Perspektive München Konzepte. Nahmobilität in München Zu Fuß in einer lebendigen Stadt Neighbourhood Mobility in Munich Walking in a Liveable City

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1 Perspektive München Konzepte Nahmobilität in München Zu Fuß in einer lebendigen Stadt Neighbourhood Mobility in Munich Walking in a Liveable City

2 Impressum Imprint Nahmobiltät in München zu Fuß in einer lebendigen Stadt Neighbourhood Mobility in Munich Walking in a Liveable City Erarbeitet unter Federführung des Referates für Stadtplanung und Bauordnung der LH München, Abt. Verkehrsplanung (PLAN HA I/31-1) in Zusammenarbeit mit dem Baureferat, dem Referat für Arbeit und Wirtschaft, dem Referat für Gesundheit und Umwelt und dem Kreisverwaltungsreferat Herausgeberin: Referat für Stadtplanung und Bauordnung HA I-3 Verkehrsplanung Blumenstraße München Fachliche Betreuung: Silke Buchberger Tel.: (089) Auflage, München 2013 Gestaltung: 19null8 kreativagentur Buschingstraße München Druck: Druckerei Fritz Kriechbaumer Wettersteinstraße Taufkirchen Fotos: Christine Blei: Titel, S. 5, 7 - großes Bild, 8, 9, 11, 14, 15 : S. 7 - Kleine Bilder, 10, 12, 13, 15 - Mitte Green City e.v.: S. 8, 9 / Kindergruppen 2

3 Liebe Leserinnen und Leser, das Bevölkerungswachstum in der und der Region wird sich nach aktuellen Prognosen in den nächsten Jahren weiterhin fortsetzen. Die bestehende Infrastruktur für unsere tägliche Mobilität wird deshalb zunehmend an ihre Grenzen stoßen. Die konsequente Förderung der Nahmobilität kann eine spürbare Entlastung bringen und kosteneffizient und zeitnah umgesetzt werden, wenn Stadtund Verkehrsentwicklungsplanung eng verzahnt werden. Auch infolge des demografischen Wandels und sich verändernder Lebensstile sind Anpassungen in der Stadt- und Verkehrsentwicklungsplanung erforderlich. Verkehrssicherheit, Erreichbarkeit, Gesundheitsförderung, Nachhaltigkeit und Ökologie sowie die Teilhabe von Menschen mit gesundheitlichen oder altersbedingten Einschränkungen werden noch wichtiger bei der Planung und Umsetzung von stadtverträglicher Mobilität. Geeignete Nahmobilitätskonzepte werden daher zu einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung beitragen und helfen, die hohe Lebensqualität Münchens zu erhalten und weiter zu verbessern wurden in München 28% aller Wege zu Fuß und 14% mit dem Fahrrad zurückgelegt (vgl. Mobilität in Deutschland München und Münchner Umland (MiDMUC) 2008). Die Potenziale für diese Verkehrsformen sind noch längst nicht ausgereizt, wenn man bedenkt, dass rund 15% der mit dem Kfz zurückgelegten Wege kürzer als ein Kilometer sind. Und sogar rund ein Drittel aller mit dem Kfz zurückgelegten Wege haben eine Distanz von lediglich ein bis zwei Kilometer! Vor diesem Hintergrund wollen wir analog zur verstärkten Förderung des Radverkehrs in den letzten Jahren auch für den Fußverkehr umfangreiche und flächendeckende Maßnahmen entwickeln und umsetzen. Die vorliegende Broschüre soll Ihnen einen Überblick über die Themenfelder der Fußverkehrsförderung geben und die Planungen für die nächsten Jahre vorstellen. Wir wünschen Ihnen allen viel Freude beim Erleben unserer schönen Stadt! Dear Readers, Growth is set to continue over the next few years in the City of Munich and surrounding region according to current forecasts. At the same time, the prevailing mobility structures are increasingly being pushed to their limits. The consistent support of the neighbourhood mobility can bring noticeably relief and can be implemented contemporarily and cheaply if development planning for the city and its traffic are closely meshed. Adjustments are needed in urban and transport development due to demographic change and altering lifestyles, too. Requirements such as road safety, accessibility, health promotion, sustainability and ecology as well as the integration of people with health or age-related limitations are increasing in relevance and not least influencing the parameters of resident-friendly mobility. Appropriate concepts of neighbourhood mobility will contribute to a sustainable urban development and will help to obtain and improve Munich s high quality of living. In 2008 in Munich, 28% of all trips were made on foot and 14% by bicycle (see Mobility in Germany Munich and Surrounding Areas (MiDMUC) 2008). The potential for these forms of transport is still far from exhausted, considering that about 15% of trips made by car are shorter than one kilometre. And even around a third of all journeys made by car are only within distances of one to two kilometres! In light of this, extensive and comprehensive measures also need to be developed and implemented in Munich analogous to the increased promotion of cycling in recent years for pedestrian traffic. This brochure is intended to provide an overview of pedestrian traffic promotion issues and present the plans for the next few years. We would like to wish you all a lot of fun in experiencing our beautiful city! Hep Monatzeder Bürgermeister der Mayor of the City of Munich Prof. Dr.(I) Elisabeth Merk Stadtbaurätin Department of Public Construction councillor 3

