Gut vertreten per Vollmacht

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1 Gut vertreten per Vollmacht Kontovollmacht, Bankvollmacht, Vorsorgevollmacht so regeln Sie finanzielle Angelegenheiten sicher und reibungslos für alle Fälle * Numsandigna feugiate facip ent iuscil utat.

2 2 Kapitelbalken Vollmacht Lorem 1. Wozu brauche ich eine Vollmacht? Persönliche Angelegenheiten selbst zu regeln und täglich unsere eigenen Entscheidungen zu treffen, erscheint den meisten von uns selbstverständlich. Doch was, wenn das plötzlich nicht mehr möglich ist? Rund Menschen jeden Alters fallen alleine in Deutschland pro Jahr ins Koma oft überraschend, zum Beispiel nach einem Unfall oder nach einem Schlaganfall. Fast ebenso viele erkranken an Demenz und können ihre Geschäfte früher oder später nicht mehr eigenständig wahrnehmen. Viele Menschen vertrauen für so einen Fall auf die Familie. Doch leider ist es ein verbreiteter Irrglaube, die engsten Angehörigen würden im Zweifelsfall schon alles regeln. Denn was viele nicht wissen: Ohne entsprechende Vollmachten dürfen selbst Ihr Ehepartner oder die eigenen Kinder für Sie keine verbindlichen Willenserklärungen abgeben und wichtige Entscheidungen treffen. Das bedeutet auch, dass niemand aus Ihrer Familie Sie gegenüber Ihrer Bank vertreten und beispielsweise von Ihrem Konto Geld für Sie abheben, Überweisungen tätigen oder Kontoauszüge prüfen darf. Auswertungen der Postbank belegen den hohen Aufklärungsbedarf. Danach haben von den unter 60-jährigen Bankkunden nur rund sechs Prozent Kontovollmachten erteilt, erst in der Altersgruppe der über 80-Jährigen steigt der Anteil allmählich auf 13 bis 14 Prozent. Unwissenheit, Sorglosigkeit und möglicherweise auch die Angst vor Missbrauch und Kontrollverlust halten also viel zu viele Menschen davon ab, per Vollmacht für den Ernstfall vorzusorgen im Zweifelsfall zum eigenen Schaden: Per Vollmacht bestimmen Sie schließlich selbst, wer Sie bei Bedarf vertreten soll und können dafür auch gleich Vorgaben festlegen. So stellen Sie sicher, dass Ihre Wünsche und Interessen auch dann befolgt werden, wenn Sie selbst nicht dafür einstehen können. Ihren Angehörigen ersparen Sie mit sorgfältig ausgestalteten Vollmachten erhebliche Probleme, angefangen von Zweifeln und Streit über Ihren Willen bis hin zum dramatischen finanziellen Engpass. Diese Broschüre beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das Thema Vollmachten und zeigt, worauf Sie als Bankkunde achten sollten.

3 Kapitelbalken Vollmacht Lorem 3 2. Welche Vollmacht ist die richtige? Mit einer Vollmacht legen Sie verbindlich fest, wer Sie in bestimmten Angelegenheiten vertreten darf. Rechtlich betrachtet handelt es sich bei der Vollmacht um ein einseitiges, empfangsbedürftiges Rechtsgeschäft. Das bedeutet, Sie müssen die Person, die Sie vertreten soll, vorher rein rechtlich nicht um Erlaubnis fragen. Der Bevollmächtigte muss nicht einwilligen, und Sie schulden ihm auch keine Gegenleistung. Sofern Sie nichts anderes festlegen, greift die Vollmacht also, sobald sie Ihrem Vertreter ausgehändigt wird. Doch auch wenn es das Gesetz nicht vorschreibt, sollten Sie in der Praxis unbedingt vorab mit dem Vertreter Ihrer Wahl sprechen. Klären Sie im persönlichen Gespräch, ob er oder sie bereit und in der Lage ist, die Vollmacht anzunehmen und bei Bedarf in Ihrem Sinne auszuüben. Selbstverständlich können Sie auch mehrere Personen bevollmächtigen und den einzelnen Vertretern dabei unterschiedliche Gebiete zuweisen. Die wichtigsten Instrumente, die wir Ihnen hier ausführlich erklären, sind die Kontooder Bankvollmacht, die Generalvollmacht und die Vorsorgevollmacht. Während die Kontovollmacht jeweils für ein bestimmtes Konto gilt, räumen Sie Ihrem Vertreter mit einer Generalvollmacht sehr weit reichende Befugnisse ein, beispielsweise auch das Recht, in Ihrem Namen Kredite aufzunehmen, Konten zu löschen oder Verträge abzuschließen. Von einer Vorsorgevollmacht spricht man, wenn Sie einer Vertrauensperson zugestehen, einschneidende persönliche Entscheidungen für Sie zu treffen, darunter beispielsweise die Einwilligung in eine riskante OP oder den Umzug ins Pflegeheim. Die Vorsorgevollmacht ist explizit für den Fall gedacht, dass Sie aufgrund gesundheitlicher Probleme Ihre Geschäfte nicht mehr selbst wahrnehmen können.

