Konrad Kowalski. Der Konsument. Die kleine Welt des Wirtschaftswachstums

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1 Konrad Kowalski Der Konsument Konrad Kowalski ist Schüler an der Berufsschule und macht dort eine Ausbildung zum Außenhandelskaufmann. In seiner Freizeit ist er viel unterwegs, er verabredet sich fast täglich spontan mit Freunden und Freundinnen. Mit seinem Auto ist er schnell an jedem Ort, nach der Schule kann er direkt zu Freunden an den See oder in den Park fahren. Da Konrad Kowalski seine Ausbildung bald abschließen wird, bewirbt er sich jetzt schon auf ausgeschriebene Stellen. Morgen hat er ein Bewerbungsgespräch bei einem Leipziger Autohersteller, der einen Außenhandelskaufmann sucht. Wenn er die Stelle bekommt, braucht er sein Auto bald auch für die Arbeit, damit er schnell und flexibel zu seinen Kunden fahren kann. Sein derzeitiges Auto ist allerdings ein Gebrauchtwagen und seine Freunde lächeln schon über das veraltete Modell. Schon seit einer Weile spielt er mit dem Gedanken, sich ein schickes und schnelles Auto zu gönnen. Ein Modell, das ihm sehr gut gefällt, wird gerade stark beworben auf den großen Werbetafeln in der Stadt. Außerdem gibt es eine Abwrackprämie vom Staat. Wenn er sein altes Auto verschrottet, bekommt er auf das neue Auto 2000 Euro Rabatt. - Gestaltet ein Porträt von Konrad Kowalski! - Wie trägt Konrad Kowalski zum Wirtschaftswachstum bei? Notiert die Gründe in kurzen Stichworten auf den Karten für Eure Präsentation!

2 Paul Prinz Der Politiker Paul Prinz hat eine wichtige und verantwortungsvolle Position. Er arbeitet nämlich im Ministerium für Wirtschaft. Die Mitarbeiter_innen dieses Ministeriums müssen dafür sorgen, dass die Wirtschaft in ihrem Land stetig wächst. Denn wenn die Wirtschaft wächst, d.h. wenn jährlich mehr Waren produziert und mehr Dienstleistungen verkauft werden als im Vorjahr, hat das bestimmte positive Auswirkungen. Es werden hoffentlich mehr Menschen gebraucht, um diese Waren herzustellen und damit gäbe es weniger Arbeitslosigkeit. Je mehr Menschen Arbeit haben und Geld verdienen, desto mehr Steuern kann der Staat einnehmen und muss dafür weniger Schulden machen. Außerdem haben viele Menschen Angst vor Arbeitslosigkeit und wählen die Partei von Paul Prinz nur dann, wenn sie glaubhaft machen kann, dass sie die Arbeitslosigkeit effektiv verringert. Paul Prinz muss deshalb unbedingt dafür sorgen, dass die Wirtschaft weiter wächst. Sein Horrorszenario wäre, wenn z.b. mehrere große Unternehmen schließen, weil sie nicht genug Aufträge haben. Dann gäbe es noch mehr Arbeitslose, für die der Staat aufkommen müsste, es gäbe weniger Steuereinnahmen und die Wahlchancen würden sich verschlechtern. Momentan geht es inländischen Autoherstellern gar nicht gut. Sie drohen aufgrund steigender Lohnkosten in Deutschland zukünftig in Niedriglohnländer, z.b. nach China oder Pakistan, abzuwandern. Arbeitsplätze und Steuern würden wegfallen. Daher hat Herr Prinz dem Vorschlag führender Autohersteller zugestimmt. Er hat eine Abwrackprämie für Autos eingeführt, um den Absatz in dieser Branche zu steigern. Jede Person, die innerhalb der nächsten drei Monate ein altes Auto verschrottet und dafür ein Neues kauft, bekommt 2000 Euro Zuschuss vom Staat. Das soll die Wirtschaft ankurbeln. - Gestaltet ein Porträt von Paul Prinz! - Wie trägt Paul Prinz zum Wirtschaftswachstum bei? Notiert die

3 Sarah Singer Die Startup-Gründerin Sarah Singer ist Chefin eines Autoherstellers in Leipzig. Für die Gründung dieser Firma hat sie sich letztes Jahr einen Kredit über Euro bei der Bank geholt. Mit diesem Kredit hat sie Rohstoffe für die Produktion in verschiedenen Regionen der Welt gekauft und Werbung für ihre Produkte in Auftrag gegeben. Um billiger produzieren zu können als ihre Konkurrenz, hat sie eine Fabrikhalle und Maschinen in China gekauft. Dort hat sie Mitarbeiter_innen eingestellt. Allein das Design wird in Deutschland gemacht. Jetzt ist sie soweit, dass sie ihre Autos verkaufen kann. Sarah Singer musste sich also Geld leihen, um zukünftig Geld verdienen zu können. Nur leider kann man sich Geld nicht umsonst leihen. Deswegen muss sie inklusive Zinsen nicht Euro, sondern ganze Euro an die Bank zurückzahlen. Um das geliehene Geld plus Zinsen zurückzahlen zu können, muss Frau Singer deshalb viele Autos verkaufen. Damit ihre Autos immer auf dem neusten Stand sind, muss Sarah Singer außerdem laufend in technische Innovationen und Forschung investieren. Auch dafür muss sie neue Kredite aufnehmen. Außerdem will das Unternehmen als Aktiengesellschaft an die Börse gehen. Dafür muss das Unternehmen solide Wachstumsprognosen vorweisen. Nur dann sind Aktionär_innen interessiert daran, in das Unternehmen zu investieren und deren Aktien zu kaufen. - Gestaltet ein Porträt von Sarah Singer! - Wie trägt Sarah Singer zum Wirtschaftswachstum bei? Notiert die