4 Nahmobilität in München Neighbourhood Mobility in Munich Walk the City Zufußgehen für alle Walk the City Walking for Everyone Alle, die zu Fuß gehen, haben eines gemeinsam: Sie sind ohne Verkehrsmittel im öffentlichen Raum unterwegs. Darüber hinaus stellen sie eine heterogene Gruppe dar: Von jung bis alt und klein bis groß sind sie langsam oder schnell unterwegs. Mobil oder auf ganz unterschiedliche Art eingeschränkt, allein oder gemeinsam, flanieren sie oder haben es eilig, sind ortskundig oder -fremd. Täglich wechseln sie mehrfach ihre soziale Rolle und haben dann jeweils unterschiedliche Ansprüche an ihr Umfeld. Fußverkehr in attraktiven öffentlichen Räumen belebt die Stadt und trägt zur sozialen Sicherheit der Bevölkerung bei. Zufußgehen verbessert das Wohlbefinden, erhält die Gesundheit und sichert die Mobilität aller bis ins hohe Alter. Es verursacht weder Lärm noch Schadstoffe, verbraucht wenig Ressourcen und benötigt wenig Raum. Fußwege sind auch Voraussetzung für die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Die systematische Förderung der Mobilität zu Fuß ist daher ein Beitrag zur Generationengerechtigkeit und zur Integration von Kindern und älteren Menschen sowie von Personen mit Mobilitätseinschränkungen und von sozial Benachteiligten in das Leben der Stadt. Dabei sind Maßnahmen, die das Zufußgehen erleichtern, erheblich kostengünstiger als die Infrastruktur für den motorisierten Verkehr. Everyone going on foot has one thing in common: they are moving around public spaces without transportation. In addition, they represent a diverse group: from young to old and small to large, they move slowly or quickly. Mobile or restricted in very different ways, alone or together, they stroll or hurry, know the area or don't. They change their social role several times a day and then accordingly have different demands on their environment. Pedestrian traffic in attractive public spaces breathes life into the city and contributes to the population's social safety. Walking improves well-being, maintains health and secures everyone's mobility well into old age. It causes neither noise nor pollution, consumes few resources and requires little space. Footpaths are also a prerequisite for the use of public transport. The systematic promotion of pedestrian mobility is therefore a contribution to intergenerational equality and the integration of children and older people, as well as of people with limited mobility and of the socially disadvantaged, into the life of the city. Measures that facilitate walking are also considerably cheaper than infrastructure for motorised traffic. Nutzung der Verkehrsmittel in München (Quelle: Mobilität in Deutschland MiDMUC 2008) Terms of Transportation in Munich (Source: Mobility in Germany MiDMUC 2008) Modal Split - München Einkauf Shopping 41% 14% 23% 14% 3% Arbeit Work 10% 34% Berufstätige(r) Vollzeit Employee full time 24% 13% 6% 36% 21% Berufstätige(r) Teilzeit Employee part time 25% 15% 8% 32% 20% Schüler/innen Pupils 30% 20% 21% 3% 26% 28% 14% 10% 21% 27% Ausbildung Education 25% 21% 16% 12% 6% 38% 4% 31% 14% 39% Freizeit Free time 15% 19% 21% Studenten/innen Students 24% 17% 10% 16% 33% Kinder Kids 41% 11% 35% 13% Hausfrau/mann Housewife/husband 33% 14% 11% 28% 14% Rentner(in) Pensionär(in) Pensioner 35% 10% 7% 27% 21% Sonstiges Others 32% 14% 10% 22% 22% zu Fuß Fahrrad MIV (Mitfahrer) MIV (Fahrer) ÖPNV on foot bicycle MIV (passenger) MIV (driver) ÖPNV Die Münchnerinnen und Münchner sind am häufigsten zum Einkaufen und in der Freizeit zu Fuß unterwegs. The residents of Munich go most often for shopping and leisure on foot. zu Fuß Fahrrad MIV (Mitfahrer) MIV (Fahrer) ÖPNV on foot bicycle MIV (passenger) MIV (driver) ÖPNV Für Kinder und die ältere Bevölkerung stellt das Zufußgehen die meistgenutzte Fortbewegungsweise dar. Children and elderly people go most of their ways on foot. 4

5 Nahmobilität in München Neighbourhood Mobility in Munich Leitsätze In München sind städtebauliche Aspekte und die Verkehrsentwicklungsplanung durch eine qualitativ hochwertige Infrastruktur eng miteinander verzahnt. Zur Verfügung gestellt werden attraktive Räume mit Aufenthaltsqualität und sichere Verkehrsflächen. Auf die räumliche Nähe von Wohnen, Ausbildung, Arbeiten und Betreuen wird geachtet. Außerdem wird Wert auf Nahversorgungs- und Dienstleistungsangebote des täglichen Bedarfs und deren Erreichbarkeit für den Fuß- und Radverkehr gelegt. Im Sinne der städtebaulichen Leitlinie kompakt - urban - grün halten, sowohl bei der Planung von Neubaugebieten als auch in bestehenden Stadtvierteln, attraktive Siedlungsstrukturen mit Grün- und Erholungsflächen sowie guter Durchwegung für den Fußverkehr, klaren Wegenetzen und guten Querungsmöglichkeiten Einzug. Die Förderung der Nahmobilität zielt auf eine möglichst früh beginnende, lang währende individuelle und selbstbestimmte Mobilität aller Menschen, insbesondere zu Fuß und mit dem Fahrrad, aber auch mit dem öffentlichen Nahverkehr ab. Sie geht dabei zielgruppenorientiert ebenso auf die Anforderungen durch den demografischen Wandel hin zu einer alternden Gesellschaft ein, wie auch auf die Ansprüche von Familien und anderen Altersgruppen und wendet Konzepte der Kommunikation und Partizipation frühestmöglich an. Besondere Aufmerksamkeit erfährt die immer größer werdende Gruppe dauerhaft oder zeitweise mobilitätseingeschränkter Personen und deren heterogene Anforderungen an die Barrierefreiheit. Des Weiteren hilft die Nahmobilität, den modal split zugunsten des nicht motorisierten Verkehrs zu verbessern und damit verbunden auch in Zeiten des Wachstums und der Nachverdichtung die dauerhafte Senkung der Belastung durch CO 2, Feinstaub, Stickoxide und Lärm und somit die Einhaltung der entsprechenden Grenzwerte zu erreichen. Die Nahmobilität wird in der Verkehrsplanung ausgehend vom Fuß- und Radverkehr entwickelt, dann aber mit allen Nutzungsansprüchen bedarfsgerechter Flächenkonzepte für den fließenden ebenso wie für den ruhenden Verkehr abgestimmt. Diese Aktivitäten werden in einem fünfteiligen Maßnahmenprogramm Nahmobilität gebündelt und in den nächsten Jahren umgesetzt (vgl. Stadtratsbeschluss vom ): 1. Verbesserung der Aufenthaltsqualität (u. a. an Plätzen) 2. Verbesserung von Fußwegverbindungen 3. Orientierungssystem Fußverkehr 4. Förderung eines besseren Miteinanders in der Nahmobilität 5. Beeinflussung des Mobilitätsverhaltens durch Mobilitätsmanagement Principles Urban aspects and transport development planning are closely intertwined in Munich thanks to a high-quality infrastructure. Attractive, socially viable spaces and safe traffic areas are made available. The proximity of housing, training, working and supervision facilities is taken into account. Emphasis is also placed on local supply and service provision for daily necessities and their accessibility for pedestrians and cyclists. In terms of the urban development compact urban green principle, attractive residential structures with green and recreational spaces as well as good thoroughfares for pedestrians, clear path networks and good crossing options feature both in the planning of new urban frameworks and in existing neighbourhoods. The promotion of neighbourhood mobility is aimed at the long-lasting, individual and self-determined mobility of all people to start as soon as possible, particularly on foot and by bicycle, but also with local public transport. It addresses both the requirements arising from demographic change to an ageing society and the needs of families and other age groups equally and in a target group-oriented way, using concepts of communication and participation at the earliest possible opportunity. Special attention is paid to the ever-increasing group of permanently or temporarily mobility-impaired people and their heterogeneous accessibility requirements. Further, neighbourhood mobility helps to improve the modal split in favour of non-motorised transport and also the permanent reduction of CO 2, particulate matter, nitrogen oxides and noise pollution in these times of growth and urbanisation, thus helping to achieve compliance with the relevant limits. Neighbourhood mobility is being developed in transport planning starting with pedestrian and bicycle traffic, but then aligned with all usage requirements of needs-oriented spatial concepts for both moving and stationary traffic. These activities will be bundled in a five-part programme of neighbourhood mobility measures and implemented in the coming years (cf. City Council resolution from ): 1. Improvement of social viability (incl. in squares) 2. Improvement of footpath connections 3. Pedestrian orientation system 4. Promotion of better cooperation in neighbourhood mobility 5. Influencing mobility behaviour with mobility management 5