4 4 Vollmacht 3. Wie funktioniert die Kontovollmacht? Kontovollmacht: sicher und praktisch Peter und Louisa König haben vor wenigen Wochen geheiratet. Anstatt ein gemeinsames Konto einzurichten, wollen beide ihre eigenen Konten, die jeweils schon vor der Ehe bestanden, beibehalten. Damit aber künftig jeder von ihnen auch über das Konto des anderen verfügen kann, erteilen die Eheleute sich gegenseitig Kontovollmacht. Auf der Jahreshauptversammlung des Sportvereins wird Beate Kröger zur Kassenwartin gewählt. In dieser Funktion soll sie für den Verein auch Überweisungen tätigen oder Kontoauszüge prüfen. Der Vorstand erteilt ihr die nötige Vollmacht für das Vereinskonto. Während seines Studiums entscheidet sich Tim Müller für einen einjährigen Freiwilligendienst in Afrika. Einen Teil seiner Ersparnisse hat Tim in Aktien investiert. Falls die Kurse stark fallen oder auch, wenn Tim zusätzliches Geld braucht, soll sein Vater Klaus für ihn Aktien verkaufen. Umgekehrt soll er auch günstige Kaufgelegenheiten für seinen Sohn ausnutzen. Deshalb erteilt Tim ihm eine Vollmacht für sein Konto und sein Wertpapierdepot. Klaus Müller füllt der Bank dazu auch noch einen Fragebogen über seine bisherige Anlageerfahrung aus. Eine der gebräuchlichsten Vollmachten ist die Kontovollmacht, auch als Bankvollmacht bezeichnet. Sie kommt immer dann zum Tragen, wenn neben dem Kontoinhaber selbst noch weitere Personen Zugriff auf das jeweilige Konto haben sollen, beispielsweise der Ehepartner oder der Lebensgefährte. Auch in Vereinen oder Firmen ist es üblich und zweckmäßig, dass der Inhaber, Vorstand oder GmbH-Geschäftsführer weiteren Personen Kontovollmacht erteilt (z. B. Kassenwart, Abteilungsleiter).