4 Fatima Felber Die alteingesessene Firmenchefin Fatima Felber ist seit langem Chefin eines Autokonzerns in Dresden. Sie produziert qualitativ hochwertige Autos zu einem soliden Preis. Ihre Kundschaft ist zufrieden. Neuerdings gibt es aber auch in Leipzig einen Autohersteller, mit dem Fatima Felber in Konkurrenz steht. Die dortige Chefin Sarah Singer hat sich mit ihrem Kredit sehr leistungsfähige, neue Maschinen gekauft. Sie produziert in China und kann daher ihre Autos sehr viel günstiger anbieten. Das wirkt sich bereits auf die Einnahmen von Frau Felbers Konzern aus: Sie konnte in den vergangenen Monaten weniger Autos absetzen als zuvor und muss fürchten, bald ihre Kosten nicht mehr decken zu können. Zu allem Überfluss lässt die Anfrage nach Autos in Deutschland insgesamt nach. Fatima Felber muss irgendwie darauf reagieren. Sie hat verschiedene Möglichkeiten: Entweder sie nimmt ebenfalls einen neuen Kredit auf, um effizientere Maschinen zu kaufen und verlegt ihre Fabrik z.b. nach China, wo sie die Autos zu einem geringeren Preis herstellen kann. Oder sie investiert in eine neue Werbekampagne, die die Menschen dazu bringt, weiterhin ihre Produkte zu kaufen, auch wenn sie etwas teurer sind. Zum Beispiel könnte sie Autos mit besonders sparsamen Motoren anbieten und das bewerben. Aber auch die Kosten für diese Werbung muss wieder reinkommen, am besten durch den Verkauf von noch mehr Autos. - Gestaltet ein Porträt von Fatima Felber! - Wie trägt Fatima Felber zum Wirtschaftswachstum bei? Notiert die

5 Agatha Acosta Die Aktionärin Agatha Acosta hat von ihrer Oma Euro geerbt. Eigentlich würde sie mit diesem Geld unheimlich gern einen langen Urlaub mit ihrer Freundin machen und endlich mit dem Fahrrad nach Marokko fahren. Nach langem Überlegen hat sie sich dann aber doch dazu entschlossen, das Geld anzulegen, um später mehr davon zu haben. Vielleicht kann sie sich dann irgendwann eine eigene Wohnung in Berlin leisten. Sie informiert sich also bei ihrem Anlageberater und investiert in ein vielversprechendes Leipziger Startup-Unternehmen, das Autos herstellt. Sie kauft Aktien dieses Unternehmens. Das bedeutet, dass ihr jetzt ein kleines Stück der Firma gehört also ein Fleckchen auf dem Fabrikgelände, ein Bruchteil der Maschinen, einige der hergestellten Produkte. Jetzt hat sie ein großes Interesse daran, dass dieses Unternehmen erfolgreich ist und bleibt. Sie wird nämlich am Erfolg beteiligt. Einmal im Jahr fließt den Aktionär_innen ein Teil des erwirtschafteten Gewinns zu - in Form der Dividende. Je mehr Gewinn die Firma macht, desto begehrter werden auch ihre Aktien. Dann würde der Aktienkurs steigen und damit Agatha Acostas Gewinn, wenn sie die Aktien wieder verkauft. Wenn die Geschäfte schlecht laufen, machen die Aktionär_innen Verluste. Als Aktionärin darf Agatha Acosta sogar mitreden: Auf der jährlichen Hauptversammlung der Aktionär_innen entscheidet sie gemeinsam mit den anderen Anteilseigner_innen über die Strategie des Unternehmens. Natürlich unterstützt sie die Strategien der Geschäftsführerin, die Produktion zu steigern und damit den Gewinn zu erhöhen. - Gestaltet ein Porträt von Agatha Acosta! - Wie trägt Agatha Acosta zum Wirtschaftswachstum bei? Notiert die

6 Boris Blumberg Der Bankkaufmann Boris Blumberg arbeitet seit seiner Banklehre bei einer Bank in Leipzig. Aufgrund seines ausgesprochen glücklichen Händchens und seiner kundenfreundlichen Art ist er schnell zum Berater von Sparer_innen und von Kreditnehmer_innen aufgestiegen. Das heißt, er berät einerseits Kund_innen, die Geld übrig haben und das gewinnbringend anlegen wollen. Auf der anderen Seite kommen Leute zu ihm, die Geld brauchen und daher einen Kredit aufnehmen möchten, z.b. um ein Haus auf dem Land zu kaufen, einen Eisladen in der Stadt zu eröffnen oder eine Surfschule am See zu gründen. Wichtig ist dabei aus Boris Blumbergs Sicht vor allem: Das Geld muss sich vermehren. Und das Geld vermehrt sich, wenn die Kreditnehmer_innen und die Firmen, in die investiert wird, möglichst produktiv sind und Gewinn machen, weil sie viel Eis verkaufen oder viele Menschen vom Surfen begeistern. Diese wirtschaftliche Produktivität eines ganzen Landes misst das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Je mehr das BIP steigt, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Kreditnehmer_innen ihren Kredit zurückzahlen können. Und das müssen sie, denn nur so verdient die Bank an ihrem Geschäft. Und nur so kann sie weiterhin Anleger_innen überzeugen, der Bank ihr Geld zu überlassen. Die Anleger_innen wollen nämlich, dass ihr Geld arbeitet - also dass es mehr wird. Sonst würden sie es vielleicht lieber gleich zu Hause unters Kopfkissen legen. - Gestaltet ein Porträt von Boris Blumberg! - Wie trägt Boris Blumberg zum Wirtschaftswachstum bei? Notiert die

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