6 Anforderungen aus Sicht von Fußgängerinnen und Fußgängern Requirements from the Perspective of Pedestrians Mehr Räume mit Wohlfühlcharakter Werden Verkehrs- und Stadtentwicklungsplanung eng miteinander verzahnt, kann eine hohe Aufenthaltsqualität im städtischen Raum erreicht werden. Die Vermischung von Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Naherholung und sozialen Einrichtungen ist ebenso unabdingbar wie eine soziale Mischung der Bevölkerung. Zugleich sind öffentliche Räume prädestiniert für einen hohen Grad an Kommunikationsmöglichkeiten. Die gute fußläufige Erreichbarkeit von Zielen ist bereits bei den ersten Planungsansätzen zu beachten. Eine wichtige Rolle kommt hierbei dem Städtebau zu, der durch geeignete Maßnahmen zu einer besseren Orientierung im städtischen Raum und zur positiven Wahrnehmung des Lebensumfeldes beitragen kann. Wenn die Lebensqualität im direkten Wohnumfeld gefördert werden soll, müssen gerade bei einer Strategie der qualifizierten Nachverdichtung ausreichend (Grün-)Flächen für Naherholung und Freizeit geschaffen und erhalten und für deren gute Vernetzung gesorgt werden. Bei der Gestaltung von öffentlichen Plätzen, Gebäuden und städtebaulicher Infrastruktur spielt neben der Barrierefreiheit und der unter sozialen und technischen Gesichtspunkten sicheren Gestaltung auch die Identifikationsförderung eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt bieten Aufenthaltsmöglichkeiten entlang öffentlicher Wege neben der Erleichterung der Orientierung auch Gelegenheit zum Ausruhen während längerer Wegstrecken. Fußläufige Wegenetze im Alltag Attraktive, lebenswerte und sichere Stadtquartiere bedingen einen entsprechenden Ansatz bereits in der Straßen- und Netzplanung. Auto-, Fuß- und Radverkehr sind gleichberechtigt zu betrachten, allen Verkehrsteilnehmerinnen und Teilnehmern sind sichere und für den tatsächlichen Bedarf ausreichend dimensionierte Flächen zur Verfügung zu stellen. So werden Grundlagen für ein gutes und konfliktarmes Miteinander geschaffen. Geeignete Netze an Fußwegen zielen auf die umwegefreie Verknüpfung vorhandener Alltagsstrukturen zu allen Tages- und Jahreszeiten und auf die gute Erreichbarkeit des öffentlichen Personennahverkehrs (Zuwegung, Haltestellenzugänge und Abstände etc.) ab. In Stadtvierteln mit hoher Belastung durch geparkte Kraftfahrzeuge leistet das Parkraummanagement einen wesentlichen Beitrag zur Begrenzung des Ziel-/Quellverkehrs sowie zur Reduzierung des Verkehrs allgemein und damit zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und der Reduzierung von Lärm- und Schadstoffemissionen. Im Ergebnis: Mehr und bessere Räume für Fußgängerinnen und Fußgänger. Im Rahmen der Entwicklung des neuen Stadtteils Freiham im Westen Münchens wird ein besonderes Augenmerk auf die Nahmobilität gelegt. Ziel ist es, dass sämtliche Wege in und um Freiham möglichst zu Fuß oder mit dem Rad verkehrs- und sozialsicher zurückgelegt werden können. Entsprechend wurde ein funktionales und attraktives Fuß- und Radwegenetz, welches mit dem Konzept für den öffentlichen Nahverkehr abgestimmt ist, entwickelt. More Spaces with the Feel-Good Factor If transport and urban development planning are closely intertwined, this can lead to attaining a high level of social viability in the urban environment. The mixture of living, working, shopping, recreation and social facilities is just as essential as a social mix of people. At the same time, public spaces are predestined for a high degree of communication options. Good pedestrian accessibility of destinations must be taken into account at the early planning stages. The urban development body has an important role here, as it can make an important contribution to better orientation in the urban area and to the positive perception of the living environment with suitable measures. If quality of life in the immediate living environment is to be promoted, sufficient (green) spaces for recreation and leisure must be created and maintained and care taken to ensure their sufficient cross-linking, especially with a strategy for qualified urbanisation. In designing public spaces, buildings and urban infrastructure, promoting identification plays an important role alongside accessibility and safe design in terms of social and technical aspects. Not least, recreational options along public paths also provide the opportunity to stop and rest on longer routes, as well as making orientation easier. Pedestrian Route Networks in Everyday Life Attractive, liveable and safe city neighbourhoods require a similar approach as early as in the road and network planning. Car, pedestrian and bicycle traffic should be considered equal, and all road users should be provided with safe spaces sufficiently dimensioned for their actual needs. This creates the basis for successful and low-conflict cooperation. Suitable footpath networks are aimed at the direct linking of existing everyday structures at all times of the day and year, and at the easy accessibility of local public transport (access roads, access to stops and stations and distances etc.). In neighbourhoods burdened with a high number of parked cars, parking management provides a significant contribution to limiting the incoming and outgoing traffic, as well as reducing traffic in general, and thus to increasing road safety and reducing noise and pollution emissions. The result: more and better spaces for pedestrians. As part of developing the new Freiham district in the west of Munich, special attention is being paid to neighbourhood mobility. The aim is to enable all routes in and around Freiham to be taken on foot or by bicycle as far as possible, and safely in terms of traffic and social issues. Accordingly, a functional and attractive foot and cycle path network was developed, which was coordinated with the concept for local public transport. 6

