Erster deutscher Handy-Report Exklusiv-Umfrage der Bild-Zeitung

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1 Erster deutscher Handy-Report Exklusiv-Umfrage der Bild-Zeitung VON HELMUT BÖGER UND MARTIN EISENLAUER Statistisch hat jeder der 82,31 Millionen Einwohner der Bundesrepublik mindestens ein Mobiltelefon. Doch wie werden die Handys genutzt? Wer macht es wie Bundeskanzlerin Angela Merkel und verschickt laufend SMS und wer niemals? Wie lange telefonieren die Deutschen tatsächlich? Wer kauft Klingeltöne? Und wer will in den nächsten zwölf Monaten ein neues Mobiltelefon erwerben? Fragen über Fragen. Wir haben die Antworten. Tausend Mobilfunknutzer in Deutschland hat das Berliner Forsa-Institut im Auftrag von BILD am SONNTAG an drei Tagen befragt. Hier die wichtigsten, die erstaunlichsten, die verblüffendsten Ergebnisse der repräsentativen Umfrage. Handys sind selbstverständlich Im Durchschnitt haben die meisten Deutschen schon seit mehr als drei Jahren ein Handy. Nur 17 Prozent der Befragten gaben an, erst 2004 oder später ein Mobiltelefon gekauft zu haben. Rund um die Uhr im Einsatz Über die Hälfte der Handybesitzer (54 %) gibt an, das Telefon immer eingeschaltet zu lassen, nur 24 Prozent drücken abends auf die Aus-Taste. 22 Prozent tragen das Handy ausgeschaltet mit sich herum, aktivieren es nur bei Bedarf. Knapp die Hälfte (46 %) der über 60-Jährigen gibt an, das Handy nur dann einzuschalten, wenn sie selbst telefonieren wollen. Ganz anders sieht das bei den 14- bis 29-Jährigen aus: In dieser Gruppe ist das Handy bei 62 Prozent rund um die Uhr empfangsbereit. Tarife zu teuer Mobil telefonieren gilt immer noch als teuer: 59 Prozent der Deutschen halten die Handytarife für zu hoch, 36 Prozent finden die Preise angemessen. Darum fasst man sich kurz: 77 Prozent geben an, maximal zehn Minuten pro Tag zu telefonieren, nur sechs Prozent sprechen über eine Stunde täglich übers Handy. Spitzenreiter unter den Viel-telefonierern sind Selbstständige: 17 Prozent hängen täglich

2 mehr als eine Stunde am Mobiltelefon. Beamte hingegen telefonieren im Durchschnitt nicht mehr als 30 Minuten täglich. Weiterer interessanter Unterschied: Im Osten geben immerhin zehn Prozent der Handynutzer an, täglich länger als eine Stunde zu telefonieren, im Westen sind es nur fünf Prozent. Das Einkommen der Befragten hat übrigens auf die Telefonierdauer kaum einen Einfluss. Personen in Haushalten mit einem monatlichen Einkommen zwischen 2000 und 3000 Euro telefonieren sogar kürzer (80 % weniger als zehn Minuten täglich) als Menschen mit einem monatlichen Einkommen unter 1000 Euro (73 % unter 10 Minuten, 20 % über 30 Minuten täglich). Adieu Telefonbuch Knapp drei Viertel der Deutschen hat mehr als zehn Nummern im Mobiltelefon gespeichert (71 %), nur vier Prozent nutzen den Speicher des Telefons überhaupt nicht. Spannend: Männer horten Telefonnummern im Handy, 16 Prozent haben mehr als 100 Einträge im Adressbuch, während Frauen sich auf die wichtigen Nummern beschränken (nur 8 % speichern mehr als 100 Nummern). Auch junge Menschen neigen zum Nummernsammeln. 25 Prozent der Befragten haben mehr als 100 Rufnummern im Handy. Kaum einer kauft Klingeltöne, Spiele und MMS-Info-Dienste Vier Fünftel der Handynutzer haben noch nie einen Klingelton fürs Mobiltelefon gekauft. Lediglich 19 Prozent gaben an, schon einmal Geld für einen Anrufton ausgegeben zu haben. Besonders Beamte und Selbstständige sind Klingelton-Muffel: Nur vier beziehungsweise drei Prozent haben schon mal einen heruntergeladen. Ganz anders sieht es bei Arbeitern aus: Hier geben 37 Prozent der Befragten an, mindestens einen der Ruftöne gekauft zu haben. Noch niedriger ist die Verbreitung von Handyspielen. Obwohl 24 Prozent aller Deutschen angibt, regelmäßig auf dem Mobiltelefon zu daddeln, haben bislang nur acht Prozent schon mal ein Handyspiel gekauft. Lediglich die 14- bis 29-Jährigen sind für den mobilen Zeitvertreib so sehr zu begeistern, dass sie dafür Geld ausgeben. In dieser Altersklasse haben schon 18 Prozent der Befragten ein Handyspiel gekauft. Übrigens: Beamte halten besonders wenig von Handyspielen. Keiner der Befragten in dieser Berufsgruppe hatte schon mal ein Spiel gekauft. Auch Informationsdienste wie Nachrichten-Ticker, Bundesliga-Ergebnisdienste oder Wettervorhersagen werden von Deutschen wenig genutzt. Nur acht Prozent haben einen Info-Dienst abonniert, 92 Prozent kommen ohne aus. Design ist fast unwichtig Über die Hälfte der Befragten bewertete das Aussehen des Handys beim Kauf als weniger wichtig (25 %) oder gar unwichtig (32 %). Ältere Handynutzer legen auf schickes Design noch weniger Wert. Hier ist das Aussehen 57 Prozent unwichtig, nur drei Prozent bezeichnen es als sehr wichtig. Ganz anders sieht das bei den jugendlichen Handynutzern aus. Über zwei Drittel (68 %) der 14- bis 29-Jährigen achten beim Kauf eines neuen Mobiltelefons auf das Äußere des Geräts. Kein Neukauf geplant Nur ein Viertel der Deutschen plant eine Neuanschaffung in den nächsten 12 Monaten. 73 Prozent der Befragten wollen ihr aktuelles Telefon noch über ein Jahr lang behalten.

