Sommersaison im Thüringer Gastgewerbe überwiegend zufriedenstellend - Pessimistischer Blick in die Zukunft

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1 Pressemitteilung 34/212 Sommersaison im Thüringer Gastgewerbe überwiegend zufriedenstellend - Pessimistischer Blick in die Zukunft Enormer Kostendruck belastet zunehmend Hotellerie und Gastronomie und lässt Erträge schrumpfen Mit dem Branchenbericht Gastgewerbe Sommer 212 Ausblick Winter 212/13 stellt der DEHOGA Thüringen e.v. seine Konjunkturbeobachtung des gastgewerblichen Marktes vor. Grundlage für den Branchenbericht sind Befragungen von Hoteliers und Gastronomen in ganz Thüringen, die in Zusammenarbeit mit dem Institut für Management und Tourismus der Fachhochschule Westküste in Heide durchgeführt werden. Für die Analyse werden die Ergebnisse nach den Branchensegmenten Hotellerie und Gastronomie unterteilt und für ausgewählte Konjunkturmerkmale kommentiert. Die Beurteilung der Konjunkturentwicklung bezieht sich auf die Geschäftslage im Zeitraum April 212 bis September 212 sowie die Geschäftserwartungen für die Monate Oktober bis März 213. Erfurt, 22. November 212 / Die Mehrheit der Unternehmer im Thüringer Gastgewerbe blickt recht positiv auf die zurückliegende Sommersaison 212. Jedoch hinterlassen die problematische Wirtschaftslage und die abschwächende Konjunktur auch im Thüringer Hotel- und Gaststättengewerbe ihre Spuren und lassen den Blick in die kommende Wintersaison deutlich pessimistischer erscheinen. Darüber hinaus machen schwierige Rahmenbedingungen den Unternehmern in der Branche zu schaffen. Besonders kritisch stellt sich die ssituation der Betriebe dar, wie die Erhebung der DEHOGA Thüringen- Konjunkturumfrage aufzeigt. Die statistische Auswertung des Thüringer Landesamts für Statistik bestätigt die Umfrageergebnisse. So konnte die Thüringer Gastronomie von Januar bis August 212 Umsätze verbuchen, die real auf dem Niveau des Vorjahreszeitraumes lagen (-,1 Prozent) und nominal ein Wachstum von 2,1 Prozent aufwiesen. Im Thüringer Beherbergungsgewerbe wurde hingegen von Januar bis August 212 real 1,3 Prozent weniger umgesetzt, nominal wuchsen die Umsätze leicht um,5 Prozent. Die Anzahl der Gästeübernachtungen stieg dagegen von Januar bis August 212 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 3, Prozent auf 6,6 Millionen. Bundesweit setzten nach Angaben des Statischen Bundesamtes die Betriebe von Januar bis August 212 real,3 Prozent mehr um. Nominal ergab sich ein Plus von 2,3 Prozent.

2 Geschäftslage und Erwartungen in der Hotellerie Nach Auswertung der DEHOGA Thüringen Konjunkturumfrage beurteilen 44,5 Prozent der Thüringer Hoteliers die zurückliegende Sommersaison als gut. Knapp die Hälfte der Unternehmer (47,2 Prozent) ist mit der Geschäftslage zufrieden und nur 8,2 Prozent berichten von schlechten Geschäften. Zwei Drittel (65,3 Prozent) der Unternehmen konnten ihren erhöhen bzw. stabilisieren, jedoch mussten auch 34,7 Prozent rückgänge hinnehmen. Die slage bleibt weiterhin gespannt. Steigende Betriebskosten und wenig Spielraum bei der Preisgestaltung führten bei 38,1 Prozent der Hoteliers zu sinkenden Erträgen. ssteigerungen erzielten lediglich 22,6 Prozent der Beherbergungsbetriebe. Erfreulich sind die anhaltend starken Investitionsmaßnahmen der Betriebe, die vor allem in Form von Modernisierungsinvestitionen und Ersatzbeschaffungen erfolgt sind. So ist das Investitionsvolumen bei 42,7 Prozent der Unternehmen gleich geblieben und konnte bei 31,5 Prozent sogar gesteigert werden. Damit werden die Spielräume durch die Mehrwertsteuersenkung auf Übernachtungen genutzt, um in das Produkt zu investieren. Die Unternehmer haben Wort gehalten. Insofern ist es unverständlich, dass wieder Forderungen zur Rücknahme dieser Maßnahme, auch über einen Antrag des Landes Schleswig-Holstein im Bundesrat, nach Rücknahme gestellt werden. brauchen Sicherheit und Verlässlichkeit. An erster Stelle der benannten Hauptproblemfelder in der Sommersaison 212 stehen bei den Thüringer Hoteliers nach wie vor die Energiekosten, gefolgt von den steigenden Betriebskosten. Aber auch das Thema Personalgewinnung bekommt vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt und des Fachkräftemangels wieder größere Brisanz. Die Gewinnung von qualifiziertem Personal und Nachwuchskräften stellt für die Unternehmer eine große Herausforderung im Betriebsalltag dar. Beurteilung der Geschäftslage der Hotellerie für den Sommer 212