7 Nahmobilität in München Neighbourhood Mobility in Munich Gegenseitige Rücksichtnahme und mehr Miteinander auf knappen Flächen Mutual Respect and More Cooperation on Limited Space Mehr miteinander der Stadtraum gehört allen Neue Konzepte in der innerstädtischen Verkehrs- und Stadtplanung setzen verstärkt auf ein Miteinander der Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer. Der öffentliche Raum soll allen Menschen gleichberechtigt zur Verfügung stehen und ihren Ansprüchen gerecht werden, egal mit welchem Verkehrsmittel sie unterwegs sind. Die Schaffung von Aufenthaltsqualität beruht hierbei nicht nur auf baulichen und/oder verkehrsregelnden Maßnahmen. Ganz bewusst steht die Eigenverantwortlichkeit und gegenseitige Rücksichtnahme im Zentrum solcher Ansätze. Die in diesem Zusammenhang häufig genannten Praxisbeispiele nach Shared Space Prinzipien und Begegnungszonen sind derzeit in Deutschland im Rahmen der gültigen Straßenverkehrsordnung nicht unmittelbar umzusetzen. Auch wird der Verzicht auf Beschilderung und auf bauliche Abgrenzung der Verkehrsflächen zur Orientierung kritisch diskutiert. Doch ein grundsätzliches Votum für mehr Miteinander im Öffentlichen Raum kann auch im Kleinen funktionieren. Platzgestaltung im Pasinger Zentrum Ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich ist Grundlage für die Neugestaltung des Pasinger Bahnhofsplatzes, der Bäckerstraße, der Straße Am Schützeneck und der Landsberger Straße zwischen Am Knie und Gleichmannstraße. Die Reduzierung von Fahrspuren und die Befahrbarkeit der Tramtrasse für Autos ermöglichen im Pasinger Zentrum die Einrichtung breiter Gehwege und neuer Radwege. Dies bietet Platz zum Flanieren, für gastronomische Angebote und auch Abstellplätze für Fahrräder. More Cooperation Urban Space Belongs to Everyone New concepts in inner-city traffic and urban planning are also increasingly focussing on road user cooperation. Public spaces are intended to be made available to all people equally and meet their needs, regardless of which mode of transport they are using. The creation of social viability here is not based only on structural and/or traffic-regulating measures. Personal responsibility and mutual respect is very deliberately at the centre of such approaches. The practical examples often mentioned in this context of shared space principles and meeting areas cannot be applied directly in Germany as part of the applicable road traffic regulations. Not using road signs or demarcation of traffic areas for orientation is also being critically discussed. And yet a general vote for more cooperation in public spaces can also work on a small scale. Space Design in Central Pasing A pedestrian zone is the basis for the re-design of the Pasing station square, Bäckerstrasse, Strasse Am Schützeneck and Landsberger Strasse between Am Knie and Gleichmannstrasse. The reduction of traffic lanes and the navigability of the tram tracks for cars allow for the establishment of wider pavements and new cycle paths in central Pasing. This provides space for strolling, for dining facilities and also for bicycle storage. 7

8 Kommunikation und Partizipation für den Fußverkehr Communication and Participation for Pedestrians Bürgerbeteiligung und Mobilitätsmanagement sind wichtige kommunikative Säulen, die dazu führen, dass Angebote für den Fußverkehr nicht nur geschaffen, sondern auch genutzt und erlebbar werden und somit das Bewusstsein für eine nachhaltige Mobilitätskultur stärken und im Alltag der Bürgerinnen und Bürger verankern. Bürgerbeteiligung Kooperative bürgerschaftliche Mitwirkungsprozesse auf Stadtviertelebene ergänzen und unterstützen die fachplanerische Arbeit um das Alltagswissen der Bürgerinnen und Bürger. Sie liefern wichtige Ansatzpunkte für den aus ihrer Sicht drängenden Handlungsbedarf, stärken damit auch das Bewusstsein über die Nahmobilität und erleichtern Umsetzungsprozesse im Rahmen der Stadt- und Verkehrsplanung. Mobilitätsmanagement Auch die Aktivitäten im zielgruppenorientierten Mobilitätsmanagement stärken das Bewusstsein für den Fuß- und Radverkehr. Gerade die sogenannten schwächeren Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer wie Seniorinnen und Senioren, Migrantinnen und Migranten sowie Kinder und Jugendliche verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit, da sie auf eine attraktive und sichere Nahmobilität in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld bzw. in ihrem Stadtteil besonders angewiesen sind. Je nach Zielgruppe stehen dabei unterschiedliche Themen und Anliegen im Vordergrund: Bei den Kindern und Jugendlichen geht es darum, sie frühzeitig und mit Spaß für das Zufußgehen und Radfahren zu motivieren und dieses spielerisch zu üben. Ausländische Neubürgerinnen und Neubürger benötigen v. a. sprachliche Kompetenzen, um sich in der neuen Stadt auch gut zu Fuß und mit dem Rad zurecht zu finden. Im Mittelpunkt der Arbeit mit Seniorinnen und Senioren steht dagegen zumeist der Aspekt des Sicherheitsempfindens und des Zutrauens, möglichst lange eigenständig mobil zu sein. Public participation and mobility management are important communicative pillars which lead to pedestrian services not only being created, but also used and brought to life, thus strengthening awareness of a sustainable mobility culture and anchoring it in citizens' everyday life. Public participation Cooperative public participation processes at a neighbourhood level complement and enhance professional planning work with the citizen's everyday knowledge. They provide key starting points for what they consider the urgent needs for action, thus also strengthening awareness of neighbourhood mobility and facilitating implementation processes as part of urban and traffic planning. Mobility Management The activities in target group-oriented mobility management also raise awareness of pedestrian and bicycle traffic. The so-called weaker road users in particular, such as seniors, migrants, children and adolescents warrant special attention as they are particularly dependent on attractive and safe neighbourhood mobility in their immediate living environments or in their neighbourhoods. Depending on the target group, various issues and concerns come to the fore: for children and adolescents, it is important to motivate them to enjoy walking and cycling as early as possible, and to practise in a playful way. New foreign citizens primarily need linguistic skills to easily find their way through the new city on foot and by bicycle. The focus of the work with seniors, however, is mainly the aspect of the feeling of safety and confidence in being independently mobile for as long as possible. 8