5 Vollmacht 5 Für die Kontovollmacht gilt: Wer? Grundsätzlich dürfen Sie Ihren Vertreter in Bankgeschäften frei bestimmen. Anstelle von Verwandten können Sie also beispielsweise auch der Freundin, dem Nachbarn, der Haushaltshilfe oder einer Pflegeperson Kontovollmacht erteilen. Der Bevollmächtigte sollte volljährig und geschäftsfähig sein. Wie? Die Schriftform ist für Vollmachten zwar nicht per Gesetz verbindlich vorgeschrieben, im Falle der Kontovollmacht aber praktisch unverzichtbar. Es ist äußerst sinnvoll, dafür die Vordrucke Ihrer Bank zu nutzen. So stellen Sie sicher, dass der Bank im Zweifelsfall alle erforderlichen Angaben vorliegen und die Vollmacht ohne aufwendige Nachfragen akzeptiert wird. Ihr Vertreter kann also bei Bedarf schnell und problemlos in Ihrem Sinne handeln. Wirklich? Der Bevollmächtigte muss per sönlich in einem Finanzcenter auf dem Vollmachtsvordruck eine Unterschriftenprobe leisten und dazu seinen Personalausweis oder Reisepass vorlegen. Alternativ nehmen auch Mitarbeiter der Postfilialen und Post-Agenturen die Unterschriftenprobe auf einem speziellen Formular entgegen, beispielsweise, wenn Ihr Stellvertreter nicht in Ihrer Nähe lebt oder nicht persönlich in der Filiale erscheinen kann. Was? Mit der Kontovollmacht darf Ihr Vertreter über das Guthaben auf dem Konto verfügen (z. B. durch Barabhebung, Überweisung, Scheck, Abbuchungsauftrag). Eingeräumte Kredite darf er ausschöpfen bzw. auch das Kon to vorübergehend im banküblichen Rahmen überziehen. Auch Rechnungsabschlüsse und Kontoauszüge darf er für Sie anerkennen oder ggf. auch reklamieren. Grundsätzlich ist ihm alles erlaubt, was mit der Führung des Kontos unmittelbar in Zusammenhang steht. Was nicht? Der Bevollmächtigte darf seinerseits keine Untervollmachten für das Konto vergeben, zusätzliche Bankoder Kreditkarten für das Konto beantragen oder neue Kredite aufnehmen. Er darf das Konto nicht kündigen oder für Sie die Kündigung entgegennehmen. Grundsätzlich werden dem Bevollmächtigten keine Befugnisse eingeräumt, die für den normalen Bankverkehr nicht erforderlich sind. Wie teuer? Bankvollmachten kosten Sie und Ihre Vertreter nichts. Auch für das Ändern oder den Widerruf einer Kontovollmacht verlangt die Bank keine Gebühren. Wie lange? Die Kontovollmacht wird bei der Bank eingereicht. Sie gilt von diesem Tage an und zwar solange, bis sie von Ihnen widerrufen wird (s. auch Kapitel 7). Bei der Postbank besteht die Vollmacht immer auch über den Tod des Kontoinhabers hinaus. Als Kontoinhaber erhalten Sie von Ihrer Bank ein Bestätigungsschreiben über den Eingang der Vollmacht, das Sie dem Bevollmächtigten aushändigen, sofern die Vollmacht zu einem Sparbuch erteilt wird. Bei persönlichen Aufträgen am Schalter legitimiert sich Ihr Vertreter künftig mit diesem Bestätigungsschreiben und seiner Unterschrift. Damit er am Automaten Bargeld abheben oder bargeldlos vom Konto Einkäufe zahlen kann, können Sie außerdem eine Bankkarte für ihn beantragen. Dieses Recht haben nur Sie als Kontoinhaber, Ihr Vertreter darf den Antrag nicht selbst stellen. Die Teilnahme am Onlineoder Telefon-Banking mit PIN und TAN kann der Stellvertreter beantragen. Sofern sich die Vollmacht auf ein Wertpapierdepot bezieht, muss die Bank gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) die Anlage erfahrungen und Kenntnisse des Bevollmächtigten abfragen, bevor sie dessen Börsenaufträge ausführt. Dazu muss der Bevollmächtigte eine Selbstauskunft (WpHG-Bogen) ausfüllen.