3 Die Hoteliers blicken sehr verhalten, aber dennoch im Ansatz leicht positiv in die Zukunft. Die Angst vor einem drohenden Konjunkturabschwung in Deutschland ist bei den Unternehmern spürbar. Lediglich 6,6 Prozent der Befragten erhoffen sich für die Wintersaison bessere Geschäfte. Dagegen sind 36,2 Prozent der Hoteliers davon überzeugt, dass der im Winter 212/13 sinken wird. Nur 16,4 Prozent der Hoteliers rechnen mit höheren Umsätzen. 42,4 Prozent schätzen die slage weiter rückläufig ein. Mit gleichbleibenden Erträgen kalkulieren 48 Prozent der Beherbergungsbetriebe. Risikofaktoren bleiben auch in der kommenden Saison die steigenden Betriebs- und Energiekosten. Der Kostendruck auf die Unternehmer wächst weiter und lässt die Erträge schrumpfen, kommentiert Dirk Ellinger, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Thüringen, die Ergebnisse. Hinzu kommen die anhaltenden Diskussionen um eine mögliche Rücknahme der Mehrwertsteuersenkung auf Beherbergungsleistungen, die drohenden Gebührenerhöhungen der GEMA-Tarife und der zunehmende Mangel an Fachkräften, all das sorgt leider für Unsicherheit bei den Hoteliers. Erwartungen der Hotellerie für den Winter 212/213

4 Geschäftslage und Erwartungen in der Gastronomie Knapp die Hälfte der Thüringer Gastronomen beurteilt die zurückliegende Sommersaison 212 nach der aktuellen Konjunkturumfrage mit 48,8 Prozent überwiegend zufriedenstellend. 32,8 Prozent der Befragten Unternehmer bewerten ihre Geschäftslage als gut und 18,4 Prozent weiterhin als schlecht. Identisch mit dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum stellt sich die lage in der Gastronomie dar. So berichten 35,8 Prozent der Gastronomen von gesunkenen Umsätzen (Vorjahr 35,8 Prozent) und 64,2 Prozent von gleichbleibenden bzw. gestiegenen zahlen (Vorjahr 64,2 Prozent). Fast die Hälfte der Gastronomiebetriebe (48,5 Prozent) mussten auch in der Sommersaison 212 wieder seinbußen hinnehmen. Beständige Gästezahlen meldeten 45,8 Prozent der Unternehmen. Jedoch verzeichneten auch 33,3 Prozent rückläufige Gästezahlen. Trotz der angespannten Geschäftslage konnte die Mitarbeiteranzahl in 76,6 Prozent der Unternehmen konstant gehalten werden. Ferner wurden die Preise für Speisen und Getränke bei 74,1 Prozent der Betriebe nicht erhöht. Auch bei den Thüringer Gastronomen werden die hohen Energie- und Betriebskosten neben den Steuern und Abgaben als die größte Belastung im Betriebsalltag empfunden. Viele Unternehmer hoffen auch weiterhin auf eine steuerliche Gleichbehandlung von Speisen gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel und handwerk, also mit einer Senkung des Steuersatzes von 19 Prozent auf 7 Prozent. Beurteilung der Geschäftslage der Gastronomie für den Sommer 212

5 Die Prognose für die kommende Wintersaison zeigt leider keine spürbare Wende. Die unsichere Wirtschaftsentwicklung schlägt sich auch auf die Stimmung der Gastronomen im Freistaat nieder. So erwarten lediglich 15,9 Prozent der Gastronomiebetriebe im kommenden Winter eine bessere Geschäftslage. Dagegen stellen sich 31,3 Prozent der Befragten auf schlechtere Geschäfte ein. 43,8 Prozent der Unternehmer rechnen jedoch auch in der kommenden Saison mit gleichbleibenden und 18,9 Prozent mit steigenden Umsätzen. Mit weiteren einbußen kalkulieren trotz des bevorstehenden Weihnachtsgeschäftes 37,3 Prozent der Gastronomen. Aufgrund steigender Kosten und der gedrückten Stimmung sehen die Gastronomen die sentwicklung eher negativ. Wie auch in der Hotellerie gehen 42,8 Prozent der Unternehmen von sinkenden Erträgen aus. Nur 13,9 Prozent rechnen mit höheren Gewinnen. Ein weiteres Absinken der Gästezahlen prognostizieren dagegen 35,3 Prozent der Befragten. Erwartungen der Gastronomie für den Winter 212/213

6 Lage der Hotellerie im Saisonvergleich 4 3 Lage in der Hotellerie (Saldo "gestiegen" - "gesunken"-anteile) Zimmerauslastung Zimmerpreise Mitarbeiterzahl Erwartung der Hotellerie im Saisonvergleich 1 5 Erwartungen in der Hotellerie (Saldo "wird steigen" - "wird sinken"-anteile) -5-1 Mitarbeiterzahl Zimmerpreise Zimmerauslastung

7 Lage der Gastronomie im Saisonvergleich Lage in der Gastronomie im Jahresvergleich Saldo "gestiegen"-"gesunken"-anteil Gästeanzahl Preise Speisen/Getränke Mitarbeiteranzahl Erwartung der Gastronomie im Saisonvergleich 4 3 Erwartungen in der Gastronomie im Saisonvergleich Saldo "wird steigen" - "wird sinken"-anteil Gästeanzahl Preise Speisen/Getränke Mitarbeiteranzahl

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