9 Nahmobilität in München Neighbourhood Mobility in Munich Fußverkehr und Verkehrssicherheit Pedestrians and Road Safety Das enorme Wachstum der Stadt geht mit einer zunehmenden Dichte und Enge im Straßenraum einher und birgt die Gefahr zunehmender Konflikte der verschiedenen Verkehrsteilnehmer. Verkehrssicherheitsarbeit stellt somit eine unverzichtbare Säule für einen attraktiven Fußverkehr in München dar. The city's massive growth is associated with an increasing density and concentration of street space and involves the risk of increasing conflict between the various road users. Road safety work thus represents an essential pillar for attractive pedestrian traffic in Munich. Schulwegsicherheit Die Schulwegsicherheit ist ein zentrales Anliegen der Stadt München, an der zahlreiche Beteiligte mitwirken. Ein wichtiges Element sind die Schulwegpläne, die für jede der 138 Münchner Grundschulen und für die sonderpädadogischen Förderzentren erarbeitet wurden. Sie sollen Eltern und Kinder animieren, rechtzeitig den Schulweg zu trainieren und geben somit Hilfestellung für den täglichen Schulweg. Als ein weiterer wesentlicher Kern der Schulwegsicherheit hat sich die persönliche Hilfe durch ehrenamtliche Schulweghelferinnen und Schulweghelfer erwiesen, die im Umfeld der Schulen den Kindern das sichere Queren von Straßen ermöglichen. Zu Fuß im Dienste des Fußverkehrs: die Kommunale Verkehrsüberwachung Die kommunale Verkehrsüberwachung ist in München seit über 25 Jahren jeden Tag bei Wind und Wetter unterwegs. Sie überwacht sowohl den Parkraum als auch Geschwindigkeitsüberschreitungen und trägt somit ganz erheblich zur Verkehrssicherheit bei, denn beides führt zu Gefährdungen oder Behinderungen gerade auch für Fußgänger. Kontrolliert werden u. a. Fußgängerzonen, Fußgängerüberwege, Haltestellen des öffentlichen Personennahverkehr, Gehwege und Radwege. Auf den beiden letzteren stellen Falschparker ein besonderes Ärgernis dar. Weitere Überwachungsschwerpunkte auch in Bezug auf Geschwindigkeitsüberschreitungen bilden insbesondere das Umfeld von Schulen, Kindergärten und Altenheimen. School Route Safety School route safety is a key concern for the city of Munich, one in which numerous stakeholders are involved. The school route maps are one important element which were developed for each of the 138 Munich primary schools and for the special educational centres. They are designed to encourage parents and children to practise the school route in time and thus provide support for the daily school run. Personal assistance from volunteer school route helpers has proven to be a further fundamental core of school route safety which enables children to safely cross the roads surrounding the school. Walking in the Service of Pedestrians: Municipal Traffic Monitoring Municipal traffic monitoring officers have been out and about every day for 25 years in Munich, whatever the weather. They monitor both parking spaces and speeding, thus making a major contribution to traffic safety as both of these things lead to hazards or obstacles, especially for pedestrians. Pedestrian zones, pedestrian crossings, public transport stops and stations, footpaths and cycle paths are amongst the things they monitor. Illegal parking is a particular nuisance in the two latter. Other monitoring priorities, also in relation to speeding, are the areas surrounding schools, nurseries and nursing homes in particular. 9