6 6 Vollmacht 4. Wozu brauche ich eine Generalvollmacht? Die Kontovollmacht berechtigt zur Verfügung über ein bestimmtes, explizit mit der Kontonummer benanntes Konto. Damit können Ihre Vertreter für Sie wichtige Zahlungen von Ihrem Konto vornehmen (Miete, Steuern, Gehälter, Kredit raten usw.). Außerdem haben diese so die Möglichkeit über Ihr Guthaben zu verfügen beispielsweise, um Ihnen Geld ins Ausland zu überweisen, Bargeld für Sie abzuheben oder auch, um im Todesfall die Bestattungskosten zu begleichen. Eine Generalvollmacht reicht dagegen weit über das Recht zur unmittelbaren Kontoführung hinaus. Mit diesem Instrument ermächtigen Sie eine (oder ggf. auch mehrere) Personen, Sie in allen denkbaren Angelegenheiten zu vertreten. Die einzelnen Gültigkeitsbereiche müssen dabei nicht näher definiert werden. Sofern Sie selbst keine Einschränkungen treffen, gilt die Generalvollmacht also praktisch für alle juristisch zulässigen Vertretungshandlungen. Zu den wenigen Angelegenheiten, die auch ein Generalbevollmächtigter nicht für Sie regeln kann, gehören die Eheschließung und das Abfassen des Testaments. Dagegen darf der Inhaber einer Generalvollmacht beispielsweise Kredite auf Ihren Namen aufnehmen, Konten eröffnen und löschen, Erb schaften annehmen oder ausschlagen, Arbeits- oder Mietverträge für Sie abschließen und kündigen oder stellvertretend für Sie Prozesse führen. Sinnvoll ist eine Generalvollmacht, wenn Sie damit rechnen müssen, längere Zeit verhindert zu sein. Planen Sie beispielsweise einen längeren Auslandsaufenthalt? Wollen Sie die Welt umsegeln? Müssen Sie beruflich viel reisen und sind deshalb schwer zu erreichen oder können zu wichtigen Terminen oft nicht persönlich erscheinen? Auch Menschen, denen ein längerer Krankenhausaufenthalt bevorsteht, benötigen in der Regel einen zuverlässigen, handlungsfähigen Stellvertreter. Sie können eine Generalvollmacht auch vorsorglich für den Fall ausstellen, dass Sie durch Unfall oder Krankheit handlungsunfähig werden. Soll die Vollmacht explizit für den Fall gelten, wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen und Ihren Willen zu erklären, spricht man von einer Vorsorgevollmacht.

7 Vollmacht 7 5. Was ist der Unterschied zwischen einer Vorsorge- und einer Generalvollmacht? Der wesentliche Unterschied zwischen Vorsorge- und Generalvollmacht besteht im Zeitpunkt des Gebrauchs. Die Generalvollmacht gilt üblicherweise sofort. Sobald der von Ihnen Bevollmächtigte das Dokument empfangen hat, kann er damit sein Vertretungsrecht ausüben. Der Gebrauch der Vorsorgevollmacht ist dagegen ausdrücklich daran geknüpft, dass Sie aufgrund schwerer gesundheitlicher Probleme (Unfall, Schlaganfall, Demenz) nicht mehr handlungsfähig sind. Erst wenn dieser Fall eintritt, darf Ihr Stellvertreter von seiner Vertretungsmacht Gebrauch machen. Dies muss er in diesem Fall nicht gesondert nachweisen. Demgegenüber der Bank oder anderen Stellen darlegen zu müssen, dass ein bestimmter Gesundheitszustand eingetreten und damit die Vollmacht wirksam ist, kann sich in der Praxis als kompliziert und zeitraubend erweisen. [ Praxistipp: Eine Vorsorgevollmacht sollte persönlich auf Ihre Wünsche und Ihre Lebensumstände zugeschnitten sein. Eine sinnvolle Orientierungshilfe bietet der kostenlose Vordruck des Bundesjustizministeriums, (Rubrik: Bürger Gesellschaft Betreuungsrecht). Auch in Bezug auf den Geltungsbereich bestehen in der Regel Unterschiede zwischen General- und Vorsorgevollmacht. Die Vorsorgevollmacht beinhaltet stets die Vertretung in gesundheitlichen Fragen. Ihre Angehörigen sollen im Ernstfall für Sie entscheiden können, ob, wann und wie Sie medizinisch untersucht und behandelt werden. Insbesondere das Recht, an Ihrer Stelle in risikoreiche und ggf. folgenschwere Operationen einzuwilligen (z. B. Organtransplantation, Eingriff am Gehirn oder der Wirbelsäule, Amputation) muss dabei ausdrücklich in der Vollmacht vermerkt sein. Fehlt dieser Passus, darf Ihr Stellvertreter hierzu auch keine Willenserklärungen für Sie abgeben. Das Gleiche gilt für freiheitsentziehende Maßnahmen, die unter Umständen zu Ihrem persönlichen Schutz einmal erforderlich sein könnten (z. B. geschlossene Abteilung, Gitterbett, Bauchgurte). Auch das Recht, Sie ins Altenoder Pflegeheim einzuquartieren (Aufenthaltsbestimmungsrecht), müssen Sie Ihrem Stellvertreter in der Vollmacht ausdrücklich zusprechen. Eine pauschal formulierte Generalvollmacht zur Vertretung in allen Angelegenheiten reicht nicht aus, um diese wichtigen Punkte vorsorglich zu regeln. Umgekehrt können Sie in einer Vorsorgevollmacht neben den Gesundheitsfragen selbstverständlich auch die Vertretung in Vermögensfragen, gegenüber Behörden, vor Gericht oder im Postund Telefonverkehr regeln.

