Empirische Forschung. Übung zur Vorlesung Kognitive Modellierung. Kognitive Modellierung Dorothea Knopp Angewandte Informatik/ Kognitve Systeme

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1 Empirische Forschung Übung zur Vorlesung Kognitive Modellierung S. 1

2 Gliederung 1. Was ist empirische Forschung? 2. Empirie Theorie 3. Gütekriterien empirischer Forschung 4. Sammlung von Daten 5. Beschreibung von Daten 1. Variablen Definition Skalenniveaus 6. Überblick: Forschungsprozess S. 2

3 Empirische Forschung empirisch: aus dem Griechischen: auf Erfahrung beruhend Erkenntnisgewinn durch Erfahrungen Sammlung, Auswertung und Interpretation von Daten Versuchsplanung / Vorbereitung der Datenerhebung systematische Vorgehensweise Untersuchungsobjekte: Menschen S. 3

4 Empirie Theorie S. 4

5 Empirie Theorie Empirie: vorgefundene Informationen in der Realität Theorie: Modell, das die Zusammenhänge mehrerer Größen beschreibt Zweck: Beschreibung, Erklärung und Vorhersage von Sachverhalten sowie Anregung neuer Forschungsideen Vernetzung mehrerer Hypothesen S. 5

6 Beispiel: Gedächtnis, Atkinson und Shiffrin (Informationsverarbeitungstheorie) S. 6

7 Gütekriterien einer Theorie logische Konsistenz = Widerspruchsfreiheit Falsifizierbarkeit = Widerlegbarkeit Sparsamkeit Hoher Informationsgehalt Präzision der Konstrukte Bewährung Brauchbarkeit Fruchtbarkeit S. 7

8 Forschungsprozess: Arten des Schließens S. 8

9 Forschungsprozess: Arten des Schließens Induktion: Ableitung verallgemeinerter Aussagen aus einzelnen Beobachtungen Deduktion: gezieltes Sammeln von Daten zur Prüfung einer zuvor bestehenden Theorie S. 9

10 Gütekriterien empirischer Forschung Objektivität: Unabhängigkeit der Testergebnisse vom Testanwender Validität: Wird das gemessen, was gemessen werden soll? Reliabilität: Genauigkeit der Messung S. 10

11 Gütekriterien empirischer Forschung Objektivität Objektivität: Unabhängigkeit der Testergebnisse vom Testanwender o Durchführungsobjektivität o Auswertungsobjektivität o Interpretationsobjektivität S. 11

12 Gütekriterien empirischer Forschung: Validität o Konstruktvalidität: zuverlässige und valide Operationalisierung o Inhaltsvalidität: Vollständige Erfassung eines Konstrukts o Kriteriumsvalidität: Korrelation mit einem Außenkriterium S. 12

13 Gütekriterien empirischer Forschung: Reliabilität Reliabilität: Genauigkeit der Messung o Retest-Reliabilität o Paralleltestreliabilität o Testhalbierungsreliabilität o Interne Konsistenz = Korrelation eines Items mit der gesamten Skala S. 13

14 Sammlung und Beschreibung von Daten Methoden der Datensammlung Beschreibung der Daten: Begriff Variable S. 14

15 Methoden der Datensammlung Methoden der systematischen Datenerhebung: o Qualitiativ: Beobachtung Befragung/ Interview Gruppendiskussion Nonreaktive Verfahren Lautes Denken Nonstandardisierte Verfahren S. 15

16 Methoden der Datensammlung Methoden der systematischen Datenerhebung: o Quantitativ: Physiologische Messungen z.b. (f)mrt, EEG, CT, PET, Puls, Ratingskalen Leistungstests Persönlichkeitstests Standardisierte Verfahren S. 16

17 Beschreibung der Daten: Variablen Symbol für die Menge der Ausprägungen eines Merkmals Merkmale: Kennzeichen / Charakteristika einer Person oder eines Objekts Merkmalsträger: Objekte, die durch Merkmale beschrieben werden Wert der Variable: Ausprägung des Merkmals, die ein Untersuchungsobjekt (der Mensch) hat Konstanten: Variablen, die nur eine Ausprägung haben S. 17

18 Messbarkeit von Variablen Latente Variable Operationalisierung Manifeste Variable Nicht unmittelbar beobachtbar Theoretisches Konstrukt Direkt beobachtbar Messbare Größe S. 18

19 Messbarkeit von Variablen Latente Variable Operationalisierung Manifeste Variable Nicht unmittelbar beobachtbar Theoretisches Konstrukt Theorie Ableitung von Direkt beobachtbar Messbare Größe Empirisch prüfbare Hypothesen S. 19

20 Operationalisierung Theoretisches Konstrukt empirisch messbares Merkmal Güte der Operationalisierung Validität S. 20

21 Variablen Arten von Variablen, die im Untersuchungsablauf eine Rolle spielen Skalenniveaus von Variablen S. 21

22 Arten von Variablen im Versuchsaufbau und Forschungsprozess Unabhängige Variable Prädiktor Manipulation durch den Versuchsleiter Abhängige Variable Interessierendes Zielkriterium Unabhängige Variable Abhängige Variable S. 22

23 Arten von Variablen im Versuchsaufbau und im Forschungsprozess Mediatorvariable Vermittlung des Zusammenhangs zwischen UV und AV Moderatorvariable: Beeinflussung des Zusammenhangs zwischen UV und AV Kontrollvariable: im Versuchsaufbau mitberücksichtigt Störvariable: nicht kontrollierte Störeffekte S. 23

24 Skalenniveaus von Variablen Nominalskalierte Variablen Kategorien Ordinalskalierte Variablen Rangfolgen, z.b. Ratingskalen Metrisch skalierte Variablen Intervallskalenniveau Verhältnisskalenniveau Absolutes Skalenniveau S. 24

25 Überblick: Forschungsprozess Theoriebil dung Auswertung Interpretation Operationalisierung Erhebung S. 25

26 Übungsaufgaben zum Text SieglerChen02.pdf Welche Arten von Variablen lassen sich im Artikel finden (unabhängige Variable, abhängige Variable, Moderatorvariable, Mediatorvariable, )? Wo findet eine Operationalisierung statt? Wie ist die Theorie aufgebaut? Welche Gütekriterien sind erfüllt? Finden sich Hinweise auf eine Reliabilitätsmessung? Wenn ja, welche Art? S. 26

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