Folie April 2013

21 3. Phase Gruppieren des Materials Folie April 2013

22 4. Phase Stabilisieren des Systems Backup einrichten (falls nicht vorhanden) Aufbau Versionsverwaltung (auch für Dokumentation) Aufbau Passwortverwaltung z. B. Keepass Wichtig: System kennenlernen! Folie April 2013

23 4. Phase Stabilisieren des Systems Verstehen der wichtigsten Datenstrukturen z. B. durch grafische Visualisierung mit Abgleich in der Realität Folie 23

24 4. Phase Stabilisieren des Systems Folie April 2013

25 5. Phase Aufbau Testsystem Ist Virtualisierung möglich? Folie April 2013

26 5. Phase Aufbau Testsystem Virtualisierung nicht möglich! Folie April 2013

27 5. Phase Aufbau Testsystem Falls keine Virtualisierung möglich ist: Klären, welche Hardware verwendet werden kann Welche Teile können nicht aufgebaut werden? (Simulation?) Folie April 2013

28 5.Phase Aufbau Testsystem 22. April 2013

29 6. Phase Definition Zwischenschritt Software-Änderung definieren Analyse der anzupassenden Teile Abbau nicht mehr benötigter Teile Berücksichtigung möglicher Wechselwirkungen ACHTUNG! Alte Hardware! Folie April 2013

30 7. Phase Inbetriebnahme Zwischenschritt Maschine einschätzen Fallbackstrategie festlegen Zeiten abstimmen Penible Vorbereitung aller Teile Lieber viele kleine, als eine große Inbetriebnahme Folie April 2013

31 Beispiele aus der Praxis Folie April 2013

32 Beispiel: Server zum Zugriff auf die DB Problem: Für Statistikauswertungen soll auf eine Datenbank zugegriffen werden, welche nur lokalen Zugriff zulässt Lösung: Implementierung eines Adapters, auf welcher mit einer Fassade zugegriffen wird Folie April 2013

33 Beispiel: Server zum Zugriff auf die DB Folie April 2013

34 Beispiel: Server zum Zugriff auf die DB Folie April 2013

35 Beispiel: Zugriff auf serielle Geräte Problem: Server steht in Produktionsumfeld, da er mit seriellen Geräte kommunizieren muss Lösung: Geräte mittels Terminalserver netzwerkfähig machen, Software mittels Software wie ttyd umlenken Folie April 2013

36 Beispiel: Zugriff auf serielle Geräte Folie April 2013

37 Beispiel: Zugriff auf serielle Geräte Folie April 2013

38 Beispiel: Zugriff auf serielle Geräte Folie April 2013

39 Beispiel: Interprozesskommunikation Alte Systeme oft System V-IPC z. B. Message Queues oder Semaphoren Vorteile: Vom Kernel unterstützt Nachteile: betriebssystemabhängig, nur auf einem Rechner lokal nutzbar Folie April 2013

40 Beispiel: Interprozesskommunikation Folie April 2013

41 Beispiel: Interprozesskommunikation Folie April 2013

42 Beispiel: Interprozesskommunikation Folie April 2013

43 Verwendung von LOG-Triggern Erstellen von Schattentabellen Trigger bei jeden Insert, Update und Delete Komplette Nachverfolgung des Datensatzes, ohne Änderung des Codes möglich Folie April 2013

44 Verwendung von LOG-Triggern Folie April 2013

45 Vorteile Software-Retrofit sanfter Umstieg auf neue Techniken keine Schulung notwendig kleines Budget zum Start genügt (fast) keine Produktionsausfälle -> geringere Gesamtkosten kurze Inbetriebnahmezeiten -> schneller Benefit Folie April 2013

46 Nachteile Software-Retrofit Kenntnisse von alten und neuen Techniken beim Projektteam notwendig Kreative Lösungen mit Weitblick gefragt Verschiebung der Kostensituation nicht für alle transparent (höhere IT, geringere Gesamtkosten) Folie April 2013

47 Kuriositäten aus dem Projektalltag Folie April 2013

48 Kuriosität: IT beschleunigt Backup Ausgangslage: MS-Access Datenbank mit manueller Sicherung auf Netzlaufwerk Mitarbeiter freuen sich, dass die IT Backup beschleunigt hat IT hat das Netzlaufwerk gelöscht! Folie April 2013

49 Kuriositäten: Fundsache Folie April 2013

50 Kuriositäten: Automatisches Lager 1 Folie April 2013

51 Kuriositäten: Automatisches Lager 2 Folie April 2013

52 Kuriositäten: Automatisches Lager 2 Folie April 2013

53 Kuriositäten: Automatisches Lager 2 Folie April 2013

54 Kuriositäten: Die Fördertechniksteuerung Folie April 2013

55 Kuriositäten: Schlauchwagen Folie April 2013

56 Kuriositäten: Schlauchwagen Folie April 2013

57 Thomas Ronzon Folie April 2013

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