8 8 Vollmacht 6. Wie stelle ich sicher, dass die Bank meine Vollmachten beachtet? Sofern Sie lediglich eine Kontovollmacht erteilen wollen, nutzen Sie dazu am besten die Vordrucke Ihrer Bank. Sie erhalten die Formulare in Ihrem Postbank Finanzcenter oder auch zum Ausdrucken auf der Webseite (www.postbank.de). Damit ist ein reibungsloser Ab lauf gewährleistet. Eine Vorsorge- oder Generalvollmacht beinhaltet in der Regel auch Kontenvollmacht. Es empfiehlt sich jedoch, Ihrem Stellvertreter eine Kontovollmacht zusätzlich auf dem üblichen Bankformular zu gewähren. Von der Kontovollmacht kann der Bevollmächtigte jederzeit auf unkomplizierte Art Gebrauch machen, auch ohne dass ein Not fall eintritt. [ Praxistipp: Beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer können Sie Ihre Vorsorgevollmacht online oder per Post registrieren. Kontakt: Bundesnotarkammer, Kronenstraße 42, Berlin; Tel ; Internet: Die Online-Registrierung kostet 13 EUR, auf dem Postweg werden 16 EUR fällig. Wenn Sie eine umfassende Vorsorgevollmacht abfassen, sollten Sie bedenken, dass Banken diese Dokumente zum Schutz ihrer Kunden sorgfältig prüfen müssen. Es gilt, in beiderseitigem Interesse die Gefahr von Missbrauch und Betrug auszuschließen. Das kann umgekehrt allerdings bedeuten, dass Ihr Vertreter nicht ohne Weiteres wie von Ihnen gewünscht handeln kann und stattdessen langwierige, komplizierte Nachfragen über sich ergehen lassen muss. Mit guter Vorbereitung können Sie viele Probleme aber bereits im Vorfeld ausschließen. Erstellen Sie eine Vorsorgevollmacht stets mit der gebotenen Sorgfalt. Orientieren Sie sich an neutralen Vordrucken, beispielsweise vom Bundesjustizministerium. Nicht zwingend vorgeschrieben, aber überaus empfehlenswert ist die notarielle Abfassung und Beurkundung der Vollmacht. Damit verdeutlichen Sie, dass das Dokument nicht gefälscht ist, unter sachkundiger Beratung und bei voller Geschäftsfähigkeit abgefasst wurde und Sie sich der Konsequenzen bewusst sind. Ihr Stellvertreter genießt mit dem Siegel des Notars mehr Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Schließlich wissen Sie heute noch nicht, wen er möglicherweise eines Tages von der Gültigkeit des Dokumentes überzeugen muss. Wenn Sie wünschen, dass der Bevollmächtigte für Sie Immobiliengeschäfte tätigen, Ihren Handelsbetrieb weiterführen oder Ihr Haus beleihen darf, ist die notarielle Beurkundung der Voll

9 Vollmacht 9 macht ohnehin Pflicht. Die Kosten sind überschaubar (Richtwert ca. 80 bis 150 EUR, maximal 403,50 EUR plus MwSt.). Gestalten Sie die Vollmacht gegenüber der Bank am besten als sofort gültig aus. Im Ernstfall riskieren Sie sonst, dass die Bank erst umfangreiche medizinische Gutachten fordert, bevor Sie die Vertretungsbefugnis anerkennt. Stattdessen können Sie besser im sogenannten Innenverhältnis also gegenüber dem Bevollmächtigten definieren, ab wann beziehungsweise unter welchen Umständen er von der Vollmacht Gebrauch machen darf. Sie kennen Ihren Stellvertreter besser als die Bank und dürfen ihm deshalb auch eher vertrauen. Wenn sich der Bevollmächtigte wider Erwarten nicht an Ihre Vorgaben hält, ist er Ihnen Rechenschaft und gegebenenfalls Schadenersatz schuldig. Stellen Sie sicher, dass eine