10 Orientierung und Wegweisung Orientation and Directions Im Rahmen der Fußverkehrsförderung soll zukünftig eine optimale Orientierung zunächst im Innenstadtbereich angeboten werden. Orientierungssysteme stellen Informationen über wichtige Ziele und mögliche Wegeführung dorthin bereit. Sie dienen auch der Imagesteigerung des Fußverkehrs und dem positiven Erscheinungsbild einer Stadt. Wenngleich auch in München zur Orientierung auf ganz unterschiedliche Medien zurückgegriffen wird, ist allen gemeinsam, dass sie leicht verständlich, begreifbar und gut lesbar sind. Eine wichtige Rolle spielen bereits die Orientierungstafeln an Haltestellen des Öffentlichen Personennahverkehrs, insbesondere U- und S-Bahnen. Zielgruppenorientierte Angebote wie Schulwegpläne oder Stadtteilpläne für Seniorinnen und Senioren werden bereits angeboten. Stadtteilplan für Seniorinnen und Senioren Der Zusammenhang zwischen einem aktiven Lebensstil und Gesundheit in allen Altersgruppen ist mittlerweile gut erforscht und wissenschaftlich belegt. Vor diesem Hintergrund hat sich die Idee entwickelt, im Rahmen des Bundesprogramms Aktiv im Alter einen Stadtteilplan zu erstellen, der die Orientierung im Viertel und die Alltagsmobilität der älteren Bewohnerinnen und Bewohner erleichtern soll. Der Stadtteilplan leistet somit als erster seiner Art in München einen Beitrag zum Mobilitätserhalt und damit zur Unterstützung physischer und psychischer Gesundheit insbesondere von älteren Menschen. Die Beteiligung der Zielgruppe war zentrales Anliegen bei der Erstellung. Diese wurde realisiert durch Stadtteilspaziergänge und die Möglichkeit der direkten Mitsprache bei der inhaltlichen und grafischen Gestaltung wie bspw. der Nutzerfreundlichkeit und der Vollständigkeit. Neben den sozialen Einrichtungen und Haltestellen wurden die Standorte von Briefkästen, Sitzbänken und WCs erfasst. Auf der Planrückseite sind Informationen zu Öffnungszeiten und Telefonnummern der Einrichtungen ergänzt. Den Plan zeichnet seine zielgruppenspezifische Gestaltung mit großer Schrift, einfachen Symbolen und mehrsprachiger Legende aus. Die Stadtteilpläne für die Bezirke Untergiesing-Harlaching und Obergiesing-Fasangarten wurden 2010 erstellt. Das Referat für Gesundheit und Umwelt hat 2012/13 fünf weitere Stadtbezirke bei der Erstellung von Stadtteilplänen für Seniorinnen und Senioren begleitet. Wegweisung in der Münchner Altstadt Derzeit wird im Auftrag des Stadtrates ein Orientierungs- und Wegweisungssystem für die Münchner Altstadt erarbeitet. Hierbei werden die unterschiedlichen Erfahrungen anderer Städte vergleichbarer Größe mit verschiedenartigen Systemen und neuen Medien einbezogen. Das System soll dann auf andere Stadtteile erweitert werden können. As part of promoting pedestrian traffic, optimum information is to be provided firstly within the inner city of Munich. Orientation systems provide information on important destinations and pathways on the one hand. On the other, they also serve to promote the image of walking itself and the positive appearance of a city towards its guests. All of these very different methods used for orientation are easy to understand and read. The orientation panels at public transport stations, especially at the U- and S-Bahn, already play a key role. Target group-oriented services such as school route maps and district maps for seniors are also provided. District Map for Seniors The link between an active lifestyle and health in all age groups is now well researched and scientifically documented. In light of this, the idea was developed to create a district map as part of the Active Seniors federal programme which is designed to facilitate local orientation and the everyday mobility of the older residents. The district map is therefore the first of its kind to contribute to preserving mobility and thus to supporting the physical and psychological health of older people in particular. Involving the target group was the key concern in its creation. This was realised with district walks and the opportunity of having a direct say in the substantive and graphical design, such as in the user-friendliness and completeness. The locations of postboxes, benches and toilets were recorded in addition to social facilities and stops. On the back of the map is information on the opening times and telephone numbers of the facilities. The map has target group-specific design consisting of large fonts, simple symbols and a multilingual key. The district map for the districts of Untergiesing-Harlaching and Obergiesing-Fasangarten was created in The Department of Health and Environment supervised five other municipalities in the preparation of district maps for seniors in 2012/13. Signposting for the Munich Altstadt In addition, a guidance and signposting system for the Munich Altstadt is currently being developed on behalf of the City Council. In doing so, they are drawing on experience from other cities of the same size with various systems and new media. The system should be able to be extended on other districts afterwards. Auszug aus einem Stadteilplan für Seniorinnen und Senioren. Detail from a district map for seniors. 10

11 Nahmobilität in München Neighbourhood Mobility in Munich Infrastruktur fürs Zufußgehen Infrastructure for Walking Barrierefreiheit in München Bei Planung und Bau der verkehrlichen Infrastruktur in der wird großer Wert auf die barrierefreie Ausbildung des Straßenraums gelegt. Dies kommt nicht nur Älteren und Menschen mit Behinderungen, sondern allen zu Fuß Gehenden zu Gute. Um Wege gut zu Fuß zurücklegen zu können, müssen diese für alle bequem nutzbar sein. Auf Gehbahnen werden grundsätzlich ebene, gut griffige Kunststeinplatten verlegt. Andere Materialien werden im Einzelfall mit Vertreterinnen und Vertretern der Menschen mit Behinderungen abgestimmt. So wird für hochwertige Platzgestaltungen in der Regel gesägtes Natursteinmaterial verwendet. Damit lässt sich ebenfalls eine möglichst ebene und gut begehbare Fläche schaffen. An Querungsstellen für den Fußverkehr wird die Gehbahn grundsätzlich auf drei Zentimeter abgesenkt. Dies ermöglicht die stufenlose Querung der Fahrbahn. Um die Sichtbeziehungen zwischen dem Fußverkehr und dem Fahrzeugverkehr zu verbessern, werden regelmäßig vorgezogene Aufstellflächen neu gebaut. Bushaltestellen In einem weiteren programmatischen Ansatz werden in den kommenden Jahren über 100 Bushaltestellenkanten umgebaut. Ziel ist die barrierefreie Gestaltung, um die Schnittstelle zwischen dem Fußverkehr und dem öffentlichen Verkehr zu optimieren. Die Verbesserungen sehen unter anderem einen hohen Bordstein sowie die Schaffung von ausreichenden Durchgangsbreiten zwischen Fahrzeug und Wartehalle vor. Zudem wird auch hier auf ebene Oberflächen im Wartebereich geachtet. Ein taktil erfassbarer Streifen aus Rippenplatten ermöglicht die Orientierung für Sehbehinderte. Die Münchner Fußgängerzone Mit rund qm ist die Fußgängerzone die größte zusammenhängende Fußverkehrsfläche im Münchner Stadtgebiet. Ohne das vorhandene Erscheinungsbild zu beeinträchtigen, soll hier eine Optimierung der Barrierefreiheit erreicht werden: Die unebenen Bänder aus Mosaik- bzw. Kleinsteinmaterial werden durch ebene, anthrazitfarbene Natursteinplatten ersetzt. Die Erweiterung der Fußgängerzone in der Sendlinger Straße wurde bereits entsprechend der neuen Vorgaben gestaltet. Accessibility in Munich When planning and constructing the transport infrastructure in the city of Munich, great emphasis is placed on the accessible design of road spaces. This not only benefits the elderly and people with disabilities, but all pedestrians. In order to be able to walk routes comfortably, they have to be easy to use for everyone. In general, flat anti-skid cast stone slabs are laid on pavements. Other materials are used in some cases after consultation with representatives of people with disabilities. Sawn stone materials are then usually used for high-quality space designs. This also allows for a surface that is as even and easily-accessible as possible. At pedestrian crossing points, the pavement is generally reduced to three centimetres. This allows people to cross the road without stepping down. In order to improve visibility conditions between pedestrians and vehicles, prominent surfaces are regularly installed. Bus Stops In the coming years, over 100 bus stop curbs are to be reconstructed in another programmatic approach. The aim is to optimise the accessible design to the interface between pedestrians and public transport. The improvements are intended to create a high curb as well as sufficient distances between vehicles and waiting rooms, amongst other things. Attention is also paid to flat surfaces in the waiting area here. A tactile, detectable strip of ribbed slabs enables the visually impaired to orient themselves. The Munich Pedestrian Zone At approximately 93,000 sqm, the pedestrian zone is the largest contiguous pedestrian space in the Munich metropolitan area. Without affecting the existing appearance, accessibility is to be optimised here: the uneven strips of mosaic or small stone materials are to be replaced with flat, anthracite-coloured natural stone slabs. The expansion of the pedestrian zone in Sendlinger Strasse has already been designed according to the new guidelines. 11

