Wie kommen wir zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise?

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1 Wie kommen wir zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise? Wie viele Erden braucht der Mensch? Diskussion über unseren Umgang mit natürlichen Ressourcen Berlin, 06.März 2014 Referent: Damian Ludewig Diplom-Volkswirt FÖS-Geschäftsführer

2 Wie kommen wir zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise? Bildung? Vorschriften? Preissignale! Bild: CC-BY-SA via Wikipedia/Charles 2

3 Nachhaltig aus der Krise Wir müssen jetzt den Paradigmenwechsel hin zu einer Wirtschaftsweise einleiten, die unser Planet verkraftet und letztendlich auch mehr Sinn stiftet. Die Nation, die sich am schnellsten, am intelligentesten auf diese Situation einstellt, wird Arbeitsplätze und Wohlstand schaffen. Das Preissignal ist immer noch das stärkste, damit Menschen ihr Verhalten ändern. Horst Köhler, Bundespräsident a.d. Interview mit dem Focus, 22. März 2010 Bild: Deutscher Bundestag/ Presse- und Informationsamt der Bundesregierung 3

4 Preise sagen nicht die ökologische Wahrheit Es dominieren destruktive Preissignale: Wer sich ökologisch verhält, wird finanziell bestraft Wer sich unökologisch verhält, wird finanziell belohnt 4

5 Bio-Lebensmittel oder konventionelle Produkte? Bild: CC-BY-SA via Wikipedia/Alnatura und Onderwijsgek 5

6 Bahn oder Flugzeug? Bild: CC-BY-SA via Wikipedia/Kabelleger und Errera 6

7 Ökostrom oder konventioneller Strom? Bild: CC-BY-SA via Wikipedia/Frederik und Tbachner 7

8 Preise sind auch politische beeinflusst Externe Effekte verursachen Marktversagen Umweltschädliches Verhalten wird staatlich subventioniert Steuer- und Abgabensystem lenkt in die falsche Richtung 8

9 Externe Effekte Wenn Umweltgüter keinen Preis haben, können Märkte nicht effizient funktionieren. Dann wird - häufig auf der Grundlage von externen Effekten zwischen Generationen und Regionen umverteilt. Norbert Röttgen und Christian Lindner Süddeutsche Zeitung, 26. März 2010 Bild: Deutscher Bundestag/Clemens Röttgen und CC-BY-SA via Wikipedia/Seidel 9

10 Definition: Externe Effekte Externe Effekte sind Auswirkungen wirtschaftlichen Handelns eines Wirtschaftssubjektes auf ein anderes Wirtschaftssubjekt, ohne dass diese Effekte durch die Marktpreise abgegolten werden. Bild: CC-BY-SA via Wikipedia/Beckstet und Guimarães 10

11 Externe Kosten: Beispiel Flugverkehr ca. 6,1 Mrd. EURO/Jahr Klimakosten 4,9 Mrd. EURO Lärm 0,3 Mrd. EURO Luftverschmutzung 0,5 Mrd. EURO Sonstiges 0,3 Mrd. EURO Bild: CC-BY-SA via Flickr/BenJTsunami 11

12 Externe Kosten: Beispiel Automobilverkehr ca. 77 Mrd. EURO/Jahr Unfälle Lärm Luftverschmutzung Klimakosten Natur- und Landschaftsverbrauch Down- und Upstreamkosten Zusatzkosten städtischer Raum Staukosten 41,7 Mrd. EURO 8,7 Mrd. EURO 7,1 Mrd. EURO 10,7 Mrd. EURO 3,0 Mrd. EURO 4,6 Mrd. EURO 1,1 Mrd. EURO 75,6 Mrd. EURO Bild: CC-BY-SA via Wikipedia/Zimmermann 12

13 Externe Kosten: Beispiel Kohleenergie ca. 12,8 Mrd. EURO/Jahr, 6,4 ct./kwh Abbau und Fördergebiete Landschaftszerstörung, Artenverluste Bodensenkungen und Bergschäden beim Kohleabbau unter Tage Beeinträchtigungen des Wasserhaushaltes und der Trinkwasserversorgung Umweltrisiken durch Transport CO 2 -, Schadstoff- und Staubbelastungen Bild: [Tim]/Fotolia.com 13