Vorsorgevollmacht im Bedarfsfall schnell gefunden und dem Bevollmächtigten ausgehändigt werden kann. Beim zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer können Sie das Dokument gegen eine geringe Gebühr registrieren lassen. Erfasst werden dort Ihr Name und Ihre Anschrift, der Umfang der erteilten Vollmacht und die Daten Ihres Stellvertreters. Bevor ein gerichtlicher Betreuer bestellt wird, müssen Vormundschaftsgerichte zunächst im Register prüfen, ob Sie selbst bereits jemanden mit der nöti gen Vertretungsmacht versehen haben. Die Postbank stellt Ihnen gern einen eigenen Formularvordruck Vorsorgevollmacht zur Verfügung, der über die Postbank Finanzcenter erhältlich ist und sich inhaltlich an den dargestellten Empfehlungen orientiert.

10 10 Vollmacht 7. Wie lange gilt die Vollmacht? Grundsätzlich können Sie für alle von Ihnen erteilten Vollmachten festlegen, ob diese entweder mit Ihrem Tod erlöschen oder über Ihren Tod hinaus Bestand haben sollen. Die Gültigkeit sollte auf jeden Fall schriftlich in der Vollmacht vermerkt werden, um Zweifel und Missverständnisse auszuschließen. Kontovollmachten der Postbank gelten über den Tod des Kontoinhabers hinaus. Das ist sinnvoll, denn oft sind gerade kurz nach einem Todesfall von den Bevollmächtigten wichtige finanzielle Punkte zu regeln. Beispielsweise müssen offene Rechnungen beglichen werden oder weiterhin Mietund Ratenzahlungen vorgenommen werden. Umgekehrt gilt es vielleicht, Daueraufträge, Abbuchungen und Einzugsermächtigungen zu stornieren (z. B. für hinfällige Mitgliedschaften, Spenden, Abos, Versicherungen, Gebühren). Ohne Vollmacht dauert es in der Regel mehrere Wochen, bis die Erben auf das Konto zugreifen können. Vollmacht über den Tod hinaus sinnvoll Hannelore Kröger hatte zu Lebzeiten Kontovollmacht für das Konto ihres Mannes Kurt. Von diesem Konto wurden regelmäßig die wesentlichen Ausgaben des Paares (Miete, Nebenkosten, Einkauf, Versicherungen usw.) gedeckt. Für die Witwe wäre es sehr problematisch, wenn die Kontovollmacht ausgerechnet mit dem Tod ihres Gatten erlöschen würde. Kurt Kröger hat deshalb schriftlich festgelegt, dass die Kontovollmacht für Hannelore auch über seinen Tod hinaus gelten soll. Juristisch bezeichnet man Vollmachten, die bereits zu Lebzeiten und auch über den Tod hinaus gelten, als transmortale Vollmachten. Im Gegensatz dazu wird eine postmortale Vollmacht erst mit dem Tod des Vollmachtgebers wirksam, nicht aber zu dessen Lebzeiten. Anders als oft angenommen, können die Erben nämlich nicht ohne Weiteres über das Konto des Erblassers verfügen, selbst wenn es sich dabei um die engsten Angehörigen handelt. Testament oder Sterbeurkunde reichen dazu nicht aus. Die Banken verlangen in der Regel einen Erbschein. Dieser muss (gegen Gebühr) beim Nachlassgericht beantragt werden, was meist mehrere Wochen Bearbeitungszeit erfordert. Mehrere Erben dürfen zudem streng genommen nur gemeinschaftlich über das Bankguthaben verfügen. Das bedeutet: Sämtliche Aufträge (Überwei sungen, Daueraufträge, Reklamationen) müssen also von allen Miterben unterschrieben werden, oder die Miterben müssen eine Person aus ihrem Kreis bevoll mächtigen. Das ist zeitraubend, unpraktisch und manchmal schwer zu organisieren.