12 Städtisches Leben gestalten Hochbau in München Designing Urban Life Building in Munich Neugestaltung des Harras Der Harras ist ein bedeutendes Stadtteilzentrum und zählt zu den wichtigsten Verkehrsdrehscheiben Münchens. Bislang war der gesamte Bereich vom Durchgangsverkehr, parkenden Autos und einer alten Tramtrasse geprägt. Nach Durchführung eines Bürgerworkshops und eines anschließenden Architektenwettbewerbes beauftragte der Münchner Stadtrat das Baureferat im Februar 2011, den Siegerentwurf zu realisieren. Durch eine neue Verkehrsführung konnten die Fahrbahnen im nördlichen Teil des Harras komplett entfallen. Dies schuf Raum für eine großzügige Platzfläche vor den gründerzeitlichen Fassaden auf der Nordseite und einen Vorplatz für das denkmalgeschützte Postgebäude auf der Südseite. Sendling erhält so einen attraktiven Quartiersplatz mit hoher Aufenthaltsqualität, der gleichzeitig den verkehrlichen Anforderungen gerecht wird. Außerdem können auf der Platzfläche Veranstaltungen stattfinden. Neugestaltung des St.-Jakobs-Platzes Im 2. Weltkrieg zerstört und dann nur in Teilen wiederhergestellt, war der St.-Jakobs-Platz seitdem eine innerstädtische Brache. Durch den Bau des Jüdischen Gemeindezentrums und der Synagoge sowie des städtischen Jüdischen Museums definiert sich der Platz neu. Nach Abschluss der Hochbaumaßnahmen beauftragte der Stadtrat das Baureferat im März 2007 mit der Platzgestaltung. Die lockere Anordnung von Bäumen und Bänken, ein Brunnen und ein Spielplatz tragen dazu bei, dass sich urbane Lebendigkeit entwickelt. Durch umsichtige Planung ist es gelungen, den St.-Jakobs- Platz als Raum des städtischen Lebens zu gestalten und zugleich notwendige Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der jüdischen Gemeinde so zu intergrieren, dass nicht Isolation, sondern Begegnung entsteht. Harras Redesign Harras is a major district centre and is amongst the most important traffic hubs in Munich. Until now, the entire area has been characterised by through traffic, parked cars and an old tram route. After introducing a residents' workshop and a subsequent architectural competition, the Munich City Council commissioned the Buildings Department to realise the winning design in February A new traffic control system meant the lanes in the north part of Harras could be completely omitted. This created space for a generous square in front of the Wilhelminian façades on the north side and a forecourt for the listed post office on the south side. This means that Sendling gets an attractive neighbourhood square with a high level of social viability, which also meets traffic needs at the same time. Events can also be held on the square. Redesign of St. Jakobs Platz Destroyed in World War II and then only restored in part, St. Jakobs Platz has been an inner city wasteland ever since. The square has been redefined by building the Jewish Community Centre and the synagogue, as well as the municipal Jewish Museum. After completing building construction, the City Council commissioned the Buildings Department to complete the square's design in The loose arrangement of trees and benches, a fountain and a playground all contribute to the development of an urban vitality. Through careful planning, it has been possible to design St. Jakobs Platz as a space for urban life and, at the same time, to incorporate necessary security measures to protect the Jewish community so that it produces encounters, not isolation. 12

13 Nahmobilität in München Neighbourhood Mobility in Munich Städtisches Leben gestalten Die neue Grünanlage Im Gefilde Designing Urban Life The new Green Space Im Gefilde Grünflächen in München Innerhalb des Stadtgebietes besitzt München ein sehr dichtes Netz an Grün- und Freiflächen zur öffentlichen Nutzung mit hervorragenden Qualitäten: Kleinste und kleine Freiflächen in unmittelbarer Nachbarschaft wechseln sich ab mit größeren Grünflächen, Quartiersplätzen und Stadtteilparks (z. B. Petuelpark, Ostpark, Westpark, Riemer Park) sowie Naherholungsgebieten (z. B. Drei-Seen-Platte im Münchner Norden, Langwieder Seen) und Grünzügen. Green Spaces in Munich Within the city, Munich has a very dense network of green and open spaces for public use with excellent qualities: micro and small open spaces in the immediate vicinity are inter-spersed with larger green spaces, neighbourhood squares and district parks (e.g. Petuelpark, Ostpark, Westpark, Riemer Park) as well as local recreation areas (e.g. Drei-Seen-Platte in the north of Munich, Langwieder Seen) and greenbelts. Bau der Grünanlage Im Gefilde Größere Flächen des Grünzugs Friedenspromenade - Im Gefilde - Neubiberg konnten zuletzt im südlichsten Abschnitt Im Gefilde mit ca. 21 ha realisiert werden. Auf ehemaligen Ackerflächen entstand dort ein abwechslungsreicher Park mit großem Freizeit- und Erholungswert und einem vielfältigen Spiel- und Sportangebot. Neue Wege verbinden die umliegenden Wohnquartiere und Gewerbegebiete. Gut zu erreichen ist auch die westlich gelegene U- und S-Bahn-Station Neuperlach-Süd. Die Ausführung des Projekts erfolgte in zwei Bauabschnitten: Die 16 ha große, langgezogene, südliche Grünanlage mit der Kleingartenkolonie und den fünf Spielplätzen wurde von 2005 bis 2007 fertiggestellt; der 5 ha große nördliche Parkbereich (2. Bauabschnitt) mit den Jugendspielangeboten entstand in den Jahren 2010 und Building the Im Gefilde Green Space Larger spaces of this greenbelt Friedenspromenade - Im Gefilde - Neubiberg were realised most recently in the southernmost Im Gefilde section with approx. 21 hectares. A varied park with huge leisure and recreational value and a wide range of game and sports facilities was created on former arable land. New pathways link the surrounding residential neighbourhoods and commercial areas. The Neuperlach Süd U- and S-Bahn station to the west is also easily reached. The execution of the project was done in two construction phases: the 16 hectare, elongated southern greenbelt with the allotment and the five playgrounds was completed between 2005 and 2007; the 5 hectare northern park area (2nd construction phase) with the children's game facilities was built between 2010 and