3 88 Prozent wollen mit ihrem Handy nur telefonieren simsen fotografieren Minimal-Handy gefällig? 88 Prozent der Deutschen sagen Ja bitte!. Ihnen würde ein Gerät reichen, mit dem man nur telefonieren, simsen und fotografieren kann. Nur 12 Prozent erwarten mehr von ihrem Handy wollen auf MP3-Player, Spiele oder mobilen Internetzugang nicht verzichten. Ab wann sind Handys für Kinder in Ordnung? Für viele Kinder ist ein eigenes Handy ein Wunschtraum, der immer früher erfüllt wird. Über die Hälfte der Deutschen findet, dass Kinder ab 12 Jahren ein Mobiltelefon besitzen sollten. Nur 11 Prozent finden Handys sogar schon ab 8 Jahren in Ordnung. Spannendes Detail: Jeder zehnte 60-Jährige würde Kindern schon ab 6 Jahren ein Handy erlauben wahrscheinlich, um regelmäßig bei Oma und Opa anrufen zu können.

4 Guten Morgen! 55 Prozent nutzen ihr Handy als Wecker Simsen ist die beliebteste Handyfunktion. Immerhin 67 Prozent der Deutschen nutzen die kurzen Textnachrichten regelmäßig. Zweitwichtigste Nebensache beim Handy: der Wecker! Über die Hälfte der Befragten lassen sich vom Telefon aus dem Schlaf reißen. Danach kommen Kamera, Kalender und Spiele in der Liste der am meisten genutzten Funktionen. Eher uninteressant finden die Deutschen eingebaute MP3-Player oder Internetprogramme. Ganz abgeschlagen auf dem letzten Platz landet Handy-TV. Nur zwei Prozent der Befragten nutzen das mobile Fernsehen für unterwegs. Generell gilt: Je älter die Handybesitzer sind, umso weniger Funktionen nutzen sie. So schreiben nur knapp ein Drittel der über 60-Jährigen SMS-Nachrichten, nur 15 Prozent fotografieren mit dem Handy, nur ein Prozent hört unterwegs Musik. Ganz anders sieht es bei den jungen Handynutzern aus: Praktisch alle simsen, fotografieren und lassen sich vom Telefon wecken. MP3-Player, Spiele und Kalender werden von über der Hälfte der Befragten genutzt und etwas über einem Fünftel surft regelmäßig mit dem Mobiltelefon durchs Internet. Jeder Dritte hat noch nie eine SMS verschickt Auch wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel es vorlebt die Deutschen sind keine SMS-Fans. Nur 15 Prozent schreiben mehr als zehn der kurzen Textnachrichten pro Woche, 32 Prozent nutzen den Dienst überhaupt nicht. Hier gibt es allerdings ein deutliches Altersgefälle: Während 68 Prozent der über 60-Jährigen niemals SMS-Nachrichten verschicken, sind es bei den 14- bis 29-Jährigen nur neun Prozent.

5 Wie viel darf ein Handy kosten? Handys gibt s gratis mit dem Mobilfunkvertrag. Das haben die Deutschen gelernt. 40 Prozent der Befragten ist nicht bereit, mehr als10 Euro für ein neues Telefon auszugeben. Nur 13 Prozent wollen mehr als 100 Euro ausgeben. Unterschiede gibt es hier aber bei den verschiedenen Altersgruppen: Während die Älteren generell nichts für ihr Mobiltelefon bezahlen wollen, sind die14- bis 29-Jährigen mehrheitlich bereit, bis zu 100 Euro auszugeben. Rund 25 Prozent in dieser Altersgruppen würden sogar mehr als 100 Euro fürs Handy bezahlen. Quelle: Mai 2007

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