11 Vollmacht Wie kann ich Vollmachten widerrufen und mich vor Missbrauch schützen? Grundsätzlich können Sie eine Vollmacht jederzeit widerrufen. Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie Kontovollmachten gegenüber der Bank in jedem Fall schriftlich widerrufen. Die Vollmacht erlischt mit dem Zugang der Widerrufserklärung. Für Postbank Kunden gilt: Sobald Sie eine neue Kontovollmacht ausstellen, erlischt automatisch die vorherige (Voraussetzung: Sie verwenden dazu das hauseigene Vollmachtsformular). Lautet ein Konto auf mehrere Inhaber, erlöschen erteilte Vollmachten, sobald nur einer der Kontoinhaber sie widerruft. Um Ihrem Stellvertreter Probleme zu ersparen und sich selbst vor Missbrauch zu schützen, empfiehlt es sich, bei der Bank hinterlegte Unterschriftenproben des Bevollmächtigten regelmäßig zu aktualisieren. Im Laufe der Jahre verändert sich oft das Schriftbild und die Bank erkennt die Unterschrift möglicherweise nicht mehr an. Haben Sie eine General- oder Vorsorgevollmacht verfasst, denken Sie unbedingt daran, Ihre Bank zu informieren, wenn Sie später einen anderen Stellvertreter einsetzen sollten. Für notariell beurkundete Vollmachten gilt: Der Notar händigt dem Bevollmächtigten eine Ausfertigung der Vollmacht aus, das Original bleibt beim Notar. Wenn Sie später die Vollmacht wi derrufen, sollten Sie die Ausfertigung Ihres Stellvertreters unbedingt zurückverlangen. Nach außen beispielsweise für Banken, Behörden oder andere Vertrags partner ist ja schließlich nicht ersichtlich, dass dieses Dokument nicht mehr gelten soll. Setzt der abgesetzte Stellvertreter die widerrufene Vollmacht trotzdem weiter ein, ist er Ihnen gegenüber allerdings für etwaige Schäden verantwortlich. Fazit: Der beste Garant für Ihre Sicherheit ist der richtige Stellvertreter. Umfassende Befugnisse verlangen dabei nicht nur eine vertrauenswürdige, sondern auch eine kompetente und belastbare Person. Die abschließende Checkliste soll Ihnen die Auswahl des richtigen Stellvertreters erleichtern: 4 Gibt es eine Person, der Sie zutrauen, Sie in finanziellen, persönlichen und gesundheitlichen Belangen gleichermaßen gut zu vertreten? 4 Kennt diese Person Ihre Wünsche und Werte, und wird sie sich im Zweifelsfall auch danach richten? 4 Hat sie die erforderliche Zeit, Energie und Motivation, sich für Ihre Belange einzusetzen? 4 Ist sie frei von Interessenkonflikten? 4 Sind Ihnen und der stellvertretenden Person die rechtlichen Grenzen und Konsequenzen ihres Handelns bewusst? 4 Ist diese Person Ihrer Bank persönlich bekannt, bzw. haben Sie Gelegenheit, sie dort persönlich vorzustellen? Bei Rückfragen zum Thema Vollmacht wenden Sie sich bitte an

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