14 Externe Kosten: Beispiel Atomenergie Zwischen 4,2 und ,4 Mrd. EURO Bild: Wikipedia/Fischer, Public Domain 14

15 Umweltschädliche Subventionen (D)iese Subventionspolitik (ist) nichts anderes [...] als eine Form der politischen Korruption. Wir fordern einen radikalen Rückschnitt der Subventionen. Guido Westerwelle, als FDP-Vorsitzender 2004 über Kohlesubventionen Interview mit der Thüringer Allgemeinen Bild: Wikipedia/Lange, Public Domain 15

16 Umweltschädliche Subventionen 50 Mrd. Euro pro Jahr in Deutschland Bild: CC-BY-SA via Wikipedia/Gohnarch 16

17 Wie viel ist eigentlich eine Milliarde? 1 Milliarde = Million = Einsparungsziel der Hartz IV Reform = 2,5 Milliarden Euro Bild: CC-BY-SA via Wikipedia/Bettenburg 17

18 Umweltschädliche Subventionen und Steuervergünstigungen: Beispiel Flugverkehr Ca. 10,4 Mrd. EURO Fehlende Kerosinbesteuerung: 6,9 Mrd. EURO Mehrwertsteuerbefreiung: 3,5 Mrd. EURO Bild: CC-BY-SA via Flickr/Xanatos 18

19 Umweltschädliche Subventionen und Steuervergünstigungen: Beispiel Dienstwagenprivileg ca. 4,6 Mrd. EURO Pauschale Versteuerung geldwerter Vorteil Komplette Absetzbarkeit Anschaffungs- und Betriebskosten Bild: Wikipedia\Mattes, Public Domain 19

20 Umweltschädliche Subventionen und Steuervergünstigungen: Beispiel Industrieausnahmen bei Energiepreisen Quelle: FÖS 20

21 Lenkungswirkung von Steuern Energie ist heute zu billig. (...) es müssen aus meiner Sicht gezielt die Steuern auf Energie angehoben werden, sei es über Mineralöl, Heizgas oder Strom. Der gewünschte umweltpolitische Lenkungs- und Lerneffekt tritt freilich nur ein, wenn klar ist, dass die Steuersätze über Jahre allmählich angehoben werden. Angela Merkel, als Umweltministerin 1997 Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Bild: CC-BY-SA via Wikipedia\Linnartz 21

22 Woher der Staat sein Geld bekommt Anteil der Steuern & Abgaben auf Arbeit, Kapital & Umweltbelastung am Gesamtaufkommen des Staates. Die übrigen 19,6% entfallen auf sonstige Steuern & Abgaben. Quelle: FÖS 2014 auf Grundlage von Steuerschätzung November

23 Dienstleistungen würden billiger, Konsumgüter teurer Bild: Copyright via Wikipedia\Watanabe, CC-BY-SA via Wikipedia\Michels, Flickr\Walter und Wikipedia\Lange 23

24 Bio-Lebensmittel würden billiger, konventionelle teurer Bild: CC-BY-SA via Wikipedia/Milkwooders und PI77 24

25 ÖPNV würde billiger, Autofahren teurer Bild: CC-BY-SA via Wikipedia/Darkweasel, CC-BY-PD via Wikipedia/ThomasSD 25

26 Mehr Service, weniger Energieverbrauch Bild: CC BY-NC-SA 2.0 via Flickr/InterCityImpress 26

27 Wiederverwertung lohnt sich Bild: CC-BY-SA via Flickr\Polus und Wikipedia\McIntosh 27

28 Eine sinnvolle Strategie für Krisenländer gegen hohe Arbeitslosigkeit gegen teure Ressourcenimporte gegen hohe Handelsdefizite gegen hohe Staatsverschuldung 28

29 Besteuern, was wir vermeiden, nicht was wir fördern wollen! Die grundsätzlichen Einwände gegen eine Verteuerung des Ressourcenverbrauchs sind sicher ernst zu nehmen, aber letztlich nicht durchschlagend. Wolfgang Schäuble, 1998 in seinem Buch Und sie bewegt sich doch Bild: Wikipedia/Schäuble, Public Domain 29

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31 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) Schwedenstraße 15a, Berlin Tel: Damian Ludewig Diplom-Volkswirt Geschäftsführer 31

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