14 walking connects! Die Konferenz Walk in München walking connects! The Walk Conference in Munich Die Konferenz München freut sich als erste deutsche Stadt die XIV International Conference on Walking and Liveable Communities, vom September 2013 auszurichten. Ziel der weltweit bedeutendsten Konferenz für Fußverkehr und öffentlichen Raum ist es, lokale, nationale und internationale Akteure miteinander zu vernetzen, innovative Lösungsansätze zu diskutieren und wichtige Impulse für die Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit der Stadt München zu geben. Die erste Walk21 fand im Jahr 2000 in London statt. Weitere Gastgeber waren bisher u.a. Barcelona, Kopenhagen, Zürich, Melbourne, New York, Vancouver und Mexico City. Im Zentrum der Walk21 stehen Fragen zur Verankerung des Fußverkehrs in der Stadt- und der Verkehrsplanung, eine fußverkehrsfreundliche Gestaltung und Aufteilung der Straßen und des öffentlichen Raums, bessere (digitale) Informationen genauso wie die Förderung von Gesundheit und Verkehrssicherheit. So gilt die Ausrichtung der Walk als Auftakt für eine aktive und integrierte Förderung des Zufußgehens. Strategien, Maßnahmen und die Vernetzung von Fachleuten zur Förderung des Fußverkehrs Die Walk21 beschäftigt sich mit der Frage, welche Instrumente und Maßnahmen Kommunen und Akteuren zur Förderung des Fußverkehrs zur Verfügung stehen. Der internationale Erfahrungsaustausch führt zu frischen Ideen bezüglich Themen, wie z. B. Kooperationen mit dem Gesundheitssektor und der lokalen Wirtschaft oder auch der Mobilitätsförderung über Regelwerke und Richtlinien. Mehr Qualität des öffentlichen Raums, mehr Sicherheit im Fußverkehr Gelungene Praxisbeispiele zeigen, wie die intelligente Planung und Gestaltung von Straßen, Plätzen und öffentlichen Räumen gelingen kann. Z. B. wird Fragen nach den positiven Einflüssen der Förderung des Fußverkehrs auf die Sicherheit, die lokale Wirtschaft und die urbane Atmosphäre nachgegangen. Förderung von sozialer Inklusion und der Freude am Gehen Die Vorstellung verschiedener Informationsmöglichkeiten wie Kampagnen, Veranstaltungen, Karten, Apps und Orientierungssysteme zeigt die Möglichkeiten in der Kommunikation und Animation der Menschen zum Zufußgehen auf. Besondere Bedeutung haben dabei die Bedürfnisse unterschiedlicher Zielgruppen wie ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen, die alle zum Zufußgehen angeregt werden sollen. The Conference Munich is delighted to be the first German city to organise the XIV International Conference on Walking and Liveable Communities from September The aim of the world's most important conference on walking and public spaces is to connect national and international stakeholders with each other, to discuss innovative solutions and to provide a major boost to the quality of life and sustainability of the city of Munich. The first Walk21 was held in 2000 in London. Other hosts so far have included Barcelona, Copenhagen, Zurich, Melbourne, New York, Vancouver and Mexico City. At the heart of the Walk21 are questions about anchoring walking in urban and traffic planning, the pedestrianfriendly design and layout of the streets and public areas, better (digital) information, as well as the promotion of health and traffic safety. This means the organisation of the Walk is considered the start of an active and integrated promotion of walking. Strategies, Measures and the Connection of Experts to Promote Walking The Walk21 deals with the question of which instruments and tools local authorities and stakeholders have available to them to promote walking. The international exchange of experience leads to fresh ideas in terms of issues such as collaborations with the health sector and local economy, or also mobility promotion via regulations and guidelines. Better Quality Public Spaces, More Safety for Pedestrians Successful practical examples show how the intelligent planning and design of roads, squares and public spaces can succeed. For example, questions about the positive influences of promoting walking on safety, the local economy and urban atmosphere are investigated. Promoting Social Inclusion and the Joy of Walking The presentation of various information options such as campaigns, events, maps, apps and orientation systems demonstrates the options for the communication and motivation of people to walk. The needs of various target groups such as older or people with limited mobility, who should all be encouraged to walk, are of particular importance. 14

15 Nahmobilität in München Neighbourhood Mobility in Munich Informationen Information Baureferat Friedenstraße München Department of Public Constuction Friedenstrasse Munich Kreisverwaltungsreferat (KVR) Ruppertstraße München Department of District Administration Ruppertstrasse Munich Referat für Stadtplanung und Bauordnung PlanTreff Blumenstraße 28b München Department of Urban Planning and Building Regulation PlanTreff Blumenstrasse 28b Munich Referat für Gesundheit und Umwelt Bayerstraße 28a München Department of Public Health and Environment Bayerstrasse 28a Munich Referat für Arbeit und Wirtschaft Herzog-Wilhelm-Straße München Department of Labour and Economic Herzog-Wilhelm-Strasse Munich 15

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